Jahresbericht 2009 - BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland

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Jahresbericht 2009 - BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland

Der BUND

J A H R E S B E R I C H T 2 0 0 9


Jahresbericht 2009

Vorwort

Biodiversität. Vielfalt erhalten

Klimaschutz. Zukunft sichern

Nachhaltigkeit. Und mehr

Unabhängig. Politisch und finanziell

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6

12

18

22


Liebe Leserin,

lieber Leser,

Prof. Dr. Hubert Weiger

| BUND-Vorsitzender

2009 prägten heiße Luft und leere Versprechungen, alte Konzepte und absurde Steuergeschenke

die Bundespolitik – vor und nach den Wahlen: Auf dem Höhepunkt der

Finanz- und Wirtschaftskrise überboten sich Spitzenpolitiker der Großen Koalition im

Banker-Bashing und versprachen, der Geldgier von Bankvorständen einen Riegel vorzuschieben.

Heiße Luft. Banker streichen wieder hohe Gehälter und Boni ein, brauchbare

Steuerungsmechanismen wurden nicht eingeführt.

2007 bezeichnete die Bundeskanzlerin den Klimawandel als »größte Herausforderung

der Menschheit«. 2009 wurden Milliarden Steuergelder für eine Abwrackprämie ohne

jede ökologische Lenkungswirkung verpulvert, und im Dezember hat sich die Bundesregierung

beim Klimagipfel in Kopenhagen zurückgehalten, statt den Klimaschutz energisch

voranzubringen.

Die neue Bundesregierung hat mit dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz, das treffender

Spendenbelohnungsgesetz hätte heißen sollen, die Staatsverschuldung in die Höhe

getrieben – auf Kosten kommender Generationen. Die sollen zudem durch noch mehr

Atommüll belastet werden. Schwarz-Gelb will längere Laufzeiten für Atomkraftwerke.

Diese energiepolitische Rolle rückwärts hat keine Mehrheit in der Bevölkerung. Der

BUND trägt entschieden dazu bei, dass diese ablehnende Haltung öffentlich deutlich

wird — zum Beispiel bei der großen Anti-AKW-Demonstration am 5. September in Berlin.

Sehr erfolgreich waren wir bei der Verhinderung neuer Kohlekraftwerke. Sechs Planungen

konnten mit breiter Unterstützung von Bürgerinitiativen gestoppt werden.

Erfolge hatten wir auch beim Schutz von Babys und Kleinkindern: Im Oktober hat der

BUND in Babyschnullern gefährliche Chemikalien entdeckt. Daraufhin nahmen Handelsketten

diese Schnuller aus den Regalen, und eine Reihe von Herstellern kündigte eine

Umstellung der Produktion an.

Unser »Schwarzbuch Wald« sorgte dafür, dass die Gefährdung vieler Tier- und Pflanzenarten

durch eine verfehlte Waldwirtschaft bundesweit bekannt wurde.

3


Jahresbericht 2009

Auf den folgenden Seiten finden Sie noch zahlreiche weitere Beispiele dafür, dass es

lohnt, sich konsequent für den Schutz von Natur und Umwelt einzusetzen.

Im Internationalen Jahr der Biodiversität gelten unsere Anstrengungen besonders dem

Schutz der biologischen Vielfalt. 2010 ist entscheidend für den Stopp des dramatischen

Artenschwunds. Wir drängen die Bundesregierung, ein Programm zum Schutz der biologischen

Vielfalt zu beschließen, mit dem Deutschland zum Vorreiter beim Naturschutz

wird. Dazu gehören Maßnahmen zur Erhaltung von Mooren, Flussauen, Wiesenflächen,

alten Buchenbeständen und Alleen. Und es müssen mindestens fünf Prozent der Wälder

ungenutzt bleiben und als Naturwälder besonders geschützt werden. Deutschland kann

von anderen Ländern nur dann glaubhaft mehr Natur- und Artenschutz fordern, wenn

es selbst mit gutem Beispiel vorangeht.

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Für unsere lokale, nationale und internationale Arbeit brauchen wir Ihre Unterstützung.

Unseren Spenderinnen und Spendern, unseren Mitgliedern und Helfern verdanken wir es,

dass wir uns im letzten Jahr mit Erfolg für den Schutz der Natur und der Umwelt, für die

Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher einsetzen konnten. Dafür danke ich

Ihnen im Namen des Bundesvorstandes und ganz persönlich. Damit wir diese Arbeit auch

in Zukunft weiterführen können, bitte ich Sie herzlich: Bleiben Sie dem BUND verbunden.

Wir setzen auf Ihre Unterstützung.

Ihr

Vorwort

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Jahresbericht 2009 · Biodiversität

Vom Amphibienschutz in Bad Kissingen bis zur Ziegeninsel in Bremen: Die biologische Vielfalt zu schützen und zu erhalten, ist ein

Schwerpunkt des BUND, seiner Landesverbände und Gruppen. Auf vielfältige Weise tritt der BUND auf den Plan, wenn es gilt Nistplätze

seltener Vögel zu schützen oder Lebensräume zu vernetzen, Streuobstwiesen zu pflegen und Moore zu renaturieren. Der BUND ist im

Osten und Westen, im Norden und Süden der Flussschützer. Die Herausforderung bleibt groß, denn die Gefährdung der biologischen

Vielfalt nimmt zu und die Regierung unternimmt zu wenig. Deshalb engagiert sich der BUND hartnäckig in der Naturschutzpolitik für

Gesetze und Verordnungen, die dazu beitragen, dass auch kommende Generationen sich noch an der Schönheit der Natur erfreuen

können. Einen kleinen Ausschnitt unserer Arbeit stellen wir Ihnen auf den nächsten Seiten vor.

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Vielfalt erhalten

Viele Tiere, Pflanzen und Lebensräume sind gefährdet


Vielfältig Vielfalt schützen

Seit 2005 ruft der BUND jährlich zur

Zählung heimischer Schmetterlinge auf.

2009 war ein gutes Jahr für die Gaukler

der Lüfte – nach den wenigen Sichtungen

2008 ein echter Lichtblick. Weit über

90.000 Falter wurden uns gemeldet. Unser

Partner science4you.org, der die Daten für

uns wissenschaftlich auswertet, spricht von

einem „sensationellen Schmetterlingsjahr“.

Dieses Rekordergebnis geht vor allem auf

die Distelfalter zurück, die im Frühjahr in

riesigen Schwärmen über die Alpen einflogen.

Über 50.000 Distelfalter wurden

gemeldet. Mit einem Anteil von 55 Prozent

(2008: 6 Prozent) liegt er damit auf Platz

eins der Zählung und verdrängt Tagpfauenauge

und Zitronenfalter von ihren ersten

Rängen 2008.

Der BUND wird sich weiter dafür einsetzen,

dass Distelfalter und andere Arten bei uns

wieder bessere Lebensbedingungen finden.

Damit gute Schmetterlingsjahre nicht die

Ausnahme bleiben.

Artenschutz ist auch Ziel der „Aktion Lurch“.

Seit vielen Jahren verbringen viele Tausend

Freiwillige beim BUND unzählige Stunden

ihrer Freizeit mit dem Schutz von Fröschen,

Molchen und Co. Einige Millionen Tiere

wurden gerettet, viele kleine Populationen

vor dem Aussterben bewahrt. 2009 hat der

BUND dieses Thema mit Veranstaltungen,

Pressearbeit und Infomaterialen erneut in

den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit

gestellt. So sollen neue Freundinnen und

Freunde für dieses unersetzliche Tagwerk

des Naturschutzes gefunden werden. Die

hohe Zahl der Rückmeldungen und Anfra-

gen bei uns zeigt, dass dieses gelungen

scheint. Wir bleiben dran.

Unser Rettungsnetz Wildkatze wird größer

und dichter. Viele BUND-Landesverbände,

darunter Bayern, Baden-Württemberg,

Hessen, Niedersachsen, Thüringen und

Rheinland-Pfalz, engagieren sich für

das bedrohte scheue Tier. 2010 bekommt

die Arbeit einen zusätzlichen Impuls:

Die Europäische Union unterstützt die

BUND-Aufklärungsarbeit zur Vernetzung

des Lebensraums der Wildkatze. Und

wir haben einen Partner in Österreich

gewonnen: den Nationalpark Thayatal.

