NATURFREUNDiN - NaturFreunde Deutschlands

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AKTUELL

a Ganz heiß: Was von der UN-

Klimakonferenz in Bali zu

erwarten ist [Seite 11]

a Ganz warm: Was die Natur-

Freunde von Schneekanonen

halten [Seite 12]

a Ganz kalt: Warum der Sozialstaat

vor die Hunde gekommen

ist [Seite 13]

NATURFREUNDiN

Zeitschrift für nachhaltige Entwicklung – sozial – ökologisch – demokratisch

www.naturfreunde.de

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Ausgabe 4-2007

Die Schwierigkeit

des Schenkens

Was bei der Jagd nach den

Präsenten helfen kann


AUF EIN WORT


Weichgespült und grün gestrichen

EIN STANDPUNKT VON HANS-GERD MARIAN,

BUNDESGESCHÄFTSFÜHRER DER NATURFREUNDE

DEUTSCHLANDS


Mit dem früheren CDU-Bundesminister

Matthias Wissmann hat die Autolobby

den richtigen Weichspüler gefunden. Grün angestrichen

kommen jedenfalls neuerdings selbst

die Luxuslimousinen von Mercedes aus Stuttgart

oder BMW aus München daher. Die Bundesregierung

zeigt sich von der neuen Marketingoffensive

der Automobilindustrie beeindruckt. Und

belohnt das: Das Merkel-Kabinett verzichtet auf

nennenswerte Beiträge des Verkehrs in ihrem

Klimaschutz-Aktionspaket. Dabei würde laut Berechnungen

des Umweltbundesamtes alleine ein

Tempolimit von 120 Stundenkilometern auf den

Autobahnen viermal mehr Kohlendioxid einsparen,

als im letzten Jahr durch alle Wohnraummodernisierungsprogramme

erreicht wurde.

Prognostizierte Wachstumsraten von bis zu

100 Prozent binnen zwanzig Jahren im Flugverkehr

bringen Bundestagsabgeordnete, etwa im

Tourismusausschuss, geradezu in Verzückung.

Nicht nur der Ausbau der Flughäfen in Frankfurt/

Main oder Berlin lassen Politikerherzen höher

schlagen. Selbst jeder Dorfbürgermeister freut

sich über die Umnutzung einer ehemaligen Militärflugpiste

für Billigflieger. Wachstum, Wachstum

und nichts dazugelernt.

Und bei der Bahnreform wetteiferten die

Großkoalitionäre darum, wie die wertvolle Infrastruktur

des Schienennetzes am besten so trickreich

verschenkt werden kann, dass es keiner

merkt. Eine Bahn-für-alle als Hauptverkehrsträger

steht längst nicht zur Diskussion, weitere tausende

Kilometer Streckenstilllegung sind vorprogrammiert.

Dabei hat die Bahn ihr Angebot qualitativ

erheblich verbessert: Nur werden immer

weniger Orte und Menschen erreicht. Die Stilllegung

des Bahnhofs Tiefensee hat zwar eine ge-

wisse Komik, aber richtig freuen mag man sich

nicht angesichts des fantasielosen „Weiter so!“ in

der Verkehrspolitik.

Als Antwort auf die Feinstaubproblematik in

den Innenstädten wird an den Grenzwerten gedreht

und – weil Deutsche so was mögen – bunte

Plaketten auf die Autos geklebt.

Nimmt man die Verkehrspolitik als Gradmesser,

wie ernst es die Bundesregierung mit dem allgemein

propagierten Klimaschutz nimmt, kann man

nur von Heuchelei sprechen. Wir brauchen eine

radikal andere Verkehrspolitik, wenn wir die ökologisch

absolut notwendigen und nicht mehr aufschiebbaren

Klimaschutzziele erreichen wollen.

Leitbild sollten lebenswertere Städte und

mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erschlossene

ländliche Regionen sein. Wozu braucht etwa

Berlin Autoverkehr innerhalb des S-Bahn-Ringes?

Eine autofreie Hauptstadt mit Umnutzung vieler

Verkehrsflächen in Grünzonen hätte Symbolkraft

– auch für andere Städte in der Welt. Mehr Menschen

würden in die Stadt zurückkehren und ihre

Wege zu Fuß, per Fahrrad oder mit öffentlichen

Verkehrsmitteln erledigen anstatt im so genannten

Speckgürtel neue Flächen zu versiegeln und

das Pendlerheer der Autofahrer zu vergrößern.

Dass die Hauptstadt-CDU Motor eines Volksbegehrens

für den Erhalt des Flughafens Tempelhof

mitten in der Stadt ist, zeigt wes Geistes

Kind die Jünger der „Klimakanzlerin“ sind. Dabei

wäre die Umwidmung des riesigen Areals in ein

großes Aufforstungsprojekt und Umwelterlebnisgebiet

für Kinder und Jugendliche ein echter Anziehungspunkt

für das alternde Berlin statt auf

reiche Klinikpatienten zu setzen, die zur Behandlung

einfliegen.

Wenn der UN-Weltklimareport eines nahe

legt, dann dass wir keine Zeit mehr zu verlieren

haben. Wir müssen radikal umsteuern. Ohne Änderungen

in der Verkehrspolitik – mit klaren ordnungsrechtlichen

Vorgaben zum erlaubten Kohlendioxid-Ausstoß

und zum Tempolimit – bleiben

andere Anstrengungen höchst unzureichend. Für

uns alle bedeutet es Abschied nehmen vom stetigen

„Schneller – Höher – Weiter“ und zugleich

den Gewinn von Lebensqualität.

SEITE 2 NATURFREUNDiN 4-2007



TITEL

Was Schenken eigentlich ist ...... 4

Die Schwierigkeit des Schenkens

Wer sich über sein Präsent Gedanken

macht, der wird erstaunliche

Aspekte finden ............................ 4

Schenk Dich glücklich

Es gibt sie, die Wegweiser im

Dschungel des Konsums ............. 6

Die andere Form des Schenkens

Basteln ist die pure Lust.............. 8

EDITORIAL

es weihnachtet sehr. Wir können es wieder in

den Zeitungen lesen: Das Jahresendgeschäft

boomt oder nicht, der Einzelhandel meldet Rekorde

oder nicht, der Wirtschaftsminister jubelt

oder nicht. Wer jetzt noch kein Geschenk eingekauft

hat, muss sich sputen. Wer zu spät kommt,

schafft die Schnäppchen nicht mehr. Geiz ist geil,

aber einmal im Jahr öffnen sich die Herzen und

die Geldbeutel. Vorausgesetzt allerdings, sie sind

ausreichend gefüllt.

Für zweieinhalb Millionen Kinder und Jugendliche

in Deutschland werden sich nicht alle

Weihnachtswünsche erfüllen lassen. Sie gehören

unter die Rubrik „Kinderarmut“. Die Schere

zwischen Arm und Reich hat sich weiter geöffnet.

Das ist eine Schande für ein wohlhabendes

Land, das zu den reichsten auf der Erde gehört.

Welch Widerspruch dazu, dass gleichzeitig all-

THEMA

Klimaschutz

Verhandeln, ob man mit

Verhandlungen beginnen soll....10

Interviews

Nicole Wilke .............................11

Christian Baumgartner..............12

Sozialstaat

Kehrseite der Entstaatlichung… 13

Flusslandschaften

Von der Schwarza zur Nette .....14

Naturschutz

Trittsteine für Spanische Flagge.. 15

NATURFREUNDE AKTIV

Aus- und Sportbildung..............16

Für Sport keine Zeit?.................17

Gewinner Malwettbewerb ........18

Interview: Kai Niebert...............19

Warme Füße und kaltes Bier ....20

In den Bergen zu Hause............21

Die soziale Pedale in NRW .......22

BundesFoto-Wettbewerb ..........23

Zeitsprung.................................24

Kalenderblatt............................25

überall das hohe Lied von der Familie und der

Zukunft gesungen wird.

Die NaturFreunde bekennen sich als Verband

zur „Nachhaltigkeit“. Wir stellen Euch vor, was

das im Weihnachtsrummel bedeuten könnte:

Bescheidenheit beim Schenken, aber auch ein

Maßstab für Geschenke. Wir müssen nicht allem

auf den Leim gehen, was die Konsumglitzerwelt

zu bieten hat. Das schönste Geschenk ist Zeit für

Gemeinsamkeiten zu haben. Vielleicht so etwas

Altmodisches wie miteinander Basteln und Singen?

Oder etwas besonders Schönes aus der Region

einkaufen? Und vielleicht freuen sich die

lieben Verwandten auch darüber, dass sie zum

Fest mit anderen teilen dürfen. Mit Kindern in

Afrika (UNICEF) zum Beispiel.

Die sind jedenfalls auch die Hauptleidtragenden

des Klimawandels, der von den reichen Län-

4-2007 NATURFREUNDiN SEITE 3

123

INHALT

Ausgabe 4-2007

Kopf hoch

„Ich erlaube mir nicht zu verzweifeln.“

NICOLE WILKE, DEUTSCHE CHEF-UNTERHÄNDLERIN IN INTERNATIONALEN KLIMAFRAGEN [SEITE 11]

FEST GESETZT

Reisezeit ...................................26

Leserbriefe................................28

Kleinanzeigen ...........................29

kurz notiert...............................30

Impressum................................30

Medien .....................................31

dern auf der Nordhalbkugel verursacht worden

ist. In diesen Tagen soll auf Bali in einer weiteren

Weltklimakonferenz festgelegt werden, wie

es nach 2012 weitergehen soll, wenn das Kyoto-

Abkommen ausläuft. Wir halten Euch auf dem

Laufenden. Professor Schellnhuber vom Potsdam-Institut

hat gesagt, dass Deutschland sich

für den Klimaschutz das ehrgeizigste Programm

aller Länder vorgenommen hat. Wir können als

Verband und als Einzelne daran mitarbeiten,

dass es auch umgesetzt wird.

Und was bedeutet das für unseren Natursport

im Winter? Auf jeden Fall das Eine: Wir

müssen die Wirkungen auf Klima und Natur bei

allen unseren Aktivitäten berücksichtigen. Christian

Baumgartner von der NFI gibt dazu erste

Antworten.

Ich wünsche Euch trotz allem ein frohes Fest

und einen knackigen Winter,


TITEL

Was Schenken eigentlich ist

Und warum es sich am Jahresende so konzentriert

bBefragt man ein Lexikon, was denn Schenken ist, bekommt man sehr verschiedene Möglichkeiten als Antwort. Schenken ist:

a Der Ausdruck von Liebe, Freundschaft oder Zuneigung

a Der Ausdruck von Dankbarkeit für ein erhaltenes Geschenk

a Die Anbahnung einer geschäftlichen Beziehung mittels Werbegeschenk

a Die Wohltätigkeit, indem man Arme beschenkt

a Der Ausgangspunkt für ein Gegengeschenk. Man erhofft sich als Reaktion auf das eigene Präsent, etwas Spannendes, Prikelndes, Wert-

volles als Gegengeschenk. Der Volksmund nennt das: „Mit der Wurst nach der Speckseite werfen“.

Der Monat Dezember ist der Monat im Jahr, in dem am meisten geschenkt wird. Alle fünf Formen von „Schenken“ kommen im letzten Monat

jeden Jahres vor und zwar in besonders konzentrierter Art und Weise: Geschäftsgeschenke haben zum Jahresende genauso Hochkonjunktur, wie

die Wohltätigkeit, die uns im allgemeinen „Schenk-Gefühl“ beseelt und weicher für „Milde Gaben“ macht. Das Schenken aus Dankbarkeit ist genauso

präsent, wie das Schenken als Ausdruck von Zuneigung. Es gibt sogar eine personifizierte Geschenkinstitution: den Weihnachtsmann. Dass

das Schenken aber gar nicht so einfach ist, diesem Phänomen geht die NATURFREUNDiN auf den nächsten sechs Seiten nach.c NICK REIMER

SCHENKEN

Die Schwierigkeit des Schenkens

Wer sich über sein Präsent Gedanken macht, der wird erstaunliche Aspekte finden

bBlumen sollen Freude schenken – ungetrübte

Freude. In dieser Geschichte geht es um

eine Rose. Diese Geschichte zeigt, wie vielfältig,

wie kompliziert, wie verantwortungsvoll das

Schenken ist. Eine einfache Blume – ein großes

Problem: Zumindest wenn man sich die Gedanken

der Welt macht.

Schlechte Bezahlung, miese Sozialstandards,

oft über 11, 12 Stunden unter sengender Hitze

schuften – auf vielen Blumenplantagen in der

Dritten Welt werden die Arbeiterinnen und Arbeiter

gnadenlos ausgebeutet. Um dagegen ein

Zeichen zu setzen, schlossen Menschenrechtsorganisationen

und Gewerkschaften, Blumenproduzenten

und -händler einen Pakt, der sich

„Fairflower“ nennt. „Die Blumen, die wir verkaufen,

stammen aus umweltgerechter und menschenwürdiger

Produktion“, sagt Fairflower-Geschäftsführerin

Silke Peters. Der Kölner Verein

wacht darüber, dass weder Pestizide noch Herbizide

eingesetzt werden. Kinderarbeit ist verboten.

Die Blumenproduzenten müssen Männer

und Frauen gleich behandeln, anständige Löhne

zahlen und ein Minimum an Gesundheitsvorsorge

gewährleisten. „Wer unsere Blumen kauft, der

tut dieser Welt etwas Gutes“, sagt Silke Peters.

Aber da irrt sie gewaltig. Und daran ist der

Klimawandel Schuld.

Fairflowers unterhält nämlich mittlerweile 52

zertifizierte Blumenfarmen in vier Ländern: Ecuador,

Kenia, Südafrika und Portugal. Drei Prozent

Marktanteil hat der Verein in Deutschland

erobert, was 70 Tonnen Blumen täglich bedeutet.

„Das meiste kommt mit dem Flugzeug aus

Ecuador und Kenia“, sagt Silke Peters. Rein rechnerisch

sei das pro Tag ein Jumbo: sonntags aus

Südamerika, montags aus Afrika, dienstags aus

Südamerika, Mittwoch aus Afrika und so weiter.

Pünktlich zum Valentinstag 2007 veröffentlichte

Adrian Williams von der britischen Cranfield

University eine Studie über die Klimafolgen solcher

Blumenimporte: Ein Zehnerstrauß kenianische

Rosen, so sein Ergebnis, belastet die Erdatmosphäre

mit etwa fünf Kilogramm Kohlendi-

SEITE 4 NATURFREUNDiN 4-2007


oxid. Mehr als 25 Millionen Rosen werden jedes

Jahr aus Kenia und Ecuador nach Deutschland

geflogen, nicht nur von Fairflowers.

Die Blume – ein Symbol für Zuneigung, für

Schönheit, für Liebe – zeigt, wie schwierig Schenken

in der heutigen Zeit sein kann. Und wie

Schenken zum Politikum wird. Klimapolitikern

in den Reihen der SPD sind die Blumenflugzeuge

nämlich schon lange ein Dorn im Auge. Sie

versuchten deshalb bei der letzten Steuerreform,

die steuerlichen Privilegien wenigstens etwas zu

beschneiden. Für Schnittblumen liegt nämlich

der Mehrwertsteuersatz nur bei sieben Prozent,

sie werden genauso behandelt wie Grundnahrungsmittel.

„Wegen ihrer Klimaschädlichkeit

sind eingeflogene Blumen aber alles andere als

eine Sicherung der Lebensgrundlagen“, meint

ein beteiligter SPD-Parlamentarier. Blumen

müssten als Luxus gelten und gehörten auch so

besteuert, schließlich käme auch niemand auf

die Idee, einen Porsche mit nur sieben Prozent

zu besteuern. Doch die Klimapolitiker der SPD

scheiterten an den Entwicklungspolitikern in der

eigenen Fraktion. Die fürchteten Einkommenseinbußen

für die BlumenarbeiterInnen in Afrika

oder Lateinamerika, weil bei höheren Steuern

weniger Blumen gekauft würden.

Allerdings – und jetzt wird es richtig kompliziert

– sind Rosen aus niederländischen Gewächshäusern

noch sechsmal klimaschädlicher

als Rosen aus Kenia. Bei ihnen ist nicht der

Transport das Problem, sondern die Unmengen

von Energie, die für künstliches Licht, Heizung,

Dünger und Pestizide aufgewendet werden, damit

im kühlen Holland das ganze Jahr über Rosen

blühen. Überschlägt man grob, wie viel Kohlendioxid

die eine Milliarde Rosen verursachen,

die pro Jahr nach Deutschland importiert werden,

kommt man auf etwa 2,2 Millionen Tonnen

Kohlendioxid. Bedeutet: Würden in Deutschland

keine importierten Rosen mehr verkauft, käme

die Bundesrepublik dem Kyoto-Ziel um 0,3 Prozent

näher. Wohlgemerkt: Nur durch die Rosen!

Rosen aus Kenia nachhaltig schenken?

Nachhaltigkeit ist auch für die NaturFreunde ein

großes Thema. Kann eine Rose aus Kenia – die

nach drei Tagen zu welken beginnt, aber zuvor

das Klima versaut hat – nachhaltig verschenkt

werden? Natürlich, kaum ein Verliebter wird

sich durch Sozialstandards bei bolivianischen

Blumenpflückern oder durch die Kohlendioxid-

Bilanz von holländischen Rosen davon abbringen

lassen, seiner Angebeteten auch im Winter

eine Rose zu schenken. Aber wer für sich Nachhaltigkeit

in Anspruch nimmt, sollte sich über

die Folgen Gedanken machen.

Bei Fairflowers jedenfalls macht man sich

derzeit Gedanken. Es wird eine Art Klimapfennig

diskutiert: Pro Blume soll ein bestimmter Geldbetrag

an ein Klimaschutzprojekt gehen, um so das

verursachte Kohlendioxid zu neutralisieren. Die

Berliner Klima-Ausgleich-Agentur Atmosfair sieht

Silke Peters dafür als kompetentesten Partner.

Atmosfair bietet Fliegen ohne schlechtes Gewissen

an – eigentlich für Menschen. Auf ihrer

Internetseite findet sich ein einfach zu bedienender

Emissionsrechner. Man gibt dort Abflug-

und Zielflughafen ein, Berlin-Malaga zum Beispiel,

und nach wenigen Sekunden erscheint als

Ergebnis: 570 Kilogramm Kohlendioxid. Die Seite

verrät auch, wie die Sache wieder gutzumachen

wäre: mit 23 Euro. „Diese Summe investieren

wir in Klimaschutzprojekte“, sagt Atmosfair-

Geschäftsführer Dietrich Brockhagen. „Sie sorgt

dafür, dass genau die Menge Kohlendioxid, die

der Flugpassagier durch seine Reise zu verantworten

hat, an anderer Stelle wieder eingespart

wird.“ Von den 23 Euro behält die gemeinnützige

GmbH etwa zwanzig Prozent für Verwaltung,

Werbung und auch für die Kontrolle der Klimaschutzprojekte.

80 Prozent gehen in die Schuldtilgung.

Eines der Atmosfair-Projekte steht in Sringeri

Mutt an der indischen Westküste. Tausende Pilger

kommen jeden Tag in diesen hinduistischen

Wallfahrtsort. „Die Mahlzeiten für die Menschen

wurden bisher mit Hilfe von Dieselbrennern zubereitet“,

erklärt Brockhagen. Atmosfair hilft

nun bei der Finanzierung neuer Solarkocher. Im

Sommer wird der TÜV anreisen und ganz genau

ermitteln, wie viel Kohlendioxid durch den Verzicht

auf Diesel gespart wurde. Pro Tonne des

Treibhausgases wird das indische Projekt 15 Eu-

4-2007 NATURFREUNDiN SEITE 5

TITEL

ro erhalten. Das Überzeugende daran ist: Atmosfair

gibt nicht einfach Geld für irgendein Windrad

oder irgendeine Solarzelle, sondern zahlt

für eingesparte Tonnen des Klimagiftes. „Erstens

können wir so Korruption ausschließen. Zweitens

garantieren wir hohe Effizienz“, sagt Brockhagen.

Schließlich bringt ein Windrad an der

falschen Stelle dem Klima weniger ein. Die Projektpartner

von Atmosfair haben jedoch ein In-

I Rosen aus dem Garten sind zwar klimafreundlich, im Winter aber nicht zu haben.

teresse, den besten Standort zu finden, weil das

mehr Geld bedeutet. Die indischen Solarküchen

sollen bis 2012 insgesamt 4.000 Tonnen Kohlendioxid

sparen. Das entspricht etwa acht Millionen

Flugkilometern – oder knapp 4.000 Flügen

Berlin-Malaga.

Klimaschuld lässt sich nicht tilgen

Wenn sich so die Klimaschuld von Passagieren

tilgen läßt, warum sollte man nicht derat auch

die Klimaschuld von etwas so schönem wie einer

Rose tilgen können? Weil sich solche Schuld

nicht einfach tilgen läßt. Kritiker werfen Projekten

wie Atmosfair vor, es betreibe nur eine Art

Ablasshandel, wo man sich von Sünden freikaufen

kann. Daran ist sicherlich richtig, dass der

größte Klimaschützer jemand ist, der Projekte

wie in Sringeri Mutt unterstützt und trotzdem

auf kenianische Rosen verzichtet. Klimafreundliche

Rosen sind nur jene, die im eigenen Garten

wachsen. Aber erstens haben die wenigsten einen

eigenen Garten. Und zweitens ist das verliebte

Herz manchmal auch im Winter rosengroß.

Der Liebsten zehn weiße Rosen mitten im

Dezember? Ein Dilemma.c NICK REIMER


TITEL

EINKAUFSHILFEN

Schenk Dich glücklich

Es gibt sie, die Wegweiser im Dschungel des Konsums

bDie Brent Spar, ein ausgedienter Öltank

des Ölmultis Shell, trieb Anfang 1995 vor den

Shetland-Inseln im Atlantik. Von 1976 bis 1991

diente der an eine Ölplattform erinnernde Tank

dem Shell-Konzern als Zwischenlager, jetzt hatte

er ausgedient und sollte versenkt werden.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace

hielt das für einen Skandal. Am 30. April besetzten

ihre Aktivisten die Brent Spar, um die Versenkung

zu verhindern. Die Versenkung, so die

Argumente der Umweltschützer, könnte ein Exempel

für einige hundert weitere ausgediente

Plattformen in Nord- und Ostsee werden. Industrieschrott

aber gehöre nicht ins Meer, sondern

müsse möglichst umweltfreundlich an Land entsorgt

werden.

Die Besetzung fand ein großes Medienecho.

Vor allem aber der Aufruf, nicht mehr bei Shell

zu tanken, setzte den Konzern gehörig unter

Druck. Die Umsätze an deutschen Shell-Tankstellen

brachen um bis zu 50 Prozent ein. Am 20. Juni

1995 knickte der Konzern vor dem König Kunde

ein. Brent Spar wurde an Land entsorgt.

Nicht nur das: Im Juli 1998 beschloss die

OSPAR-Konferenz der Nord-Atlantik-Anreiner-

Staaten ein generelles Versenkungsverbot für

Ölplattformen. König Kunde hatte mit seiner

Kaufentscheidung viel erreicht: Einfach ein Produkt

boykottieren und so die Welt ein bisschen

besser machen. Aus einer einfachen aber bewußten

Konsumentscheidung wurde ein Politikum.

