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VFW Aktuell

Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ausgabe Dezember 2009

die Verbandsarbeit in den letzten Monaten stand im Zeichen der überarbeiteten

DIN 1946-6, Lüftung von Wohnungen. Mit ihrem Inkrafttreten sind

Planer und Bauausführende in der Pfl icht bei Neubauten und energetischen

Renovierungen ein Lüftungskonzept vorzulegen.

Das hat Bewegung in den Markt gebracht. Dank seiner Pressearbeit konnte

der VFW über 5.500 Downloads des Planungstools auf seiner Homepage

verzeichnen. In Workshops hat der VFW die Informationsarbeit weiter

intensiviert. Wegen der hohen Nachfrage von Planern konnten wir nicht alle

Anmeldungen für diese Fachseminare zum Auslegungsprogramm DIN 1946-

6 berücksichtigen. 2010 werden deswegen weitere Schulungen dazu angeboten.

Intensiv fortgesetzt werden sollen auch die Vorträge zu dem Thema

Lüftungskonzept für das Handwerk. Da die Handwerker jetzt diese Fragestellung

berücksichtigen müssen, steigt ihr Informationsbedarf erheblich.

Der Verband erhofft sich davon einen weiteren positiven Effekt für Wohnungslüftungsanlagen,

wie ihn schon die novellierte Energie-Einsparverordnung

(EnEV) initiiert hat. Erfreulich in diesem Zusammenhang ist, dass das

den Berechnungen des EnEV-Nachweises zu Grunde gelegte Referenzgebäude

mittlerweile eine Abluftanlage vorsieht.

Weiter hat die Neufassung der EG-Richtlinie über die Gesamtenergieeffi zienz

von Gebäuden am 7. Dezember den Energieministerrat passiert. Damit

kann die neue Richtlinie voraussichtlich Ende März 2010 in Kraft treten.

Diese Richtlinie sieht vor, dass ab dem Jahr 2021 alle neuen Gebäude sogenannte

„Nahezu-Null-Energiehäuser“ sein müssen. Solche hoch effi zienten

Gebäude lassen sich nur noch mit einer Wärmerückgewinnung planen.

In den nächsten Jahren ist hier also mit zusätzlichen positiven Effekten zu

rechnen. Bis dahin bieten aber auch deutsche Initiativen Anreize, etwa die

KfW-Förderprogramme. Die Effi zienzhäuser KfW 70 und KfW 55 könnten

ein solcher Impuls sein.

Genaueres können unsere Mitglieder auf der Mitgliederversammlung im

Februar 2010 erwarten. Hier wird Dr. Rolf Hennes von der KfW darüber referieren,

was aus dieser Richtung zu erwarten ist. Es bleibt also spannend!

Bis zum Neustart 2010 wünsche ich Ihnen und Ihren Familien besinnliche

Festtage!

Mit besten Grüßen

Ihr Raimund Käser

Geschäftsführer VFW

Raimund Käser

Bundesverband für Wohnungslüftung e.V.

Geschäftsführer Raimund Käser

Wasserstrasse 26a 68519 Viernheim Tel. 06204 7086637 Fax 06204 7086638

info@wohnungslueftung-ev.de www. wohnungslueftung-ev.de

In dieser Ausgabe:

Seite 2-5:

DIN 1946-6: Lüftung macht Schule!

Seite 6-7:

Neues aus den Normungsausschüssen

[Autor: Wilhelm Reimers]

Seite 8:

Filterwechsel in

Wohnungslüftungsanlagen

[Autor: Hans Berhorst]

Seite 9-10:

Meldungen aus dem Verband

Impressum

VFW Aktuell


VFW Aktuell

DIN 1946-6: Lüftung macht Schule!

Wer sich die Frage stellt, was das Topthema der letzten Monate beim Bundesverband

für Wohnungslüftung war, fi ndet leicht eine Antwort: die neue

DIN 1946-6. Und das mit gutem Grund: Die Lüftungsnorm verlangt bei

Neubau oder Renovierung von Wohnhäusern die Vorlage eines Lüftungskonzeptes.

Das betrifft nicht nur Planer, sondern auch die ausführende

Handwerker, die sich unversehens in der Verantwortung wiederfi nden. Der

Schwerpunkt der Verbandsarbeit lag deswegen im zweiten Halbjahr 2009

auf der Informationsarbeit gegenüber den Planern von Wohnungslüftungssystemen

und dem renovierenden Handwerk.