7

Ulrike Mehl,

stellvertretende

BUND-Vorsitzende,

verantwortet

den ArbeitsbereichBiodiversität.


Jahresbericht 2009

Gesetz für den Schutz der Natur

Um den deutschen Wald ist es nicht gut bestellt. Die Wälder werden fast auf der gesamten

Fläche mehr oder minder intensiv bewirtschaftet. Nur 0,5 Prozent der Wälder bleiben unberührt.

Eine Folge: Die Existenz vieler Tier- und Pflanzenarten, die auf naturnahe Wälder

als Lebensraum angewiesen sind, ist bedroht. Deutschland hat sich auf der letzten UN-

Naturschutzkonferenz in Bonn für einen weltweit besseren Schutz der Wälder ausgesprochen

und nimmt den Schutz der Wälder im eigenen Lande nicht ernst genug. Das belegt

das „Schwarzbuch Wald“, das der BUND 2009 der Öffentlichkeit vorstellte. Darin verdeutlicht

der BUND ausführlich, welchen Schaden die biologische Vielfalt in unseren Wäldern

durch die derzeitige Bewirtschaftung nimmt. Die Resonanz war enorm: Alle wichtigen

TV- und Radio-Nachrichtensendungen und alle wichtigen Zeitungen berichteten. Die

Lobbyverbände der Forst- und Holzwirtschaft reagierten hektisch – ohne nennenswerte

öffentliche Beachtung. Zu vordergründig waren die Argumente, die sie vorbrachten. Mit

dem „Schwarzbuch Wald“ hat der BUND eine längst überfällige Diskussion ausgelöst und

deutlich gemacht, dass der Gesetzgeber den Wald besser schützen muss.

Um den Schutz der Natur ging es im letzten Jahr auch bei der Auseinandersetzung um

eine bundesweite Regelung zum Naturschutzgesetz. Aus den unionsgeführten Bundesländern

kamen zahlreiche Vorschläge zur Einschränkung des Naturschutzes. Der BUND warb

gemeinsam mit anderen Naturschutzverbänden erfolgreich für eine Zurückweisung dieser

Länderanträge. Intensive Press- und Lobbyarbeit sowie Online-Aktionen führten dazu, dass

im Bundestag ein großer Teil der Änderungsanträge des Bundesrates abgelehnt wurde, die

den Naturschutz in Deutschland massiv eingeschränkt hätten. Mit der Verabschiedung des

Gesetzes wurde die Zersplitterung des Naturschutzrechts verhindert. Doch von einem zeitgemäßen

umfassenden Naturschutzgesetz ist Deutschland noch weit entfernt..

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Bauernhöfe statt Agrarfabriken

Wer Arten schützen und schöne Landschaften

erhalten will, darf Massentierhaltung

und die Überdüngung von Feldern nicht

zulassen. Das aber tun Bundesregierung

und Landesregierungen. Ihre Versprechen,

sich für die biologische Vielfalt und eine

bäuerliche Landwirtschaft einzusetzen –

sind nur Versprechen, denen keine Taten

folgen.

Der BUND hält dagegen. So sorgte er mit

dafür, dass die geplante Schweinemastanlage

in Hassleben – es wäre die größte in

Deutschland – auch nach sechs Jahren

noch nicht genehmigt wurde.

Und der BUND unterstützt die über siebzig

Bürgerinitiativen gegen Massentierhaltungen

und hat das Netzwerk „Bauernhöfe

statt Agrarfabriken“ mitbegründet.

Der BUND

stellt dem Netzwerk

Expertisen und Informationen

zur Verfügung; er

hilft bei der Öffentlichkeitsarbeit

vor Ort. Die

Bürgerinitiativen wissen:

Der BUND ist ein verläss-

Massentierhaltung

Agrarreform

für nachhaltige Landwirtschaft 2013


licher Partner.

Landwirtschaftspolitik ist

in hohem Maße Europapolitik.

Deshalb ver-

Vielfalt erhalten

Klimakochbuch · Unsere Essgewohnheiten verursachen

20 Prozent der Treibhausgasemissionen

in Deutschlandund damit mehr als der gesamte

Verkehr. Die eigene kulinarische Klimabilanz zu

verbessern, ist aber gar nicht schwer: Das Klimakochbuch

der BUNDjugend hilft dabei mit über

40 Rezepten und Tipps zu Einkauf und energiesparender

Zubereitung. Weniger Fleisch und mehr

„bio“, saisonal und regional statt eines globalisierten

Einheitsbreis ist das Motto. Das Klimakochbuch,

auf unserem Bild präsentiert von der

Berliner Umweltsenatorin Katrin Lompscher,

erhalten Sie im BUNDladen: www.bundladen.de

stärkte der BUND 2009 die

Zusammenarbeit mit seinem

Europäischen Netzwerk

Friends of the Earth Europe,

so dass aus vielen Ländern Europas starke

Stimmen für eine umwelt- und tiergerechte

Agrarreform nach Brüssel dringen. Und

der BUND ist einer der sechs europaweit

vernetzten Umweltverbände, die die EU-

Kommission in Brüssel in den kommenden

Jahren bis zur Reform beraten.

Mit Recherchen über die Empfänger von

EU-Agrarsubventionen trug der BUND 2009

dazu bei, Licht in den Subventionsdschungel

zu bringen. Fast alle Medien folgten der

BUND-Einschätzung: Statt bäuerliche

Betriebe zu fördern, zahlt die EU Millionen

an Millionäre und Lebensmittelkonzerne.

Nutzen für die Steuerzahler: keiner.

Zusammen mit der Allianz für die Nutztiere

erreichte der BUND einen Teilerfolg: Die

Bundesregierung hat beschlossen, dass

Ställe für Hühner künftig zuerst einen Tierschutz-TÜV

durchlaufen müssen, bevor sie

verkauft werden dürfen. Damit die Regel

möglichst bald in Kraft tritt und der Tierschutz-TÜV

bald auch für Schweine- und

Rinderställe gilt, arbeitet der BUND weiterhin

mit vollem Einsatz für eine nachhaltige

Landwirtschaft.

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Jahresbericht 2009

Kein Genmais Mon 810 – nirgends

Sie hat es getan, nach ganz viel öffentlichem Druck – einen Tag nach Ostern und gerade

rechtzeitig vor der Aussaat erließ Landwirtschaftsministerin Aigner ein Anbauverbot für

den Mais Mon 810, die einzige in der EU zum kommerziellen Anbau zugelassene Gentech-

Pflanze. Damit machte sie gut, was ihr Amtsvorgänger Seehofer im Herbst 2005 angerichtet

hatte. Denn als eine seiner ersten Handlungen hatte er dem Gentech-Mais eine nationale

Sortenzulassung erteilt und ihm damit den Weg auf Deutschlands Felder geebnet.

Von den ursprünglich für 2009 zur Aussaat gemeldeten knapp 3.000 Hektar wurde kein

einziger mit Mon 810-Mais bepflanzt.

Dass Deutschland sich endlich auf die wissenschaftlichen

Arbeiten berufen hat, die ein Anbauverbot

rechtfertigen und sich als Nr. 6 in der Reihe

der EU-Länder gestellt hat, die den Mon 810 zuvor

von ihren Feldern verbannt haben – das ist das Verdienst

des über die Jahre gewachsenen Gentechnik-

Widerstands. Zu seinem Blühen und Gedeihen hat

der BUND entscheidend beigetragen: Dadurch, dass

er viele Aktive mit Multiplikatorenschulungen und

Fachexpertise dazu befähigt hat, sich vor Ort gegen

die Konzernvertreter und Wissenschaftler zu

behaupten, die Gentechnik auf den Acker bringen

wollen. Und dadurch, dass er in Berlin durch Pressekonferenzen

und Lobbygespräche gegenüber Politik

und Medien klar gemacht hat: Gentechnik ist eine

Risikotechnologie, die die Bevölkerung aus guten

Gründen ablehnt.

