Universität Greifswald Mathematisch-Naturwissenschaftliche ...

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Universität Greifswald Mathematisch-Naturwissenschaftliche ...

Universität Greifswald

Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät

Botanisches Institut

Diplomarbeit

im Fach Landschaftsökologie und Naturschutz

Einfluss der Mahd auf die Vegetation wiedervernässter Niedermoore

am Beispiel Randow-Rustow

vorgelegt von Florian Sievers

betreut durch

Michael Manthey

und Kees Vegelin

Greifswald, Februar 2012


Danksagung

Mein Dank gilt allen Menschen, die mir beim Gelingen dieser Arbeit behilflich waren. Besonders

danken möchte ich meinen Gutachtern Michael Manthey und Kees Vegelin für die Bereitstellung

des Themas, jeglicher Hilfestellungen bei der Durchführung dieser Arbeit und für die Zeit, die sie

sich für mich genommen haben. Besonderer Dank gilt auch Stefanie Raabe für nervenaufreibendes

Einarbeiten in Computerprogramme und stets schnellen Rat in jedweder Situation. Dierk Michaelis

danke ich für die Hilfe bei der Bestimmung der Moose. Ulrich Möbius danke ich für die

Bereitstellung der Arbeitsgeräte und die gute Betreuung im Bodenlabor. Weiterer Dank gilt den

Bewohnern in und um Ladebow, insbesondere meiner WG für offene Ohren, Gegenlesen und

Freilandmotivation. Insbesondere gilt mein Dank Andreas für seine Hilfe und gute Kritik, sowie

Moritz für gemeinsame Stunden mit der verflixten Layout-Unterstützung. Ganz besonderer Dank

gilt meiner lieben Hanna, ohne die diese Arbeit nie so weit gekommen wäre, für Motivation im

rechten Augenblick, dem Rückhalt und Optimismus in jeder Situation. Meiner kleinen Tochter

Emma danke ich für das Nicht-Löschen der Arbeit, die Motivationshüpfspiele und Ablenkungen zu

jeder Zeit.

Zu guter Letzt danke ich meinen Eltern. Ohne eure Unterstützung und die Freiheiten, die ihr mir

gewährt habt, wäre ich nie da wo ich jetzt bin.


Inhaltsverzeichnis

A. Tabellenverzeichnis.........................................................................................................................II

B. Verzeichnis der Abbildungen und Grafiken....................................................................................II

C. Zeichenerklärung/Abkürzungen....................................................................................................III

1. Einleitung und Zielsetzung...............................................................................................................1

2. Beschreibung des Untersuchungsgebietes .......................................................................................1

2.1. Lage und Bedeutung.................................................................................................................1

2.2. Entstehung des Gebietes...........................................................................................................3

2.3. Hydrologie................................................................................................................................4

3. Material und Methoden ...................................................................................................................4

3.1. Die Bodenproben......................................................................................................................6

3.2. Vegetationsaufnahmen..............................................................................................................7

3.3. Verwendete Computer- und Statistikprogramme......................................................................8

4. Ergebnisse.........................................................................................................................................9

4.1. Die Bodenproben ....................................................................................................................9

4.2. Vegetationsaufnahmen............................................................................................................12

5. Diskussion und Schlussfolgerung ..................................................................................................20

5.1. Bodenproben...........................................................................................................................20

5.2. Vegetationsaufnahmen............................................................................................................23

5.3. Ausblick..................................................................................................................................27

6. Zusammenfassung .........................................................................................................................29

a) Literaturverzeichnis/Quellenangaben................................................................................................i

b) Anhang............................................................................................................................................vi

1.Gesamtartenliste und Deckungsgrad...........................................................................................vi

2.GPS-Daten der einzelnen Plots.................................................................................................viii

I


A. Tabellenverzeichnis

Tabelle 4.1: P-Werte des Wilcoxon-Tests für die Bodenproben.........................................................12

Tabelle 4.2: Artenzahlen auf den Untersuchungsflächen...................................................................12

Tabelle 4.3: Indikatoranalyse und Vorkommen einzelner Arten, sowie ihre durchschnittliche

Deckung in den Plots......................................................................................................16

Tabelle 4.4: Vergleich der durchschnittlichen Ellenberg-Zeigerwerte zwischen beiden

Bewirtschaftungsformen.................................................................................................19

Tabelle 4.5: Übersicht Vegetationsformenkonzept ............................................................................19

B. Verzeichnis der Abbildungen und Grafiken

Abbildung 2.1: Übersichtskarte Naturschutz-Großprojekt "Peenetal-Landschaft" mit dem

Bearbeitungsgebiet Randow-Rustow..........................................................................2

Abbildung 3.1: Lage der 60 Plots im Untersuchungsgebiet

nördlich:b, südlich:ub..................................................................................................5

Abbildung 3.2: Aufbau der Plots nach der Nested-Plot-Methode........................................................7

Abbildung 4.1 Boxplots für C/N-Wert, pH-Wert, Phosphatgehalt und Kaliumgehalt auf den

bewirtschafteten (b) und unbewirtschafteten (ub) Standorten...................................11

Abbildung 4.2: Artenzunahme im Vergleich zur Zunahme der Flächengröße der jeweiligen

Bewirtschaftungsform...............................................................................................14

Abbildung 4.3 Rote-Liste-Arten und ihre Gefährdung in Mecklenburg-Vorpommern und

Deutschland sowie das Vorkommen der jeweiligen Arten in bewirtschafteten und

unbewirtschafteten Flächen.......................................................................................17

Abbildung 5.1 Bewirtschaftete Flächen im Untersuchungsgebiet.....................................................23

Abbildung 5.2 Unbewirtschaftete Flächen im Untersuchungsgebiet.................................................25

II


C. Zeichenerklärung/Abkürzungen

b.............................................bewirtschaftet

C/N-Verhältnis.....................Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis

D............................................Deutschland

FFH-RL................................Flora Fauna Habitat-Richtlinie

MV........................................Mecklenburg-Vorpommern

pH ........................................negativer dekadischer Logarithmus der Wasserstoffionen-Aktivität

RL ........................................Rote Liste

ub..........................................unbewirtschaftet

VF.........................................Vegetationsformen

Vsch-RL...............................Vogelschutz-Richtlinie

III


1. Einleitung und Zielsetzung

1. Einleitung und Zielsetzung

Auf der Erde existieren etwa vier Mio km² Moorfläche (SUCCOW, JOOSTEN, 2001). Innerhalb

Deutschlands sind v.a. Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern durch Moorstandorte geprägt

(VOGEL, 2002). Allein in Mecklenburg-Vorpommern gibt es etwa 290.000 ha Moorflächen, von de-

nen 3% naturnah, 35% leicht gestört und 62% stark degradiert sind (LENSCHOW, 2003). Zu letzteren

zählt auch das Niedermoor Randow-Rustow. Dieses wurde nach jahrzehntelanger intensiver Nut-

zung im Jahr 1999 im Zuge von Renaturierungsmaßnahmen auf extensive Bewirtschaftung (1-2-

schürige Mahd) umgestellt. Seit 2000 wird das Gebiet langsam und geregelt wiedervernässt. Beson-

deren Stellenwert hat Randow-Rustow als Langzeitexperiment zur Wiedervernässung durch regel-

mäßige vegetationskundliche und faunistische Untersuchungen, sowie Erfolgskontrollen erlangt.

Somit ergibt sich eine sehr gute Datenlage über die letzten 12 Jahre hinweg.

Die vorliegende Arbeit entstand im Rahmen der Vorpommern Initiative Paludikultur, kurz VIP-Pro-

jekt die nach Möglichkeiten der nassen und nachhaltigen Moorbewirtschaftung bei gleichzeitigem

Erhalt des Torfkörpers sucht (WICHTMANN, W. WICHMANN, S. 2011). Im Zuge des Projektes soll unter

Anderem der Einfluss der unterschiedlichen Bewirtschaftungsvarianten auf die Zusammensetzung

der Vegetation festgestellt werden. Anhand dieser Grundlage ergab sich die Fragestellung für die

vorliegende Arbeit, welchen Einfluss die Mahd als extensive Nutzungsform im Vergleich zur Bra-

che auf die Vegetation hat. Es soll untersucht werden ob es Arten gibt, welche sich einer Form der

Bewirtschaftung zuweisen lassen und auf welchen Flächen mehr Arten und wo seltenere Arten vor-

kommen. Des Weiteren soll geklärt werden, wie sich die Böden unter den verschiedenen Bewirt-

schaftungsformen im heutigen Zustand unterscheiden. Aus den Ergebnissen der Untersuchungen

lassen sich Handlungsmöglichkeiten für künftige Pflegemaßnahmen in anderen Niedermooren ent-

wickeln.

2. Beschreibung des Untersuchungsgebietes

2.1. Lage und Bedeutung

Das ehemalige Niedermoor bei Randow und Rustow liegt im Osten Deutschlands 30 km südwest-

lich von Greifswald zwischen Demmin und Loitz im oberen Peenetal. Es ist 308 ha groß und wird

1


2. Beschreibung des Untersuchungsgebietes

als ein schmales Durchströmungsmoor klassifiziert, welches früher stark vom Wasserstand der Pee-

ne geprägt war, heute aber durch den bestehenden Deich weitestgehend von ihr getrennt ist. In den

letzten Jahrzehnten, wie auch im Jahr der Datenaufnahme stand das Moor vor allem unter dem Ein-

fluss von Grund- und Regenwasser. Der Polder Randow-Rustow ist Bestandteil des Landschafts-

schutzgebietes „Unteres Peental“ und des Naturschutzgebietes „Peenetal“, das sich von Salem bis

Jarmen erstreckt. Seine Ausweisung als Naturschutzgebiet erfolgte im Jahr 2009. Das Gebiet gehört

zudem zum FFH-Gebiet „Peenetal mit Zuflüssen, Kleingewässerlandschaft am Kummerower See“

und zum EU-Vogelschutzgebiet „Peenetallandschaft“.

