Unternehmensleitung im Team Doppelt gut… - Dr. Lorentz & Partner

dr.lorentz.de

Unternehmensleitung im Team Doppelt gut… - Dr. Lorentz & Partner

Doppelt gut…

Autorin: Dr. Ellen Lorentz

Unternehmensleitung

im Team

Ministerium für Wirtschaft,

Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau

Rheinland-Pfalz


2

Inhalt

Inhalt

1. Zukunftsorientiertes Management im Handwerk . . . 5

Kaufmännische Arbeiten in modernen Unternehmen . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . 5

Moderne Meister denken um . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . 6

Impulse, die Frauen ins Unternehmen bringen . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . 7

2. Qualifizierungsangebote für Unternehmerinnen. . . . 9

Weiterbildungsangebote in Rheinland-Pfalz . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . 10

Funktionsbild:Bürokauffrau im Handwerk . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . 10

Fachwirtin für kaufm. Betriebsführung im Handwerk . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . 10

Betriebswirt des Handwerks . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . 10

Einschätzung der Absolventinnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . 12

3. Coaching für Leitungspaare – Ein neues Angebot

für Handwerksbetriebe in Rheinland-Pfalz . . . . . . . . 13

Einladung zum Coaching . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . 13

Organisation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . 14

Mögliche Themen des Marketingcoachings . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . 14

Führung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . 15

Was bringt ein Paarcoaching für das Leitungsteam? . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . 16

4. Unternehmensportraits . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . 17

Wichtige Entscheidungen gemeinsam treffen!

Firma Vettin - Straßenbauer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . 17

Innovative Visionen für einen Traditionsbetrieb

Firma Schlösser - Installationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . 19

Hand in Hand arbeiten

Firma Braun – Dachdecker . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . 21

Führen im Team und Unternehmensnachfolge gemeinsam planen

Metallbau Klein - Wintergärten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . 23

5. Adressen und Angebote für Handwerksunternehmen

in Rheinland-Pfalz . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . 25


Stark im Team!

Der wirtschaftliche Erfolg von Handwerksbetrieben

wird heute ganz wesentlich durch die kompetente

kaufmännische und gewerbliche Bearbeitung

und Abwicklung des Leitungsteams

bestimmt. Das erfordert eine gut abgestimmte

Teamarbeit von Meister und kaufmännischer Leitung.

Unternehmen, die in ihrer Leitung gut synchronisiert

sind, sind in der Regel besonders

erfolgreich am Markt.

In den letzten fünf Jahren hat es in rheinlandpfälzischen

Handwerksunternehmen einen Umbruch

gegeben. Insbesondere die für das kaufmännische

Management zuständigen Frauen haben

sich in Kursen der Handwerkskammern zu Bürokauffrauen,

Fachwirtinnen und Betriebswirtinnen

weiterqualifiziert und die neu gelernten Managementmethoden

in die Unternehmen gebracht.

Mit der Entwicklung eines neuen Berufsbildes,

das im Rahmen eines Bundesmodellversuchs an

den Handwerkskammern Rheinhessen und Koblenz

kreiert wurde, haben wir in der Bildungslandschaft

Akzente gesetzt. Die „Fachwirtin im Handwerk“

wird heute bundesweit von den Handwerkskammern

angeboten.

Bereits jetzt ist erkennbar, dass die vom Ministerium

für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und

Weinbau ins Leben gerufene Initiative zur Qualifizierung

der Frauen in rheinland-pfälzischen

Handwerksunternehmen zu einem regelrechten

Innovationsschub geführt hat.

Als besonders wirkungsvoll haben sich Führungsmodelle

erwiesen, bei denen Mann und Frau an

einem Strang zogen und die kaufmännische mit

der gewerblichen Geschäftsführung gut abgestimmt

haben.

Vorwort

Hans-Artur Bauckhage

Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft

und Weinbau

3


4

Einleitung

Waltraud und Heinz Braun, Dachdeckerbetrieb

Silvia und Bernd Klein, Metallbau

Einleitung

In der vorliegenden Dokumentation werden die

Ergebnisse von Gruppencoachings dargelegt, die

mit 10 Unternehmerpaaren bei der Handwerkskammer

Koblenz durchgeführt wurden. An drei

Tagen sowie einem Einstiegs- und Nachbereitungstreffen

haben die Paare gemeinsam kaufmännische

und gewerbliche Marketing- und Führungsprinzipien

entwickelt und Zukunftsstrukturen für ihre

Unternehmen konzipiert. „Streckenweise war dies

ein sehr harter Prozess“ berichteten die Teilnehmer,

„aber rückwirkend hat sich die Arbeit gelohnt“,

so die Paare.

Wiebke Birk-Engel und Dieter Engel, Sanitärbetrieb

Anneliese und Wolf Vettin, Pflastererbetrieb

Abschnitt 1

gibt einen Überblick über die Arbeitsteilung in

Handwerksunternehmen

Abschnitt 2

beschreibt die bestehenden Weiterbildungsangebote

in Rheinland-Pfalz

Abschnitt 3

beschreibt das Coaching für Unternehmerpaare

Abschnitt 4

zeigt eine Auswahl von Unternehmerportraits.

Wir konzentrierten uns dabei auf aussagekräftige

Beispiele zu den Themen

- die ersten 5 Jahre nach der Gründung

- Herausforderungen, die junge Paare zu

meistern haben, die im Rahmen der Unternehmensnachfolge

einen etablierten

Betrieb übernommen haben

- Marktstrategie: Hochprofessioneller

Qualitätsanbieter

- Marktstrategie: Spezialist

- Optimierung der Einkaufskosten

Zu jedem Thema werden in Form einer Übersicht

Informationen und Tipps gegeben.

Abschnitt 5

Wichtige Adressen


Zukunftsorientiertes Management im Handwerk

Kaufmännische Arbeiten in modernen Unternehmen

In 75 % der Handwerksunternehmen ist für die

kaufmännische Leitung die Lebenspartnerin des

Handwerksmeisters zuständig. In Rheinland-Pfalz

wurden seit 1996 120 Frauen bei den Handwerkskammern

Rheinhessen und Koblenz zur

„Fachwirtin für kaufmännische Betriebsführung

im Handwerk“ qualifiziert. Dieser Beruf wurde

im Rahmen eines Bundesmodellversuchs, der bei

den Handwerkskammern Rheinhessen und

Koblenz durchgeführt wurde, neu kreiert und

wird mittlerweile bundesweit von Handwerkskammern

angeboten.

Gut die Hälfte der Unternehmerfrauen im Handwerk

waren zu Beginn des Modellversuchs Qualifizierung

zur „Fachwirtin für kaufmännische

Betriebsführung im Handwerk“ kaufmännisch

nicht vorgebildet. 1 Oft kommen sie aus fachfremden

Berufen, da Lebensgemeinschaften in

der Regel aus Liebe und nicht aus geschäftlichen

Motiven erfolgen. Die Folge ist in vielen Handwerksunternehmen

eine Qualifizierungslücke im

kaufmännischen Bereich.

Mit der Ausbildung zur Fachwirtin und aufbauend

zur Betriebswirtin im Handwerk konnte die

Lücke in vielen Handwerksunternehmen erfolgreich

geschlossen werden. Der Schwung für Neues

ist beachtlich, denn es zeigt sich, dass sich die

Frauen in den Handwerksunternehmen durch

ihre Bildungsaktivitäten zu selbstbewussten

Managerinnen entwickelt haben. Dies ist oft

schon an den Handwerksräumen zu sehen. Viele

Handwerksbüro sind auf den neuesten technischen,

organisatorischen und ergonomischen

Stand gebracht worden und das Ambiente der

Geschäftsräume wurde ansprechend und professionell

gestaltet.

Die Professionalisierung hat jedoch auch ihre

Kehrseiten. Aus Sicht der Paare liegen diese in

dem gewachsenen Verantwortungsbewusstsein.

„Nachdem wir mehr wissen und können“, berichten

die Frauen im Coaching für Unternehmerpaare

im Handwerk, „sind wir angespannter, da

wir mehr Verantwortung für das Unternehmen

übernehmen, Folgewirkungen von möglichen

Fehlentscheidungen im Geiste durchspielen.“

„Und die Sicht der Meister: „Früher schliefen die

Unternehmerfrauen vielleicht besser, sie hatten

unter Umständen aber keine Ahnung davon, dass

das Unternehmen fast bankrott war...“

Die Übernahme der kaufmännischen Leitung

durch die Frauen ist nach Einschätzung der Meister

eine ganz entscheidende „Unterstützung und

Entlastung“, denn die Leitung eines Handwerksunternehmens

ist in den letzten Jahren viel komplexer

geworden. Computer haben Einzug in

Handwerksbüro gehalten, das kaufmännische

Management wird zunehmend wichtiger. Hinzu

kommt, dass sich der Markt geändert hat, Kunden

vergleichen sehr viel genauer die Leistungen der

Mitkonkurrenten oder bedienen sich vorgefertigter

Bausätze aus dem Baumarkt und legen selbst

Hand an im Bereich der Handwerksleistungen.