Bauern in Deutschland setzen weiter auf gentechnikfreie

Regionen, nicht auf Gentechnik. Darin werden

sie inzwischen im fünften Jahr nach Kräften

vom BUND und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche

Landwirtschaft unterstützt. 2009 bewirtschafteten

rund 29.500 Landwirte in 189 Regionen eine

Fläche von über einer Million Hektar garantiert

gentechnikfrei. Hinzu kommen 207

gentechnikfreie Kommunen, das sind 60 mehr

als 2008.

Neu ist die Gentechnikfreie Gastronomie –

eine von neun Hoteliers und Gastronomen

Die T-Shirts sind

aus Mecklenburg-Vorpommern im Sommer

im Bundladen

2009 gestartete und vom BUND-Landesver-

erhältlich:

band begleitete Initiative.

www.bundladen.de

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Für den Schutz der Natur stiften

»Ich möchte zugunsten der Natur

sprechen, zugunsten absoluter Freiheit

und Wildheit …« – beginnt Thoreaus Essay

»Vom Spazieren«, in dem er hervorhebt:

»Die Wildheit garantiert die Erhaltung der

Welt«.

Die BUNDstiftung ist dieser Haltung verpflichtet;

sie will dazu beitragen, dass

unsere Zivilisation die biologische Vielfalt

als unersetzlichen Lebensspender begreift,

sie respektiert und nicht verdrängt. Die

junge Stiftung will eine Schutzmacht für

die biologische Vielfalt sein.

Zum festen Bestand der Stiftung gehört

die Goitzsche-Wildnis in der Nähe von

Bitterfeld. Der Flächenbestand der BUNDstiftung

in der Goitzsche umfasst ca. 1.300

Hektar mit einem Verkehrswert von rund

600.000 Euro. Mitten in der ehemaligen

Industrielandschaft um den Chemiestandort

Bitterfeld ist unsere Wildnisfläche

zu einem beliebten und anerkannten

Schutzwall für die biologische Vielfalt

geworden.

Neu für die Stiftung ist das Engagement

für die Sicherung der Flächen am Grünen

Band Deutschland. Im zwanzigsten Jahr

des Mauerfalls wurde deutlich, dass die

Sicherung des längsten und artenreichsten

Naturkorridors Deutschlands eine Aufgabe

für Jahrzehnte sein wird. Das passt zu den

Vielfalt erhalten

1.000 km für die Flüsse · Von Mai bis August

war Heinz Ratz und seine Band Strom & Wasser

auf Schwimm- und Konzerttour durch Deutschland.

Unterstützt von vielen BUND-Gruppen.

Fast tausend Kilometer schwamm Heinz Ratz im

Norden und Süden, im Osten und Westen der

Republik. In 48 Etappenorten gab er Benefizkonzerte

für den Schutz der Flüsse. Mit dabei

waren auch Prominente wie Konstantin Wecker.

zentralen Stärken einer Stiftung: Geld, das

hier angelegt wird, soll ebenfalls »ewig«

für die Stiftungszwecke genutzt werden.

Die BUNDstiftung möchte aus dieser Verpflichtung

eine Bestandsgarantie für dieses

geschichtsträchtige Naturschutzprojekt

entwickeln.

Das »Rettungsnetz für die Wildkatze« ist

das dritte zentrale Stiftungsprojekt –

20.000 km Wildkatzenkorridore durch

Deutschland. Die Stiftung will sich bei

Flächenkäufen und der langfristigen Absicherung

dieser Rettungswege engagieren.

Die Stiftungsarbeit wird vom Stiftungsrat

unter der Leitung des BUND-Vorsitzenden

Hubert Weiger eng begleitet. In der Geschäftsstelle

leiten Olaf Bandt und Eva

Nolte die Stiftung. Almuth Wenta ist die

erste Adresse für alle, die sich finanziell

für die Stiftung einsetzen wollen.

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Jahresbericht 2009 · Klimaschutz

Zukunft sichern

Unser Klima braucht mehr Schutz denn je.

Es hat starke Gegner in Konzernen und in der Politik.

2009 war kein gutes Jahr für unser Klima: In Kopenhagen scheiterten die UN-Verhandlungen über einen effektiven Klimaschutz. Ein

Durchbruch für gerechten und effektiven Klimaschutz ist nicht in Sicht – weder national noch international. Die schwarz-gelbe Koalition

will Atomkraftwerke länger am Netz lassen. Eine energiepolitische Rolle rückwärts, zu der das Verschleudern von Milliarden für unsinnige

Straßenbauprojekte ebenso passt wie die Unfähigkeit, ein wirksames Energieeffizienzgesetz auf den Weg zu bringen. Die Interessen der

Auto- und Energiekonzerne hat die Regierung stets im Auge. Der Klimaschutz steht für die Klimakanzlerin und ihr Kabinett nicht weit

oben auf der Prioritätenliste. Und wenn der Umweltminister sich einmal vorwagt, wird er von seiner Partei gedeckelt. Ein Grund mehr für

den BUND, sich stark für den Klimaschutz zu engagieren.

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Neue Kohlekraftwerke verhindert

Für den Klimaschutz war das vergangene

Jahr international ein verlorenes Jahr. Vor

allem die Klimaverhandlungen in Kopenhagen

waren eine große Enttäuschung.

Der BUND hat diese Verhandlungen aktiv

begleitet. Zu Beginn präsentierten wir am

Konferenzort eine schmelzende Nixe aus

Eis, um auf die Folgen der Klimaerwärmung

aufmerksam zu machen. Über 600 BUND-

Aktive haben mit dem gleichen Ziel an der

menschlichen Welle für mehr Klimaschutz

teilgenommen, die unser internationales

Netzwerk Friends of the Earth inszenierte.

In einer Klima-Petition haben wir für mehr

Klimagerechtigkeit plädiert und dafür viele

Unterstützerinnen und Unterstützer

gewonnen. Auch viele Prominente –

darunter der Sänger Jan Delay und die

Tatort-Kommissarin Ulrike Folkerts.

Diese Petition haben wir in Kopenhagen

Umweltminister Röttgen überreicht.

Die BUNDjugend war mit ihren Klimapiraten

mit drei Schiffen nach

Kopenhagen gesegelt (vgl. S. 20).

Großer Einsatz, schlechtes Ergebnis.

Alles umsonst? Wir meinen: Nein.

Ohne diesen Einsatz wäre die

Notwendigkeit, mehr für das

Klima zu tun, nicht weltweit so

deutlich registriert worden. Ohne

diesen Einsatz hätten die, die

kurzsichtig entschieden haben,

nicht so in der Kritik gestanden.

Und das ist für die weiteren

Klimaverhandlungen wichtig.

In Deutschland haben wir große

Erfolge für den Klimaschutz erzielt:

Unser Engagement für erneuerbare

Energien und gegen den Neubau von

Kohlekraftwerken zahlte sich aus. Sechs

große Kohlekraftwerke konnten wir im

letzten Jahr verhindern. Den Anfang

machte im Frühjahr der Rückzieher von

Vattenfall in Berlin. In Lubmin am Greifswalder

Bodden konnte ein Kohlekraftwerk

verhindert werden, und in Datteln erreichte

es der BUND mit einer Klage, dass das

bereits in Bau befindliche Kohlekraftwerk

gestoppt werden musste. Mehr zu den

geplanten und den verhinderten Klimakillern

unter www.bund.net/kohle

Geplante Kraftwerke. Mehr

Informationen zu den Standorten

und Adressen von Initiativen

gegen diese Pläne unter

www.bund.net/klimaschutz

800

800

1.800

✘Kiel


Brunsbüttel

500 ✘

800

Wilhelmshaven 800 ✘

800 1.640

1.100 Hamburg

Emden

Stade

Dörpen

Duisburg

900

Marl ?

750

750

Herne

750 ✘400

Krefeld Düsseldorf

Datteln1.640

Hamm

750

750

Lünen

2.200 2200

Neurath 2.200 Köln

Niederaußem

Ensdorf

900

Mannheim

Germersheim

Quierschied

I



Mainz

✘ ✘



?

910

Karlsruhe

1.100

Staudinger

1.600

Arneburg

660

Profen


Lubmin

✘ Bremen ✘

Die Erfolge gehen weiter:

verhinderte Kohlekraftwerke, Stand Juni 2010

Berlin

13

Klaus Brunsmeier,

stellvertretender

BUND-Vorsitzender,

verantwortet

den Arbeitsbereich

Klimaschutz.

