Geschäftsbericht 2010 - SSB

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Geschäftsbericht 2010 - SSB

Geschäftsbericht 2010

Stuttgarter Straßenbahnen AG

Neues Netz. Neue Ziele.


SSB im Zeitenwandel

Jede Geschichte hat ihre Kapitel. Eines wird abgeschlossen,

ein neues begonnen. Die Geschichte der

SSB ist seit 1868 zu einem dicken Buch mit sehr vielen

Kapiteln geworden, die über lange Strecken Erfolgsgeschichten

erzählen. 2010 wurde wieder ein Kapitel

abgeschlossen. Es trägt die Überschrift „Barrierefreiheit“

– ohne Stufen in Bus und Bahn. Mit dem Umbau

der Badstraße und dem Neubau der Haltestelle Ebitzweg

als Ersatz für die Haltestelle Augsburger Platz

der Stadtbahnlinie U13 hat die SSB ein langverfolgtes

Ziel erreicht. Alle Stadtbahnhaltestellen haben jetzt

Hochbahnsteige; Ein –und Ausstieg ist nun barrierefrei

möglich.

Es sind aber auch noch andere wichtige Ereignisse,

die das SSB Jahr 2010 charakterisieren und ihrer

Bedeutung nach Einzug in die Geschichtschronik des

Unternehmens halten werden. Die am 11. Dezember

eröffnete neue Stadtbahnstrecke U6 in den Fasanenhof

veränderte das gesamte Stadtbahnliniennetz. Und

so wurde zum Fahrplanwechsel 2010/2011 unter dem

Stichwort „Netz 2011“ begleitend ein neues Stadtbahnlinienkonzept

mit so umfangreichen Veränderungen

eingeführt, wie es sie seit Jahrzehnten nicht

gegeben hat. Dank der intensiven und umfangreichen

Kommunikation über mehrere Wochen zuvor, verlief

der Start sehr erfolgreich.

Und auch für die SSB-Busse war 2010 ein herausragendes

Jahr: Seit Dezember sind ausschließlich Niederflurbusse

im Einsatz und die Busflotte wurde mit fünf

Hybridbussen verstärkt. Dies ist ein Zeichen für die

Umweltverantwortung der SSB und ihr Bekenntnis zur

Elektromobilität.

Viele weitere Projekte wurden im letzten Jahr weiterverfolgt:

Der Nordast der U15 befindet sich bereits im

stadtbahntechnischen Ausbau. Die Generalüberholung

wurde fortgesetzt. 2010 stand auch im Fokus „Erweiterung

des Kundenservice“: Wird der Stadtbahnverkehr

unterbrochen, sorgt die SSB mit Taxen für raschen

Ersatz. Im Herbst startete der neue Internetauftritt

mit Online-Ticketangeboten. Und 2010 wurde der SSB

erstmals das Prädikat eines Top-Arbeitgebers in Stuttgart

verliehen. Nach 27 Jahren wechselte zudem der

Kaufmännische Vorstand.

Nachdem sich die Wirtschaft in Stadt und Region im

Krisenjahr 2009 weitgehend behauptet hatte, konnte

man 2010 dank einer gestärkten Konjunktur wieder

nach vorne schauen und die Zahl der Fahrgäste weiter

steigern. Auf die SSB warten große Aufgaben, auch

im Zusammenhang mit Stuttgart 21. Wie kein anderes

Projekt hat dieses Vorhaben die Gemüter nicht nur

in Stuttgart sondern in ganz Deutschland bewegt.

Niemand hätte geahnt, dass dieses Projekt für einen

solchen politischen und gesellschaftlichen Diskurs sorgen

würde. Mit dem neuartigen Schlichtungsverfahren

wurden Gegner und Befürworter aber an einen Tisch

gebracht und das Projekt noch einmal verbessert. Für

die SSB bedeutet Stuttgart 21 eine große Herausforderung

aber auch eine riesige nachhaltige Chance.

Natürlich gab es auch wieder einiges zu feiern. So

beging die Ausbildung bei der SSB ihr 40-jähriges Jubiläum,

die Stadtbahn feierte ihr 25-jähriges Bestehen,

der Nachtbus samt dreimillionstem Fahrgast und die

Betriebsleitstelle am Österreichischen Platz erreichten

ihren zwanzigsten Geburtstag und das Straßenbahnmuseum

im ehemaligen Betriebshof Bad Cannstatt

konnte auf ein gutes erstes Jahr zurückblicken.

2010 konnte sich die SSB wieder auf die hervorragenden

Leistungen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

verlassen, die sie auch in der Vergangenheit so stark

gemacht haben. Ohne deren Engagement wäre dies

nicht möglich gewesen. Um weiterhin stark und für die

Stadt bezahlbar zu bleiben, muss die SSB jedoch den

Weg einer konsequenten Umsatzsteigerung und Kosteneinsparung

weitergehen und dabei gegebenenfalls

auch neue Pfade einschlagen.

2011 wird wieder ein herausforderndes Jahr mit neuen

Aufgaben und weiteren Veränderungen im Unternehmen.

Dank der Erfahrung, des Engagements und dem

Selbstvertrauen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

wird die SSB dieses neue Jahr ebenfalls zu einem

erfolgreichen werden lassen.

Wolfgang Arnold Reinhold Bauer Jörn Meier-Berberich


Auf einen Blick

Stand 31.12. 2010

Jahresabschluss

Veränderung zum Vorjahr in

% 2009 2008 2007 2006

Bilanzsumme Mio. € 602 -0,8 607 618 619 587

Anlagevermögen Mio. € 485 8,0 449 424 424 440

Investitionen brutto Mio. € 109 7,9 101 100 65 58

Grundkapital und Rücklagen Mio. € 152 0,0 152 152 152 152

Langfristige Verbindlichkeiten Mio. € 141 6,8 132 121 117 116

Fahrgeldeinnahmen Mio. € 187 3,3 181 176 170 164

Personalaufwand Mio. € 144 -1,4 146 139 132 136

Gesamterträge Mio. € 297 3,8 286 284 289 291

Gesamtaufwand Mio. € 316 3,6 305 303 312 314

Ausgleichsanspruch Mio. € 19 0,0 19 19 23 23

Leistungen

Fahrten Mio. 190 0,5 189 190 187 188

Platz-km Mio. 5.289 0,4 5.268 5.231 5.182 5.201

Personalstand

(Inklusive Altersteilzeit und Auszubildende) 2.898 2,0 2.841 2.781 2.740 2.771

Linien

gesamt Anzahl 71 -1,4 72 72 70 70

- Schiene Anzahl 16 0,0 16 16 16 16

- Bus Anzahl 55 -1,8 56 56 54 54

Linienlänge gesamt km 909 0,9 901 900 887 881

- Schiene km 225 5,6 213 213 213 209

- besonderer Bahnkörper

einschl. Tunnelstrecke km 216 5,9 204 204 204 196

- Bus km 684 -0,6 688 687 674 672

Gleislänge gesamt km 248 2,1 243 243 243 249

- besonderer Bahnkörper

einschl. Tunnelstrecke km 233 2,2 228 228 228 227

Fahrzeuge

Stadtbahnfahrzeuge Anzahl 164 0,0 164 164 164 164

Straßenbahnfahrzeuge Anzahl 0 0 0 0 38

Busse Anzahl 279 1,1 276 270 274 255

Haltestellen Anzahl 823 0,1 822 824 822 815

Fahrstromverbrauch Mio. kWh 79,4 1,7 78,1 77,7 77,4 80,5

Dieselkraftstoffverbrauch Bus Mio. Liter 8,0 -1,2 8,1 8,0 7,9 7,7


01 Lagebericht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 04

02 Bericht des Aufsichtsrats . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14

03 Bericht des Vorstands . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

04 Vermögens- und Ertragslage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24

:: Bilanz- und Ergebnisvergleich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

:: Cash-Flow-Rechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28

05 Personal- und Sozialbericht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30

06 Marketing und Vertrieb . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38

07 Fahrgeldeinnahmen und Verkehrsleistungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44

08 Betriebsleistungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50

09 Betriebsanlagen und Infrastruktur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54

10 Umweltbericht und Nachhaltigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60

11 Jahresabschluss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66

:: Bilanz zum 31 . Dezember 2010 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68

:: Gewinn- und Verlustrechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70

:: Anhang für . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72

Anlage 1: Entwicklung des Anlagevermögens . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78

Anlage 2: Aufstellung des Anteilsbesitzes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80

Anlage 3: Organe der Gesellschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81

12 Bestätigungsvermerk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82

0MF | 03

U 1

U 12 U 11

BUS

U 9

U 8

U 7

U 6

U 5

U 4

U 3

U 2


U 12 U 11 BUS

U 9

U 8

U 7

U 6

U 5

U 4

U 3

U 2

U 1

01 Lagebericht

Rahmenbedingungen

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Investitionen

Personal

Innovation und Nachhaltigkeit

SSB Reisen GmbH

Risiko- und Chancenmanagement

Nachtragsbericht

Prognose


04 | 05


U 1

Lagebericht

Rahmenbedingungen

Angesichts der zum Ende des Krisenjahres 2009 noch

kaum absehbaren Verbesserungen der wirtschaftlichen

Rahmenbedingungen ist die SSB mit dem Verlauf des

Geschäftsjahres 2010 zufrieden . Bedingt durch viele

einsetzende positive konjunkturelle Impulse sank die

Arbeitslosenquote in der Landeshauptstadt Stuttgart

zum Jahresende 2010 auf 5,8 % . In der Region Stuttgart

lag die Quote im letzten Quartal 2010 bei 4,3 % .

Erhebliche winterbedingte Einflüsse am Anfang und

Ende des Jahres, viele Großveranstaltungen und immer

weiter steigende Treibstoffpreise verbesserten die

Nachfrage nach öffentlichen Verkehrsdienstleistungen

der SSB um 0,5 % auf 190,4 Mio . Fahrten (Vorjahr

189,5 Mio. €). Zusammen mit tariflichen Preiseffekten

verbesserten sich die Fahrgeldeinnahmen um 3,3 %

auf 187,4 Mio . € (Vorjahr 181,3 Mio . €) .

Die Einführung der Zweitwohnungssteuer ab 2011

führte durch Bereinigungen und Abmeldungen zu

einer statistischen Reduzierung der Einwohnerzahl

Stuttgarts . Da gleichzeitig jedoch auch der Bestand

an Kraftfahrzeugen stieg, nahmen die Pkw pro 1 .000

Einwohner auf 471 (Vorjahr 454 Pkw) stark zu .

Nach Inkrafttreten der EU-Verordnung 1370/2007 am

3 . Dezember 2009 müssen alle Bestimmungen in den

EU-Mitgliedsländern bis zum Ende der Übergangszeit

2019 umgesetzt sein . Jedoch konnten diese auch 2010

noch nicht in ein neu gefasstes Personenbeförderungs-

gesetz (PBefG) übernommen werden . Allerdings

erlaubt die bestehende rechtliche Konstellation dem

Aufgabenträger und Eigentümer Stadt Stuttgart eine

Betrauung ihres Beteiligungsunternehmens SSB nach

altem Recht . Die 2009 abgegebene Eigentümererklärung

an die SSB gilt bis Dezember 2018 . Dabei werden

die Vorgaben aus EU-Verordnung und EuGH-Rechtsprechung

zum Beihilfe- und Vergaberecht sowie zu

den europäischen Transparenz-Richtlinien eingehalten .

Der im Anhang der Verordnung geforderten Einhaltung

der Berichtspflichten hinsichtlich der Gewährung von

Ausgleichsleistungen wird Rechnung getragen . Nach

Ende der Übergangszeit kann die SSB weiterhin integriertes

Dienstleistungsunternehmen der Landeshauptstadt

bleiben, wenn sie die Anforderungen an eine

Direktvergabe gemäß der EU-Verordnung einhält . Diese

schreibt unter anderem vor, dass eine Behörde über

den Betreiber eine Kontrolle ausüben muss, die der

Kontrolle über ihre eigenen Dienststellen entspricht

(Kontrollkriterium) . Zudem darf der interne Betreiber

seine öffentlichen Personenverkehrsdienste nur innerhalb

des Zuständigkeitsgebiets der zuständigen örtlichen

Behörde ausführen (Wesentlichkeitskriterium) .

Um beiden Kriterien vollumfänglich zu entsprechen,

sind voraussichtlich rechtliche und angebotsrelevante

Anpassungsmaßnahmen notwendig .


Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Der Jahresabschluss 2010 wurde erstmals unter den

Vorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes

(BilMoG) aufgestellt . Daraus ergaben sich direkte Auswirkungen

auf das Jahresergebnis, die insbesondere

durch die Neubewertung langfristiger Rückstellungen

das außerordentliche Ergebnis mit 4,5 Mio . € und das

Zinsergebnis mit 2 Mio . € belastet haben .

Neuer Hybrid-Bus vor Schloß Solitude

Die Bilanzsumme reduzierte sich vor allem aufgrund

der Inanspruchnahme von Rückstellungen und Sonderposten

mit Rücklageanteil um 5 Mio . € auf nunmehr

602 Mio . € . Damit verbesserte sich die Eigenkapitalquote

geringfügig auf 25,3 % . Durch erhebliche Investitionen

in die Infrastruktur nahmen gleichzeitig die

Kapitalbindung und das Abschreibungsvolumen weiter

zu . Daher hat das Anlagevermögen um über 35,4

Mio . € zulasten des Umlaufvermögens und des Aufbaus

von Verbindlichkeiten zugenommen .

Im Wesentlichen durch die Inanspruchnahme des Sonderposten

mit Rücklageanteil werden buchungstechnisch

außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von

2,5 Mio . € ausgewiesen .

06 | 07


U 1

Lagebericht

Die Fahrgeldeinnahmen insgesamt stiegen durch

Preis- und Mengeneffekte um 3,3 % . Die zu Jahresbeginn

2010 vorgenommene Tarifanpassung von 2,4 %

konnte beim Kunden erfolgreich umgesetzt werden .

Der Regeltarif hat dazu mit stattlichen 4,5 % beigetragen

. Flankierende Marketing- und Vertriebsaktivitäten

unterstützten gleichzeitig das Ziel, die Fahrgastzahlen

weiter zu steigern . Allerdings führten auch Kürzungen

bei den Ausgleichszahlungen zur Beförderung Schwerbehinderter

und abrechnungstechnische Verschiebungen

im Verbund bei sonstigen Fahrausweisen und

Sonderangeboten zu einer Gegenentwicklung .

Wesentliche Einnahmezuwächse konnten vor allem in

den Segmenten des Gelegenheits- und Berufsverkehrs

erzielt werden . Der Gelegenheitsverkehr mit rund 36 %

der Fahrgeldeinnahmen im Regeltarif des Verbundes

realisierte 6,8 % mehr Einnahmen . Im zweitstärksten

Segment, dem Berufsverkehr mit rund 33 % Umsatzanteil,

wurden 3,6 % höhere Einnahmen erzielt . Dabei

schnitten das Wochen- und Monatsticket besonders

gut ab, die auch durch tarifliche Angebotsverbesserungen

gestützt wurden . Der Ausbildungsverkehr, mit

ca . 27 % das drittstärkste Ticketsegment im VVS, trug

mit 3,4 % zur Verbesserung der Einnahmen bei .

Fahrgäste schätzen die gute Anbindung des Cannstatter Wasens mit den Sonderlinien


Das mit 4 % relativ kleine Segment des Seniorenverkehrs

verbuchte einen leichten Umsatzrückgang von

0,1 % . Im Tarif 2011 erfährt diese Zielgruppe eine wesentliche

Verbesserung durch den Wegfall der Sperrzeiten

. Allerdings ist festzustellen, dass einem immer

größeren Kreis von Senioren ein Pkw als Alternative

zur Verfügung steht .

Die Abgeltungen und gesetzliche Ausgleichsmaßnahmen

an die SSB sind leicht auf 62,1 Mio . € (Vorjahr

61,9 Mio . €) gestiegen .

Der Personalaufwand sank im Vergleich zum Vorjahr

um 2,2 Mio . €, obwohl zum 1 . Januar 2010 eine

Tariferhöhung von 1,2 %, eine Einmalzahlung sowie

eine leistungsabhängige Komponente wirksam wurde .

Die im Vorjahr noch zu leistenden erheblichen Sonderzahlungen

an den Pensionssicherungsverein sowie die

Inanspruchnahme der Altersteilzeit mit entsprechend

positiven Auswirkungen auf den Personalaufwand

führten in Summe zu einer Reduzierung . Für 2011 wird

wieder mit einem Anstieg gerechnet .

Die permanente Netzausweitung bei gleichzeitigem

Rückgang der Zuschüsse bedingt in den kommenden

Jahren eine Zunahme des Abschreibungsvolumens . Im

Geschäftsjahr nahmen sie um 9,5 % auf 38,5 Mio . €

(Vorjahr 35,2 Mio . €) zu .

Das Jahresergebnis von -19,3 Mio . € (Vorjahr -18,7

Mio . €) liegt um 3,6 Mio . € unter dem Planergebnis und

wird von der Konzernmuttergesellschaft SVV ausgeglichen

. Dies entspricht einem Kostendeckungsgrad von

93,9 % (Vorjahr 93,9 %) .

Durch die hohe Investitionstätigkeit und Inanspruchnahme

von Rückstellungen gingen die Finanzmittel

um 34,1 Mio . € zurück . Der Cash Flow aus laufender

Geschäftstätigkeit (16,3 Mio . €) verminderte sich im

Vergleich zum Vorjahr um 8,3 Mio . €, während die Mittelabflüsse

aus der Investitionstätigkeit (104,3 Mio. €)

um 14,8 Mio . € zunahmen . Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit

(53,9 Mio . €) stieg um 6,2 Mio . € .

Investitionen

Zur Erhaltung und Verbesserung des hochwertigen

Nahverkehrs in Stuttgart investierte die SSB 2010

brutto vor Verrechnung von Zuschüssen 106,5 Mio . €

(Vorjahr 92,5 Mio . €) . Für laufende Vorhaben gingen

31,8 Mio . € Zuschüsse ein . Über die Hälfte dieses

Gesamtbudgets flossen direkt in den Neu- und Ausbau

der Schieneninfrastruktur, wie zum Beispiel die Verlängerung

der U 6 nach Fasanenhof-Ost und der U 15

im Stuttgarter Norden mit einem hohen Tunnelanteil .

Für 24 neue Busse und 5 umweltfreundliche Hybrid-

Gelenkbusse wurden 10,1 Mio . € investiert .

Für Grundstücke und Gebäude, wie den neuen Gleisbauhof

in Wangen und die neue Bauernmarkthalle im

Stuttgarter Westen, wurden 4,5 Mio . € ausgegeben .

Die SSB führte 2010 Folgepflichtmaßnahmen in Höhe

von 2,4 Mio . € (Vorjahr 8,2 Mio . €) durch .