Bei diesen veränderten Bedingungen müssen die

Unternehmensleitungen von Handwerksbetrieben

neue Strategien entwickeln. Folgende Konzepte

wurden in den Coachings erarbeitet:

Leitbilder für Handwerksunternehmen

• Entwicklung zum Qualitätsanbieter

• Besetzung von spezialisierten Marktnischen

• Hochprofessionelles Subunternehmertum

• Spezialangebote rund um die eigentliche

Handwerksleistung

• Optimierung des Einkaufs

Die schwierigsten Herausforderungen sind bei diesen

neuen Marktstrategien im Bereich des Marketings

und der Personalführung zu leisten. Denn

Kunden und qualifizierte Mitarbeiter sind wählerischer

geworden. Neben der guten fachlichen

Handwerksleistung werden gute Führung, Management

und Organisation zum wesentlichen Unterscheidungsmerkmal

gegenüber der Konkurrenz.

>>

1 Nur 4 % aller Unternehmer- und Meisterfrauen im Handwerk

sind für ihre Führungsaufgabe durch den Abschluss der Betriebswirtin

im Handwerk qualifiziert. Vgl. G. Ruhl u. a. Unternehmerfrauen

im Handwerk, Hrsg. ITB, Karlsruhe 1991

1.

5


1.

6

Zukunftsorientiertes Management im Handwerk

Demzufolge werden sowohl an den Meister als

auch an die kaufmännische Leitung höhere Anforderungen

bei der Personalführung gestellt. Sie

müssen ständig dafür sorgen, dass Kundenservice

und die Qualitätsansprüche von den Mitarbeitern

erfüllt werden und dass die Mitarbeiter für

neue Aufgaben qualifiziert werden, die den speziellen

Wünschen von Kunden entsprechen.

Fazit: Ein professionelles Management ist

heute einer der wichtigsten Wettbewerbsfaktoren

im Handwerk.

– INFORMATIONEN UND TIPPS –

Supervision und Coachings

Neben den klassischen Weiterbildungsangeboten

der Kammern gibt es mittlerweile neue

Wege, das Lernen in der Arbeit zu fördern. Solche

Ansätze sind z. B. die Supervision und das

Coaching. So wie der Fußballtrainer am Rande

des Feldes steht und das Zusammenspiel der

Mannschaft korrigiert und koordiniert, begleitet

der/die SupervisorIn als Außenstehende/r das

Geschehen im Unternehmen. Dabei geht es um

eine Optimierung der Arbeits- und Kommunikationsbeziehungen

im Unternehmen. Gezieltes

Fragen, Rückspiegelungen, Ordnen und Sortieren

komplexer Sachverhalte oder das Sichtbarmachen

verdeckter Zusammenhänge sind das

Handwerkszeug der prozessbegleitenden Beratung.

Im Supervisionsprozess erarbeitete Lösungen

sind individuell auf das jeweilige zu beratende

Unternehmen abgestimmt. Das Honorar

des Supervisors liegt bei ca. 100 Euro zuzüglich

Mehrwertsteuer die Stunde. Weiterführende

Informationen: Deutsche Gesellschaft für

Supervision, 0221/920040, E-Mail: info@dgsv.de

Moderne Meister

denken um

Fast alle Meister im Partnercoaching berichteten,

dass sie im Leitungsteam für das Fachliche und für

neue Geschäftsinnovationen zuständig sind. Ihre

Frauen sind in der Zusammenarbeit mit Mitarbeitern

und Kunden häufig der „soziale Kitt“ und

das „organisatorische und buchhalterische Rückgrat

des Betriebs“. Da kaufmännische Prozesse in

den Handwerksunternehmen heute wesentlich

anspruchsvoller sind, sind die Meister auf das

professionelle Know-how und Management ihrer

Partnerinnen angewiesen. Diese sorgen dafür, dass

Betriebsprozesse organisatorisch optimiert und

Innovationen sorgfältig geplant und durchkalkuliert

werden.

Das heißt für die Männer: sich aktiv mit Veränderungen

auseinandersetzen, die ihre Frauen als

Impulse aus der Weiterbildung zur „Bürokauffrau“,

„Fachwirtin“ oder „Betriebswirtin“ mit ins

Handwerksbüro bringen.

In den Coachings wurden folgende Schwachstellen

bearbeitet, die durch eine gute Synchronisation

der kaufmännischen und der gewerblichen

Arbeit behoben werden können:

Kaufmännische Defizite

führen sehr schnell zur Minimierung der Gewinnspanne.

Die häufigsten Probleme sind:

- eine verspätete Angebotslegung

- eine verspätete Rechnungsstellung

- eine schlechte Dokumentation führt zu unzureichenden

Nachkalkulationen, die vom kaufmännischen

Büro kaum eigenständig bearbeitet

werden können.

Führungsfehler

Das Mitarbeiterteam wird „gleich“ behandelt, d. h.

Leistungsträger werden unterfordert, Leistungsschwache

überfordert. Die Leistungsträger mit

hohen Potentialen werden vernachlässigt, während

die große Aufmerksamkeit den Problemfällen

im Betrieb gilt.

>>


Marketingstrategien

sind unausgereift, so dass die Konkurrenzvorteile

über die Preise gelöst werden müssen. Da diese

Wettbewerbsstrategie langfristig ruinös sein kann,

sind Spezialangebote der Unternehmen zu ermitteln,

die andere Bewertungskriterien in den Vordergrund

schieben.

Kundenzielgruppen und die Bedürfnisse

der Kunden

Immer häufiger sind vermögende oder berufstätige

Frauen Auftraggeberinnen von Handwerksleistungen

rund ums Haus. Das Auftrags- und

Kundengespräch muss daher über das Technische

hinaus wesentlich differenzierter gestaltet

werden. Kunden, die nicht selbst (mittels vorgefertigter

Bausätze vom Baumarkt) Hand anlegen,

haben in der Regel gehobene Ansprüche an die

Handwerksleistungen bzw. an eine professionelle

Organisation der Leistungserbringung. Neben

solider fachlicher Arbeit sind andere Aspekte wie

Design (z. B. Traumbäder, individuell gestaltete

Dachausbauten, Wintergärten, edles Parkett oder

schöne Natursteinpflaster im kunstvoll angelegten

Garten) sowie eine professionelle Baustellenorganisation

gefragt.

Die Erfüllung der gehobenen Ansprüche gelingt

nur durch eine gute kaufmännisch-gewerbliche

Teamarbeit. Meister und kaufmännische Leitung

müssen Hand in Hand arbeiten. Grundlegende

Voraussetzung dafür ist, dass beide Partner die

Kompetenz und den Aufgabenbereich des anderen

Partners wertschätzen. Denn Kompetenzstreitigkeiten,

Abwertungen und Unstimmigkeiten

der Partner bleiben den Mitarbeitern nicht verborgen.

„Sie suchen dann nach Lücken und Wegen,

um für sich Vorteile oder bequeme Lösungen zu

erreichen, die zum Teil im Gegensatz zu den Qualitäts-

und Serviceansprüchen des Unternehmens

stehen“, stellten die Unternehmerpaare in den

Coachings übereinstimmend fest.

Zukunftsorientiertes Management im Handwerk

Impulse, die Frauen ins

Unternehmen bringen

Viele Handwerksunternehmen sind noch auf dem

Weg zu neuen Unternehmensleitbildern. Im Rahmen

der Begleitforschung des von 1996 bis 2000

durchgeführten Modellprojekts stellten die Unternehmerfrauen

vielfach fest, dass neue Ansätze,

die sie im Rahmen der Weiterbildung kennengelernt

hatten, in der Routine des Alltags nicht

umgesetzt wurden, da der Meister und die kaufmännische

Chefin ihre Führung als Leitungsteam

nicht optimal aufeinander abgestimmt haben.

>>

1.

7


1.

Zukunftsorientiertes Management im Handwerk

8

Typische Schwachstellen, die von den Frauen aufgezeigt

wurden, sind:

Führung und Leitung eines Handwerksunternehmens

kann weder technisch noch

kaufmännisch definiert werden.

Die Kunst der Unternehmensführung liegt im

kooperativen und kreativen Zusammenspiel der

kaufmännischen und gewerblichen Partner. Die

grundlegende Voraussetzung dafür ist die gegenseitige

Wertschätzung und Achtung der Partner.

Für die Leitung im Team gibt es

kein Patentrezept,

denn viele Modelle sind entsprechend der vorhandenen

Kompetenzen und Ressourcen möglich

und auch erfolgreich. Die verbreitetsten Lösungen

sind: Der Meister ist für die unternehmerische

und die fachliche Leitung zuständig, während

die Frau im Bereich der sozialen und ordnendverwaltenden

Aufgaben eine klare Leitungsfunktion

hat. Ein weiteres sehr differenziertes Modell

besteht darin, dass die kaufmännische und

gewerbliche Leitung situativ von den Partnern

wahrgenommen wird. Voraussetzung ist, dass der

Meister auch kaufmännische und managementspezifische

Funktionen, die im Büro anfallen,

kennt, bzw. als wichtige Aufgaben wertschätzt.

Das Leitungsteam muss gemeinsame Ziele und

Prinzipien für die Kundenorientierung und

Serviceleistung des Unternehmens entwickeln.

Ebenso sind Qualitätsmaßstäbe für die Aufgabenausführung

zu definieren und vom Leitungsteam

auch vorbildhaft gegenüber der

Belegschaft zu leben.