Für die Verbandsmitglieder und Lüftungsexperten organisierte die

Geschäftsstelle im Oktober und im November Seminare in Würzburg und

Kassel. Den Startschuss für die Ansprache der Handwerksverbände setzte

die Kommunikationstagung der Qualitätsgemeinschaft „Entspannt modernisieren“

im Fachverband des Schreinerhandwerks Bayern.

Genaues Rechnen für Experten

Im Mittelpunkt der eintägigen Experten-Workshops in Kassel und Würzburg

standen die Details der Auslegung der DIN und der Berechnung lüftungstechnischer

Maßnahmen anhand des VFW-Auslegungsprogramms. Nach

einer kurzen Einführung über die wesentlichen Neuheiten der Norm durch

Wilhelm Reiners ging es in die Praxis. VFW-Geschäftsführer Raimund Käser

erläuterte das Planungstool zur Erstellung von Lüftungskonzepten gemäß

der DIN 1946-6 und führte mit den Teilnehmern Anwendungsbeispiele

durch. Es folgte ein Vortrag über den Aufbau des Auslegungsprogramms

von Dr. Thomas Hartmann. Der Referent berücksichtigte dabei auch den

Sonderfall fensterloser Räume, für welche die DIN 18017-3 gilt.

Den Seminarnachmittag nutzten die Teilnehmer, um mit dem Referententeam

und unterstützt durch Hans Berhorst mit dem Programm verschiedene

Beispielrechnungen durchzuführen. Angeboten wurden 28 Berechnungen

aus den Bereichen Freie Lüftung mit Querlüftung zum Feuchtschutz,

Querlüftung und Schachtlüftung sowie Ventilatorgestützte Lüftung mit

Abluftsystem nach DIN 18017 Teil 3, Abluftsysteme, Zuluftsysteme, Zu-

und Abluftsysteme , Zu- und Abluftsystem über dezentrale Geräte.

Um die Berechnungen praxisgerecht durchzuführen, hatten die Experten

des Verbandes eine Vielzahl von Beispielen anhand eines Einfamilienhauses

und eines Mehrfamilienhauses vorbereitet.

Die Beispielberechnungen des Einfamilienhauses basierten auf dem

Gebäude aus DIN V 4108-6:2003-06, DIN EN 12831 nationales Beiblatt:

2008-06 und DIN 1946-10: 2009-05. Die Betrachtung des Mehrfamilienhauses

wurde für eine Wohnung in einem Neubau mit 16 Wohnungen, vier

Geschossen und einer Gebäudehöhe von 14 Metern erprobt. Dabei gingen

die Referenten intensiv auf Fragen der Workshopteilnehmer ein und behandelten

auf Wunsch einzelne Systeme mit besonderer Aufmerksamkeit.

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Schwerpunkte 2009:

Workshops zur DIN 1946-6

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Im Zugzwang:

Handwerker informieren sich über

notwendige Lüftungsmaßnahmen

für Wohngebäude

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VFW Aktuell

Die lebhafte Diskussion und viele Rückfragen aus dem Kreis der Teilnehmer

haben uns gezeigt, dass bei den Praktikern für die Erarbeitung von Lüftungskonzepten

noch ein hoher Schulungsbedarf besteht“, fasst Geschäftsführer

Käser den Erfolg der Veranstaltungen zusammen. Der Verband plane

deswegen 2010 weitere Seminare zu dem Thema, für die es bereits jetzt

eine Warteliste gäbe.

Orientierungshilfen für das Handwerk

Weniger speziell ging es in den Schulungen für das Schreinerhandwerk zur

Sache. Hier stand vor allen Dingen die Grundlagenvermittlung über die Notwendigkeit

der ausreichenden Wohnraumbelüftung im Vordergrund. Und

das mit gutem Grund. Schreiner, die in der Sanierung tätig sind und Fenster

austauschen, fi nden sich durch die Neuregelung der Norm unversehens in

der Verantwortung, für eine ausreichende Wohnraumbelüftung zu sorgen.

Zumindest dann, wenn im Ein- und Mehrfamilienhaus mehr als ein Drittel

der Fenster ausgetauscht werden.

Auch sonst empfi ehlt es sich für den Schreiner die Wohnungslüftung in den

Blick zu nehmen, um Ärger mit Kunden zu vermeiden, die plötzlich feststellen,

dass sie viel häufi ger lüften müssen. Den Startschuss für die Handwerkerinformation

setzte der VFW auf der Jahrestagung der Qualitätsgemeinschaft

„Entspannt modernisieren“, die im Bayerischen Schreinerfachverband

organisiert ist.