Personal

Zum 31 .12 .2010 beschäftigte die SSB teilzeitbereinigt

2 .573 Personen (Vorjahr 2 .498), was einer Zunahme um

3,0 % entspricht sowie 83 (Vorjahr 79) Auszubildende

sowie Studenten der Dualen Hochschule . Die Erhöhung

der Beschäftigtenzahl ist insbesondere auf die Altersteilzeitarbeit

in Verbindung mit der teilweisen vorzeitigen

Nachbesetzung von Arbeitsplätzen sowie die

statistische Berücksichtigung der bisherigen Mitarbeiter

in der Freizeitphase der Altersteilzeit zurückzuführen

. Dies betraf zum Stichtag 31 .12 .2010 135 Personen

(Vorjahr 131) . Des Weiteren resultiert der Anstieg

der Beschäftigtenzahl aus Neueinstellungen wegen

Leistungsausweitungen im Fahrdienst, Generalüberholung

von Stadtbahnfahrzeugen und Projektarbeiten im

Zuge von Großprojekten . Aufgrund teilweiser zeitlicher

Verzögerungen wurde der Planansatz 2010 nicht voll

ausgeschöpft. Vor dem demografischen Hintergrund

sowie wegen des doppelten Abiturjahrgangs wird die

SSB bis 2012 ihre Ausbildungskapazitäten auf voraussichtlich

95 Personen erhöhen .

08 | 09


U 1

Lagebericht

Auch 2010 konnten keine Fortschritte in den Verhandlungen

für eine Nachfolgeregelung für die Ende

2009 abgelaufene Anwendungsvereinbarung zum

Bezirkszusatztarifvertrag Nahverkehr erzielt werden .

Zudem kündigte die ver .di-Landestarifkommission

den bestehenden Manteltarifvertrag zum 30 .06 .2011 .

Ebenso kam man bei den Verhandlungen zum Tarifvertrag

Demografie auf bundesweiter Ebene noch nicht

zu einer Lösung . Unabhängig von der Kündigung gilt

der bestehende Tarifvertrag Nahverkehr Baden-Württemberg

für alle Beschäftigen weiter .

In den Bemühungen um eine Senkung der Fehlzeitenquote

und den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit bei

älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurde das

betriebliche Gesundheitsmanagement 2010 weiter ausgebaut

. Außerdem beteiligt sich die SSB am bundesweiten

Forschungsprojekt ProVes (Professionalisierung

von Dienstleistungsarbeit in Schlüsselbranchen des

Verkehrssektors) als Modellbetrieb mit Schwerpunkt

Organisationsentwicklung . Hauptthemen bilden die

Ausdehnung von Mischarbeit sowie die Optimierung

des betrieblichen Wissensmanagements .

Innovation und Nachhaltigkeit

Im Januar 2010 wurde der Vertrag über die Beschaffung

von 20 Stadtbahnwagen vom Typ DT 8 .12 mit dem

Unternehmen Stadler Pankow GmbH abgeschlossen .

Bei der Konstruktion muss u .a . neuen gesetzlichen Sicherheitsvorgaben

Rechnung getragen werden . Anfang

2011 konnte mit dem Bau des ersten Fahrzeugs in Berlin

begonnen werden . 2012 sollen die ersten Fahrzeuge

geliefert werden . Die 2008 gestartete Generalüberholung

von 60 Stadtbahnzügen der ersten Generation

wurde planmäßig fortgesetzt und soll 2013 abgeschlossen

sein . Der Aufsichtsrat folgte dem Antrag des

Vorstands weitere 18 Fahrzeuge ab 2014 zu sanieren .

Im Laufe des Berichtsjahres wurden Tests mit dem

Fahrgastinfotainment-System mit Echtzeitumsteigebeziehungen

und Versuche mit diversen Batterietypen,

ölfreien Kompressoren, neuen Radwerkstoffen sowie

brandschutzoptimierten Innenraumdecken durchgeführt

. Hierbei führte die SSB die bewährte Zusammenarbeit

mit der Universität Stuttgart weiter . Zur Verbesserung

der Sicherheit in Tunneln wurde ein Rüstwagen

Schiene beschafft, der von der Berufsfeuerwehr gegen

Entgelt der SSB Stuttgart betrieben wird .

Zudem übernahm die SSB zum 1 . Januar 2011 im Rahmen

eines Übertragungs- und Betriebsführungsvertrages

die Killesbergbahn von der Stadt Stuttgart . Dabei

übernimmt die SSB das Eigentum für alle beweglichen

Wirtschaftsgüter sowie das Personal, lediglich das

unbewegliche Inventar verblieb im Eigentum der Stadt .

Ziel ist es, die Vermarktung und die technische Betreuung

in den Ablauf der SSB zu integrieren .

Im Jahr 2010 beschaffte die SSB 20 Niederflurbusse

mit optimierter Abgasnachbehandlung EEV (Enhanced

Environmentally Friendly Vehicle), so dass zum

Fahrplanwechsel 2010/2011 im Linienverkehr nur

noch fahrgastfreundliche, niederflurige Fahrzeuge

zum Einsatz kommen . Im Rahmen ihrer Teilnahme am

Projekt Elektromobilitätsregion des BMVBS (Bundesministerium

für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung)

wurden außerdem fünf Hybridbusse beschafft, die

zum Jahresende 2010 vollumfänglich in den regulären

Liniendienst integriert wurden . Zudem engagierte sich

die SSB am Zentrum für E-Mobilität Stuttgart und

widmete sich im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie

der Minimierung des Schadstoffausstoßes . Hierzu

zählen Maßnahmen zur Stickstoffdioxidreduzierung

sowie Tests zum Einsatz synthetischer Kraftstoffe .

SSB Reisen GmbH

Die SSB Reisen GmbH konnte im schwierigen Jahr 2010

bei den Eigenveranstaltungen um gut 4 % wachsen .

Ein Aufschwung war in der Touristik für das Reisejahr

2010 noch nicht spürbar . Die Umsätze der Vermittlungsleistungen,

Touristik sowie im Bahn- und Flugbereich,

bewegten sich daher auf Vorjahresniveau . Die

weiter gesunkenen Finanzerträge konnten durch Kostenreduzierungen

kompensiert werden . Das Ergebnis

2010 lag mit 68 T€ im Rahmen der Erwartungen . Der

Buchungseingang für 2011 bis Mitte Februar zeigte,

dass nun auch in der Touristik mit einer Belebung

gerechnet werden darf . Allerdings können die neueren

politischen Ereignisse in Nordafrika und im arabischen

Raum für die Tourismusindustrie zu gravierenden Veränderungen

führen .


Risiko- und Chancenmanagement

Das Risiko- und Chancenmanagement ist in der SSB

auf allen Führungsebenen fest verankert und gehört

zu den wichtigen Steuerungsinstrumenten der Unternehmensleitung

und der Kontrollgremien . Der Prüfungsausschuss

beschäftigt sich inhaltlich mit der

Risikoinventur, der Bewertung und den Konsequenzen

und gibt dem Aufsichtsrat eine Beschlussempfehlung .

In 2010 wurde das Risiko-Handbuch in wesentlichen

Teilen überarbeitet, um neue Erkenntnisse und Erfahrungen

einfließen zu lassen. Dies betraf insbesondere

die Ausführungen zur Risikotragfähigkeit, Risikoneigung

und -deckungsmasse .

Ausgangslage des Risikomanagements, unter das auch

der Bereich Compliance mit dem städtischen Public

Corporate Governance Kodex fällt, ist die Festlegung

der potenziellen Deckungsmassen (objektive Risikotragfähigkeit),

die zusammen mit der Risikoneigung

des Unternehmens die Risikodeckungsmasse bildet .

Über die Identifikation, Analyse und Bewertung von

Risikopositionen (Risikoinventur) wird danach festgestellt,

ob die Deckungsmasse ausreichend ist . Die

aktive Steuerung der Risiken erfolgt langfristig über

die Unternehmensstrategie und operativ über die

Wirtschaftsplanung . Ein wirksames Risikocontrolling

und -reporting rundet den Prozess ab .

Der gesamte Risikomanagementprozess ist im zentralen

Controlling verankert . Eine Verfahrensdokumentation

regelt alle Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten

der Risikobearbeitung und minimierung .

Bestandsgefährdende Risiken unterliegen einer

besonderen, meist Kennzahl gestützten Beobachtung

und Kontrolle .

In der Einschätzung mancher Risiken und Chancen

hat es in 2010 Veränderungen gegeben . So werden

manche EU-rechtliche und politische Risiken etwas

positiver eingeschätzt als im Vorjahr . Hingegen sind

die Berei-che der öffentlichen Finanzierung des ÖPNV

und der demografischen Entwicklung mit ihrem direkten

Einfluss auf Fahrgeldeinnahmen weiter in der

Risikoeinschätzung gestiegen . Wie im Vorjahr galt es

auch in diesem Jahr, die Sicherheit in Tunneln weiter

auszubauen . Einen wesentlichen Beitrag dazu erbringt

ein neu angeschaffter Tunnelrettungswagen mit

neuester Evakuierungs- und Tunnelrettungstechnik,

der gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr Stuttgart

betrieben wird .

Eine immer stärkere Bedeutung erlangt das Chancenmanagement,

das verhindern sollte, dass Möglichkeiten

für den erfolgreichen Fortbestand des Unternehmens

nicht erkannt oder nicht rechtzeitig genutzt werden .

Zum weiteren Einflussbereich des Risikomanagements

zählt auch das Compliance Management . Darunter

wird die Einhaltung des Public Corporate Governance

Kodex, die Verhaltensrichtlinie und der Geschäftspartnerkodex,

verstanden . Beide Vorschriften regeln

die gegenseitigen Erwartungen und Verpflichtungen

nach innen in Richtung Personal bzw . nach außen zu

Kunden und Lieferanten .

Für Preisänderungsrisiken in der Beschaffung von

wesentlichen Aufwandspositionen wie Strom und Diesel

ist ein Großteil der Verbräuche durch Rohwarenswaps

oder Festkontrakte in den kommenden Jahren

abgesichert .

Aus heutiger Sicht sind zu allen bekannten Risiken,

auch unter Berücksichtigung ihrer kumulativen Wirkung,

notwendige Maßnahmen ergriffen worden, um

deren bestandsgefährdendes Potenzial zu minimieren .

Finanzierbare Chancen wurden und werden erkannt

und konsequent genutzt .

Nachtragsbericht

Nach dem Bilanzstichtag ergaben sich keine wesentlichen

Erkenntnisse oder Entwicklungen, die negative

Auswirkungen auf die Lage der Gesellschaft haben .

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U 1

Lagebericht

Prognose

Im Jahr 2011 wird die SSB voraussichtlich insgesamt

brutto 114,9 Mio . € investieren . Daraus ergibt sich ein

Zuschussanspruch von ca . 48,8 Mio . € . Aufgrund der

begrenzten Haushaltsmittel wird jedoch nur mit eingehenden

öffentlichen Zuschüssen von 28,3 Mio . € gerechnet

. Neben weiteren Finanzierungsquellen Dritter

und der Muttergesellschaft hat die SSB einen Nettofinanzierungsbedarf

von voraussichtlich 33,2 Mio . € .

Rund 55 % des Gesamtinvestitionsbudgets betreffen

Stadtbahnvorhaben, insbesondere den Neubau

der Linie U 12 im A1-Areal (Europaviertel) und die

Baumaßnahmen an der Linie U 15 in Zuffenhausen .

Notwendige Investitionen im Zuge des Projektes Stuttgart

21 werden auf Grundlage der im Februar 2011

verhandelten Kreuzungsvereinbarung und Bauabwicklungsvereinbarung

mit der Deutsche Bahn AG für den

Bereich Heilbronner Straße abgerechnet und ersetzt .

Für den Bereich Staatsgalerie muss über eine entsprechende

Kreuzungsvereinbarung noch verhandelt

werden . Die rechtliche Grundlage der Vereinbarungen

bildet das Eisenbahnkreuzungsgesetz . Investitionen in

Grundstücke und Gebäude benötigen einen Anteil am

Gesamtbudget von rund 12 %, während für Fahrzeuge

voraussichtlich 16 % bereitgestellt werden müssen .

Jeweils ungefähr 8 % des Volumens erfolgen für Investitionen

in Gleis- und elektrotechnische Anlagen sowie

in Betriebs- und Geschäftsausstattung .

Nach der Tarifanpassung des Verbundes von durchschnittlich

2,5 % zum 1 . Januar 2011 werden Bruttofahrgeldeinnahmen

von rund 192,2 Mio . € erwartet .

Infolge des zum Fahrplanwechsel 2010/2011 umgestellten

Stadtbahnnetzes sowie der weiter anziehenden

Wirtschaftsentwicklung kann von einem Anstieg

der Fahrgastzahlen ausgegangen werden, so dass die

prognostizierten Mehreinnahmen auch aus Mengeneffekten

resultieren werden . Allerdings sind in 2010

noch witterungsbedingte positive Sondereinflüsse

enthalten . Die Abgeltungs- und Ausgleichsleistungen

werden voraussichtlich das Vorjahresniveau erreichen .

Die SSB rechnet 2011 mit Gesamterträgen von circa

285 Mio . €, denen Aufwendungen von ungefähr 308

Mio . € gegenüberstehen werden . Dies bedeutet einen

Ausgleichsanspruch von über 23 Mio . € .

Trotz der wieder etwas verbesserten öffentlichen

Haushaltssituation 2010 sind die Perspektiven für

die Finanzierung von zukünftigen Bauvorhaben im

Nahverkehr, insbesondere auch von Ersatzinvestitionen,

nicht besser einzuschätzen . Ende 2010 wurde vom

Landtag ein Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz

(LGVFG) für Baden-Württemberg beschlossen .

Zwar wurde ein neuer unbefristet gültiger Fördertatbestand

für „Grunderneuerungen“ aufgenommen und

es soll eine Zweckbindung zum Einsatz der Fördermittel

für die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse

geben, jedoch bedürfen die Vorschriften noch einer

konkreten Definition. Zudem ist eine Finanzierung

nach Haushaltslage ohne Fixierung der Fördermittel

vorgesehen . Dies wird für die SSB eine zusätzliche Unsicherheit

bei der Finanzierung größerer Bauvorhaben

mit sich bringen .

Die 1999 begonnene Restrukturierung der ersten

Phase führte durch vielerlei Maßnahmen zu Kosteneinsparungen

und damit zu einer nahezu stetigen

Absenkung des Ausgleichsanspruchs um rund 55 %

bis 2010 . Im Berichtsjahr wurde diese erste Phase der

Restrukturierung abgeschlossen, von der noch rund 20

Maßnahmen abzuarbeiten sind . Aufgrund struktureller

Belastungen wie steigender Aufwendungen für die

Instandhaltung der Infrastruktur, die Fortsetzung der

Generalüberholung, die Beschaffung neuer Stadtbahnen

2012 und voraussichtlich 2019 und steigender

Personalaufwendungen wird sich der Ausgleichsanspruch

ab 2010 nahezu stetig erhöhen . Als Folge der

zunehmenden Kapitalbindung wird der Zinsaufwand


der SSB wegen erhöhter Kreditfinanzierung mittelfristig

steigen . Der Mittelfristplan prognostiziert einen

Anstieg des Defizits auf fast 33 Mio. € im Jahr 2014.

Um den Trend abzumildern, hat sich die SSB das Ziel

gesetzt, innerhalb der kommenden Jahre rund 5 Mio . €

an Ergebnis- und Kostenverbesserungen zu realisieren .

Dies soll durch verschiedene bereichsübergreifende

Maßnahmen erfolgen . Hierzu wurden z .B . künftige

zielgruppenspezifische Erlösszenarien definiert und

mehrere Projekte initiiert . Die strukturellen Belastungen

haben auch Auswirkungen auf die Liquidität und

den Kreditbedarf der SSB . Bei realistischer Einschätzung

zukünftiger Zahlungsströme, die insbesondere

durch den Kauf neuer Stadtbahnen sowie der Generalsanierung

des vorhandenen Fuhrparks beeinflusst sind,

wird ein zusätzlicher Finanzbedarf bis 2014 von ca .

140 Mio . € entstehen . Die Instandhaltungs- und Reinvestitionsaufwendungen

werden künftig steigen, da

ein immer größerer Teil der Infrastruktur und Immobilien

die betriebliche Nutzungsdauer erreicht hat .

Generalsaniertes Fahrzeug bei der Inbetriebnahme // 1:1-Modell des neuen Stadtbahn-Wagens

Aus den zielgerichteten Investitionen in neue Strecken,

Fahrzeuge und Qualitätsstandards ergeben sich jedoch

auch Chancen zur Gewinnung neuer Fahrgäste und

somit zur Steigerung der Erträge .

Stuttgart, den 31 . März 2011

Stuttgarter Straßenbahnen AG

Wolfgang Arnold

Reinhold Bauer

Jörn Meier-Berberich

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BUS

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U 2

02 Bericht des Aufsichtsrats


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U 2

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2010 seine

Aufgaben gemäß den gesetzlichen Vorschriften, der

Satzung und der Geschäftsordnung wahrgenommen .

Darüber hinaus hat er sich nach den Anforderungen

des Corporate Governance Kodex der Stadt gerichtet .

Der Aufsichtsrat hat den Vorstand der Gesellschaft

bei der Führung der Geschäfte überwacht . Der Vorstand

hat dazu das Gremium regelmäßig meist durch

schriftliche Vorlagen, aber auch durch mündliche

Berichte über den Geschäftsverlauf informiert . Dabei

wurde insbesondere über die wirtschaftliche Lage der

Gesellschaft bzw . deren Tochter- und Beteiligungsgesellschaften,

den Jahresabschluss, die Unternehmensplanung,

das Risiko- und Chancenmanagement, laufende

und geplante Infrastrukturprojekte, den Public

Corporate Governance Kodex und alle wesentlichen

Geschäftsvorfälle zeitnah und umfassend unterrichtet .

Die nach der Geschäftsordnung zustimmungspflichtigen

Vorgänge sind dem Gremium rechtzeitig vorgelegt

und erläutert worden . Der Vorsitzende hat auch außerhalb

der Sitzungen des Aufsichtsrats die Interessen der

Gesellschaft vertreten .

Der Jahresabschluss zum 31 . Dezember 2010 wurde

rechtzeitig aufgestellt und wird im elektronischen

Bundesanzeiger veröffentlicht . Gemäß § 170 AktG hat

der Vorstand den Jahresabschluss 2010 unmittelbar

nach seiner Aufstellung dem Aufsichtsrat, vorbehaltlich

der späteren Feststellung, zugesandt .

In der Hauptversammlung am 27 . Juli 2010 wurde die

KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Stuttgart,

mit der Prüfung des Jahresabschlusses 2010 und der

besonderen Berichterstattung über die Prüfung nach

§ 53 HGrG beauftragt .

Sie hat den Jahresabschluss und den Lagebericht zum

31 . Dezember 2010 eingehend geprüft und mit einem

uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen .

Der Bericht des Abschlussprüfers wurde allen Mitgliedern

des Aufsichtsrats übergeben und im Prüfungsausschuss

sowie in der Sitzung des Aufsichtsrats am

28 . Juni 2011 in Anwesenheit des Wirtschaftsprüfers

erörtert und zur Diskussion gestellt . Wesentliche Einwendungen

ergaben sich dabei nicht . Der Aufsichtsrat

schloss sich den Prüfungsergebnissen und der Empfehlung

des Prüfungsausschusses an und hat daher den

vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss mit Lagebericht

und den Bericht des Vorstands zum 31 . Dezember

2010 gebilligt . Der Jahresabschluss ist damit nach

§ 172 AktG festgestellt .