Das Leitungsteam muss Prinzipien für Förderung,

Lob oder Sanktion bei Regelverletzungen

gemeinsam definieren, um im Konfliktfall situativ

angemessen entsprechend dieser Grundsätze

zu reagieren.


In Rheinland-Pfalz gibt es mittlerweile bei den

Handwerkskammern vielfältige Bildungsangebote,

die in Modulen für eine professionelle kaufmännische

Arbeit qualifizieren. Diese Angebote sind auf

unterschiedliche kaufmännische und biografische

Qualifikationsstufen zugeschnitten. Frauen, die

sich kaufmännisch qualifizieren wollen, werden

von den Handwerkskammern individuell beraten.

Jede Handwerkskammer stellt mittlerweile eine

Ansprechpartnerin zur Verfügung. Das Ministerium

für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und

Weinbau begleitet und steuert die vielfältigen

Aktivitäten in der Region.

Handwerkskammer Koblenz

Silke Below-Köfer, Tel.: (02 61) 39 81 12

Handwerkskammer Rheinhessen

Vera End, Tel.: (0 61 31) 99 92 53

Handwerkskammer der Pfalz

Joachim Korn, Tel.: (06 31) 3 67 71 71

Handwerkskammer Trier

Silke Kramer, Tel.: (06 51) 20 74 00

Es wurde ein Bildungsgang entwickelt, der Frauen

mit geringen kaufmännischen Vorkenntnissen

im Grundberuf „Bürokauffrau“ zur professionellen

Auftragsabwicklung qualifiziert. Die aufbauende,

neu geschaffene Fortbildung „Fachwirt/in

für kaufmännische Betriebsführung im Handwerk“,

ist für Frauen mit kaufmännischem Berufsabschluss

oder Frauen, die über eine mehrjährige

Berufspraxis verfügen und sich für eine professionelle

kaufmännische Führung qualifizieren

wollen, geschaffen worden. Betriebswirtinnen

im Handwerk sind für Aufgaben der strategischen

Unternehmensführung qualifiziert.

Qualifizierungsangebote für Unternehmerinnen

Qualifizierungsangebote für Unternehmerinnen

Kaufmännisch

Quereinstieg

Gewerblich

Grundberuf

„Bürokauffrau“

4 Module

550 Std.

Aufstiegsfortbildung

„Fachwirtin für

kaufmännische

Betriebsführung

im Handwerk“

4 Module

420 Std.

„Fit im Büro“

4 Module

80 Std.

Betriebswirt im Handwerk

Die Bausteine der Fachwirtin für kaufmännische Betriebsführung im

Handwerk können für den Betriebswirt anerkannt werden

500 Std. für Meister, für Fachwirtinnen 2 Module 200 Std.

Männer und Frauen können vorbereitend zu den

längerfristig angelegten Aufstiegsfortbildungen

einen Baustein „Fit fürs Büro“ besuchen und in den

Anwendungstechniken trainiert werden. Damit

ist für die Unternehmerfrau im Handwerksbetrieb

ein Qualifizierungs- und Entwicklungsweg

mit anerkannter Prüfung konzipiert worden, der

dem des Meisters entspricht.

2.

9

Grundberufe

derzeit

125 Berufe

Aufstiegsfortbildung

„Meister“

Wirtschaftlicher und

rechtlicher sowie

berufs- und arbeitspädagogischer

Teil

372 Std.


2.

Qualifizierungsangebote für Unternehmerinnen

10

Die Funktionsbilder der jeweiligen kaufmännischen

Fortbildungen geben das Qualifikationsniveau und

die Weiterbildungen für ein professionelles kaufmännisches

Management in Handwerksunternehmen

an. Der Besuch einzelner Module auf einer

anderen Qualifikationsebene ist je nach individuellen

Voraussetzungen möglich.

Funktionsbild:

Bürokauffrau im Handwerk

Bürokaufleute sind in der Lage

• die täglichen Routineaufgaben der Handwerksbetriebe

professionell auszuführen.

• moderne Bürokommunikationstechniken

zur Unterstützung der täglichen Routineaufgaben

professionell zu nutzen.

• das Handwerksbüro professionell zu

organisieren.

• die grundlegenden Aufgaben in der

Buchhaltung selbstständig auszuführen.

• wirtschaftliche Hintergründe zu verstehen.

Funktionsbild:

Fachwirtin für kaufmännische

Betriebsführung

im Handwerk

Fachwirtinnen sind in der Lage

• Handwerksbetriebe unterschiedlicher Größe und

Gewerke im kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen

Bereich, in Kooperation mit dem/der

jeweiligen Handwerksmeister/in rechtsbewusst,

kundenorientiert, qualitätsbewusst, sozialverantwortlich

und ertragsorientiert zu leiten.

• kaufmännische Sach-, Organisations-, Führungsund

Ausbildungsaufgaben wahrzunehmen.

• sich auf veränderte Strukturen einzustellen und

den Wandel im Betrieb aktiv zu gestalten.

• einen Betrieb zusammen mit einem/einer Handwerksmeister/in

zu gründen, zu übernehmen oder

aufzubauen.

Funktionsbild:

Betriebswirt des Handwerks

Betriebswirte sind in der Lage

• Handwerksbetriebe unterschiedlicher Größe und

Gewerke im kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen

Bereich eigenständig zu führen.

• die Unternehmensführung flexibel an die

Erfordernisse des Marktes anzupassen.

• moderne Unternehmensführungstechniken

einzusetzen, um die Praxis zu optimieren.

• Marketingstrategien zu entwickeln.

• komplexe Projekte zu planen und durchzuführen.

• Controllinginstrumente professionell einzusetzen

und zu nutzen.

Merkmale der

Weiterbildungsangebote

in Rheinland-Pfalz

Die berufsbegleitenden Weiterbildungen im kaufmännischen

Bereich auf der Stufe Grundberuf Bürokaufleute,

der Aufstiegsfortbildung Fachwirte und

der Leitungsfortbildung Betriebswirte sind mittlerweile

alle modular gegliedert.


Modulare

Bildungsbausteine

Der Lernstoff von Bildungsgängen mit einem zertifizierten

Abschluss ist in einzelne Bildungsbausteine

gegliedert. Ein Bildungsbaustein umfasst

jeweils sinnvolle Stoffzusammenhänge, also

Personalwesen, Marketing etc.

Die Bildungsbausteine können

• je nach individuellem und betrieblichem Bedarf

in beliebiger Reihenfolge absolviert werden. Sie

fangen dort an, wo der Bedarf am größten ist.

• nach jedem Seminar durch das Ablegen einer

Teilprüfung zertifiziert werden. Die einzelnen

Zertifikate lassen sich zum Ausbildungsabschluss

der jeweiligen Stufe (also Bürokaufleute, Fachwirte

und Betriebswirte) zusammenführen.

• gegebenenfalls anerkannt werden, falls einschlägige

Vorerfahrungen an anderer Stelle

bereits nachweisbar erworben wurden.

Qualifizierungsangebote für Unternehmerinnen

Handlungsorientierung

Alle Bildungsgänge werden so praxisorientiert

wie möglich durchgeführt. Es werden also keine

Vorlesungen gehalten, sondern praktisches Tun

steht im Mittelpunkt. Unter Anleitung der Dozenten

bearbeiten Sie Fälle aus der Praxis, üben Gesprächssituationen

im Rollenspiel oder arbeiten

neue Strategien für Ihr Unternehmen aus. Ihre

eigene Arbeitspraxis liefert den Stoff für die Gestaltung

der Seminare. Die Dozenten arbeiten den

Stoff so auf, dass

• neue fachliche Erkenntnisse im Büro umgesetzt

werden können.

• praktische Arbeiten im eigenen Unternehmen

gelöst werden und somit die eigene Arbeitspraxis

optimiert wird.

• Skripte die Eigenarbeit im Unternehmen unterstützen.

Arbeit in Lern-

und Projektgruppen

Eine der wesentlichen Arbeiten von Kaufleuten ist

das Gespräch mit anderen Menschen, das Informieren

und Austauschen, das Verhandeln und das

Lösen von Konflikten. Die kaufmännische Qualifizierung

haben wir demzufolge so organisiert, dass

Sie aus der Einzelarbeit ihres Handwerksbetriebs

heraustreten und in Lerngruppen gemeinsam Projekte

bearbeiten. Wesentliche Lernziele sind

• die Formulierung von selbstbestimmten

sinnvollen Zielen,

• die arbeitsteilige Abstimmung im Team,

• das Klären von Sachfragen oder Konflikten

sowie

• die professionelle Präsentation von Ergebnissen.

2.

11


2.

12

Qualifizierungsangebote für Unternehmerinnen

Einschätzung der Absolventinnen des

neuen Bildungsprogramms

Viele Frauen berichteten rückblickend, dass sie

an einer Weiterbildung in Form eines Blockangebots

nicht hätten teilnehmen können, da ihre

Mitarbeit im Büro für das Unternehmen im laufenden

Geschäft unverzichtbar sei.