Abbildung 2.1: Übersichtskarte Naturschutz-Großprojekt "Peenetal-Landschaft" mit dem

Bearbeitungsgebiet Randow-Rustow (nach HENNICKE, F. 1994)

Es ist Teil des Peene-Haff-Moores, einem der größten Moorkomplexe dieser Art in Europa und mit

Abstand das größte Moorschutzgebiet Deutschlands (WACHLIN, 2000). Außerdem zählt Ran-

dow-Rustow zu dem Großprojekt „Peenetal-Landschaft“ des Bundesamet für Naturschutz, das sich

vom Kummerower See bis zur Oderhaffmündung erstreckt (siehe Abb.2.1). Die Renaturierung der

Flächen zwischen Randow und Rustow erfolgte als Ersatzmaßnahme im Zuge des Baus der Peene-

querung der A20 und begann im Jahr 2000 mit der geregelten Wiedervernässung (VEGELIN, 2008).

Ziele der Maßnahme sind die Wiederherstellung des Niedermoores als Wasser- und Stoffspeicher,

2


2. Beschreibung des Untersuchungsgebietes

sowie die Gewährleistung von Schutz- und Rückzugsgebiete für Tier und Pflanzenarten. Das Natur-

schutzgebiet ist ein wertvoller Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten. Besonders für Arten

wie Biber (Castor fiber) und Fischotter (Lutra lutra), die dem Anhang II der FFH-Richtlinie ange-

hören bzw. Arten wie Neuntöter (Lanius collurio), Trauerseeschwalbe (Chlidonias niger) und

Sumpfohreule (Asio flammeus) des Anhangs I der Vsch-RL stellt das Gebiet einen wichtigen Tritt-

stein entlang der Peene dar. Außerdem tritt es als Brut- und Rastgebiet für viele weitere Vogelarten

hervor. Bis 2010 konnten 135 Vogelarten nachgewiesen werden (VEGELIN, 2010). Des Weiteren

weist der Polder Randow-Rustow für viele Pflanzenarten wichtige Vorkommen auf. Insbesondere

wurden einige in Mecklenburg-Vorpommern bestandsgefährdete Arten gefunden. Dazu zählen unter

Anderem Pseudolysimachion longifolium, Stellaria palustris., sowie Seggenarten, wie z.B. Carex

cespitosa, C. lasiocarpa, C. nigra, und C. vesicaria.

Bis ins Jahr 1999 wurden von den 308 ha Fläche 240 ha intensiv landwirtschaftlich genutzt. Einer

einschürigen Mahd folgte die Beweidung. Nach Beginn der Renaturierungsmaßnahmen im Jahr

2000 wurde auf eine extensive Bewirtschaftungsform umgestellt. Es wurde nur noch ein bis zwei-

mal jährlich gemäht und der Schnitt beräumt oder je nach Wasserstand untergemulcht, mit Ausnah-

me der Jahre 2000 bis 2002; In diesem Zeitraum fand keine Bewirtschaftung der Flächen statt. Die

unbewirtschafteten Vergleichsflächen wurden mindestens seit 1998 nicht mehr genutzt, da sie nicht

oder nur sehr schwer maschinell zugänglich sind (VEGELIN mündl.).

Die Datenaufnahme für die vorliegende Arbeit erfolgte im 12. Jahr der geregelten Wiedervernäs-

sung (2011). Geplant ist, in diesem Jahr (2012) den Deich zu schlitzen und das Gebiet dem Wasser-

einfluss der Peene zu überlassen. Durch den damit verbundenen Wasseranstieg in der Fläche wird

der noch bewirtschaftbare Teil erheblich schrumpfen.

2.2. Entstehung des Gebietes

Als sich die Gletscher der Weichseleiszeit vor etwa 10.000 Jahren nach Norden zurückzogen bildete

das ablaufende Schmelzwasser ein Flussbett, das vom Kummerower See über Loitz bis Anklam

reichte, jedoch nach Westen ablief. Dieser Fluss wurde später zum Unterlauf der Peene mit entge-

gengesetzter Fließrichtung und Abfluss in die Ostsee (Förderverein Naturschutz im Peenetal e.v.).

Über die Zeit hinweg konnten sich viele Niedermoore entlang der Peene bilden, die in den letzten

3


2. Beschreibung des Untersuchungsgebietes

Jahrhunderten nicht oder nur gering durch Bewirtschaftung gestört wurden. Erst in den 60-er Jahren

des vorigen Jahrhunderts versuchte man durch Poldern auch diese Niedermoorstandorte urbar zu

machen. Dazu zählt auch der degradierte Polder Randow-Rustow.

2.3. Hydrologie

Das Flußtalmoor der Peene wird von ausgedehnten Durchströmungsmooren und relativ schmalen

Überflutungsmooren geprägt (SUCCOW, JOOSTEN, 2001). Der Polder Randow-Rustow ist ein schma-

les Durchströmungsmoor im Einflussgebiet der Peene. Teile der zum Fluss hin gelegenen Flächen

gingen bis zur Polderung in ein Überflutungsmoor über (VEGELIN, HARDER, 1995). Die anzutreffen-

den Wasserstufen reichen von 2+ bis 6+ (VEGELIN, 2010). 1 Aufgrund der Flussbegradigung im Jahr

1934 wurde der im Polder liegende Altarm für die Schifffahrt abgetrennt. Seither hat er keine Ver-

bindung mehr zur Peene (AG Geobotanik und Landschaftsökologie, Uni Greifswald).

Die Peene, die das Gebiet von östlicher Seite her eingrenzt, hat ein extrem geringes Gefälle mit

etwa 20 cm auf 85 km (ab dem Kumerower See). Die Fließrichtung wird durch Wind sowie Hoch-

oder Niedrigwasser der Ostsee bestimmt (KLEINKE, 1968, FISCHER, U. 2004). Dieser Umstand hatte

vor der Polderung und Errichtung des Deiches großen Einfluss auf das Gebiet und wird wieder eine

Rolle spielen, sobald sich das über lange Jahre künstlich gesteuerte Wasserhaushaltsregime im Zuge

der Schlitzung des Deiches im Jahr 2012 wieder selbst überlassen wird. Mit Beginn der Renaturie-

rungsmaßnahmen konnte durch gezieltes Anheben des Wasserstandes über die letzten 12 Jahre hin-

weg eine langsame Anpassung von Flora und Fauna an die natürlichen Vorflutverhältnisse der Pee-

ne erreicht werden.

3. Material und Methoden

Um einen Vergleich zwischen bewirtschafteten (b) und unbewirtschafteten (ub) Flächen im Polder

Randow-Rustow zu erhalten, wurden für jeden Nutzungstyp Flächen mit der Wasserstufe 4+ ausge-

sucht (VEGELIN, 2008, 2010). 2 Die Vernässungsintensität ist hier noch schwach und die Flächen

sind in der Regel nur kurzzeitig überstaut (TIMMERMANN, T. STEFFENHAGEN, P. SCHULZ, K. 2011). Im

1 Wasserstufe 2+ entspricht einem. Wasserstandsmedian von ~ 35-70 cm unter Flur;

Wasserstufe 6+ entspricht einem Wasserstandsmedian von ~ 150-30 cm über Flur (SUCCOW, JOOSTEN, 2001).

2 Wasserstufe 4+ entspricht einem Wasserstandsmedian von ~ 0-15 cm unter Flur (SUCCOW, JOOSTEN 2001).

4


3. Material und Methoden

Untersuchungsgebiet gibt es für diese Wasserstufe genug Parzellen, die für einen Vergleich verwert-

bar sind. Es wurden 60 Aufnahmeflächen (Plots) ausgewählt, auf welchen die Vegetation bestimmt

wurde. Außerdem wurden Bodenproben entnommen und die GPS-Koordinaten festgehalten (Gar-

min Etrex).

Die Lage der Plots

Die bewirtschafteten Probeflächen lagen alle im nördlichen Teil des Naturschutzgebietes, die unbe-

wirtschafteten im südlichen Teil (siehe Abb.3.1). Auf dem Gebiet mit der Wasserstufe 4+ wurden

zwölf 200 Meter-Linien gezogen, die mindestens 30 Meter voneinander entfernt waren. Jeweils 5

Plots lagen auf einer 200 Meter-Linie in einem Abstand von 40m.

Abbildung 3.1: Lage der 60 Plots im Untersuchungsgebiet

nördlich:b, südlich:ub; aus: Googleearth (abgerufen am: 05.02.2012)

Jeder einzelne Plot hatte die Größe 4x4m (vgl. DIERSCHKE 1994). Es wurden somit 60 Einzel-Plots

untersucht, davon lagen 30 auf bewirtschafteten Flächen. 30 weitere Plots lagen auf den unbewirt-

schafteten Flächen.

5


3.1. Die Bodenproben

3. Material und Methoden

In jedem Plot wurden an drei Stellen Bodenproben mit insgesamt 150 g Boden aus den oberen 10

cm entnommen. Durch kräftiges Kneten mit der Hand wurden die Proben durchmischt und bis zur

weiteren Verarbeitung im Kühlraum gelagert. Diese Mischproben wurden auf C/N-Verhältnis (tro-

ckener Zustand), pH-Wert, Phosphat und auf Kaliumgehalt (bodenfeuchte Proben) hin untersucht.

Das C/N-Verhältnis

Zur Bestimmung des Verhältnisses von Organischem Kohlenstoff zum Gesamtstickstoff (Corg/Nt)

wurde ein Teil der Proben getrocknet, gemörsert und mit einer Rotor-Schnellmühle (pulverisette 14,

Firma Fritsch) feinvermahlen (0,2 mm) und der C- und N-Gehalt mit einem Elementaranalysator

„Vario EL III“ der Firma Elementar analysiert. Da die Proben kein Karbonat enthalten, entspricht

der gemessene Gesamtkohlenstoff dem organischen Kohlenstoff der Proben. Das Bestimmungsver-

fahren orientiert sich an DIN ISO 13878 1998-11 und DIN ISO 10649:1996-08.

Die pH-Messung

Die Vorgehensweise der pH-Messung orientierte sich an HOFFMANN (1991). Das volumenbezogene

Verhältnis Boden/Flüssigkeit betrug 1:2,5. Als Suspensionsmittel diente CaCl2*2 H2O (0,01mol/l).

Beim pH-Messgerät handelte es sich um das „pH 330i“ in Kombination mit „pH-Elektrode SenTix

41“ (beides Firma WTW). Es wurde mit einer geräteinternen Temperaturkompensation (nicht line-

ar) gearbeitet. Die Bezugstemperatur beträgt dabei 25°C.