Die Geschichte der Brent Spar zeigt: König

Kunde ist ein mächtiges Wesen. Kaufen oder

nicht kaufen ist hoch politisch. Was aber, wenn

sich der König Kunde gar nicht mehr zurecht findet

im Waren-Dschungel unserer Verkaufshaus-

Glitzer-Welt? Was, wenn ihm die Macht abhanden

kommt, weil er gar nicht wissen kann, wie

er die Macht ausübt?

Um ihm zur Macht zu verhelfen, haben viele

Organisationen und Verbraucherschützer Siegel

erfunden, die wie Hinweisschilder durch den

Dschungel führen. Die NATURFREUNDiN stellt

an dieser Stelle neun solcher Siegel vor. Wer

ein Produkt auswählt, das solch ein Siegel trägt,

kann sicher sein: Mit diesem Kauf macht er die

Welt ein bisschen besser. Und wer möchte nicht

ruhigen Gewissens etwas Gutes schenken?

ÖKO-TEST

Das ÖKO-TEST-Siegel ist ein ganz hervorragender

Wegweiser im Warendschungel: Grundlage sind

die Untersuchungsergebnisse des ÖKO-TEST-Magazins.

Für das Magazin wiederum bewerten

Wissenschaftler über Testreihen

entsprechende Pro-

Muster

Produktname

sehr gut

Ausgabe 13/2013

dukte: Von Kosmetika bis

zur Babykleidung, von Fahrrädern

bis Videokameras,

von Pullovern bis Socken:

Über 70.000 Produkte haben

sich den Tests der Ex-

perten unterzogen. Jetzt steht auf den Produkten:

„Sehr gut“ oder „Empfehlenswert“. So bietet

das Testurteil Verbrauchern Informationen

über die Gebrauchstauglichkeit, Gesundheitsverträglichkeit,

Stromverbrauch und Garantien der

Hersteller. Im Vordergrund der Untersuchungen

steht die Frage der gesundheitlichen Risiken, der

Gebrauchstauglichkeit und der Funktionalität

der Produkte.

STIFTUNG-WARENTEST

Ganz ähnlich wird das STIFTUNG-WARENTEST-

Siegel vergeben. Die STIFTUNG WARENTEST

wurde 1964 als

eine staatlich

unterstützte Verbraucherorganisation

von der Bundesregierung gegründet – als

Institut zur Durchführung vergleichender Waren-

und Dienstleistungsuntersuchungen. Die Prüfkriterien

und das Prüfprogramm werden in einem

Fachbeirat festgelegt, für die Prüfungen selbst

werden unabhängige Spezialinstitute im In- und

Ausland beauftragt. Allerdings bewertet die STIF-

TUNG WARENTEST nicht vordergründig, ob ein

Produkt umweltverträglich oder sozialverträglich

hergestellt wurde, sondern hauptsächlich Qualitätsurteile

über die getesteten Produkte.

FSC

Neulich im Buchladen: „Guten Tag, haben Sie

den neuen Harry-Potter auch auf FSC-Papier?“

Eine solche Frage mag komisch klingen, aber sie

ist wichtig. FSC ist das Siegel des Forest Stewardship

Council (FSC), einer Art Weltforstrat. Damit

werden Produkte zertifiziert, welche ökologische

Standards einer nachhaltigen Forstwirtschaft garantieren.

Leider kommt nämlich ein Großteil

der Holzprodukte – Papier, Gartenbänke, Holzlöffel

– aus einer Forstwirtschaft, die als nichts anderes

als Raubbau bezeichnet werden muss.

Das unabhängig von Herstellerinteressen vergebene

FSC-Zeichen ist sowohl national als auch

international derzeit das glaubwürdigste Label

für umwelt- und sozialverträgliche Waldwirtschaft.

Insbesondere beim

Kauf von Tropenhölzern ist

zu bedenken, dass in Ländern

wie Brasilien und Indonesien

zum Großteil keine

ökologisch einwandfreie

Waldwirtschaft betrieben

wird und das Holz häufig

aus illegalen Holzeinschlägen stammt.

Dummerweise kennen nur wenige dieses Siegel.

Und dummerweise ziert es nur sehr wenige

Bücher. Wer aber danach im Buchhandel

fragt, der setzt ein Zeichen. Wünschenswert wäre,

wenn die Buchhändlerin ihrem Lieferanten irgendwann

sagen kann: „Ich werde immer häufiger

nach diesem FSC-Siegel gefragt“. Irgendwann

werden darauf die Verlage reagieren müssen.

TRANSFAIR

Fair geht vor! So sollte es beim Sport sein; und

weil besonders viele Bälle in Ländern des Südens

hergestellt werden, können wir darauf achten,

dass sie unter fairen Arbeitsbedingungen

produziert werden. Gerade die Fußballproduktion

ist eine aufwändige und

anstrengende Handarbeit.

Näherinnen und Näher benötigen

rund zwei Stunden,

um den Ball aus 32 Teilen

mit über 700 Stichen anzufertigen.

Einen festen Lohn

erhalten die Beschäftigten

selten, sie werden pro abgeliefertem

Ball bezahlt. Um dieser Situation

entgegenzuwirken, werden nun TransFair besiegelte

Bälle in Deutschland angeboten. Der faire

Handel unterstützt Produzentinnen und Produzenten

in den Entwicklungsländern, um ihnen

eine menschenwürdige Existenz aus eigener

Kraft zu ermöglichen

Das TransFair-Siegel findet man in allen Weltläden

und in immer mehr Supermärkten. Es

zeichnet Kaffee, Tee, Schokolade und viele andere

Produkte aus, die unter fairen Arbeitsbedingungen

und ohne Kinderarbeit hergestellt wurden.

RUGMARK

Seit Jahren behaupten Teppichhersteller und

-exporteure, dass Kinderarbeit vollkommen aus

SEITE 6 NATURFREUNDiN 4-2007


der Teppichindustrie verbannt wurde. Doch immer

wieder gibt es Berichte, die das Gegenteil

beweisen. Realistische Schätzungen der InternationalenArbeitsorganisation

ILO zeigen, dass die

Kinderarbeit für die betroffenen

Knüpfregionen

quantitativ immer noch

bedeutsam ist.

RUGMARK ist ein Zusammenschluss

von Produzenten,

Teppichhändlern und Hilfsorganisationen,

die Kinderarbeit ausschließen. Rund 435

Teppichhersteller und Exporteure in Indien und

Nepal haben Lizenzverträge abgeschlossen. Sie

verpflichten sich, keine Kinder unter 14 Jahren zu

beschäftigen, gesetzliche Mindestlöhne zu zahlen

und alle Aufträge offen zu legen. Wer Rugmark-Teppiche

kauft, kann sich sicher sein.

BIO

Das Bio-Siegel: Lebens- und Genußmittel aus

ökologischer Landwirtschaft werden noch bis

2009 mit dem staatlichen Bio-Siegel gekennzeichnet.

Erzeuger und Hersteller, die die Bestimmungen

der EG-Ökoverordnung einhalten,

dürfen ihre Produkte als Bioware

verkaufen und entsprechend

kennzeichnen.

Doch so, wie wir es

kennen, wie wir ihm vertrauten,

wird es ab 2009

nicht bleiben. EU-weit soll

ein neues Bio-Siegel eingeführt werden. Das ab

2009 geltende Siegel lässt dann erstmals auch

Spuren gentechnisch veränderter Organismen in

Lebensmitteln zu, wenn diese zufällig und ungewollt,

zum Beispiel durch Pollenflug, in Lebensmittel

geraten sind.

DER BLAUE ENGEL

Der Blaue Engel ist wohl das bekannteste und

sogleich das älteste Umweltsiegel in Deutschland.

Seit fast 30 Jahren weist es in Supermärkten,

Einrichtungsgeschäften oder Farbenläden

den Weg zu umweltfreundlichen Produkten –

Kosmetik, Papierwaren, technische Geräte.

Das Umweltbundesamt (UBA) nimmt die Vorschläge

für neue Umweltzeichen

aus der Öffentlichkeit

entgegen und legt

sie mit einem Votum

versehen der Jury Umweltzeichen

vor, in der

verschiedene gesellschaftliche

Gruppen wie

Umwelt- und Verbraucherverbände,

Hersteller, Handel, Kirchen, Medien

und Gewerkschaften vertreten sind. Die Jury

Umweltzeichen wählt dann die Produktgruppen

aus, für die das UBA die Vergabegrundlagen erstellt.

Diese werden von der Jury Umweltzeichen

beschlossen.

SPIEL GUT

Für Kinderspielzeug gibt es das „spiel gut“-Siegel:

Pädagogisch sinnvolle und umweltverträglich

hergestellte Geschenke tragen dieses Zertifikat.

PraktikerInnen und WissenschaftlerInnen

aus Medizin, Psychologie, Pädagogik und Kunst

hatten 1954 einen Arbeitskreis gegründet, der

den Spielwarenherstellern zeigen wollte, was

unter gutem Spielzeug zu verstehen

ist. Anfänglich sträubte

sich die Industrie heftig

gegen eine Sortierung in

empfehlenswerte und nicht

empfehlenswerte Spielsachen,

inzwischen aber ist die

Nachfrage nach guten Spielwaren deutlich

gestiegen – Firmen nutzen vermehrt das spiel

gut-Siegel. Jedes Jahr begutachtet der Arbeitsausschuss

etwa 600 neu auf den Markt kommende

Spielsachen und erteilt denjenigen, die den Kriterien

genügen, das Zertifikat. Dabei spielt auch

der Preis eine Rolle: Er muß immer im Verhältnis

zu den Spielmöglichkeiten und zur Lebensdauer

stehen. Die spiel gut-Experten empfehlen: Lieber

weniger und besseres Spielzeug kaufen.

VIABONO

Erholung kann man zwar nicht kaufen, aber vielleicht

verschenken. Wer sich ein romantisches

Wochenende oder ein paar Stunden Wellness

nach dem Weihnachtsstress gönnen möchte,

kann dabei auf das Viabono-Zertifikat achten.

Bei der Umweltdachmarke findet man fast alles

für den Urlaub in Deutschland, von Campingplätzen

über Restaurants, Hotels und Naturfreundehäusern

bis hin zu Kurorten und Naturparks.

Allen diesen Angeboten gemeinsam ist, dass sie

strengen Umweltkriterien genügen, die Experten

erarbeitet haben. Viabono

wurde auf Initiative

des Bundesumweltministeriums

und des Umweltbundesamtes

gegründet und wird heute vom Viabono

Trägerverein e.V. mit vielen Organisationen

aus Verbraucherschutz, Umwelt und Tourismus

getragen.c JULIA HOFFMANN/NICK REIMER

4-2007 NATURFREUNDiN SEITE 7

TITEL


BASTELN

TITEL

Die andere Form des Schenkens

Originell, entspannend und pädagogisch wertvoll: Basteln ist die pure Lust

bSeit bSeit wann gibt es zu Weihnachten eigentlich

Geschenke? Und: Was schenkte man, als es

noch keine Läden, noch keine Geschenkartikel,

noch keinen Weihnachts-Schlussverkauf gab?

Wer schenken will, braucht braucht, um um schenken zu

können zu können, weder weder das das eine, eine, noch noch das andere. das andere. Früher

Früher schnitzten Väter Väter ihren Kindern aus Holzscheiten

Schiffe, die Mutter nähte aus Stoffresten

Puppen zusammen. Basteln nennt sich diese

ziemlich aus der Mode gekommene Form des

Wichtelns. Und dass das Basteln nicht mehr komod

ist, kann durchaus als eine Errungenschaft

betrachtet werden: Gekaufte Präsente verschenken

kann nur, wer das Geld hat, Geschenke zu

kaufen. Diese ökonomische Emanzipation ist

hierzulande Gott sei Dank den allermeisten gelungen.

Andererseits macht das das Schenken uniform:

Das neue Parfüm für sie, die neue Krawatte

für ihn und für das Kind den neuen Band von

Harry Potter – man muss sich nicht mehr Jahr für

Jahr im Wald nach einem geeigneten Schnitzholz

umsehen und dann auch noch diesem Schnitzholz

eine neue Idee abringen. So wurde Schenken

immer mehr zum einträglichen Geschäft:

Die Industrie liefert neben den Geschenken auch

gleich noch die Ideen zum Schenken mit – – „Die

längste Praline der Welt“, „Mach dein Ding“ und

„Nichts ist unmöglich“. Die Zeit der Vorbereitung

– der Advent – ist heute für das Schenken nicht

mehr wichtig. Hauptsache man kommt zwei Tage

vor dem Fest noch in die Läden. Selbstverständlich

verpacken die VerkäuferInnen das Geschenk

auch kostenlos.

Basteln Sie mal wieder! Sie werden das andere

Schenken entdecken. Denn so, wie Sie an etwas

arbeiten, ein Geschenk herstellen, so freuen

Sie sich auf das Schenken. Wird die Großmutter

begeistert sein? Natürlich kann es passieren, dass

die Lampe, die sie wochenlang im Laubsägeverfahren

herstellten, nicht gefällt. Aber das kann Ihnen

mit der neuen Krawatte genauso passieren.

Obendrein hat Basteln höchst willkommene

Nebeneffekte: Basteln ist entspannend, weil man

sich die Zeit zum Basteln nehmen muss. Basteln

ist pädagogisch, weil Kinder ihre motorischen

und kreativen Fähigkeiten trainieren. Basteln ist

einzigartig, weil das Ergebnis immer ein Unikat

sein wird. Basteln beruhigt die Nerven, weil man

sich auf sich und seine Ideen konzentriert. Basteln

ist einfach nur schön!

Die NATURFREUNDiN offeriert 4 Bastel-Ideen,

ausprobiert und aufgeschrieben von Nick

Reimer.c

VORSCHLAG 1

Das Steinmännlein

bEine höchst praktische Idee, das Tuch auf

den Gartentisch wehrhaft gegen den Wind auszurüsten,

ist das Steinmännlein. Oder noch besser:

eine ganze Steinfamilie. Viel braucht man zu

ihrer Geburt nicht: einen wirklich guten Leim,

am besten Ölfarbe und natürlich geeignete Steine.

Finden kann man die am nächsten Bach.

Kleine Runde können genauso hilfreich sein wie

spitze Vierkantige oder große Brocken. Baumeister

ist ohnehin vielmehr die eigene Phantasie

als das vorliegende Material:

Nachdem die Steine 1. gewaschen

und 2. getrocknet

sind – sie müssen wirklich

trocken sein – werden

sie 3. kombiniert: ein

schlanker Bauch, ein

viereckiger Kopf,

Beine und vielleicht

noch einen Hut. Statisch

überlegen sollte

man sich bei diesem

Kombinieren allerdings, ob das Steinmännlein,

das man erdenkt, auch tatsächlich stehen kann.

Als 4. werden die Steine verleimt, und zwar

von unten beginnend. Geduld ist natürlich von

Nöten: Der Kopf kann erst auf den Rumpf gesetzt

werden, wenn die Füße halten! Dafür ist der 5.

Schritt dann der Schönste: Dem Steinmann, der

Steinfrau, dem Steinkind mit Farbe Gesicht und

Frack geben. Oder haben Sie einen Steindackel

geboren? c

SEITE 8 NATURFREUNDiN 4-2007


VORSCHLAG 2

Die Buschgeister

bÄhnlich wie die Steinmännlein, nur aus

anderen Materialien, lassen sich Buschgeister gewinnen.

Buschgeister sind ausgesprochen nützliche

Wesen: Am Fenster, vor der Tür oder auf

dem Balkon aufgehangen, schützen

sie die Bewohner vor Übel

und Unbill. Buschgeister heißen

so, weil ihr Grundmaterial aus

dem „Busch“ stammt – also dem

Wald. Besondere Wurzeln, verzwickte

Äste eignen sich zur Geburt von

Buschgeistern ebenso, wie Treibholz,

das an Flüssen oder Seen gefunden

wird. Letzteres hat den Vorteil,

dass es vom Wasser in aller Regel schon

glatt geschliffen ist.

Auch hier ist viel Phantasie und Vorstellungsgabe

von Nöten: Taugt die Wurzel zum Kobold?

Eignet sich das Treibholz zum Drachen? Hat die

Rinde das Zeug zur Schlange? Falls die Roh-Materialien

aus dem Wald kommen, sollte man sie

1. mit Schleifpapier ein wenig behandeln, um die

größten Rauheiten zu besänftigen. Beim Treibgut

entfällt dieser Schritt. 2. muss der Roh-Buschgeist

gründlich geschrubbt und 3. getrocknet werden.

Aber 4. kann nun mit dem kreativen Teil begonnen

werden: Um Holz zu färben, ohne dabei seine

Struktur zu verlieren, verwende man am Besten

wasserlösliche Farbe. Mit Deckfarbe kann man

sich 5. dann an Gesicht und Krallen wagen. c

VORSCHLAG 3

Die Weihnachtskerzen

bRatsam ist eine solche Bastelei vor allem

für Menschen, die sich das Weihnachtspapier

vom Vorjahr und vom Vorvorjahr und am besten

auch noch das von den Jahren davor aufgehoben

haben. Gebraucht werden nämlich 1. Sternchen,

Äpfelchen, Flöckchen, Zwergchen – also schöne

Weihnachtsmotive. Aber Vorsicht: Die Betonung

liegt auf „chen“! Die auszuschneidenden Motive

sollten keinesfalls größer als eine Fingerkuppe

sein. 2. braucht man Haushaltskerzen, auf

die man 3. mit einfachem Papierleim die Motive

aufklebt – idealerweise so, dass es wunderschön

aussieht.

Jetzt braucht man 4. einen alten Topf, der

nach Möglichkeit genauso hoch ist, wie die

Kerzen lang sind. Seit Tagen hat man 5. altes

weißes Kerzenwachs gesammelt und im Topf

erhitzt. (Notfalls kann man auch alte Kerzen

rein stecken, aber sie müssen weiß sein). Derart

bekommt man ein Kerzenbad: Wer jetzt

seine beklebten Kerzen 6. in dieses heiße,

flüssige Wachs eintaucht und wieder heraus

zieht, der bekommt eine völlig neue Kerze. Eine

Weihnachtskerze. Gegebenenfalls muss die

Kerze ein zweites oder ein drittes Mal getaucht

werden. c

VORSCHLAG 4

Der Stifteschlund

bSchreibtische haben selten den Vorzug

aufgeräumt zu sein. Und wenn, hält die Ordnung

nur selten lange vor. Damit die geschaffene

Ordnung ein bisschen länger hält, ist ein Stifteschlund

hilfreich. Diesmal ist das Bastelmaterial

aus Pappe: Küchentücher-Papprollen, Klopapier-Papprollen

und eine Bodenplatte. Die Rollen

werden 1. am Grund leicht eingeschnitten

und umgefalzt – so, dass kleine Füße entstehen,

auf denen die Papprollen stehen können. Zweitens

werden die Rollen bemalt. Trocknen lassen,

gruppieren und 3. an den Falz-Füßen auf die

Grundplatte geklebt. Und 4. sollte

schließlich Lack auf den Stiffteschlund,

um ihm

Wehrhaftigkeit

und eine gewisseGediegenheit

zu verleihen

– die

ihm als Ordnungshelfer

ja auch

zusteht.c

4-2007 NATURFREUNDiN SEITE 9

I Was sehen Sie jetzt?

TITEL


THEMA

KLIMASCHUTZ

Verhandeln, ob man verhandeln soll

Die politische Situation vor dem UN-Weltklimagipfel ist ausgesprochen vertrackt

b„Wir müssen auf Bali mit umfassenden

Verhandlungen zum Schutz des globalen Klimas

beginnen – alle Länder gehören mit ins Boot.“

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD)

klingt ziemlich entschlossen vor der diesjährigen

Weltklimakonferenz, die vom 3. bis 14. Dezember

in Indonesien zusammentritt. Tatsächlich aber

ist die Situation ziemlich vertrackt: Während die

Wissenschaft immer neue Erkenntnisse über die

Dramatik der Erderwärmung liefert, verhandelt

die Weltklima-Diplomatie darüber, ob sie damit

beginnen soll, Verhandlungen zur Rettung der

Welt aufzunehmen. Eigentlich unfassbar.

2.000 Delegierte werden nach Bali fliegen,

mindestens eben so viele Lobbyisten aus Industrie,

Wissenschaft und Umweltbewegung, an die

1.000 Journalisten werden erwartet, Umwelt-

minister, Staatschefs, Nobelpreisträger, höchste

UN-Diplomaten – ein Riesen-Event. Und wieder

wird – so die Pessimisten – dabei am Ende

nichts zählbares herauskommen?

Das ist der Stand: Anfang Januar 2008 beginnt

die Kyoto-Phase. Nach dem Kyoto-Protokoll

(siehe Seite 25) haben jetzt die Industriestaaten

der Welt die Pflicht, bis 2012 ihre Treibhausgas-

Emission gegenüber 1990 zu reduzieren. Was

aber kommt danach? Wie geht es weiter?

Darüber streiten sich die Delegierten. Im Prinzip

müssen sie einen neuen Vertrag aushandeln,

der dann ein Bali-Protokoll wird und den

im Kyoto-Protokoll begonnenen politischen Weg

fortschreibt. Was logisch klingt, wird aber nur

schwerlich umzusetzen sein. Das liegt vor allem

an den USA: Die energiehungrigste Nation

der Welt – fast ein Viertel allen Kohlendioxids ist

„made in USA“ – haben nämlich das Kyoto-Protokoll

nicht ratifiziert – ergo sind sie völkerrechtlich

auch nicht verpflichtet, ihren Kohlendioxid-

Ausstoß zu senken.

Zuletzt hat die Bush-Administration signalisiert,

Selbstverpflichtungen zuzustimmen. Aber

nur unter Bedingungen. Eine etwa ist: Schwellenländer

wie China oder Indien, deren Emissionen

gerade explodieren, müssten ebenfalls in die Reduktionspflicht

genommen werden. Bislang sind

diese Länder im Kyoto-Protokoll davon befreit.

Die Schwellenländer lehnen ihrerseits solche

eigenen Beschränkungen ab: Der Klimawandel

sei von den Industrienationen verursacht. Die

Zahlen geben ihnen recht. Derzeit stoßen etwa

die USA rund 20 Tonnen CO 2 pro Kopf, Deutschland

elf, China drei und Kenia eine Tonne aus.

Und über 80 Prozent des heute in der Atmosphäre

befindlichen Kohlendioxids stammen aus

den Industrienationen. Jetzt, so die Argumente

der Schwellen- und Entwicklungsländer, wo sie

sich selbst wirtschaftlich zu entwickeln beginnen,

versuchen die Industrieländer einen „Öko-

Kolonialismus“: Ihre eigene Entwicklung – und

damit der wachsende Energiehunger – sollen

durch Reduktionsziele von den Industrienationen

beschränkt werden.

Die Schwellen- und Entwicklungsländer wollen

ihrerseits überhaupt erst einen eigenen Bei-

trag zur Emissionsreduktion leisten, wenn die Industrienationen

gezeigt haben, dass sie es beim

Klimaschutz selbst ernst meinen. Danach sieht

es derzeit nämlich nicht aus: Während sich etwa

die Europäische Union im Kyoto-Protokoll

verpflichtet hat, ihren Ausstoß um acht Prozent

zu senken, sind nach 16 Jahren angeblicher Klimapolitik

europaweit gerade einmal ein Prozent

geschafft. Dass die EU ihr Ziel bis 2012 schaffen

wird, bezweifeln so ziemlich alle Experten.

In dieser Situation richten sich viele Erwartungen

an Bundeskanzlerin Angela Merkel

(CDU). Bei ihrem Japan-Besuch im September

hatte sie einen spektakulären Vorschlag unterbreitet.

