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Nummer 178 — 43. Jahrgang MDV-GmbH - 6300 Gießen 1 an privat

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Mittwoch, 3. August 1988 Telefon (0641) 3003-0

Bayreuth

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opfer,e. Sonderopfer für Nordsee

Bundesumweltminister spricht von Milliardensummen — Robbenbestand fast halbiert — Watt-Fahrverbot Rechtens

K i e 1 / B o n n (AP). Während das Robbensterben in der Nordsee mit ster Klaus Töpfer von Milliardensummen, die nötig seien, um die

hoher Geschwindigkeit weitergeht, haben Experten in Bonn deutlich weitere Belastung der Nordsee zu verringern. Im Rechtsstreit um die

gemacht, daß das Meer nur mit erheblichem finanziellen Aufwand zu Sperrung von Wattenmeergebieten zum Schutz der Seehunde entretten

ist. Bei einer Anhörung des Bundesfachausschusses Umwelt- schied ein Gericht, daß der Schiffsverkehr in einzelnen Regionen

politik der CDU in der Bundeshauptstadt sprach Bundesumweltmini- grundsätzlich verboten werden darf.

Im Watt vor der schleswig-holsteinischen Küste

ist inzwischen fast die Hälfte des gesamten

Seehundbestands dem Massensterben zum Opfer

gefallen. Bis zum Montag wurden nach Angaben

des Kieler Umweltministeriums 1780 verendete

Tiere gefunden. Zu dieser Zahl müssen

Seehunde hinzugerechnet werden, die durch

Strömung und Wind aufs offene Meer hinausgetrieben

wurden. Vor Beginn der Epidemie Anfang

Mai hatte die Gesamtzahl der Seehunde

vor der Küste des nördlichsten Bundeslandes

rund 3800 betragen.

Bei der Anhörung in Bonn machten Wissenschaftler

deutlich, daß über die Ursachen des

Robbensterbens bisher eigentlich ȟberhaupt

nichts« bekannt sei. Nach Angaben von Töpfer

ist die bisherige Vermutung, allein eine Viruserkrankung

sei für die Epidemie verantwortlich,

Südafrika bot Abzug aus

Namibia noch 1988 an

Johannesburg/Genf (AP). Zum Auftakt

der fünften Runde von Gesprächen über

den Abzug der kubanischen Truppen aus Angola

und über die Unabhängigkeit Namibias

gab der südafrikanische Außenminister Roelof

Botha bekannt, sein Land habe in Genf

das konkrete Angebot gemacht, mit dem Abzug

seiner Truppen aus Namibia am 1. November

zu beginnen.

Nach den Worten Bothas ist in den südafrikanischen

Vorschlägen vorgesehen, daß am

1. Juni kommenden Jahres in Namibia Wahlen

stattfinden. Am 10. August soll in dem

seit 13 Jahren währenden Krieg im Süden

Afrikas Waffenruhe eintreten.

Teilnehmer der Genfer Verhandlungsrunde

sind Südafrika, Angola, Kuba sowie die

USA als Vermittler. Sie hatten sich im Juli

grundsätzlich auf einen Truppenrückzug und

die Unabhängigkeit Namibias geeinigt, strittig

war vor allem der Zeitplan gewesen.

Spielbank-Affäre: Hatte

von Rath Schlüsselrolle?

H a n n o v e r (dpa). Neue Dokumente weisen

dem Ex-Werbe- und Finanzberater der niedersächsischen

CDU, Laszlo von Rath, eine Schlüsselrolle

bei den Bemühungen zu, Anfang der

70er Jahre Abgeordnete der oppositionellen

CDU für den Zustimmung zum niedersächsischen

Spielbanken-Gesetz zu gewinnen. Der

Vorsitzende des Spielbanken-Untersuchungsausschusses

des niedersächsischen Landtages,

Wolf Weber (SPD), verlas am Dienstag eine Erklärung

des Mannheimer Rechtsanwalts Paul

Meixner. Dort heißt es, daß »durch Besprechungen

mit unseren verschiedenen Kontaktleuten

und vor allem auch mit Herrn Rath erreicht

werden konnte, daß aus den Reihen der CDU

und unter Mitwirkung der SPD das Spielbankgesetz

in den Landtag eingebracht wurde«.