670

Boxberg

670

670


Steinkohlekraftwerk

(Leistung in MW)

Braunkohlekraftwerk

(Leistung in MW)

Hier wurde ein

Kohlekraftwerk

verhindert.

? Hier stehen die

Neubau-Pläne

vor dem Aus.


Wiesen für Wanstschrecken

Die Wanstschrecke ist sehr selten. Wegen ihrer

Kompaktheit ist sie wenig mobil und benötigt

dringend zusammenhängende

Lebensräume. Im Landkreis Hildburghausen

kauft der BUND Thüringen

Ackerflächen, wandelt sie in naturnahes

Grünland um und pflegt sie

regelmäßig, um den Lebensraum

der Wanstschrecke zu vergrößern.

Wanstschrecke

Fotos: D. Damschen

(Moorfrosch, Kranich,

Brachvogel, Schwarzstorch),

T. Findeis (Menschengruppe),

Geo-Tag der

Artenvielfalt (Großes Bruch),

iStockphoto (Libelle), M. König

(Bechsteinfledermaus), K. Leidorf

(Luftbilder), J. Schmidl (West-

Östl. Tor, Gorbatschow), BN-Archiv

(sonstige), Karte: BUND. Infografik:

BUNDmagazin

5

Wo der Ziegenmelker ruft

6

Ausgedehnte Sümpfe, Moorflächen und Feuchtwiesen prägten früher

das Steinachtal und die Linder Ebene zwischen Mitwitz, Neustadt und

Sonneberg. Wie viele andere Feuchtgebiete wurde die Region im 20. Jahrhundert

entwässert und intensiv genutzt. Doch die Lage im Schatten der

innerdeutschen Grenze schützte das Tal vor der völligen Zerstörung. Der

BUND Thüringen erwarb ökologisch wertvolle Brachflächen, Zwergstrauchheiden

sowie Au- und Bruchwald, der Bund Naturschutz in Bayern

kaufte Wiesen und Teiche – eine Heimat für Heidelerche, Ziegenmelker,

Sumpfblutauge und Rundblättrigen Sonnentau. Übrigens tragen

hier auch Schafe und Ziegen zum Naturschutz bei: Sie sorgen dafür, dass

die von BUND-Aktiven entbuschten Heiden nicht wieder zuwachsen.

Thüringen/Hessen

Thüringen/Hessen

Wenigentaft,

Wenigentaft,

bei bei

Ulster Ulster

BADEN-WÜRTTEMBERG

BADEN-WÜR N TTEMBERG

Ziegenmelker

BAYERN BAAY

YERN

Kontakt: BUND-

Projektbüro Grünes

Band, Bauernfeindstr.

23,

90471 Nürnberg,

Tel. 0911/81878-0,

ww.gruenesband.info,

gruenesband@bundnaturschutz.de

Der Ulstersack – Heimat von Eisvogel & Co. 4

Die Rhön gilt als eines der vielgestaltigsten HESSEN und

artenreichsten deutschen Mittelgebirge. Seit

1991 schützt die Unesco sie als Biosphärenreservat.

Um die frühere innerdeutsche

Grenze an der Ulster zu sichern, hatte

man das Ufer mit Basaltsteinen befestigt.

Anfang 2007 erwarb der BUND hier

Grund und begann, dem Fluss mehr

Platz und ein natürlicheres Ufer

zurückzugeben. Davon profitieren

Uferschwalbe und Eisvogel sowie die

bedrohte Bechsteinfledermaus.

Schwarzstorch

Cobur Coburg g

Grabfeld

6

Frankenwald Hof

F k ld Hof

Fr Fran nnkenw

n wald

Muschwitz, Thüringen/Bayern

Rhön RRRRR RRh Rh Rhön Rhönn

Sonneberg Sonn Sonneberg

5

Fulda

C

Plaue Plauen en

Vogtland

4

Thüringer

Wald WW WWW WWWWWWWW

WW aald

ld

Mein Meiningen nn niii

ingen n n Schiefergebirge

SSchiefergebirg

chiefergebirgg

gee

Bad He Hersfeld ersfeld ersfeel e d

Erfurt

EEisenach

Eisenach

Eichsfeld, Thüringen/Niedersachsen

THÜRINGEN ENN

Großes Bruch, S.-Anhalt/Nds

Kassel KKassel

Elbe

Bechsteinfledermaus

Götti Göttingen

Duderstadt Du Dude

ders rrstadt

rs rstadt

3 Eichsfeld

Harz HHH H Ha Harz arz

nige besonders wertvolle Flächen

hat der BUND bereits gekauft.

B

WWernigerode

ernigerode

de

schaft des Eichsfeldes. Gemeinsam mit

der Stadt Duderstadt, der Verwaltungsgemeinschaft

Lindenberg/Eichsfeld

und der Heinz-Sielmann-Stiftung

schuf der BUND hier das »West-

Östliche Tor«: Zwei mächtige

SACHSEN SA ACHSEN Eichenstämme heben sich auf

einer BUND-Fläche von der

Umgebung ab. Am Boden verbunden

durch eine aus zwei Teilen

verschweißte Edelstahlschwelle

und umstanden von jungen

Eichen, symbolisieren sie die

überwundene deutsche Teilung. Sogar

Michail Gorbatschow kam zur Einweihung.

EElbe


Gosla Goslar ar

SACHSEN-ANHALT

HSE HALT

Letzter Rest Niedermoor

2

Das Große Bruch ist ein 45 Kilometer langes ehemaliges

Niedermoor zwischen den Flüssen Bode und Oker.

In den 50er und 60er Jahren wurde es fast völlig trockengelegt

und zu Ackerland umgebrochen.

Dennoch haben sich hier Relikte der früheren

Artenfülle halten können – wie

Großer Brachvogel und Kiebitz. Ei-

Großer Brachvogel

Großes Bruch

2

Magdeburg

Das WestÖstliche Tor im Eichsfeld 3

Die innerdeutsche Grenze verlief mitten

durch die historisch gewachsene Land-

Helmstedt H ms mstedt

Drömling

Moorfrosch

Altmark

WestÖstliches Tor

NIEDERSACHSEN

NIEDEERSACHSEN

Salzwedel

1 A

Michail Gorbatschow

Frosch- und Kranichkonzert

1

Das Grüne Band in der Altmark bei Salzwedel

ist geprägt von Feucht- und Moorgebieten.

Hier schafft der BUND Sachsen-

Anhalt ein Refugium für nordische Gänse

und Kraniche, indem er Bruchwälder und

Grünland wieder vernässt und Kleingewässer

anlegt. Zu einem der wertvollsten

Erlenbruchwälder Norddeutschlands

entwickelten sich wieder vernässte

150 Hektar im Stadtforst Salzwedel.

Seeadler, Schwarzstörche und Fischotter

durchziehen die ausgedehnten Feuchtgebiete,

der Kranich brütet direkt im

Grünen Band, Laub- und Moorfrosch

fühlen sich im renaturierten Cheiner

Torfmoor pudelwohl.

Wendland

BRANDENBURG

Lüneburg

Bur Burg g Lenzen

Elbe lbe

Spurensuche in Wildnis und Geschichte A B C

Auf einzigartige Weise verbindet das Grüne Band

Natur, Kultur und Geschichte – ein ideales Urlaubsrevier!