Nach diesem dürften die Emissionen der

Entwicklungsländer pro Kopf so lange wachsen,

bis sie die der Industrieländer erreichen. Die Industrieländer

wiederum senken ihren Ausstoß

so, dass sie schnell das Niveau der Schwellenländer

erreichen. Ab da müssen alle senken.

Es ist ein Vorschlag für weltweit gleiche Pro-

Kopf-Obergrenzen für CO 2-Emissionen bis zum

Jahr 2050: Nach Berechnungen von BUND und

„Brot für die Welt“ dürften die Pro-Kopf-Emissionen

im Jahr 2050 weltweit 1,5 Tonnen CO 2

nicht überschreiten, wenn der Klimakollaps verhindert

werden soll. Mit einer derart konkreten

I 1997 handelte Umweltministerin Angela Merkel das Kyoto-Protokoll mit aus, 2007 hielt sie als Bundeskanzlerin eine Klima-Rede.

Forderung für mehr globale Umweltgerechtigkeit

könnte Merkel tatsächlich für neue Dynamik bei

der Klimaschutzdebatte sorgen.

Dass mehr Dynamik notwendig ist, scheint allen

klar: Erstmals in der Geschichte der Vereinten

Nationen befasste sich die Herbsttagung in diesem

Jahr voll und ganz mit dem Klimaschutz. „Wir

müssen das Problem angehen, und zwar sofort“,

erklärte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon. In ungewöhnlich

deutlichen Worten forderte der UNO-

Generalsekretär die 192 Mitgliedsstaaten der Weltorganisation

auf, „die Ursachen des globalen Klimawandels

gemeinsam zu bekämpfen“. Er hege

„tiefste Befürchtungen, dass das, was wir bislang

tun, bei weitem nicht ausreicht“. c NICK REIMER

SEITE 10 NATURFREUNDiN 4-2007


INTERVIEW

„Ich erlaube mir nicht zu verzweifeln“

Die deutsche Chef-Unterhändlerin will in Bali auf’s Tempo drücken

2 NATURFREUNDiN: Bonn, Wien, New York,

Berlin – vor der am 3. Dezember auf Bali beginnenden

Weltklimakonferenz gab es eine ganze

Reihe von Vorbereitungskonferenzen. Was ist

heraus gekommen?

Nicole Wilke: Ziel der Vorbereitungskonferenzen

ist es, auszuloten, wozu die einzelnen Staaten in

den Verhandlungen bereit sind. Die EU möchte

in Bali den Beginn umfassender Verhandlungen

über ein Klimaschutzregime für die Zeit nach

2012 beschließen, die „Bali Roadmap“. In ihr

sollen die Inhalte und der Zeitplan für die Verhandlungen

festgelegt werden. Bis 2009 wollen

wir die Verhandlungen abschließen, damit es

keine Lücke nach der ersten Verpflichtungsperiode

des Kyoto-Protokolls gibt. Die Vorbereitungstreffen

haben zweierlei gebracht: Einmal eine relativ

offene Aussprache darüber, wie der bisher

noch nicht formelle Prozess – nämlich der Dialog

aller Staaten über ihre Beiträge zu einem künftigen

Klimaschutzregime – weitergeführt werden

kann. Und da gab es im Vorfeld von Bali eine

Vielzahl von durchaus positiven Signalen aus einer

Reihe von Ländern: Sie können sich vorstellen,

den Dialog in formelle Verhandlungen zu

überführen. Und zweitens gibt es Signale, dass

es in Bali möglich sein wird, Größenordnungen

von Reduktionsverpflichtungen der Industrieländer

im künftigen Klimaregime zu beschließen.

2 Auch der 4. Bericht des Weltklimarates hat

gerade ein dramatisches Bild vom Klimawandel

aufgezeigt. Und sie reden über „Dialog“, „formelle

Verhandlungen“ und „positive Signale“ ...

... ich bin Klimadiplomatin.

2 Wir sind hier aber nicht auf diplomatischem

Parkett!

Es ist nicht leicht, das, was auf den Konferenzen

verhandelt wird, in eine für alle Menschen

verständliche Sprache zu übersetzen. Und es ist

enorm schwierig, zwischen dem Sachstand der

Wissenschaft und dem, was die Verhandlungen

tatsächlich leisten müßten, eine Brücke zu schlagen.

2 Woran liegt das?

Einerseits daran, dass eine Vielzahl unterschiedlicher

Länder mit einer Vielzahl unterschiedlicher

Interessen verhandelt. Andererseits liegt es

an der Angst: Etliche Länder fürchten, sich heute

auf politische Dinge einzulassen, deren Zukunfts-

folgen sie nicht abschätzen können. Besonders

Entwicklungsländer fürchten, dass ihnen Wachstums-

und Entwicklungsmöglichkeiten verbaut

werden könnten und Industrieländer sorgen sich

um die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Industrie.

Statt über Entwicklungschancen einerseits und

effektive Klimaschutzmaßnahmen andererseits

nachzudenken, beobachte ich immer wieder die

Position: Ist schon dramatisch, was uns die Wissenschaft

zur Zukunft des globalen Weltklimas

sagt, aber mein Land trifft es ja vielleicht doch

nicht ganz so hart, wie es prognostiziert wird.

2 Wie oft verzweifeln Sie?

Ich erlaube mir nicht zu verzweifeln. Würde ich

verzweifeln, könnte ich meine Arbeit nicht mehr

tun. Klimadiplomatie ist das stete Bohren dicker

Bretter. Dafür braucht man einen langen Atem.

2 Immerhin verzweifeln die Menschen, die

endlich Taten statt undurchschaubarer Verhandlungen

sehen wollen. Spüren Sie das?

Sicher! Und ich kann voll verstehen, dass die

Leute wollen, dass es sehr viel schneller geht.

Natürlich setze ich mich dafür ein, dass die Verhandlungen

beschleunigt werden. Nur leider

kann ich das Tempo der anderen Verhandlungspartner

nicht bestimmen.

2 Als oberste Klimadiplomatin Deutschlands

müssen Sie sich in den Verhandlungen immer

auch daran messen lassen, welche Erfolge die

Bundesrepublik zu Hause verbucht. 1991 hatte

der Deutsche Bundestag beschlossen, dass die

alten Bundesländer ihren Ausstoß von Kohlen-

I 14 Tage lang wird Nicole Wilke in den

Konferenzsälen schwitzen.

THEMA

Zur Person

NICOLE WILKE, 43, ist Referatsleiterin

im Bundesumweltministerium

und deutsche Chef-Unterhändlerin

in internationalen Klimafragen. Sie

steht der bis zu 50-köpfigen deutschen

Delegation vor.

dioxid bis 2005 um 25 Prozent senken werden.

Geschafft haben die alten Länder gerade

einmal 5 Prozent. Wird Ihnen so etwas vorgehalten?

Selbstverständlich! Gerade Saudi-Arabien misst

uns immer wieder an unseren tatsächlichen

Ergebnissen. Völkerrechtlich verbindlich hat

Deutschland eine Minderung um 21 Prozent bis

2012 gegenüber 1990 zugesagt. Deutschland und

die EU können ihre Klimaziele 2012 noch erreichen,

sie müssen sich aber weiter erheblich anstrengen.

Ich bin deshalb sehr froh, dass die

Bundesregierung in Meseberg ein Klima-Gesetzes-Paket

beschlossen hat: Damit haben wir die

Instrumente, die Ziele, die wir bis 2012 formuliert

haben, auch zu erreichen.

2 Was war der glücklichste Moment in den

letzten 12 Monaten der Klimadiplomatin Nicole

Wilke?

Als der Umweltrat der EU das Ziel beschlossen

hat, 30 Prozent Kohlendioxid bis 2020 gegenüber

1990 einzusparen. Ich habe das Paket

selbst mit vorbereitet und entsprechend gezittert

und gebangt. Als der Beschluss durch war, lag

ich mit meinen Kollegen jubelnd in den Armen.

Zwei Tage später hab ich auf einer Rats-Arbeitstagung

allen sogar Sekt ausgegeben.

2 Jetzt geht es also zur Weltklimakonferenz nach

Bali: Worauf freuen Sie sich am meisten in Bali?

Schwierige Frage!

2 Anders gefragt: Wovor haben Sie am

meisten Angst?

Vor dem Klima! 100 Prozent Luftfeuchtigkeit und

30 Grad Celsius sind für mich nicht wirklich attraktiv.

c INTERVIEW NICK REIMER

4-2007 NATURFREUNDiN SEITE 11


INTERVIEW

THEMA

Winterfrische statt Skipiste?

Der Generalsekretär der Naturfreunde Internationale über die Zukunft des Skisports

bKlimaforscher haben festgestellt, dass die Zahl der Tage mit einer festen Schneedecke auch

in den Gebirgen zurückgeht. Wie können NaturFreunde damit umgehen? Die NATURFREUNDiN hat

dazu den Umwelt- und Tourismusexperten Christian Baumgartner gefragt:

2 NATURFREUNDiN: Wie sehen die Prognosen

der Klimaforscher für die Wintersportler in den

nächsten 20 Jahren aus?

Christian Baumgartner: Bei allen Unsicherheiten

von Prognosen für längere Zeiträume sind sich

die Klimaforscher einig: Die Häufigkeit extrem

Schnee armer Winter wie 2006/2007 wird deutlich

zunehmen. Und die Durchschnittstemperaturen

werden in den Alpen in den nächsten 20 bis

50 Jahren um bis zu vier Grad ansteigen. Das bedeutet,

dass es in Regionen unter 1.200 Metern

sehr bald kaum noch Skibetrieb geben wird.

2 Soll man mit Schneekanonen oder der Erschließung

höherer Bergregionen gegenhalten?

Schon im letzten Jahrzehnt gab es auf immer

Zur Person

Christian Baumgartner (40) ist international

anerkannter Experte für Nachhaltigen

Tourismus und seit 2005 Generalsekretär

der Naturfreunde Internationale

(NFI). Seine nationalen und internationalen

Aufgaben stehen auf:

www.nfi.at.

mehr Pisten Vollbeschneiung durch Schneekanonen.

Heute denken 80 Prozent aller Ski-Gebiets-

Manager unter 1.000 Metern an den Bau oder

die Erweiterung solcher Anlagen, obwohl man

weiß, dass für Kunstschnee Temperaturen von

unter minus vier Grad Celsius notwendig sind,

in warmen Wintern wie dem letzten nützen sie

also nichts. Von den Energiekosten und ökologischen

Folgen für alpine Fließgewässer gar nicht

zu reden. Die Option der Zugabe von künstlichen

Kristallisationskeimen, abgetöteten Bakterienkulturen,

ist in den meisten Alpenstaaten verboten und

hat auch nicht abschätzbare ökologische Auswirkungen,

vor allem für das Grund- und Trinkwasser.

Neue Vakuumanlagen, die unter hohem Druck

auch bei Plus-Temperaturen Kunstschnee erzeugen,

sind so groß wie ein kleines Haus, brauchen

viel Energie und machen einen Höllenlärm.

2 Worldcup-Rennen mit Kunstschnee am

Rhein, oder Ski-Hallen in der Lüneburger Heide:

Ist das vielleicht der Ausweg für den Wintersport?

Schnee für den Weltcup aus der Eisfabrik oder

tiefgekühlte Ski-Hallen, das alles ist enorm energieintensiv

und führt zu der perversen Situation,

dass wir die Auswirkungen des Klimawandels

mit Mitteln bekämpfen, die ihn noch verstärken.

2 Die NaturFreunde sind ein Sportverband,

aber auch ein Naturschutzverband. Wie lässt

sich der Widerspruch auflösen, dass bei der

Ausübung eines Natursports die Natur geschädigt

werden könnte?

Die NaturFreunde sind auch ein Tourismus-Verband

und für den Wintertourismus gibt es nicht

nur Schnee gebundene Sportarten. Ich glaube,

dass wir weg müssen von einer Denkblockade,

die uns bei Winter automatisch nur an Skifahren

denken lässt. Es geht im Natursport immer

um eine Balance. Naturschutz wird immer wieder

mal regionale oder zeitliche Einschränkungen

erzwingen. Die positiven Effekte des Natursports

aber bleiben: Gesundheit und Krankheitsprävention

ebenso wie Umweltbildung und ganz

einfach das persönliche Erleben von Landschaft

und Natur. Natürlich müssen auch die SportlerInnen

der NaturFreunde alles tun, um den Klimawandel

zu begrenzen – Energiesparen, öffentlicher

Verkehr statt Auto, etc..

2 Wie bereiten sich die Tourismusorte darauf vor?

Die Einstellung der Touristiker hat sich gewandelt:

Die Tatsache des Klimawandels wird nicht

mehr bestritten. Aber die meisten Regionen trauen

sich nicht, die ersten Schritte zu tun. Durch

den Klimawandel wird wahrscheinlich die heutige

Vor- und Nachsaison interessanter. Vor allem

aber werden viele Urlauber, die gern im Sommer

in den Süden gefahren sind, wegen der zunehmenden

Hitze auf den Nahbereich oder auf

die Alpen umsteigen. Und es gibt neue Angebote

im Winter: Kulturelle Angebote zum Beispiel im

Schnee armen Dezember spielen eine größere

Rolle. Oder auch Schneeschuhwandern, das in

einigen Regionen neue Arbeitsplätze für Guides

im Winter schafft. Und gibt es keinen Schnee,

kann man stattdessen Winterwandern.

2 Was müssten die Sportler bei den Natur-

Freunden tun, um möglichst auch in Zukunft

ihren Sport in natürlicher Umgebung mit Naturschnee

ausüben zu können?

Realistisch ist, dass es in vielen heutigen Wintersportregionen

in einigen Jahren keinen Skilauf

mehr geben wird. Viele Konsumenten haben

sich bereits darauf eingestellt: Es gibt eine

ganze Reihe von Alpin-Skiorten, wo über 50 Prozent

der heutigen Wintergäste nicht mehr auf

die Piste gehen. Die kommen wegen der Gastfreundschaft,

kulinarischer Genüsse und wegen

der guten Winterluft – Winterfrische ist das neue

Schlagwort dafür.c INTERVIEW ECKART KUHLWEIN

Wie könnte ein Winterurlaub 2020 aussehen?

Die Bundesfachgruppe Schneesport ruft auf Seite 17 zu einem

Ideenwettbewerb auf.

SEITE 12 NATURFREUNDiN 4-2007


SOZIALSTAAT

Die Kehrseite der Entstaatlichung

Nur ein handlungsfähiger Staat kann für soziale Gerechtigkeit sorgen

bBeinahe zwei Jahrzehnte lang haben die

Propagandisten des Neoliberalismus weisgemacht,

dass alles besser funktionieren kann. Einzige

Voraussetzung: Der Staat muss sich aus allem

raushalten. Die Wirtschaft nämlich – so die

Propagandisten – kann alles sehr viel effizienter.

Und für sie ist effizienter gleich besser. Privatisierung,

Deregulierung und Entbürokratisierung

hieß die Zaubersaat – ewiges Wachstum, Vollbeschäftigung

und Wohlstand für alle die reiche

Ernte.

Das Ergebnis dieser Doktrin sieht heute in

Deutschland so aus: Hunderttausendfache Langzeitarbeitslosigkeit,

ein Zwei-Klassen-System im

Gesundheitswesen, fehlende Ausbildungs- und

Studienplätze, Preissteigerungen für Strom, Wasser,

Gas, zunehmende Umweltzerstörung, eine

Ökonomisierung des gesamten gesellschaftlichen

Lebens, neue Armut vor allem bei Kindern. Und

das in einem der reichsten Länder der Welt.

Es ist an der Zeit, dem Staat als Organisation

der Gesellschaft seine Bedeutung wiederzugeben.

Die Gewerkschaft ver.di und der Beamtenbund

haben deshalb jetzt eine „Initiative Öffentliche

Dienste“ gestartet, mit der die Leistungen

staatlicher Einrichtungen auf allen Ebenen stärker

betont werden sollen. Die Initiative stellt

sich gegen anhaltende Haushaltskürzungen, Privatisierungen

und Stellenabbau. Und sie macht

gleichzeitig deutlich, wie vielfältig die Leistungen

sind, die von den etwa fünf Millionen Staatsdienern

erbracht werden – von der Polizei über die

Umweltverwaltung bis hin zu Kindertagesstätten,

Schulen und Hochschulen.

Reiche können sich schwachen Staat leisten

Im neuen SPD-Grundsatzprogramm findet sich

der Satz, dass nur die Reichen sich einen schwachen

Staat leisten können. Am lautesten haben

doch diejenigen nach Entstaatlichung gerufen,

die sich dank ihrer finanziellen Lage selbst

helfen können – sei es mit privaten Eliteschulen

oder -universitäten für die Kinder oder dem

teuren Flugticket in die letzten naturbelassenen

Räume der Erde.

Die Kehrseite der Entstaatlichung ist der Verlust

an politischen Gestaltungsmöglichkeiten.

Demokratisch gewählte VertreterInnen in Bund,

Ländern und den Kommunen sind vielfach nicht

mehr in der Lage, die Lebensbedingungen der

Menschen zu beeinflussen: Die dafür notwendigen

Entscheidungen sind in „einen Markt“ verlagert

worden, in dem nur noch die Zahlungsfähigkeit

der Kunden eine Rolle spielt. Das zerstört

nicht nur den Sozialstaat. Das zerstört auch

das Vertrauen in die Politik. Wenn Kommunalpolitiker

keinen Zugriff auf Wohnungen für sozial

Schwache mehr haben, wenn die Wasser- und

In den letzten Jahren wurden über 10.000

Stellen in der Jugendarbeit gestrichen.

Ein Viertel der Jugend- und Freizeitangebote

sind weggefallen!

ÖFFENTLICHE DIENSTE SIND MEHRWERT

I Jugendarbeit hat keinen „Marktwert“.

Abwasserpreise von multinationalen Konzernen

diktiert werden, wenn der öffentliche Personennahverkehr

nur noch über ein Callcenter erreichbar

ist, stirbt die kommunale Selbstverwaltung.

Und damit die wichtigste Ebene der Demokratie.

Viele der Privatisierungen hatten auch mit

der Finanznot der öffentlichen Hände zu tun. Als

das Stadtsäckel vor Leere klaffte, wurde eben

mal das Tafelsilber verscherbelt. Der gewollte

und von den Neoliberalen unterstützte Rückzug

des Staates seit der Ära Helmut Kohl äußerte

sich auch in Steuersenkungen – vor allem für

die Besserverdienenden.

Nicht nur die sächsische Landeshauptstadt

Dresden entledigte sich angesichts klammer Kassen

ihrer Schulden durch den spektakulären Ver-

THEMA

kauf von 48.000 Wohnungen an amerikanische

Immobilienhaie. Andere haben es mit Stadtwerken,

Wasserwerken, Verkehrsgesellschaften,

Müllverbrennungsanlagen den Dresdnern gleich

getan. Gesunken sind Mieten, Strom oder Abwasserpreise

nie. Das Gegenteil war der Fall.

Schlechte Löhne sind eine billige Ideologie

Die Ideologie, die dahinter steckte, war eindeutig:

Die private Wirtschaft könne angeblich alles

besser, effizienter und billiger. Billiger wurden

Leistungen jedoch nur durch die Flucht der neuen

Herren in schlechtere Tarife für die Beschäftigten.

Besser wurde die Versorgung selten, wie

der Aufstand des Personals in den privatisierten

Hamburger Krankenhäusern zeigt.

An manchen Orten zieht jetzt wieder Vernunft

ein. Vor allem dann, wenn schlecht bezahlte

Mitarbeiter privater Unternehmen die öffentli-

Der Staat zieht sich aus seiner Verantwortung zurück.

Massiver Stellenabbau, drastische Haushaltskürzungen und Privatisierungswahn

in den öffentlichen Diensten treffen alle Bürgerinnen und Bürger:

Bildung, Betreuung, Gesundheit, Pfl ege, Kultur, Sicherheit, Wasser,

Müllabfuhr, Nahverkehr...

Unterstützen Sie uns! Senden Sie Ihre Protest-SMS an: 72626

SMS-Text: Genug Gespart, Vorname, Nachname, Wohnort

Normale SMS-Gebühr · Keine Weitergabe · Veröffentlichung ohne Telefonnummer auf www.GenugGespart.de

Initiative Öffentliche Dienste

chen Kassen in Anspruch nehmen müssen, um

ihren Lebensunterhalt zu sichern. Und wenn die

Qualität der scheinbar billigeren privaten Dienstleistungen

zu wünschen übrig lässt.

Die NaturFreunde sind eine Nicht-Regierungs-

Organisation. Hier arbeiten Bürgerinnen und

Bürger außerhalb der staatlichen Strukturen.

Aber die NaturFreunde wissen, dass der Staat

als Garant für die Daseinsvorsorge, vor allem im

Interesse der Schwächeren in der Gesellschaft,

wieder handlungsfähig werden muss. Deshalb

wird die Initiative der Gewerkschaften unterstützt.

Die NaturFreunde wissen, was sie an den

öffentlichen Gütern und am öffentlichen Dienst

haben.c ECKART KUHLWEIN

4-2007 NATURFREUNDiN SEITE 13


THEMA

FLUSSLANDSCHAFTEN

Von der Schwarza zur Nette

Großes Programm in der Vulkaneifel geplant

bMit einer Abschlusstagung in Bad Blankenburg

in Thüringen haben NaturFreunde und

Deutscher Anglerverband (DAV) noch einmal

die „Flusslandschaft des Jahres 2006-2007“, die

Schwarza in Thüringen gewürdigt. Im nächsten

Jahr geht es an die Nette in Rheinland-Pfalz, einen

linken Nebenfluss des Rheins. Am 22. März

wird im Vulkanpark-Infozentrum der Osteifel die

feierliche Proklamation stattfinden. Die Nette

wird nach der sächsischen Gottleuba, der bayerischen

Ilz, der Havel und der Schwarza die fünfte

Flusslandschaft des Jahres sein.

Die thüringer NaturFreunde haben sich an

der Schwarza mit großem Eifer an die Arbeit gemacht.

Sie haben sich vor allem um neue Ziel-

I Thüringens Naturfreundejugend baut den

„Sinnespark“ an der Schwarza.

I Nicht ganz konfliktfrei: Die Nette-Mündung wird renaturiert.

gruppen – Jugendliche und Familien mit Kindern,

Großeltern mit Enkeln – gekümmert und

einen Erlebniswanderweg als gemeinsame Aktivität

für die ganze Familie angelegt. In einem

„Sinnespark“ sind besondere Zugänge zur Natur

geschaffen worden: Durch Hören, Sehen, Fühlen,

Riechen, Bewegung und Wasser wird die Natur

ganzheitlich erfahrbar gemacht.

Darüber hinaus hat die Naturfreundejugend

Thüringen an der Schwarza ihr 15jähriges Bestehen

gefeiert, die Ortsgruppen haben dort monatlich

geführte öffentliche Wanderungen angeboten

und die Bundesfachgruppe Wandern hat

2007 bundesweit mit den Bundeswandertagen

für die Schwarza geworben.

Der Fluss Nette kommt aus dem Gebiet der

Hohen Acht in der Nähe des Nürburgrings in

der Eifel und hat sich im Laufe der Geschichte

durch Schiefer- und Vulkangestein seinen Weg

gebahnt. Steine und ihr Abbau prägen heute immer

noch die Landschaft. Sehenswert sind vor

allem der Vulkanpark mit seinem neuen Vulkanmuseum

in Mendig und den unterirdischen Basaltkellern,

das römische Tuffbergwerk in Kretz

und das Vulkanpark-Infozentrum an der Rauschermühle

bei Plaidt/Saffig.