Die Tagung stand unter dem Motto „Gesundes Wohnen“.

Vor über 110 Modernisierungsexperten stellte Architekt Rolf Schmidt für

den VFW die Möglichkeiten der Lüftung von Häusern und Wohnungen vor.

Zudem verwies Schmidt auf das kostenlose VFW-Planungstool, mit dem der

Handwerker schnell ermitteln kann, ob von seiner Seite zusätzliche Lüftungsmaßnahmen

zu empfehlen sind. Ergänzt aus Sicht eines Umweltmediziners

wurde das Thema durch den Vortrag von Dr. Wolfgang Bunk.

Auf einem anschließenden Workshop vertiefte der Berechnungsspezialist

Hans Berhorst vor 20 Teilnehmern den Umgang mir dem VFW-Planungstool,

zeigte die verschiedenen Lüftungsmöglichkeiten auf und ging auf die Auswirkungen

technischer Lüftungsanlagen ein.

Auch bei dieser Veranstaltung zeigte die angeregte Diskussion den großen

Informationsbedarf auf, den das Thema Lüftung in nahezu allen Baubereichen

hat. Schier nicht auszurotten scheint die Frage nach Hygiene von

Lüftungsanlagen. Hier konnte VFW-Vertreter Schmidt Entwarnung geben.

Wegen ihrer trockenen Funktionsweise ist bei Lüftungsanlagen anders als

bei Klimaanlagen nicht mit bakteriellen Belastungen zu rechnen.

Voraussetzung dafür ist selbstverständlich ein konsequenter Filterwechsel

wie in einschlägigen Regelungen beschrieben. Für 2010 sind zahlreiche weitere

Schulungsveranstaltungen bei den Handwerksverbänden geplant.

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Wie sag ich’s meinen

Kunden

Stellt ein Handwerker bei der

Planung einer Sanierungsmaßnahme

z.B. Einbau moderner

Fenstertechnik nach Prüfung

des Lüftungskonzeptes fest,

dass in der Wohnung nach

der Renovierung keine ausreichende

Lüftung zum Feuchteschutz

mehr sicher gestellt

ist, sollte er den Auftraggeber

darüber informieren und ihn

hinweisen, dass eine lüftungstechnische

Maßnahme z.B.

eine vom Nutzer unabhängige

Lüftungsanlage erforderlich

und zu empfehlen ist.

Als Werkzeug und Hilfe dient

hierzu das VfW Planungstool

Lüftungskonzept.

Der Ergebnisausdruck mit

Darstellung der Berechnungsergebnisse

des Planungstools

unterstützt die notwendigen

Aussagen.

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VFW-Mann Rolf Schmidt informiert

Bayerns Schreiner

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VFW Aktuell

Anwendungsbeispiele:

Auslegung der Luftvolumenströme für ventilatorgestützte Lüftung

und Freie Lüftung

Nachfolgend sind einige Auslegungsvarianten aufgeführt, die mit dem

VFW/HEA Auslegungsprogramm im Fach- und Anwenderseminar

„DIN 1946 – 6 und DIN 18017 – 3 in der praktischen Anwendung

gerechnet werden können.

Tabelle 2.

Beispiele für die Auslegung der lüftungstechnischen Maßnahme

(Anlage und Komponenten)

Nr. System Grundvariante

erweiterte

Variante

Anmerkung

1.0: ventilatorgestützte Lüftungsysteme

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System nach

DIN 1946-6

Anhang A

Berechnungsbeispiele

1.1.0 Abluftsystem

(Nennlüftung)

Standard nach DIN - EFH Zentralventilator Bild A 5 ja

1.1.1 Raumluftabhängige

Feuerstätten

durch Umschalten Bild A 5 ja

1.1.2 Abluftsystem

(Nennlüftung)

Standard nach DIN - MFH Zentralventilator Bild A 6 ja

1.2.0

Abluftsytem

nach DIN 18017 Standard nach DIN

Sicherstellung

der Reduzierten Mindestanforderung Bild A 4 optional

Teil 3

Lüftung

1.3.0

Zuluftsystem Standard nach DIN EFH Zentralventilator Bild A 9 optional

1.4.0 Zu- und

Abluftsystem

Standard nach DIN EFH Zentralventilator Bild A 10 ja

1.4.1 Veränderung der

Raumtypen

Veränderung der

Luftvolumenstromverteilung

in einigen Räumen

Bild A 10 optional

1.4.2 erhöhte

Luftvolumenströme

mit Anpassung der

rumbezogenen

Luftvolumenströme

z. B. für Auslegung

einer Luftheizung

Bild A 10 ja

1.4.3 Zu- und

Abluftsystem

Standard nach DIN MFH Zentralventilator Bild A 11 ja

1.4.4

Standard nach DIN

komplette NE

(Nutzräume, incl.