Im Geschäftsjahr 2010 wurden vier ordentliche Aufsichtsratssitzungen

einberufen . Darüber hinaus fand

im Juni eine Studien- und Informationsreise nach

Kopenhagen und Malmö statt, deren Nahverkehrskonzepte

und Restrukturierungsansätze in weitere strategische

Überlegungen der SSB AG einfließen können.

Der Prüfungsausschuss wurde dreimal einberufen . Neben

den jährlich wiederkehrenden Schwerpunktthemen

Wirtschaftsplanung, Jahresabschluss, Risikomanagement

und Inhalt des Prüfungsauftrags und Rohwaren-

Swapgeschäfte wurden in einer Sondersitzung die

rechtlichen und vertraglichen Auswirkungen durch

die Beteiligung an den Folgemaßnahmen Stuttgart 21

behandelt .

Der Restrukturierungsausschuss tagte zweimal und

verabschiedete den Abschlussbericht der ersten

Restrukturierungsphase und erörterte die weiteren

Maßnahmen zur Verbesserung der Organisation und

der Wirtschaftlichkeit .

Über die Inhalte, Empfehlungen und Ergebnisse der

einzelnen Ausschüsse wurde im Gesamtgremium des

Aufsichtsrats informiert und diskutiert .

Zum 31. Juli 2010 schied Herr Dr. Peter Höflinger als

kaufmännischer Vorstand altershalber aus . Herr Jörn

Meier-Berberich, der ab 1 . Mai 2010 als stellvertretender

kaufmännischer Vorstand berufen wurde,

übernahm zum 1 . August 2010 das Amt des kaufmännischen

Vorstands .

Die Zusammensetzung des Aufsichtsrates änderte sich

im Geschäftsjahr 2010 nicht .


Der Aufsichtsrat dankt den Vorständen und allen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für deren täglichen

Einsatz für einen hochqualitativen Nahverkehr in

Stuttgart, insbesondere auch im Zuge der Netzumstellung

2011 zum Ende des Geschäftsjahres .

Stuttgart, Juni 2011

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats

Dr . Wolfgang Schuster

Oberbürgermeister Landeshauptstadt Stuttgart

Oberbürgermeister Dr . Wolfgang Schuster im Interview während der Eröffnungsfeier U6 Fasanenhof

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03 Bericht des Vorstands

Strategische Steuerung und Restrukturierung

Stuttgart 21

Schienen- und Busverkehr

Hochbauaktivitäten

Auszeichnungen


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U 3

Bericht des Vorstands

Strategische Steuerung und Restrukturierung

Der Vorstand der SSB zeigt sich zufrieden mit dem

Ergebnis 2010 und der Tatsache, dass die Rezession nur

kurzfristige Auswirkungen auf den ÖPNV im Verbundraum

hatte und fast alle aktuellen Baumaßnahmen

im Zeitrahmen sind . Viele Projekte, neue Infrastruktur-

und Hochbaumaßnahmen wurden begonnen, die

nicht zuletzt die Wirtschaftlichkeit, Ertragsstärke und

Effizienz des Unternehmens ohne spürbare Folgen für

den Kunden steigern sollen .

Gleichzeitig verändern sich jedoch externe Einflüsse

wie Rechtsrahmen, Demografie, Vorgaben und Erwartungen

an die Unternehmensleitung, die durch das

Management zu bewältigen sind .

Zur Sicherstellung der Zukunftsfähigkeit unter dem

Postulat Nachhaltigkeit wurden daher 2010 neue

Projekte und Initiativen eingeleitet . Dazu zählt u .a .

die Neuausrichtung der strategischen und operativen

Steuerungsinstrumente, die auf ihre Stringenz und

Konsistenz hin überprüft, vereinheitlicht und auf neue

rechtliche Anforderungen hin ausgerichtet werden soll .

Dies bedingt auch eine Neukonzeption des Planungs –

und Berichtswesens . In diesem Zusammenhang wird

auch voraussichtlich 2011 das Strategiepapier aktualisiert

. Zur Unterstützung strategischer Vorgaben ist

die Einführung eines langfristigen Simulationssystems

geplant .

2010 wurde die 1999 begonnene erste Phase der

Restrukturierung abgeschlossen . Hierzu wurde ein

Abschlussbericht erstellt, der dem Aufsichtsrat und

dessen Ausschüssen vorgelegt wurde . Vor dem Hintergrund

künftig notwendiger Ersatzinvestitionen,

Neu- und Ausbaumaßnahmen, sinkender Zuschüsse

und steigender Tariflöhne gibt es keine Alternative zu

einer Fortsetzung der Restrukturierung . Im Fokus steht

dabei weniger die Wettbewerbsfähigkeit, als vielmehr

die nachhaltige Begrenzung des steigenden Jahresdefizits

der SSB. Daher wurde damit begonnen, nach

neuen Möglichkeiten für weitere Einsparungen, aber

auch Ertragspotenziale zu suchen und weitere Maßnahmenkataloge

zu erarbeiten . Unter der Perspektive

eines ganzheitlichen unternehmerischen Ansatzes soll

die Restrukturierung deshalb weitergeführt werden .

Hierzu wurde dem Aufsichtsrat ein erstes Grobkonzept

vorgestellt, das viele Einzelmaßnahmen vorsieht . So

wurde zur Ertragssteigerung beispielsweise zum 27 . Februar

2011 der Vordereinstieg im Bus im gesamten SSB

Netz eingeführt . Zudem wurden Grundsatzüberlegungen

über eine Neugestaltung der Aufbauorganisation

bei der SSB angestellt sowie erste Maßnahmen definiert

und bewertet . Des Weiteren führte die SSB eine

erste übergreifende Bestandsaufnahme im Bereich Bus

durch . Außerdem soll eine ganzheitliche Standortbestimmung

im Bereich Stadtbahn durchgeführt werden .

Im Kontext zu den verschiedenen Restrukturierungsansätzen

wurden zudem die Entscheidungs- und

Kommunikationsprozesse im Unternehmen verschlankt

und der Austausch mit externen Unternehmen und

Dienstleistern zum weiteren Wissenstransfer intensiviert

. Gleichzeitig soll die SSB-Kultur in Richtung einer

größeren Vertrauenskultur verändert werden, um die

internen Prozesse effizienter werden zu lassen. Alle

Ansätze zielen darauf, die bewährte Dienstleistungsqualität

langfristig finanzierbar zu halten, zielgerichtet

auszubauen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

auch künftig attraktive Arbeits- und Entwicklungsbedingungen

zu bieten .


Stuttgart 21

Im Jahr 2010 wurden die Verhandlungen um eine

Kreuzungsvereinbarung sowie eine Bauabwicklungsvereinbarung

mit der Deutsche Bahn AG für die Folgemaßnahmen

Heilbronner Straße weitergeführt und

im Februar 2011 in den Aufsichtsgremien abschließend

beraten . Für die Folgemaßnahme Staatsgalerie wird

über die Kreuzungsvereinbarung noch verhandelt .

Beide Vereinbarungen sind rechtlich erforderlich, da

die Stadtbahntrasse infolge des Baus eines neuen

Fernbahntunnels bei der Heilbronner Straße tiefer

gelegt und verschoben werden muss . Zudem muss die

Haltestelle Staatsgalerie höher gelegt und in Richtung

Mailänder-Platz mit dem geplanten Verlauf der Stadtbahnlinie U12

Schlossgarten verschoben werden . Im Berichtsjahr

wurde mit den vorbereitenden Baumaßnahmen für

den neuen Hauptbahnhof begonnen . Stuttgart 21 wird

der SSB infolge verbesserter Verkehrsangebote einen

nachhaltigen Fahrgastzuwachs und eine Erhöhung des

Marktanteils bringen . Die Bauarbeiten am Tunnel unter

der neuen Bibliothek 21 zwischen dem Hauptbahnhof

und der Nordbahnhofstraße an der künftigen Linie

U 12 wurden weitergeführt . Die Haltestelle Milchhof

soll nach einem Planänderungsverfahren oberirdisch

angebunden werden . In Zukunft wird eine neue Haltestelle

„Budapester Platz“ die Baugebiete A1 und A2

erschließen .

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U 3

Bericht des Vorstands

Schienen- und Busverkehr

Zum Fahrplanwechsel 2010/2011 wurde der Streckenabschnitt

der Linie U 6 zum Fasanenhof-Ost in Betrieb

genommen . Untersuchungen ergaben, dass eine Weiterführung

der Linie U 6 zur Landesmesse bei Verwirklichung

des Filderbahnhofs technisch machbar und

gesamtwirtschaftlich tragfähig ist . Die Entscheidung

über den Bau hängt insbesondere von der Position des

Aufgabenträgers Landkreis Esslingen und einem Finanzierungspartner

ab . Der Streckenneubau der Linie U 15

zwischen Zuffenhausen und Stammheim wurde 2010

weiter vorangetrieben . Nach Abschluss der Tunnelbauarbeiten

wurde mit dem stadtbahntechnischen Ausbau

begonnen . Mit der Inbetriebnahme des Nordastes der

Linie U 15 wird zum Fahrplanwechsel 2011/2012 gerechnet

. Der Planfeststellungsbeschluss für die Strecke

zwischen Löwentor und Hallschlag der Linie U 12 wurde

im Frühjahr 2011 erteilt . Die Mittel nach dem GvFG

sind bewilligt . Voraussichtlich im Herbst kann dann mit

den ersten Bauarbeiten begonnen werden . Die Inbetriebnahme

der neuen Strecke ist 2013 vorgesehen .

Zusätzlich ist geplant, die Linie im Norden bis ins Neckartal

weiterzuführen . Der Südast der Linie U 12 soll

bis Dürrlewang ausgebaut werden . Hierzu wird 2011

die Planfeststellung erwartet . Im Berichtsjahr wurde

das Stadtbahnnetz nach dem Umbau der Haltestellen

Badstraße und Ebitzweg vollständig mit zugangsfreundlichen

Hochbahnsteigen ausgerüstet . Zum Fahrplanwechsel

2010/11 ging das überarbeitete Stadtbahnliniennetz

„Netz 2011“ mit neu konfigurierten

Linienwegen und verbesserter Haltestelleninfrastruktur

in Betrieb . Hierzu wurde die Bevölkerung im Verlauf

des abgelaufenen Jahres systematisch vorinformiert .

Zudem wurde das Nachtverkehrsangebot ergänzt . Die

SSB rechnet infolge des attraktiveren Linienkonzepts

mit zusätzlichen Fahrgeldeinnahmen .

Beklebung von Bussen und Bahnen mit dem Hinweis auf das neue Netz 2011


Infolge geänderter Abfahrtszeiten bei der Stadtbahn

wurde der Jahresfahrplan 2010 auch im Busbereich

entsprechend angepasst . Dabei nahm die SSB notwendige

Veränderungen beim Angebot auf mehreren

Buslinien vor . Zudem wurde zeitweise ein Schienenersatzverkehr

zwischen Leonberg und der Universität

Stuttgart während einer Instandhaltungsmaßnahme

an der S-Bahnlinie S6 angeboten . Ende 2010 war die

Umstellung der gesamten Busflotte auf Niederflurfahrzeuge

abgeschlossen, so dass alle technischen Standards

für die Beförderung mobilitätseingeschränkter

Personen erfüllt sind . Verschiedene Maßnahmen zur

Beschleunigung des Busverkehrs wurden in Zusammenarbeit

mit der Stadt Stuttgart weiterverfolgt .

Des Weiteren führte die SSB den Vordereinstieg nach

mehrjähriger Testphase auf sieben Linien Ende Februar

2011 netzweit ein . Gemäß den Erwartungen ging die

Beanstandungsquote zurück und der Ticketverkauf

beim Fahrpersonal und an Automaten nahm zu . Die

Maßnahme stieß bei Fahrgästen und Medien weitgehend

auf Akzeptanz .

Um neue Kunden und Mitarbeiter zu gewinnen, hat

die SSB Ende 2010 ihren Internetauftritt neu gestaltet

. Fahrgäste erhalten aus einer Hand alle benötigten

Informationen über eine geplante Reise oder über

das Unternehmen SSB . Zudem können Fahrscheine

erstmals über den eigenen Computer erworben

und ausgedruckt werden . Ebenso hat die SSB damit

begonnen, weitere Kommunikationskanäle für sich zu

nutzen, beispielsweise das Netzwerk „Twitter“ . Durch

verschiedene Werbemaßnahmen und Kooperationen

mit externen Partnern wurden 2010 erfolgreich neue

Kunden gewonnen und die Marke SSB weiter gestärkt .

Hochbauaktivitäten

Im Jahr 2010 wurde der Aufsichtsrat über den aktuellen

Stand der Immobilienstrategie informiert . Diese

teilt die Immobilien der SSB in wirtschaftliche Bewertungscluster

ein . Über verschiedene Einmaleffekte

konnte die SSB 2010 bei den nicht betriebsnotwendigen

Immobilien zusätzlich rund 330 T€ erwirtschaften .

Die Strategie wurde im Berichtsjahr auf betriebsnotwendige

Immobilien ausgedehnt . Erste Optimierungen

haben zu Einsparungen von 135 T€ geführt . Weitere

Verbesserungen sind bereits in Arbeit .

Im Geschäftsjahr wurde damit begonnen, ein Konzept

für eine Revitalisierung der SSB-Verwaltungsgebäude,

die teilweise im Eigentum der Zusatzversorgungskasse

sind, mit dem Ziel einer wirtschaftlicheren und

zeitgemäßen Nutzung von Büroflächen zu erarbeiten.

Zwischenzeitlich wurden nahezu alle neu gebauten

Wohnungen im Bereich des Möhringer Bahnhofs verkauft

. Abhängig von Marktsituation und Wirtschaftlichkeit

wird über die weitere Planung und Bebauung

von weiteren drei Baufeldern in der Probststraße sowie

am Filderbahnplatz entschieden . Nach dem Abriss

der alten Bauernmarkthalle und der Eröffnung der

neuen Markthalle West im Vogelsang wird über die

künftige Nutzung des Geländes voraussichtlich 2011

entschieden . Eine weitere Bebauung des Ostendzentrums

in Stuttgart-Ost wurde 2010 ebenfalls noch nicht

beschlossen . Im Juli 2010 wurde der neue Infrastrukturbauhof

mit Fertigungs- und Verwaltungsgebäuden

sowie funktionalen Abstell- und Lagerflächen in

Wangen in Betrieb genommen . Der Baustart für die

zweite Baustufe steht noch nicht fest . Im ehemaligen

Straßenbahnbetriebshof Bad Cannstatt wurden die

Sanierungsarbeiten an der oberen Halle des denkmalgeschützten

Gebäudes weiter fortgesetzt .

Auszeichnungen

Wie in jedem Jahr nahm die SSB auch 2010 wieder

an der jährlichen Erhebung der Kundenzufriedenheit

mit der Dienstleistungsqualität von 29 Verkehrsunternehmen

teil . Hierzu wurden 350 Fahrgäste im ersten

Halbjahr telefonisch befragt . Die SSB errang dabei

Platz 1 bei den Systemanbietern Bus und Schiene . Mit

fünf ersten, fünf zweiten sowie zwei dritten Rängen

innerhalb von 30 Kategorien schnitt die SSB wieder

sehr gut ab . Dessen bundesweite Befragung von ÖPNV-

Kunden ergab, dass die SSB in 21 der 30 Merkmale

deutlich über dem Durchschnitt lag .

2010 wurde die SSB als einer der erfolgreichsten

Arbeitgeber in der Region Stuttgart prämiert . Die SSB

belegte bei dem erstmals durchgeführten Wettbewerb

„Stuttgarts bester Arbeitgeber“ einen guten fünften

Platz bei 27 teilnehmenden Unternehmen . Zudem erhielt

die SSB einen Sonderpreis für die „Wahrnehmung

der Unternehmerpersönlichkeit“ .

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U 1

U 12 U 11

BUS

U 9

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U 7

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04 Vermögens- und Ertragslage

Bilanzvergleich

Ergebnisvergleich

Cash-Flow-Rechnung 31.12.2010

Cashflow aus der Investitionstätigkeit

Cashflow aus der Fianzierungstätigkeit

Finanzmittelfonds am Ende der Periode

Zusammensetzung des Finanzmittelfonds


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U 4

Vermögens- und Ertragslage

Bilanzvergleich

2010

T€ %

Anlagevermögen 484.773 81 449 .380 423 .889 423 .547 440 .042

Vorräte 19.155 27 .220 39 .459 33 .006 26 .513

Forderungen und

sonstige Vermögensgegenstände 71.897 109 .438 144 .978 148 .603 107 .988

Flüssige Mittel 26.245 21 .276 9 .885 13 .690 12 .136

Umlaufvermögen 117.297 19 157 .934 194 .322 195 .299 146 .637

Aktiva 602.070 100 607.314 618.211 618.846 586.679

Eigenkapital 152.127 25 152 .127 152 .127 152 .127 152 .127

Sonderposten mit Rücklageanteil 1.890 0 4 .104 4 .104 4 .104 3 .619

Langfristiges Fremdkapital 293.591 49 289 .811 295 .160 281 .960 286 .322

Kurzfristiges Fremdkapital 154.462 26 161 .272 166 .820 180 .655 144 .611

Passiva 602.070 100 607.314 618.211 618.846 586.679

2009

T€

2008

T€

2007

T€

2006

T€


Ergebnisvergleich

2010

T€ %

Erlöse Linienverkehr 172.433 61 166 .133 163 .883 158 .543 153 .362

Abgeltungen 62.102 22 61 .919 61 .744 61 .580 61 .394

Sonstige betriebliche Erträge 49.517 18 44 .225 38 .509 46 .866 40 .129

Bestandsveränderung, aktiv .