Die Phosphat- und Kaliumbestimmung

Der Kalium- und Phosphatgehalt der Bodenproben wurde an einem Calciumacetat/-lactatauszug

(CAL) nach HOFFMANN (1991) bestimmt. Das so extrahierte Kalium wurde mittels Flammen-

Atomabsorptionsspektrometrie nach ISO 9964-2 (1993-05) gemessen. Dabei kam ein Atomabsorp-

tionsspektrometer contrAA 300 der Firma Analytik Jena zum Einsatz.

Mit der CAL-Extraktion wird im Wesentlichen leicht mobilisierbares Orthophosphat (PO 4 3- ) erfasst,

das anschließend in Molybdänblau überführt und photometrisch bestimmt werden kann. Dazu wur-

de ein UV/VIS Spektralphotometer Spekol 1300, Firma Analytik Jena, verwendet. Das CAL-extra-

6


3. Material und Methoden

hierbare Phosphat soll nach Angaben in der Literatur gut mit dem pflanzenverfügbaren Phosphat

korrelieren (HOFFMANN, 1991).

3.2. Vegetationsaufnahmen

Die Vegetation wurde in jedem Plot mit der Nested-Plot-Methode aufgenommen (s. Abb.3.2),

(PEET, R. K., WENTWORTH, T. R., WHITE, P. S. 1998). Dazu wurden drei Ecken A, B, C benannt

und alle Pflanzen in der Ecke A in den ersten 0,01 m², 0,1 m², 1 m² aufgenommen, ebenso verfah-

ren in den Ecken B und C. Zuletzt wurde untersucht, ob auf der verbleibenden Restfläche noch wei-

tere Arten hinzukamen (D) und eine Gesamtliste pro Plot erstellt (E). Die Arten wurden nach der

Referenzliste German SL1.1 (JANSEN, F. DENGLER, J. 2008) unter Zuhilfenahme folgender Literatur

bestimmt: GRAF (2008), KRÜSI (2006), LAUBER WAGNER (2007), MOHR (2008), ROTHMALER (2000).

Abbildung 3.2: Aufbau der Plots nach der Nested-Plot-

Methode

7


3. Material und Methoden

Von allen vorkommenden Arten wurde die Deckung mit Hilfe einer 10-stufigen Deckungsskala er-

mittelt (PEET, R. K., WENTWORTH, T. R., WHITE, P. S. 1998). Die Werte der Skala stehen für folgen-

de Deckung:

Anhand der Vegetationsaufnahmen erfolgte die Klassifikation der Standorte nach dem Vegetations-

formenkonzept (KOSKA, I. TIMMERMANN, T. 2001). Die daraus gewonnenen Vegetationsformen lassen

sich als Bioindikatoren nutzen welche engumrissene Standortbedingungen eindeutig wiedergeben.

Für die bewirtschafteten Standorte wurde die Tabelle für „Vegetationsformen des Saatgraslandes,

des Intensivgraslandes und der daraus hervorgegangenen Wiesen und Weiden“ verwendet (ROTH, S.

SUCCOW, M. 2001). Die Vegetationsformen für die unbewirtschafteten Standorte wurde mit Hilfe

der „Vegetationsformen der offenen ungenutzten Feuchtgebietsstandorte“ von KOSKA ET AL. (2001)

ermittelt.

3.3. Verwendete Computer- und Statistikprogramme

Die Auswertung der Ergebnisse aus Vegetationsaufnahmen und Bodenproben wurde mit den Pro-

grammen Access (Microsoft Office Access 2003), Excel (Microsoft Office Excel 2003) und Q-GIS

(Quantum GIS 1.7.3-Wroclaw) vorgenommen. Zur Darstellung der Untersuchungsflächen wurde

Google Earth 6.1.0.5001 herangezogen. Die statistischen Tests wurden mit R.2.14.0 durchgeführt.

Die Normalverteilung wurde sowohl bei den Vegetationsaufnahmen als auch bei den Bodenproben

mit dem Shapiro-Test überprüft. Bei den Vegetationsaufnahmen wurden die Artenzahlen jeder Sub-

plotgröße (0,01 m², 0,1 m 2 , 1 m 2 und 16 m 2 ) der unbewirtschafteten Flächen der entsprechendenen

bewirtschafteten Flächengröße gegenübergestellt. Mit Hilfe des Mann-Whitney-U-Tests wurden die

Werte auf signifikante Unterschiede zwischen den Bewirtschaftungsformen hin untersucht

8


3. Material und Methoden

(SAWITZKI, G. 2008). Dasselbe Verfahren wurde für C/N-Verhältnis, pH-Wert, Phosphat und Kalium

angewendet. Die Ökologischen Zeigerwerte sind ein Klassifizierungsverfahren für Pflanzenarten

die Auskunft über Standorteigenschaften geben und wurden nach ELLENBERG (1996) bestimmt. Mit

Turboveg 6.5 wurden sie jedem Plot zugeordnet. Die Indikatoranalyse wurde zur Bestimmung von

Indikatorarten, die sich eindeutig einer der Bewirtschaftungsweisen zuordnen lassen, mittels “Ind-

Val.g”-Index aus dem R-Paket “indicspecies” mit der Funktion “multipatt” angewandt (DE CACERES

& LEGENDRE 2009).

4. Ergebnisse

Die Ergebnisse der Bodenanalyse für die Mahd- und Brachstandorte wurden mit Hilfe von Boxplots

für C/N-Verhältnis, pH-Wert, Phosphat- und Kaliumgehalt, sowie für die Artenzunahme im Ver-

gleich zur Zunahme der Flächengröße der jeweiligen Bewirtschaftungsform dargestellt. 3

4.1. Die Bodenproben

Optisch fiel auf, dass alle Proben aus torfreichem Material bestanden, mit Ausnahme der Proben aus

Plot 56, 58 und 60, welche eine tonartige Beimischung aufwiesen. Die Proben aus Plot 51-53 und

55 waren stark krümelig. Die Proben 41-43 und 56 wiesen eine orangegelbe Färbung auf.

C/N

Der Mittelwert für das C/N-Verhältnis lag, wie in Abb.4.1 (S. 11) zu sehen, in den Plots der bewirt-

schafteten Flächen bei 12,03, in den unbewirtschafteten Flächen bei 11,79.

pH-Wert

Wie in Abb.4.1 (S. 11) dargestellt lag der pH-Wert aller Plots zwischen Werten von 5,38 und 7,04.

Der unbewirtschaftete Teil weist einen signifikant niedrigeren pH-Wert auf als der bewirtschaftete

Teil (ub: 5,38 - 6,56 und b: 6,05 - 7,04). Nach den Säure-Basen-Stufen für Moorstandorte von

SUCCOW & KOPP (1985) kamen in den unbewirtschafteten Flächen drei Säure-Basen-Stufen

3 Die Boxplots stellen eine Verteilung der gemessenen Werte in einer Abbildung dar. Die Box umfasst mit unterem

und oberem Quartil 50% der Verteilung, sowie den Median der gemessenen Werte. Die Whiskers zeigen Minimal-

und Maximalwerte. Ausreißer werden als Kreis dargestellt (Sawitzki, G. 2008).

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4. Ergebnisse

„schwach sauer“ (3 Plots), „sehr schwach saure“ (26 Plots) und „neutral“ (1 Plot) vor. In den be-

wirtschafteten Flächen kamen zwei Stufen „sehr schwach sauer“ (3 Plots) und „neutral“ (27 Plots)

vor. Damit lag der Schwerpunkt der unbewirtschafteten Flächen in der Stufe „sehr schwach sauer“;

der Hauptteil der bewirtschafteten Flächen lag in der Stufe „neutral“.

Phosphatgehalt

Gemessen wurde das Orthophosphat im Boden. Bei der Bestimmung konnten nur geringe Werte

von 0,8 mg P2O5/100mg feuchter Bodenprobe bis hin zu maximal 12 mg P2O5 /100mg feuchter Bo-

denprobe gemessen werden. Die Durchschnittswerte lagen bei b = 5,72 mg P2O5/100mg, in ub bei =

3,78 mg P2O5/100mg feuchtem Boden (Abb.4.1 (S. 11)).

Kalium

Kalium, gemessen als K2O/100ml Boden, ergab folgende Werte: Im bewirtschafteten Teil wurden,

wie in Abb.4.1 (S. 11) dargestellt, Werte von minimal 1,59 mg K2O/100ml Boden bis maximal 3,55

mg K2O/100ml Boden, im unbewirtschafteten Teil Werte von 0,90 mg K2O/100ml Boden bis 2,61

mg K2O/100ml Boden gemessen. Die Durchschnittswerte für den bewirtschafteten Teil lagen bei

2,18 mg K2O/100ml Boden, die für den Unbewirtschafteten bei 1,32 mg K2O/100ml Boden.

10


11

4. Ergebnisse

Abbildung 4.1 Boxplots für C/N-Wert, pH-Wert, Phosphatgehalt und Kaliumgehalt auf den be-

wirtschafteten (b) und unbewirtschafteten (ub) Standorten


Die statistischen Tests zu den Bodenproben

4. Ergebnisse

Die Ergebnisse der Bodenproben waren nicht normalverteilt (Shapiro-Test). Daher wurden die Wer-

te mit Hilfe des U-Testes auf signifikante Unterschiede zwischen den Bewirtschaftungsformen un-

tersucht. Es konnte, wie in Tab.4.1 dargestellt, gezeigt werden, dass im Gegensatz zum C/N-Ver-

hältnis die Kalium-, Phosphat- und pH-Werte einen signifikanten Unterschied zwischen den bewirt-

schafteten und den unbewirtschafteten Flächen aufwiesen.

4.2. Vegetationsaufnahmen

Insgesamt wurden in den 60 Plots 103 Pflanzenarten nachgewiesen. Wie aus Tab.4.2 ersichtlich

konnten auf den unbewirtschafteten Flächen mit insgesamt 88 Arten, fast doppelt so viele Arten wie

auf den bewirtschafteten Flächen mit 47 Arten nachgewiesen werden. 32 Arten wurden auf beiden

Wirtschaftsformen gefunden. Der Artenreichtum auf den unbewirtschafteten Plots war mit 56 Arten,

die nur hier zu finden waren, mehr als drei mal so hoch wie auf den bewirtschafteten Flächen. Auf

diesen wuchsen lediglich 15 Arten, die nicht auch auf den unbewirtschafteten Flächen zu finden wa-

ren.