Die Teilnahme an dem Bildungsprogramm der

Bürokaufleute und Fachwirtin war für viele Frauen

jedoch der Einstieg in langfristig angelegte

Entwicklungsprozesse. Denn Unternehmen, die

am Markt bestehen wollen, müssen Entwicklungen

erkennen und den Betrieb in neue Richtungen

steuern, z. B. Marktnischen besetzen und gut

durchdachte Leistungspakete anbieten. Viele Teilnehmerinnen

haben ihre Qualifizierungsaktivitäten

nach dem Abschluss der Fachwirtin fortgesetzt

und spezifisch eigene Aufgabenbereiche entwickelt.

Auch zwei Jahre nach der Weiterbildung

sind diese Entwicklungsprozesse noch nicht abgeschlossen.

Die Qualifizierung und die damit verbundenen

Aufgaben im Betrieb haben zu einer Veränderung

der Stellung im Unternehmen geführt. So haben

alle Frauen, die zum Coaching mit ihren Männern

erschienen, mittlerweile eine Schlüsselstellung

in der Organisation, im Umgang mit Kunden,

im Verkauf und in der Gestaltung der Geschäftsräume.

In der Weiterbildung haben sie gelernt

auf Kunden zuzugehen, die Auftragsabwicklung

professionell zu gestalten und Mitarbeiter für

eine serviceorientierte Arbeit zu qualifizieren.

Viele Männer haben während des Bildungsprogramms

die positiven Wirkungen auf ihr Unternehmen

erkannt und die Qualifizierungsaktivität

ihrer Frauen unterstützt. Es hat sich gezeigt, dass

die Arbeit in einem qualifizierten Team von Mann

und Frau langfristig den größten Synergieeffekt

für den Betrieb bringt.


Coaching für Leitungspaare

Coaching für Leitungspaare - Ein neues Angebot für

Handwerksbetriebe in Rheinland-Pfalz

Die Qualifizierung hat in der Regel auch Auswirkungen

auf die Arbeitsteilung im Handwerksbetrieb.

Viele Frauen, die das vielfältige Angebot

der Handwerkskammer Koblenz nutzten, nehmen

nach der Weiterbildung die Rolle einer kaufmännischen

Führungskraft ein. Auf der einen

Seite entlastet das den Meister, auf der anderen

Seite muss er aber auch Kompetenzen an seine

Frau abgeben, damit sie diese Rolle wirkungsvoll

ausfüllen kann. Hinzu kommt, dass die Frauen

mit zunehmendem Engagement im Büro auch

ihre Arbeit in Haushalt und Familie umstellen. Je

bewusster der Wechsel von dem Paar vollzogen

wird, um so wirkungsvoller sind die Effekte für

den Betrieb.

Marketing- und Führungscoaching für Paare,

die gemeinsam Handwerksbetriebe leiten.

Warum bieten wir ein Coaching für Unternehmer

und Unternehmerinnen im Handwerk an?

Nach Einschätzung von Unternehmens- und Betriebsberatern

sind Marketing- und Führungsfehler

durch unzureichende Abstimmungen im

Leitungsteam in kleinen Unternehmen eine „teure

Schwachstelle“.

Wir bieten Ihnen ein gezieltes Angebot, um

diese Schwachstelle zu beheben.

Das Coaching unterstützt Sie bei der professionellen

Entwicklung von Strukturen und Kommunikationsformen

im Handwerksunternehmen. Sie

sind im Büro oder in der Werkstatt Experte Ihres

Aufgabengebiets. Das Ziel des Coachings ist es, die

vorhandenen Ressourcen der beiden Bereiche

optimal zusammenzuführen.

Auf der Basis langjähriger Erfahrungen unserer

Beraterinnen und Berater haben wir einen speziell

auf den Bedarf von Handwerksunternehmen

zugeschnittenen Mix aus Analyse und Fallarbeiten

zu den wichtigsten Aufgaben für Unternehmerpaare

zusammengestellt. Das Ergebnis ist ein Konzept

für die strategische Ausrichtung Ihrer

gemeinsamen Führung.

So gehen wir praktisch vor:

• Sie bringen Fragen aus Ihrer Praxis zum

ersten Coachingtermin mit.

• Ausgehend von Ihren Fällen erarbeiten wir

theoretische Hintergründe.

• Hintergrundinformationen helfen Ihnen,

das Neue in die eigene Praxis zu übertragen

und auszuprobieren.

• In einem Nachcoaching optimieren wir

gemeinsam Ihr Konzept für die Praxis.

Das Ergebnis:

In einem optimierten Zeitrahmen entwickeln Sie

ein speziell auf den Bedarf Ihres Unternehmens

zugeschnittenes stimmiges Marketing- und Führungskonzept.

>>

3.

13


3.

Coachings für Leitungspaare

14

Mögliche Themen

des Coachings

Mögliche Themen des Marketingcoachings:

• Sie entwickeln für Ihre Aufgabengebiete einen

Plan, der zur kundenfreundlichen Organisation

Ihres Handwerksunternehmens führt.

• Sie definieren aus Sicht der kaufmännischen

und gewerblichen Arbeit Kernelemente für eine

gute Zusammenarbeit mit Kunden.

• Sie legen fest, welche Informationen über Kunden

ermittelt werden müssen, damit Ihr Unternehmen

einen optimalen Service leisten kann.

• Sie entwickeln zusammen im Team Prinzipien für

den Umgang mit Kunden, die Reklamationsbehandlung

oder das Krisenmanagement, wenn

etwas schief gegangen ist.

• Die Spielregeln werden in Kommunikationstrainings

geübt, so dass die positive Außenwirkung

des Unternehmerehepaares optimiert wird.

Mögliche Themen des Führungscoachings:

• Der Meister und die Unternehmerfrau präsentieren

ihre Führungsaufgaben und Zuständigkeiten

im Unternehmen.

• Sie entwickeln Kriterien, nach denen Sie Ihr

Unternehmen führen wollen und die gemeinsame

Handlungsprinzipien für Ihre Unternehmensleitung

sein sollen.

• Sie lernen, das Betriebsklima zu analysieren und

in abgestimmter Form Verbesserungen mit der

Belegschaft zu kommunizieren.

• Sie klären, welche Qualitätskriterien an die Ausführung

von Aufgaben gestellt werden, wie

Regelverletzungen behandelt werden und wie

das Verhalten in Konflikten ist.

• Sie entwickeln ein Konzept zur Qualifizierung

Ihrer Mitarbeiter.

• Sie bereiten eine interne Mitarbeiterschulung vor.

Organisation

Ein spezieller Handlungsbedarf ergibt sich für die

Unternehmerpaare im Bereich der Unternehmensleitbilder

und in den Spielregeln für die Kommunikation

mit Kunden und Mitarbeitern. Wenn

Mann und Frau unterschiedlich und Unterschiedliches

kommunizieren, ist das für den eingeleiteten

Expansionseffekt negativ. Aus diesem Grunde

sollen die Unternehmerpaare die gewerbliche und

kaufmännische Arbeit an einheitlichen Organisations-

und Kommunikationsprinzipien ausrichten.

Wenn klare organisatorische Absprachen und

gemeinsame Kommunikationsregeln vereinbart

und eingehalten werden, so ist die Wirkung auf

Kunden in der Regel sehr positiv.

So sind wir praktisch vorgegangen:

1. Das Paar entwickelt zusammen Unternehmensleitbilder

als Spielregeln für den Umgang mit

Kunden, die Reklamationsbehandlung oder das

Krisenmanagement.

2. Das Paar entwickelt zusammen einen Organisationsplan,

in dem Aufgaben, Schnittstellen

und Informationen, die der Belegschaft übermittelt

werden müssen, definiert werden.

3. Die Spielregeln werden im Kommunikationstraining

geübt, so dass die positive Außenwirkung

des Unternehmerpaares optimiert wird

bzw. die Paare in die Lage versetzt werden,

gemeinsam ihre Mitarbeiter zu qualifizieren.

4. Anhand von Fallbeispielen wird die eigene Arbeitspraxis

optimiert.


Führung

Ein weiteres zentrales Thema ist die Mitarbeiterführung

im Handwerksbetrieb. Auch hier ergab die

Befragung der Unternehmerfrauen, dass sehr viele

Ressourcen in kleinen Handwerksbetrieben

durch eine unbedachte oder unabgestimmte Führung

verschenkt werden. Es geht nun darum abzustimmen:

Wer macht was im Führungsteam und

wie lernen die Mitarbeiter diese Absprachen kennen?

Auch im Bereich der Personalführung stellt

sich die Frage des abgestimmten Umgangs.

So sind wir praktisch vorgegangen:

1. Eindeutige und klare Führung von Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern ist eine wesentliche

Voraussetzung für ein gutes Betriebsklima. Aus

diesem Grunde präzisieren Meister und Unternehmerfrau

zunächst ihre Führungsaufgaben

mit entsprechender Zuständigkeit.

2. In einem zweiten Schritt stimmen sie Führungsprinzipien

miteinander ab, um in ihren Botschaften

eine maximale Klarheit zu haben. In

diesem Zusammenhang ist zu klären, welche

Qualitätskriterien an die Ausführung von Aufgaben

gestellt werden, wie Regelverletzungen

behandelt werden und wie das Verhalten in

Konflikten ist.

3. Es wird eine individuelle Einschätzung und ein

Entwicklungsplan für jeden einzelnen Mitarbeiter

entwickelt.

4. Die Spielregeln werden im Kommunikationstraining,

das auf Mitarbeitergespräche vorbereitet,

geübt, so dass die positive Außenwirkung

des Unternehmerpaares optimiert wird.