Eigenleistungen -2.377 -1 -9 .804 6 .090 9 .065 9 .443

Betriebliche Erträge 281.675 100 262.473 270.226 276.054 264.328

Materialaufwand 92.463 33 88 .608 92 .632 113 .676 97 .200

Personalaufwand 143.591 51 145 .745 139 .111 132 .420 135 .886

Abschreibungen 38.508 14 35 .165 32 .995 34 .287 31 .913

Sonstige betriebliche Aufwendungen 25.653 9 22 .908 26 .106 24 .208 20 .989

Leistungsbezogener Aufwand 300.215 107 292.426 290.844 304.591 285.988

Betriebsergebnis -18.540 -7 -29 .953 -20 .618 -28 .537 -21 .660

Finanzergebnis -6.529 -2 -3 .670 -918 -1 .265 -2 .533

Unternehmensergebnis -25.069 -9 -33 .623 -21 .536 -29 .802 -24 .193

Neutrales Ergebnis 5.804 2 14 .953 2 .662 6 .665 1 .461

Ausgleichsanspruch -19.265 -7 -18.670 -18.874 -23.137 -22.732

2009

T€

2008

T€

2007

T€

2006

T€

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U 4

Vermögens- und Ertragslage

1. Cash-Flow-Rechnung 31.12.2010

Jahresergebnis (vor Verlustausgleich) -19.265 -18 .670

Abschreibungen nach Verrechnung mit Zuschreibungen 38.508 35 .165

Veränderung der Rückstellungen -11.697 -8 .723

Veränderung des Sonderpostens mit Rücklageanteil -2.214 0

Gewinn/Verlust aus Anlageabgängen -1.180 -1 .911

Veränderung der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen

und Leistungen sowie anderer Aktiva 6.973 18 .945

Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen

und Leistungen sowie anderer Passiva 5.202 -224

Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 16.327 24.582

2. Cashflow aus der Investitionstätigkeit

Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen 1.957 2 .715

Saldo aus Ein-u . Auszahlungen von Finanzanlagen 180 259

Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen -106.469 -92 .471

Cashflow aus der Investitionstätigkeit -104.332 -89.497

2010

T€

2009

T€


3. Cashflow aus der Fianzierungstätigkeit

Verrechnete Investitionszuschüsse 31.799 30 .810

Einzahlung aus Verlustausgleich durch Gesellschafter 18.670 18 .874

Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten 3.466 -1 .951

Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 53.935 47.733

4. Finanzmittelfonds am Ende der Periode

Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -34.070 -17 .182

Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 96.334 113 .516

Finanzmittelfonds am Ende der Periode 62.264 96.334

5. Zusammensetzung des Finanzmittelfonds

Liquide Mittel 26.245 21 .276

Geldanlagen 36.019 75 .058

Finanzmittelfonds am Ende der Periode 62.264 96.334

2010

T€

2009

T€

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U 1

U 12 U 11

BUS

U 9

U 8

U 7

U 6

U 5

U 4

U 3

U 2

05 Personal- und Sozialbericht

Attraktiver Arbeitgeber SSB

Zeitgemäße Arbeitsplätze

Gesundheitsmanagement

Arbeitszeitgestaltung

Berufsunfähigkeitsversicherung

Tarifliche Entwicklung

SSB Personalmanagement 2010 – Zahlen – Daten – Fakten

Aus- und Fortbildung

Wohnraumversorgung, Soziale Dienste


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U 5

Personal- und Sozialbericht

Attraktiver Arbeitgeber SSB

Mit 121 Neueinstellungen von Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern, der Übernahme von 19 Auszubildenden

sowie dem Neuabschluss von 28 Ausbildungsverträgen

konnten wiederum deutliche Akzente auf dem regionalen

Arbeitsmarkt gesetzt werden . Es ist auch in den

nächsten Jahren mit Aktivitäten in ähnlichem Umfang

zu rechnen, um insbesondere die altersbedingte Fluktuation

auszugleichen .

Zur Steigerung des Bekanntheitsgrades der SSB AG

als attraktiver Arbeitgeber wurde die Positionierung

der SSB als Arbeitgeber überprüft und neu ausgerichtet

. Seit Ende 2010 tritt die SSB AG in verschiedenen

Medien mit außergewöhnlich gestalteten Personalimage-

und -suchanzeigen auf . Auch die Karriereseite

auf der SSB Homepage wurde völlig neu gestaltet . Im

Hinblick auf das sinkende Angebot an Auszubildenden

und Fachkräften in den nächsten Jahren ist eine

deutlichere Darstellung und Wahrnehmung der SSB

als Arbeitgeber mit seinen vielseitigen individuellen

Beschäftigungsmöglichkeiten notwendig .

Zeitgemäße Arbeitsplätze

Im Hinblick auf die demografische Entwicklung

gewinnt die langjährige Beschäftigungsfähigkeit

der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zunehmend

an Bedeutung . Unter anderem deshalb beteiligt sich

die SSB AG als einer von vier Modellbetrieben am

bundesweiten Verbundprojekt ProVes – Professionalisierung

von Dienstleistungsarbeit in Schlüsselbranchen

des Verkehrssektors . Eine Vielzahl von weiteren

Forschungs- und Transferpartnern macht den umfassenden

Ansatz dieses Projektes deutlich . Die SSB

AG deckt innerhalb des Projektes den Themenbereich

Organisationsentwicklung ab . Ziele des Projektes sind

u .a . die Kompetenzentwicklung durch Arbeitsanreicherung

sowie die Entwicklung von Qualifikations- und

Laufbahnmustern zum multifunktionalen und flexiblen

Mitarbeitereinsatz .

Auch bei der geplanten Revitalisierung der Gebäude

im SSB-Zentrum wird Wert auf moderne Arbeitsplätze

und ein kommunikationsunterstützendes Arbeitsumfeld

gelegt . Durch die Partizipation der Beschäftigten

beim Nutzungskonzept soll die Akzeptanz erhöht und

die Unterstützung bei Veränderungen erreicht werden .

Stuttgarts

beste Mitarbeiter

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

ein ganz herzliches Dankeschön für die Auszeichnung als einer von „Stuttgarts besten Arbeitgebern“.

Doch eins ist klar: Ohne ausgezeichnete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine ausgezeichneten

Arbeitgeber. Deshalb gilt diese Auszeichnung vor allem Ihnen: den Menschen im

Fahrbetrieb, in den Werkstätten, in der Technik, der Planung und Verwaltung und allen anderen,

die die SSB am Laufen halten.

Was das Arbeiten bei der SSB besonders macht, darüber haben wir im letzten Jahr viel nachgedacht

und auch viel erfahren. Wir möchten bald mit Ihnen darüber sprechen, damit wir wissen,

wie wir als Arbeitgeber noch besser werden können.

Es ist spannend, was bei der SSB alles passiert. Wir nehmen die Dinge in die Hand und gestalten.

Doch eins wird sich nicht ändern: Sie sind Stuttgarts beste Mitarbeiter!

Herzlichen Dank

Ihr Vorstand

Wolfgang Arnold Reinhold Bauer Dr. Peter Höfl inger

SSB_35_1055_Mitarbeiter_AZ_191x190mm_RZ.indd 1 18.02.2010 12:22:43 Uhr

5 . Platz bei Stuttgarts Arbeitgeber des Jahres, Preisübergabe durch Klaus Vogt // Dank des Vorstands an die Mitarbeiter


Gesundheitsmanagement

Linie G – Das betriebliche Gesundheitsmanagement bei

der SSB war auch im Jahr 2010 ein wichtiger Baustein

unserer Personalarbeit . Zum zweiten Mal wurden

unternehmensweite Gesundheitstage durchgeführt . Sie

standen unter dem Motto „Rund um den Bauch“ und

wurden an 6 Standorten angeboten . Ziel war hierbei

eine umfassende Einbeziehung aller Mitarbeitergruppen,

insbesondere der Beschäftigten im Fahr- und

Schichtdienst . Informationen zur Darmkrebs-Vorsorge

und zur gesunden Ernährung standen im Fokus . Die

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten sich auch

direkt vor Ort über die mit den Gesundheitstagen gestartete

Unterstützung des Trainings in Fitness-Studios

informieren .

Unsere Werksküche bietet regelmäßig alternativ Gerichte

entsprechend den Empfehlungen der Deutschen

Gesellschaft für Ernährung an . Ziel ist das tägliche

Angebot eines ernährungsphysiologisch optimierten

Menüs, um auch den verschiedenen beruflichen Bedürfnissen

gerecht zu werden .

Darüber hinaus werden seit 2010 Präventionskurse

nach § 20 Sozialgesetzbuch V mit den Schwerpunkten

Stressbewältigung, Rückenschule und Ernährungsberatung

direkt in den Räumlichkeiten der SSB AG angeboten

. Diese Angebote sollen 2011 insbesondere für den

Fahr- und Schichtdienst ausgebaut werden .

Arbeitszeitgestaltung

Zum Jahresende 2010 wurde die Testphase mit dem

flexiblen Wunschdienstplan (DPFlex) im Fahrdienst

erfolgreich beendet . Für den Übergang in ein Standardarbeitszeitmodell

wurde eine entsprechende Regelungsabrede

mit dem Betriebsrat abgeschlossen .

Die Weiterentwicklung der flexiblen familienfreundlichen

Arbeitszeitmodelle AZFlex (für Werkstätten

und Verwaltung) sowie DPFlex/Flexkonto (für den

Fahrdienst und die Servicebereiche Verkehr) mit dem

integrierten Langzeitkontenmodell wird eine Herausforderung

für die nächsten Jahre sein . Attraktive

Wertkontenmodelle kombiniert mit einer flexiblen individuellen

Arbeitszeitgestaltung im rentennahen Alter

könnten mögliche Weiterentwicklungen sein .

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die im Jahr 2009 eingeführte und 2010 ausgeweitete

Möglichkeit zum Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung

als Direktversicherung wird im Unternehmen

gut nachgefragt . Ab 2011 wird eine weitere

Verbesserung der Bedingungen durch eine verlängerte

Vertragslaufzeit für Fahrer bis zum 63 . Lebensjahr

umgesetzt .

„Benno G . Müller“, das Maskottchen der Gesundheitstage 2010

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U 5

Personal- und Sozialbericht

Tarifliche Entwicklung

Im Jahr 2010 wurden Tarifverhandlungen auf Bundesebene,

Bezirksebene und auf betrieblicher Ebene

durchgeführt . Neben den abgeschlossenen Verhandlungen

zur Entgeltrunde 2010/2011 waren auf bezirklicher

Ebene noch Verhandlungen zur Umsetzung der

Leistungsorientierten Bezahlung (LOB) zu führen . Diese

Verhandlungen konnten bisher noch nicht abgeschlossen

werden . Der endgültige Abschluss der Entgeltordnung

auf Bezirksebene steht ebenfalls noch aus .

Zudem ist beabsichtigt, auf Bundesebene einen Demografie-Tarifvertrag

zur Bewältigung der aufgrund des

demografischen Wandels anstehenden Probleme abzu-

schließen . Schwerpunkt werden Ansätze zur Sicherung

und Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter sein . Die Intensivierung

von Schulungsaktivitäten, die bedarfsgerechte Anpassung

von Arbeitsplätzen und eine flexible organisatorische

Gestaltung des Arbeitsumfeldes werden dabei

wichtige Aspekte sein .

Die Verhandlungen zu einem Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung

auf betrieblicher Ebene wurden

dagegen ergebnislos abgebrochen .

Unsere Auszubildenden des Jahres 2010


SSB Personalmanagement 2010

Zahlen – Daten – Fakten

Mitarbeiteranzahl und -struktur (ohne Auszubildende) 31.12.2010 31.12.2009

Arbeitnehmer/-innen insgesamt 2.815 2 .762

davon Frauen 424 399

davon Arbeitnehmer/-innen in Teilzeitarbeit 168 162

davon Arbeitnehmer/-innen in Altersteilzeitarbeit 352 398

:: darunter in Freizeitphase 135 131

Erstattungen für Altersteilzeitarbeit in T€ 861.386 789 .053

In Jahren 2010 2009

Ø Lebensalter aller Beschäftigten 45,8 45,8

Ø Dienstalter 16,4 16,5

Dienstjubilare 96 89

Im Jahr 2010 stieg die Personalzahl im Unternehmen

an . Der erhöhte Personalbedarf ergab sich aufgrund

von Leistungsausweitungen, zusätzlichen Aufgaben

und der steigenden Anzahl von strategischen Projekten

. Durch 121 Neueinstellungen und 19 Übernahmen

von Auszubildenden konnte das Durchschnittsalter

stabil gehalten werden. Die demografische Entwicklung

in den nächsten Jahren wird allerdings weitere

Anstrengungen erfordern . Aktuell wird eine Altersstrukturanalyse

im Rahmen einer Bachelorarbeit

erstellt .

Die im Jahr 2009 letztmalig angebotene Möglichkeit

der Altersteilzeitarbeit führte dazu, dass im Jahr 2010

die Gesamtzahl der Beschäftigten mit dieser Vertragsform

rückläufig war. Der Anteil der Beschäftigten in

der Freizeitphase wird dagegen weiterhin ansteigen .

Entgeltsumme 2010 2009

Arbeitsentgelte ohne Zusatzversorgung

in Mio . € 104,6 104,6

Bei den Tarifverhandlungen 2010 wurden Regelungen

für die Jahre 2010 und 2011 vereinbart . Rückwirkend

zum 01 .01 .2010 wurde eine lineare Tariferhöhung von

1,2 % umgesetzt . Im Jahr 2011 erfolgen noch lineare

Erhöhungen von 0,6 % zum 01 .01 .2011 und von 0,5 %

zum 01 .08 .2011 . Die linearen Tariferhöhungen wurden

ergänzt um eine Sonderzahlung in Höhe von 70 € im

Juli 2010 und eine Einmalzahlung von 240 € im Jahr

2011 . Die Tarifvereinbarung hat eine Laufzeit bis zum

29 .02 .2012 .

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U 5

Personal- und Sozialbericht

Aufgrund der Auflösung von Rückstellungen für die

Altersteilzeitarbeit entspricht der Personalaufwand

dem Vorjahreswert . Ohne diesen Effekt wäre eine

Steigerung des Personalaufwandes von rd . 1,9 % im

Vergleich zum Vorjahr erfolgt . Dies entspricht ungefähr

der Erhöhung der Mitarbeiterzahl gegenüber dem

Vorjahr . Es zeigt sich, dass die Effekte aus der Einführung

des Spartentarifvertrages im Jahr 2003 weiterhin

wirken und die tariflichen Steigerungen und Einmalzahlungen

noch immer kompensieren konnten .

Zusatzversorgung 2010 2009

Aufwand in Mio . € 16,7 18,2

Versorgungsempfänger insgesamt 2.246 2 .251

Empfänger Hinterbliebenenversorgung 799 800

Satzungsgemäß wurden die Betriebsrentenzahlungen

im Januar 2010 um 1,0 % dynamisiert . Eine indexbasierte

Nachholung war nicht erforderlich . Die Auszahlungen

der Zusatzversorgung stiegen dadurch nur

geringfügig an . Auch im Jahr 2011 ist eine Rentenanpassung

von 1,0 % ausreichend . Der Bestand an

Zusatzversorgungsempfängern blieb stabil .

Der deutliche Rückgang des Gesamtaufwandes gegen-

über dem Jahr 2009 beruht auf dem Rückgang der

Zahlungen an den Pensionssicherungsverein . In 2009

trat aufgrund der deutlich gestiegenen Zahl an Unter-

nehmensinsolvenzen eine Sondersituation auf, da das

Bedarfsdeckungsverfahren zu deutlich erhöhten Beiträgen

bei den Mitgliedsunternehmen führte .

Zusatzversorgung in Mio. € 2010 2009

Wert der Verpflichtungen für laufende

Pensionen und Anwartschaften auf

Pensionen des Vereins Zusatzversorgung 277,7 236,6

Passivierte Rückstellungen 113,3 113,3

Vermögen der Zusatzversorgung 127,0 121,8

Deckungslücke 37,4 1,5

Aufgrund der Neuregelungen der Berechnung gemäß

BilMoG stieg der Wert der Verpflichtungen deutlich

an . Durch das Passivierungswahlrecht bei Unterstützungskassen

und durch Übergangsregelungen kann

die Zuführung zu den Rückstellungen zur Senkung der

Deckungslücke auf mehrere Jahre verteilt werden .

FAHRBE-Veranstaltung // Arbeitsschritt bei der Generalsanierung


Aus- und Fortbildung

Ausbildung 31.12.2010 31.12.2009

Auszubildende / Praktikanten

gesamt 83 79

2010 2009

Neue Ausbildungsverträge 28 26

Erfolgreich abgeschlossene

Ausbildung 22 21

Die Ausweitung des Ausbildungsangebotes wurde 2010

mit dem neuen Ausbildungsberuf Fachkraft im Fahrbetrieb

(FiF) fortgesetzt . Diese Ausbildung, die vom

Verband der deutschen Verkehrsunternehmen (VDV)

als Zukunftsmodell für die Mitarbeitergewinnung der

Verkehrsunternehmen gefördert wird, soll auch bei der

SSB AG zum Erfolgsmodell werden . Die ersten Ansätze

sind erfolgversprechend .

Fortbildung (ohne Fahrdienst

und gesetzlich vorgeschriebene

Weiterbildung) 2010 2009

Fortbildungsaufwand (ohne

Arbeitszeit) in T€ 752 574

Schulungstage 3.328 2 .375

Die regelmäßige Weiter- und Fortbildung der Beschäftigten

ist die Basis für die Erhaltung der individuellen

Beschäftigungsfähigkeit . Die SSB AG sieht dies, verankert

als Unternehmensziel, als wichtige Komponente

eines demografiebewussten Unternehmens. Interne

und externe Fortbildungen müssen dabei bedarfs-

orientiert angeboten werden, um die betrieblichen

und die individuellen Belange gleichermaßen zu

berücksichtigen .

Die permanente Qualifizierung von Führungskräften

ist und bleibt ein wichtiges Thema . In diesem Zusammenhang

wurden die Weiterbildungsreihen „Führen

stärken“ für Führungskräfte und „Führen lernen“ für

Führungsnachwuchskräfte sowie viele Einzelmaßnahmen

durchgeführt .

Betriebliche Ausbildung (Fahrdienst) 2010 2009

Ausbildung Busfahrer 54 48

Ausbildung Schienenfahrer 43 35

Ausbildung Fahrausweisprüfer 27 12

Gesamt 124 95

Auch in den nächsten Jahren sind aufgrund von neuen

Linien, Leistungserweiterungen, dem Projekt Stuttgart

21 und auch altersbedingten Abgängen regelmäßig

Einstellungen und Ausbildung erforderlich . Die neuen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden dabei in

unserer modernen betriebseigenen Fahrschule ausgebildet

und auf die anspruchsvollen kundenorientierten

Tätigkeiten im Fahrdienst intensiv vorbereitet .

Betriebliches Vorschlagswesen 2010 2009

Angenommene Vorschläge 224 209

Berechnete Einsparungen in T€ 207 146

Prämien in T€ 55 40

Auf ein erfreuliches Jahr kann das betriebliche Vorschlagswesen

zurückblicken . Die Beteiligung der

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war mit 16,6 % wie-

der sehr hoch . Die Einsparungen und damit auch die

Prämienhöhe lagen deutlich über dem Vorjahr . Prozess-

änderungen und punktuelle Verbesserungen in den

Bereichen ergänzen hier sinnvoll die Maßnahmen, die

im Rahmen der Restrukturierung umgesetzt werden .

Wohnraumversorgung, Soziale Dienste

Wohnungswesen 2010 2009

Wohnungsbestand 553 553

Neuvermietungen an Mitarbeiter/innen 10 22

Zusätzlich zur Zuweisung von Firmenwohnungen unterstützt

die SSB ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

durch die Gewährung von Baudarlehen (aktueller

Stand: 74 Darlehen im Volumen von 623 .000 €) und

durch die Möglichkeit des Kaufs von, durch die SSB AG

erstellten, attraktiven Eigentumswohnungen .