US-Verteidigungsminister Frank Carlucci

besichtigte einen Militärstützpunkt in der So-

wjetunion. (AP)

»wieder offener« geworden. Deshalb habe die

Bundesregierung zur Erforschung des Robbensterbens

zusätzlich 500 000 DM zur Verfügung

gestellt. Ein Seehundhospital bei Groningen

hat vorsichtig angedeutet, daß man möglicherweise

einen Impfstoff gegen den Erreger

der tödlichen Seuche entwickelt habe. Genaueres

ließe sich allerdings noch nicht sagen.

Der Bundesumweltminister bezifferte die »erheblichen

finanziellen Opfer«, die alle Beteiligten

für eine saubere Nordsee bringen müßten,

allein für die öffentliche Hand mit 14 Milliarden

DM, die zur Nachrüstung von Kläranlagen gebraucht

würden. Der Ausbau der Klärwerke zur

Verringerung des Schadstoff- und Nährstoffeintrags

bedeute für den Verbraucher eine Erhöhung

der Abwassergebühren um etwa 80 Pfennig

pro Kubikmeter. Auf einen Vier-Personen-

Haushalt komme damit eine zusätzliche Belastung

bis zu 300 DM im Jahr zu.

Auch die Industrie werde Milliardensummen

investieren müssen, um die Belastung ihrer Abwässer

nach dem neuesten Stand der Technik

Die Beschwerdeführerin, die Mitglied einer

Krankenkasse ist, hatte in Karlsruhe gegen eine

Entscheidung des Bundessozialgerichts geklagt.

Dieses hatte ihr schon früher die Befugnis

abgesprochen, die Berechtigung von Leistungen

der Kasse an andere Mitglieder gerichtlich

überprüfen zu lassen. Der für Grundrechte zuständige

Erste Senat des Bundesverfassungsgericht

lehnte die Beschwerde dagegen als unbegründet

ab.

Das höchste Gericht erkennt zwar an, daß sich

eine Klagemöglichkeit eines Mitglieds eines

Den Angaben zufolge können betroffene

Wehrpflichtige des Jahrgangs 1962 und später

von Januar 1989 an eingezogen werden. Das

Ministerium will versuchen, ihnen die Einberufungstermine

1. Januar und 1. April anzubieten,

die nach dem Gesetz noch 15 Monate Wehrdienst

nach sich ziehen. Vom 1. Juni 1989 an gilt

der 18monatige Wehrdienst.

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses

im Bundestag, Alfred Biehle (CSU) unterstützte

die Einberufung von Verheirateten, verlangte

aber eine »parlamentarische Nachbehandlung«

der Regelung für dritte oder weitere

Söhne einer Familie. Es sei nicht im Sinne der

In diesem Zusammenhang verlangte er erneut

eine Offenlegung des sowjetischen Militärbudgets.

Zur Zeit könnten die USA die Stärke der

Sowjetunion nur aufgrund der Ausrüstung der

Streitkräfte einschätzen. Zufrieden äußerte sich

der Pentagon-Chef über die ihm während seines

Besuches entgegengebrachte »bemerkenswerte

Freimütigkeit« bei den Gesprächen und Besuchen

von militärischen Einrichtungen.

Am Vormittag sahen Carlucci und seine Delegation

auf dem Stützpunkt Kubinka bei Moskau

zu verringern, sagte Töpfer. Schätzungen, nach

denen auf die Unternehmen Kosten von mindestens

fünf Milliarden DM zukommen, bezeichnete

er als »eher zu niedrig als zu hoch«. Insgesamt

seien zur Verringerung des Schadstoff-

Eintrags in die Nordsee Aufwendungen von zusammen

rund 20 Milliarden DM erforderlich.

Diese Mittel könnten nur in einer Gemeinschaftsaktion

aufgebracht werden. Töpfer setzte

sich erneut für eine stärkere internationale Zusammenarbeit

aller Nord- und Ostsee-Anrainerstaaten

ein, wobei er ausdrücklich auch die

DDR, CSSR und Schweiz einbezog, die über

Elbe und Rhein zur Schadstoffbelastung beitrügen.

Das schleswig-holsteinische Umweltministerium

setzte zum Schutz der Robben ein Fahrverbot

für alle Schiffe in drei Gebieten des Wattenmeeres

durch. Bis Ende August dürfen nun

weder Fischer noch Ausflugsdampfer oder

Sportschiffer eine Zone westlich von Amrum,

ein Gebiet westlich der Hallig Pellworm und

das Wesselburener Loch bei Büsum befahren.