Coachings für Leitungspaare

Vorteile der

Gruppenberatung

• Die Paare haben erkannt, dass bestimmte Probleme,

z. B. in der Personalführung, ein verbreitetes

Phänomen sind und demzufolge nicht

als persönliches Defizit sondern als Anlass, die

eigene Praxis zu überdenken und neu zu regeln,

zu werten sind. Diese Erkenntnis war insbesondere

für die Meister neu.

• Die Rückmeldung der anderen Gruppenmitglieder

hilft Stärken und Schwächen des eigenen

Unternehmens deutlicher zu präzisieren.

Dabei ist insbesondere die Wahrnehmungsperspektive

von Männern und Frauen ein interessanter

Aspekt, da Kunden und Kundinnen bzw.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter soziale Situationen

unterschiedlich interpretieren bzw.

unterschiedliche Bedürfnisse an das Handwerksunternehmen

herantragen. Eine wesentliche

Erkenntnis für die Meister war, dass insbesondere

die Kundinnen von Handwerksleistungen

anders angesprochen werden möchten, da sie

oft gestalterische Lösungen suchen, die über

übliche Handwerksleistungen hinausgehen.

• In einem neutralen Raum außerhalb des eigenen

Handwerksbetriebs können die kaufmännisch-gewerblichen

Leitungsteams unter fachlicher

Anleitung gemeinsam neue Umgangsformen

entwickeln.

• Die Unternehmerpaare lernen andere Paare und

Teams kennen. Das ist eine neue Perspektive

für viele Unternehmer, da die Meister in der

Regel in den Meisterkursen Männer und die

Fachwirtinnen in den Fachwirtinnenkursen Frauen

kennenlernen. Gerade das Zusammenspiel

der kaufmännischen und gewerblichen Leitung

ist für die Knüpfung neuer Geschäftskontakte

sehr interessant.

3.

15


3.

16

Coachings für Leitungspaare

Vorteile der Gruppenleitung durch ein gemischtgeschlechtliches

und interdisziplinäres Beraterteam

Das Leitungsteam deckt vom fachlichen Hintergrund

die Themenfelder Marketing und Führung

ab. Zugleich hilft die Konstellation Mann und

Frau als Beraterteam, sich in geschlechtsspezifische

Wahrnehmungs- und Interpretationsmuster hineinzuversetzen

und kritische Situationen mit

Arbeitsmethoden der Supervision und Organisationsberatung

angemessen zu begleiten.

• Einschätzungen über Belastungen und mögliche

Entlastungen durch den Partner können durch

die Interventionen des männlichen oder des

weiblichen Coachs emotional entschärft werden.

• Der Umfang und die Wertung der zu leistenden

Arbeit (z. B. Wertschätzung des Aufgabengebiets

des Partners) kann von der Vorwurfsebene

(zu wenig, zu unklar oder nicht effektiv genug)

auf die Ebene fundierter Einschätzung kaufmännischer

und gewerblicher Aufgaben gehoben

werden.

• Die Organisation der Arbeit kann durch verbindliche

Absprachen und Informationsübermittlungsprinzipien

erhöht werden.

• Aufgaben- und Rollenteilungen in unangenehmen

Führungsgesprächen lassen sich durch

Rückmeldungen über persönliche Wirkungen

geschickter aufteilen.

• Die Entwicklung eines gemeinsamen Führungsstiles

im Hinblick auf Nähe und Distanz zu den

Mitarbeitern lässt sich besser austarieren.


Firma Vettin, Straßenbauer

Wichtige Entscheidungen gemeinsam treffen

Wolf Vettin hat sich spät, mit 47 Jahren selbstständig

gemacht. Die letzte Baufirma, bei der er

gearbeitet hat, hat Konkurs angemeldet. Die Insolvenz

seines Arbeitgebers hat Wolf Vettin dazu

bewegt, sich selbstständig zu machen. Zeitgleich

hat seine Frau sich zur Fachwirtin für kaufmännische

Betriebsführung im Handwerk weitergebildet.

Zunächst war sie für die Organisation und

die Telefonkontakte zuständig, dann für die

Zusammenarbeit mit Bank und Steuerberater,

später übernahm sie die Berechnung der Löhne

und die Vorbereitung der Abrechnungen, die sie

zusammen mit ihrem Mann fertig stellt.

Die Vettins legen Wert darauf, dass auch Anneliese

Vettin sich einen Überblick über die gewerbliche

Arbeit verschafft. Gemeinsam nehmen sie Termine

zur Auftragsklärung bei Kunden wahr. Die

kaufmännisch-gewerbliche Beratung durch das

Ehepaar wirkt sympathisch und hat den Vorteil,

dass man sich im Kundengespräch gegenseitig

die Bälle zuspielen kann. Das ist durchaus auch

zum Vorteil der Kunden. Nach der Beratung

erfolgt eine rasche Angebotsabgabe, da die

Vettins schon auf der Rückfahrt vom Kunden das

Angebot durchkalkulieren und durchsprechen.

Durch den gemeinsamen Besuch lernen die

Kunden Anneliese Vettin auch als kaufmännische

Managerin des Unternehmens kennen. Sie klären

demzufolge organisatorische und kaufmännische

Fragen gerne mit ihr, während Wolf Vettin ohne

Unterbrechung die Arbeit auf der Baustelle konzentrierter

gestalten kann. Weitere positive Effekte

sind: Die Eheleute Vettin haben kaum mit

säumigen Kunden zu kämpfen. Frau Vettin lernt

mit jedem Termin die handwerklichen Facetten

und Materialien besser kennen, so dass sie auch

selbst mehr mit Kunden klären kann und zugleich

ihren Mann im Bereich der Materialbestellungen

professioneller unterstützen kann.

Die Vettins legen Wert darauf, von ihren Mitarbeitern

als gemeinsames Leitungsteam anerkannt

zu werden. Wolf Vettin ist der Ansprechpartner für

das Fachliche, die Baustellenleitung und die Qualifizierung

der Mitarbeiter.

Unternehmensportraits

Anneliese Vettin ist für die Mitarbeiter der „soziale

Kitt“ im Unternehmen. Wenn sie ein Problem

haben, rufen die Mitarbeiter auch von der Baustelle

bei Ihr an. Sie bemüht sich, den Mitarbeitern

zu helfen, denn einige sind noch dabei, ihrem

Leben eine neue Richtung zu geben. Sie gibt in

Gesprächen Orientierung, zeigt menschliche Anteilnahme

oder, wenn es notwendig ist, auch

grundsätzliche Strenge. Das Ergebnis ist eine gute

Arbeitsmotivation in der Belegschaft.

Nachdem die Vettins eine gute und effiziente

Organisationsstruktur für das Unternehmen geschaffen

haben, möchten sie neue Kunden in der

Region gewinnen, um sich von den großen Auftraggebern

unabhängiger zu machen. Anneliese

Vettin ist dabei, eine Mustermappe zu entwickeln,

mit der sich der Betrieb bei möglichen neuen

Kunden in der Region vorstellen kann. Bis zum

Herbst 2001 sollen die Mitarbeiter mit einer einheitlichen

Berufskleidung ausgestattet werden.

Die damit hergestellte “Coporate Identity“ dient in

der Außendarstellung als Qualitätsimage des

Unternehmens.

>>

Meister

Gewerbliche Leitung

• Aufträge und Beratung

• Angebote

• Angebotsabwicklung

• Baustellenbetreuung und

• praktische Arbeit

• Qualitätskontrolle / Abnahme

• Abrechnung

4.

Betriebswirtin

Kaufmännische Leitung

• Büroorganisation

• Materialbeschaffung

• Buchhaltung

• Lohnabrechnung

• Abrechnung (zus. mit Meister)

• Banken, Steuerberater

• Personalbetreuung

und -führung

17


4.

Schwierige Phasen der

Unternehmensentwicklung

aus Sicht der Vettins

Vor der Gründung: Der Entschluss

sich selbstständig zu machen.

Wolf Vettin: „In der eigenen Familie

und im Bekanntenkreis gibt es keine

Unternehmer. Die privaten Ratgeber

aus dem Bekanntenkreis werteten

Selbstständigkeit als einen Schritt

ins wirtschaftliche Chaos. Das hat

Angst gemacht.“

Anneliese Vettin: „Für die Gründung

wurden aus Unkenntnis keine

Fördermöglichkeiten in Anspruch

genommen.“

„Es war schwierig, eine Bank als

Bürgen zu finden.“

„Am Anfang hatten wir Probleme,

Personal zu finden. Die Beschäftigten

fluktuierten. Heute ist es

schwierig, einen qualifizierten

Vorarbeiter zu finden, da gute

Leute die Arbeit in größeren

Unternehmen bevorzugen.“

18

Unternehmensportraits

Zugleich wollen sie sich selbstbewusster als Bauunternehmen

präsentieren. Da die jungen Männer

gerne Baseballkappen tragen, sollen einheitliche

Kappen mit Logo und Aufschrift ”Vettin” an die

Mitarbeiter ausgegeben werden.