Tabelle 4.1: P-Werte des Wilcoxon-Tests für die

Bodenproben

Tabelle 4.2: Artenzahlen auf den Untersuchungsflächen

(b = bewirtschaftet, ub = unbewirtschaftet)

12


4. Ergebnisse

Auf den bewirtschafteten Flächen befanden sich pro Plot durchschnittlich 14,9 Pflanzenarten, auf

den unbewirtschafteten Flächen 17,3 Arten. Es wurde geprüft, ob es einen signifikanten Unterschied

zwischen den bewirtschafteten und den unbewirtschafteten Flächen in Bezug auf die Artenzahlen

gab. Der Shapiro-Test zeigte, dass die Daten nicht normalverteilt sind. Nun wurde der U-Test nach

WILCOXON, MANN und WHITNEY angewandt, um die bewirtschafteten und unbewirtschafteten Flächen

auf signifikante Unterschiede hin zu testen (DYTHAM, C. 2011). Dabei zeigte sich, dass es keinen si-

gnifikanten Unterschied der durchschnittlichen Artenzahl pro Plot in Bezug auf die Bewirtschaf-

tungsform gibt.

In den einzelnen Plots gab es Unterschiede in der vorgefundenen Artenzahl von minimal 5 bis ma-

ximal 34 Arten (beide Vorkommen auf den unbewirtschafteten Plots). Allerdings waren die bewirt-

schafteten Flächen hinsichtlich ihrer Artenzusammensetzung homogener. Es gab nur 17 Arten die

maximal in ein oder zwei Plots auftraten. Alle anderen Arten waren häufiger. Dieser Anteil war bei

den unbewirtschafteten Flächen mit 36 Arten mehr als doppelt so hoch.

Die Verteilung der aufgefundenen Arten in Abhängigkeit zur Größe der Aufnahmeflächen ist in Ab-

bildung 4.2 dargestellt. Sie zeigt Durchschnittswerte für die Zunahme der gefundenen Arten im Ver-

hältnis zur Zunahme der Flächengröße für die jeweilige Bewirtschaftungsform.

13


4. Ergebnisse

Der Hauptteil der aufgefundenen Arten waren krautige Pflanzen. Einziger Vertreter der Strauch-

schicht war Salix cinerea. Des Weiteren konnten 4 Moosarten ausfindig gemacht werden. Es wur-

den mehrere torfbildende Arten festgestellt. Einziger Vertreter der Laubmoose war Drepanocladus

polycarpus. Dieser kam sechs mal auf den bewirtschafteten Flächen, auf den unbewirtschafteten

Flächen jedoch gar nicht vor. Alle 13 nachgewiesenen Carex Arten, die zahlenmäßig verstärkt auf

den unbewirtschafteten Flächen auftraten gelten laut GELBRECHT und ZAK (IGB 2008) ebenfalls als

Torfbildner, wie auch Phragmites australis, welches ausschließlich in 5 Plots der unbewirtschafte-

ten Flächen vorkam.

Abbildung 4.2: Artenzunahme im Vergleich zur Zunahme der Flä-

chengröße der jeweiligen Bewirtschaftungsform

Indikatoranalyse und Vorkommen ausgewählter Einzelarten

Nachdem die Gesamtartenliste mit Zuhilfenahme der multipatt-Analyse in R, einem statistischen

Verfahren zur Bestimmung von Indikatorarten in Bezug auf die jeweiligen Aufnahmeflächen hin

untersucht wurde, gab es einige Arten, welche sich eindeutig einer der beiden Bewirtschaftungsfor-

14


4. Ergebnisse

men (b oder ub) zuweisen ließen. Dabei ist der Indikatorwert dann besonders hoch, wenn die Art

mit hoher Stetigkeit und vorrangig in einer Wirtschaftsform vorkommt. Cardamine pratensis, Gly-

ceria fluitans und Ranunculus repens haben mit 0,87, mit 0,81 und 0,79 die höchsten Indikatorwerte

im bewirtschafteten Teil. Im unbewirtschafteten Teil sind Lycopus europaeus mit 0,75 und Lythrum

salicaria mit 0,7 besonders hervorzuheben. Für den bewirtschafteten Teil ergaben sich 11 signifi-

kante Arten, im unbewirtschafteten Teil waren es 14 signifikante Arten (siehe Tabelle 4.3). Das ent-

spricht einem Anteil von 14,9% der Arten die auf bewirtschafteten Flächen beziehungsweise einem

Anteil von 6,8% auf den unbewirtschafteten Flächen vorkamen.

Wie bereits im linken Teil der Tabelle 4.3 (S. 16) aus der Indikatoranalyse ersichtlich gab es in der

nachgewiesenen Vegetation einige Arten, die nur in einer der beiden Bewirtschaftungsformen vor-

kamen. Andere ließen keine deutlich sichtbare Präferenz für eine der beiden Formen erkennen. Wie

aus dem rechten Teil der Tabelle 4.3 ersichtlich, zählen beispielsweise zu den letzteren Agrostis sto-

lonifera und Phalaris arundinacea, die in fast allen, bzw. allen Plots und mit hoher durchschnittli-

cher Deckung gefunden wurden. Allerdings wiesen sie folgende Unterschiede in ihrer Deckung auf:

Während sich A. stolonifera mit einer durchschnittlichen Deckungsstufe von 6,27 besser in den be-

wirtschafteten Gebieten behaupten konnte, erwies sich P. arundinacea mit 5,7 in den unbewirt-

schafteten Flächen als konkurrenzstärker. Ebenso wiesen die beiden Arten Galium palustre und Ro-

rippa palustris, die in ca. der Hälfte aller Plots gefunden wurden keine ersichtliche Vorliebe für

einen der beiden Bewirtschaftungstypen auf. Zu den häufiger vorkommenden Arten, die bevorzugt

auf den gemähten Flächen wuchsen, zählen Cardamine pratensis, Carex hirta, aber auch Glyceria

fluitans, Ranunculus repens, Juncus articulatus und Alopecurus geniculatus.

Scutellaria galericulata, Lythrum salicaria und Carex pseudocyperus sowie Lycopus europaeus wa-

ren nicht oder nur sehr selten in den bewirtschafteten, jedoch häufiger in den unbewirtschafteten

Flächen zu finden. Carex acutiformis kam zwar insgesamt nur in 6 unbewirtschafteten Plots vor,

dort aber mit einer durchschnittlichen Gesamtdeckung von 5-10 %. Bei den Arten die in mindestens

einem Viertel aller Plots vorkamen, wiesen A. stolonifera, G. fluitans und Carex disticha mit 6,27,

6,07 und 6,2 die höchste Deckung mit jeweils 10-25 % auf.

15


16

4. Ergebnisse

Tabelle 4.3: Indikatoranalyse und Vorkommen einzelner Arten u. ihre durchschnittliche Deckung in den Plots.

Vorkommen (V) und Deckung (Deck) insgesamt und unterschieden nach Bewirtschaftungsform.


Die Arten der Roten Liste

4. Ergebnisse

Wie aus Abbildung 4.3 (S. 17) ersichtlich konnten im Untersuchungsgebiet 23 von insgesamt 103

Pflanzenarten nachgewiesen werden, die entweder auf der Roten Liste von Mecklenburg-Vorpom-

mern oder auf der von Deutschland stehen (VOIGTLÄNDER, U. HENKER, H. 2005; LUDWIG, SCHNITTLER,

1996). Carex cespitosa, C. distans, C. lasiocarpa, Pseudolysimachion longifolium und das Moos

Ditrichum c.f. pallidum sind in ihrem Bestand sowohl in Mecklenburg-Vorpommern als auch in

ganz Deutschland bedroht (BERG, C. LINKE, C. WIEHLE, W. 2009).

Abbildung 4.3 Rote-Liste-Arten und ihre Gefährdung in Mecklenburg-Vorpommern und

Deutschland sowie das Vorkommen der jeweiligen Arten in bewirtschafteten und unbewirt-

schafteten Flächen

Die Werte in der Mitte stehen für den Gefährdungsgrad der jeweiligen Art in Mecklenburg-Vorpom-

mern und Deutschland (MV/BRD) (LUDWIG, G. SCHNITTLER, M. 1996; VOIGTLÄNDER, U. HENKER, H. 2005).

18 Arten sind auf der Roten Liste von Mecklenburg-Vorpommern (MV) zu finden. Davon ist eine

17


4. Ergebnisse

die in MV vom Aussterben bedrohte Moosart Ditrichum c.f. pallidum. Sie konnte allerdings nur in

einem Plot auf den unbewirtschafteten Flächen nachgewiesen werden. Dort wies sie jedoch eine

Deckung von 5-10% auf. Weitere neun Arten wurden mit Gefährdungsklasse 3 eingestuft, sieben

Arten mit Vorwarnstufe eine Art mit Gefährdungsklasse 1 und eine Art mit gegebener Gefährdung.

Außerdem konnten 16 auf der Roten Liste für Deutschland (D) geführte Arten im Untersuchungsge-

biet nachgewiesen werden. Acht Arten wurden mit Gefährdungsklasse 3 eingestuft, sieben Arten mit

Vorwarnstufe und eine Art mit mangelhafter Datenlage.

Bei einem Vergleich zwischen den bewirtschafteten und den unbewirtschafteten Flächen stellte sich

heraus, dass 15 Arten, die entweder auf der Roten Liste Deutschland oder auf der von Mecklenburg-

Vorpommern stehen, auf unbewirtschafteten Flächen wuchsen, dagegen nur vier auf bewirtschafte-

ten; vier weitere Rote-Liste-Arten kamen auf beiden Fläche vor. Sieben Rote-Liste-Arten konnten

jeweils nur ein Mal in einem Plot gefunden werden.

Von den 13 im Polder vorkommenden Carex-Arten stehen 7 Arten auf der Roten Liste MV. Carex

distans konnte nur einmal in einem bewirtschafteten Plot gefunden werden, die anderen Carex-Ar-

ten kamen sowohl in unbewirtschafteten, wie auch in bewirtschafteten Plots vor. Die häufigste Art

war Stellaria palustris die insgesamt in 23 Plots zu finden war.