Gefördert vom Bundesamt für Naturschutz

und wissenschaftlich begleitet vom BUND wird der

einstige Grenzstreifen im Projekt »Erlebnis Grünes

Band« für einen die Natur schonenden Tourismus

erschlossen. Drei Modellregionen (A: Elbe-Altmark-

Wendland, B: Harz, C: Thüringer Wald-Schiefergebirge-Frankenwald)

bieten ein reichhaltiges Programm:

Wasserwandern, Radtouren, Geschichtswerkstätten,

Zeitzeugenberichte, Naturführungen, Themenwanderungen

etc. Dank dieses Angebots identifizieren sich

auch die Einheimischen immer mehr mit dem Grünen

Band. Das unterstützt den langfristigen Schutz

des einmaligen Biotopverbundes und lebendigen

Denkmals. Mehr dazu: www.erlebnisgruenesband.de

Neuhaus

MECKLENBURG-

VORPOMMERN

Schaalsee

Hamburg Hamb

Schwerin

Ratzeburger See

Lübeck

Travemünde

SCHLESWIG-HOLSTEIN

SCHLESW

Kraniche

20 Jahre wurde das Grüne Band 2009. Es ist ein lebendiges ökologisches Denkmal der jüngeren Zeitgeschichte und ein Mahnmal

wider das Vergessen. Ins Leben gerufen hat das Grüne Band unmittelbar nach der Wende der BUND. Er ist seither federführend

für dessen Schutz verantwortlich. Heute ist dieser einzigartige Biotopverbund als »Nationales Naturerbe« anerkannt.

Der BUND für das Band


Jahresbericht 2009

Mal richtig abschalten

Der BUND hat sich im Bundestagswahlkampf

und während der Koalitionsverhandlungen

aktiv für den Ausstieg aus der

Atomenergie und gegen längere Laufzeiten

von Atomkraftwerken eingesetzt – auch

und gerade mit neuen Medien: mit einem

Kurzfilm, der viel Beachtung fand, und

dem Spiel »Atomalarm« für Handy und PC.

Mit einer zwei Meter großen Atom-Ausstiegsuhr

tourte der BUND durch Deutschland,

um für den Atomausstieg zu werben.

Letzte Station am Wahltag: das Wahllokal

von Angela Merkel.

Der BUND war einer der Träger der

Demonstration »Mal richtig abschalten«

am 5. September in Berlin, der ein einwöchiger

Trecker-Treck vom Wendland

16

nach Berlin vorausging. Insgesamt waren

über 350 Trecker in der Hauptstadt. Mehr

als 50.000 Menschen demonstrierten in

einem langen Zug zum Brandenburger Tor

gegen Atomkraft: die größte Anti-Atom-

Demonstration seit über 20 Jahren. Der

BUND hat die Demonstration mitorganisiert

und in großem Umfange nach Berlin

mobilisiert.

In Rekordzeit haben wir zum Start der

Koalitionsverhandlungen mit campact und

ausgestrahlt die Aktion »Warmlaufen für

den Widerstand« auf die Beine gestellt.

An einem Montagabend kamen über 1.500

Menschen zu einer sportlichen Demo von

der CDU-Zentrale zum Verhandlungsort,

der Landesvertretung von Nordrhein-Westfalen.

Das Warmlaufen war, wie die

Menschenkette

gegen Atomkraft

am 24. April 2010

zeigte, eine gute

Übung.


Umwelt. Zukunft. Wählen

2009 war Wahljahr. Und der BUND war der

Umweltverband, der sich eingemischt hat;

denn Wahlen sind viel zu wichtig, um sie

allein den Parteien zu überlassen.

Der BUND engagierte sich weder für noch

gegen eine Partei, sondern für den Schutz

unseres Klimas und der Natur, gegen den

Neubau von Kohlekraftwerken und längere

Laufzeiten von Atomkraftwerken.

Ein zentrales Mittel, um im Wahlkampf

dem Umweltschutz Aufmerksamkeit zu

verschaffen, war der BUND-KandidatInnencheck:

Alle DirektkandidatInnen der im

Bundestag vertretenen Parteien wurden

nach ihrer Haltung zur Atom- und Kohlekraft

sowie zur Gentechnik befragt. BUND-

Gruppen aus 173 der 295 Wahlkreise

ergänzten den Check um wahlkreisbezogene

Fragen.

Mit dem Check bot der BUND allen umweltpolitisch

interessierten WählerInnen

die Möglichkeit, sich rasch einen Überblick

über die Positionen der Parteien in ihrem

Wahlkreis zu verschaffen oder zu prüfen,

was prominente SpitzenkandidatInnen

meinen. Und sie konnten die Kandidatinnen

und Kandidaten direkt kontaktieren,

ihre Zustimmung oder Ablehnung mailen.

Vor Ort und weltweit

Bronze für BUND-Plakat · Auf dem Europäischen

Festival 2009 für Werbung erhielt ein

Plakat des BUND in der Kategorie Außenwerbung

die Auszeichnung Bronze. Das Besondere

an dem Plakat, eine Produktion zusammen mit

der Agentur Publicis in Frankfurt: Es wirbt dreidimensional

für erneuerbare Energien.

Schließlich war der Check eine gute Möglichkeit

zu prüfen, ob die PolitikerInnen zu

ihren Aussagen stehen.

Die Resonanz war sehr gut: 1.070 Kandidatinnen

und Kandidaten, das sind fast

75 Prozent, beteiligten sich. Und rund eine

halbe Million Wählerinnen und Wähler

riefen den KandidatInnencheck auf

bund.net auf. Viele Portale verwiesen auf

den Check, über den von Brigitte bis zdfumwelt

berichtet wurde.

Von den Kandidatinnen und Kandidaten

unterstützten 373 das BUND-Manifest

„Atomkraft abwählen“. Das gab es im

Wahljahr nur beim BUND: Die Spitzen

von SPD, Linke und Grünen gemeinsam

unter einem Aufruf, den auch Kandidaten

der Union und der FDP unterstützten.

Eine besondere Anerkennung kam aus

Japan: Friends of the Earth Japan übernahm

die Idee und ging damit am 5.

August unter dem Titel „Lass uns unsere

Zukunft wählen“ online. 2010 setzte der

BUND in Nordrhein-Westfalen das Instrument

ein, um den Wählerinnen und

Wählern eine Entscheidungshilfe für die

Landtagswahlen zu geben.

17


Jahresbericht 2009 · Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit. Und mehr

Mit der Studie „Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt“ haben der BUND und seine Partner „Brot für die Welt“ und

Evangelischer Entwicklungsdienst eine breite Debatte über einen grundlegenden politischen Richtungswechsel angestoßen: In weit über

hundert Veranstaltungen und Veranstaltungsreihen – in Akademien und an (Volks-)Hochschulen, in Umweltzentren und Kirchen – wurden

Hindernisse und Chancen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit diskutiert. Regionale Studien wurden begonnen, eine große Ausstellung

tourt durch die Republik. Die BUND-Partner veröffentlichten Bildungsmaterialien. Mittlerweile liegt die vierte Auflage der Studie vor. Die

Debatte um Wachstum und Werte, Neoliberalismus und Gerechtigkeit, Globalisierung und Regionalisierung stößt in einer Zeit der Verunsicherung

und Orientierungslosigkeit und des wachsenden Unbehagens an einer floskelhaften Politik in der Gesellschaft auf Interesse und

Sympathie. Mehr über die Anleitung für einen Zivilisationswandel unter www.zukunftsfaehiges-deutschland.de

18

Zusammenhänge sehen. Perspektiven entwickeln. Mut, unbequem zu sein: BUND-Stärke.


Im Einsatz für schadstofffreie Kinderzimmer

Erst auf den zweiten Blick ist zu erkennen,

dass sich hinter der kuscheligen Fassade

ein fieser Kern versteckt: Der Teddy mit den

giftgrünen Augen auf dem Umschlag der

BUND-Broschüre symbolisiert die Gefahr,

die von Spielzeug ausgehen kann. Denn

Puppen, Planschbecken, Plüschtiere und

andere Gegenstände, mit denen Kinder

häufig in Kontakt kommen, enthalten

Schadstoffe, die ihre Gesundheit gefährden.

Besonders weitreichende Folgen haben

Substanzen, die das Hormonsystem stören.

Dazu gehören Weichmacher und Bisphenol

A. Sie werden mit Störungen der Sexualentwicklung,

Herz-Kreislauferkrankungen

und Diabetes in Verbindung gebracht. Kinder

reagieren besonders sensibel auf diese

Stoffe. „Gefährliche Lieblinge – Hormoncocktail

in Plüsch und Plastik macht Kinder

krank“ klärt darüber auf, bei welchen Kinderprodukten

besondere Vorsicht geboten

ist, und gibt nützliche Verbrauchertipps.