Der Gesteinsabbau wurde in der Vergangenheit

oft mit Landschaftszerstörung gleichgesetzt.

Heute sind von Menschenhand geschaffene Biotope

unter Schutz gestellt, so zum Beispiel das

bundesweit bedeutende Fledermausquartier im

Mayener Grubenfeld, oder werden als Geotope

und „Fenster ins Innere der Erde“ bezeichnet.

Zahlreiche Gebiete entlang der Nette sind FFH-

Gebiete, seltene Tier- und Pflanzenarten kommen

dort vor, die es zu schützen gilt.

Eine Initiative, aus der Integrierten Umweltberatung

einen kreisübergreifenden Naturpark

Vulkaneifel zu schaffen, ist noch nicht komplett

verwirklicht worden. Die Umwandlung des

Flussentwicklungsprogramms von 2005 hingegen

macht große Fortschritte. Als die Natur-

Freunde Amt Bergpflege Kettig im Rahmen der

Naturfreunde Internationale-Kampagne „Blaue

Flüsse für Europa“ ihr Rheinforum auf dem Passagierschiff

Carmen Sylva organisierten, war die

Umgestaltung zahlreicher Wehre an der Nette

erst geplant. Inzwischen sind etliche Wehre bereits

umgestaltet.

Die Auswahl der Nette als Flusslandschaft

hat in der Region viel Zuspruch gefunden. Die

Öffentlichkeit wurde bereits durch eine intensive

Presse- und Medienarbeit eingestimmt. Neben

den auf zentraler Ebene geplanten Aktivitäten

von NaturFreunden und DAV wurde auf Initiative

der NaturFreunde ein regionaler, ehrenamtlicher

Beirat für die Flusslandschaft Nette gebildet. Die

Mitglieder des Beirats sollen sich als Botschafter

für die Nette verstehen.

Und es gibt eine Reihe von konkreten Plänen:

Ein Schiefersteig steht vor der Eröffnung, Kunst

und Kultur werden eine Rolle spielen, ein Wettbewerb

für Fotografen und Maler wird ausgeschrieben.

Zusammen mit der UNESCO-Schule

Bernardshof in Mayen wird an pädagogischen

Erschließungen zum Thema Nette gearbeitet.

Des übergreifenden Themas Gewässer, Flora

und Fauna nimmt sich die ARGE-Nette an. Am

Pfingstmontag 2008 wird es ein Mühlenfest an

der Korbsmühle geben. Im März 2009 soll im

Quellgebiet ein Erinnerungsstein an die Flusslandschaft

des Jahres aufgestellt werden. Im

Sommer 2009 soll dann auf den Rheinwiesen

an der Nettemündung ein Open-Air-Konzert für

die Nette folgen.

Wie schrieb der 1852 verstorbene Geowissenschaftler

Leopold von Buch aus Stolpe in Brandenburg:

„Die Eyffel hat ihresgleichen nicht in

der Welt.“ Das und die Flusslandschaft Nette

sollte in den nächsten zwei Jahren vielen Natur-

Freunden eine Reise wert sein.c

ELMAR HILLESHEIM/ECKART KUHLWEIN

SEITE 14 NATURFREUNDiN 4-2007


NATURSCHUTZ

Trittsteine für die Spanische Flagge

Das System der europaweiten Naturreservate Natura 2000

bWer sie kennt, hat oft nur eine vage oder

sogar falsche Vorstellung von ihnen. Verantwortliche,

deutsche Länderregierungen etwa, ließen

sie links liegen und alle Meldefristen verstreichen,

bis sie der Europäische Gerichtshof verurteilte.

Gemeinden fürchten, dass sie ihre Entwicklungsfreiheit

beschneiden und Landwirte

sorgen sich um ihre Betriebe und die Zukunft.

Und den Dresdnern hat die Verantwortung für

eine winzige Fledermaus namens Kleine Hufeisennase

plötzlich den Bau der geplanten Waldschlösschenbrücke

gestoppt – ohne dass schon

so ganz klar ist, ob das der Mehrheit dort eher

recht oder unrecht ist.

Die Rede ist von Natura 2000, dem großen

Netz europäischer Naturschutzreservate, 1992

von der EU-Kommission in der so genannten

Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) festgeschrieben.

Die Europäische Gemeinschaft setzte damit

im Wesentlichen die Berner Konvention von 1979

um, ein Übereinkommen über die Erhaltung der

europäischen wild lebenden Pflanzen und Tiere

und ihrer natürlichen Lebensräume, dem bisher

insgesamt 45 Staaten beigetreten sind.

Im Unterschied zu deutschen Naturschutzgebieten,

die es auch weiterhin geben wird, beinhalten

die Natura-2000-Richtlinien kein Veränderungsverbot.

Auf den gemeldeten Flächen soll

der günstige Erhaltungszustand, der für die Auswahl

als Natura-2000-Gebiet maßgeblich war,

dauerhaft gesichert bleiben. Eine Änderung bestehender

Nutzung ist dennoch erlaubt, sofern

sie sich nicht erheblich nachteilig auf die schützenswerten

Pflanzen, Tiere und Lebensräume

auswirkt. Flora, Fauna, Habitat (Lebensraum)

– sie sind die entscheidenden Kriterien, die ein

Gebiet zu Natura 2000 gehören lassen und zugleich

die Namensgeber der Richtlinie.

Die EU-Kommission hat tatsächlich nicht Gebiete

zu schützenswerten erklärt, sondern vielmehr

Lebensraumtypen und Lebewesen. Bestimmte

Waldgesellschaften, Moore, stehende

und fließende Gewässer und Wiesen ebenso wie

Schmetterlinge, Fische, Libellen, Käfer und Säugetiere,

dazu Büsche, Pilze und Blumen. Durch

den europäischen Blick entstehen gelegentlich

Schutzgebiete, die in ihrer Region eher alltäglich

scheinen. Der Lebensraumtyp Hainsimsen-

Buchenwald etwa bietet zahlreichen Pilz- und

1.400 Käferarten an altem und totem Holz eine

Heimat. Im Odenwald, im Spessart, in der Südrhön,

im Bayerischen Wald und im Fränkischen

prägen diese Wälder in großem Maße die Landschaft.

In Europa insgesamt hingegen sind sie

einzigartig und deshalb schützenswürdig.

Allein das Vorkommen der in den Richtlinien

festgelegten wichtigen Arten macht ein Gebiet

zum Schutzgebiet, eine förmliche Ausweisung

ist nicht mehr nötig. Wohl aber eine Bewertung

durch die Länderbehörden sowie die Meldung

der Gebiete nach Brüssel. 2004 und 2005

schließlich, nach der scharfen Rüge der Kommission,

unternahmen die Bundesländer deutlichere

Anstrengungen, um FFH-Gebiete zu melden.

Das Netzwerk der deutschen Natura-2000-Regionen

umfasst inzwischen etwa 14 Prozent der

NATURFREUNDE-NATURA-TRAILS

Durch die Natura trailen

THEMA

I Die Spanische Flagge ist eigentlich ein recht

unscheinbarer Schmetterling, gleichwohl

gehört sie zu den Arten, für deren Erhaltung

die EU besondere Schutzgebiete ausweist.

Man findet sie im Odenwald an leicht verwil -

derten Waldwegen mit Hochstaudenfluren

und besonders gern am Wasserdost, der ihre

Leibspeise ist.

terrestrischen Fläche Deutschlands und 41 Prozent

der marinen Fläche, zu der auch das Wattenmeer

und der Bodensee gehören. Die etwa

4.600 ausgewiesenen Gebiete verteilen sich auf

die drei biogeografischen Regionen „alpin“, „atlantisch“

und „kontinental“. EU-weit waren bis

2006 etwa 25.000 FFH- und Vogelschutzgebiete

gemeldet.

Für diese Gebiete, immerhin ein Fünftel der

gesamten Landfläche der Europäischen Union,

müssen die Länder Pflege- und Entwicklungspläne

erstellen und regelmäßig an die europäischen

Gremien berichten. Die hohe Zahl der Gebiete

wird, so erhofft es die Europäische Kommission,

europaweit ein so dichtes Netz von Naturreservaten

schaffen, dass sie es Tieren und Pflanzen

im Sinne von Trittsteinen ermöglichen, in Europa

zu wandern und sich zu verbreiten.c

SIGRID FRANK-ESSLINGER

Weitere Infomationen

NaturFreunde Internationale · www.nfi.at

Bundesamt für Naturschutz · www.bfn.de

Die internationale Organisation der NaturFreunde passt gut zu den Natura-2000-Gebieten.

Die Kampagne Natura Trails weist Wander- und Radwege durch Schutzgebiete mit hoher

biologischer Vielfalt aus, die für eine sanfte Erholungsnutzung besonders geeignet sind.

Sie werden dokumentiert, beschrieben und in Broschüren und auf Internetseiten präsentiert.

Die NaturFreunde Stormarn haben eine ausführliche Anleitung veröffentlicht, wie das geht

(NATURFREUNDiN 3/2007), nachdem sie selbst eine Broschüre mit Natura Trails zu Schleswig-Holsteinischen

Naturschätzen gestaltet hatten. Ähnliche Initiativen gibt es in Brandenburg,

Württemberg, im Rhein- sowie Saarland und in Baden, wo der NaturFreunde-Landesverband

mit Hilfe der Stiftung Naturschutzfond im Odenwald Wanderrouten durch Natura-2000-Gebiete

und von Naturfreundehaus zu Naturfreundehaus beschreibt.c SIGRID FRANK-ESSLINGER

4-2007 NATURFREUNDiN SEITE 15


NATURFREUNDE AKTIV

Aus- und

Sportbildung

Bundesseniorensportfest

in Zinnowitz

Vom 8.-15. März 2008 findet im Ostseebad

Zinnowitz das 13. Bundesseniorensportfest

statt. Aktive Senioren mit und ohne Behinderung

sind willkommen. Ausrichter ist

der Deutsche Behindertensportverband e.V.

(DBS), der alle zwei Jahre diese breitensportliche

Veranstaltung mit durchschnittlich

750 Teilnehmern organisiert. Gesundheitliche

und kulturelle Zusatzprogramme

bieten die schöne Gelegenheit, Sport und

Urlaub am Ostseestrand miteinander zu

verbinden. c DBS

Weitere Informationen

www.dbs-npc.de · (0203) 71 74 -188

Aufstockung des

Bundeslehrteams Schneesport

Vom 19.-23.10.2007 fand am Stubaier Gletscher

die diesjährige Bundeslehrteamschulung

der Bundesfachgruppe Schneesport

statt. Dabei wurde nach zweijähriger Schulung

und Hospitation bei Ausbildungen

das Nachwuchsteam Ski Alpin in das Bundeslehrteam

aufgenommen. Wir gratulieren

Nicole Beppler, Hanni Bischoff, Simon

Vogt, Stefan Trometer, Jürgen Blank und

Peter Mittermeier. Auch im Bereich Snowboard

gibt es zwei neue Gesichter. Marco

Scarpa und Andreas Kapser wurden am

Ende der Schulung in das Bundeslehrteam

der Bundesfachgruppe der NaturFreunde

Deutschlands berufen. Mit diesen Neuaufnahmen

ist es gelungen, junge und engagierte

Menschen für eine zukunftsorientierte

Fachgruppenarbeit zu gewinnen. c

BERND ZEITZEN

Zusätzliche Schneesporttermine

1. Für ambitionierte Schneesportler

Allen Alpinskifahrern mit einer Oberstufe/Instructorausbildung,

die vom

26.-30.3.2008 am Schneesportlehrerlehrgang

teilnehmen möchten, bietet

die Bundesfachgruppe Schneesport einen

Trainingslehrgang Snowboard vom

14.-16.12.2007 an. Inhalt dieses Lehrgangs

ist die Verbesserung des persönlichen

Fahrkönnens. Jeder Teilnehmer weiß am

Ende, in welchen Bereichen er noch trainieren

muss.

2. Für Skischulleiter

Die Bundesfachgruppe Schneesport lädt alle

interessierten Skischulleiter und Funk-

tionsträger aus den Ortsgruppen zum Seminar

nach Hohenwart bei Pforzheim ein.

Folgende Themen stehen auf der Tagesordnung:

Erfahrungsaustausch der Skischulen,

wie gehen die NaturFreunde mit älteren

Teilnehmern (50+) um/auf sie ein? Wie

können wir die Jugend in die Skischulen

bringen? c BERND ZEITZEN

Informationen und Anmeldung

www.schneesportteam.de

GPS-Navigation beim

Bergsteigen

GPS-Navigation ist Trend und bietet sogar

beim Bergsteigen einen Mehrwert. Ein großer

Vorteil ist der zusätzliche Sicherheitsgewinn,

den alle Führer zu schätzen wissen,

die gut mit der Technik umgehen können.

Denn GPS-Empfänger bieten große Vorteile

beim Orientieren im weglosen Gelände. Etwa

im Hochtourenbereich oder bei Nebel.

Bevor man sich beim Bergsteigen mit der

Orientierung mittels GPS-Gerät befasst, sollte

man eine solide Grundausbildung mit

Karte, Kompass und Höhenmesser erfahren

haben. Sie ist eine unabdingbare Grundvoraussetzung

für die Anwendung von GPS-Geräten.

Denn Vorsicht: Die Batterien halten

je nach Gerät nur 12-24 Stunden. Bei Kälte

deutlich weniger. In tiefen Tälern oder im

dichten Wald wird die Navigation ungenau

oder gar unmöglich. Um Technik und Funktionen

eines GPS-Empfängers richtig zu beherrschen,

muss man sich mit den Geräten

auseinandersetzen. GPS-Navigation ist

seit Jahren Bestandteil der Orientierungsausbildung

bei den Fachübungsleitern der

Fachgruppe Bergsteigen. Die nächste GPS-

Schulung des Bundeslehrteams Bergsteigen

findet bei der Variantenführerausbildung

vom 18.–20. Januar im bayerischen Grainau

statt.c GUNTER LEICHT

Lern-CD klärt über

Lawinengefahr auf

Damit Freizeitsportler unfallfrei unterwegs

sind, sollten sie gut ausgebildet sein,

sportspezifische Risiken kennen und über

ausreichend Fitness verfügen. Das gilt erst

recht für Freerider oder Tourenfahrer. Einer

Schweizer Statistik zu Folge kommt von allen

Wintersportlern, die in einen Lawinenunfall

verwickelt werden, jeder fünfte ums

Leben. Der TÜV SÜD unterstützt das Projekt

„white risk“. Eine Lern-CD vermittelt

das komplexe Thema Lawinenkunde auf

einfache und unterhaltsame Art. Gefahrenstufen,

Lawinenarten oder Lawinen bildende

Faktoren können interaktiv gelernt und

in Übungen getestet werden. Auch wird

ausführlich die Tourenplanung mit der Karte

behandelt. Die Lern-CD richtet sich an

Anfänger wie Profis und kostet € 21,52 inkl.

Versand. c TÜV SÜD

Weitere Informationen

www.whiterisk.org

AUS- UND SPORTBILDUNG

Ausbildungstermine

13.–16.12.07 Schnee

Aufbaulehrgang Oberstufe

Alpin + Snowboard

Ort: Stubaital

14.–16.12.20 07 Schnee

Sichtung Snowboard Grundstufe

Ort: Stubaital

12.1.2008 Schnee

Sichtung ÜL-Grundstufe Alpin (F-Lizenz)

Ort: Sudelfeld

18.–20.1.2008 Berge

Variantenführer, Basislehrgang

Ort: Grainau

8.–10.2.2008 & 6.–9.3.2008 Berge

FÜL Sportklettern, Teil I –

künstl. Kletteranlagen

Ort: noch offen

14–17.2.2008 Schnee

Nordic-Lehrgang

Ort: Oberstdorf

22.–24.2.2008 Berge

Variantenführer, Aufbaulehrgang

und Fortbildung

Ort: Ainring, Obertauern

1.3.2008 Schnee

Bayerische NaturFreunde-

Meisterschaften

Ort: Sudelfeld

1.3.2008 Schnee

Württembergische Landesmeisterschaften

Alpin + Snowboard

Ort: Sudelfeld

2.3.2008 Schnee

Deutsche Ski-Meisterschaften

Ort: Sudelfeld

15.–22.3.2008 Berge

Skihochtourenwoche

Ort: offen

21.–29.3.2008 Schnee

Grundstufenprüfung Snowboard

Ort: Stubaital

21.–30.3.2008 Schnee

Prüfungslehrgang Alpin +

Snowboard Oberstufe

Ort: Stubaital

26.–30.3.2008 Schnee

Prüfungslehrgang Schneesportlehrer

Ort: Stubaital

3.–6.4.2008 Berge

Seilgartentrainer, Modul II,

Mobile Seilaufbauten

Ort: Berchtesgaden

11.–13.4.2008 Berge

Outdoor-Medizin

Ort: Norddeutschland

12.–19.4.2008 Berge

FÜL Mountainbike, Grundlehrgang

Ort: Kiefersfelden

18.–20.4.2008 Berge

Nordic Walking, Grundschulung

Ort: noch offen

25.–27.4.2008 Berge

Nordic Walking, Grundschulung

Ort: Norddeutschland

9.–17.5.2008 Wasser

Übungsleiterausbildung Kanu F –

Praxis (oder: 9.–16.8.2008)

Ort: Murg

10.–17.5.2008 Berge

FÜL Sportklettern, Teil II – Mittelgebirge

Ort: Arco

25.5.–1.6.2008 Wandern

Bundeswandertage 2008

Ort: NFH Maria-Rain

30.5.–1.6.2008 Berge

FÜL-Fortbildung Bergwanderleiter/

Wanderleiter/Nordic Walking

Ort: Pfaffenhofen

6.–8.6.2008 Berge

Nordic Walking, Trainerlehrgang

Ort: noch offen

Für Auskunft & Anmeldung zu Qualifikationen der Bundesfachgruppen [Bergsteigen,

Schneesport, Wandern, Wassersport] ist die Bundesgeschäftsstelle der

NaturFreunde in Berlin zuständig: Christina Gohr · (030) 29 77 32 -60

sport@naturfreunde.de · www.naturfreunde-outdoor.de

SEITE 16 NATURFREUNDiN 4-2007


I Konzentrierte Gespräche während des Natursport-Symposiums.

1. FACHGRUPPENVERNETZUNG

Für Sport keine zwei Stunden Zeit

1. Natursport-Symposium überrascht mit aktuellen Trends

bDurchschnittlich 120 Minuten pro Woche

hat der moderne Großstädter für Sportangebote,

inklusive An- und Abfahrt. Länger dauernde Angebote

sind unattraktiv. Oft fällt die Entscheidung für

oder gegen den Sport erst Minuten vorher, alternative

Freizeitangebote gibt es schließlich genug.

Mindestens einen Tag ihrer persönlichen Freizeit

mussten Ende September die über 100 Teilnehmer

für das erste NaturFreunde-Natursport-

Symposiums einplanen. Fachgruppenübergreifend

trafen sich dort Bergsteiger, Schneesportler,

Wanderer und Wassersportler, informierten sich

über Haftungsfragen, Erlebnispädagogik oder aktuelle

Trends im Natursport. Die Teilnehmer lernten

voneinander, dass Wassersportler gerne klettern,

Bergsteiger durch Schluchten schwimmen,

Wanderer an Natura Trails denken und Schneesportler

die internationale NaturFreunde-Vernetzung

vorantreiben.

Mit über 1.500 ehrenamtlichen Sport-Übungsleitern

und 20 qualitativ hervorragenden Ausbildungsgängen

ist der Natursport der NaturFreunde

gut aufgestellt. Jedoch wird er sich den gesellschaftlichen

Veränderungen stellen müssen,

um im Wettbewerb mit anderen Anbietern und

Freizeitangeboten bestehen zu können.

Geänderte Lebensformen fordern eine geänderte

Lebensplanung. Nicht nur im Sport

schwindet die Vereinstreue. Eines der neuen

Zauberworte ist Flexibilität. Alles muss ständig

verfügbar sein. Wie aber können ehrenamtliche

Angebote auf diese Anforderungen eingehen?

Welche Sportarten werden künftig nachgefragt?

Warum werden vermehrt Frauen, ältere Menschen

und ausländische Mitbürger sportlich aktiv

sein? Und ist der NaturFreunde-Sport darauf

vorbereitet?

Das Natursport-Symposium bot eine hervorragende

Plattform, gemeinsam über die Zukunft

des NaturFreunde-Sports zu sprechen. Gute Ideen

wirken nun nachhaltig in den Fachgruppen.

Deren weitere Vernetzung wird zudem Neue hervorbringen.

c SAMUEL LEHMBERG

WEITERBILDUNG

Praxis mit Fernblick

Wanderleiter lernen überraschend viel

bIm Spätsommer lockte eine bundesweit

ausgeschriebene Fortbildung 12 Wanderleiter in

das Naturfreundehaus Eisguste im brandenburgischen

Oderbruch. Zeitgemäße Wanderungen,

Gesundheitsthemen sowie Rechtsfragen bei Erste-Hilfe-Leistungen

standen auf dem Programm.

Klingt trocken, befähigt aber Wanderleiter, im

Gelände schnell auf Herausforderungen reagieren

zu können.

Einen willkommenen Praxisteil organisierten

überraschend die beiden NaturFreunde Bernd

MITMACHEN

NATURFREUNDE AKTIV

Ideen zum Schneesport

der Zukunft gesucht

Mit dem Ski rasante Kurven fahren. Mit

dem Board über einen Kicker springen.

Mit dem Langlaufski die Ruhe des verschneiten

Tales genießen. Das ist für

Schneesportler der Inbegriff von Erholung

im Winter.

Bei den Klimaprognosen, die in immer

genaueren Studien vorgelegt werden,

ist diese Art von Winterurlaub nicht mehr

lange oder nur noch eingeschränkt möglich

(siehe auf Seite 12 „Winterfrische statt

Skipiste?“) Wie könnte also ein Winterurlaub

2020 in den Bergen aussehen?

Die Bundesfachgruppe Schneesport ruft

alle NaturFreunde Deutschlands auf, Vorschläge

einzureichen. Die Ideen werden

in die zukünftigen Übungsleiterausbildungen

fließen, damit weiterhin attraktive Angebote

für alle NaturFreunde organisiert

werden können. c BERND ZEITZEN

STV. BUNDESFACHGRUPPENLEITER SCHNEESPORT

Ideen an: winterurlaub2020@naturfreunde.de

Müller und Nicole Wiede aus der Nachbarstadt

Bad Freienwalde. Als Müllerin und Müller verkleidet,

führten sie die Teilnehmer auf den Pimpinellenberg

im Biosphärenreservat Schorfheide.

Hier sprachen sie voller Liebe über ökologische

und kulturelle Besonderheiten des Oderbruchs.

Fernblick inklusive.

Plötzlich hatten die Wanderleiter überraschend

mehr gelernt, als sie erwartet hatten. Sie

werden wieder kommen.c BERND THIELE

KOORDINATOR BUNDESWANDERTAGE

4-2007 NATURFREUNDiN SEITE 17


NATURFREUNDE AKTIV

GLÜCKWÜNSCHE

Verdient ins Alter

Zwei engagierte NaturFreunde sind 90

bAndreas Lautner ist der Ehrenvorsitzende

der bayerischen NaturFreunde. Und das nicht

ohne Grund. Gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen

prägte er in der Zeit von 1969 bis 1983

die Geschicke des Landesverbandes Bayern und

entschuldete ihn dabei.