Bad/WC)

MFH Raumgeräte Bild A 14 Optional

2.1.0 Querlüftung zum

Feuchtschutz

2.1.1

Standard nach DIN

2.0: Freie Lüftung

q V,ges,NE,FL >

q V,Inf,wirk

Mindestanforderung

zur Einhaltung

Lüftungskonzeptes

Bild A 2 ja

Schachtlüftung Standard nach DIN EFH Bild A 3 optional

Anmerkung: die mit ja beantworteten LtM werden im Seminar direkt durchgeführt und die mit optional

gekennzeichneten bei Bedarf, mit einzelnen Teilnehmern

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VFW Aktuell

Projektangaben zu einem Beispiel:

Um die aufgeführten Beispiele durchführen zu können sind für die Handhabung

des Auslegungsprogramms DIN 1946-6 und DIN 18017-3 für die

Auslegung des Lüftungskonzeptes und der lüftungstechnischen Maßnahme,

inkl. der Bereitstellung der notwendigen Luftvolumenströme zur

Ermittlung der Heizlast nach DIN EN 12831 nachfolgende Grunddaten zu

berücksichtigen.

Beispiel: 1.1.0 ventilatorgestützte Lüftungsysteme - Abluftsystem (Nennlüftung) EFH

Nr. Grundeinstellungen:

Allgemeine Projektangaben Planer, Bauherr und Objekt

Daten Gebäude

Anzahl der Geschosse 2

Gebäudehöhe 7,52 m

Gebäudelage Kassel (s. Pr. Tabellenblatt)

Neubau ja

Baujahr -

Sanierung nach WSchV 95oder besser -

Wärmeschutz Hoch

Messwert Luftdichtheit vorhanden nein

Messung -

Luftwechsel bei 50 Pa n -

50

Druckexponent n -

Vorgabewert Luftdichtheit

Kategorie A (s. DIN Tabelle 9)

Luftwechsel bei 50 Pa n 1,0

50

Druckexponent n 0,67

Nutzungseinheit

Geometrie (s. Tabelle 1)

Geplante Personen zahl nicht bekannt

Geplanter Volumenstrom -

Fensterlose Räume vorhanden nein

Bemessung nach -

Installationsschacht nein

Raumluftabhängige Feuerstätte nein

Verteilung Nutzungseinheit auf Geschosse mehrgeschossig

Höhe NE (für Korrekturfaktor) 0 bis 15 m über Gelände (Standard)

Lage der Nutzungseinheit Normal Standard

Festlegung lüftungstechnische Maßnahme

Anforderung

Energieanforderung (E) Kennzeichnung ja

Hygieneanforderung (H) Kennzeichnung -

Schallanforderung (S) Kennzeichnung -

Rückschlagklappe -

Freie Lüftung zulässig Nein

Auswahl der LtM

ventilatorgestützte Lüftung

Grundprinzip Abluftsystem

Ausführung Zentralventilator

Anordnung Einfamilienhaus

Regelung konventionell

Wärmerückgewinngewinnung ja

Luftheizung -

Feuerstätte -

Freie Lüftung

Grundprinzip -

Ausführung -

Anordnung -

Raumangaben s Tabelle 1 (Bezeichnung und Fläche

Typ (Raum Nutzungsart n. Tabelle 14 DIN

1946-6)

Standard

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Neues aus den Normungsausschüssen

[Autor: Wilhelm Reiners]

Beispielrechnungen sollen Akzeptanz

der DIN 1946-6 erhöhen

Um die Handhabbarkeit und die Akzeptanz der DIN 1946-6 zu erhöhen, will

der Normungsausschuss ein Beiblatt mit Beispielrechnungen für ein Einfamilienhaus

erstellen. Die Berechnungen sollen ein vereinfachtes Mustergebäude

nach DIN V 4108-6, für das standardisierte Randbedingungen wie

Luftdichtheit angenommen werden, darstellen. Das Beiblatt mit den Beispielrechnungen

wird voraussichtlich Mitte 2010 als Druckausgabe erscheinen.