Kassen müssen weiter zahlen

Klage abgewiesen: Flnanzlerung der Abtreibung nicht gegen Grundgesetz

Kar 1 s r u h e (AP). Die Finanzierung legaler Schwangerschaftsabbrüche durch Krankenkassen

ist kein Verstoß gegen das Grundgesetz: Das Bundesverfassungsgericht wies gestern

die gegen diese Praxis gerichtete Klage einer Versicherten zurück. Bundesjustizminister

Engelhard begrüßte den Spruch des höchsten deutschen Gerichts und äußerte die Hoffnung,

daß nun Rechtsfriede einkehre und die Verunsicherung der betroffenen Frauen beendet sei.

Zwangsverbands auf die Einhaltung der Grenzen

seiner gesetzlichen Aufgaben aus der Verfassung

ergeben könne; dies aber nur, wenn der

Verband über die Erhebung von Beiträgen hinaus

in die Grundrechte der Mitglieder eingreife,

was jedoch hier nicht zutreffe.

Justizminister Engelhard erklärte, nach der

Entscheidung der Karlsruher Richter gebe es

keine verfassungsrechtlichen Gründe, die eine

Änderung der geltenden Vorschriften erforderten.

(Aktenzeichen: Bundesverfassungsgericht:

1 BvR 1301/86).

Wehrdienst auch für Ehemänner

Mehr Einberufungen wegen Pillenknick — Unterschiedliche Reaktionen

B o n n (AP). Um die Auswirkungen des »Pillenknicks« zu mildern, wird die Bundeswehr ab

Januar auch Verheiratete und Söhne kinderreicher Familien zum Wehrdienst heranziehen,

sagte gestern ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Bonn. Die Einberufung auch der

jungen Männer, die sich bisher zurückstellen lassen konnten, wurde mit mehr Wehrgerechtigkeit

begründet und soll möglichst noch vor Juni nächsten Jahres geschehen.

Wehrgerechtigkeit, wenn zum Beispiel fünf

Söhne einer Familie einberufen würden.

Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes,

Rolf Wenzel, begrüßte die Entscheidung des

Verteidigungsministeriums. Der SPD-Wehrexperte

Erwin Horn sprach dagegen von einer familienfeindlichen

Entscheidung, durch die junge

Familien sozial ungeheuer belastet würden.

Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende

Horst Ehmke erklärte, die Maßnahmen könnten

die Personalprobleme der Bundeswehr auf

Dauer ebenso wenig lösen wie die Verlängerung

des Wehrdiensts und plädierte erneut für eine

grundsätzliche Umstrukturierung.

Carlucci fordert Offenheit

Zufrieden mit UdSSR-Besuch — US-Delegation sah geheimen Sowjet-Bomber

Moskau (dpa). US-Verteidigungsminister Frank Carlucci hat zum Abschluß seiner

Gespräche mit seinem sowjetischen Amtskollegen Dimitri Jasow gestern in Moskau die

UdSSR zu größerer Offenheit in Militärfragen aufgefordert. »Je mehr sich die Sowjetunion

öffnet, desto leichter ist es für uns, ihre militärischen Fähigkeiten einzuschätzen«, erklärte er

auf die sowjetische Kritik an angeblich falschen amerikanischen Vorstellungen über die

Militärmacht der UdSSR.

als erste westliche Experten den bisher streng

geheimen sowjetischen Fernbomber mit der

NATO-Bezeichnung »Blackjack« sowie ein

MiG-29-Kampfflugzeug und andere Militärmaschinen.

Der seit zehn Jahren entwickelte

»Blackjack«, von dem bislang elf bis zwölf Maschinen

produziert wurden, wird von Moskau

als größter und schwerster strategischer Bomber

der Welt bezeichnet. Er hat einen Einsatzradius

von 7300 Kilometern und trägt Marschflugkörper

verschiedener Größe.

gestern aus der Hand der neun Jahre alten

Katrin Galla aus Schwäbisch-Gmünd einen

Brief und eine Zeichnung zum Thema Robbensterben.

(AP)

Israelis erschossen

18jährigen Palästinenser

Jerusalem (AP). Der Generalstreik im

Westjordanland und im Gazastreifen ist gestern

in den zweiten und letzten Tag gegangen. In

allen größeren Städten waren die Geschäfte geschlossen,

Busse verkehrten nicht, und auf den

Straßen waren nur wenige Menschen zu sehen.