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U 1

U 12 U 11

BUS

U 9

U 8

U 7

U 6

U 5

U 4

U 3

U 2

06 Marketing und Vertrieb

Marketing

Neukonzeption des Zeitkartenabonnements

Kundenakquisition im Bereich der Zeitfahrausweise

Neukundengewinnung und -bindung

im Berufsverkehr

Neukundengewinnung im Gelegenheitskundensegment

Events

Neuer Webauftritt der SSB

Mobile Fahrgastinformation

Vertrieb


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U 6

Marketing und Vertrieb

Marketing

Schwerpunkte des Marketings und Vertriebs bildeten

2010 die Einführung eines neuen Abonnements

mit monatlicher Abbuchung, die Umsetzung von

Reiseanlasskampagnen im Gelegenheitsverkehr sowie

die Akquisition von Neukunden im Bereich der

Zeitfahrausweise .

Neukonzeption des Zeitkartenabonnements

Analysen des Zeitkartenabonnements zeigten, dass

bei einer Absenkung der Produkteinstiegshürden

durch Einführung einer monatlichen Abbuchung unter

Beibehaltung der Rabattierung „12 Monate fahren

10 Monate zahlen“ zu einem deutlichen Anstieg der

Abonnenten führen kann . Zudem wünschen sich die

Kunden die Option des Abo-Soforteinstiegs .

Die ersten Verkaufszahlen in 2011 zeigen, dass diese

Neukonzeption der richtige Schritt war und es gelungen

ist, das neue Abonnement an den Kundenwünschen

auszurichten . Denn die Anzahl der neu hinzugewonnenen

Kunden liegt 50 % über dem Planwert . Über

das neu eingeführte Abo-Sofort wurden 70 % der

Neueinsteiger generiert .

Mit dem Wegfall der 9-Uhr-Sperrzeit zum 1 . Januar

2011 wurde auch das Seniorenabonnement deutlich

attraktiver, was sich bereits heute durch Absatzsteigerungen

von rund 10 % erkennen lässt .

Kundenakquisition im Bereich der Zeitfahrausweise

Da der durchschnittliche Umsatz bei Abonnenten

höher ist und diese auch eine längere Produkthaltedauer

als Barkäufer aufweisen, führt die SSB regelmäßig

gezielte Verkaufsförderungsmaßnahmen durch .

Entsprechend haben die Vertriebspartner im Verkehrs-

und Tarifverbund Stuttgart (VVS) im Frühjahr eine

Einstiegsaktion mit Prämien-Gutscheinen für neue

Abonnenten durchgeführt . Um möglichst viele potenzielle

Kunden anzusprechen, gab es vier verschiedene

Gutscheine zur Auswahl . In die Aktion einbezogen

waren die Jedermann-, 9-Uhr-Umwelt-, Senioren- und

14-Uhr-JuniorTickets . Die Prämie erhielten alle neuen

Abonnenten, die zwischen März und Mai einstiegen .

Die SSB setzte auf einen Media-Mix aus offensiver und

persönlicher Ansprache, werblicher Präsenz und auf

ein Briefmailing . Der wichtigste Vertriebskanal beim

Abonnement sind die Kundenzentren, vor allem durch

die Möglichkeit zum persönlichen Kundengespräch .

Die Ergebnisse dazu sind eindeutig: gut die Hälfte aller

Abo-Bestellungen erfolgten über die Kundenzentren,

weitere 30 % gingen als unmittelbarer Rücklauf aus

dem Briefmailing ein .

Der wirtschaftliche Erfolg der Aktion ist schon zu Beginn

des Jahres 2011 absehbar, da in dieser kurzen Zeit

bereits 700 Abonnenten gewonnen werden konnten .

Neukundengewinnung und -bindung

im Berufsverkehr

Im Zuge der FirmenTicket-Akquise wurden in 2010

mehrere Vertriebsmaßnahmen mit namhaften Großunternehmen

in Stuttgart durchgeführt .

In Zusammenarbeit mit einem Automobilhersteller

wurde bei deren Beschäftigten für das FirmenTicket

geworben und bei Vor-Ort-Terminen der direkte

Einstieg ermöglicht . Zudem wurde potenziellen

Neukunden ein kostenloser Testmonat angeboten

. Aus dieser Aktion resultierten rd . 170 neue

FirmenTicket-Bestellungen .

Die gleiche Zielrichtung hatte eine weitere Kampagne

. Hier wurden die bisherigen Bestandskunden noch

durch ein zusätzliches Mailing über eine neu geschaffene

Stadtbahnanbindung informiert . Den Bestandskunden

wurde bei Bestätigung Ihrer Ticketwahl ein

Treuegeschenk offeriert; die Neueinsteiger in das FirmenTicket

erhielten einen Freimonat . Das Maßnahmenbündel

sorgte ebenfalls für eine deutliche Belebung in

diesem wichtigen Segment .

Das seit 2001 erfolgreich betriebene Zuzüglermarketing

wurde auch 2010 fortgesetzt . Für an Neubürger

verteilte Willkommenspakete wurden 8 .000 Test-MonatsTickets

ausgestellt . Daraus konnten ca . 20 % dauerhaft

in Monats- und JahresTickets überführt werden .

Die Vorbereitungen für die ab Juli 2011 geplante Um-

stellung des Zuzüglerprogramms auf ein dreimonatiges

Probeabonnement wurden begonnen . Dann steigt der

Kunde sofort in ein reguläres Abonnement ein, das er

problemlos innerhalb einer dreimonatigen Probezeit

kostenlos wieder kündigen kann . Die SSB verspricht

sich daraus deutliche Verwaltungskosteneinsparungen

und eine weiter steigende Übergangsrate von den

Zuzüglern in dauerhafte Abonnementkunden .


Neukundengewinnung im

Gelegenheitskundensegment

Dieses Projekt zielte 2010 zum einem auf den Reiseanlass

„Einkaufen in der Stuttgarter Innenstadt“ und

zum anderen auf die Bereiche Kultur und Sport ab . So

konnte die Marktbearbeitungslogik weiter umgesetzt

und erweitert werden .

Der Marktbearbeitungsansatz „Shopping“ soll auf Basis

von Kooperationen mit frequenzstarken Einzelhandelspartnern

im laufenden Jahr weiter intensiviert werden .

Der Partner rabattiert attraktive Produkte bzw . Sorti-

mente deutlich, während die SSB ihre Kommunikationskanäle

für die Bewerbung der Reiseanlässe nutzt .

Daraus resultieren für beide Kooperationspartner Vorteile.

Die SSB profitiert von zusätzlichen Fahrgästen im

Gelegenheitsverkehr . Die Einzelhandelspartner realisieren

deutliche Kundenzuwächse beim vermarkteten

Produktangebot .

Veranstaltung in der Straßenbahnwelt // Eröffnungszüge der U6 im Fasanenhof

Events

Am 20 . März 2010 fand die „Lange Nacht der Museen“

erstmals auch in der Straßenbahnwelt Stuttgart statt .

Die Besucher wurden von einem reichhaltigen kulturellen

Programm unterhalten .

„Tunnel frei U 15“ hieß es am 20 . November 2010,

als zum ersten Mal die öffentliche Besichtigung des

Stadtbahntunnels zwischen den künftigen Haltestellen

Zuffenhausen Rathaus und Salzwiesenstraße möglich

war . Damit konnte der betroffenen Bevölkerung das

Resultat der vielen Verkehrs-und Wegebeschränkungen

während der Bauzeit gezeigt werden .

Die Stadtbahneröffnung U 6 zum Fasanenhof-Ost am

11 . Dezember gab reichlich Anlass zum Feiern . Mit

der neu gebauten Stadtbahnstrecke wird der Stadtteil

Fasanenhof nun optimal an das Nahverkehrsnetz

angeschlossen . Anwohner und Mitarbeiter der dort

ansässigen Firmen können seitdem vier neue Stadtbahnhaltestellen

mit dichter Taktfolge nutzen .

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U 6

Marketing und Vertrieb

Neuer Webauftritt der SSB

Im Jahr 2010 wurde der Webauftritt der SSB grundlegend

überarbeitet . Wesentliches Ziel war es, den

bisherigen Informationskanal um vertriebliche Funktionalitäten

zu ergänzen, um damit die immer relevanter

werdenden Online-Verkaufsprozesse zu ermöglichen .

Mit dem Aufbau des SSB-Webshop werden Teile des

ZeitTicketsegments und des Gelegenheitsverkehrs für

die Onlinebestellung geöffnet . Die Onlineabwicklung

des Abonnements wird deutlich kundenfreundlicher

ausgestaltet .

Im November ging die neue SSB-Website mit verbesserter

Navigationslogik und einem Ticketwebshop

an den Start . Im ersten Schritt können TagesTickets

erworben und ausgedruckt werden . Seit dem Relaunch

der Website konnten die Besucherzahlen mehr als verdoppelt

werden und die Verkaufszahlen im Ticketshop

liegen über den Erwartungen .

Die Onlinebestellung des VersandTickets, die Umsetzung

der Kombi- und AktionsPrintTickets sowie die

Überarbeitung der online Abo- und Verbundpassbestellung

folgen bis etwa Mitte 2011 . Bis Ende 2011

werden die Funktionalitäten systematisch weiter

ausgebaut . So sollen die beiden Zielgruppen Studenten

und Auszubildende ebenfalls die Möglichkeit erhalten,

die Autorisierung und Ticketbestellung komplett online

abzuwickeln . Mittelfristig erwartet die SSB dadurch

deutliche Entlastungen im personenbedienten Verkauf .

Mobile Fahrgastinformation

Seit 2009 stellt die SSB den Nutzern des Mobiltelefons

iPhone von Apple ein ÖPNV-Navigationssystem

namens „Fahr-Info Stuttgart“ für Stuttgart und die

Region zum kostenlosen Download zur Verfügung . Seit

dieser Zeit wurde das Programm 41 .000 mal heruntergeladen

und erhielt die durchschnittliche Kundenbewertung

„gut“ . Im Geschäftsjahr wurden alle, vor

allem die aus der Netzumstellung 2011 resultierenden

Fahrplandaten und Linien neu eingepflegt und auf die

Bereitstellung von Echtzeitdaten umgestellt . Für 2011

ist neben diversen Funktionserweiterungen auch die

Anwendung des Androide-Betriebssystems vorgesehen,

so dass zukünftig dieses Angebot für weitere mobile

Endgerätetypen verfügbar ist .

Neuer Internetauftritt // Online-Print-Ticket


Vertrieb

Insgesamt konnten 2010 von der SSB 164,7 Mio . € kassenmäßig

wirksame Einnahmen an den VVS gemeldet

werden . Gegenüber dem Vorjahr war dies eine Steigerung

um 4,5 % .

Fahrgeldeinnahmen nach

Vertriebsweg in % 2010 2009

Automaten 39,0 38,9

Abonnement 21,9 22,9

SSB-Kundenzentren 16,0 16,7

FirmenTicket 10,3 11,0

Private Vertriebspartner 4,4 4,8

Fahrpersonal 5,1 4,9

Sonstige Einnahmen 3,3 0,8

Verkaufte Fahrausweise nach

Vertriebsweg in % 2010 2009

Automaten 71,7 71,8

Abonnement 5,7 6,0

SSB-Kundenzentren 1,9 2,1

FirmenTicket 0,1 0,1

Private Vertriebspartner 1,7 1,9

Fahrpersonal 17,5 16,9

Sonstige Einnahmen 1,4 1,2

Rabattaktion in Kooperation mit dem Linden-Museum

Der bargeldlose Umsatzanteil bei den Vertriebswegen

Automaten (20,7%) und SSB Kundenzentren (55,2%)

verteilt sich folgendermaßen auf die verschiedenen

Zahlungsmittel:

Bargeldloser

Zahlungsverkehr

in % EC-Cash

Geldkarte

Mastercard

Visa

Gutscheine

Automaten 15,3 0,6 1,0 1,7 2,1

SSB-Kundenzentren

45,7 0,0 2,4 3,3 3,8

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U 1

U 12 U 11

BUS

U 9

U 8

U 7

U 6

U 5

U 4

U 3

U 2

07 Fahrgeldeinnahmen und Verkehrsleistungen

Viele Effekte stützen den ÖPNV – Entwicklung im Gesamtbetrieb

Barfahrausweise

Zeitfahrausweise

Einnahmen & Fahrten


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U 7

Fahrgeldeinnahmen

und Verkehrsleistungen

Viele Effekte stützen den ÖPNV

Entwicklung im Gesamtbetrieb

Gleich vier positive Effekte führten dazu, dass die SSB

mit der Entwicklung des Jahres 2010 zufrieden ist .

Hatte im Verbundraum die Wirtschaftskrise in 2009

noch rückläufige Tendenzen, so drehte sich dieser Einfluss

im Laufe des Geschäftsjahres vollständig um. Die

Arbeitslosenquoten in der Region erreichten wieder

nahezu Vollbeschäftigungsniveau . Zusätzlich hatten

die Winterbedingungen im I . und IV . Quartal 2010 zur

Folge, dass sich viele Menschen auf die Pünktlichkeit

und Sicherheit des Nahverkehrs verlassen haben . Des

Weiteren hatten auch die Treibstoffpreise, die sich

auf einem hohen Niveau bewegten, viele Autofahrer

bewogen, verstärkt das ÖPNV-Angebot zu nutzen .

Insgesamt wurde damit die durchschnittliche Tarifanpassung

von 2,4 % vom Kunden angenommen . Die

Fahrgeldeinnahmen im Gesamtverkehr nahmen um

3,3 %, die Fahrten um 0,5 % zu .

Die Einwohnerzahl Stuttgarts verringerte sich aufgrund

der Einführung der Zweitwohnungssteuer

statistisch auf 577 Tsd . Da sich im gleichen Zeitraum

auch die Pkw-Zahl um 0,96 % erhöhte, stieg die PKW-

Dichte pro 1000 Einwohner von 454 auf 471 an .

In 2010 bestanden wie bereits im Vorjahr aufgrund der

Ausbaumaßnahmen der U 15 im Stuttgarter Norden

weiterhin Erschwernisse für den Kunden durch einen

umfangreichen Busersatzverkehr, die noch bis zur

geplanten Inbetriebnahme der Strecke Ende 2011

andauern werden .

Die seit vielen Jahren größte Netzumstellung mit

gleichzeitiger Einweihung eines neuen Streckenabschnittes

der Linie U 6 nach Fasanenhof-Ost Mitte

Dezember 2010 hatte noch keine nennenswerten

Auswirkungen im Geschäftsjahr .

Alle beschriebenen Jahreseinflüsse und verbesserten

Rahmenbedingungen führten zu Erhöhungen der

Gesamteinnahmen um 3,3 % und Fahrten um 0,5 % .

Davon profitierte insbesondere der Regeltarif mit einer

Verbesserung bei den Barfahrausweisen um 6,8 % .

Die Zeitkarten mit ihrem nahezu doppelten Umsatzanteil

legten um 3,3 % zu . Damit nahm der Anteil der

Barfahrausweise am gesamten Regeltarif um 0,8 %-

Punkte zu .

Bei den Ausgleichszahlungen für die Beförderung

Schwerbehinderter musste durch die Reduzierung der

Abgeltungssätze ab Juli 2010 ein Rückgang von 10,5 %

verzeichnet werden .

Barfahrausweise

Die Einnahmesteigerung im Barausweisverkehr von

6,8 % konnte neben der Tarifanpassung 2010 auch

durch Wettereinflüsse und Großveranstaltungen erzielt

werden . Die Fahrten nahmen im gleichen Zeitraum um

4,5 % zu . Vor allem das mit 1 € unverändert günstige

KurzstreckenTicket und das EinzelTicket verzeichneten

überdurchschnittliche Wachstumsraten .

Zeitfahrausweise

Der Einnahmeanteil der Zeitkarten im Regeltarif reduzierte

sich zugunsten des Gelegenheitsverkehrs um

0,8 %-Punkte auf 64,0 % .

Tarifliche Einflüsse und das Ende der Wirtschaftskrise

hatten auf den Berufsverkehr positive Auswirkungen,

so dass die Fahrten wieder das Vorjahresniveau

erreichten, die Einnahmen aber um 3,6 % gesteigert

wurden . Insbesondere das WochenTicket mit der hohen

zeitlichen Flexibilität hat dazu einen wesentlichen

Anteil beigetragen .

Im Ausbildungsverkehr führte neben höherer Studierendenzahlen

auch ein verbessertes Angebot in

Zusammenarbeit mit Nachbarverbünden in Form

des Anschluss-StudiTicket zu Einnahmesteigerung

von 3,4 % . Die Fahrten nahmen um 0,9 % zu . Da die

Schülerzahlen in den nächsten Jahren jedoch rückläufig

sein werden, ist damit der Zenit im Schülerverkehr

erreicht . Damit sind aus dieser Zielgruppe keine

größeren Umsatzpotenziale in den kommenden Jahren

zu erwarten .

Als kleinstes Einnahmesegment innerhalb der Zeitfahrausweise

ist der Seniorenverkehr bei Einnahmen

(-0,1 %) und Fahrten (-2,3 %) weiter rückläufig. Bis

Ende 2010 war dieses Ticket mit einer Sperrzeit belegt

und war im Vergleich zu anderen Ticketarten weniger

attraktiv . Allerdings wurden mit dem Tarif 2011 diese

Einschränkungen aufgehoben und weitere absatzfördernde

Maßnahmen umgesetzt, so dass zukünftig

wieder mit einer steigenden Akzeptanz gerechnet

werden kann .


Die Vielfalt unserer Fahrgäste

46 48 |

47

49


U 7

Fahrgeldeinnahmen

und Verkehrsleistungen

Einnahmen in 1000 € 2010 2009

Linienverkehr

Veränderung

absolut

Veränderung

%

- Regeltarif 172.907 165 .473 7 .434 4,5

- Sonderangebote und sonstige Fahrausweise *) 3.605 4 .031 -426 -10,6

- Schwerbehinderte 9.728 10 .870 -1 .142 -10,5

Summe Linienverkehr 186.240 180.374 5.866 3,3

Sonderverkehr 1.139 935 204 21,8

Gesamt 187.379 181.309 6.070 3,3

*) incl . EBE

Fahrten in 1000

Linienverkehr

2010 2009 Veränderung

absolut

Veränderung

%

- Regeltarif 171.461 169 .743 1 .718 1,0

- Sonderangebote und sonstige Fahrausweise *) 7.763 8 .514 -751 -8,8

- Schwerbehinderte 10.644 10 .817 -173 -1,6

Summe Linienverkehr 189.868 189.074 794 0,4

Sonderverkehr 481 390 91 23,3

Gesamt 190.349 189.464 885 0,5

*) incl . EBE


Einnahmen Regeltarif in 1000 € 2010 2009

Veränderung

absolut

Veränderung

%

KurzstreckenTicket 3.838 3 .503 335 9,6

EinzelTicket 30.392 28 .218 2 .174 7,7

4er-Ticket 20.305 19 .135 1 .170 6,1

TagesTicket 7.703 7 .444 259 3,5

Barfahrausweise 62.238 58.300 3.938 6,8

Berufsverkehr 57.306 55 .330 1 .976 3,6

Ausbildungsverkehr 46.558 45 .031 1 .527 3,4

Seniorenverkehr 6.805 6 .812 -7 -0,1

Zeitfahrausweise 110.669 107.173 3.496 3,3

Gesamt 172.907 165.473 7.434 4,5

Fahrten Regeltarif in 1000 2010 2009

Veränderung

absolut

Veränderung

%

KurzstreckenTicket 3.838 3 .503 335 9,6

EinzelTicket 13.361 12 .704 657 5,2

4er-Ticket 9.452 9 .178 274 3,0

TagesTicket 3.670 3 .635 35 1,0

Barfahrausweise 30.321 29.020 1.301 4,5

Berufsverkehr 55.558 55 .566 -8 0,0

Ausbildungsverkehr 74.900 74 .223 677 0,9

Seniorenverkehr 10.682 10 .934 -252 -2,3

Zeitfahrausweise 141.140 140.723 417 0,3

Gesamt 171.461 169.743 1.718 1,0

48 | 49


U 1

U 12 U 11

BUS

U 9

U 8

U 7

U 6

U 5

U 4

U 3

U 2

08 Betriebsleistungen

Schienenverkehr

Busverkehr

Sonderverkehr

Platzausnutzung

Wagen-km

Platz-km

Platzausnutzung


50 | 51


U 8

Betriebsleistungen

Grundsätzlich unterliegen Betriebsleistungen jährlichen

Schwankungen, die auf die Lage und die Anzahl

der Arbeitstage zurückzuführen sind .