Ellenbergwerte

In der vorliegenden Arbeit wurden die Standorte mit Hilfe der Ökologischen Zeigerwerte nach llen-

berg auf Licht, Temperatur, Feuchte, Stickstoff- und Salzgehalt hin eingestuft und miteinander ver-

glichen. Wie aus Tabelle 4.6 ersichtlich, zeigte sich bei den Ellenbergwerten, dass kein bemerkens-

werter Unterschied in Temperatur und Salzgehalt vorlag. Feuchtezahl und Stickstoffgehalt jedoch

wiesen eine stärkere Abweichung auf. Beide Werte lagen im unbewirtschafteten Teil der Fläche hö-

her, als im Bewirtschafteten Teil. Bei der Lichtzahl konnte ebenfalls ein geringer Unterschied mit

erhöhtem Wert bei den unbewirtschafteten Plots gemessen werden.

18


Tabelle 4.4: Vergleich der durchschnittlichen Ellenberg-

Zeigerwerte zwischen beiden Bewirtschaftungsformen

Das Vegetationsformenkonzept

4. Ergebnisse

Wie in Tab. 4.5 zu sehen konnten im Untersuchungsgebiet fünf Vegetationsformen (VF) ermittelt

werden, die die Wasserstufen 4+ und 5+ anzeigen. Fast alle Vegetationsformen indizieren kräftig-

oder reich-eutrophe Verhältnisse. In den bewirtschafteten Flächen kamen zwei Vegetationsformen,

Zweizahn-Knickfuchsschwanz-Flutrasen (VF-Nr. 1) und Sumpfdotterblumen-Kohldistel-Wiese

(VF-Nr. 3), in den unbewirtschafteten Standorten drei Vegetationsformen, Zungenhahnenfuß-Groß-

seggen-Ried (VF-Nr. 27), Wasserschierling-Großseggen-Ried (VF-Nr. 28) und Braunseggen-Mäde-

süß-Staudenflur (VF-Nr. 46) vor. Von den Vegetationsformen der Nr. 27 waren vier Plots uneindeu-

tig, das heißt das 1-3 Arten bei Bestimmung der Vegetationsform nicht oder nicht ihrer Deckung

entsprechend berücksichtigt werden konnten. Bei den Vegetationsformen der Nr. 28 war dies bei

drei Plots der Fall, bei VF-Nr. 46 einmal. Bei den Plots der bewirtschafteten Flächen konnte ein Plot

der VF- Nr. 3 nicht eindeutig zugeordnet werden.

Tabelle 4.5: Übersicht Vegetationsformenkonzept (KOSKA ET. AL. 2001; ROTH, S. SUCCOW M.2001)

b = bewirtschaftet ub = unbewirtschaftet

eu = eutroph p = polytroph k = kräftig r = reich sr = sehr reich er = extrem reich

19


5. Diskussion und Schlussfolgerung

5.1. Bodenproben

Betrachtung auffälliger Einzelproben

5. Diskussion und Schlussfolgerung

Es stellte sich heraus, dass die in Plot 56, 58 und 60 gefundenen Lehmreste sehr wahrscheinlich

vom Aushub der früher angrenzenden Baustelle zur Begradigung der Peeneschlaufe stammten. Die-

se Baumaßnahme wurde zur besseren Schiffbarkeit 1934 durchgeführt (VEGELIN mündl.). Das in

Probennummer 51-53 und 55 festgestellte stark krümelige Bodengefüge steht für Degradationspro-

zesse in Mooren und ist ein Zeichen für vermulmte Torfböden (SUCCOW, JOOSTEN, 2001).

C/N

Die Messungen der C/N-Werte ergaben ein sehr ähnliches Bild zwischen den bewirtschafteten und

den unbewirtschafteten Flächen. Die Werte schwankten zwischen 10,5 und 13. Bei Betrachtung der

Durchschnittswerte war die Abweichung noch geringer und lag für den bewirtschafteten Teil bei

12,03, für den unbewirtschafteten Teil bei 11,79. Dies ist ein sehr enges Verhältnis. Aus ALEXANDER

(1977) geht hervor, dass Mikroorganismen für den Abbau von Pflanzenmasse mit C/N-Werten >25

kurzfristig dem Boden zusätzlich Stickstoff entziehen, jedoch bei einem Wert


5. Diskussion und Schlussfolgerung

JOOSTEN (2001) für die unbewirtschafteten Flächen am häufigsten gemessenen Säure-Basen-Stufe

von „sehr schwach sauer“ ist die Nährstoffverfügbarkeit für Pflanzen in Bezug auf Stickstoff und

Phosphat gut, für Kalium sehr gut. In den bewirtschafteten Flächen dominierte die Stufe “neutral“,

was eine sehr gute Voraussetzung für Nährstoffverfügbarkeit von Stickstoff, Phosphat und Kalium

bedeutet.

Phosphat

Neben Stickstoff ist Phosphat besonders in Mooren oft ein Mangelfaktor und kann für die Produkti-

vität der Vegetationsgemeinschaften limitierend sein (SUCCOW, JOOSTEN, 2001). Der Eintrag erfolgt

allgemein entweder durch Düngung, über Niederschlag, oder Grund- und Oberflächenwasser. Im

Polder gelangt das Phosphat hauptsächlich über Niederschlag und Grundwasser in die Flächen. Mit

Närstoffeintrag durch Überflutungswasser wird erst nach Schlitzen des Deiches im Jahre 2012 zu

rechnen sein.

Der optimale Phosphatwert für Grünland liegt bei 10-20 mg P2O5/100mg Boden in den oberen

10 cm Boden (DIEPHOLDER, 2005). Dieser Wert wurde mit einem durchschnittlichen Wert von 5,72

mg P2O5 auf den bewirtschafteten und sogar nur 3,78 mg P2O5/100mg Boden auf den unbewirt-

schafteten Flächen weit unterschritten. Die Standorte haben also einen niedrigen bis sehr niedrigen

P2O5-Gehalt. Diese geringen Orthophosphatkonzentrationen könnten ein Hinweis darauf sein, dass

Phosphat vermehrt in gebundener Form vorliegt und somit nur begrenzt pflanzenverfügbar ist.

Die orangegelbe Färbung, welche in den Bodenproben aus Plot 41-43 und 56 zu sehen war, lässt auf

Quellaktivitäten im Boden schließen und ist die Folge von Eisenauswaschungen. Bei Kontakt mit

Sauerstoff und Verlust von CO2 werden diese mit Hilfe von eisenoxidierenden Mikroorganismen in

Eisenocker umgewandelt (BISS, 1999). Das hat zur Folge, dass das vorhandene Phosphat schlechter

löslich und für Wachstumsprozesse der Pflanzen nur in geringerem Maße verfügbar ist. Die vier

Proben aus dem unbewirtschafteten Teil waren die Einzigen, bei welchen eine solche Verfärbung

festgestellt wurde. Jedoch fiel deren Phosphatgehalt mit Werten von 2,5 mg P2O5 bis 6,2 mg P2O5

nicht aus der Reihe und ließ keine Schlussfolgerung auf Nährstoffmangel durch Ausfällung zu.

21


Kalium

5. Diskussion und Schlussfolgerung

Kalium ist ein Pflanzennährstoff, der über Niederschlag, wie auch Oberflächenwasser und Grund-

wasser in den Boden gelangt. Von dort kann er jedoch auch leicht wieder ausgewaschen werden

(KOPPISCH, 2001). Laut VERHOEVEN (1986) wird Kalium in hohem Maße in die Biomasse eingebaut.

Sie enthält etwa doppelt so viel Kalium wie die oberen 50 cm Bodenmasse. Bei den gemähten Flä-

chen müsste demnach ein hoher Kaliumverlust über den Abtransport des Schnittgutes festgestellt

werden. Mit einem Wert von 10-20 mg K2O/100ml Boden gilt ein Boden als optimal kaliumversorgt

(DIEPHOLDER, 2005). In den bewirtschafteten Flächen wurde ein Durchschnittswert von 2,18 mg

K2O/100ml Boden gemessen. Dieser Wert liegt noch über dem unbewirtschafteten Teil mit durch-

schnittlich 1,32 mg K2O/100 ml Boden, jedoch erheblich unter den Optimalwerten für Grünland-

standorte. Kalium wird in entwässerten Niedermooren oftmals als Mangelfaktor angesehen, welcher

die Wuchsleistung hemmt. Bei den angetroffenen Werten kann auch auf den untersuchten Flächen

Randow-Rustow von Kaliummangel gesprochen werden, und die Werte zwischen den beiden Be-

wirtschaftungsformen sind sehr ähnlich. Ein Grund für die ähnlichen Werte könnte sein, dass das

Schnittgut in den bewirtschafteten Flächen in manchen Jahren nicht beräumt, sondern nur unterge-

mulcht wurde (Dies geschah in den Jahren 2004, 2007 und 2011). So verblieb das Kalium in Form

von Biomasse auf den bewirtschafteten Flächen. Eine zufriedenstellende Erklärung dafür, warum

etwas mehr Kalium in den bewirtschafteten Flächen gefunden wurde, ist dies jedoch nicht. Hierfür

wären weitere Untersuchungen angeraten z.B. zur Nährstoffaufnahme und Speicherung in der Bio-

masse verschiedener Pflanzenarten und deren Vorkommen in den beiden Bewirtschaftungsformen.

22


5.2. Vegetationsaufnahmen

5. Diskussion und Schlussfolgerung

Insgesamt konnten 103 Pflanzenarten im Verlauf der Datenerhebung nachgewiesen werden, davon

Abbildung 5.1 Bewirtschaftete Flächen im Untersuchungsgebiet

47 auf den bewirtschafteten und 88 auf den unbewirtschafteten Flächen. Auch die durchschnittliche

Artenzahl pro Plot war auf den bewirtschafteten Flächen geringer als auf den unbewirtschafteten

Flächen. Durch die regelmäßige Mahd werden hochwachsende Arten wie beispielsweise Phragmi-

tes australis oder Glyceria maxima, die häufig in großflächigen Reinbeständen zu finden sind, am

Aufwachsen gehindert. So können diese Arten keine Bestände bilden unter deren Druck (z.B. Schat-

ten, Nährstoffverfügbarkeit) konkurrenzschwächere Arten weichen müssten. Durch die Mahd wer-

den Pflanzenindividuen einerseits zerstört oder durch Entnahme von Biomasse geschädigt. Anderer-

seits schafft sie Raum und günstige Bedingungen für eine schnelle vegetative und generative Ver-

mehrung wie z.B. über Ausläufer bei Ranunculus repens oder aus bodennahen Mersitemen.