Zu dem Ausstand war in Flugblättern zum Protest

gegen die Abschiebung von acht Palästinensern

nach Libanon aufgerufen worden.

In Nablus erschossen israelische Soldaten, deren

Jeep mit Steinen beworfen wurde, einen

18jährigen Palästinenser und verletzten drei

weitere durch Schüsse. In Dura bei Hebron

schossen Soldaten nach Angaben arabischer

Journalisten zwei maskierte Araber an, die mit

anderen zusammen arabische Arbeiter daran zu

hindern versuchten, Busse zur Fahrt zu ihren

Arbeitsplätzen in Israel zu besteigen. Es sei zu

einem Handgemenge gekommen, und die Soldaten

hätten das Feuer eröffnet. Bereits am

Montag hatten in Nablus Soldaten auf eine

Gruppe junger Araber geschossen und einen

12jährigen in den Hals getroffen.

23 Tote bei

Flugzeugunglück

S o f i a (dpa). Bei einem Flugzeugabsturz In

der bulgarischen Hauptstadt Sofia sind gestern

nachmittag 23 Menschen ums Leben gekommen.

Das berichtete die amtliche bulgarische

Nachrichtenagentur BTA. Das Flugzeug,

das 33 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder

an Bord hatte, war auf dem Weg

nach Warna an der Schwarzmeerküste abgestürzt.

14 Personen überlebten zum Teil

schwer verletzt. Ob Ausländer unter den Passagieren

waren, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Um 17.29 Uhr Ortszeit war die Maschine der

nationalen Gesellschaft Balkan Airlines vom

sowjetischen Typ YAK-40 kurz nach dem

Start abgestürzt. Nähere Einzelheiten über

die Unglücksursache wurden noch nicht bekannt.

Die Behörden haben eine Untersuchungskommission

gebildet.

Der Flugzeugtyp YAK-40 wird von Balkan

Airlines normalerweise nur zu Trainingszwecken

verwendet.

DDR nimmt derzeit keine

Ausreiseanträge an

B o n n (AP). Die DDR nimmt keine neuen

Ausreiseanträge mehr an, weil die Antragsflut

die Millionengrenze weit überschritten

hat. Der deutschlandpolitische Sprecher der

CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Lintner, erklärte,

daß sich die DDR-Behörden für eine

Neuregelung der Ausreisepraxis entschieden

hätten und keine Anträge mehr angenommen

würden, weil schon mehr als 1,5 Millionen

Menschen Anträge gestellt hätten. Offenbar,

so Lintner, erlaube die DDR nur noch Ausreisen

zur Familienzusammenführung.

1


Mittwoch, 3. August 1988 POLITIK Nummer 178 — Seite 2

1 Personalien 1

Jose Napoleon Duarte,

der krebskranke

salvadorianische Prä-.

sident, wird erneut in

einem Militärlazarett

in Washington behandelt.

Er traf am Montag

in Begleitung seiner

Frau und seines

Sohnes dort ein. Die

Arzte schätzen seine

Lebenserwartung auf

sechs bis 18 Monate.

Vor wenigen Wochen

war Duarte im Walter-

Reed-Heereslazarett der größte Teil des Magens

entfernt worden. Die Amtsgeschäfte in

San Salvador führt Vizepräsident Rodolfo

Castillo Claramount.

Gottfried Wurche, der wegen Meineids verurteilte

frühere Tiergartener Bezirksbürgermeister,

ist aus der SPD ausgetreten. Das

bestätigte gestern SPD-Landesgeschäftsführer

Kremendahl. In einem Brief habe Wurche

sich über mangelnde Solidarität beklagt.