Am 14. September hatte Andreas Lautner Geburtstag,

zum 90sten Mal. Ein guter Grund für

zwei langjährige Weggefährten, persönlich und

herzlich zu gratulieren. Günter Mittelstaedt,

stellvertretender Bundesvorsitzender, Landeskassierer

und Ehrenmitglied des Landesverbandes


Bayern und das Ehrenmitglied Herbert Eichhorn

wünschen zum runden Geburtstag im Namen

der NaturFreunde alles erdenklich Gute. Der

Landesvorstand der bayerischen NaturFreunde

bedankt sich bei seinem Ehrenvorsitzenden

für die gute Arbeit und drückt ihm die Daumen,

dass er weiterhin geistig so wach bleibt.

Etwas jünger ist Herbert Niestrath aus Lage.

Genau 13 Tage. Am 27. September feierte er im

Naturfreundehaus am Lageschen Berg seinen

90. Geburtstag. Der Seniorenkreis und die NaturFreunde-Musikgruppe

Ubbedissen feierten

mit. „Das schönste Geburtstagsgeschenk, das

ich mir denken konnte“, freute sich Herbert.

Auch Herbert Niestrath hat sich verdient gemacht.

1980 wurde er für sein gewerkschaftliches

Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz

ausgezeichnet. Herbert Niestrath hat immer

gerne Verantwortung übernommen. Gleich

nach dem zweiten Weltkrieg, den er nur knapp

überlebte, wurde der gelernte Schweißer ein NaturFreund.

Er engagierte sich in der Jugend- und

Fotoarbeit und leitete später die Ortsgruppe.

Auch als ehrenamtlicher Hüttenreferent für den

Teutoburger Wald hat er sich engagiert.

Herbert und Andreas haben viel Energie

und Lebenszeit in die NaturFreunde-Idee investiert.

Das ist nicht selbstverständlich. Und genau

deshalb so wichtig. Vielen Dank und ein herzliches

Berg frei! nach Bayern und Nordrhein-

Westfalen.c HERBERT EICHHORN/GUSTAV GLITT

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Genau so sieht eine Ritterwanze aus!


I Fabian (8) aus Karlsruhe

I Andreas Lautner (links) ist 13 Tage älter als

Herbert Niestrath (rechts).


I Merlin (8) aus Emmendingen I Anna-Sophie (10), Fine (9) und Sarah (9) aus Berlin


SEITE 18 NATURFREUNDiN 4-2007


Liebe Kinder, herzlichen Dank für die vielen Briefe. Das hat echt Spaß gemacht. So viele Ritterwanzen auf einmal. Wie im Frühling. Und die vielen

Lanzen und Schwerter! Ganz toll. Die Gewinnnerpreise sind schon in der Post. Schreibt doch mal, wie sie Euch gefallen haben.


INTERVIEW

Zuhören, um anzukommen

Die Naturfreundejugend fordert das Ortsgruppenstimmrecht für junge Menschen

2 NATURFREUNDiN: Kai Niebert, Sie wurden

auf der 6. Bundeskonferenz der Naturfreundejugend

Deutschlands zum Bundesleiter

gewählt. Wohin geht die Reise der Naturfreundejugend?

Kai Niebert: Wir haben vor einem Jahr im Rahmen

unseres Organisationsentwicklungsprozesses

Naturfreundejugend 2015 damit begonnen,

unsere Ziele und Methoden genauer unter die Lupe

zu nehmen. Dazu haben wir junge Menschen

im Verband befragt, wie sie sich die Welt 2015

wünschen und welchen Platz die Naturfreundejugend

in ihr haben soll. Ein Ergebnis ist: Die Naturfreundejugend

wandert in die Zukunft – und

zwar links! Unsere Mitglieder sind nach wie vor

politisch.

2 Was bedeutet Links für junge Menschen im

Verband?

In ihrem Alltag haben sie ganz konkrete Vorstellungen

von Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität.

Mit dem Begriff Sozialismus wissen sie aber

meist nicht viel anzufangen. Wir werden jungen

Menschen zukünftig noch stärker mit unseren

Angeboten die Möglichkeit geben, ihre Zukunftsvorstellungen

zu formulieren – und umzusetzen!

NATURFREUNDEJUGEND KOMPAKT

Nicht nur für

NaturFreunde bis 27

Die Naturfreundejugend organisiert Angebote für

junge Menschen. Vierteljährlich erscheint ihr Magazin

KidsPower. Aktuelle Publikationen der Naturfreundejugend

auf S. 31.

www.naturfreundejugend.de

www.kidspower.de · www.kindergipfel.de

Umweldetektiv

Umweltdetektive sind aktiv und wachsam. Sie erleben

spannende Umweltabenteuer und sind der

Natur auf der Spur.

Bestelladresse:

Naturfreundejugend Deutschlands

Haus Humboldtstein · 53424 Remagen

Projekt 30 Plus

Wie kannn der Übergang von der Naturfreundejugend

in die NaturFreunde effektiver gestaltet werden?

Welche Angebote wünschen sich junge Familien?

Wer Lust hat, gemeinsam mit anderen »Ü30ern«

diese Fragen zu beantworten, meldet sich bei:

Ansgar Drücker · druecker@naturfreundejugend.de

(02228) 94 15 11

2 Welche Angebote bieten Sie für Kinder und

Jugendliche?

Wir sind stark in vier Bereichen: Politik, Sport,

Umwelt und Reisen. Politisch sind wir mit unseren

Projekten aktiv im Kampf gegen Rechts und

fordern für Kinder und Jugendliche energisch

mehr Rechte ein. Durch Sport in der Natur erleben

wir unsere individuellen Grenzen und wie

stark wir eigentlich in der Gruppe sind. Dann

die Umweltbildung: Mit dem Umweltdetektiv

haben wir ein hochwertiges und aktives Angebot,

das auch für viele Naturfreundehäuser interessant

ist. Im Bereich Reisen setzen wir besonders

auf internationalen Austausch und interkulturelle

Bildung – und vergessen den Spaß dabei

aber nicht.

2 Die Naturfreundejugend organisiert den

nächsten Kindergipfel. Was machen Kinder

dort eigentlich?

Sie üben ganz konkret Demokratie und gestalten

die Gesellschaft mit. Auf dem Kindergipfel diskutieren

junge Menschen gemeinsam mit Politikern

verschiedene Themen. 2008 wird sich vieles

um Artenvielfalt drehen. Die Kinder stellen

jedoch nicht nur Forderungen auf, sondern ge-

NATURFREUNDE AKTIV

ben auch ganz klare Selbstverpflichtungen ab,

damit ihre Welt gerechter und grüner wird.

2 Was wünschen sich junge Menschen vom

Verband?

Kinder und Jugendliche wollen in den Ortsgruppen

und Landesverbänden ernster genommen

werden, das hören wir immer wieder. Ein Beispiel

ist das Stimmrecht auf Ortgruppenveranstaltungen:

Es gibt keinen Grund, wirklich absolut

keinen Grund, dass Menschen erst ab 18 mitstimmen

dürfen. Kinder haben klare Vorstellungen

von der Zukunft. Die müssen wir sie auch innerhalb

der NaturFreundebewegung äußern lassen.

Das Wichtigste ist erstmal zuhören!

2 Welche Herausforderungen sehen Sie im

Verband?

Wir müssen den Übergang von der Naturfreundejugend

zu den NaturFreunden effektiver gestalten,

denn viele Mitglieder gehen uns dabei

verloren. Als ersten Schritt haben wir das Projekt

30 Plus angeschoben. Damit wollen wir denjenigen

eine Heimat innerhalb der NaturFreundebewegung

bieten, die altersmäßig aus der Naturfreundejugend

herausgewachsen sind, aber

noch keine passenden Angebote bei den Natur-

Freunden finden.

2 Kai Niebert, was machen Sie 2015?

Das schöne an den NaturFreunden ist, dass man

in jedem Alter ein passendes Angebot findet! Ich

denke, dass die NaturFreunde sich noch viel bewegen

müssen, wenn sie älter als 150 Jahre werden

wollen. Auch wenn ich 2015 wohl zu alt für

Jugendarbeit bin, freue ich mich auf andere spannende

Baustellen im Verband!c

INTERVIEW SAMUEL LEHMBERG

Zur Person

Kai Niebert (28) ist bereits

in der dritten Generation

NaturFreund, Doktorand der

Biologiedidaktik und seit

Mai 2005 Vorsitzender der

Naturfreundejugend Deutschlands.

Er ist ausgebildeter

Wanderleiter und wanderte

im Sommer von München

nach Venedig.

4-2007 NATURFREUNDiN SEITE 19


NATURFREUNDE AKTIV

KLIMANETZWERK

Warme Füße und kaltes Bier

Klimanetzwerk, quo vadis?

b„Gefragt sind intelligente und pfiffige Lösungen,

die zeigen, dass Klimaschutz auch Spaß machen

kann und man deswegen nicht auf warme

Füße und kaltes Bier verzichten muss“, hieß es

auf dem Bundeskongress der NaturFreunde 2005

in Potsdam. Gemeint war das bis 2006 laufende

Projekt Klimanetzwerk. Es sollte ganz konkret CO 2

in den 470 Naturfreundehäusern und in Privathaushalten

einsparen. Lokale wie regionale Ansätze

existierten bereits, nur waren sie nicht miteinander

vernetzt und konnten so nicht voneinander

lernen. Hauptinhalt des Projektes war deshalb

der Aufbau eines aktiven Netzwerkes zum Klimaschutz

zwischen Naturfreundehäusern und Ortsgruppen.

Diese wurden durch einen NaturFreunde-Wettbewerb

aktiviert, über praktikable Lösungen

nachzudenken und sie einzureichen.

Seit einem Jahr ist das Projekt zu Ende. Viele

Ortsgruppen und Naturfreundehäuser haben

sich weiter intensiv mit dem Thema Klimaschutz

I Einfach zu machen: Klima-Aktionstag.

auseinander gesetzt und viele Menschen erreicht.

Hier drei gelungene Beispiele:

Das Naturfreundehaus Donautal gewann den

ersten Preis des Klimawettbewerbs in der Kategorie

der Erneuerbaren Energien. Kein Grund, um

sich auszuruhen. Die NaturFreunde überzeugten

als echte Multiplikatoren über 100 Hausbesitzer,

auf ihren Dächern Solaranlagen zu installieren.

Und sie aktivierten über 400 Privathaushalte, zum

Ökostromanbieter EWS Schönau zu wechseln.

Im Nienburger Naturfreundehaus Luise-Wyneken

kann seit diesem Jahr als besonderes Angebot

für Kinder- und Jugendgruppen das Klimafrühstück

bestellt werden. Kinder erlernen

dabei auf spielerische Art den Klimaschutz.

Die Idee des solaren Naturfreundehauses

wurde im Landesverband Hessen geboren. Im

April startete die Kampagne für den Umstieg auf

eine ökologische Stromversorgung.

Bei Abschluss des Projektes wurde die Wichtigkeit

des Klimaschutzes und der Vernetzung stets

betont und ein kontinuierlicher Austausch gewünscht.

Deshalb wurde aus der Vielzahl der eingereichten

Projekte eine Gute-Beispiele-Datenbank

erstellt. Sie liegt im NaturFreunde-Intranet und

kann in verschiedenen Kategorien nach erfolgreichen

Projektskizzen durchsucht werden. Inklusive

der jeweiligen Kontaktmöglichkeiten. Denn nur

wenn man sich austauscht, kann man voneinander

lernen. Zusätzlich werden neue Seminare im

Rahmen der internationalen NaturFreunde-Klimakampagne

angeboten. c JULIA HOFFMANN

Informationen, Anregungen und Kontakt

Julia Hoffmann · (030) 29 77 32 71

klimanetz@naturfreunde.de

www.klimanetzwerk.de

NaturFreunde-Intranet: www.bergfrei.de

75 JAHRE NATURFREUNDEHAUS VEHRTE

Zeitreisen zu den Sauriern

der Vergangenheit

b300 Millionen Jahre Erdgeschichte an einem

Tag erleben: kein Problem. Sagt die Internetseite

des Natur- und Geoparks Terra.vita. Terra.vita

bedeutet frei übersetzt: der Lebenslauf

der Erde. Lesen lässt er sich an über hundert

Punkten im Osnabrücker Land in Niedersachsen.

Auch auf den Terra Trails, das sind Fahrradtouren,

die Saurierfährten, Großsteingräber oder

historische Schlachten thematisieren.

Das Naturfreundehaus Vehrte liegt am Waldesrand.

12 Kilometer von Osnabrück entfernt und

mitten im Geopark. Es bietet regionale und biologische

Verpflegung und ist ein wichtiger Knotenpunkt

des Klimanetzwerks. Hier entstand das

Konzept des Klima-Aktionstages. Besucher werden

gezielt durch Vorträge, Infostände oder Spiele

für die Klimaproblematik sensibilisiert. Regionale

Kooperationspartner beteiligen sich gerne.

Auch an Nicht-Aktionstagen laden 50 Betten

aktive Menschen zum Übernachten ein. Am

Haus kann man Bogenschiessen lernen und an

Umweltprogrammen teilnehmen. Oder man entspannt

auf der Sonnenterrasse – vielleicht nach

einer Wanderung zur Wassermühle aus dem 11.

Jahrhundert.

Die Umgebung bietet wirklich viel Geschichte.

Selbst im modernisierten Naturfreundehaus. Das

feierte in diesem Jahr seinen 75jährigen Geburtstag.

1932 eingeweiht, wurde das Haus direkt ein

Jahr später von den Nationalsozialisten beschlagnahmt.

Erst 1951 erhielten die NaturFreunde Osnabrück

ihr Eigentum wieder zurück. Die Zeitreise

kann also direkt im Haus beginnen. Bringen

Sie doch etwas Zeit mit.c JOHANNA MAI

Weitere Informationen und Kontakt

Naturfreundehaus Vehrte

Engelriede 1 · 49191 Belm-Vehrte

(05406) 44 25 · haus@naturfreunde-osnabrueck.de

www.naturpark-terravita.de · (0541) 501 42 17

SEITE 20 NATURFREUNDiN 4-2007


BLICK ZUM NACHBARN

In den Bergen zu Hause

Die Naturfreunde Österreich leben Natur und präsentieren sie im Internet

bDie Mutter aller Naturfreunde ist eigentlich

ein Vater: Georg Schmiedl setzte 1895 mit einem

Inserat eine Idee in die Welt, die heute in

500.000 Naturfreunden weltweit weiterlebt – allein

150.000 davon sind Österreicher. Ein kleines

Land in den Bergen voller Naturfreunde, auch

Bundespräsident Heinz Fischer und die Extrembergsteigerin

Gerlinde Kaltenbrunner sind Mitglieder.

Die Naturfreunde Österreich verstehen sich

als kompetenter Freizeitpartner, Indoor wie Outdoor.

Sie betreiben rund 100 Kletterhallen, darunter

Österreichs größte in Wien, vier Alpinschulen

und ein Wildwasserzentrum. Jedes Jahr

leisten Mitglieder etwa 60.000 unbezahlte Arbeitstunden

in 170 österreichischen Naturfreundehäusern

und im Wegebau. 15.000 km Wanderwege

werden gepflegt.

100 JAHRE PADASTERJOCHHAUS

Ein Naturfreunde-Traum zum Anfassen

Österreich kann man über den sogenannten

Kulturweg Alpen der Naturfreunde sehr sanft erwandern.

Von der schweizer bis zur ungarischen

Grenze verbinden zwei Routen auf 1.800 km historische

Wege und führen abseits der Touristenströme

zu den Menschen in den Bergen und ihren

Traditionen.

Eines wird schnell klar beim Blick zum Nachbarn:

Die Naturfreunde Österreich lieben die Natur

in den Bergen, Alpinisten überall. Diese Liebe

geben sie über ihre Freizeit- und Sportangebote

weiter, holen Interessierte im Gelände ab

und führen sie sanft und am konkreten Beispiel

zu Naturschutzthemen. Wenn beim Kajakfahren

das Wasser stinkt, wird Naturschutz schnell

zu einer konkreten Aufgabe, die begeistert. Sie

verteidigen energisch die Betretungsfreiheit des

Waldes und der Alpinregionen und wollen zu-

Das Padasterjochhaus auf 2.232 m Höhe

in den Stubaier Alpen ist ein Naturfreunde-Traum,

der in Erfüllung ging. Über 1.000

Mitglieder, angereist in Sonderzügen, feierten

am 12.08.1907 die Eröffnung des allerersten

Naturfreundehauses und gleichzeitig

das Ende der Abhängigkeit von anderen

alpinen Vereinen. Naturfreunde hatten

das Schutzhaus in mühevoller Eigenarbeit

selbst gebaut – in ihrer äußerst kargen Frei- I Blicke bis in die Dolomiten.

zeit und mit Hilfe von Packmulis. Der damalige

Zentralobmann der Naturfreunde, Alois Rohrauer, wünschte in der Festrede allen zukünftigen

Gästen, dass es für sie zu einer Stätte der Zuflucht, der Erholung und der Ruhe werden

solle.

Und die ist es heute noch. Bergsportbegeisterte finden ein renoviertes Naturfreundehaus, mit

Photovoltaik- und Solaranalagen, grandiosem Ausblick und herzlichen Pächtern. Diese feierten

gemeinsam mit 700 internationalen Festgästen am 12.08.2007 in einem Festakt das 100-jährige

Jubiläum des Padasterjochhauses. Das Haus ist von Ende Juni bis Ende September geöffnet.

Es bietet 15 Betten und 48 Schlafplätze im Matratzenlager, eine Vielzahl von Tourenmöglichkeiten

und einen Naturfreunde-Traum zum Anfassen. c SAMUEL LEHMBERG

Buchung & Information: Naturfreundehaus Padasterjochhaus · Paul und Agi Pranger

Telefon 0043 (0)699 11 17 53 52 · www.padasterjochhaus.naturfreunde.at

NATURFREUNDE AKTIV

künftig noch stärker im Klimaschutz werden. Es

wird bereits investiert: für Solaranlagen, Wärmedämmung

und umweltgerechte Versorgung in

den Naturfreundehäusern.

Sehr stark sind die Naturfreunde Österreich

auf ihrer Internetseite. Hier stehen besondere Veranstaltungen

ihrer 500 Ortsgruppen – und unter

dem Navigationspunkt „Tourenportal“ über 1.100

Routen zum kostenlosen Download: mit Wegbeschreibung,

Karte, Fotos, Höhenprofil und GPS-

Route. Ein Filter sortiert nach Sportarten. Das Gute

dabei ist: Mit und ohne GPS-Gerät können die

I Viele Wanderwege sind digital verfügbar.

Touren begangen werden, ein Alpinwetterdienst

bietet zusätzlichen Service, der begeistert. Medien

berichten, Tourismusregionen bieten ihre Wege

an und extra ausgebildete Naturfreunde nehmen

laufend neue Touren auf. Das Angebot verringert

das Risiko, sich in den Bergen zu verirren

und spricht neue Zielgruppen an. Die Daten werden

künftig sogar für die Wanderwege- und Schilderverwaltung

genutzt.

Erfolgreich ist auch die Vermarktung der Naturfreunde

Reiseangebote. Zum Beispiel Team-

Tours, das Outdoor-Reisebüro im Profisegment.

Im Programm stehen Wüstenreisen in Libyen

oder Paddeln auf dem Yukon, aber auch Eiskletterkurse

in den Alpen. Team-Tours bietet keine

Extremexpeditionen, sondern organisiert Abenteuer-

und Erlebnisreisen auf höchstem Niveau,

sozial- und umweltfreundlich. Bisher waren derartige

Angebote nur bei Mitbewerbern buchbar,

jetzt werden über Team-Tours sogar neue Mitglieder

gewonnen.

Die Naturfreunde Österreich setzen nach wie

vor gute Ideen in die Welt. Ein Blick zum Nachbarn

lohnt immer.c SAMUEL LEHMBERG

Informationen und Kontakt

Naturfreunde Österreich · Viktoriagasse 6

1150 Wien · Telefon 0043 (0)1 892 35 34 -0

www.naturfreunde.at

Team-Tours: Gratiskatalog Telefon 0043 (0)1 892 07 40

www.team-tours.at

Gerhard Stürzlinger · Kulturweg Alpen

Band 1 & 2 je € 28,90 im Buchhandel

Sonderangebot Band 2 (Nordroute) über Naturfreunde

Österreich · 9,90 Euro zzgl. Versand

4-2007 NATURFREUNDiN SEITE 21


NATURFREUNDE AKTIV

FAHRRADKULTUR

Glanz und Elend des neuen Ruhrgebietes

Die Soziale Pedale der NaturFreunde Nordrhein-Westfalen fragt nach

bDas Ruhrgebiet erlebt seit Jahren einen

schwierigen Strukturwandel. Neue Perspektiven

für die Region wurden und werden gesucht.

Doch bedeutet es schon Zukunft für eine Region,

wenn Zechen zu Freizeitparks mutieren und die

Kinder der Kumpels als Designer in Fabrikhallen

arbeiten? Ist dies ein nachhaltiger Anfang – oder

nur verschleiertes Elend?

Die NaturFreunde Wuppertal sind genau diesen

Fragen nachgegangen. Oder besser: nachgefahren.

Die Ortsgruppe organisierte sechs kulturkritische

Fahrradtouren und besuchte Museen

und Kirchen wie Zechen und Stahlwerken, den

ehemaligen Kathedralen der Arbeit und heutigen

Freizeitparks. Alles unter dem Titel Soziale Pedale,

seit 20 Jahren gelebte NaturFreunde-Tradition

in Nordrhein-Westfalen.

I Gemeinsam auf dem Fahrrad über Natur und Gesellschaft diskutieren.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde

der NaturFreunde-Begriff des Sozialen Wanderns

entwickelt. Gemeinsam wandern und dabei

nachdenken über gesellschaftliche Realität.

Draußen, wenn alle Sinne geschärft sind. Die

Idee der Sozialen Pedale ist davon abgeleitet.

Umweltfreundlich mit dem Fahrrad wird Natur

und Gesellschaft im wahrsten Sinne des Wortes

erfahren. Die soziale Pedale ist dabei mehr als

eine Radtour. Sie regt zum Denken an. An be-

sonderen Orten wollten die Teilnehmer dann

auch Antworten auf Zukunftsfragen finden. Mitfahren,

selbst sehen und mitdiskutieren. Genau

das verstehen die Wuppertaler unter der Sozialen

Pedale. Sich aktiv mit der Gesellschaft beschäftigen

und gemeinsam Antworten auf die

Fragen der Zukunft finden. Ein Beispiel: Gehen

Menschen zukünftig noch einer Lohnarbeit

nach? Oder pflegen sie Muße, Entspannung und

Zeitvertreib? Ein Zweites: Münden gewerkschaftliche

Abwehrkämpfe in eine neue Gesellschaft?

Oder verteidigen sie nur etwas, was es eigentlich

zu überwinden gilt?

Fragen, die zum Nachdenken anregen. Interessante

Anregungen gaben die Teilnehmer der Sozialen

Pedale. Im Januar werden diese in einer

offenen Zukunftswerkstatt im Naturfreundehaus

Wuppertal-Ronsdorf vorgestellt. Und weiter diskutiert.