(ROSENTHAL, G. 2000). Viele Horst- und kriech-hemikryptophytische Gräser und Rosettenpflanzen

profitieren so indirekt von der Mahd, weil sie den Schnitt besser tolerieren als andere. Dazu zählen

Cardamine pratensis, Agrostis stolonifera und Glyceria fluitans. Sie gelten als Mahdzeiger

(DIERSCHKE, BRIEMLE, 2002).

23


5. Diskussion und Schlussfolgerung

Nach der Störungsgradskala von SUCCOW UND JOOSTEN (2001) unterliegen die bewirtschafteten Flä-

chen mit ein- bis zweimaliger Mahd einer „mäßigen“ Störung. Die Intermediate Disturbance Hypo-

thesis (CONNELL, 1977), die besagt, dass bei regelmäßigen leichten Störungen die Artenvielfalt zu-

nimmt, ließe vermuten, dass auf den bewirtschafteten Flächen mehr Arten zu finden sein müssten.

Dies war im Untersuchungsgebiet nicht der Fall – im Gegenteil, es konnten deutlich mehr Arten auf

den unbewirtschafteten Flächen nachgewiesen werden. Die Ursachen dafür sind wahrscheinlich

vielfältig. Ein Grund hierfür könnte sein, dass es auf den untersuchten unbewirtschafteten Flächen

noch wenig Aufwuchs von Schilfröhricht gab, welches die Kleinwüchsigeren Pflanzenarten ver-

drängen könnte. Jedoch konnten Großseggen und Hochstaudenarten wie z.B. Carex pseudocyperus,

Lythrum salicaria oder Scutellaria galericulata festgestellt werden, welche die „Wiesenarten“ wei-

ter zurückdrängen werden. Ein weiterer Grund für die erhöhte Artenzahl auf den unbewirtschafteten

Flächen könnte der strukturelle Abwechslungsreichtum auf disen Flächen sein. Durch die stärkere

Inhomogenität der unbewirtschafteten Plots und in deren direkter Umgebung entstanden kleinräu-

mige Sekundärstandorte für weitere Pflanzen- oder Pionierarten. Diese Ökologischen Nischen wer-

den verursacht z.B. durch Wühltätigkeit von Wildschweinen, vermehrte Zahl an Gebüschen und

Wassergräben, und andere natürliche Unebenheiten, die auf dem mit Maschinen bewirtschafteten

Teil des Untersuchungsgebietes nur in geringer Zahl oder gar nicht zu finden waren.

Außerdem liegt aus vegetationsökologischer Sicht der Zeitpunkt der kompletten Nutzungsaufgabe

in den unbewirtschafteten Flächen mit Ende der 90-er Jahre des letzten Jahrhunderts noch nicht all

zu weit zurück. Es ist also davon auszugehen dass sich die Flächen noch in einem Übergangsstadi-

um befinden, das es mahdempfindlichen Pflanzenarten bereits ermöglicht sich anzusiedeln. Sei es,

aus noch vorhandenen Diasporen im Boden, oder durch Einwanderung aus unbewirtschafteten

Randstreifen, Gebüschen oder Entwässerungsgräben. Ebenso ermöglicht es mahdbegünstigten Ar-

ten noch zu wachsen, da die mahdempfindlichen und vielleicht konkurrenzstärkeren Pflanzen erst

noch am Einwandern und Etablieren sind. Dafür, dass viele Arten erst am Ausbreiten und andere am

verschwinden sind, spricht auch die Tatsache, dass auf den unbewirtschafteten Flächen viele Arten

mit geringer Häufigkeit zu finden waren. So war die Anzahl der Arten, die in maximal zwei Plots zu

finden waren, mit 36 Arten ebenfalls mehr als doppelt so hoch wie in den Bewirtschafteten mit 17

Arten. Im Gegenzug kommen die Arten auf den bewirtschafteten Flächen mit höherer Stetigkeit vor.

Wie im Ergebnisteil in der Indikatoranalyse gezeigt werden konnte, wiesen in den bewirtschafteten

24


5. Diskussion und Schlussfolgerung

Flächen 14,9% der dort wachsenden Arten eine signifikante Vorliebe für diese Bewirtschaftungs-

form auf und kamen dort auch mit einer hohen Stetigkeit vor. Mit 6,8% lag der Anteil der Arten mit

einer Vorliebe für die unbewirtschafteten Flächen nur knapp halb so hoch. Die regelmäßig gemäh-

ten Flächen wirkten also nicht nur auf den ersten Blick homogener sondern auch bei Betrachtung

der einzelnen Arten.

Abbildung 5.2 Unbewirtschaftete Flächen im Untersuchungsgebiet

Die Überlegung, dass es sich bei der Artenzusammensetzung auf den unbewirtschafteten Flächen

um einen momentanen Übergangszustand handelt, bei dem manche Arten gerade noch und andere

gerade schon existieren können, könnte auch eine Erklärung für die mit 19 Arten mehr als doppelt

so hohe Anzahl an Rote-Liste-Arten in diesen Flächen sein. Allerdings waren sowohl auf den be-

wirtschafteten als auch auf den unbewirtschafteten Flächen knapp die Hälfte der Rote-Liste-Arten

nur ein oder zwei mal aufzufinden.

In weiteren ein bis zwei Jahrzehnten könnte sich aus dem beschriebenen Übergangszustand auf den

25


5. Diskussion und Schlussfolgerung

unbewirtschafteten Flächen ein Gleichgewicht eingependelt haben mit einer deutlich geringeren Ar-

tenvielfalt als heute. Dazu wird es aber voraussichtlich nicht kommen da, wie oben bereits erwähnt,

in diesem Jahr (2012) der Deich geschlitzt werden sollen und das Gebiet seinem natürlichen Was-

serhaushalt und dem Einfluss der Peene überlassen wird. Daraus werden sich wieder Veränderungen

in der Vegetationszusammensetzung ergeben.

Eigentlich ist es nicht sinnvoll, die Ellenbergwerte zu mitteln, da sie als relative Abstufung nach der

Gewichtung des Auftretens von Pflanzenarten auf den Flächen zu verstehen sind (ELLENBERG,

H.1992). Jedoch ist die Verwendung der Mittelwerte inzwischen nicht nur in Landschaftsökologie

und Geobotanik gängige Praxis (DURWEN, K.-J. 1982). Die miteinander verglichenen Flächen sind

in Bezug auf Temperatur und Salzgehalt fast identisch. Auf den unbewirtschafteten Flächen gab es

für die Lichtzahl einen leicht erhöhten Wert von 7,27 im Gegensatz zu 6,98 auf den bewirtschafte-

ten Flächen. Laut Ellenberg spricht man dabei von Halblichtpflanzen (ELLENBERG, H.1992). Es lässt

sich nur vermuten, weshalb sich auf den unbewirtschafteten Flächen höhere Lichtwerte ergaben.

Ein Erklärungsansatz könnte die starke Wühltätigkeit von Wildschweinen sein, welche vegetations-

freie, kleinräumige Stellen verursacht. Diese kamen vermehrt auf den unbewirtschafteten Flächen

vor, da es mehr Schutzstreifen und somit Schutz vor Jägern gab. Durch diese Offenstellen besteht

eine höhere Lichtverfügbarkeit, sodass sich Pflanzen mit höheren Lichtansprüchen an diesen Stellen

leichter ansiedeln können.

Feuchtezahl und Stickstoffgehalt waren ebenfalls in den unbewirtschafteten Flächen erhöht. Durch

das jährliche Abtragen des Schnittgutes (mit Ausnahme der Jahre 2004, 2007 und 2011) auf den be-

wirtschafteten Flächen könnte mit Beginn der Renaturierungsmaßnahmen bereits eine Aushagerung

der Flächen und damit des Artenreichtums stattgefunden haben. Diese Annahme steht jedoch im

Gegensatz zu den gemessenen Stickstoffwerten. Die Ellenberg-Zeigerwerte sollen hier nur als

Hilfsmittel herangezogen werden, um einen groben Überblick bzw. zusätzliche Informationen über

die Flächen zu bekommen, jedoch bergen sie Schwachstellen hinsichtlich Indifferenz im Vorkom-

mensschwerpunkt einzelner Arten, sie beruhen auf Erfahrungswerten und keinen Messwerten und

die Standortamplitude für z.B. Lichtzahl oder Stickstoffzahl ist im mittleren Bereich sehr weit ge-

fasst (ENGLISCH,T. KARRER, G. 2001). Das Ergebnis aus den Bodenanalysen, „eutroph-reich“, deckt

sich mit den Ellenbergwerten in Bezug auf die Trophie. Für die unbewirtschafteten Flächen ergaben

sich „mäßig bis reiche“ Stickstoffwerte, für die bewirtschafteten Flächen eine halbe Stufe niedrigere

26


Werte.

5. Diskussion und Schlussfolgerung

Auch die Vegetationsformen bestätigen die Trophiewerte der Bodenanalysen. Es wurden die Tro-

phiestufen „eutroph-reich“ und „eutroph-kräftig“ durch die Vegetation angezeigt. Weiterhin indi-

zieren die Vegetationsformen in den unbewirtschafteten Flächen zwei Wasserstufen (4+ und 5+), in

den bewirtschafteten nur eine Stufe (4+). Trotzdem sind die Flächen beider Bewirtschaftungsfor-

men miteinander vergleichbar, da die in den bewirtschafteten Plots tatsächlich gefundenen feuchtig-

keitsanzeigenden Arten der Wasserstufe 5+ nicht mit in die Bewertung der Vegetationsform einge-

hen. Somit wird ein Auftreten dieser Wasserstufe von vornherein ausgeschlossen. Zu den betreffen-

den Arten zählen unter anderem Lepotdictyum riparium, Cardamine palustris und Rorippa amphi-

bia, die teilweise mit hoher Stetigkeit zu finden waren. Allerdings ist die Vergleichbarkeit der Was-

serstufen anhand der Vegetationsformen auf beiden Bewirtschaftungstypen nur eingeschränkt mög-

lich, da sich die Pflanzen an ihre Umgebung und somit auch an die jeweilige Bewirtschaftung an-

passen. Somit haben sie bereits dadurch unterschidliche Vorkommensschwerpunkte in Bezug auf

die Wasserstufe. Wie eingangs erwähnt, wurden zur Bearbeitung ausschließlich Flächen der Wasser-

stufe 4+ ausgewählt. Ein Grund dafür, dass trotzdem Vegetationsformen der Wasserstufe 5+ gefun-

den wurden, könnte darin bestehen, dass sich in den oberen Bodenschichten des degradierten Nie-

dermoores durch Sackung und Mineralisierung des Torfkörpers eine wasserundurchlässige Schicht

gebildet hat, die nun zu Oberflächenstauwasser führt. Diese Schicht wurde in etwa 20 cm Tiefe

hauptsächlich in den unbewirtschafteten Flächen gefunden. Außerdem wurde die zu Grunde gelegte

Wasserstufenkarte bereits 2004 erstellt und der Wasserstand in den letzten Jahren langsam weiter

angehoben. Diese Erhöhung des Pegels wird nun vermutlich schon in der Vegetation sichtbar - ein

weiteres Zeichen dafür, dass sich das Gebiet in einer Umbruchphase befindet und sich die Vegetati-

on an die Veränderung ihrer Umwelt anpasst.