In Laboruntersuchungen wies der BUND

nach, dass Babyschnuller häufig Bisphenol

A enthalten. Daraufhin kündigten zahlreiche

Hersteller an, ihre Produktion auf

Materialien ohne Bisphenol A umzustellen.

Das zeigt zweierlei:

1. Häufig werden gefährliche Stoffe fahrlässig

für die Herstellung alltäglicher Produkte

eingesetzt.

2. Gefährliche Stoffe können oft ohne

Probleme durch sichere Alternativen ersetzt

werden.

Um Kinder, um alle Verbraucherinnen und

Verbraucher wirksam vor Schadstoffen zu

schützen, muss der Gesetzgeber handeln.

Der BUND engagiert sich für ein generelles

Verbot von hormonell wirksamen Chemikalien

in Kinderartikeln.

Der BUND setzt sich zudem für eine konsequente

Umsetzung der europäischen

Chemikalienverordnung REACH ein – und

konnte einen wichtigen Erfolg erringen:

Hersteller und Händler wurden gesetzlich

verpflichtet, VerbraucherInnen Auskunft zu

geben, ob in einem bestimmten

Produkt besonders gefährliche

Stoffe enthalten sind. Der

BUND erleichtert es mit

einem Musterbrief, dieses

Auskunftsrecht in Anspruch zu nehmen.

www.bund.net/chemie

19


Jahresbericht 2009

Kochen und Segeln fürs Klima

2009 feierte die BUNDjugend ihren 25. Geburtstag. Und sie war sehr präsent bei den Anti-

Atom-Aktionen im Herbst, führte spannende Umweltbildungsprojekte durch und überarbeitete

ihre Webseite – zum Beispiel.

Das Hauptaugenmerk der BUNDjugend lag auf dem Schutz unseres Klimas: Was 2008 mit

dem »Countdown to Poz’n’Hagen« begonnen hatte, wurde als »ACT NOW – The Young

Friends of the Earth Climate Project« fortgesetzt. Die BUNDjugend und ihr europäisches

Netzwerk begleiteten die internationale Klimapolitik intensiv.

Das internationale Engagement wurden von der Online-Kampagne „Gefährliche Brandung“

flankiert: Jugendliche forderten Frau Merkel auf, sich für Klimaflüchtlinge und Klimagerechtigkeit

einzusetzen. Der BUNDjugend gelang es, fünf Jugendlichen aus Kiribati, Indonesien,

Ruanda, Costa Rica und Uruguay die Teilnahme an der Klimaverhandlung in Kopenhagen zu

ermöglichen. Sie reisten gemeinsam mit ihren deutschen Briefpartnern zur COP15, um dort

ihre persönliche Perspektive des Klimawandels und seiner Folgen einzubringen.

Gleichzeitig nahmen die Klimapiraten mit zwei Schiffen von Greifswald aus Kurs auf

Kopenhagen. Für diese Aktion übernahmen die BUNDjugend und das ASA-Programm (von

InWEnt – Internationale Weiterbildung und Entwicklung) die Trägerschaft. Zunächst verhinderten

die Piraten gemeinsam mit Bürgerinitiativen und Umweltverbänden das geplante

Steinkohlekraftwerk Lubmin. Dann wurde die Bundesregierung durch öffentlichkeitswirksame

Aktionen zum Einsatz für ein starkes, faires und bindendes Klimaschutz-Abkommen

ermutigt.

Zwar ist die Konferenz kläglich gescheitert. Aber es wurde auch deutlich, wie jung, aktiv

und groß die globale Klimaschutzbewegung inzwischen ist.

Welchen Beitrag im Alltag jede und jeder leisten kann, zeigt das Klimakochbuch, das die

BUNDjugend 2009 herausgegeben hat und das inzwischen bereits in zweiter Auflage

vorliegt (vgl. S. 9).

20


Vor Ort und weltweit

Klein, aber nicht fein · In immer mehr Alltagsprodukten werden

Nanomaterialien eingesetzt – Stoffe in der Größenordnung

von Milliardstel Metern. Das Risiko tragen die Verbraucherinnen

und Verbraucher. In einer Studie über das weitverbreitete Nanosilber

weist der BUND nach, dass viele dieser Anwendungen

gefährlich sind. So gefährden antibakterielle Socken oder

keimtötende Lebensmittelverpackungen die Wirkung des in

der Medizin als wichtiges Antibiotikum verwendeten Silbers.

Deshalb fordert der BUND einen Vermarktungsstopp für

Nanoprodukte. Die Gesundheit vieler Verbraucherinnen und

Verbraucher ist wichtiger als der Gewinn einiger Unternehmen.

Schöne Erfolge, schöne Angebote: N &U

Kleine Klimaschützer waren 2009 auf

großer Umweltexpedition. Mit „DON CATOs

Klima-Rallye“ bewies die Natur und

Umwelt GmbH (N & U) erneut ihre Kreativität,

wichtige Umweltschutzthemen kindgerecht

aufzubereiten. Kinder von drei bis

sechs begaben sich auf eine Klima-Rallye

durch ihre Kindergärten und Kindertagesstätten.

Das Ziel: etwas für den Klimaschutz

tun, die Klimabilanz von Kindergärten,

Kitas und Horten zu verbessern. Und

dazu können schon die Kleinsten beitragen.

Die Klima-Rallye, getragen vom Bundesumweltministerium

und der BUNDjugend, war

ein großer Erfolg: Über zehntausend Kinder

beteiligten sich an dem Wettbewerb. Über

fünfzig Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Mehr unter www.doncato.de

Der Bekanntheitsgrad des BUNDladens ist

2009 enorm gestiegen. Das Angebot wurde

erweitert und besser als in der Vergangenheit

mit der Arbeit des BUND verbunden.

Der Erfolg gibt dieser Orientierung Recht.

So waren die Filz-Angebote aus der Wolle

des bedrohten Alpinen Steinschafs zum Teil

so gefragt, dass der Hersteller aus dem Allgäu

in einen Lieferengpass geriet.

In Zahlen ausgedrückt: Trotz Flaute in

vielen Haushaltskassen erwirtschaftete die

N&U 2009 einen Jahresüberschuss von

rund 5.000 Euro. Der Jahresabschluss wurde

von einer unabhängigen Wirtschaftsprüferin

uneingeschränkt als ordnungsgemäß

bestätigt. N&U-Chefin Rosemarie

Kleindl und ihr Team sind zufrieden – und

auch 2010 mit Schwung dabei, dem BUND,

seinen Gruppen, Mitgliedern und Förderern

Schönes, Nützliches und Service auf der

Höhe der Zeit zu bieten.

21

Nützlich, schön

und vorbildlich

sind die Fahrradbänder

mit Reflektorstreifen,

die aus

alten, nicht mehr

verwendbaren

Bannern des

BUND von einer

Behindertenwerkstatt

in Berlin

gefertigt wurden.

Jedes Band ein

Unikat und

Recycling pur.


Jahresbericht 2009 · Finanzen

Unabhängig. Politisch und finanziell

Viele Menschen unterstützen den BUND. Seine Einnahmen und Mitgliederzahlen sind stabil

Mit über 5,8 Mio. Euro Spenden erzielte der Bundesverband des BUND in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stabile Spendeneinnahmen.

Rund 800.000 Stunden waren die BUND-Mitglieder allein in Bayern ehrenamtlich für den Natur- und Umweltschutz unterwegs. Das sind

über 33.000 Tage oder 4.761 Wochen bzw. über 1.000 Monate. Bayern ist einer von 16 Landesverbänden des BUND, der mit über

2.000 Gruppen im ganzen Land vertreten ist. Mit diesem ehrenamtlichen Engagement wird jeder Spenden-Euro vervielfacht.

Über 461.000 Menschen haben im vergangenen Jahr diese Arbeit unterstützt. Der gesamte Verband hat es sich vorgenommen, noch

mehr Menschen für die Unterstützung seiner Arbeit zu gewinnen. 500.000 ist das Ziel.