Vorausschauend arbeiten die Vettins auch an der

Betriebsübergabe des Unternehmens. Die Tochter

Yvette, eine Garten- und Landschaftsbauerin, hat

ebenso wie ihre Mutter zunächst eine Ausbildung

zur Fachwirtin für kaufmännische Betriebsführung

im Handwerk gemacht. Im Augenblick bereitet

sie sich auf den Schritt in die Selbstständigkeit vor,

denn das Anlegen von Wegen und schönen Gärten

soll zukünftig von Vater und Tochter aus einer

Hand angeboten werden. Die Unternehmensübernahme

des Straßenbauunternehmens ist ein weiterer

mutiger Schritt in die Zukunft.

Öffentliche

Fördermöglichkeiten

und Maßnahmen

Existenzgründungsbüros der HWK

und Gründungsberater helfen,

Gründungen professionell

vorzubereiten und sich mit den

Risiken auseinanderzusetzen.

Förderungen und Hilfen zum

Lebensunterhalt beschleunigen die

wirtschaftliche Stabilisierung der

Gründung.

Gründungsberater helfen, die

Bankgespräche professionell

vorzubereiten und zu gestalten.

Im Rahmen der Sicherungsberatung

können Personalführungsfragen und

Wege der Personalgewinnung

professionell gestaltet werden.

Anneliese und Wolf Vettin

Unternehmensleitsätze, die im Rahmen des Coachings

entwickelt wurden, sollen zum einheitlichen

Außenauftritt der Mitarbeiter führen:

Leitsätze der Vettins:

• Wir sind ein Qualitätsbetrieb für den gestalterischen

Nutzungsbereich Beton- und Natursteine

für den privaten, gewerblichen und

öffentlichen Bereich.

• Wir bieten unseren Kunden individuelle Lösungen

für Außenanlagen.

• Wir bieten Qualitätsarbeit zu annehmbaren

Preisen in einem überschaubaren Zeitrahmen.

• Unser Mitarbeiterteam garantiert eine fachlich

saubere Handwerksarbeit.

• Wir kennen unseren Markt und arbeiten mit

allen europäischen Zulieferfirmen zusammen.

• Wir treten als Unternehmen einheitlich auf:

„Typisch Vettin“.

Das Coaching schätzt das Paar rückblickend als

sehr wertvoll ein, da beide Ehepartner als Spätgründer

kaum Kontakte zu anderen Unternehmern

haben. Durch den Austausch mit den

anderen Firmen wurde klar, dass bestimmte Probleme,

z. B. Qualifikationsdefizite der Mitarbeiter,

„normal“ und somit kein spezielles Problem

des eigenen Unternehmens sind. Das Coaching

hilft, die Themen des eigenen Unternehmens

realistisch einzuschätzen. Nebenstehende unternehmerische

Entwicklungsetappen waren aus

Sicht der Vettins besonders schwierig.


Dieter Engel und seine Frau Wiebke Birk-Engel

sind ein junges Unternehmerpaar. Vor sieben Jahren

übernahm Dieter Engel mit 28 Jahren als junger

Meister den Betrieb seines Chefs, die Firma

Schlösser, ein alteingesessenes Sanitär- und

Heizungsbauunternehmen. Nach Abschluss des

Studiums der Sozialpädagogik stieg Wiebke Birk-

Engel 1995 in den Betrieb ihres Mannes ein. Da sie

keine kaufmännischen Kenntnisse hatte, erwarb sie

berufsbegleitend den Abschluss der Bürokauffrau

und darauf aufbauend die Fachwirtin für kaufmännische

Betriebsführung im Handwerk. Im Mai

2000 rundete sie ihr kaufmännisches Know-how

mit der Betriebswirtin im Handwerk ab.

Wiebke Birk-Engel muss demzufolge drei Jobs

unter einen Hut bringen: Kaufmännische Leitung,

Mutter und Hausfrau: Das erfordert eine reibungslose

Organisation. Morgens managt sie den

Haushalt und betreut ihr kleines Kind, während

eine kaufmännische Teilzeitkraft sie im Büro

unterstützt. Das Arbeitsprogramm von Dieter

Engel ist ebenso anspruchsvoll. Er beschäftigt zur

Zeit fünf Gesellen und einen Auszubildenden. Als

er den Betrieb übernahm, hatte das Unternehmen

drei Mitarbeiter. Mit dem Wachstum ging

die Erschließung neuer innovativer Geschäftsfelder

einher.

Schwierige Phasen junger Unternehmerpaare

Der Arbeitstag für das junge Unternehmerpaar

ist lang und ausgefüllt. Oft fehlt die Zeit für

Abstimmungs- und Planungsaufgaben. Das Unternehmerpaar

wünscht sich nach dem Einzug ins

neue Haus wieder mehr Zeit, um sich gemeinsam

über die Leitung des Unternehmens abzustimmen.

Bei den vielfältigen Aktivitäten sind ausführliche

Diskussionen über grundsätzliche

Firmenbelange oft nicht möglich. Die „Störungen“

des Betriebsablaufs resultieren oft aus ungenügender

Absprache und fehlender Auswertung

der Vorkommnisse des Arbeitstages.

Unternehmensportraits

Firma Schlösser, Installationen

Innovative Visionen für ein Traditionsunternehmen

Meister

Gewerbliche Leitung

• Kundenberatung

(hoher Zeitaufwand)

• Aufträge und Angebote

• Projekte planen

und abwickeln

• Abrechnung

• Materialbeschaffung

• Gewerbliche Ausbildung

• Notdienst

• Weiterbildung

Wiebke Birk-Engel wünscht sich mehr Zeit, um

von ihrem Mann technische Sachverhalte erklärt

zu bekommen, die sie in die Lage versetzen,

Abrechnungen selbstständig auszuführen bzw.

größere Bauabrechnungen bis zur Endkontrolle

durch ihren Mann vorzubereiten. Denn „ein guter

Einblick in die technischen Details ist eine

wesentliche Voraussetzung für eine übereinstimmende

Organisation und Kompetenzverteilung

zwischen Büro, Meister und Gesellen auf den Baustellen.“

Nach dem Bezug des neuen Hauses haben

sich beide das Ziel gesetzt, die Angebotsbearbeitung

und Rechnungsstellung zu optimieren.

>>

4.

Betriebswirtin

Kaufmännische Leitung

• Schriftverkehr/Termine

• Löhne/Personalarbeit

• Buchhaltung vorbereiten

• Zusammenarbeit mit

Steuerberater und Banken

• Rechtlicher Rahmen

(Firmenrecht/Arbeitsrecht/VOB)

• Marketing/Werbung

• Weiterbildung

• „Unangenehmes“ erledigen

• Blitzableiter

• Reinigungskraft koordinieren

19


4.

20

Unternehmensportraits

Wiebke Birk-Engel und Dieter Engel

Ein junges Mitarbeiterteam ist offen für

Neues, es muss aber auch angeleitet und

motiviert werden...

Die Belegschaft der Firma Schlösser Installationen

ist sehr jung. Zwei der derzeitigen Gesellen hat

Dieter Engel selbst ausgebildet und im letzten

Jahr ist wieder ein Lehrling eingestellt worden.

Junge Mitarbeiter sind offen für Neues, die abgeschlossene

Berufsausbildung ist jedoch zunächst

nur als „Eintrittskarte“ in die Berufswelt zu sehen.

„Unsere jungen Mitarbeiter müssen lernen, eigenverantwortlich

zu arbeiten und das Bewusstsein zu

entwickeln, dass sie die Visitenkarte des Unternehmens

sind“, führt Wiebke Birk-Engel aus. Denn

mit den Mitarbeitern steht und fällt das Ansehen

der Firma. Aus diesem Grund ist eine ständige

Weiterbildung der Gesellen und der kaufmännischen

Mitarbeiterin im technischen und

persönlichen Bereich unerlässlich. „Höfliches Auftreten,

fachliche Kompetenz, sauberes und

umsichtiges Arbeiten sind Attribute, die für unsere

Monteure von entscheidender Bedeutung sind“,

berichten die Engels. Gerade das Bad ist ein sensibler

Bereich des Kunden, der sehr viel Einfühlungsvermögen,

individuelles Arbeiten und oft

Diskretion und Verhandlungsgeschick erfordert.

Die Erfahrungen aus der Unternehmensberatung

zeigen, dass gerade bei jungen Mitarbeitern die

Arbeit des Meisters zu 70 % aus Personalführungsaufgaben

und nur zu 30 % aus fachlichen

handwerklichen Lösungen besteht. Es geht nicht

nur darum, die Mitarbeiter fachlich anzuleiten. Die

Aufgaben sind präzise und klar zu stellen, damit

gute Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige

Aufgabenbearbeitung geschaffen werden.

Zusätzlich muss die Gesprächsführung

überprüft und verbessert werden.

Die Firma Schlösser wirbt mit qualitativ hochwertiger

Arbeit, namhaften Herstellern und Fachpersonal.

Die Voraussetzungen dafür sind nach

Einschätzung des jungen Unternehmerpaares verantwortungsbewusste,

fachlich qualifizierte, zuverlässige

und kooperative Gesellen. Potentiale, die

bei den Mitarbeitern vorhanden sind, müssen

durch regelmäßige Weiterbildung verbessert

werden. Denn Kunden empfehlen ein Unternehmen

nur dann weiter, wenn die Belegschaft die

Grundsätze von Qualität und Leistung der Unternehmensleitung

erfüllt. Es liegt an der Unternehmensleitung,

Reklamation durch Qualifizierung

der Mitarbeiter zur Ausnahme zu machen.