Denn die Gesellschaft ist im Wandel. Und

die Soziale Pedale in Nordrhein-Westfalen besonders

aktiv. c WOLFGANG WEIL

Weitere Informationen

www.naturfreunde-wuppertal.de

Wolfgang Weil · (0202) 810 30

Zukunftswerkstatt

19.1.2008, 13 Uhr · Naturfreundehaus Wuppertal-Ronsdorf

NATURFREUNDEHAUS WUPPERTAL-RONSDORF

Alte und neue Lieder

zum 50. Geburtstag

bDas Naturfreundehaus Wuppertal-Ronsdorf

ist ein wichtiger Stützpunkt für Kultur und

Naturschutz in Wuppertal. Die Ortsgruppe hatte

das Haus vor 50 Jahren mit großem Aufwand

selbst gebaut. Und feierte im September mit vielen

Gästen ein halbes Jahrhundert Naturfreundehaus.

In einem modernen Ausdruckstanz wurde

die damalige Bauzeit dargestellt. NaturFreunde

ließen alte und neue Lieder erschallen, Trommler

begeisterten die Gäste und ein Zauberer gewann

schnell die Herzen der vielen Kinder.

Im Haus ist in den letzten 50 Jahren viel geschehen.

Ostermärsche wurden vorbereitet, Butterbrote

für streikende Kollegen geschmiert und

leidenschaftlich über gesellschaftliche Zukunft

diskutiert. Musik gemacht und Gedichte gelesen,

Freundschaften gepflegt – und manchmal

sogar der Lebenspartner kennen gelernt. Viele

Wanderungen schlossen hier ab mit einem gemeinsamen

Essen. Denn das Haus liegt landschaftlich

sehr reizvoll in der Nähe der Ronsdorfer

Talsperre. Gleich vor der Haustür beginnt der

Wald. Auch in den kommenden 50 Jahren freuen

sich die 400 Wuppertaler NaturFreunde auf

viele Gäste.c WOLFGANG WEIL

Naturfreundehaus Wuppertal-Ronsdorf

Luhnsfelder Höhe 7 · Telefon (0202) 46 13 20

info@naturfreunde-wuppertal.de

SEITE 22 NATURFREUNDiN 4-2007


NATURFREUNDE AKTIV

I 1. Platz Tiere: „Reiherschmaus“ Hans-Peter Sauter, Eriskirch (links); 2. Platz Gruppe Tiere: „Säbelschnäbler im Morgenlicht“ Axel Kottal, Eriskirch (links

unten); 1. Platz freies Thema Farbe: „Wasserfall“ Konrad Jäger, Schwandorf (rechts oben); 1. Platz freies Thema Schwarz-Weiß: „Mexikaner“ Reinhard

Epple, Königsbach-Stein (rechts mitte); 2. Platz freies Thema Schwarz-Weiß: „Palmengarten“ Wolfgang Kern, Thurnau (rechts unten).

BUNDESFOTO-TAGE 2007

Eindrücke, die ändern und verändern

Die Sieger des diesjährigen BundesFoto-Wettbewerbes wurden auf Usedom gekürt

bBei mildem Herbstwetter und in bester

Laune trafen sich die NaturFreunde-Fotografen

Ende September in Zinnowitz. Zum ersten Mal

veranstaltete die BundesFotogruppe ein einwöchiges

Seminar mit Fotowettbewerb, Fachgruppenkonferenz

und zahlreichen kulturellen Veranstaltungen,

an drei Abenden wurde zudem eine

Weiterbildung im Bereich digitale Bildbearbeitung

angeboten.

Dass die Fotografen der NaturFreunde mehr sind

als gute Techniker, findet auch der Bundesvorsitzende

Michael Müller: „Die Fotogruppe der NaturFreunde

übernimmt eine wichtige Aufgabe.

Sie klärt auf und ist quasi ein Bildungsverein.

(…) Wir geraten immer häufiger an Grenzen der

Beschreibung, um so wichtiger wird die Visualisierung,

um Spuren und Eindrücke zu vertiefen,

die ändern und verändern.“

Axel Kottal, neuer Bundesfachgruppenleiter, hebt

besonders den Austausch der Teilnehmer untereinander

hervor: „Bei einem abendlichen Glas

Bier hatten wir endlich die Zeit, mit NaturFreunden

aus anderen Gruppen ins Gespräch zu kommen.“

Zu den BundesFoto-Tagen 2008 lädt Kottal

dann nach Berlin in das Naturfreundehaus

Karl Renner.c SAMUEL LEHMBERG

Alle Fotos im Onlinefotoalbum

www.kultur.naturfreunde.de

Neue Bundesfotoleitung

Bundesfachgruppenleiter: Axel Kottal

(07555) 948 60 · foto@naturfreunde.de

Stellvertreter: Wolfgang Kern (Aktivitäten)

(09228) 212 · WuG.Kern@t-online.de

Michael Spies (Digitale Technik)

(06831) 543 83 · micha.spies@t-online.de

4-2007 NATURFREUNDiN SEITE 23


NATURFREUNDE AKTIV

ZEITSPRUNG

Adliger Kämpfer und Erzieher

Der Antifaschist und NaturFreund Waldemar von Knoeringen (1906–1971)

bDen „roten Baron“ nennen sie ihn in der

SPD. Die Partei der Arbeiter hat – besonders damals

während der Weimarer Republik – nur selten

adlige Mitglieder. Wohlstand, Reichtum gar,

erlebt Waldemar von Knoeringen als Kind aber

dennoch nicht. Der Vater, Clemens von Knoeringen,

hat erst 1905 das Gut Rechetsberg bei

Weilheim in Oberbayern gekauft, wo das einzige

Kind des adligen Landwirts ein Jahr später

zur Welt kommt. Schon 1907 aber muss der

Vater das Gut aus finanziellen Gründen wieder

verkaufen. Der 13jährige Waldemar verlässt 1919

das Gymnasium vorzeitig und macht eine Lehre

bei der AOK Rosenheim, wo er noch bis 1927

als Kanzlei-Assistenz arbeitet. 1923 schon wird er

Mitglied im Touristenverein Die Naturfreunde,

1926 tritt er in die SPD ein.

Ab 1928 lebt von Knoeringen in München, wo

er sich in der Sozialistischen Arbeiterjugend, im

Reichsbanner und in der Eisernen Front gegen die

Nationalsozialisten engagiert. Immer häufiger tritt

er auch als Redner auf und hat damit großen Erfolg.

Als die SA im März 1933 das Münchner Gewerkschaftshaus

besetzt und verwüstet, ist von

Knoeringen bereit, das Gebäude mit Waffengewalt

zu verteidigen. Die SPD-Führung hingegen will es

nicht auf einen Kampf ankommen lassen, von

dem sie ohnehin erwartet, dass sie ihn verlieren

wird. Gleichwohl kann von Knoeringen jetzt nicht

mehr bleiben. Er flieht und versteckt sich – so berichten

es die Rosenheimer NaturFreunde – in deren

Breitenberghütte im Wendelsteingebiet. Später

dann geht er nach Österreich und nach dem Dollfuß-Putsch

weiter in die Tschechoslowakei.

In dieser Zeit arbeitet er als Grenzsekretär für

den Exilvorstand der SPD, die so genannte Sopa-

de in Prag. Der junge Mann schmuggelt Informationen

nach Deutschland hinein und bringt die

Erfahrungen der südbayerischen Genossen nach

Prag. Hier entstehen die monatlich erscheinenden

Deutschland-Berichte der Sopade, diese später

berühmt gewordenen, ausführlichen Berichte

über die Zustände im faschistischen Deutschland.

Die Breitenberghütte, in der er sich zuvor versteckt

hält, hat von Knoeringen 1928 selbst mit

eröffnet. Die Mitglieder der Ortsgruppe haben

sie zwischen 1925 und 1928 in Eigenregie gebaut.

Die Hütte wird später beschlagnahmt und fällt

in die Hände der SA, dann an die Hitlerjugend.

1946 bekommen die Rosenheimer NaturFreunde

die ausgeplünderte Hütte von den amerikanischen

Besatzern zurück. Schnell renovieren sie,

ersetzen das zerschlagene Mobiliar und nehmen

den Betrieb wieder auf.

Waldemar von Knoeringen heiratet 1935 im

Ausland Juliane Astner. Seine damalige Verlob-

te war 1933 von den Nazis verhaftet worden, hatte

ihre Freilassung mit einem Hungerstreik erzwungen

und war ihrem Verlobten ins Exil gefolgt.

Das Ehepaar wird 1938 in Abwesenheit

von Deutschland ausgebürgert und flieht, als es

in Prag zu gefährlich wird, nach Paris und von

dort aus weiter nach London. Hier betreibt von

Knoeringen zusammen mit deutschen und österreichischen

Kollegen die Radiostation Sender der

Europäischen Revolution, die sich an die Arbeiter

im deutschen Sprachraum richtet. Wegen der

zunehmenden Zensur während des Krieges verlässt

er den Sender und hilft mit, ein Schulungslager

für die Umerziehung deutscher Kriegsgefangener

einzurichten.

Nach dem Krieg kehren Waldemar und Juliane

von Knoeringen schnell zurück nach Deutschland.

In die Heimat und zu den Freunden wollen

sie, „heimkommen und das Schicksal mit ihnen

teilen und alles geben, was noch übrig geblieben

ist nach den langen Jahren in der Fremde“. Politisch

unbelastet aber erfahren, macht von Kno-

I Waldemar von Knoeringen (Balkon ganz rechts) eröffnete 1928 die Breitenberghütte – und musste

sich hier bald vor den Nazis verstecken. Mit seiner Frau kam er immer wieder gerne zurück.

eringen schnell Karriere in der deutschen Nachkriegspolitik.

Die Stationen: Mitglied der Verfassunggebenden

Landesversammlung und des

Bayerischen Landtags, Landesvorsitzender der

SPD in Bayern, Mitglied des SPD-Bundesvorstandes,

Fraktionsvorsitzender der SPD-Landtagsfraktion,

Mitglied des Deutschen Bundestages.

Besonders am Herzen liegt ihm aber weiterhin

die Bildung der Menschen. Er gründet deshalb

1948 die Georg-von-Vollmar-Schule in Kochel

am See, die sich politischer Bildungsarbeit

widmet und die er bis zu seinem Tod als Direktor

leitet. Waldemar von Knoeringen stirbt 1971,

erst 65jährig, in Höhenried am Starnberger See.

„Den Menschen durch Bildung mündig machen“,

war das Ziel des adligen Sozialdemokraten und

bayerischen Naturfreunds, dem er sich während

seines ganzen bewegten Lebens widmete.c

SIGRID FRANK-ESSLINGER

SEITE 24 NATURFREUNDiN 4-2007


KALENDERBLATT

10 Jahre Kyoto-Protokoll

Wie das erste Klimaschutzabkommen entstand und was es bedeutet

bEs war eine lange, zähe Verhandlungsnacht.

In den Morgenstunden des 11. Dezember

1997 aber war sie von Erfolg gekrönt: Vor 10 Jahren

beschloss die Weltklimadiplomatie im japanischen

Kyoto ein völkerrechtsverbindliches Dokument

zum Kampf gegen den Klimawandel,

das seither „Kyoto-Protokoll“ heißt. Nach diesem

verpflichten sich die Industrieländer, ihre Treibhausgasemissionen

im Zeitraum 2008 bis 2012

um durchschnittlich 5,2 Prozent unter das Niveau

von 1990 zu senken. Die einzelnen Länder

haben dabei unterschiedliche Vorgaben, je nach

dem Stand ihrer wirtschaftlichen Entwicklung.

Die Staaten der Europäischen

Union müssen beispielsweise

ihre Emissionen um insgesamt acht

Prozent senken, Russland und die

Ukraine sind verpflichtet, das Emissionsniveau

von 1990 nicht zu überschreiten.

Für Schwellenländer wie

die Volksrepublik China oder Indien

und für Entwicklungsländer sind keine

Beschränkungen vorgesehen.

Allerdings: Mit der Unterschrift

am 11. Dezember 1997 war erst ein

Anfang für die Kyoto-Welt gemacht:

Die nationalen Parlamente mussten

nun nämlich noch der Unterschrift

zustimmen. Und das dauerte. Im

Protokoll selbst ist ein Quorum vorgesehen:

Für die Gründung der Kyoto-Welt

werden – so sieht es der

Vertrag vor – mindestens 55 Staaten

gebraucht, die mindestens 55 Prozent

des weltweiten Ausstoßes von Treibhausgasen

zu verantworten haben.

US-Präsident Bill Clinton hatte

zwar in Kyoto unterschrieben. Der

US-Senat lehnte aber ab, den Vertrag

in nationales Recht umzusetzen. Genauso

wie Australien: Die beiden größten Klimasünder

der Welt verweigern bis heute dem Protokoll die

Zustimmung. Entsprechend schwer war es, mindestens

55 Prozent des weltweiten Ausstoßes zusammen

zu bekommen. Alles hing an Russland.

Es brauchte sieben Jahre mit schmeichelnder Diplomatie,

bis die russische Duma das Kyoto-Protokoll

im Oktober 2004 endlich ratifizierte. Das

neue Zeitalter konnte beginnen.

Die Verwaltung

Seither ist Deutschland Klimamittelpunkt der

Welt – jedenfalls verwaltungstechnisch. Dem Engagement

von Bundeskanzler Kohl ist zu verdanken,

dass das internationale Klimasekretariat –

die Kyoto-Verwaltungszentrale – in Bonn sitzt.

Mittlerweile arbeiten etwa hundert Mitarbeiter

im Haus „Carstanjen“ am Rhein. Das zeigt, wie

wichtig die UNO das Thema nimmt: Im internationalen

Ozonsekretariat mit Sitz in Nairobi arbeiten

beispielsweise nur fünf hauptamtliche

Mitarbeiter.

I Trotz Kyoto-Protokoll: Der Dreck fliegt weiter in die Luft.

Die Buchhaltung

Aufgabe der Zentrale ist, genau aufzulisten, welcher

Vertragsstaat wie viel Kohlendioxid einspart.

Das läuft zunächst auf freiwilliger Basis: Die Vertragspartner

melden den jeweils aktuellen Stand.

Artikel 9 des Kyoto-Protokolls besagt, dass diese

Daten dann zu den halbjährlichen Konferenzen

veröffentlicht werden. Allerdings misstraut die

Buchhaltung den Angaben. Deshalb werden Kontrollteams

in die Länder geschickt.

NATURFREUNDE AKTIV

Der Gerichtshof

Artikel 19 des Kyoto-Protokolls weist der Verwaltung

auch die Funktion des Schlichters zu. Die

Bonner Behörde muss deshalb eine Art Klima-

Gerichtshof einrichten.

Der Bußgeldkatalog

Das Protokoll sieht dabei eine Abstufung der

Strafen nach Ursache, Art, Grad und Häufigkeit

von Vertragsverletzungen vor. Im Grunde sollen

jenen Staaten, die ihren Verpflichtungen bis 2012

nicht nachkommen, in der zweiten Vertragsperiode

bis 2017 ein 1,3faches Reduktionsziel verordnet

werden.

Die Mechanismen

Zur Reduktion sieht das Protokoll drei flexible

Mechanismen vor: Emissionshandel zwischen

den Industriestaaten, gemeinsam durchgeführte

Klimaschutzprojekte – Joint Implementations

– und klimafreundliche Entwicklungspolitik, den

Clean Development Mechanism (CDM). Der internationale

Emissionshandel soll

ab 2008 so funktionieren wie der

nationale in Deutschland. Joint Implementations

und CDM funktionieren

so: Wenn etwa die Niederlande

in Litauen einen Windpark finanzieren,

wird dort der Ausstoß reduziert.

Litauen käme seinem Reduktionsziel

dadurch um x Reduktionseinheiten

näher – und die Niederlande dürften

sich diese Einheiten gutschreiben.

Die Bedenkenträger

Zwar wertet der Wissenschaftliche

Beirat der Bundesregierung zu globalen

Umweltveränderungen das Kyoto-Protokoll

als historischen Wendepunkt.

Aber wie Wissenschaftler weltweit

hält auch das Expertengremium

die Reduktionsziele für viel zu gering.

Bis 2020 müssten die Industrieländer

ihre Emissionen um mindestens 20

Prozent gegenüber 1990 mindern, so

ihre Empfehlung. Auch Schwellenländer

wie China, Brasilien oder Indien

sollten konkrete Verpflichtungen eingehen.

„Sicher reicht das Kyoto-Protokoll

allein nicht aus“, sagt selbst Joke Waller-

Hunter, vom UN-Klimasekretariat in Bonn. „Aber

es sorgt für Bewegung.“ Allerdings nur bis 2012.

Dann nämlich läuft der Vertrag aus. Um eine

Nachfolgeregelung streitet die Klimadiplomatie

derzeit in Bali.c NICK REIMER

4-2007 NATURFREUNDiN SEITE 25


FEST GESETZT

Reisezeit

27.1–3.2.2008

Freizeit für Langläufer/-innen

in Ramsau-Vorberg am Dachstein.

Kosten: Mitglieder 385 €/Gäste 410 € (zzgl.

indiv. Anreise)

Leistungen: ÜN/HP in EZ + DZ mit DU/WC,

TV und Radio

Auskunft & Anmeldung:

NaturFreunde Skischule Stuttgart

Paprikastraße 28 A · 70619 Stuttgart

Telefon (0711) 479 04 14 · Fax 470 55 84

kontakt@naturfreunde-schneesport.com

9.–16.2.2008

Tourenwoche im Allgäu

Gunzesried mit Tourenski oder Snowboard

und Schneeschuhen. Für Anfänger und

Fortgeschrittene im Tourenlauf. Grundkenntnisse

im Alpinskilauf/Snowboarding

ausreichend. Ski, Felle, Schneeschuh, Tourenrucksack,

Sicherheitsausrüstung können

gegen Gebühr geliehen werden.

Kosten: 365 € zzgl. indiv. Anreise

Leistung: ÜN/DZ/HP, Touren- & Reiseleitung

Anmeldeschluss: 27.1.2008

Auskunft & Anmeldung:

Naturfreunde Berlin

Fachgruppe Wintersport · Rainer Fuchs

fr-carohl@gmx.de

10.–17.2.2008

Ski-Langlaufwoche in Oberhof

Voraussetzungen: erste Laufkenntnisse

Klassisch, Kondition für ca. 3 bis 4 Stunden

Langlauf

Kosten: 345 € Mitgl.,/375 € Nichtmitglieder

Leistungen: 2-Bett-Zimmer HP, Betreuung,

Unterricht für Interessierte, Versicherungen

Auskunft und Anmeldung:

Siegfried Fischer · Keplerstraße 11a

76327 Pfinztal · (0721) 46 57 87

FSgfrd@aol.com

16.–23.2.2008

Schneeschuhwandern im Allgäu

Jetzt 1 Woche für Einsteiger und Fortgeschrittene

ab der Buhls Alpe 4–7 Stundentouren

ohne Einkehrmöglichkeit. Einweisung

in Gerät und Sicherheitsausrüstung.

Kosten: 320 €

Leistungen: ÜN in DZ, HP, Touren- u. Reiseleitung,

eigene Anreise, Grundausrüstung

(Schneeschuhe, Verschüttetensuchgerät,

Rucksack) entleihbar

Hinweis: Kürzere Teilnahme möglich

Anmeldeschluss: 27.1.2008

Auskunft & Anmeldung:

Naturfreunde Berlin, s.o.

17.–24.2.2008

Fastenwandern – mehr als nichts essen

Die Fastenwanderwoche besteht einleitend

aus dem Entlastungstag, sechs Fastentagen

und dem letzten Tag, an dem das Fasten

gebrochen wird. Die Teilnahme erfolgt auf

eigene Verantwortung!

Kosten: Mitglieder 110 €, Nichtmitglieder

130 € + 30 € für Lebensmittel

Leistungen: Unterbringung in Mehrbettzimmern

im Naturfreundehaus Brundorf

Auskunft und Anmeldung:

Hans Meyerhoff · Telefon (0421) 62 46 35

1.–8.3.2008

Skifreizeit in Feldthurns/Südtirol

Es werden verschiedene Skigebiete angefahren.

Wie Gröden, Seiser Alm, Kronplatz,

Plose oder Obereggen. Auch Möglichkeit

für Langlauf.

Kosten: Mitglieder 618 €/ Nichtmitglieder

642 €, EZ-Aufschlag 63 €

Leistungen: Anreise, Ü/HP im Hotel Feldthurnerhof,

Tanzabend, Skipässe, Transfers,

freie Nutzung Wellnessanlage

Auskunft und Anmeldung:

Karlheinz Wildgrube · Gartenstraße 7

95336 Mainleus · (09229) 70 37

Kalle.Wildgrube@t-online.de

30.3.–4.4.2008

Skifahren in Saalbach-Hinterglemm

Die Fahrt ist nicht für Anfänger geeignet

Kosten: 380 € Mitglieder, 405 € Nichtmitglieder,

EZ-Aufschlag 25 €

Leistungen: HP/DZ mit Dusche/WC im

Gasthof Hüttwirt/Leogang. Skipass exkl.

Auskunft und Anmeldung:

Charlotte und Karl-Heinz Simon

Adolfstraße 15 · 60528 Frankfurt am Main

(069) 67 12 89 · charlysimon@gmx.net

30.3.–13.4.2008

Andalusien – ein Reise in den Frühling

Kosten: 1.420 € Mitglieder/1.460 € Nichtmitglieder,

EZ-Zuschlag 290 €

Leistungen: Flüge Frankfurt – Jerez de la

Frontera und Malaga, Bus- und Schifffahrten,

Eintritte in Sevilla, Alhambra usw., Besichtigungs-

u. Ausflugsprogramm eingeschlossen,

HP in 3 und 4 Sterne Hotels

Anmeldeschluss: 15.1.2008

Auskunft und Anmeldung:

Klaus Schweinfurth · Barlachstraße 27

69168 Wiesloch · Telefon (06222) 26 12

Fax (06222) 38 72 05

kl.schweinfurth@t-online.de

13.–20.4.2008

Kulturwoche im Johann-Simonis-Haus

Hamburg mit Stadt- und Hafenrundfahrt,

Museen- und Ausstellungsbesuche, Spaziergänge,

Besichtigung Stadt Ratzenburg

in der Holsteinischen Seenlandschaft.

Kosten: 333 €, Zuschläge für EZ sowie Zimmer

mit Dusche/WC

Leistungen: Ü/HP in Mehrbettzimmern,

Eintrittsgelder, Führungen, Fahrten ÖPNV

Auskunft und Anmeldung:

Naturfreundeferienheim „Johann-Simonis-

Haus e.V.“ · Rahlande 32–40

21220 Seevetal/Maschen

Telefon (04105) 8 42 -84 · Fax -85

nfh-maschen@online.de

20.–26.4.2008

Städtereise Hamburg

Kosten: Mitglieder 690 €/Gäste 760 €

Leistungen: 6 ÜN/Frühstück/DZ (EZ gegen

Aufpreis), Hin- u. Rückfahrt DB 2. Klasse,

Reiseleitung

Anmeldeschluss: 15.2.2008

Auskunft und Anmeldung:

NaturFreunde Württemberg

Neue Straße 150 · 70186 Stuttgart

Telefon (0711) 48 10 76

Fax (0711) 480 02 16

reisen@naturfreunde-wuerttemberg.de

1.5.–8.5.2008

Frühling auf Usedom

NFH Usedom in Zinnowitz

Kosten: Mitglieder 620 €/Gäste 680 €

Leistungen: Bahnfahrt Stuttgart – Zinnowitz

(über Berlin), 7 ÜN/HP/DZ, Kurtaxe,

7-Tage-Karte Usedomer Bäderbahn, Ausflug

zur Wollin, Reiserücktrittskostenversicherung.

Anmeldeschluss: 31.1.2008

Auskunft und Anmeldung:

NaturFreunde Württemberg, s.o.