22


© www.donauauen.at/Golebiowski/Navara

Gemeinsam mehr bewegen

Biotop- und Landschaftspflege, Klimaund

Artenschutz, Umweltbildung und Verbraucherschutz—

in Ost und West, in Nord

und Süd setzen sich BUND-Mitglieder

dafür ein, dass die Natur nicht unter die

Räder oder unter Beton kommt. Sie kümmern

sich mit Nachdruck darum, dass

Fehlplanungen verhindert und Natur

zurückgewonnen wird, dass Kinder und

Jugendliche mehr über die Natur erfahren.

Viele Tausend Stunden sind viele Tausend

Menschen für den Schutz der Natur und

Umwelt aktiv.

Viele andere Menschen spenden für diesen

Zweck – im Wissen, dass ihr Geld beim

BUND gut aufgehoben ist (siehe auch

Allee des Jahres · Deutschlands Alleen – das

sind die schönen Baumreihen entlang unserer

Straßen, die „grün-goldenen Tunnel“, die Obstbaum-

und Parkalleen. Bundesweit sind noch

etwa 25.000 Kilometer Straße mit Alleebäumen

bepflanzt. Der BUND pflanzt Bäume und setzt

sich ein für einen besseren Schutz unserer

Alleebäume. Zum Beispiel durch schärfere

Gesetze und eine sorgsame Pflege der Bäume.

Zum Tag der Allee am 20. Oktober kürt der

BUND in jedem Jahr die Allee des Jahres: Er ruft

bundesweit dazu auf, Alleen-Fotos einzusenden.

Aus vielen schönen Bildern wird dann die

„Allee des Jahres“ ausgewählt.

www.allee-des-jahres.de

S. 25). Über 461.000 Menschen unterstützen

die Arbeit des BUND und machen

ihn stark. Doch auch nach 35 Jahren sind

wir nicht selbstzufrieden. Wir wollen mehr

werden, um mehr zu erreichen. Deshalb

haben wir das Projekt 500.000 gestartet.

Ein halbe Million Unterstützerinnen und

Unterstützer will der BUND erreichen, um

seinen Einfluss in der Politik zu erhöhen,

um seine finanzielle Unabhängigkeit zu

sichern, um die Belange des Natur- und

Umweltschutzes noch besser durchsetzen

zu können.

23

Ursula Zeeb,

Schatzmeisterin


Jahresbericht 2009

Gegen den Trend: stabile Spendeneinnahmen

Die Spendenbereitschaft der Deutschen

hat 2009 leicht nachgelassen. Gegenüber

dem Vorjahr reduzierte sich das Spendenvolumen

um 3 Prozent. So das Ergebnis

einer Studie, die der Deutsche Spendenrat

in Auftrag gegeben hatte.

Der BUND konnte seine Spendeneinnahmen

mit 5,8 Millionen Euro konstant

halten. Die Einnahmen aus Bußgeldern

stiegen um gut 8 Prozent. Bei Erbschaften

konnte der BUND einen Zuwachs von

knapp 53 Prozent verzeichnen.

Der BUND ist ein Mitgliederverband. Viele

Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich

für den Schutz der Natur und Umwelt.

Die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen

stiegen um zwei Prozent an; sie machen

38,7 Prozent der Gesamteinnahmen aus.

24

Dieses Ergebnis unterstreicht:

• Vielen Menschen liegt der Schutz

unserer Natur und Umwelt am Herzen,

• viele Menschen schätzen die Arbeit

des BUND.

Mitgliedsbeiträge und Spenden machen

2009 zusammen rund 86 Prozent der

BUND-Einnahmen aus. Diese Finanzbasis

garantiert die politische Unabhängigkeit

des Verbandes.

Projektzuschüsse erhielt der Bundesverband

beispielsweise vom Umweltbundesamt

und von der Deutschen Bundesstiftung

Umwelt.

»Sonstige Einnahmen« fasst unter anderem

zusammen: Einnahmen aus Leistungen für

Landesverbände des BUND und Zinserträge.

Einnahmen des BUND-Bundesverbandes 2009

insg. 13.356.917 EUR sonstige Einnahmen

Verwendung von

810.155 EUR

Rücklagen

Projektzuschüsse

6,1 %

244.753 EUR

1,8 %

759.513 EUR 5,7 %

Spenden

5.836.798 EUR

Erbschaften und Bußgelder

43,7 %

533.780 EUR 4,0 %

Mitgliedsbeiträge

5.171.918 EUR 38,7 %


Ausgaben des BUND-Bundesverbandes 2009

insg. 13.356.918 EUR

Betreuung Mitglieder,

Förderer, Spender

397.728 EUR

Einstellung in Rücklagen

781.492 EUR

5,90 %

3,00 %

40,80 %

Geld sinnvoll zielgerichtet einsetzen

Unabhängig. Politisch und finanziell.

2,60 %

5,80 %

3,70 %

24,10 %

4,00 %

3,90 %

6,20 %

Natur- und Umweltschutzprojekte, Fach- und Lobbyarbeit,

Aktionen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

5.447.928 EUR

Mitgliederwerbung

344.317 EUR

Spendenwerbung

777.526 EUR

Sonstige Fundraising-Ausgaben

494.009 EUR

Überweisung an Landesverbände für

Natur- und Umweltschutzmaßnahmen

3.224.409 EUR

Ehrenamtliche Gremien

534.270 EUR

Umweltpolitische Unterstützung von

Untergliederungen und Dritten

521.101 EUR

Verwaltung

834.139 EUR

Im vergangenen Jahr hat der BUND über 13,3 Millionen Euro ausgegeben. Das Gros der

Ausgaben kommt dem Natur- und Umweltschutz zugute. Über 5,4 Millionen Euro wurden

investiert für Informationen und Aktionen, für Flächenkäufe, für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,

für Fach- und Lobbyarbeit zugunsten der Natur und Umwelt.

Ein großer Teil der BUND-Facharbeit wird in ehrenamtlichen Gremien geleistet. Für deren

Betreuung wurden 534.000 Euro ausgegeben, für die Information und Betreuung der

BUND-Mitglieder sowie der Kreis- und Ortsverbände, die die Arbeit des Verbands entscheidend

mittragen, 398.000 Euro.

Rund 3,2 Millionen Euro der Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen leitete der Bundesverband

an die Landesverbände weiter. Dort werden die Haushaltsmittel satzungsgemäß für

Natur-, Arten- und Umweltschutz, für Fach- und Informationsarbeit sowie Umweltbildung

eingesetzt.

Die Verwaltungskosten betrugen nur 6,2 Prozent der Gesamtausgaben. Das belegt: Der

BUND konzentriert seine Mittel auf die Kernaufgaben.

Der BUND stellt – über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus – einen handelsrechtlichen

Jahresabschluss auf und lässt diesen von einer unabhängigen Wirtschaftsprüferin

unter die Lupe nehmen. Dipl.-Kffr. Heike Apel, prüfte im Frühjahr 2010 die Bilanz des

BUND und bestätigte sie uneingeschränkt. Zudem prüft das zuständige Berliner Finanzamt

regelmäßig sehr intensiv die BUND-Finanzen. Ohne Beanstandungen.

25


Jahresbericht 2009

Gewinn und Verlustrechnung (Testierte Werte vom Wirtschaftsprüfer für das Haushaltsjahr 2009)

Erträge

Beiträge und Zuwendungen

Umsatzerlöse

Sonstige betriebliche Erträge

Summe Erträge

Aufwendungen

Geleistete und weitergeleitete Zuschüsse

Materialaufwand

Personalaufwand

Abschreibungen

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Summe Aufwendungen

Erträge ./. Aufwendungen

Zinserträge

Abschreibungen auf Finanzanlagen

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

Steuern vom Einkommen und Ertrag*

sonstige Steuern*

Jahresüberschuss

Entnahme aus Rücklagen für satzungsgemäße Zwecke

Einstellungen für Rücklagen*

Bilanzergebnis

2009

12.349 TEUR

70 TEUR

533 TEUR

12.952 TEUR

4.446 TEUR

2.949 TEUR

3.242 TEUR

70 TEUR

1.778 TEUR

12.485 TEUR

468 TEUR

75 TEUR

0 TEUR

543 TEUR

5 TEUR

1 TEUR

537 TEUR

245 TEUR

781 TEUR

0 TEUR

2008

12.619 TEUR

99 TEUR

544 TEUR

13.262 TEUR

4.530 TEUR

4.260 TEUR

3.130 TEUR

74 TEUR

1.917 TEUR

13.911 TEUR

-649 TEUR

186 TEUR

5 TEUR

-468 TEUR

8 TEUR

1 TEUR

-477 TEUR

786 TEUR

310 TEUR

0 TEUR

* Überleitung der Gewinn- und Verlustrechnung zur Ausgabendarstellung

Aufwendungen gesamt 12.485 TEUR 13.911 TEUR

zzgl. der mit * gekennzeichneten Aufwendungen und Rücklagen 788 TEUR 318 TEUR

Verrechnung von Aufwands- und Ertragspositionen 85 TEUR**

89 TEUR

Summe der Ausgaben 13.357 TEUR 14.319 TEUR

** insbesondere Übertrag Zuschüsse auf das Folgejahr und Erstattungen von Aufwendungen

Die Summenbildung erfolgt auf den Cent genau und wird auf Tsd. Euro abgeschnitten. Dies kann vermeintlich

zu Differenzen in der Summenbildung führen!