5.3. Ausblick

Ein Ausblick auf die nächsten Jahre soll klären, wie sich das Naturschutzgebiet Randow-Rustow in

Zukunft weiterentwickeln könnte:

Mit dem Schlitzen des Deiches werden sich die in dieser Arbeit verglichenen Flächen der Wasser-

stufe 4+ stark verändern. Vermutlich wird sich der Grad der Vernässung um mindestens eine Stufe

in Richtung „nass“ verschieben. Dadurch wird sich auch das Artengefüge, das abhängig vom Was-

27


5. Diskussion und Schlussfolgerung

serstand ist, verändern. Es wird in den nächsten Jahren vom Verschwinden und der Neuansiedlung

von Arten geprägt sein. Diese können unter anderem als Diasporenbank im Boden überdauert ha-

ben, von Randstreifen, Gebüschen oder Entwässerungsgräben einwandern oder aus der Umgebung

durch Zoochorie oder Anemochorie eingetragen werden (ROSENTHAL, G. 2000).

Die flächenmäßige Ausdehnung der Wasserstufe 4+ im Polder wird erheblich schrumpfen. Für den

bewirtschafteten Teil im Norden bedeutet dies eine Verschiebung der Stufe in Richtung Randbereich

des Untersuchungsgebietes und Einwandern der Arten auf die nördlich gelegenen Flächen der dann

ehemaligen Wasserstufe 3+. Wie viele Hektar in den kommenden Jahren noch genutzt werden kön-

nen, hängt vom Wasserstand der Peene ab. Für die unbewirtschafteten Flächen und deren Artenzu-

sammensetzung ergibt sich ein anderes Bild. Sie sind bereits im jetzigen Zustand größtenteils von

feuchteren Flächen der Wasserstufe 5+ umgeben. In Zukunft werden sich Wasserflächen vergrößern

und das Artenspektrum wird sich stark in Richtung Feuchte-Nässezeiger verschieben. Diese konn-

ten bereits auf den Flächen angetroffen werden, wie z.B: Lemna minor, Leptodictyum riparium, Bi-

dens cernua und Carex pseudocyperus.

Für das Untersuchungsgebiet stellt sich die Frage, ob eine weitere Nutzung der Flächen in der Form

der ein- bis zweischürigen Mahd überhaupt weitergeführt werden kann und soll, oder ob sich eine

andere Alternative dafür finden ließe. Dazu wird ein weiteres Monitoring der Flächen erforderlich

um zu beobachten wie sich die Vegetation in den kommenden Jahren unter dem Einfluss der Wie-

dervernässung weiterentwickelt. Wenn die extensive Nutzung durch die ein- bis zweischürige Mahd

in Zukunft nur noch stark eingeschränkt möglich ist, bieten sich verschiedene Bewirtschaftungsal-

ternativen: Neben der Nutzungsaufgabe könnte versucht werden, die verbliebenen Flächen in den

kommenden Jahren entgegen der Sukzession mit Wasserbüffeln offen zu halten. Diese könnten auf

den wiedervernässten Flächen gehalten werden und dem Gebiet im Sinne einer naturschutzfachli-

chen Bewirtschaftungsform, durch Beweidung weiter Nährstoffe entziehen. Im Gegensatz zu heimi-

schen Rindern vertragen Wasserbüffel höhere Wasserstände und Feuchte und sind bei der Wahl der

Nahrung anspruchsloser. Sie fressen, wenn auch Gräser bevorzugt werden, sogar schwer verdauli-

che Vegetation wie Disteln, Brennnesseln, Binsen und sogar Weiden und Erlen (SAMBARUS &

SPANNFLOR, 2005; KRAWCZYNSKI ET AL., 2008). Außerdem schaffen sie durch ihre Neigung zum An-

legen von Suhlen vegetationsfreie Wasserstellen, die wiederum Lebensraum von seltenen Amphibi-

en, wie z.B. der Rotbauchunke (Bombina bombina), darstellen.

28


5. Diskussion und Schlussfolgerung

Die oben genannten Nutzungsmöglichkeit sind Teil der nachhaltigen Bewirtschaftung durch Paludi-

kultur. Die weiteren Nutzungsformen des Konzepts reichen dabei von traditioneller Nutzung (Rohr-

mahd, Streunutzung) bis hin zu Dämmstoffproduktion und energetischer Verwertung als Alternative

zu fossilen Rohstoffen (Vorpommern Initiative für Paludikultur). Vorteile bietet nicht nur die ener-

getische Nutzung der Biomasse, sondern es werden Wasserrückhalteräume erhalten, CO2 kann wie-

der in größeren Mengen als bisher im Boden gebunden - anstelle durch Torfmineralisation freige-

setzt zu werden und der Lebensraum für die standorttypische Biodiversität wird erhalten. Dabei

wird auch in Bezug auf die Wahl von Niedermooren als „Boden des Jahres 2012“ ein besonderes

Augenmerk auf diese Bodenform gerichtet. So kann mit der Paludikulturnutzung ein wichtiger

Schritt in Richtung Renaturierung von Niedermoorstandorten und allgemein in Richtung Moorer-

halt und Moorschutz geleistet werden.

6. Zusammenfassung

Im Rahmen der Vorpommern Initiative für Paludikultur (VIP) entstand die vorliegende Arbeit über

den Polder Randow-Rustow, welcher im Nordosten Deutschlands zwischen Loitz und Demmin

liegt. Er befindet sich im Zuge der Renaturierungsmaßnahmen im 13. Jahr der geregelten Wieder-

vernässung. Es wurde der Frage nachgegangen, wie sich die Vegetation innerhalb der selben Was-

serstufe 4+ durch unterschiedliche Bewirtschaftungsweise unterscheidet. Im Sommer/Herbst 2011

wurden die Vegetationsaufnahmen und Bodenanalysen durchgeführt. Dabei wurden in 30 Einzel-

plots für den bewirtschafteten Standort im Norden des Gebietes, sowie in weiteren 30 Einzelplots

auf den unbewirtschafteten Flächen weiter südlich Bodenproben genommen und die Vegetation er-

fasst. Die Auswertung der Bodenproben ergab sowohl auf den bewirtschafteten Flächen als auch auf

den unbewirtschafteten Flächen sehr geringe Werte für Orthophosphat und Kalium. Niedrige Werte

ergaben sich für das C/N-Verhältnis und daraus resultierende eutrophe Verhältnisse auf beiden Un-

tersuchungsflächen. Die beiden Bewirtschaftungsformen Mahd und Brache wurden anhand der Ve-

getation miteinander verglichen. Insgesamt konnten auf den untersuchten Flächen 103 Pflanzenar-

ten nachgewiesen werden. Dabei zeigte sich, dass auf den unbewirtschafteten Flächen bei geringe-

rer Häufigkeit durchschnittlich mehr Arten pro Plot vor kamen. Auf den bewirtschafteten Flächen

kamen die Arten mit höherer Stetigkeit vor. Es wurde eine Indikatoranalyse durchgeführt. Diese er-

gab für die bewirtschafteten Flächen elf, für die unbewirtschafteten Flächen 14 signifikante Arten,

29


6. Zusammenfassung

die sich eindeutig einer Bewirtschaftungsform zuweisen ließen, die also bevorzugt oder ausschließ-

lich auf gemähten oder brachliegenden Flächen vor kamen. Ein Vergleich der Roten Listen ergab

folgendes Bild: Es konnten 22% der vorkommenden Arten den Roten Listen von Mecklenburg-Vor-

pommern und/oder Deutschland zugewiesen werden. Auch hier kamen mehr Arten auf den unbe-

wirtschafteten Flächen als auf den bewirtschafteten Flächen vor. Des Weiteren wurden die Ellen-

bergzeigerwerte ermittelt. Dabei stellte sich heraus, dass sich Temperatur und Salzgehalt auf den

Flächen der beiden Bewirtschaftungsformen nicht unterscheiden, jedoch Lichtzahl, Feuchte und

Stickstoffgehalt. Alle drei Werte waren auf den unbewirtschafteten Standorten erhöht. Es konnte ge-

zeigt werden, dass auf den unbewirtschafteten Flächen mehr und seltenere Arten vorkommen. Wie

aus den Ergebnissen der Vegetationsformen abzuleiten hat eine Veränderung des Artengefüges

durch die bisherige Pegeländerung bereits begonnen und das Gebiet befindet sich nicht in einem

stabilen Zustand sondern in einer Umbruchphase in der die beiden Bewirtschaftungsformen nicht

abschließend miteinander verglichen werden können.

Mit Spannung kann in diesem Jahr die anstehende Schlitzung des Deiches und die damit folgende

weitere Veränderung des Wasserstandes und der Vegetation beobachtet werden.