4.–19.5.2008

Jakobsweg: Auf den Spuren der Pilger

Via Podiensis – Espalion – Lauzert

Kosten: Mitglieder 1.340 €/Nichtmitglieder

1.390 €, EZ-Zuschlag 230 €

Leistungen: Busfahrt ab Bruchsal-Karlsruhe,

Zusteigemöglichkeiten. HP in guten,

landesüblichen Hotels, geführte Wanderungen

und Ausflugsprogramm.

Anmeldeschluss: 30.3.2008

Auskunft und Anmeldung:

Dirk Feltes · Buchsweg 4

79639 Grenzach – Wyhlen

Telefon (07624) 17 36

Fax (07624) 98 80 14

dirk.feltes@t-online.de

7.5.–18.5.2008

Frühlingsreise nach Ermland & Masuren

Mit dem Bus in das Land der dunklen Wälder

und kristallenen Seen in Polen.

Kosten: Kosten pro Person im DZ 780 €,

EZ 930 €

Leistungen: Busreise, Ü/HP im Haus Panorama

in Tylkowo

Auskunft und Anmeldung:

Karin Schrödter

Darlenhöhe 5 · 21077 Hamburg

(040) 760 83 36

10.–24.5.2008

Kultur- und Wanderreise Syrien

Kosten: Mitglieder 1.575 €/Gäste 1.645 €

Leistungen: Flug ab/bis Stuttgart, Bahnfahrt

Konya-Aleppo, Ü/DZ, teilw. HP, sonst

Ü/F, Reisebus in Syrien und im Libanon,

Reiseleitung, deutschsprachiger syrischer

Reiseführer, Abgabe an „atmosfair“

Anmeldeschluss: 29.2.2008

Auskunft und Anmeldung:

NaturFreunde Württemberg, s.o.

15.5.–29.5.2008

Türkei

Vom Schwarzen Meer bis Kappadokien,

Wandern, Natur und Kultur pur.

Kosten: Mitglieder 1.340 €, Nichtmitglieder

1.375 €, EZ-Aufschlag 219 €

Leistungen: Flug von allen dt. Großflughäfen,

moderner Reisebus, Mittelklasse-Hotels,

DZ/EZ, D/WC, HP, größtenteils Buffet,

deutschsprachiger Reiseleiter, alle Eintrittsgelder,

Reisesicherungsschein

Auskunft und Anmeldung:

Jochen Haushälter · Am Dreischen 6

59192 Bergkamen · Tel/Fax (02307) 8 82 48

31.5.–8.6.2008

Reise durch das grüne Herz Europas

Vulkanischen Osteifel: zwischen Nettetal,

Booser Doppelmaar, Wacholderheiden und

Laacher See folgen wir Vulkanrouten.

SEITE 26 NATURFREUNDiN 4-2007


Kosten: ca. 320 €

Auskunft & Anmeldung:

Willi Dießelmeier · Friedrichstraße 3

32457 Porta Westfalica

Telefon (0571) 7 48 11

heimatkunde@naturfreunde.de

7.–22.6.2008

NFI Campertreffen 2008

NIVON Naturfreunde Zeltplatz Het Hallse

Hull bei Hall (Brummen)/Niederlande.

Kosten: 300 € pro Person

Anmeldeschluss: 31.12.2007

Auskunft & Anmeldung:

Froukje Kramer · a.kramer25@chello.nl

Telefon 0031 (0)55 533 25 64

www.nivon.nl/kampeertreffen

8.–15.6.2008

Harzreise

Eine Fahrt mit der Brockenbahn, Hexentanzplatz,

Kyffhäuser, Stadtbesichtigung

von Stolberg und Goslar.

Kosten: Mitglieder 545 €/Nichtmitglieder

565 €, EZ-Zuschlagf 70 €

Leistungen: Busfahrt ab Bruchsal, Zusteigemöglichkeiten,

HP in gutem Hotel

Anmeldeschluss: 31.7.2008

Auskunft und Anmeldung:

Josef Schwaninger · Buchenweg 22

76646 Bruchsal · Telefon (07251) 8 94 63

josef@schwaninger.info

19.–29.6.2008

Wandern ohne Gepäck im Erzgebirge

Ausflug nach Prag, Besuch von Spielzeugund

Freilichtmuseum in Seiffen, erzgebirglerischer

Heimatabend.

Kosten: Mitglieder 620 €, Nichtmitglieder

660 €, EZ-Zuschlag 75 €.

Leistungen: Busfahrt ab Pforzheim, weitere

Zusteigemöglichkeiten in Karlsruhe,

Bruchsal, Wiesloch, HP in guten Hotels

Anmeldeschluss: 31.3.2008

Auskunft und Anmeldung:

Klaus Schweinfurth, s.o.

22.–29.6.2008

Wanderwoche Dachstein

Kosten: Mitglieder 255 €/Gäste 280 €

EZ-Zuschlag 3 €/Tag, Anreise auf eigene

Kosten, möglichst Fahrgemeinschaften

Leistungen: ÜN/F, DZ mit Dusche/WC/Südbalkon

(EZ Aufpreis), Wanderführungen

Anmeldeschluss: 15.3.2008

Auskunft und Anmeldung:

NaturFreunde Württemberg, s.o.

22.6.–2.7.2008

Wanderreise nach Westerland/Sylt

Hier soll die Insel Sylt erkundet werden. Es

sind drei Radtagestouren geplant und es

bestehen Möglichkeiten für Wanderungen.

Kosten: Anreise + Ü/DZ 370 €

Leistungen: Ü/Frühstück, Kurtaxe

Auskunft und Anmeldung:

Wolfgang Lietz · Schmalenbrook 5a

22525 Hamburg · (040) 54 13 91

15.–17.8.2008

Outdoorwochenende für Kids

Erlebnisreiches Wochenende mit Zelten,

Kochen im Freien und Wandern für Kinder

von 8 – 12 Jahren in den Allgäuer Alpen

Kosten: Mitglieder 38 €/Gäste 42 €

Leistung: Zelten vor dem Haus, VP, Sennereibesichtigung,

geführte Wanderung

Hinweis: jedes Wochenende möglich

Auskunft & Anmeldung:

NaturFreunde–Ferienstätte

Kanzelwandhaus

Faistenoy 12 · 87561 Oberstdorf

Telefon: (08322) 33 46

infokwh@kanzelwandhaus.de

20.9.–5.10.2008

Toskana für Neulinge & Nostalgiker

Kosten: Mitglieder 1.290 €/Gäste 1.360 €

Leistungen: Busfahrt, 14 Ü/F in Mittelklasse-Hotels

(DZ/WC/Dusche oder Bad), Eintrittsgelder,

Nebenkosten und Reiseleitung.

EZ gegen Aufpreis

Anmeldeschluss: 31.3.2008

Auskunft und Anmeldung:

NaturFreunde Württemberg, s.o.

26.9.–12.10. bzw. 19.10.2008

Nepal: Ganesh und

Langtang Himal 2008

Trekking, Natur und Kultur im nepalesischen

Tibet. Langtang-Nationalpark in Nepal,

mit tibetischer Bevölkerung und Kultur,

zwischen den Eisgipfelwelten des Ganesh

Himal (7.405m) und Langtang Himal

(7.245m). Trek zuerst traditionelle, kaum

touristisch entwickelte Dörfer am Fuße des

Ganesh, dann über die Lodges ins oberste

Langtang-Tal. Möglichkeit zur Verlängerung

mit Gipfelbesteigungen und Trek über das

Yolmo (Helambu) zurück nach Kathmandu.

Gefragt sind (max. 8) TeilnehmerInnen

mit Interesse an Kultur und Menschen, Bereitschaft

zu Komfortverzicht und Kondition

für anspruchsvolles Trekking. Vorbereitungstreffen

am 19.1.2008.

Kosten: ab 1560 € (geplant)

Leistungen: Ausschreibung anfordern

Anmeldeschluss: 31.12.2007

Auskunft & Anmeldung: Ulrich Friebel

Bundesreferent Auslandsbergfahrten

Möllerstr. 10 · 59071 Hamm

Telefon (02381) 834 26

Ulrich.Friebel@t-online.de

Seminare

11.–13.1.2008

10. Kulturseminar

Seminar im Naturfreundehaus Rahnenhof

zum Thema musikalische Lebenspfade, Lieder-,

Mal- und Rhythmikwerkstatt, sowie

ein Workshop zur Weiterentwicklung der

NaturFreunde-Kulturarbeit.

Kosten: 94 € für Mitglieder/102 € für

Nichtmitglieder

Auskunft und Anmneldung

Marion Klippel · Landesgeschäftsstelle der

NaturFreunde Rheinland-Pfalz

Telefon (0621) 52 31 91

info@naturfreunde-rlp.de

11.–13.1.2008 / 1.–3.2.2008 / 22.–24.2.2008

Skilanglauf und Naturmeditation

Meditative Begegnung mit dem Winter

im Naturkolleg Hirzwald. In einer kleinen

Gruppe werden aus der Stille heraus die

ersten Stunden des gemeinsamen Tages begrüßt,

bevor es auf die wunderschönen Loipen

geht. Je nach Bedürfnis der Gruppe

werden entspannende und öffnende Übungen

mit einfließen. Vorkenntnisse sind nicht

erforderlich.

Kosten: 90 €

Leistungen: Übernachtung & Verpflegung,

es wird gemeinsam gekocht

Auskunft und Anmeldung:

Olfert Dorka · Telefon (07441) 14 28

www.dorka-umweltdienst.de

29.2–2.3.2008

Seminar für Frauen im

Naturfreundehaus Rahnenhof

Für Frauen, die aktiv sind, Spaß an Theater,

Sprache, Tanz und körperlichen Ausdrucksmöglichkeiten

haben.

Kosten: 97 € Mitglieder/107 € Nichtmitglie-

Hinweis 1. Die Reisebedingungen und

die Reise- und Seminarangebote werden

vom jeweiligen Veranstalter verantwortet.

2. Die Veröffentlichung in diesem

Magazin ist eine unverbindliche

Zusammenstellung ohne Gewähr. 3. Alle

sportlichen Ausbildungsangebote:

www.naturfreunde-outdoor.de.

FEST GESETZT

der, EZ + 20 €.

Auskunft und Anmeldung:

NaturFreunde Rheinland-Pfalz, s.o.

7.–9.3.2008

2. Singseminar mit Willi Boll

„Atem – Stimme – Singen“ im Naturfreundehaus

Elmstein

Kosten: 90 € Mitglieder

Leistungen: 2 Ü/VP im DZ

Auskunft und Anmeldung:

NaturFreunde Rheinland-Pfalz, s.o.

29.–30.4.2008

Bildungsseminar: Ornithologie

Wir beschäftigen uns mit einer ausgewählten

Vogelwelt der heimischen Landschaft

um das Naturfreundehaus Kalifornien, deren

Gesangsunterschieden sowie wichtigen

Erkennungsmerkmalen von Flugbildern.

Gilt auch als „Lizenzerhaltende Maßnahme“

für WanderleiterInnen.

Kosten: Mitglieder LV Schleswig-Holstein

frei, Nichtmitglieder 40 € + Organisationsgebühr

1,50 €

Leistungen: Seminar, ÜN/VP

Auskunft und Anmeldung:

Rainer Naujox · Telefon/Fax: (04101) 349 27

pinneberg@naturfreunde-sh.de

19.–27.7.2008

12. Musiksommer

Eingeladen in das Naturfreundehaus Üdersee

sind alle musik- und singbegeisterten

NaturFreunde. In gemeinschaftlicher Atmosphäre

wird Musik im Orchester, Chor,

Tanz, etc. erlernt und gestaltet. Ergänzendes

breites Kulturprogramm.

Kosten: Mitglieder 370 €/Nichtmitglieder

400 €, Kinder und Jugendliche 250 €

Leistungen: Ü. in 2-(3)Bett-Zimmern, keine

EZ, Seminargebühr, Arbeitsmaterial, 4

Mahlzeiten, Grillabend, für Wohnwagen,

etc. Sonderkonditionen

Anmeldeschluss: 20.12.2007

Auskunft und Anmeldung:

NaturFreunde Hessen · Am Poloplatz 15

60528 Frankfurt/Main · (069) 666 26 77

info@naturfreunde-hessen.de

4-2007 NATURFREUNDiN SEITE 27


FEST GESETZT

Leserbriefe

NATURFREUNDiN ATURFREUNDiN 3-2007

Nanotechnologie

anotechnologie

Ich bin erstaunt und begeistert, dass sich

die NaturFreunde nicht scheuen, auch

so brisante und wichtige Themen wie

die „Nanotechnologie“ anzufassen. Mir

scheint, dass da tatsächlich eine heimliche

Revolution unserer Produktwelt von

statten geht, im Stillen, durchgesetzt von

mächtigen wirtschaftlichen Konzerninteressen.

Sicherlich hat die Nanotechnologie

wie beschrieben auch positive Seiten. Aber

sie wäre vermutlich die erste neue Technologie

der Menschheitsgeschickte, die

NUR Positives, NUR Segen bringt. Deshalb

ist es wichtig, auch auf die Gefahren hinzuweisen

und diese in der Gesellschaft zu

diskutieren. Nach meinem Eindruck verschlafen

aber die anderen Verbände – von

Greenpeace bis zum Naturschutzbund –

dieses Thema, offenbar weil ihnen die Brisanz

nicht klar ist. Oder weil es einfach zu

kompliziert ist. Gut, dass sich die NATUR-

FREUNDiN die Mühe gemacht hat. c

STEFFI REICHEL BERLIN

Nanotechnologie

Ihre Artikel in der letzten Ausgabe der NA-

TURFREUNDiN haben bei mir ein ungutes

Gefühl zurückgelassen, wie das für ähnliche

Themen in früheren Ausgaben auch

schon der Fall war. Meine Einwände sind

im Wesentlichen nicht gegen die Themenauswahl

oder den Inhalt der Artikel gerichtet,

sondern gegen die Art und Weise, wie

diese abgefasst sind. Mir erscheint dies eine

sehr einseitige und unausgewogene,

um nicht zu sagen, tendenziöse Argumentation

gegen die Nanotechnologie zu sein,

teilweise mit sehr unglücklich oder auch

bewußt gewählten Beispielen. Sie weisen

zwar richtig darauf hin, dass Nanopartikel

insbesondere als Feinstaub lungengängig

und auch hautgängig sind, d.h.

von der Haut absorbiert werden und gegebenfalls

sogar durch Zellmembranen dringen

können, was in der Tat noch einer intensiveren

Forschung bedarf. Nanotechnologie

ist aber beileibe nicht auf diese Stäube

beschränkt. Ihr Beispiel Silberpartikel

ist fraglich. Zum Einen ist Silber zwar eine

Bakterizid, dies aber auch in Form von

Partikelgrößen, die nicht der Nanotechnologie

zuzuordnen sind. Also liegt das Problem

in der Substanz selbst und nicht in

ihrer Form als Nanopartikel. Die Wirksamkeit

von Wasserentkeimungstabletten beruht

z.B. auf Silbersalzen. Auch wird Silber

in der Kläranlage sowohl in ionischer Form

als auch als Feststoffpartikel im Fällbecken

vermutlich fast vollständig entfernt und gelangt

daher auch nicht ohne weiteres in

den Naturkreislauf. Auch verschweigen

Sie, Sie dass herkömmliche Waschmittel Bakterizide

in organischer Form bereits enthalten,

der Zusatz vom Bakteriziden daher

nicht neu ist. Insgesamt muß man feststellen,

dass dieses Beispiel sicher kein Paradebeispiel

für Nanotechnologie auf hohem

Niveau ist, wenn auch die Waschmittelhersteller

dies aus gut nachvollziehbaren

Gründen lauthals propagieren. Ich möchte

mich nicht in weiteren technischen Details

verlieren. Ihre Artikel vermitteln dem

Leser den Eindruck einer unterschwelligen

Gefahr, ohne aber auf die wirklich interessanten

Aspekte dieser Technologie weiter

einzugehen, man denke an den Lotuseffekt,

elektrisch leitende Kunststoffe, Oberflächenvergütung

von optischen Gläsern

für Fotoapparate, gezielter Medikamententransport

usw. (…)c

KLAUS JOAS PFORZHEIM

Terrorismus & Atomkraft

Abgesehen von den ohnehin schon sich

immer wieder bemerkbar machenden Risiken

weiß bei der Atomenergie ja auch niemand,

wie man die abgebrannten Atombrennstäbe

jemals mal los werden soll,

insofern hinterlässt diese Generation den

Nachfolgern unkalkulierbare Risiken.

Wenn die Neandertaler schon AKW betrieben

hätten, müssten wir uns heute noch

mit den Hinterlassenschaften rumärgern.

Eine Umstellung auf erneuerbare, weder

Umweltrisiken noch Erdölbeschaffungskriege

(Irak) verursachende Energien, wird

es dann geben, wenn die Stromkonzerne

der Regierung entsprechende Gesetze

auf den Tisch legen können, bei denen sie

selbst die Monopole haben.

Die verschiedenen Umweltkatastrophen

der Vergangenheit (Kyrill & Hochwasser)

haben gezeigt, dass die Industrienationen

in der Vergangenheit in Sachen Ökologie

sehr gesündigt haben. Bei der Verkehrspolitik

wird man zu Gesetzen kommen müs-

sen,se die die Autofahrer zum Umsteigen auf

die d Schiene veranlassen. In der Vergangenheit

he war alles zu sehr an den wirtschaftlichen

ch Interessen der Automobil-und Erdöllobby

lo orientiert. Außerdem war es für die

Politiker Po immer wichtig, den Wählern nach

dem de Mund zu reden. Berg frei.c

HORST GRZYWACZEWSKI ISERLOHN

Solidarisches Du

(…) es macht weitgehend Spaß, in der NA-

TURFREUNDiN zu blättern und zu lesen.

Aber es gibt vieles, was ärgerlich ist, (…).

Dazu gehört auch die um sich greifende

Unsitte, Interviewpartner, die sich als Mitglied

unserer Organisation zu erkennen geben,

mit „Sie“ anzusprechen – sogar unseren

Bundesvorsitzenden. Oder sind die Interviewer

selbst gar Außenstehende? Oder

soll die Verbandszeitschrift weg vom Image

einer solchen, dazu noch einem Verband

zugehörend, bei dem das solidarische

„Du“ immer noch wichtig ist? (…)c

HANS PETER SCHMITZ BERGISCH GLADBACH

Die Ausrüstung macht‘s – nicht.

Es hat mich gefreut, in der NATURFREUN-

DiN wieder mal einen Bericht über Fotografie

zu lesen. Allerdings fiel mir auf, dass

der Verfasser des Berichtes kein Natur-

Freund ist und so stellt sich nicht nur mir

die Frage: Warum hat diesen Artikel kein

NaturFreund geschrieben, es gibt doch jede

Menge kompetente Fotografen in unseren

Fotogruppen? Ich wünschte mir für die

Zukunft, dass zu Berichten über Fotografie

und Bildbearbeitung die Bundesfotoleitung

kontaktiert wird. c

AXEL KOTTAL BUNDESFACHGRUPPENLEITER

FOTO DEGGENHAUSERTAL

Titelbild

Seit einiger Zeit sorgt das Titelbild bei unserer

Regionalgruppe für Irretationen. Wir

benutzen die Zeitung unter anderem zur

Mitgliederwerbung, aber auch Mitglieder

sollte das Titelbild zum Lesen einladen.

Dies war unserer Meinung nach nicht immer

der Fall. In unserer heutigen oft kalten

Welt sollte sich die NATURFREUNDiN

positiv abheben. Das Titelbild sollte deshalb

eine positive, symphatische Aussage,

die leicht und schnell zu verstehen ist, enthalten,

so dass jeder einfach neugierig auf

die Zeitung wird. Inhaltlich gibt es ja kaum

etwas auszusetzen und sollte auch weiter

das ganze interessante Spektrum der NaturFreunde

umfassen. Sehr gut kam bei

uns das Titelfoto mit den Wanderern an,

aber auch der Frosch sorgte für Interesse.

Flugzeuge sorgen dagegen für ein schlechtes

Gefühl. (…) Vorschlag: Es ist eine Mitgliederzeitung,

also sollten auch die Mitglieder

bestimmen, wie die Zeitung etwa

aussieht. Sehr gut fände ich eine Wahl des

schönsten Titelbildes der letzen Jahre? Folgendes

sollte aus unserer Sicht auf dem

Deckblatt sein: schöne Landschaften, NaturFreunde

aktiv, Naturfreundehäuser, Tiere

oder Pflanzen.

(…) Ich würde mich freuen, wenn dieser

Leserbrief zu einer breiten Diskussion

führt. Berg Frei. c

BERND MÜLLER BAD FREIENWALDE

Leserbriefe

an die NATURFREUNDiN

Was war gut, was nicht, woran

müsste noch gedacht werden?

Schreiben Sie uns:

NaturFreunde Deutschlands

NATURFREUNDiN

Warschauer Str. 58a · 10243 Berlin

leserbriefe@naturfreunde.de

Die Redaktion behält sich Kürzungen

der Einsendungen vor.

SEITE 28 NATURFREUNDiN 4-2007

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4-2007 NATURFREUNDiN SEITE 29


FEST GESETZT

kurz notiert

Weihnachten im Schuhkarton

„Geschenke schenke der Hoffnung e.V.“, Projektträgerer

der weltweit größten Geschenk-Aktion

für Kinder in Not, ruft in diesem Jahr

zum zwölften Mal dazu auf, weltweit Hoffnung

zu schenken. Die Idee der Aktion ist

einfach: Ein handelsüblicher Schuhkarton

wird mit Geschenkpapier beklebt, mit Dingen

des täglichen Bedarfs und allem gefüllt,

was Kindern Freude macht: Hefte,

Buntstifte und Lineal oder Zahnbürste und

Kamm sind in den Empfängerländern wahre

Schätze. Kleidung, Spielsachen und Süßigkeiten

machen das Päckchen komplett.

Mit einem Aufkleber zeigen Päckchenpacker

an, für welche Altersgruppe die Geschenke

geeignet sind und ob sich ein Junge

oder ein Mädchen über das weit gereiste

Päckchen freuen darf.c SL

www.weihnachten-im-schuhkarton.de

(030) 768 83 -700

Höhere Steuerfreibeträge

für Ehrenamtliche

Mit dem „Gesetz zur weiteren Stärkung des

ehrenamtlichen Engagements“ sind rückwirkend

zum 01.01.2007 eine Reihe von

Verbesserungen für die Tätigkeit der gemeinnützigen

Vereine in Kraft getreten. Für

Übungsleiter wurde der „Übungsleiterfreibetrag“

von bisher 1.848 Euro auf 2.100 Euro

im Kalenderjahr angehoben. Völlig neu

ist für alle in der Satzung vorgesehenen

Ehrenamtlichen die Möglichkeit, sich vom

Verein ihre Auslagen, z.B. als Vorstandsmitglied,

pauschal bis zu 500 Euro steuerfrei

pro Kalenderjahr erstatten zu lassen. Kombinierbar

sind die beiden Freibeträge allerdings

nicht. Wer den Übungsleiterfreibetrag

für sich in Anspruch nimmt, kann von der

pauschalierten Auslagenerstattung nicht

zusätzlich steuerfrei profitieren und umgekehrt.