26


Bilanz (Testierte Werte vom Wirtschaftsprüfer für das Haushaltsjahr 2009)

Aktiva

a) Anlagevermögen

I. Immaterielle Vermögensgegenstände

II. Sachanlagen

III. Finanzanlagen

b) Umlaufvermögen

I. Geleistete Anzahlungen

II. Forderungen & sonstige Vermögensgegenstände

1. Forderungen aus Lieferungen & Leistungen

2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen

3. Forderungen gegen Untergliederungen

4. Sonstige Vermögensgegenstände

II. Schecks, Kassenbestand, Guthaben bei Banken

c) Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Summe Aktiva

Passiva

a) Eigenkapital

b) Rückstellungen

1. Sonstige Rückstellungen

c) Verbindlichkeiten

1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen

2. Verbindlichkeiten gegenüber Untergliederungen

3. Sonstige Verbindlichkeiten

Summe Passiva

31.12.2009

5 TEUR

96 TEUR

150 TEUR

251 TEUR

0 TEUR

35 TEUR

80 TEUR

327 TEUR

54 TEUR

496 TEUR

5.217 TEUR

30 TEUR

5.995 TEUR

31.12.2009

4.022 TEUR

414 TEUR

484 TEUR

598 TEUR

477 TEUR

1.559 TEUR

5.995 TEUR

31.12.2008

21 TEUR

137 TEUR

150 TEUR

308 TEUR

88 TEUR

75 TEUR

106 TEUR

187 TEUR

161 TEUR

530 TEUR

4.277 TEUR

29 TEUR

5.232 TEUR

31.12.2008

3.485 TEUR

492 TEUR

483 TEUR

618 TEUR

153 TEUR

1.254 TEUR

5.232 TEUR

Die Summenbildung erfolgt auf den Cent genau und wird auf Tsd. Euro abgeschnitten. Dies kann vermeintlich

zu Differenzen in der Summenbildung führen!

Die BUNDjungend macht einen eigenständigen Jahresabschluss.

27


Herzlichen Dank

Zahlreiche Spenderinnen und Spender haben

uns im vergangenen Jahr unterstützt. Viele

tun dies nun schon seit langer Zeit, einige

haben 2009 zum ersten Mal den BUND mit

einer Spende bedacht. Diese Beträge ermöglichen

es dem BUND, unabhängig und engagiert

für den Natur- und Umweltschutz einzutreten.

Dankbar erinnern wir an jene Menschen, von

denen wir 2009 Erbschaften oder Vermächtnisse

erhalten haben:

Dr. Liselotte Martha Armitage-Goldbeck

Bianka Drechsel

Anna Margarete Fauth

Anita Forst

Horst Grzywaczewski

Gunther Willi Hartmann

Irma Kallähn

Anneliese Meyerheim

Christa Pütz

Jürgen Dieter Redding

Gabriele Schopp

Dr. Karl-Heinz Timmesfeld

Für die gute Zusammenarbeit bzw. hilfreiche

Unterstützung danken wir:

Aktion Mensch, Bonn

Daniel Brunner, Berlin

Rudolf Bühler, Schwäbisch Hall

Burghotel Lenzen

Druckerei Lokay, Reinheim

DIE.PROJEKTOREN, Berlin

Klaus Leidorf, Buch

Motus, Berlin

Naldo Gruden (grudengrafik), Berlin

Publicis, Frankfurt/Main

Hans-Michael Schnack, Berlin

Scholz & Volkmer GmbH, Wiesbaden

Annette Schüller (AB. Mediendesign &

Eventservice), Berlin

VGH Versicherungen, Hannover

Visuamundo, Oldenburg

Zitrusblau, Berlin


Film. Preis. Feiern. Anerkennung

Umweltpreis für Angelika Zahrnt

Bundespräsident Köhler überreichte der BUND-Ehrenvorsitzenden im Oktober 2009 den Deutschen

Umweltpreis. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) würdigte damit das Lebenswerk von Angelika

Zahrnt, die sich seit vielen Jahren für den Schutz der Natur und Umwelt engagiert. Mit dabei: DBU-

Generalsekretär Fritz Brickwedde (links) und der DNR-Präsident Hubert Weinzierl (2. von rechts).

Heinz Hoenig für den BUND

Ein Premiere: 2009 ging der erste BUND-Weihnachtsspot online. Hauptdarsteller: Heinz Hoenig als

Nikolaus. Der Klimawandel setzt ihm arg zu: Weil der Schnee ausbleibt, kommt sein Renntierschlitten

nicht voran. Realisiert hat den Spot die Wiesbadener Agentur Scholz & Volmer. Wer ihn versäumt hat,

kann ihn hier noch sehen: www.karren-im-dreck.de

Anerkennung für Hasan und Bassey

Nnimmo Bassey und Rizwana Hasan vom Vorstand des BUND-Netzwerks Friends of The Earth International

sind vom Magazin TIME zu Umwelthelden des Jahres 2009 gewählt worden. Rizwana Hasan

engagiert sich in Bangladesh für die Rechte von Arbeitern, die an der Küste Schiffswracks zerlegen –

ohne jede Vorsorge für ihre Gesundheit und Umwelt. Nnimmo Bassey kämpft für Umwelt und Menschenrechte

in dem von Ölkonzernen ausgebeuteten Nigeria.

Feiern zum 20. Geburtstag

2009 wurde das Grüne Band, der größte deutsche Biotopverbund, 20 Jahre alt. Ein Grund zum Feiern.

Zum Beispiel mit einem Fest auf Burg Lenzen, dem Europäischen Zentrum für Auenökologie, Umweltbildung

und Besucherinformation an der Elbe. Mit dabei: der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Mehr

Geburtstagsbilder auf den Grüne Band-Seiten auf bund.net


IMPRESSUM

Herausgeber:

Bund für Umwelt

und Naturschutz

Deutschland e.V.

Friends of the Earth

Germany

Am Köllnischen Park 1

10179 Berlin

Telefon: (030) 27586-40

Fax: (030) 27586-440

Redaktion:

Dr. Norbert Franck (V.i.S.d.P.)

Mitarbeit:

Olaf Bandt, Thorben Becker, Reinhild Benning,

Christiane Bohn, Patricia Cameron,

Dr. Liana Geidezis, Dr. Heidrun Heidecke,

Mark Hoerstermann, Rosemarie Kleindl,

Heike Moldenhauer, Katrin Riegger

Entwurf:

Nic. Mitchell

Gestaltung:

Claudia Gunkel

Infografiken:

Marc A. Venner

Bildautoren:

BUND Baden-Württemberg (S. 6)

BUND Baden-Württemberg,

Thomas Stephan (S. 7)

wikipedia.de/Willow (S. 8),

Thomas Stephan (S. 11)

Dietrich Sommer, sxc.hu/Patric Hajzler,

pixelio.de/Verena-N.,

aboutpixel.de/brighton33 (S. 28),

alle übrigen Bilder BUND

Druck:

Z.B.!, Köln

Gedruckt auf 100% Recyclingpapier,

Juli 2010

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www.bund.net · info@bund.net · Spendenkonto: Sparkasse KölnBonn · BLZ 370 501 98 · Kontonummer 232

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