Die Temperaturen

gestern morgen (10.00 Uhr MEZ) in:

DEUTSCHLAND AUSLAND

Sylt heiter 15 Helsinki wolkig 17

Cuxhaven bedeckt 16 Stockholm bedeckt 17

Hamburg wolkig 16 Oslo wolkig 10

Lübeck wolkig 16 London bedeckt 16

Greifswald wolkig 17 Kopenhagen Regen 14

Hannover wolkig 17 Amsterdam bedeckt 17

Berlin bedeckt 18 Brüssel bedeckt 16

Leipzig wolkig 21 Paris wolkig 20

Köln Regen 16 Nizza heiter 27

Koblenz Regen 16 Madrid heiter 29

Trier bedeckt 16 Mallorca heiter 28

Feldberg/Ts. bedeckt 14 Malaga bedeckt 26

Frankfurt/M. bedeckt 20 Lissabon heiter 23

Saarbrücken heiter 19 Wien heiter 25

Stuttgart wolkig 24 Prag heiter 24

Nürnberg wolkig 23 Warschau wolkig 23

Freiburg bedeckt 25 Budapest heiter 26

München wolkig 24 Belgrad wolkenl. 28

Passau heiter 22 Venedig wolkenl. 25

Oberstdorf wolkig 22 Rom wolkenl. 28

Zugspitze wolkig 6 Athen heiter 31

Garmisch wolkig 21 Moskau bedeckt 21

Mängel bei Atonitransport

Bundesumweltminister bestätigte Beobachtungen eines Fernseh-Teams

Bonn (AP). Das Bundesumweltministerium hat »Unkorrektheiten« beim Transport radio-

aktiven Materials durch die Transportfirma »Nuclear Cargo + Service GmbH« (NCS) einge-

räumt und organisatorische Konsequenzen angeordnet. Die Sprecherin des Bundesumwelt-

ministeriums, Marlene Mühe, bestätigte gestern einen Bericht des ZDF-Magazins »Studio 1«,

das am 15. Juli beim Transport unbestrahlter Brennelemente und radioaktiven Urans von

Hanau nach Geesthacht Verstöße gegen die Sicherheitsbestimmungen des Atomgesetzes

beobachtet und mit der Kamera aufgezeichnet hatte. Die Sendung wird heute ausgestrahlt.

Ein zweiter Transport der NCS von Hanau Das »Studio 1«-Team, das dem Transport des

nach Geesthacht sei bis zur endgültigen Klä- radioaktiven Materials über sieben Stunden mit

rung der Angelegenheit vorübergehend ausge- der Kamera folgte, beobachtete dabei zweimal

setzt worden, hieß es in der Stellungnahme des bei Stopps auf Autobahnparkplätzen, wie Ange-

Bundesumweltministeriums. Nach Gesprächen hörige der Begleitmannschaft ausstiegen und

mit der Firma bleibe festzuhalten, daß sich die die Tür einige Zeit weit offen ließen. Der Be-

NCS in zwei Punkten unkorrekt verhalten habe. richt zeige, daß Terroristen bei dieser Gelegen-

So habe die NCS die zuständigen Behörden in heit leicht das Fahrzeug in ihre Gewalt hätten

Bremen und Hamburg nicht 48 Stunden vor bringen können. Ferner durchfuhr der Trans-

Abgang über den geplanten Transport unter- port nach Angaben des ZDF kilometerweit Bre-

richtet. Abweichend von der in der Beförde- mer und Hamburger Gebiet, ohne — wie im

rungsgenehmigung der Physikalisch-Techni- Atomgesetz vorgeschrieben — die dort zuständi-

schen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig gen Behörden zu informieren, die deshalb keine

angegebenen Fahrstrecke sei die Autobahn A 25 Sicherheitsvorkehrungen treffen konnten.

im Abschnitt zwischen Hamburg und Geest- Die Firma NCS wurde nach dem Skandal um

hacht streckenweise länger befahren worden als die Hanauer Atomtransportfirma Transnuklear

vorgesehen. Diese »Mißstände« seien mittler- mit dem Transport von radioaktivem Material

weile von der NCS behoben worden. beauftragt.

Ex-Anwälte verweigern Aussage

1lammadiProze6: Kein Wort über die Auftraggeber der Verteidiger

F r a n k f u r t (AP). Die beiden früheren Anwälte des mutmaßlichen Luftpiraten Mohammed

Hammadi, die den Sicherheitsbehörden Ende vergangenen Jahres ein Geständnis des Libanesen

gegeben haben sollen, haben gestern die Aussage verweigert.