Eingebettet ist die Steuererleichterung

in die Kampagne „Hilfe für Helfer“ des

Bundesfinanzministeriums. c HGM

Video der Generationen 2008

Kurze Video-Briefe, etwa mit einer Webcam

aufgenommen, sollen beim Bundeswettbewerb

„Video der Generationen“ eingereicht

werden. Der Videobrief kann fiktional oder

dokumentarisch sein. Möglich sind auch Video-Briefe

mit dem Handy. Hauptsache, sie

sind mit Engagement gemacht und um eine

Verständigung zwischen den Generationen

bemüht. Der vom Bundesministerium

für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

geförderte Wettbewerb wird vom Kinder-

und Jugendfilmzentrum in Deutschland veranstaltet.

Zu gewinnen gibt es Preise im Gesamtwert

von 9.000 Euro, der Einsendeschluss

ist am 15. Januar 2008.c SL

www.video-der-generationen.de

(02191) 79 42 57

Am 9. November war Schluss

Über 160.000 gesammelte Unterschriften

der NO-NPD-Kampagne wurden dem Bundestag

übergeben. Neben den NaturFreunden

haben sich zahlreiche Institutionen,

Verbände und Privatpersonen dafür eingesetzt,

ein deutliches Zeichen für einen

zweiten Versuch im NPD-Verbotsverfahren

zu setzen. Die Gründe liegen auf der

Hand: Im kommenden Jahr stehen sechs

Landtagswahlen an. Besonders in Niedersachsen

betreiben die Rechtsextremen einen

ebenso aggressiven wie populistischen

Wahlkampf. NPD-Spitzenkandidat Andreas

Molau gibt sich bürgerlich. Bis vor drei Jahren

unterrichtete er an einer Braunschweiger

Waldorfschule. Als sein NPD-Engagement

bekannt wurde, erhielt er die Kündigung.

In seinem Wahlprogramm schreibt

er über Schulen, Umweltschutz, den Mittelstand

sowie die innere Sicherheit und

hofft damit im Januar auf den Einzug in

den Landtag. Für entsprechende Prominenz

aus den Medien sorgt er ebenfalls:

„Frau (Eva) Herman lade ich herzlich ein,

die zukünftige NPD-Landtagsfraktion in

Hannover in Sachen Familienpolitik zu beraten.“,

heißt es in einer Mitteilung der

NPD. c JULIA HOFFMANN

www.npd-verbot-jetzt.de

idee.natur –

Zukunftspreis Naturschutz

Natur schützen und nutzen. Das ist ein

Kernanliegen der NaturFreunde. Der Zukunftspreis

Naturschutz als Kooperation

zwischen Bundesumweltministerium und

Bundesamt für Naturschutz sucht frische

Ideen und innovative Konzepte für Allianzen

zwischen Naturschützern und Naturnutzern.

Zehn davon werden mit jeweils

10.000 Euro honoriert. Zusätzlich winkt

den Teilnehmern ein vereinfachtes und

verkürztes Antragsverfahren, den Gewinnern

eine weitergehende Projektförderung.

Thematisch ist der Wettbewerb gegliedert

in Wälder, Moore und urbane/industrielle

Landschaften. Bewerben können sich

Zweckverbände oder Vereine, vorausgesetzt

sie gewährleisten die Umsetzung.

Beiträge haben sehr große Chancen, wenn

sie die Integration von anspruchsvollen

Naturschutzzielen und ländlicher Entwicklung

(Regionalvermarktung, sanfter Tourismus)

beispielhaft und besonders überzeugend

darstellen. Am 31.1.2008 ist Bewerbungsschluss.

c SL

www.idee-natur.de

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Gastgeschenk G

für

Mensch M und Natur

Gastgeschenke G

gehören zu den bewährten

Traditionen Tr menschlicher Kultur. Wer gerne

in ferne Länder reist, die nicht mit Reichtum

gesegnet sind, kann sich bereits mit einem

Euro wirkungsvoll bedanken. Die gemeinnützige

Organisation Fair Travel pflanzt

stellvertretend für jeden Touristen einen

Baum in Ländern Lateinamerikas, in Afrika

und Asien. Die Aufforstungsprojekte von

Fair Travel orientieren sich dabei an den

Weltentwicklungszielen der Vereinten Nationen

und integrieren langfristige soziale

Entwicklungsmaßnahmen und Umwelterziehungsprogramme.

Viele der klassischen

Kultur- und Naturerlebnis-Reiseveranstalter

sind Partner von Fair Travel. Ab sofort kann

auch jeder Einzelne mitmachen und einen

Baum im Land seiner Wahl pflanzen. Eine

Beschreibung aller Entwicklungsprojekte

findet sich auf der Internetseite von Fair

Travel. c JÜRGEN BLUHM

www.fair-travel.net

Vielfalt des Lebens

hautnah erleben

Unter dem Motto „BioDive – Tauch ein in

die Vielfalt des Lebens“ startet die Deutsche

Umwelthilfe (DUH) ein neues Internetportal

für Jugendliche und junge Erwachsene.

Ausgerüstet mit Fotohandy und

wachen Augen sollen sie die Natur in ihrer

Umgebung neu entdecken. Weltweit

sterben immer mehr Tier- und Pflanzenarten

aus. Doch den alltäglichen Verlust der

biologischen Vielfalt begreifen die meisten

Menschen hierzulande immer noch vor allem

als Problem ferner Länder, ausgelöst

zum Beispiel von schrumpfenden tropischen

Regenwäldern. Der genaue Blick auf

die Situation in der Nachbarschaft ist bisher

unterentwickelt.

„Ihr braucht nur die Kamera auf das Leben

halten, das Euch ständig und überall

umgibt: Spinnen, die wie Spiderman

in den Seilen hängen oder Pflanzen, die

an scheinbar unmöglichen Orten Wurzeln

schlagen und uns an den unbesiegbaren

Überlebenswillen der Natur erinnern.

Alle Einsendungen zusammen erschaffen

bis zum Frühjahr 2008 ein immer dichteres

„Mosaik der Artenvielfalt“, das ein beeindruckendes

Abbild der Biodiversität in

ganz Deutschland bilden wird. c DUH

www.bio-dive.de

Impressum

NATURFREUNDiN · 59. Jahrgang

Bundeszeitschrift der NaturFreunde

Deutschlands

Redaktion: Sigrid Frank-Eßlinger [SFE],

Eckart Kuhlwein [EK], Samuel Lehmberg

[SL], Hans-Gerd Marian [HGM]

(V.i.S.d.P.), Simone Rieth [SR]

NaturFreunde Deutschlands e.V.

Redaktion NATURFREUNDiN

Warschauer Str. 58a · 10243 Berlin

Telefon (030) 29 77 32 -60 · Fax -80

redaktion@naturfreunde.de

www.naturfreunde.de

Verlag: Naturfreunde-Verlag

Freizeit und Wandern GmbH

Warschauer Str. 58a · 10243 Berlin

Telefon (030) 29 77 32 -63 · Fax -80

info@naturfreunde-verlag.de

www.naturfreunde-verlag.de

Anzeigen: Telefon (030) 29 77 32 -65

anzeigen@naturfreunde.de

Abonnement: Telefon (030) 29 77 32 -66

abo@naturfreunde.de

Jahresabonnement: 5,60 €

Gestaltung & Satz: Pacifico Grafik

Etienne Girardet · www.pacificografik.de

Druck & Vertrieb: Bechtle

Druck&Service, Esslingen

Redaktionsschluss: sechs Wochen

vor Erscheinen

Erscheinungstermine: 4x jährlich –

1.3./1.6./1.9./1.12.

Regionalausgaben: Regelmäßig beigefügt

sind die regionalen Ausgaben

der Landesverbände Baden, Bayern,

Berlin, Brandenburg, Hessen, NRW,

Regionalverband Nord, Saarland, Rheinland-Pfalz,

des Bezirks Mittelfranken und

der Ortsgruppen Frankenthal, Hannover,

Karlsruhe.

Druckauflage: 58.000

Bildnachweis: Titelbild: Nils Harder (NH)

– www.inventivo.eu; S. 2: www.silberblick.net/NF-Archiv,

Etienne Girardet (EG);

S. 3: Helmut Eßlinger (HE) ,NF Österreich/

Alfred Leitgeb (AL), EG; S. 4: Mathias Pätzold/www.pixelio.de;

S.5: Mike Schwarzenbeck/www.pixelio.de,

Helga/www.

pixelio.de; S. 6: ÖKO-TEST, Stiftung Warentest,

FSC; Transfair; S. 7: Rugmark, Bio-

Siegel, Umweltbundesamt, spiel gut, Viabono,

cve/www.pixelio.de; S. 8 + 9: Nick

Reimer (NR); S. 10 Bundesregierung/Steffen

Kugler, Samuel Lehmber (SL); S.11: Nicole

Wilke, www.iisd.ca, SL; S. 12: Touristinfo

Winterberg, Archiv NFI, EG; S. 13: Initiative

Öffentliche Dienste – www.genuggespart.de;

S. 14: Anja Zachow, Stephan

Rosenzweig; S. 15: HE; S. 16 Uli Friebel; S.

17: SL, EG; S. 18: Herbert Eichhorn, Gustav

Glitt. Merlin Hauk, Fabian Schneller, Fine

Voß, Sarah Ebel, Anna-Sophie Telsnig;

S. 19: Kai Niebert, Thomas Bilgenroth; S.

20: Reinhard Mai, Nina Wettern; S. 21:

AL, Paul Pranger; S. 22: Wolfgang Weil; S.

23: Hans-Peter Sauter, Axel Kottal, Konrad

Jäger, Reinhard Epple, Wolfgang Kern;

S. 24: AdsD in der FES; S. 25: Holger Weihe/www.photocase.de;

S. 26: EG, Volker

Selent; S. 27: EG; S. 28: EG; S. 29: EG; S.

30: SL; S. 31: SL; S. 32: EG.

SEITE 30 NATURFREUNDiN 4-2007


Medien

Almen

Seit Jahrtausenden

werden Tiere in

den Hochlagen der

Alpen gehalten.

Mit der Höhe der

Alm steigt die Qualität

des Futters,

Rinder können täglich

bis zu einem

Kilo zunehmen.

Überraschend ist:

Die Bewirtschaftung

von Almen schafft Biodiversität. Wenn

Almen aufgegeben werden, hat das tendenziell

zur Folge, dass sich die Anzahl

von Pflanzen- und Tierarten verringert. Warum

das so ist, wird von Holzner verständlich

dargelegt.

Neben der Perspektive der Biodiversität

werden weitere drei gute Gründe für die

Bewirtschaftung von Almen behandelt: Sie

sind Teil unserer kulturellen Identität. Almen

haben für die Erhohlung einen hohen

ästhetischen Wert. Nicht zuletzt ist die Bewirtschaftung

volkswirtschaftlich bedeutend.

Doch leider lohnt es sich betriebswirtschaftlich

immer weniger.

Ein Ansatz, wie die Almwirtschaft zu erhalten

wäre, könnte in Freiwilligeneinsätzen

auf Almen und Bergbauernhöfen bestehen.

Dafür ist Bewußtseinsbildung bei potentiellen

Helfern notwendig. Dieses Buch will

dazu beitragen. Es beschreibt Almen in Modellgebieten

und zeigt wunderschöne Farbfotos

von Pflanzen, Tieren und landschaftlichen

Veränderungen. So wird das Gelesene

sehr eindrucksvoll. c JOACHIM KOCH

Wolfgang Holzner u.a.: Almen – Almwirtschaft

und Biodiversität. Böhlau, 2007.

ISBN 978-3-205-77449-5. Preis 39,00 Euro

Wilde Wege, stille Dörfer

Ein Geheimtipp

für Individualisten.

Das neue Wanderbuch

von Christoph

Hennig entführt

und führt den

Leser in die Bergwelt

der Abruzzen.

15 Tagesetappen

mit Ausflügen, Gipfeltouren

und Varianten

werden minutiös im Buch beschrieben.

Das ist auch bitternötig, denn in Italien

sind Wanderwege unzureichend ausgeschildert

und Wanderkarten helfen nicht

weiter. Die Abruzzen bieten eine Landschaft

mit großer Vielfalt. Imposante Höhenzüge

ragen bis zu 3.000 Meter auf, schmale Wege

führen in Schluchten zu Wasserfällen

und kahle Bergkuppen konterkarieren Täler

mit dichten Wäldern. Der Autor gibt in seinem

Buch alle notwendigen Informationen,

um Wanderungen erfolgreich durchführen

zu können. Über Übernachtungsmöglichkeiten,

die besten Reisezeiten und auch

den Umgang mit wilden Hunden wird anschaulich

informiert. Daneben erfährt der

Leser einiges über soziokulturelle Zusammenhänge:

die Wanderschäferei, die Entstehung

des Nationalparks oder der italienische

Safran aus der Gegend um Navelli.

Besonders wichtig ist Hennig die regionale

Küche: die Restaurant-Tipps sind sichere

Tipps.c ANJA HELD & JOACHIM KOCH

Christoph Hennig: Wilde Wege, stille Dörfer.

Wanderungen in den Abruzzen. Rotpunktverlag,

Zürich. ISBN: 3858693464.

Preis 28 Euro

Was sind die Energien

des 21. Jahrhunderts?

Und bringen wir

das Klima wirklich

aus dem Takt?

Zwei Fragen, die

nicht voneinander

zu trennen sind.

Mojib Latif und

Hermann-Josef

Wagner setzen sich

in ihren Büchern

genau mit diesen

Herausforderungen

auseinander und ergänzen sich dabei hervorragend.

Latif beschreibt verständlich die Einflussfaktoren

und die Fragilität des Klimas und

macht noch einmal deutlich, dass der Klimawandel

von Menschen verursacht ist.

Basierend auf den neusten wissenschaftlichen

Erkenntnissen beschreibt er mögliche

Szenarien eines zukünftigen Klimas und

weist darauf hin, dass ein Mehr an Nachhaltigkeit

unablässig zur Vermeidung größerer

Katastrophen ist.

Eine weitere wichtige Frage ist, wie wir

den Klimawandel

eindämmen, unsere

wirtschaftliche

Prosperität aber

aufrecht erhalten

können. Zweifelsohne

gehört der

zukünftige Energiemix

dazu. Hier

gibt Wagner einen

guten Überblick,

wobei er unmiss-

verständlich klar macht, dass der heutige

Energiemix zu überdenken ist. Billige Energie,

gewonnen aus fossilen Energieträgern,

gehört der Vergangenheit an. Deshalb ist

es unablässig, alternative und regenerative

Energiequellen zu verwenden.

Beide Bücher malen kein pessimistisches

Bild der zukünftigen Welt. Ganz im Gegenteil.

Der Grundtenor ist: Wenn wir unser Verhalten

überdenken und ändern, können wir

das Schlimmste noch abwenden. Aber wir

müssen es jetzt tun! c CHRISTIAN SCHULZE

Hermann-Josef Wagner: Was sind die Energien

des 21. Jahrhunderts? Der Wettlauf um

die Lagerstätten. Forum für Verantwortung.

Fischer Taschenbuch. Frankfurt 2007. ISBN:

978-3596172740. Preis 9,95 Euro

Mojib Latif: Bringen wir das Klima aus

dem Takt? Hintergründe und Prognosen.

Forum für Verantwortung. Fischer

Taschenbuch. Frankfurt 2007. ISBN:

978-3596172764. Preis 9,95 Euro

PR für den Klimaschutz

Auch wenn die

Medien den Klimaschutz

inzwischen

intensiv behandeln,

ist es für Umweltbewegte

nicht

immer einfach, ihre

Botschaften an

den Mann und an

die Frau zu bringen.

Häufig gelingt

es nicht, Menschen

außerhalb der ohnehin schon engagierten

Szene anzusprechen. Das liegt oft auch daran,

dass beim Verfassen von Texten oder

bei der Gestaltung von Webseiten und Flyern

nicht überlegt wird, welche Zielgruppe

angesprochen werden soll und wie man

sie am besten erreicht. Die neue Broschüre

PR für den Klimaschutz zeigt Wege auf,

wie (vor allem junge) Menschen unterschiedlichster

Milieus für den Klimaschutz

gewonnen werden können. Dazu werden

Erkenntnisse der Umweltpsychologie, der

Nachhaltigkeitskommunikation und des

Sozialen Marketings praxistauglich aufbereitet.

Auf 72 Seiten finden sich zahlreiche,

in der Praxis erprobte Tipps und Tricks für

erfolgreiche Projekte nicht nur zum Klimaschutz

für einen Preis von 2,50 Euro zzgl.

Versandkosten.

Bestelladresse

Naturfreundejugend Deutschlands

Haus Humboldtstein · 53424 Remagen

Telefon (02228) 94 15 -0 Fax

info@naturfreundejugend.de

Der Vereinsmeier

FEST GESETZT

Oft kommt es im

Leben des deutschen

Vereins zu

Unstimmigkeiten

oder vereinsrechtlichen

Pannen, z.B.

auf Mitgliederversammlungen

oder

in der Kommunikation

mit dem Finanzamt.

Wie der deutsche

Verein als solcher funktioniert, erläutert

die neue Broschüre Der Vereinsmeier

in einem Glossar. Die wichtigsten Begriffe

des deutschen Vereins(rechts) werden

behandelt wie typische Konfliktsituationen.

Das Kapitel „Tipps und Tricks für den

Vereinsalltag“ lädt zur Reflexion über das

Vereinsleben ein. Die Broschüre ist hier

und da mit einem ironischen Unterton geschrieben,

denn wenn es um die Sache

geht, kennt mancher deutsche Verein keinen

Spaß. Manche Situationen im Vereinsleben

lassen sich allerdings nur mit Humor

meistern – kombiniert mit dem notwendigen

Handwerkszeug.

Die DIN A5-Broschüre umfasst 48 Seiten

und kostet 1,00 Euro zzgl. Versandkosten.

Bestelladresse

Naturfreundejugend Deutschlands

Haus Humboldtstein · 53424 Remagen

Telefon (02228) 94 15 -0 Fax

info@naturfreundejugend.de

Online-Broschüre Europasprech

Wie Europapolitik funktioniert und warum

alles so kompliziert ist, erläutert die Online-Broschüre

Europasprech. Kernstück ist

ein Glossar, das Fachbegriffe der Europäischen

Union, der europäischen Jugendpolitik

und der Europapolitik erläutert. Ansgar

Drücker, Hauptautor der Broschüre, will

komplizierte institutionelle Zusammenhänge

oder Informationen über Förderprogramme

in einer verständlichen und anregenden

Form darbieten: „Es gibt Dinge

in Europa, die sind so trocken, dass selbst

Humor und Ironie verpuffen – aber wir

sind drangeblieben und haben versucht

den richtigen Mittelweg zu finden zwischen

Ironie, Information, sachlicher Kritik,

Faszination von der europäischen Idee und

Nachahmen des oft unzumutbaren Sprachstils

auf EU-Ebene.“

www.europasprech.de.

4-2007 NATURFREUNDiN SEITE 31


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UNSERE HÄUSER

Naturfreundehaus Familienferienzentrum Lieberhausen

Eingebettet ins Oberbergische Land liegt das Ferienzentrum Lieberhausen auf 517 m

Höhe. Umgeben von Wiesen und Wäldern laden wir zur Erholung und Entspannung,

zum Wandern und Naturerleben ein. Wir bieten gut eingerichtete Zimmer oder Appartements

mit eigener Dusche und WC, bei Bedarf mit Kinderbetten.

UNSERE ANGEBOTE UND SONDERAKTIONEN 2008:

a Junge Familien mit nicht schulpflichtigen Kindern: Unter dem Motto „Wir mögen

Ihre Kinder“ verbringen alle zur Familie gehörenden Kinder bis zum Alter von vier

Jahren kostenlosen Urlaub im Ferienzentrum Lieberhausen. Einzige Voraussetzung:

Sie buchen Ihren Urlaub innerhalb der unten angegebenen Zeiten. Leistung: 7 Tage

Vollpension, Verlängerung möglich. Termine: 3.1.-16.3.2008, 30.03.-22.6.2008,

10.08.-22.12.2008. Preise: Erwachsene 239 €, Kinder (5-7 Jahre) 139 €

a Familienerholung: Sie sparen bis zu 2 € pro Person und Tag, wenn Sie mit

Ihrer Familie (2 Erwachsene und mind. 1 Kind) Gast unseres Hauses sind.

Leistungen: 7 Tage Vollpension, Verlängerung möglich. Termine: 16.03.-30.03.2008,

SCHNUPPER MIT GLIED SCHAFT

Weitere Familienmitglieder

Schnuppermitgliedschaft (max. 2 Kalenderjahre)

Erwachsene � 40,– €

Familie � 70,– €

Kinder/Jugendliche � 24,– € Eintrittsjahr

Name, Vorname Geburtsdatum

Straße

PLZ, Wohnort

Ich/wir treten den NaturFreunde Deutschlands,

Bundesgruppe Deutschland e.V. bei

Datum, Unterschrift (bei Minderjährigen der/die gesetzl. Vertreter/-in)

23.06.-10.08.2008. Preise: Erwachsene 283 €, Jugendliche (14-17 Jahre) 258,50 €,

Kinder (5-13 Jahre) 204 €

a Seniorenwoche vom 8. bis 15.03.2008. Leistungen: 7 Übernachtungen Vollpension

mit Rahmenprogramm. Preise: Erwachsene 299 €

a Oma, Opa, Enkel vom 28.7. bis 3.8.2008. Leistungen: 6 Übernachtungen Vollpension,

kostenlose Kinderbetreuung, Ausflug in die Umgebung und Rahmenprogramm.

Preise: Erwachsene 289 €, Jugendliche 253 €, Kinder 208 €

a Advent im Bergischen Land vom 1. bis 7.12.2008. Leistungen: 6 Übernachtungen

Vollpension, Besuch des Weihnachtsmarktes in Köln, Betreuung und Unterhaltung,

Weihnachtliches Basteln und Backen. Preise: Erwachsene 248 €

a Jahreswechsel vom 27.12.2008 bis 3.1.2009 . Leistungen: 7 Übernachtungen Vollpension,

Sylvesterbuffet, Live-Musik. Preise für Nichtmitglieder: Erwachsene 399

€, Jugendliche 340 €, Kinder 175 €.

NFH Lieberhausen Käte-Strobel-Haus

Käte-Strobel-Weg 30, 51647 Gummersbach

Anreise mit der Bahn: bis Bf. Gummersbach – Abholdienst auf Anfrage. Weitere Anreise

bitte mit dem Haus absprechen. Bitte planen Sie Ihre Zugfahrt mit www.bahn.de

Anreise mit dem PKW: A 45 (Dortmund-Frankfurt) Abf. Meinerzhagen, Richtung Meinerzhagen,

nach ca. 300 m links ab. B 54 Richtung Olpe, nach ca. 3 km bei der Gaststätte

Höll rechts ab. Zufahrt zum Haus ist beschildert.

Information & Buchung: Telefon (02763) 910 -0 · Fax (02763) 910 -166

www.ferienzentrum-lieberhausen.de · info@ferienzentrum-lieberhausen.de

Name, Vorname Geburtsdatum

Name, Vorname Geburtsdatum

Name, Vorname Geburtsdatum

Auftrag zur Einzugsermächtigung

für die fälligen Jahresbeiträge durch die NaturFreunde Deutschlands:

Kontoinhaber

Konto-Nummer Bankleitzahl

Kreditinstitut

Datum Unterschrift Kontoinhaber

Beitrittserklärung senden an: NaturFreunde Deutschlands · Warschauer Str. 58a · 10243 Berlin

Telefon (030) 29 77 32 -60 · Fax -80 · info@naturfreunde.de · www.naturfreunde.de

SEITE 32 NATURFREUNDiN 4-2007

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