Folgende Lüftungsvarianten sollen abgebildet werden:

§ Freie Lüftung:

o Querlüftung mit Außenluftdurchlässen – Feuchteschutz

o Querlüftung mit Außenluftdurchlässen

o Schachtlüftung mit Außenluftdurchlässen

§ Ventilatorgestützte Lüftung

o Abluftanlage (mit Einzel- / Zentralventilatoren)

o Abluftanlage nach DIN 18017-3

o bedarfsgeführte Abluftanlage (mit Zentralventilator)

§ Referenzsystem in EnEV 2009, Zuluftanlage

(mit Einzel- / Zentralventilatoren)

o zentrale Zu-/Abluftanlage,

o dezentrale Zu-/Abluftgeräte.

Die Norm DIN 1946-6 „Raumlufttechnik – Lüftung von Wohnungen, Allgemeine

Anforderungen, Anforderungen zur Auslegung, Ausführung und

Kennzeichnung, Inbetriebnahme und Übergabe sowie Instandhaltung“

wurde im Normenausschuss NA 041-02-51 AA überarbeitet und wurde im

Mai 2009 veröffentlicht.

Die Entwurfsfassung der Norm vom Dezember 2006 enthielt einen Anhang J

mit Beispielrechnungen, der jedoch für den Weißdruck der Norm aus Gründen

der Übersichtlichkeit nicht übernommen wurde.

Beiblätter zur DIN 4719 legen Zertifi zierungsrichtlinien

und Kennwertumrechnungen fest

Die DIN 4719 beschreibt notwendige und optionale Anforderungen an Wohnungslüftungsgeräte

sowie deren Eigenschaften. Nun will der Normungsausschuss

Regeln für die Zertifi zierung derartiger Geräte in Form eines

Beiblatts erarbeiten. Dabei sollen Inhalte, Perioden und Verfahrensweisen

sowie Eigenüberwachungssysteme dargestellt werden, mit deren Hilfe

die Eigenschaften der Geräte von neutraler Stelle dokumentiert werden

können.

Die Prüfgrundlagen für die Feststellung der Kennwerte von Wohnungslüftungsanlagen

bilden die europäischen Normenreihen EN

13141, EN 14511 und EN 255-3. Ergänzende nationale Festlegungen

auf Basis dieser Normen sind in der DIN 4719 festgeschrieben.

In Europa ist derzeit die DIN EN 13142 im Hinblick auf eine Klassifi zierung

von Wohnungslüftungssystemen in Bearbeitung. Für die Anwendung der

DIN 4719 und später der DIN EN 13142 soll im Hinblick auf eine Markttransparenz

ein Zertifi zierungsverfahren defi niert werden.

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Ein weiteres Beiblatt soll die Umrechnung der in Deutschland üblichen

Kennwerte in die in den europäischen Normen festgelegten Parameter

ermöglichen. Dies geschieht im Rahmen des separaten Projekts

„Kennwertumrechnung Deutschland Europa für Lüftungsgeräte“.

Hierbei sind für Wohnungslüftungsgeräte Algorithmen für die Transformation

zwischen den in Deutschland zur Anwendung kommenden energetischen

Parametern aus der bauaufsichtlichen Zulassung und den Prüfergebnissen

nach den europäischen Normen entwickelt worden. Diese entwickelten

Algorithmen werden in das Beiblatt implementiert.

Hilfe aus dem Internet

Der Teufel steckt im Detail. Deswegen will der Normungsausschuss Antworten

zu rund 200 bisher von Praktikern gestellten Fragen zur DIN 1946-6

erarbeiten. Diese sollen allen Anwendern über die Internetseiten der Verbände

zugänglich gemacht werden.

Die so genannten FAQ (Häufi g gestellte Fragen) sollen voraussichtlich im

ersten Quartal 2010 veröffentlicht werden. Im Anschluss sollen FAQ zu

den Normen DIN 18017 „Lüftung von Bädern und Toilettenräume ohne

Außenfenster – Teil 3 Lüftung mit Ventilatoren“ und DIN 4719 „Lüftung von

Wohnungen – Anforderungen, Leistungsprüfungen und Kennzeichnung von

Lüftungsgeräten“ ins Netz gestellt werden.