Fazit des Paares:

Junge Paare, die sich selbstständig machen, müssen

viele Herausforderungen innerhalb einer sehr

kurzen Zeit bewältigen. Zeitlich fallen in der Regel

die Gründung oder Betriebsübernahme, der Aufbau

der Firma, die Familiengründung, die Weiterbildung

der Frau und unter Umständen der

Bau eines eigenen Hauses zusammen.

In der Praxis hat es sich bewährt, wenn Mann

und Frau sich mit Weiterbildungs- und Präsenzphasen

im Betrieb abwechseln und sich so gegenseitig

den Rücken frei halten.


Firma Braun, Dachdecker

Die Brauns arbeiten Hand in Hand

Übernommen haben die Brauns die Dachdeckerfirma,

ein alteingesessenes Traditionsunternehmen,

bereits vor 20 Jahren. Seitdem haben sie

ihrem Unternehmen ein klares Profil als Qualitätsanbieter

für alle Arbeiten rund ums Dach

gegeben. Das sind z. B. Dacherneuerungen, Sanierungen

und Erweiterungen, Bauwerkabdichtungen,

Solarenergieanlagen, ökologische Dächer,

individuelle Handwerkskunst, Wärmedämmungen

und Schallschutz.

Die Brauns beraten umfassend und helfen bei der

Realisierung und Ausgestaltung des ganz persönlichen

Wunsch-Dachs mit verschiedenen Materialien

(z. B. Ziegel, Schiefer, Biberschwanz,

Schindeln, Flachdächer, Dachbegrünungen) oder

Sonderkonstruktionen. Für Bauherren, die komplexe

Vorhaben realisieren wollen, organisieren

sie auch andere Gewerke in gemeinsamen

Projekten.

„Das war ein langer Weg bis zum heutigen Stand

des Unternehmens“, berichtet Waltraud Braun.

Gemeinsam mit ihrem Mann Heinz führt die

gelernte Friseurin und ausgebildete Fußpflegerin

seit 1981 den Dachdeckerbetrieb. Mit Lehrgängen

über Buchführung für Handwerksbetriebe

und Lohnbuchhaltung hat sie sich lange Zeit

durchlaviert, berichtet sie, „aber das ist nichts

Halbes und nichts Ganzes“.

Anfang der 90er Jahre begann sie, sich kaufmännisch

zu qualifizieren und belegte zunächst den

Kurs Qualifizierung zur Bürokauffrau im Handwerk.

Nachdem sie sich in die kaufmännischen

Aufgaben der Firma vertieft hatte, wollte sie sich

aufbauend für kaufmännische Steuerung und

Leitung des Unternehmens weiterbilden und qualifizierte

sich zur „Fachwirtin für kaufmännische

Betriebsführung im Handwerk“.

Im Laufe der Jahre hat sich das Ehepaar zu einem

kreativen und arbeitsfähigen Team entwickelt.

Heinz Braun ist gewerblicher Chef und Initiator

neuer unternehmerischer Projekte für Leistungen

rund ums Dach. Waltraud Braun hat ein besonderes

Händchen für die Organisation, das

Unternehmensportraits 4.

Marketing und die individuelle Kundenbetreuung.

So hat sie mit einer Multimediaagentur einen

Internetauftritt entwickelt, der insbesondere für

die persönliche Präsentation des Unternehmens,

die Präsentation der möglichen Angebote rund

ums Dach sowie eine erste Kundenorientierung

konzipiert wurde. Stolz erzählt sie, dass ihr Unternehmen

in der Region zwischen Bonn, Neuwied

und Koblenz als erster Dachdeckerbetrieb ins

Internet gegangen ist.

Waltraud und Heinz Braun

Waltraud Braun organisiert die Baustellen, bestellt

das Material und berechnet die Baulöhne anhand

der Stundenzettel. „Für viele Kunden ist die Baustellenorganisation

im Dachdeckerbetrieb durch

die Unternehmerfrau ungewöhnlich“, führt sie

aus und Heinz Braun fügt verschmitzt hinzu, dass

er auch manchmal von Kollegen besorgt gefragt

werde, „wer eigentlich die Hosen im Unternehmen

anhabe.“ Die Brauns finden ihre Organisation effizient

und transparent. In dringenden Fällen hat

Waltraud Braun stets den genauen Überblick, wo

welche Mitarbeiter im Einsatz sind und wie sie

gegebenenfalls Notlösungen organisieren kann.

Die Spezialisierung auf das Reparaturgeschäft

ermöglicht es den Brauns, die Mitarbeiter „über

den Winter zu bringen“.

>>

21


4.

Meister

Gewerbliche Leitung

• Beratung

• Angebote

• Baustellenbetreuung

• Abrechnungen

• Materialbeschaffung

• Gewerbliche Ausbildung

• Mitarbeitergespräche

• Unangenehme Sachen

erledigen

22

Unternehmensportraits

Mitkonkurrenten, die im Sommer bei Neubauten

Quadratmeter zu Dumpingpreisen eindecken, müssen

oft im Herbst die Mitarbeiter verabschieden

und im Frühjahr wieder einstellen. Durch Qualität

und guten Service ihrer eingehend geschulten

Stammbelegschaft heben die Brauns sich von

ihren Mitkonkurrenten ab.

Das Geschäftskonzept, sich als spezialisierter Qualitätsanbieter

auf dem Markt zu etablieren, ist in

der Regel das Ergebnis eines längerfristigen Entwicklungsprozesses.

Grundelemente sind:

• eine solide und gründliche Ausbildung,

• eine kontinuierliche Qualifizierung und

Weiterentwicklung der Mitarbeiter,

• eine systematische Förderung der Teamfähigkeit

und Teamentwicklung.

Voraussetzungen dafür sind, dass das Unternehmerpaar

sich eingehend mit dem Thema Mitarbeiterführung

auseinandersetzt und sich

einschlägig qualifiziert hat. Um den Teamgeist

und das Qualitätsbewusstsein in der Belegschaft

anzuheben, haben sie einen Coach für die Verbesserung

der Kooperation im Dachdeckerteam

engagiert.

Die Führung des Unternehmens ist nach Stärken

des Unternehmerpaares optimal aufgeteilt:

Betriebswirtin

Kaufmännische Leitung

• Ausbildungshilfe

• Büroorganisation

• Abrechnungen

• Baustellenorganisation

• Buchhaltung, Baulöhne

• Materialbeschaffung

• Banken, Steuerberater

• Mitarbeitergespräche

• Marketing, Werbung

Qualitätssicherung und Innovation

als Führungsaufgabe im Handwerk

Grundsätze der Dachdeckerei Braun

• Freundlichkeit im Umgang mit Kunden hat für

alle MitarbeiterInnen höchste Priorität. Der Umgang

im Betrieb ist gleichfalls hilfsbereit und

freundlich.

• Das Erscheinungsbild und das Verhalten der

Mitarbeiter auf der Baustelle ist ordentlich und

sauber. Das Büro ist übersichtlich und bietet

den Mitarbeitern einen Rahmen für Abstimmungen

und Erfrischungen.

• Eine genaue Planung, Abstimmung und Durchführung

führt zur Eingrenzung von Fehlern und

Pannen bei der Baustellenabwicklung.

• Reklamationen und fachliche Fehler sind ein

Anlass zum Lernen und zur Qualitätsverbesserung

im Mitarbeiterteam.

• Mitarbeiter werden motiviert, selbstständig zu

arbeiten und eigenständige Lösungen im fachlichen

und organisatorischen Bereich zu finden.


„Metallbau Klein“ gibt es bereits über 15 Jahre. Mit

der Selbstständigkeit ist ein langgehegter Wunsch

von Bernd Klein in Erfüllung gegangen. 1978 hat

er seinen Meistertitel erworben. Danach arbeitete

er noch vier Jahre bei seinem damaligen Arbeitgeber

weiter. Damals startete er die selbständige

Arbeit mit kleinen Aufträgen. Quasi über Nacht

wurde dann mit dem ersten Großauftrag die Firma

zum Vollerwerbsbetrieb.

Das Unternehmen gehört zum Metallbauzweig

der Konstruktionstechnik mit der Spezialrichtung

Herstellung und Montage von Wintergärten,

Fenstern, Türen, Geländern sowie Stahlbauten bis

zu einer Tonne. In den 90er Jahren gingen die

Kleins dazu über, auch Komplementärgüter zu

den Wintergärten mit anzubieten und so werden

passend zur Stahlkonstruktion der Wintergärten

Markisen, Sonnenschutz und Rollläden montiert.

Unternehmensaufbau, Qualifizierung und

Führung im Team

Für die Eheleute stand schon bei der Unternehmensgründung

fest, dass neben einer guten handwerklichen

Arbeit auch ein professionelles Büro

aufgebaut werden sollte. Schnell merkte Silvia

Klein während ihrer Büroarbeit, dass das Kaufmännische

ihr zwar Spaß macht, aber ihr die notwendigen

Hintergründe fehlten, um den Betrieb

professionell zu organisieren. Zunächst bildete

sie sich in dem Bildungsprogramm der Handwerkskammer

Koblenz für Quereinsteiger „Fit im

Büro“ im Bereich der Grundlagen fort. Dann stellte

sie fest, dass die kaufmännische Unternehmenssteuerung

sich nicht an den Steuerberater

delegieren lässt. Silvia Klein meldete sich für weitere

Fortbildungen an. Seit einigen Jahren ist sie

Betriebswirtin des Handwerks. Bernd Klein unterstützte

die Weiterbildung seiner Frau, um die

Kosten durch ein professionelles Management in

den Griff zu bekommen.