Rechtsanwalt Matthias Mahlberg und sein Chemiekonzern Hoechst die inzwischen von ih-

Sohn Lothar aus Bonn beriefen sich überein- rem Mandat entbundenen Mahlbergs beaufstimmend

auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht tragt. Der Hoechst-Manager Rudolf Cordes ist

und erklärten der Jugendkammer des Frankfur- seit anderthalb Jahren in der Hand libanesi-

ter Landgerichts, sie dürften nichts über die scher Entführer, die Mohammed Hammadi aus

geheimgehaltenen Auftraggeber sagen, die sie deutscher Haft freipressen wollen. Als absolut

im vergangenen Jahr mit der Verteidigung unzutreffend haben Sicherheitskreise Angaben

Hammadis betraut hätten. Matthias Mahlberg des syrischen Verteidigungsministers Mustafa

sagte, er fühle sich an seine Schweigepflicht mit Tlass bezeichnet, daß für die Freilassung des

Rücksicht auf die ungenannten Auftraggeber entführten Siemens-Technikers Alfred Schmidt

gebunden. In unbestätigten Zeitungsberichten in Libanon 18 Millionen DM Lösegeld gezahlt

hatte es geheißen, möglicherweise habe der worden seien.

Frieden im Golf unsicher

Irak will von Perez ausgerufenen Waffenstillstand nicht akzeptieren

N e w Y o rk 1 B a g d a d (dpa). Der Irak hat gestern unmißverständlich deutlich gemacht, daß

er einen von UN-Generalsekretär Javier Perez de Cuellar ohne Zustimmung der beiden

Parteien ausgerufenen Waffenstillstand im Golfkrieg nicht akzeptieren wird. Botschafter

Riad al Kajsi, der Sprecher der irakischen Delegation, die sich seit einer Woche zu Gesprä-

chen über die Umsetzung der Friedensresolution 598 in New York aufhält, sagte zu Reportern

in den UN, »wir werden keine vollendete Tatsache akzeptieren«.

Perez versuchte am selben Tag dem Eindruck bekommen. Frieden müsse zwischen Iran und

entgegenzuwirken, er wolle möglicherweise ge- dem Irak ausgehandelt werden und nicht zwi-

gen den Willen des Irak ein Ende der Kampf- schen Iran und der UN.

handlungen durchsetzen. Perez hatte am Vorta- Der UN-Generalsekretär reagierte wenig spä-

ge betont, sowohl er selbst wie der Sicherheits- ter vor Journalisten sichtlich verärgert auf diese

rat hätten die Möglichkeit, einen Waffenstill- Erklärung. Er habe seit zwei Wochen mit beiden

stand auszurufen. Wenn »eine der Seiten einen Seiten die Möglichkeiten eines Waffenstillstan-

solchen Waffenstillstand nicht akzeptiert, dann des besprochen. Perez äußerte sich trotz der

ist es Sache des Sicherheitsrates, darüber zu harten Haltung des Irak hoffnungsvoll im Hin-

entscheiden«, hatte Perez erklärt. blick auf den Fortgang seiner Bemühungen.

Während Irans UNO-Botschafter Mohammad Der irakische Staatsminister für auswärtige

Mahallati erneut die Bereitschaft seines Landes Angelegenheiten, Saadun Schaker, bekräftigte

zu umfassenden Friedensverhandlungen, aller- gestern in Bagdad auf einer Sondersitzung eines

dings nur im Rahmen der Resolution 598, beton- Golfkriegkomitees der Arabischen Liga die For-

te, warf der irakische Delegationssprecher Te- derung seines Landes, in direkten Gesprächen

heran in scharfer Form vor, es wolle keinen mit Iran über einen Frieden zu verhandeln. So-

dauerhaften Frieden, sondern lediglich einen lange es keine Direktgespräche gebe, werde

Waffenstillstand, um zur Erholung von seinen sich der Irak dem internationalen Druck wider-

militärischen Niederlagen eine Atempause zu setzen, einem Waffenstillstand zuzustimmen.

IRA-Terror — Die IRA hat gestern ihre Terror- Kämpfe um Kabul - S owjetische Truppen hakampagne

mit der Ermordung von zwei Mitglie- ben in den vergangenen Tagen mehrere Angrifdern

der britischen Sicherheitskräfte in Nordir- fe auf Stellungen der regierungsfeindlichen afgland

fortgesetzt. In der Stadt Lisburn detonierte hanischen Rebellen in der Umgebung von Kaeine

Bombe unter dem Auto eines Polizisten. In bul unternommen, um die afghanische Haupt-

Belfast zogen IRA-Angehörige einen Soldaten stadt vor weiteren Angriffen der Rebellen zu

aus einem Einkaufszentrum, verprügelten ihn schützen.