Schienenverkehr

Da die Angebotsleistung im Linienbetrieb der Stadtbahn

nahezu konstant geblieben ist, ergaben sich

daher auch bei Wagen-km und Platz-km zum Vorjahr

keine Veränderungen . Die ab Mitte Dezember 2010

umgesetzten Linienerweiterungen durch den Fahrplanwechsel

2011 hatten noch keinen merklichen Einfluss.

Busverkehr

Im Busbetrieb wurden 2010 nur wenige Anpassungen

zur Optimierung von Linienverläufen und Takten vorgenommen

. Daher reduzierten sich die Wagen-km nur

um 0,5 % . Um den steigenden Fahrgastzahlen gerecht

zu werden, wurden jedoch mehr Leistungen mit Gelenkbussen

erbracht . Somit stiegen auch die Platz-km

um 1,3 % .

Bis zum Ende der Stadtbahnausbaumaßnahmen im

Stuttgarter Norden Ende 2011 wird zwischen Zuffenhausen

und Stammheim weiterhin ein Busersatzverkehr

angeboten .

Sonderverkehr

Der Sonderverkehr im Busbereich war neben saisonalen

Schwankungen insbesondere durch einen bis Ende

2010 übernommenen Werksverkehr sowie durch die

Schienen der Zahnradbahn

Übernahme von Busleistung im Rahmen der zeitweisen

instandhaltungsbedingten Schließung von S-Bahn-

Gleisen bestimmt . Daher nahmen Wagen-km und

Platz-km nochmals zu .

Platzausnutzung

Die Platzausnutzung konnte im schienengebundenen

Verkehr durch gestiegene Fahrgastzahlen bei gleichem

Fahrzeugeinsatz leicht um 0,1 %-Punkte verbessert

werden .

Im Busbetrieb nahm durch den verstärkten Einsatz von

Gelenkbussen die Platzausnutzung um 0,2 %-Punkte ab .

Bus-Ersatzverkehr zwischen Zuffenhausen und Stammheim


Wagen-km in 1000 2010 2009

Linienverkehr Schiene

Veränderung

absolut

Veränderung

%

Wagen-km 15.768 15 .769 -1 0,0

Linienverkehr Bus

Wagen-km 15.061 15 .131 -70 -0,5

Sonderverkehr

Wagen-km Schiene 6 5 1 20,0

Wagen-km Bus 1.212 1 .173 39 3,3

Platz-km in 100 000 2010 2009

Linienverkehr Schiene

Veränderung

absolut

Veränderung

%

Platz-km 38.939 38 .931 8 0,0

Linienverkehr Bus

Platz-km 13.047 12 .884 163 1,3

Sonderverkehr (Schiene u. Bus)

Platz-km 906 867 39 4,5

Platzausnutzung 2010 2009

4 Personen je qm Stehplatzfläche

Veränderung

%-Punkte

Schienenbetrieb 16,0 15,9 0,1

Busbetrieb 25,0 25,2 -0,2

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U 1

U 12 U 11

BUS

U 9

U 8

U 7

U 6

U 5

U 4

U 3

U 2

09 Betriebsanlagen und Infrastruktur

Stadtbahn

Schienenfahrzeuge

Bus

Gleisanlagen und Streckenausrüstung

Schienenfahrzeuge

Busse


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U 9

Betriebsanlagen

und Infrastruktur

Stadtbahn

Nach dreijähriger Bauzeit wurde am 11 . Dezember 2010

der neue 2,8 km lange Abschnitt der Stadtbahnlinie

U 6 zum Fasanenhof in Betrieb genommen .

Auch der Ausbau der Hochbahnsteige auf dem Streckenabschnitt

nach Mönchfeld auf 80 m Länge sowie

der Umbau der Haltestelle in der Badstraße am Wilhemsplatz

in Bad Cannstatt und der Neubau der Haltestelle

Ebitzweg als Ersatz für die ehemalige U 13-Haltestelle

Augsburger Platz wurden fertiggestellt . Damit

waren die infrastrukturellen Voraussetzungen für

die Inbetriebnahme des neuen Stadtbahnnetzes 2011

geschaffen . Im gesamten Stadtbahnnetz ist nunmehr

ein barrierefreier Zugang von Bahnsteig zu Fahrzeug

möglich .

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2010 sind

ausschließlich Niederflurbusse im Linienverkehr eingesetzt

. Umso wichtiger ist die Ausrüstung der Bushaltestellen

mit 18 cm hohen Borden; der Umbau in Stufen

erfolgt nach einer gemeinsam mit dem Tiefbauamt

erarbeiteten Prioritätenliste .

In Zuffenhausen und Stammheim sind die Rohbauarbeiten

zum Ausbau der ehemaligen Straßen- zur

Stadtbahnlinie U 15 auf einer Länge von 2,7 km

weitgehend abgeschlossen . Der 440 m lange Tunnel in

Halbdeckelbauweise im Zuge der Ludwigsburger- und

Unterländer Straße sowie der 580 m lange bergmännische

Tunnel unter der Güglinger- und Stammheimer

Straße wurden Mitte November 2010 im Rohbau fertiggestellt

. Am 20 .11 .2010 kamen ca . 6 .000 Besucher,

um diese neuen Tunnelbauwerke, unter dem Motto

„Tunnel frei“, zu begutachten .

Noch im Jahr 2010 hat der stadtbahntechnische Ausbau

im unterirdischen Abschnitt in Zuffenhausen begonnen

. Im oberirdischen Abschnitt nach Stammheim

sind für den Stadtbahnausbau nur noch Restarbeiten

erforderlich . Die Inbetriebnahme der Stadtbahnlinie

U 15 nach Stammheim ist im Dezember 2011 geplant .

Im Europaviertel (A1-Gebiet), das entlang der Heilbronner

Straße nördlich des Hauptbahnhofs entsteht,

wurden die Tunnelröhren für die Stadtbahnlinie U 12

in offener Bauweise weiter vorangetrieben, sowohl

in Richtung Hauptbahnhof, als Folgemaßnahme des

Großprojektes Stuttgart 21, als auch in Richtung

Nordbahnhofstraße .

Prominente Gäste bei der Eröffnungsfeier U6 Fasanenhof // „Tunnel frei“ in Zuffenhausen


In der unterirdischen Haltestelle Hauptbahnhof wurden

die Bahnsteige für die Talquerlinie auf gesamter

Länge als Hochbahnsteig ausgebildet . Um im Störungsfall

besser agieren zu können, wurde in diesem

Bereich ein Gleiswechsel eingebaut; ebenso im Bereich

der Haltestelle Milchhofstraße .

Ein Teil des 34 Jahre alten Stellwerks am Hauptbahnhof

wurde durch ein neues elektronisches ersetzt .

Schienenfahrzeuge

Schwerpunkt der Aktivitäten im Jahr 2010 war, wie

im Vorjahr, die Generalüberholung von Fahrzeugen

der ersten Generation, des Stadtbahnwagens S-DT 8 .

Mit Stand 31 .12 .2010 sind 24 Stadtbahnwagen fertiggestellt

. Die Fahrzeuge halten alle Anforderungen ein

und beweisen im täglichen Einsatz ihre Zuverlässigkeit .

Das vorgesehene Instandhaltungsbudget wurde eingehalten

. Auch für 2011 sind weitere 12 Stadtbahnwagen

zur Überholung vorgesehen .

Gleichzeitig musste auch bei den übrigen Stadtbahnen

und Sonderfahrzeugen die laufende Regelinstandhaltung

sichergestellt werden . Trotz der damit verbundenen

Reduzierung der Fahrzeugreserve und erhöhtemFahrzeugeinsatz

konnten alle Arbeiten wie geplant

durchgeführt werden .

Hauptwerkstatt, Generalsanierung DT8

Die erforderlichen Hauptuntersuchungen an den

Stadtbahnwagen gemäß BOStrab § 57 wurden plangemäß

durchgeführt . Ferner wurden die regelmäßigen

Wartungen und Reparaturen in den Betriebswerkstätten

termingerecht gemacht .

Im Hinblick auf die noch weiter reduzierte Fahrzeugreserve

durch den Fahrplan 2011 war es im Vorfeld

dieses Ereignisses erforderlich, teilweise sehr zeitaufwendige

und umfangreiche Instandhaltungsmaßnahmen

vorzuziehen .

Nach vollständiger Ausrüstung der Haltestellen der

Linie U 13 mit Hochbahnsteigen, wurden an den restlichen

20 Stadtbahnen die Klapptrittstufen stillgelegt

bzw . ausgebaut .

2010 konnte der Vertrag für die Beschaffung weiterer

20 Stadtbahnwagen, mit einer Option für weitere 40

Züge, erfolgreich abgeschlossen werden . Im Anschluss

wurden mit dem Fahrzeughersteller die konstruktiven

Festlegungen vereinbart .

56 | 57


U 9

Betriebsanlagen

und Infrastruktur

Bus

Im Jahr 2010 wurden 20 neue Niederflur-Solobusse mit

dem derzeit höchsten verfügbaren Stand der Abgasreinigung

EEV beschafft .

Bis zum Ende des Busersatzverkehrs 15 E verfügt die

SSB noch über einen erhöhten Busbestand .

Barrierefreies Busfahren


Gleisanlagen und Streckenausrüstung

Jahr

Betriebsstrecke

Schiene gesamt

in km

Auf besonderem Bahn-

körper und Tunnel

in km

2002 124 112

2003 123 113

2004 123 113

2005 126 115

2006 126 115

2007 123 116

2008 123 116

2009 123 116

2010 125 118

Schienenfahrzeuge

Jahr

Stadtbahn

DT 8

Gelenktriebwagen

GT 4

Seilbahn

und Zahnradbahn

Gesamt

2002 136 34 5 175

2003 136 36 5 177

2004 154 36 5 195

2005 164 38 5 207

2006 164 38 5 207

2007 164 38 5 207

2008 164 0 5 169

2009 164 0 5 169

2010 164 0 5 169

Busse

Jahr

Linienbusse

Standard

Linienbusse

Gelenk Gesamt

2002 95 155 250

2003 100 153 253

2004 87 156 243

2005 87 155 242

2006 89 166 255

2007 91 183 274

2008 87 183 270

2009 86 190 276

2010 94 185 279

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U 1

U 12 U 11

BUS

U 9

U 8

U 7

U 6

U 5

U 4

U 3

U 2

10 Umweltbericht und Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit

Ökostrom

Energieeffizienz

Bus

Abfallentsorgung

Gefahrguttransport

Altlastensanierung

Abfallbilanz

Energiebilanz


60 | 61


BUS

Umweltbericht

und Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit

Im Juni 2010 hat die SSB auf der Jahrestagung des

VDV in München ihr Bekenntnis zur UITP-Charta für

Nachhaltigkeit erneuert und damit deren Stellenwert

im Unternehmen bekräftigt .

Ökostrom

Wie bereits im Vorjahr wurde in 2010 ein Viertel des

Strombezugs als Ökostrom bezogen . Für diesen Anteil

wurden sogenannte RECS-Zertifikate gekauft (Renewable

Energy Certificates System), mit denen regenerativ

erzeugter Strom gefördert wird . Die eigentliche Beschaffung

des physikalisch bezogenen Stroms ist davon

jedoch getrennt, was zum Vorteil hat, dass man nicht

an einen bestimmten Ökostromanbieter gebunden ist .

Für die Jahre 2011 und 2012 werden jeweils für 70 %

des Strombezugs RECS-Zertifikate entsprechend den

Qualitätsanforderungen nach TÜV EE01 beschafft .

Energieeffizienz

Die energetische Sanierung von Gebäuden der SSB

wird mit Wärmedämmungen, Fenstererneuerungen,

Optimierung der Wärmeversorgung auch mittels Geothermie

weiter fortgesetzt .

In renovierten Gebäudeteilen im SSB Zentrum konnten

durch lufttechnische Maßnahmen erhebliche Energieeinsparungen

erzielt werden .

Generell werden bei Neuinstallationen und Instandsetzungen

Hocheffizienzpumpen- und motoren in den

Heizungsanlagen und der Trinkwasserversorgung sowie

bei Lüftungsanlagen eingebaut .

Die Landeshauptstadt Stuttgart beteiligt sich beim

bundesweiten Wettbewerb „Energieeffiziente Stadt“,

gefördert durch das BMBF-Forschungsvorhaben in

Stuttgart: „Stadt mit Energieeffizienz, SEE Stuttgart“.

Die SSB konnte hierzu durch Nennung vieler geplanter

Einzelmaßnahmen einen Beitrag leisten, wie zum

Beispiel den Austausch der USV-Anlage (unabhängige

Stromversorgung) der EDV, Verbesserung der Kühlung

der Rechenzentren, die zusammen über 150 .000 kWh

jährliche Stromeinsparung erbringen .

Aber auch eine auf die Betriebszeiten hin optimierte

Druckluftversorgung von Bussen im Busbetriebshof

Gaisburg und Errichtung einer Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung

im Stadtbahnbetriebshof Remseck

konnten als Effizienzsteigerung genannt werden.

Bus

Die im Jahr 2010 beschafften neuen Busse verfügen

über den derzeit höchsten Stand der Abgasreinigung

EEV .

Damit verfügt die SSB nicht nur über eine komplette

Niederflurbusflotte, sondern wiederum konnten 20

Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro II ausgemustert

und der Bestand an EEV-Fahrzeugen auf 38 % erhöht

werden. Zusätzlich flossen bei den Neubeschaffungen

der letzten Jahre auch sämtliche Optimierungen

im Bereich der Getriebetechnik und -steuerung ein,

was den Durchschnittsverbrauch der Flotte deutlich

verbesserte .

Der Feldversuch mit vier Bussen von Typ Citaro mit

EEV-Motor, mit dem synthetischen Kraftstoff aus

nachwachsenden Rohstoffen, soll im ersten Halbjahr

2011 beendet werden . Zwischenzeitlich haben die

Busse über 550 Tsd . km ohne besondere Vorkommnisse

zurückgelegt .

Seit September 2010 wurden insgesamt fünf Hybridbusse

ausgeliefert, die im Rahmen der Aktivitäten

der SSB bei den Modellregionen Elektromobilität im

Einsatz sind .

Die SSB beteiligt sich weiterhin an einem Projekt „Ikone“

(ebenfalls Teil der Modellregion Elektromobilität) .

Dabei wird für drei Jahre ein rein batteriebetriebener

Kleintransporter im Fuhrpark der SSB betrieben, der

Anfang 2011 ausgeliefert wurde .

Abfallentsorgung

Seit 1 . April 2010 wurde das elektronische Abfallnachweisverfahren

(eANV) eingeführt, das nach anfänglichen

Problemen seit Ende 2010 reibungslos läuft .


Gefahrguttransport

Bei der SSB werden Gefahrgüter aller Klassen außer

Klasse 6 .2 und 7 befördert . In 2010 ereigneten sich

keine Unfälle oder Zwischenfälle, bei denen Gefahrgüter

freigesetzt wurden oder in Brand geraten sind .

Die Anlieferung von Dieselkraftstoff stellt mit Abstand

den größten Posten dar . Auch einige Abfälle, wie z .B .

Altöl und Bleibatterien, sind als Gefahrgut eingestuft .

Eigentransporte von Gefahrgut erfolgen fast ausschließlich

in Kleinmengen . Der betroffene Personenkreis

wird regelmäßig geschult .

Altlastensanierung

Auf dem Gelände des ehemaligen Straßenbahndepots

in Bad Cannstatt hatte sich bei Erkundungen der

Verdacht bestätigt, dass dort Bodenkontaminationen

aus dem Betrieb der ehemaligen Gasfabrik vorhanden

sind . Mit den vorbereitenden Arbeiten zur Beseitigung

wurde begonnen .