Überführung der Inhalte aus DIN V 18599 Teil 6 in

einer mandatierten EN Norm

Rechtzeitig bis zur nächsten Novellierung der EnEV im Jahr 2012 soll

eine EN Norm zur energetischen Bewertung von Wohnungslüftungsanlagen

fertig gestellt werden. Der erste Schritt hierzu ist bereits erfolgt.

Der von deutscher Seite aus gestellte Normungsantrag im TC 156 (Technical

Committee = Fachausschuss) zur Erarbeitung einer EN Norm für die

energetische Bewertung von Wohnungslüftungsanlagen und Luftheizung,

inklusive der Erweiterung „Kühlung in Wohngebäuden z. B. nach DIN V

18599 Teil 6“, wurde im Fachausschuss angenommen. Die Erarbeitung eines

ersten Arbeitspapiers wird von deutscher Seite aus erfolgen.

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Filterwechsel in Wohnungslüftungsanlagen

[Autor: Hans Berhorst]

In Wohnungslüftungsanlagen fi nden verschiedene Arten von Filtern Einsatz:

Partikel-Luftfi lter als Filtermatte oder Kassettenfi lter, Aktivkohlefi lter,

die Gerüche neutralisieren, und elektrostatische Filter, die Stauballergikern

das Leben erleichtern. Damit eine technische Lüftungsanlage über Jahre

einwandfrei funktioniert, sind regelmäßige Wartungsarbeiten notwendig.

So sieht die DIN 1946-6, Lüftung von Wohnungen, in der Tabelle E 2 halbjährlich

eine Filterreinigung bzw. einen Filterwechsel vor.

Das soll verhindern, dass sich auf den Ablagerungen auf der Filterfl äche

Bakterien bilden, die im Laufe der Zeit durch den Filter wandern können.

Hinzu kommen eine Reihe von technischen Gründen. So können verstopfte

Filter zu einem erhöhten Stromverbrauch und einer Steigerung des Anlagengeräusches

führen. Durch einen Wechsel bleibt der erforderliche Luftvolumenstrom

in allen schaltbaren Lüftungsstufen erhalten. Das vorhandene

Kanalsystem wird weder von der angesaugten Außenluft noch von der

abgesaugten Raumluft verunreinigt. Eine eventuell erforderliche Kanalreinigung

wird so vermieden oder wenigstens hinausgezögert.

Besondere Belastungen wie ein erhöhtes Staubaufkommen durch Bauarbeiten

können einen häufi geren Filterwechsel erforderlich machen. Ob ein

Filterwechsel notwenig ist, lässt sich leicht erkennen. Solange man durch

das Filtermaterial im Gegenlicht, also wenn es gegen eine Lichtquelle gehalten

wird, durchschauen kann, ist es in seiner Aufnahmefähigkeit noch nicht

erschöpft. Um den rechtzeitigen Filterwechsel sicher zu stellen, gibt es verschiedene

Methoden.

Neben der einfachen manuellen Überwachung bieten manche Anlagen eine

zeitgesteuerte Kontrolle, bei der die Anlage nach einer bestimmten Frist

an die Wartung erinnert. Andere setzen auf eine differenzdruckgesteuerte

Technik, die den Luftdruck in den Lüftungsschächten überprüft. Übersteigt

dieser einen gewissen Wert, ist das ein Zeichen dafür, dass der alte Filter

ersetzt werden muss. Letztendlich entscheidet der Nutzer der Anlage, wann

die Filter ausgetauscht werden. Bequem und sicher lässt sich dies durch

eine Koppelung mit dem Heizungswartungsvertrag erfüllen.

So entfallen zusätzliche Anfahrtskosten, die Anlage wird auf einem

ordnungsgemäßen Stand gehalten und der organisatorische Aufwand ist

minimal.

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Meldungen aus dem Verband

Mitgliederversammlung 2010

Die nächste Mitgliederversammlung des Bundesverbands ist am Dienstag

23. Februar 2010 in Kassel. Es stehen turnusgemäße Vorstandswahlen an.

Im weiteren Rahmenprogramm der Tagung stellen die Experten des Verbandes

die aktuellen Entwicklungen in der Normung und der Energiesparverordnung

dar.

Ebenso wird Dr. Rolf Hennes von der KfW in einem Vortrag „Förderstandards

der KfW Entwicklungsbank - Die Rolle der Wohnungslüftung und

Haustechnik im energetischen Bauen“ erläutern.