Unternehmensportraits 4.

Firma Klein, Metallbau

Unternehmensnachfolge und Personalentwicklung verbinden

Meister Betriebswirtin

des Handwerks

• Angebotserstellung

• Rechnungserstellung

• Terminvereinbarungen

• Besichtigung der

Baustellen

• Kundengespräche

• Materialbestellung

• Ausbildung

• Personalführung

• Post

• Buchführung

• Bank

• Finanzamt

• Steuerberater

• Telefonkontakt

• Lehrlingsbetreuung

• Versicherungen

• Rechnungswesen

Besonders viel Spaß hat Silvia Klein die Weiterbildung

im Bereich des Marketings gemacht. Im

Zuge der Umgestaltung haben die Kleins auch

ein eigenes Logo entwickelt, das sich durch das

ganze Unternehmensbild zieht. Die Rechnungen,

die an Kunden verschickt werden, tragen das

Logo des Unternehmens, die Firmenwagen sind

beschriftet und sogar die Arbeitskleidung der

Mitarbeiter ist einheitlich gestaltet und mit dem

Logo versehen. Somit wurde durch das Logo eine

Corporate Identity geschaffen. Rückblickend wirkt

das alles ganz logisch, aber der Weg bis zum professionellen

Unternehmensauftritt war sehr hart.

Silvia Klein wollte alle neuen Ideen unmittelbar im

Anschluss an die Weiterbildung im eigenen Unternehmen

ausprobieren. Bernd Klein ging das

manchmal neben den Belastungen im Alltagsgeschäft

zu weit. Rückblickend erklären sie lachend:

„In dieser Phase kam es oft zu Streit, denn für den

Meister ist es nicht leicht festzustellen, dass die

eigene Praxis nicht optimal ist.“ Ein Coaching für

das Unternehmerpaar kann helfen, die Dynamik

dieses Prozesses etwas abzufedern. Insgesamt

haben die Kleins für sich eine positive Weiterbildungsbilanz

gezogen: Der Betrieb ist mittlerweile

professionell organisiert. Allerdings spricht die

Familie schmunzelnd über den Aktivitätsdrang

der „seminarsüchtigen Mutti“ nach Besuch einer

Weiterbildung bei der Handwerkskammer.

>>

23


4.

24

Unternehmensportraits

Silvia und Bernd Klein haben im Laufe der Jahre

eine eingespielte Arbeitsteilung entwickelt, die

gut funktioniert und beim Mitarbeiterteam für

maximale Klarheit sorgt.

Die Kleins legen einen besonderen Schwerpunkt

auf die qualifizierte Ausbildung und Entwicklung

ihrer Mitarbeiter. Bernd Klein ist seit 1996 Lehrlingswart

in der Metallbauinnung Rheinland und

Rheinhessen.

Im Coaching haben die Kleins folgenden Entwicklungsweg

konzipiert:

Entwicklung Gewerblich-technisch

2001

Auftragsklärung

und

Abwicklung in

einem klar

eingegrenzten

Aufgabengebietselbstständig

gestalten

2002

Qualifizierung

für Ausbildung

und Führung

2002/03

kaufmännische

Qualifizierung

2004/5

gewerbliche

Qualifizierung

Geschäftsfeld:

Kunststofffenster, Auftragsgespräche

führen,

Einbau koordinieren und

beaufsichtigen

Unternehmensnachfolge und

Personalentwicklung verbinden

Kaufmännisch

Bearbeitungsvorgang

computertechnisch mit

einem modernen Programm

abwickeln,

Rechnungen erstellen

Firmenfortbildungen des Herstellers im

Bereich der Verkaufsförderung

HwK-Fortbildung: Ausbildung der Ausbilder

Aufgabe im Unternehmen

Auftragserteilung im Gespräch, Auswertungsgespräche

führen, Beurteilung, Ausbildungspläne,

Einsatzpläne erstellen

HwK-Fortbildung: Betriebswirt des Handwerks

Aufgabe im Unternehmen

Komplexere fachliche Aufgaben im Bereich des

Wintergartenbaus. Insbesondere Angebotslegung.

HwK-Fortbildung:

Meisterprüfung, Gewerblicher Teil

Zuerkennung der kaufmännischen Teile auf Basis

des Betriebswirts

2005 Gründung einer GmbH –

Neubau von Geschäftsräumen,

Ausstellungsräume und Demonstrationsbeispiele,

die Kunden vorgeführt werden können.

Sohn Markus, mittlerweile 24 Jahre alt, stieg

nach Abschluss der kaufmännischen Fachschule

mit 17 Jahren in das Unternehmen ein. Er lernte

bei seinem Vater den Metallbau kennen und soll

Silvia und Bernd Klein

später das Unternehmen der Eltern übernehmen.

Die Familie überlegt, wie sie den Bildungsweg

ihres Sohnes durch praktisches Tun im Unternehmen

und Weiterbildungen bei der Handwerkskammer

Koblenz optimal organisieren kann. Die

Qualifizierung des Sohnes für Führungsaufgaben

soll darüber hinaus so gestaltet werden, dass

der junge Mann beide Elternteile entlasten kann

und gleichzeitig einen guten Einblick sowohl in

die kaufmännische als auch in die gewerbliche

Arbeit erhält.

Durch die Übernahme klarer Aufgaben, die auf

eingegrenzte Bereiche der Führung vorbereiten,

wird der Sohn in seine späteren Aufgaben eingeführt.

Die Eheleute Klein machen dies ganz bewusst

schon sehr früh, da mit der Übernahme

eines Betriebes große Verantwortung verbunden

ist und sie ihren Sohn auf diese Aufgabe bestmöglich

vorbereiten möchten. In seiner heutigen

Tätigkeit übernimmt der Sohn die standardisierten

Aufgaben wie z. B. die Angebotslegung, Baustellenüberwachung

und Rechnungserstellung für

Fenster. Auf diese Weise soll Sohn Markus peu à

peu in das Geschäft eingeführt werden.

Die Qualifizierungsplanung geht mit dem geplanten

Unternehmenswachstum einher.


Adressen und Angebote für Handwerksunternehmen in Rheinland-Pfalz

Broschüre: New Work – Ihre ersten 7 Schritte

in die Selbstständigkeit

Herausgeber: Ministerium für Wirtschaft, Verkehr,

Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz

in Zusammenarbeit mit der Investitionsund

Strukturbank GmbH (ISB)

Broschüre: Unternehmensnachfolge – Thema

in Rheinland-Pfalz

Herausgeber: Ministerium für Wirtschaft,

Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau

Stiftstr. 9

55116 Mainz

Tel.: (06131) 16-0

Fax: (06131) 16-2100

http://www.mwvlw.rlp.de

Förderbank: Investitions- und Strukturbank

Rheinland-Pfalz GmbH (ISB)

Holshofstr. 4

55116 Mainz

Allgemeine Beratung:

Tel.: (06131) 985-330

Existenzgründungsberatung:

Tel.: (06131) 985-333

Beratung für Unternehmen in

finanziellen Schwierigkeiten:

Tel.: (06131) 985-310

Technologieberatung

Tel.: (06131) 985-331

Fax: (06131) 985-199

http://www.isb.rlp.de

Handwerkskammern in

Rheinland Pfalz

Handwerkskammer Koblenz

Friedrich-Ebert-Ring 33

56068 Koblenz

Tel.: (0261) 398- 0

Fax: (0261) 398-398

http://www.hwk-koblenz.de

Handwerkskammer Rheinhessen

Dagobertstr. 2

55116 Mainz

Tel.: (06131) 9992- 0

Fax: (06131) 9992-63

http://www.hwk.de

Handwerkskammer Trier

Loebstr. 18

54292 Trier

Tel.: (0651) 207- 0

Fax: (0651) 207-115

http://www.hwk.trier.de

Handwerkskammer der Pfalz

Am Altenhof 15

67655 Kaiserslautern

Tel.: (0631) 3677- 0

Fax: (0631) 3677-180

http://www.hwk-pfalz.de

5.

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„ “

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Impressum

Theorie ist der

Beginn aller Praxis

– IMPRESSUM –

Herausgeber:

Ministerium für Wirtschaft,

Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau

Rheinland-Pfalz

Handwerkskammer Koblenz

Gestaltung:

metric mediendesign, Koblenz

Autorin:

Dr. Ellen Lorentz

Alle Rechte vorbehalten.

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Diese Druckschrift wird im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit

der Landesregierung Rheinland-Pfalz herausgegeben.

Sie darf weder von Parteien noch Wahlbewerbern oder

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Dies gilt für Landtags-, Bundestags-, Kommunal- und

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Hans Margolius


Handwerkskammer Koblenz

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Telefon: 0261/398-111

Telefax: 0261/398-398

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www.hwk-koblenz.de

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