Bushaltestelle Universität Vaihingen

62 | 63


BUS

Umweltbericht

und Nachhaltigkeit

Energiebilanz 2010 2009 2008 2007

Strom in Mio. kWh

Schienenverkehr 79,1 78,1 77,7 79,7

Stromverbrauch kWh/Pers .-km 0,127 0,126 0,125 0,130

Stromverbrauch kWh/100 km 496 489 494 470

CO 2 in gr/Pers .-km 36 35 35 36

CO 2 in gr/km 1.389 1 .370 1 .384 1 .316

Betriebsanlagen 16,1 16,4 15,9 20,4

Diesel in Mio. Liter

Busverkehr 7,8 8,0 7,8 7,7

Dieselverbrauch L/Pers .-km 0,023 0,024 0,024 0,024

Dieselverbrauch L/100 km 53 54 54 55

CO 2 in gr/Pers .-km 61 64 63 63

CO 2 in gr/km 1.386 1 .428 1 .423 1 .454

Fuhrparkfahrzeuge 0,2 0,2 0,2 0,2

Benzin in Mio. Liter

Fuhrparkfahrzeuge 0,1 0,1 0,1 0,1

Fernwärme in Mio. kWh*)

2,8 2,6

Gas in Mio. kWh*) 17,3 16,3

12,8 11,3

*)ab 2009 Fernwärme und Gas zusammengefasst


Abfallbilanz (Auszug) 2010 2009 2008 2007

Abfall Einheit Menge Menge Menge Menge

Verwertung gefährlich

Altöl t 30 25 25 26

Ölabscheider-u Sandfanginhalte m³ 272 288 213 250

Kühlerfrostschutzgemisch t 11,6 7 8 5

Elektronikschrott t 10,5 10 1 5

Starterbatterien t 14 16 34 16

teerölimprägnierte Bahnschwellen t 328 66 485 228

Verwertung nicht gefährlich

Altreifen St 1313 1 .536 1 .237 1 .734

Asphalt teerfrei t 2.872 6 .838 111 106

Schienenkehricht t 109 113 119 126

Fettabscheiderinhalte m³ 34 26 34 34

Papier und Kartonagen t 61 31 91 109

Gewerbeabfall t 272 77 256 283

Beton t 1.746 2 .819 1 .361 73

gem . Bau- und Abbruchabfälle t 139 339 240 43

Kabelabfälle t 46 35 23 58

Altmetalle t 880 865 802 938

Erdaushub t 5.924 27 .500 9 .953 2 .151

Gleisschotter t 2.396 4 .876 3 .882 403

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U 1

U 12 U 11

BUS

U 9

U 8

U 7

U 6

U 5

U 4

U 3

U 2

11 Jahresabschluss

Bilanz zum 31 . Dezember 2010

Gewinn- und Verlustrechnung

Anhang

:: Allgemeine Angaben

:: Erläuterungen zur Bilanz

:: Erläuterungen zur Gewinn- u . Verlustrechnung

:: Sonstige Angaben

:: Anhang/Anlage 1: Entwicklung des Anlagevermögens

:: Anhang/Anlage 2: Verbundene & Andere Unternehmen

:: Anhang/Anlage 3: Organe der Gesellschaft


66 57 |

67

58


U 11

Jahresabschluss

Bilanz zum 31. Dezember 2010

Aktiva Anhang

A. Anlagevermögen (1)

I. Immaterielle Vermögensgegenstände

31.12.2010 2009

T€ T€ T€

1 . Software und sonstige Rechte 5.056 2 .309

2 . Geleistete Anzahlungen 719 5.775 3 .251

II. Sachanlagen

1 . Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten

einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 200.250 189 .736

2 . Gleisanlagen, Streckenausrüstung und

Sicherungsanlagen 94.983 83 .475

3 . Fahrzeuge für Personen- und Güterverkehr 91.772 98 .203

4 . Maschinen und maschinelle Anlagen, die nicht zu

Nummer 2 oder 3 gehören 4.311 3 .086

5 . Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 17.222 12 .975

6 . Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 69.341 477.879 55 .235

III. Finanzanlagen

1 . Anteile an verbundenen Unternehmen (2) 386 386

2 . Beteiligungen 98 98

3 . Sonstige Ausleihungen 635 1.119 626

Summe A. Anlagevermögen 484.773 449.380

B. Umlaufvermögen

I. Vorräte

1 . Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 16.660 18 .970

2 . Noch nicht abgerechnete Baumaßnahmen 2.373 8 .237

3 . Waren 122 19.155 13

II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (3)

1 . Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.813 3 .055

2 . Forderungen gegen verbundene Unternehmen 24.533 24 .088

3 . Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein

Beteiligungsverhältnis besteht 2.928 2 .894

4 . Sonstige Vermögensgegenstände 39.328 69.602 78 .205

III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

und Schecks

(4)

26.245 21 .276

Summe B. Umlaufvermögen 115.002 156.738

C. Rechnungsabgrenzungsposten 2.295 1 .196

602.070 607.314


Passiva Anhang

A. Eigenkapital

31.12.2010 2009

T€ T€ T€

I. Gezeichnetes Kapital 140.094 140 .094

II. Kapitalrücklage 9.186 9 .186

III. Gewinnrücklagen

1 . Gesetzliche Rücklage 1.705 1 .705

2 . Andere Gewinnrücklagen 1.142 152.127 1 .142

B. Sonderposten mit Rücklageanteil

1 . Rücklage gemäß § 6 b EStG 1.890 4 .104

C. Rückstellungen

1 . Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 125.070 122 .449

2 . Sonstige Rückstellungen (5) 117.008 242.078 131 .326

D. Verbindlichkeiten (6)

1 . Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 8.757 8 .991

2 . Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 3 .160

3 . Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 26.957 18 .683

4 . Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 11.600 7 .900

5 . Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein

Beteiligungsverhältnis besteht 1 0

6 . Sonstige Verbindlichkeiten 133.896 181.211 131 .910

E. Rechnungsabgrenzungsposten (7) 24.764 26 .664

602.070 607.314

68 | 69


U 11

Jahresabschluss

Gewinn- und Verlustrechnung Anhang

31.12.2010 2009

T€ T€ T€

1 . Umsatzerlöse (8) 252.948 250 .899

2 .

Verminderung des Bestandes bei noch nicht abgerechneten

Baumaßnahmen 5.863 12 .241

3 . Andere aktivierte Eigenleistungen 3.486 2 .437

4 . Sonstige betriebliche Erträge (9) 44.893 43 .588

5. Gesamtleistung 295.464 284.683

6 . Materialaufwand (10) 92.463 88 .608

7. Rohergebnis 203.001 196.075

8 . Personalaufwand (11) 143.591 145 .745

9 .

Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände

des Anlagevermögens und Sachanlagen (12) 38.508 35 .165

10 . Sonstige betriebliche Aufwendungen (13) 28.149 29 .410

11 . Erträge aus Beteiligungen 0 0

12 . Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 68 91

13 .

Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen

des Finanzanlagevermögens 221 98

14 . Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge (14) 742 1 .724

15 . Abschreibungen auf Finanzanlagen 0 49

16 . Aufwendungen aus Verlustübernahme 124 118

17 . Zinsen und ähnliche Aufwendungen (15) 7.436 216.777 5 .416

18. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -13.776 -17.915

19 . außerordentliche Aufwendungen (16) 4.510 0

20 . außerordentliches Ergebnis 4.510 0

21 . Sonstige Steuern 979 755

22. Erträge aus Verlustübernahme 19.265 18.670

23. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 0 0


70 48 |

71

49


U 11

Jahresabschluss

Anhang für 2010

1. Allgemeine Angaben

Angaben zu Form und Darstellung

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des

HGB, EGHGB und des AktG für große Kapitalgesellschaften

aufgestellt . Die Verordnung über die Gliederung

des Jahresabschlusses von Verkehrsunternehmen

in der Fassung vom 13 . Juli 1988 wurde beachtet . Um

die Klarheit der Darstellung zu verbessern, haben wir

einzelne Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung

zusammengefasst und in diesem Anhang

gesondert aufgegliedert und erläutert .

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im

Wesentlichen unverändert die noch folgenden Bilanzierungs-

und Bewertungsmethoden maßgebend .

Sofern im Zuge der erstmaligen Anwendung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes

(BilMoG) Änderungen

in der Bilanzierung und Bewertung sowie in der

Darstellung notwendig waren, wurden diese erstmals

zum 1 . Januar 2010 umgesetzt . Die Vorjahreszahlen

wurden auf Grund dieser Änderungen nicht angepasst .

Bei immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen

erfolgt die Bewertung mit den Anschaffungs-

oder Herstellungskosten, vermindert um Zuschüsse,

Skonti und andere Anschaffungskostenminderungen .

Die Herstellungskosten enthalten Lohn- und Materialkosten

sowie angemessene Gemeinkostenzuschläge .

Bei Sachanlagen wird in der Regel die lineare Abschreibungsmethode

angewandt . Im Jahr des Zugangs

wird die planmäßige Abschreibung zeitanteilig vorgenommen

. Vermögensgegenstände, die nach dem

31 .12 .2007 angeschafft oder hergestellt worden sind

und deren Anschaffungs-/Herstellungskosten 150 €

netto nicht überschreiten, werden im Jahr des Zugangs

voll abgeschrieben . Für Vermögensgegenstände mit

Anschaffungs-/Herstellungskosten zwischen netto

150 € und 1 .000 € werden wirtschaftsjahresbezogene

Sammelposten gebildet, aktiviert und einheitlich

linear über fünf Wirtschaftsjahre abgeschrieben . Die

Abschreibung für zwei im Jahr 1994 fertiggestellte

Bürogebäude sowie ein im Jahr 2001 aktiviertes

Wohngebäude wird nach der degressiven Methode

gemäß § 7 Absatz 5 Satz 1 und Satz 3b EStG vorgenommen

. Festwerte bestehen für Gleisanlagen sowie

Fahrleitungen .

Bei den Finanzanlagen werden die Anteile an verbundenen

Unternehmen und Beteiligungen zu Anschaffungskosten

bzw . zum niedrigeren beizulegenden Wert

angesetzt . Sonstige Ausleihungen werden zum Nennwert

in Ansatz gebracht . Bestehende Risiken werden

angemessen berücksichtigt .

Die Bewertung der Vorräte erfolgt auf der Basis durchschnittlicher

Anschaffungskosten . Fahrausweisvordrucke

und Küchenvorräte sind mit einem Festwert gemäß

§ 240 Absatz 3 HGB aktiviert . Die Abwertungsprozentsätze

wurden zum 31 . Dezember 2010 auf die tatsächlichen

Gegebenheiten angepasst . Dadurch ergibt sich

ein Mehraufwand bei der Bewertung der Vorräte von

ca . 1,1 T€ .

Noch nicht abgerechnete Baumaßnahmen werden mit

aufgelaufenen Herstellungskosten bewertet .

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

sowie liquide Mittel sind zum Nennwert bilanziert .

Erkennbare Einzelrisiken bei Forderungen sind wertberichtigt

. Auf den übrigen Forderungsbestand wurde

eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von 1 %

vorgenommen .

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche

Verpflichtungen werden nach versicherungsmathematischen

Grundsätzen unter Verwendung der Heubeck-

Richttafeln 2005 G im Rahmen eines Anwartschaftsbarwertverfahrens

wie folgt ermittelt:

Bewertungsverfahren modifizierter Teilwert

:: Einkommensdynamik 2 %

:: Rentendynamik 1 %

:: Berechnungszins 5,15 %

Aus der BilMoG-Anpassung zum 1 .1 .2010 ergibt sich

dafür ein außerordentlicher Aufwand von 1 .724 T€ .

Hierbei wurde der komplette BilMoG-Anpassungswert

zugeführt . Die Bewertung der mittelbaren Pensionsverpflichtungen

erfolgte analog der unmittelbaren

Verpflichtungen.


Die sonstigen Rückstellungen sind in Höhe des nach

vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen

Erfüllungsbetrages angesetzt . Rückstellungen mit

einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind seit

dem Geschäftsjahr 2010 mit dem ihrer Restlaufzeit

entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der

vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst .

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag

passiviert .

Aufgrund der Organschaft und der anhaltenden Verlustsituation

sind keine latenten Steuern ausgewiesen .

Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz bestehen

in den Bereichen Anlagevermögen und Sonderposten

mit Rücklagenanteil und Rückstellungen .

2. Erläuterungen zur Bilanz

(1) Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens und die

Aufgliederung der in der Bilanz zusammengefassten

Posten ist als Anlage 1 zum Anhang beigefügt .

(2) Anteilsbesitz

Die Aufstellung über den Anteilsbesitz nach § 285 Nr .

11 HGB ist als Anlage 2 zum Anhang beigefügt .

(3) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände:

Von den sonstigen Vermögensgegenständen haben 219

T€ (Vj . 116 T€) eine Restlaufzeit von mehr als einem

Jahr .

(4) Liquide Mittel 2010

T€

2009

T€

1 . Kassenbestand 3.586 3 .281

2 . Guthaben bei Kreditinstituten 22.659 17 .995

Gesamt 26.245 21.276

(5) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen

Beträge zur Generalsanierung von Stadtbahnen

in Höhe von 44 .518 T€ (Vj . 56 .155 T€), für unterlassene

Instandhaltungsmaßnahmen der Infrastruktur und Gebäude

von 2 .012 T€ (Vj . 5 .421 T€), Altlastensanierung

von 2.990 T€ (Vj. 0 T€) sowie Pflichtrückstellungen für

Altersteilzeit über 31 .567 T€ (Vj . 30 .415 T€) . Darüber

hinaus wurden für Urlaubsrückstände, Überzeit- und

Langzeitguthaben, Abfindungen für Entgeltbestandteile,

ausstehende Lieferantenrechnungen sowie für Umlagen

des Haftpflichtverbands Rückstellungen gebildet.

In den sonstigen Rückstellungen sind Beträge mit einer

Restlaufzeit größer als ein Jahr enthalten . Dies betrifft

insbesondere Rückstellungen für Zuschussrückerstattungen,

Kapitalisierung von Entgeltbestandteilen,

Archivierungskosten u .a .

Bei der Umstellung auf Rechnungslegung nach BilMoG

wurde das Wahlrecht zur Beibehaltung nach Art . 67

Abs . 2 EGHGB in Anspruch genommen . Daraus ergibt

sich eine zeitlich begrenzte Überdeckung der Rückstellungen

von 429 T€ . Dies betrifft die Rückstellungen

für Jubiläen, Abfindung Entgeltbestandteile, Archivierungskosten

und Zuschusskürzungen . Zu den außerordentlichen

Effekten verweisen wir auf Ziffer 16 des

Anhangs .

72 | 73


U 11

Jahresabschluss

(6) Verbindlichkeiten

Art der Verbindlichkeiten

31.12.2010 31.12.2009

Restlaufzeit Gesamt Restlaufzeit Gesamt

Bis zu

1 Jahr

T€

Über

5 Jahre

T€ T€

Bis zu

1 Jahr

T€

Über

5 Jahre

T€ T€

1 . Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten * 1 .575 8.757 1 .423 8 .991

2 . Erhaltene Anzahlungen auf

Bestellungen 0 0 3 .160 3 .160

3 . Verbindlichkeiten aus

Lieferungen und Leistungen 26 .957 26.957 18 .683 18 .683

4 . Verbindlichkeiten gegenüber

verbundenen Unternehmen 11.600 7 .900 7 .900

5 . Verbindlichkeiten gegenüber

Unternehmen, mit denen ein

Beteiligungsverhältnis besteht 1 1 0 0

6 . Sonstige Verbindlichkeiten 10 .851 122 .382 133.896 13 .855 117 .012 131 .910

:: davon aus Steuern 2.074 2 .114

:: davon im Rahmen der

sozialen Sicherheit 122.684 117 .324

* = Sicherungsübertragung von Bussen i .H .v . 8 .757 T€ (Vj . 8 .991 T€)

(7) Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Hierunter fallen die Barwertvorteile aus US-Leasinggeschäften der Jahre 1997 und 2000 . Die ertragswirksame

Vereinnahmung der Barwertanteile erstreckt sich bis zum Jahr 2020 (1997) bzw . 2026 (2000) . Darüber hinaus sind

Fahrgeldabgrenzungen für Zeitkarten in Höhe von 17 .395 T€ (Vj . 18 .158 T€) enthalten .

3. Erläuterungen zur Gewinn- u. Verlustrechnung

(8) Umsatzerlöse

Aufgliederung der Umsatzerlöse

Linienverkehr 174.121 168 .642

Sonderverkehr 1.006 831

Ausgleichszahlungen gem . § 45 a PBefG 17.881 17 .881

Zuwendungen für verbundbedingte Belastungen 44.221 44 .038

Sonstige Umsatzerlöse 15.719 19 .507

Gesamt 252.948 250.899

2010

T€

2009

T€


(9) Sonstige betriebliche Erträge

Sonstige betriebliche Erträge enthalten periodenfremde Posten in Höhe von 12 .102 T€ (Vj . 22 .210 T€); im Wesentlichen

für Auflösungen von Rückstellungen, Buchgewinne aus Anlagenabgängen und Auflösung des Sonderpostens

mit Rücklageanteil nach § 6 b EStG in Höhe von 2 .214 T€ .

(10) Materialaufwand

Aufgliederung der Umsatzerlöse

a) Aufwendungen für Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 34.216 29 .869

b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 58.247 58 .739

Gesamt 92.463 88.608

2010

T€

(11) Personalaufwand 2010

T€

a) Entgeltzahlungen 104.575 104 .653

b) Soz . Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 39.016 41 .092

– davon für Altersversorgung 17.062 19 .797

Gesamt 143.591 145.745

Durchschnittlicher Personalbestand 2010 2009

Mitarbeiter/innen 2.802 2 .740

Auszubildende 70 70

Gesamt 2.872 2.810

(12) Abschreibungen

Diese Position enthält außerplanmäßige Abschreibungen nach § 277 Abs . 3 Satz 1 HGB in Höhe von 329 T€ sowie

Sonderabschreibungen durch Übertragung des Sonderpostens mit Rücklageanteil in Höhe von 2 .214 T€ . Darüber

hinaus wurde die Abschreibungsdauer für Tunnelanlagen auf 75 Jahre vereinheitlicht, wodurch sich ein Nachholeffekt

in Höhe von 600 T€ ergibt .

(13) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Sonstige betriebliche Aufwendungen enthalten periodenfremde Posten in Höhe von 7 .986 T€ (Vj . 7 .194 T€) .

(14) Zinsertrag

Im Zinsertrag sind 274 T€ aus der Aufzinsung von sonstigen Rückstellungen enthalten .

(15) Zinsaufwand

Im Zinsaufwand sind 563 T€ aus der Abzinsung der Pensionsrückstellungen sowie 1 .466 T€ aus der Abzinsung

der sonstigen Rückstellungen enthalten . Zinsaufwendungen in Höhe von 30 T€ (Vj . 0 T€) betreffen verbundene

Unternehmen .

2009

T€

2009

T€

74 | 75


U 11

Jahresabschluss

(16) Außerordentlicher Aufwand

Aus der erstmaligen Anwendung des BiLMoG ergeben sich außerordentliche Aufwendungen zum 01 . 01 . 2010

für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (1.724 T€), Altersteilzeit (2.395 T€), Risiken aus der Besicherung von

Leasinggeschäften (184 T€) und Jubiläen (207 T€) .

4. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen aus Bestellobligo (nach Abzug von Zuschüssen) in Höhe von ca.

99 .995 T€ (davon für neue Stadtbahnen 52 .883 T€) sowie aus bestehenden Mietverträgen in Höhe von 2 .896 T€ .

Haftungsverhältnisse bestehen in Form von Patronatserklärungen zugunsten der SSB Reisen GmbH in Höhe von 6

T€ (Valuta 31 .12 .2010) . Es besteht außerdem eine Bürgschaft über 125 T€ .

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Bestellobligo und Mietverträgen werden mit Sicherheit in Anspruch

genommen . Bei den Haftungsverhältnissen in Form der Patronatserklärung und Bürgschaft ist die Inanspruchnahme

unwahrscheinlich .

Derivative Finanzinstrumente

Zur Absicherung der Beschaffungskosten für Dieseltreibstoff wurden ab 2008 bis zum Juni 2013 drei Rohwarentermingeschäfte

(Swaps) auf Euro-Basis abgeschlossen . Zum 31 .12 .2010 ergeben sich folgende Werte:

Art Laufzeit Gesamtumfang Bewertung Zeitwert (T€)

Diesel-Swap 2008-2011 18 .000 MT Mark to Market 353

Diesel-Swap 2011-2013 4 .080 MT Mark to Market -267

Diesel-Swap 2011-2013 4 .080 MT Mark to Market 490

Für den negativen Marktwert wurde eine Rückstellung gebildet (Sonstige Rückstellungen) .

Geschäfte mit nahestehenden Gesellschaften:

Die Gesellschaft verfügt über ein zweckgebundenes zinsloses Darlehen der Muttergesellschaft SVV GmbH in

Höhe von 11,6 Mio . € zum 31 .12 .2010 . Unter Berücksichtigung eines marktüblichen Zinssatzes resultiert daraus

ein Zinsvorteil in Höhe von ca . 300 T€ .

Konzernabschluss

Mutterunternehmen der SSB AG ist die Stuttgarter Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH, Stuttgart, mit

der ein Organvertrag mit Ergebnisabführungsvereinbarung besteht . Der Konzernabschluss, in den die SSB mit

einbezogen wird, wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht .

Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands

Die Organe der Gesellschaft sind in Anlage 3 zum Anhang aufgeführt .