vor den Augen von zahlreichen Menschen und

erschossen ihn anschließend. Grünen-Einwände — Die Grünen im Bundestag

Schutzgarantie — Die chilenische Militärregie- haben bei der Bonner Staatsanwaltschaft Einrung

hat Bundesaußenminister Genscher den wände gegen die Entscheidung erhoben, gegen

Schutz der Immunität aller ausländischen Di- Bundeskanzler Helmut Kohl wegen des Verplomaten

garantiert, zugleich aber angedeutet, dachts der Falschaussage vor dem U-Boot-Undaß

die Entscheidung in einem Verfahren gegen tersuchungsausschuß des Bundestages in der

zwei deutsche Botschaftsangehörige bei den vergangenen Wahlperiode keine Ermittlungen

Gerichten liege. einzuleiten.

DEUTSCHER WETTERDIENST

Vorhersogekorte für

den 03.08. t8 8 Uhr 1010

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Tuns e»wr *u

Mäßig warm

Ein Frontenzug, der von Spanien über die

Alpen bis nach Polen reicht, trennt kühlere

Meeresluft im Norden von feucht-warmer

Subtropikluft im Süden. Über Deutschland

wird dabei allmählich Hochdruckeinfluß

wirksam. — Heute in Hessen wolkig mit Aufheiterungen,

weitgehend niederschlagsfrei.

Tageshöchsttemperaturen 18 bis 23 Grad.

Nächtliche Tiefstwerte neun bis 13 Grad. —

Aussichten: Am Donnerstag zunehmende

Wetterberuhigung und wieder leicht ansteigende

Temperaturen.

1 Pollenflug;^^.-„'e

In Hessen wird in den nächsten Tagen mäßiger

bis starker Flug von Nesselpollen und

Schimmelpilzsporen erwartet, außerdem

muß noch mit schwachem Flug von Gräser-,

Beifuß- und Wegerichpollen gerechnet

werden.

Müllschiff: Bauschutt soll

untersucht werden

B o n n (dpa). Der österreichische Bauschutt

auf dem deutschen Motorschiff »Petersberg«,

der wegen leichter Radioaktivität entgegen ursprünglichen

Zusagen nicht in der Türkei gelagert

werden darf, soll in einem deutschen Labor

nochmals geprüft werden. Das Auswärtige Amt

hat das deutsche Generalkonsulat in Istanbul

um Amtshilfe bei den türkischen Behörden gebeten.

Die rumänische Nachrichtenagentur Agerpres

widersprach unterdessen Berichten, daß

die Schiffsfracht im rumänischen Freihafen Sulina

ausgeladen werden sollte, nachdem die Türkei

die Annahme verweigerte. Der Bestimmungsort

für die Fracht sei von Anfang an die

Türkei gewesen. Die Türkei will dem Schiff die

Einfahrt in seine Gewässer weiter verbieten. Die

rumänischen Behörden sind bereit, das seit vier

Wochen im Schwarzen Meer verweilende Schiff

donauaufwärts zu seinem Auslaufhafen nach

Wien fahren zu lassen.

Aufruf zu Demokratie und

Frieden in Mittelamerika

B u e n o s. Aires (AP). In Guatemala ist das

Treffen von US-Außenminister George Shultz

mit seinen Amtskollegen aus Costa Rica, Honduras,

Guatemala und El Salvador mit einem

gemeinsamen Aufruf zu Frieden und Demokratie

in Mittelamerika zu Ende gegangen. Nicaragua

war zu dieser Konferenz nicht eingeladen

worden und blieb in der Erklärung unerwähnt.

Auf Betreiben Guatemalas und Costa Ricas waren

aus dem Entwurf jedoch Passagen mit

scharfen Vorwürfen gegen Nicaragua herausgenommen

worden.

Shultz ist gestern zu einem dreitägigen offiziellen

Besuch in Argentinien eingetroffen. Auf

seinem Programm standen Gespräche mit Präsident

Raul Alfonsin sowie mit drei argentinischen

Präsidentschaftskandidaten.

Franke erwartet höhere

Arbeitslosigkeit

B o n n (dpa). Der Präsident der Bundesanstalt

für Arbeit, Henrich Franke, rechnet für

dieses Jahr nicht mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit,

sondern eher mit einem weiteren

Anstieg. Er plädierte deswegen erneut für ein

100-Milliarden-Programm zur Stadtsanierung

und Dorferneuerung, das nach seiner Schätzung

je nach Ausgestaltung jährlich 170 000 bis

340 000 Arbeitsplätze schaffen würde.

