Produktbeschreibung downloaden - Thoma Holz GmbH

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Daten

Das klima::aktiv - Naturholzhaus

Familie Stambera, Hollabrunn/NÖ

Wohnnutzfläche: 175 m2

Energiekennzahl: 36 kWh/m2

Heizlast: 26 W/m2

Luftwechselrate: 0,33

Gesamtkosten: 350.000,- EUR

Verbaute Fläche: 107 m2

Gesamtgrundfläche: 1.520 m2

Planer: DI arch. Dietrich Waldmann

Holz100-Elemente: Ing. Erwin Thoma, Salzburg; www.thoma.at

Generalunternehmer: LARON-Naturhäuser, Wien; www.laron.at

Vorgaben

Im Vordergrund stand der Wunsch nach konsequenter Verwendung von natürlichen

Baustoffen, um für die fünfköpfige Familie ein gesundes Wohnklima zu erhalten, sowie das

Wohnen mit der Sonne. Niedrige Betriebskosten sollten durch hohe Wärmegewinne und

geringe Wärmeverluste erreicht werden. Wichtig war und ist auch ein schonender Umgang

mit den natürlichen Ressourcen. Vor Baubeginn wurde das Grundstück nach

radiästhetischen Gesichtspunkten untersucht, sowie die Sonnenbahn während eines Jahres

beobachtet.

Bauweise

Holztafelbau in „holz100“-Qualität mit Fichten- und Tannen-Mondholz aus der Region. Die

Wandelemente bestehen aus einem Holzkern mit kreuzweise verdübelten Brettern ohne

Schrauben, Nägel oder Leim. Das Holz selbst wurde zum richtigen Zeitpunkt im Winter bei

abnehmendem Mond geerntet und am Naturstandort schonend getrocknet und weist daher

ganz besondere Eigenschaften, wie Verzugsfreiheit, Insektenresistenz, Brandsicherheit und

höhere Dauerhaftigkeit auf. Auf die 14cm starke Vollholzwand erfolgte eine 20cm starke

Außendämmung mit Zellulosefasern, die in Kammern, begrenzt durch Holzfaserplatten,

eingeblasen wurden. Auf der Nordseite wurde die Fassade zum Teil verputzt, der Großteil

der Außenfläche erhielt über einer diffusionsoffenen Wetterschutzfolie eine geölte

Lärchenschalung. Das Haus ist „klima::aktiv“-zertifiziert, das heißt, es wurden einerseits

konsequent ökologische Baustoffe verwendet, andererseits auch auf die Infrastruktur

geachtet. Die täglichen Arbeits-, Schul- und Besorgungswege werden zu Fuß oder mit dem

Fahrrad erledigt, Auto wird keines benötigt. Innen wurden die Holzwände sichtbar belassen,

die Heizwände wurden mit Naturlehm verputzt. Beide Baustoffe regulieren die

Luftfeuchtigkeit, halten Strahlen ab und ergänzen einander optimal, da Lehm dem Holz

Feuchtigkeit entzieht und daher konservierend wirkt. Auf einen Keller wurde verzichtet, ein

schmales Nebengebäude an der Nordseite dient als Lager- und Geräteraum.

Gestaltung aus der Sicht des Architekten

Gemäß den Vorgaben der Familie ist das Gebäude nach Süden orientiert und erlaubt durch

die Einbettung ins umgebende Gelände einen selbstverständlichen Gartenbezug von

mehreren Räumen aus. Das Haus sollte sich harmonisch in die Umgebung einfügen und die

Vorzüge der Lage sichtbar machen und nutzen. Die Nebengebäude dienen dazu, einen

geschützten Außenraum zu schaffen, der langfristig durch die Bepflanzung vervollständigt

wird. Die Architektur ist funktionell, schlank und klar, die Ausstrahlung angenehm

zurückhaltend. Der große Überstand des 4°-Pultdachs schließt das Gebäude nach oben hin

ab, ohne den Fenstern Licht zu nehmen. Eine bewusst begrenzte Größe der Südöffnungen


verhindert übermäßige Erwärmung im Hochsommer, während die Wintersonne tief ins Haus

einstrahlen und von Lehmwand und Schieferboden gespeichert werden. Das nach Norden

abgesetzte Pultdach diente ursprünglich der Belichtung des innen liegenden

Erschließungsganges im Obergeschoss, die aber aus energetischen Überlegungen nicht zur

Ausführung gelangte. Der Haupteingang an der Ostseite ist zurückversetzt, um einen

geschützten Außenbereich fürs Kommen und Gehen zu erhalten. Die Übereckverglasungen

in der Küche erlauben einen großzügigen Blick auf die Nachbarschaft und den Spielbereich

„Siedlungsstraße“, sowie eine Sichtverbindung zum Eingangsbereich. Küche und Essplatz

sind durch einen Inselherd getrennt und ermöglichen so einen regen Austausch, sowohl

innerhalb der Familie, als auch mit den Gästen. Vom zentralen Esstisch sieht man über die

Terrasse und den Naturgarten in die Ferne. Der gesamte Wohn- und Schlafbereich ist zur

Sonne orientiert, im Norden befinden sich die Technik- und Abstellräume, sowie Bad und

WC. Die Bibliothek liegt, ohne einen zusätzlichen Raum zu schaffen am vergrößerten Podest

der Stiege und lädt beim Vorbeigehen zum Schmökern ein. Dem Wunsch nach ökologischen

Baustoffen wurde auch im Innenausbau mit geölten Tannenböden, unbehandelten

Schieferplatten und geölten Vollholzmöbeln Rechnung getragen.

Haustechnik

Das Gebäude ist hinsichtlich der Energiekennzahl ein Niedrigenergiehaus, die

Luftdichtigkeitsprüfung ergab einen Wert im Passivhausbereich. Warmwasserbereitung und

Heizung übernehmen zwei Wärmepumpen. Im Garten sind auf 300 m2 Flächenkollektoren

verlegt, welche die im Boden gespeicherte Sonnenenergie in Heizwärme umwandeln. Große

Heizflächen auf Boden und Wand bringen angenehme Strahlungswärme bei geringen

Vorlauftemperaturen knapp über 20 Grad. Für frische Luft sorgt eine Lüftungsanlage mit

Energiebrunnen und Gegenstromwärmetauscher. Eine Solarstromanlage ist in Planung und

soll später nachgerüstet werden.

Gartengestaltung

Der große Gemüsegarten wird konsequent biologisch bewirtschaftet. Die Düngung erfolgt

ausschließlich mit selbst angelegtem Kompost und Pflanzenauszügen. Auf Mischkultur wird

ebenso Wert gelegt, wie auf die richtige Fruchtfolge um die Pflanzen gesund zu halten. Das

Regenwasser der Dachflächen wird in zwei Teiche geleitet und zur Gartenbewässerung

genutzt. Der geringe Bauaushub wurde zur Gänze zur Gartengestaltung verwendet.

Schonende Bodenbearbeitung steht im Vordergrund, auf motorisierte Gartengeräte wird

verzichtet und die Energie von Mutter Erde durch Kraft- und Heilplätzen genutzt.

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