Großes Interesse am Planungstool Lüftungskonzept

Dass die Idee eines Planungstools für die Bewertung

des Lüftungskonzepts ein Erfolg war, zeigen die zahlreichen

Downloads von der VFW-Homepage. Über

5500 mal wurde die kostenlose Version bereits heruntergeladen.

Eine Vielzahl von Rückmeldungen und

Nachfragen von Planern und Handwerkern bei der

Geschäftsstelle des VFW unterstreicht die zunehmende

Bedeutung dieses Konzepts. Die aktuelle Version

ist Release 1.0.0.9 mit einigen redaktionellen

Änderungen und Verbesserungen auf der Oberfl äche

und im Ausdruck.

Über ähnlich großes Interesse konnte sich auch das

Merkblatt zur DIN 1946-6 freuen. Insgesamt 3.000

Internetuser entschieden sich für einen Download der

schriftlichen Kurzinformation.

Es erläutert die wesentlichen Inhalte des Lüftungskonzepts

und stellt mögliche rechtliche Konsequenzen

dar. Ursache dieser großen Nachfrage sind Pressemitteilungen

des Bundesverbands zum Thema Lüftungskonzept,

die von rund 20 Fachzeitschriften aufgegriffen

und veröffentlicht wurden.

Auslegungsprogramm DIN 1946-6

Seit Fertigstellung im September 2009 wird das excelbasierte Programm

an Hersteller und Planer vertrieben. Über 300 Anfragen zu der kostenfreien

Testversion zeigen das große Interesse. Für Lehr- und Schulungsveranstaltungen

wurde eine Schulungsversion entwickelt, die auch bereits von

einigen Hochschulen und Ausbildungsstätten nachgefragt wurde. Weiter

wurden individualisierte Versionen für einzelne Hersteller entwickelt.

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Meldungen

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Seminare

Die nächsten Seminare zum Auslegungsprogramm DIN 1946-6 und DIN

18017- 3 fi nden aufgrund hoher Nachfrage am 18. Februar 2010 in Kassel

und am 13. April 2010 in Würzburg statt.

Da bei diesen Seminaren aufgrund ihres Workshopcharakters mit Arbeit am

Rechner die Teilnehmeranzahl begrenzt wird, ist eine zügige Anmeldung bei

Interesse zu empfehlen.

Weitere Informationen und die Anmeldung fi nden Sie unter

www.wohnungslueftung-ev.de.

Rechtsgutachten weiter begehrt

Über eine verstärkte Nachfrage nach dem 2006 veröffentlichten Rechtsgutachten

„Erfordern die allgemein anerkannten Regeln der Technik in

Wohnungen ein kontrollierte Lüftung?“ konnte sich der VFW in der zweiten

Jahreshälfte 2009 freuen. Aufgrund der zahlreichen Anforderungen ließ die

Geschäftsstelle das Gutachten nachdrucken. Mittlerweile sind über 2300

Exemplare von den Mitglieder oder vom Bundesverband direkt vertrieben

worden. Eine Überarbeitung und Anpassung an die aktuelle Gesetzeslage

wird vorbereitet.

Impressum

VFW aktuell Dezember 2009

Herausgeber:

Bundesverband für Wohnungslüftung e. V.

Wasserstr. 26a

D-68519 Viernheim

Tel.: +49 (0)6204 7086637

Fax :+49 (0)6204 7086638

info@wohnungslüftung.de

Geschäftsführer:

Raimund Käser

Inhaltlich Verantwortlicher

gemäß § 10 Absatz 3 MDStV:

Raimund Käser

Redaktion:

Raimund Käser, Rolf Schmidt,

Hans Berhorst, Wilhelm Reiners,

Antje Ebner

Konzept + Produktionsüberwachung:

Antje Ebner

PR-Beratung

Neumühle 1

D-74638 Waldenburg

Fon 0 79 42 – 94 20 550

Fax 0 79 42 – 94 20 551

info@ebner-pr.de

www.ebner-pr.de

Gestaltung:

more and mohr

- mediengestaltung ist mehr...

Am Kressenbach 1

74523 Schwäbisch Hall

0791 59664

info@moreandmohr.de

www.moreandmohr.de

Nachdruck, auch auszugsweise,

ist nur mit Quellenangabe gestattet.

Die nächste VFW aktuell erscheint

im Sommer 2010.

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