Abschlussprüferhonorare

Für Leistungen, die die Prüfungsgesellschaft erbracht hat, wurden 2010 folgende Beträge verbucht:

:: Abschlussprüfungsleistungen T€ 60

:: Andere Bestätigungsleistungen T€ 42


Gesamtbezüge des Aufsichtsrats, des Vorstands und früherer Vorstandsmitglieder

Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen 729 T€ . Für Mitglieder des Vorstands sind 2 .780 T€ als Rückstellungen

für Anwartschaften auf Pensionen passiviert . Die Bezüge (T€) setzen sich wie folgt zusammen, wobei Herr Meier-

Berberich vom 1 .5 .2010 bis 31 .7 .2010 die Position des stellvertretenden kaufmännischen Vorstand inne hatte .

Name Gesamtbezüge davon variabel davon Sachleistungen

Herr Arnold 224 27 6

Herr Bauer 229 27 6

Herr Dr. Höflinger 151 22 6

Herr Meier-Berberich 125 13 8

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats beliefen sich auf 42 T€ und für den Beratenden Ausschuss auf 16 T€ .

An frühere Vorstandsmitglieder sowie deren Hinterbliebene wurden insgesamt 365 T€ gezahlt . Für diese Personengruppe

sind Rückstellungen für laufende Pensionen in Höhe von 4 .236 T€ gebildet .

Kreditforderungen bestehen an ein Aufsichtsratsmitglied in Höhe von 10 T€ . Im Geschäftsjahr wurden 2 T€ planmäßig

getilgt . Der Kredit wird mit 4,5 % verzinst und läuft bis 2015 .

Angaben nach den Vorschriften des EGHGB

Aufgrund des Wahlrechts gemäß Artikel 28 Absatz 2 EGHGB besteht zum 31. Dezember 2010 aus Verpflichtungen

für laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen des Vereins Zusatzversorgung der Stuttgarter

Straßenbahnen Aktiengesellschaft e . V . ein nicht passivierter Betrag in Höhe von 37 .435 T€ .

Angaben nach den Vorschriften gemäß § 160 Absatz 1 Nr. 3 AktG

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt 140 .093 .975,45 € und ist eingeteilt in 2 .740 .000 Aktien (Stückaktien),

die auf den Namen lauten .

Stuttgart, 31 . März 2011

Stuttgarter Straßenbahnen

Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Wolfgang Arnold Reinhold Bauer Jörn Meier-Berberich

76 | 77


U 11

Jahresabschluss

Anhang/Anlage 1

Entwicklung des Anlagevermögens

I. Immaterielle Vermögensgegenstände

Anschaffungs-/

Herstellungskosten

1.1.2010 T€ Zugänge Abgänge

1 . Software und sonstige Rechte 17 .464 1 .440 744

2 . Geleistete Anzahlungen 3 .251 638 103

Summe I 20.715 2.078 847

II. Sachanlagen

1 . Grundstücke, grundstücksgleiche

Rechte und Bauten einschließlich der Bauten

auf fremden Grundstücken .

davon: 353 .896 3 .176 2 .014

a) Geschäfts-, Betriebs- und andere Bauten 190 .912 994 1 .553

b) Bahnkörper und Bauten des Schienenwegs 136 .584 2 .172 0

2 . Gleisanlagen, Streckenausrüstung und

Sicherungsanlagen 117 .866 3 .889 630

3 . Fahrzeuge für Personen- und Güterverkehr 335 .319 9 .945 5 .638

4 . Maschinen und maschinelle Anlagen,

die nicht zu Nummer 2 oder 3 gehören 9 .413 1 .233 162

5 . Andere Anlagen, Betriebsund

Geschäftsausstattung 64 .910 4 .434 2 .269

6 . Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 55 .235 49 .915 7

Summe II 936.639 72.592 10.720

III. Finanzanlagen

1 . Anteile an verbundenen Unternehmen 386 0 0

2 . Beteiligungen 147 0 49

3 . Sonstige Ausleihungen 814 0 179

Summe III 1.347 0 228

Summe Anlagevermögen 958.701 74.670 11.795


Umbuchungen

Anschaffungs-/

Herstellungskosten

31.12.2010

Abschreibungen

kumuliert Buchwert

Abschreibungen

des Geschäftsjahres

3 .174 21 .334 16 .278 5.056 1.839

-3 .067 719 0 719 0

107 22.053 16.278 5.775 1.839

17 .912 372 .970 172 .720 200.250 10.111

4 .603 194 .956 128 .124 66.832 7.249

13 .249 152 .005 39 .819 112.186 2.862

11 .746 132 .871 37 .888 94.983 4.009

1 .030 340 .656 248 .884 91.772 17.406

462 10 .946 6 .635 4.311 466

4 .545 71 .620 54 .398 17.222 4.677

-35 .802 69 .341 0 69.341 0

-107 998.404 520.525 477.879 36.669

0 386 0 386 0

0 98 0 98 0

0 635 0 635 -189 *)

0 1.119 0 1.119 -189

0 1.021.576 536.803 484.773 38.319

*) darin enthalten: Zuschreibung in Höhe von T€ 189

78 | 79


U 11

Jahresabschluss

Anhang/Anlage 2

Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 287 HGB zum 31 .12 .2010

Name und Sitz

der Gesellschaft

Verbundene Unternehmen:

Anteil am Kapital

in % Jahr

Eigenkapital


Ergebnis


SSB Reisen GmbH, Stuttgart 100 2010 850 .566,66 67.548,51 *)

Andere Unternehmen:

Verkehrs- und Tarifverbund

Stuttgart GmbH, Stuttgart 26 2010 343 .812,10 **) 5.548,29 **)

*) vor Ergebnisabführung

**) vorläufige Angaben

Fröhliche Reisegruppe vor SSB-Reisen-Bus


Anhang/Anlage 3

Organe der Gesellschaft

Aufsichtsrat

Dr . Wolfgang Schuster

Oberbürgermeister

Vorsitzender

Klaus Felsmann

Busfahrer/Betriebsratsvorsitzender

Stellv . Vorsitzender

Michael Föll

Erster Bürgermeister

Wolfgang Hoepfner

Stadtbahnfahrer/Betriebsrat

Schwerbehindertenvertreter

Manfred Kanzleiter

Dipl .-Ingenieur (FH)

Gewerkschaftssekretär i .R .

Stadtrat

Robert Kauderer

Selbständiger Malermeister

Stadtrat

Dr . Michael Kienzle

Literaturwissenschaftler

Stadtrat

Karlheinz Kilb

Gewerkschaftssekretär

Roland Krause

Dipl .-Ingenieur

Verkehrsingenieur

Peter Krauß

Dipl .-Ingenieur (FH)

Bauingenieur

Klaus-Dieter Lohrmann

Dipl .-Bauingenieur

Unternehmensbereichsleiter

Betrieb

Jürgen Sauer

Wissenschaftl . Referent

Stadtrat

Ursula Schorlepp

Dipl .-Sozialökonomin

Gewerkschaftssekretärin

Harald Seibold

Busfahrer

Betriebsrat

Clarissa Seitz

Diplom-Psychologin

Stadträtin

Jochen Stopper

Sozialwissenschaftler

Stadtrat

Annette Strauch

Dipl .-Volkswirtin

Exportkauffrau

Gewerkschaftssekretärin

Dr . Günter Stübel

Dipl .-Wirtschaftsingenieur

Stadtrat

Gisela de Vries

Dipl .-Betriebswirtin (FH)

Betriebsrätin

Dieter Wahl

Versicherungsfachwirt

Stadtrat

Beratender Ausschuss

alle Mitglieder des Aufsichtsrats

sowie:

Dr . Roswitha Blind

Diplommathematikerin

Stadträtin

Andreas Bögner

Bildungsreferent

Gewerbl . Techn . Ausbilder

Betriebsrat

Dieter Hafenbrack

Mechaniker

Betriebsrat

Matthias Hahn

Bürgermeister

Harald Jauß

Busfahrer

Betriebsrat

Ulrike Küstler

Feinmechanikerin

Stadträtin

Dirk Thürnau

Bürgermeister

Peter Wilhelm

Kraftfahrer

Betriebsrat

Vorstand

Wolfgang Arnold

Dipl .-Ingenieur

Sprecher seit 01 . 10 . 2010

Reinhold Bauer

Dipl .-Volkswirt

Sprecher bis 30 .09 .2010

Dr. Peter Höflinger

Dipl .-Kaufmann

Vorstand bis 31 .07 .2010

Jörn Meier-Berberich

Dipl .–Kaufmann

Vorstand seit 01 . 08 . 2010

80 | 81


U 1

U 12 U 11

BUS

U 9

U 8

U 7

U 6

U 5

U 4

U 3

U 2

12 Bestätigungsvermerk


82 | 83


U 12

Aufgabenbereiche und Mitarbeiter der SSB


Bestätigungsvermerk

Den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk

haben wir wie folgt erteilt:

„Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus

Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang

– unter Einbeziehung der Buchführung und den

Lagebericht der Stuttgarter Straßenbahnen Aktiengesellschaft

für das Geschäftsjahr vom 1 . Januar bis

31 . Dezember 2010 geprüft . Die Buchführung und die

Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach

den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen

in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft .

Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns

durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den

Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung

und über den Lagebericht abzugeben .

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach

§ 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der

Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen

Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen

. Danach ist die Prüfung so zu planen und

durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die

sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss

unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger

Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten

Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit

erkannt werden . Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen

werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit

und über das wirtschaftliche und rechtliche

Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über

mögliche Fehler berücksichtigt . Im Rahmen der Prüfung

werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen

internen Kontrollsystems sowie Nachweise

für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und

Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben

beurteilt . Die Prüfung umfasst die Beurteilung

der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der

wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die

Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses

und Lageberichts . Wir sind der Auffassung, dass

unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für

unsere Beurteilung bildet .

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt .

Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung

gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss

den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt

unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger

Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen

entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und

Ertragslage der Stuttgarter Straßenbahnen Aktiengesellschaft

. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem

Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes

Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die

Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung

zutreffend dar .“

Stuttgart, den 31 . März 2011

KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Wildermuth

Wirtschaftsprüfer

Rettich

Wirtschaftsprüfer

84 48 |

85

49


Geschäftsbericht 2010

Stuttgarter Straßenbahnen AG

Neues Netz. Neue Ziele.


SSB im Zeitenwandel

Jede Geschichte hat ihre Kapitel. Eines wird abgeschlossen,

ein neues begonnen. Die Geschichte der

SSB ist seit 1868 zu einem dicken Buch mit sehr vielen

Kapiteln geworden, die über lange Strecken Erfolgsgeschichten

erzählen. 2010 wurde wieder ein Kapitel

abgeschlossen. Es trägt die Überschrift „Barrierefreiheit“

– ohne Stufen in Bus und Bahn. Mit dem Umbau

der Badstraße und dem Neubau der Haltestelle Ebitzweg

als Ersatz für die Haltestelle Augsburger Platz

der Stadtbahnlinie U13 hat die SSB ein langverfolgtes

Ziel erreicht. Alle Stadtbahnhaltestellen haben jetzt

Hochbahnsteige; Ein –und Ausstieg ist nun barrierefrei

möglich.

Es sind aber auch noch andere wichtige Ereignisse,

die das SSB Jahr 2010 charakterisieren und ihrer

Bedeutung nach Einzug in die Geschichtschronik des

Unternehmens halten werden. Die am 11. Dezember

eröffnete neue Stadtbahnstrecke U6 in den Fasanenhof

veränderte das gesamte Stadtbahnliniennetz. Und

so wurde zum Fahrplanwechsel 2010/2011 unter dem

Stichwort „Netz 2011“ begleitend ein neues Stadtbahnlinienkonzept

mit so umfangreichen Veränderungen

eingeführt, wie es sie seit Jahrzehnten nicht

gegeben hat. Dank der intensiven und umfangreichen

Kommunikation über mehrere Wochen zuvor, verlief

der Start sehr erfolgreich.

Und auch für die SSB-Busse war 2010 ein herausragendes

Jahr: Seit Dezember sind ausschließlich Niederflurbusse

im Einsatz und die Busflotte wurde mit fünf

Hybridbussen verstärkt. Dies ist ein Zeichen für die

Umweltverantwortung der SSB und ihr Bekenntnis zur

Elektromobilität.

Viele weitere Projekte wurden im letzten Jahr weiterverfolgt:

Der Nordast der U15 befindet sich bereits im

stadtbahntechnischen Ausbau. Die Generalüberholung

wurde fortgesetzt. 2010 stand auch im Fokus „Erweiterung

des Kundenservice“: Wird der Stadtbahnverkehr

unterbrochen, sorgt die SSB mit Taxen für raschen

Ersatz. Im Herbst startete der neue Internetauftritt

mit Online-Ticketangeboten. Und 2010 wurde der SSB

erstmals das Prädikat eines Top-Arbeitgebers in Stuttgart

verliehen. Nach 27 Jahren wechselte zudem der

Kaufmännische Vorstand.

Nachdem sich die Wirtschaft in Stadt und Region im

Krisenjahr 2009 weitgehend behauptet hatte, konnte

man 2010 dank einer gestärkten Konjunktur wieder

nach vorne schauen und die Zahl der Fahrgäste weiter

steigern. Auf die SSB warten große Aufgaben, auch

im Zusammenhang mit Stuttgart 21. Wie kein anderes

Projekt hat dieses Vorhaben die Gemüter nicht nur

in Stuttgart sondern in ganz Deutschland bewegt.

Niemand hätte geahnt, dass dieses Projekt für einen

solchen politischen und gesellschaftlichen Diskurs sorgen

würde. Mit dem neuartigen Schlichtungsverfahren

wurden Gegner und Befürworter aber an einen Tisch

gebracht und das Projekt noch einmal verbessert. Für

die SSB bedeutet Stuttgart 21 eine große Herausforderung

aber auch eine riesige nachhaltige Chance.

Natürlich gab es auch wieder einiges zu feiern. So

beging die Ausbildung bei der SSB ihr 40-jähriges Jubiläum,

die Stadtbahn feierte ihr 25-jähriges Bestehen,

der Nachtbus samt dreimillionstem Fahrgast und die

Betriebsleitstelle am Österreichischen Platz erreichten

ihren zwanzigsten Geburtstag und das Straßenbahnmuseum

im ehemaligen Betriebshof Bad Cannstatt

konnte auf ein gutes erstes Jahr zurückblicken.

2010 konnte sich die SSB wieder auf die hervorragenden

Leistungen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

verlassen, die sie auch in der Vergangenheit so stark

gemacht haben. Ohne deren Engagement wäre dies

nicht möglich gewesen. Um weiterhin stark und für die

Stadt bezahlbar zu bleiben, muss die SSB jedoch den

Weg einer konsequenten Umsatzsteigerung und Kosteneinsparung

weitergehen und dabei gegebenenfalls

auch neue Pfade einschlagen.

2011 wird wieder ein herausforderndes Jahr mit neuen

Aufgaben und weiteren Veränderungen im Unternehmen.

Dank der Erfahrung, des Engagements und dem

Selbstvertrauen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

wird die SSB dieses neue Jahr ebenfalls zu einem

erfolgreichen werden lassen.

Wolfgang Arnold Reinhold Bauer Jörn Meier-Berberich


Auf einen Blick

Stand 31.12. 2010

Jahresabschluss

Veränderung zum Vorjahr in

% 2009 2008 2007 2006

Bilanzsumme Mio. € 602 -0,8 607 618 619 587

Anlagevermögen Mio. € 485 8,0 449 424 424 440

Investitionen brutto Mio. € 109 7,9 101 100 65 58

Grundkapital und Rücklagen Mio. € 152 0,0 152 152 152 152

Langfristige Verbindlichkeiten Mio. € 141 6,8 132 121 117 116

Fahrgeldeinnahmen Mio. € 187 3,3 181 176 170 164

Personalaufwand Mio. € 144 -1,4 146 139 132 136

Gesamterträge Mio. € 297 3,8 286 284 289 291

Gesamtaufwand Mio. € 316 3,6 305 303 312 314

Ausgleichsanspruch Mio. € 19 0,0 19 19 23 23

Leistungen

Fahrten Mio. 190 0,5 189 190 187 188

Platz-km Mio. 5.289 0,4 5.268 5.231 5.182 5.201

Personalstand

(Inklusive Altersteilzeit und Auszubildende) 2.898 2,0 2.841 2.781 2.740 2.771

Linien

gesamt Anzahl 71 -1,4 72 72 70 70

- Schiene Anzahl 16 0,0 16 16 16 16

- Bus Anzahl 55 -1,8 56 56 54 54

Linienlänge gesamt km 909 0,9 901 900 887 881

- Schiene km 225 5,6 213 213 213 209

- besonderer Bahnkörper

einschl. Tunnelstrecke km 216 5,9 204 204 204 196

- Bus km 684 -0,6 688 687 674 672

Gleislänge gesamt km 248 2,1 243 243 243 249

- besonderer Bahnkörper

einschl. Tunnelstrecke km 233 2,2 228 228 228 227

Fahrzeuge

Stadtbahnfahrzeuge Anzahl 164 0,0 164 164 164 164

Straßenbahnfahrzeuge Anzahl 0 0 0 0 38

Busse Anzahl 279 1,1 276 270 274 255

Haltestellen Anzahl 823 0,1 822 824 822 815

Fahrstromverbrauch Mio. kWh 79,4 1,7 78,1 77,7 77,4 80,5

Dieselkraftstoffverbrauch Bus Mio. Liter 8,0 -1,2 8,1 8,0 7,9 7,7


Impressum:

Bildnachweise Leitmotive:

S.02: Montage der neuen Netzpläne, Vaihinger Straße

S.04: Bahn an Hofener Staustufe

S.14: U7 Stadtbahn in Herbstlaub, Ostfildern

S.18: Zacke vor Haltestelle Wielandshöhe

S.24: Stadtbahn am Kraftwerk Münster

S.30: Reparatur eines Stadtbahnwagens

S.39: Bus vor Porsche-Arena bei Nacht

S.45: Schüler, Wilhelm-Geiger-Platz in Stuttgart Feuerbach

S.51: Einsame Stadtbahn von oben

S.55: Bus in der SSB-Bus-Waschanlage

S.61: Blütenpracht auf dem Kantinen-Dach

S.67: Bauarbeiten im Zuffenhausener Tunnel

S.71: Stadtbahn vor alter Linde bei Plieningen

S.83: Bus mit Gaskessel, Bus-Betriebshof Gaisburg

S.86: Fahrende Stadtbahn an Haltestelle

Fotografie:

Dirk Brinker, SSB

Udo Dreesmann, SSB

Daniela Reinhold, SSB

Johannes Richardt, freier Fotograf

Birte Schaper, SSB

Detlef Schulze, SSB

Susanne Schupp, SSB

Redaktion, Layout, Satz & Lektorat:

Stuttgarter Straßenbahnen AG

Druckerei:

W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG, Stuttgart


U 1

U 12 U 11

BUS

U 9

U 8

U 7

U 6

U 5

U 4

U 3

U 2

Stuttgarter Straßenbahnen AG

Schockenriedstraße 50

70565 Stuttgart

www.ssb-ag.de

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