30


a) Literaturverzeichnis/Quellenangaben

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v


) Anhang

1. Gesamtartenliste und Deckungsgrad

Stet = Stetigkeit b = bewirtschaftet ub = unbewirtschaftet Deck = Deckungsgrad

Art Stetigkeit Stet b Stet ub Deck-ø Deck-ø-b Deck-ø-ub

Agrostis stolonifera 54 30 24 5,50 6,27 4,54

Alisma plantago-aquatica 2 2 0 1,50 1,50 -

Alopecurus geniculatus 19 17 2 3,05 3,06 3,00

Alopecurus pratensis 2 2 0 1,00 1,00 -

Berula erecta 5 0 5 1,60 - 1,60

Bidens cernua 39 10 29 3,58 1,90 4,18

Bidens tripartita 14 2 12 2,43 1,50 2,58

Brachythecium rutabulum 1 0 1 3,00 - 3,00

Calystegia sepium 4 0 4 2,50 - 2,50

Capsella bursa-pastoris 2 0 2 1,50 - 1,50

Cardamine palustris 1 1 0 2,00 2,00 -

Cardamine pratensis 26 26 0 2,08 2,08 -

Carex acuta 9 7 2 5,33 5,86 3,50

Carex acutiformis 6 0 6 5,33 - 5,33

Carex cespitosa 6 0 6 4,17 - 4,17

Carex distans 1 1 0 8,00 8,00 -

Carex disticha 18 5 13 6,00 6,20 5,92

Carex hirta 21 21 0 4,57 4,57 -

Carex lasiocarpa 1 0 1 3,00 - 3,00

Carex nigra 14 6 8 4,64 4,83 4,50

Carex paniculata 1 0 1 4,00 - 4,00

Carex pseudocyperus 12 0 12 3,50 - 3,50

Carex riparia 7 2 5 4,86 2,50 5,80

Carex rostrata 1 0 1 6,00 - 6,00

Carex vesicaria 7 0 7 5,57 - 5,57

Cerastium holosteoides 2 0 2 2,00 - 2,00

Chenopodium album 1 0 1 1,00 - 1,00

Cirsium arvense 1 0 1 1,00 - 1,00

Dactylis glomerata 2 2 0 2,50 2,50 -

Deschampsia cespitosa 4 0 4 4,50 - 4,50

Ditrichum c.f. pallidum 1 0 1 5,00 - 5,00

Drepanocladus polycarpus 6 6 0 4,17 4,17 -

Epilobium angustifolium 1 0 1 1,00 - 1,00

Epilobium obscurum 1 0 1 1,00 - 1,00

Epilobium palustre 4 0 4 2,75 - 2,75

Equisetum fluviatile 5 0 5 2,00 - 2,00

Equisetum palustre 3 1 2 5,00 4,00 5,50

Erysimum cheiranthoides 1 0 1 1,00 - 1,00

Eupatorium cannabinum 3 0 3 3,00 - 3,00

Filaginella uliginosa 1 1 0 1,00 1,00 -

Galeopsis tetrahit 3 0 3 2,67 - 2,67

vi


Art Stetigkeit Stet b Stet ub Deck-ø Deck-ø-b Deck-ø-ub

Galium aparine 1 1 0 2,00 2,00 -

Galium palustre 33 16 17 2,06 2,00 2,12

Galium uliginosum 2 0 2 1,50 - 1,50

Glyceria fluitans 37 30 7 5,59 6,07 3,57

Glyceria maxima 4 1 3 5,50 2,00 6,67

Gnaphalium uliginosum 1 0 1 2,00 - 2,00

Holcus lanatus 2 0 2 2,00 - 2,00

Humulus lupulus 1 0 1 1,00 - 1,00

Hydrocharis morsus-ranae 3 0 3 1,67 - 1,67

Hydrocotyle vulgaris 2 0 2 1,00 - 1,00

Iris pseudacorus 9 0 9 3,11 - 3,11

Juncus articulatus 29 24 5 3,10 3,21 2,60

Juncus bufonius 2 0 2 4,50 - 4,50

Juncus effusus 49 23 26 3,98 3,61 4,40

Juncus inflexus 4 4 0 4,50 4,50 -

Lamium galeobdolon 1 0 1 2,00 - 2,00

Lemna minor 24 3 21 2,38 2,00 2,43

Leptodictyum riparium 40 25 15 4,05 4,67 3,07

Lolium c.f. 2 2 0 1,00 1,00 -

Lotus uliginosus 2 0 2 2,00 - 2,00

Lycopus europaeus 30 4 26 2,83 1,25 3,08

Lysimachia thyrsiflora 1 1 0 1,00 1,00 -

Lysimachia vulgaris 5 0 5 2,40 - 2,40

Lythrum salicaria 21 0 21 2,90 - 2,90

Mentha aquatica 13 4 9 1,85 1,25 2,11

Myosotis scorpioides 15 11 4 1,60 1,27 2,50

Persicaria amphibia 30 20 10 2,97 2,90 3,10

Persicaria hydropiper 3 0 3 2,67 - 2,67

Persicaria lapathifolia 1 0 1 3,00 - 3,00

Persicaria maculosa 2 0 2 3,00 - 3,00

Peucedanum palustre 3 0 3 1,33 - 1,33

Phalaris arundinacea 60 30 30 5,23 4,77 5,70

Phragmites australis 5 0 5 4,20 - 4,20

Plantago major 2 0 2 1,50 - 1,50

Poa trivialis 4 4 0 1,50 1,50 -

Polygonum arenarium 2 0 2 3,50 - 3,50

Polygonum aviculare 3 0 3 2,33 - 2,33

Potentilla anserina 8 7 1 1,88 1,43 5,00

Pseudolysimachion longifolium 3 0 3 2,00 - 2,00

Ranunculus flammula 2 2 0 1,50 1,50 -

Ranunculus repens 33 28 5 2,42 2,61 1,40

Ranunculus sceleratus 9 2 7 1,56 1,50 1,57

Rorippa amphibia 13 7 6 2,15 1,14 3,33

Rorippa anceps 1 0 1 1,00 - 1,00

Rorippa palustris 29 17 12 1,93 1,94 1,92

Rumex acetosa 3 0 3 1,33 - 1,33

Rumex amphibium 2 0 2 2,00 - 2,00

Rumex crispus 2 0 2 1,50 1,00 2,00

Rumex hydrolapathum 2 0 2 3,50 - 3,50

vii


Art Stetigkeit Stet b Stet ub Deck-ø Deck-ø-b Deck-ø-ub

Rumex palustris 1 0 1 2,00 - 2,00

Salix cinerea 3 0 3 4,67 - 4,67

Scutellaria galericulata 19 0 19 2,53 - 2,53

Silene flos-cuculi 3 3 0 1,00 1,00 -

Sium latifolium 4 0 4 2,50 - 2,50

Solanum dulcamara 1 0 1 4,00 - 4,00

Spirodela polyrhiza 1 0 1 1,00 - 1,00

Stellaria pallida 2 1 1 1,50 1,00 2,00

Stellaria palustris 23 19 4 1,52 1,58 1,25

Symphytum officinale 11 3 8 3,27 2,00 3,75

Thalictrum flavum 6 0 6 2,50 - 2,50

Trifolium repens 1 1 0 1,00 1,00 -

Urtica dioica 5 0 5 3,00 - 3,00

2. GPS-Daten der einzelnen Plots

Plot-Nr. Nordwert Ostwert Datum

01 53.95140° 013.07774° 30.06.11

02 53.95116° 013.07842° 30.06.11

03 53.95095° 013.07907° 30.06.11

04 53.95072° 013.07967° 30.06.11

05 53.95047° 013.08035° 30.06.11

06 53.95084° 013.07673° 30.06.11

07 53.95060° 013.07730° 30.06.11

08 53.95033° 013.07791° 30.06.11

09 53.95011° 013.07849° 30.06.11

10 53.94980° 013.07910° 30.06.11

11 53.94943° 013.07451° 30.06.11

12 53.94921° 013.07518° 30.06.11

13 53.94899° 013.07579° 30.06.11

14 53.94876° 013.07643° 30.06.11

15 53.94853° 013.07711° 30.06.11

16 53.94868° 013.07348° 30.06.11

17 53.94843° 013.07412° 30.06.11

18 53.94818° 013.07475° 30.06.11

19 53.94794° 013.07536° 30.06.11

20 53.94769° 013.07606° 30.06.11

21 53.94780° 013.07187° 30.06.11

22 53.94756° 013.07254° 30.06.11

23 53.94729° 013.07321° 30.06.11

24 53.94707° 013.07381° 30.06.11

25 53.94682° 013.07444° 30.06.11

26 53.94740° 013.07134° 30.06.11

27 53.94711° 013.07189° 30.06.11

28 53.94680° 013.07250° 30.06.11

29 53.94655° 013.07305° 30.06.11

30 53.94627° 013.07369° 30.06.11

31 53.93095° 013.07086° 09.07.11

viii


32 53.93058° 013.07136° 09.07.11

33 53.93024° 013.07186° 09.07.11

34 53.92992° 013.07233° 09.07.11

35 53.92958° 013.07287° 09.07.11

36 53.93088° 013.07243° 09.07.11

37 53.93053° 013.07292° 09.07.11

38 53.93018° 013.07341° 09.07.11

39 53.92983° 013.07386° 09.07.11

40 53.92948° 013.07440° 12.07.11

41 53.93085° 013.07409° 12.07.11

42 53.93061° 013.07472° 12.07.11

43 53.93032° 013.07534° 12.07.11

44 53.93003° 013.07590° 12.07.11

45 53.92980° 013.07654° 12.07.11

46 53.93112° 013.07479° 12.07.11

47 53.93072° 013.07526° 12.07.11

48 53.93045° 013.07587° 12.07.11

49 53.93015° 013.07643° 12.07.11

50 53.93156° 013.07460° 12.07.11

51 53.93122° 013.07517° 12.07.11

52 53.93092° 013.07569° 12.07.11

53 53.93063 013.07628° 12.07.11

54 53.93031° 013.07682° 12.07.11

55 53.92925° 013.07340° 12.07.11

56 53.93344° 013.07866° 16.07.11

57 53.93382° 013.07894° 16.07.11

58 53.93423° 013.07929° 16.07.11

59 53.93465° 013.07961° 16.07.11

60 53.93504° 013.08000° 16.07.11

ix


Erklärung zur Diplomarbeit :

Ich versichere an Eides statt, dass ich die Diplomarbeit mit dem Thema:

Einfluss der Mahd auf die Vegetation wiedervernässter Niedermoore am

Beispiel Randow-Rustow

selbststänig verfasst und keine anderen Hilfsmittel als die angegebenen verwendet habe. Die

Stellen, die anderen Werken dem Wortlaut oder dem Sinne nach entnommen sind, habe ich in

jedem Falle durch Angaben der Quelle, auch der Sekundärliteratur, als Entlehnung kenntlich

gemacht.

Greifswald, 10.03.2012 _____________________________

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