Franke geht davon aus, daß die Zahl der Arbeitsplätze

in diesem Jahr um 100 000 wachsen

wird. Die Zahl der Arbeitssuchenden werde jedoch

um 180 000 steigen.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-

Fraktion, Otto Graf Lambsdorff, bezeichnete

die wirtschaftliche Entwicklung als überraschend

positiv. Der Optimismus Bangemanns

habe sich als gerechtfertigt erwiesen. Der jetzige

Konjunkturverlauf werde sich 'pásitiv auch auf

1989 auswirken.

Anglikánèr lassen

weibliche Bischöfe zu

London (dpa). Die Bischofs-Konferenz der

Anglikanischen Kirche hat mit einem Kompromiß

den Weg zur. Ernennung weiblicher Bischöfe

geebnet. In einer offenen Abstimmung votierte

eine überwältigende Mehrheit der insgesamt

525 Bischöfe auf der Lambeth-Konferenz in

Canterbury für eine Formel, die es den Kirchen

in den einzelnen Ländern überläßt, ob sie Frauen

zu Priestern oder Bischöfen weihen wollen.

423 Bischöfe stimmten für, 28 gegen die Resolution.

Dieser Streit wird in der Anglikanischen

Kirche, die weltweit rund 70 Millionen Gläubige

zählt, seit Jahren geführt und drohte diese

christliche Religionsgemeinschaft immer wieder

zu spalten.

München darf Prostitution

im Wohnmobil verbieten

M ü n c h e n (dpa). Auf der ehemals » Sündigen

Meile« der Ingolstädter Straße in München

bleibt die Prostitution im Wohnmobil untersagt.

Mit dieser Grundsatzentscheidung, gegen die

Revision nicht zugelassen wurde, hat der Bayerische

Verwaltungsgerichtshof (VGH) die Klage

einer 27jährigen »Gunstgewerblerin« gegen die

Landeshauptstadt München auch in zweiter Instanz

abgewiesen (Aktenzeichen: 21 B 88. 1310).

Die Prostituierte will nun wegen der Einschränkung

ihrer Berufsausübung Verfassungsbeschwerde

einlegen.


Mittwoch, 3. August 1988 AUS ALLER WELT Nummer 178 — Seite 3

Kidnapper ließen Achtjährigen laufen

Vater schloß Sohn nach 17 Monaten In die Arme — Längste Kindesentführung in Italien

Turin (dpa). Die längste Kindesentführung in Italien ging gestern Erschöpft, verschmutzt, mit Kettenspuren an den Handgelenken,

mit der Freilassung des achtjährigen Marco Fiora aus Turin nach nach Angaben der Ärzte aber »einigermaßen gesund« erreichte der

17 monatiger Geiselnahme zu Ende. Das Kind wurde von den Bandi- Junge am frühen Morgen zu Fuß ein Waldarbeiterhaus, von wo aus die

ten im unwegsamen Aspromonte-Massiv in Kalabrien freigelassen. Polizei verständigt wurde.

Wie der Junge erzählte, hätten ihn die Banditen

an diesem Morgen in ein anderes Versteck

bringen wollen, als plötzlich Polizeihubschrauber

am Himmel gekreist seien. Die Kidnapper

hätten ihn daraufhin laufen lassen. Wenige

Stunden später schloß der weinende Vater,

Gianfranco Fiora (46), seinen Sohn auf der Carabinieriwache

von Locri in die Arme. Für die

Familie Fiora ging ein 519 Tage langes Drama zu

Ende.

Ganz Italien hatte den Entführungsfall verfolgt.

Der Papst und Politiker hatten mehrfach

an die Banditen appelliert, den Jungen freizugeben.

In Turin war ein Solidaritätskonzert organisiert

worden. Am 2. März 1987 hatten sechs

oder sieben Männer den damals Siebenjährigen

unter den Augen der Eltern auf der Straße in

Turin geraubt. Er wurde anschließend - wie oft

bei Entführungsfällen in Italien - nach Kalabrien

verschleppt.

Fünf Milliarden Lire (knapp sieben Millionen

DM) forderten die Entführer zunächst, doch

dann brach für lange Wochen der Kontakt zu

ihnen völlig ab. Dreimal erhielten die Eltern in

den folgenden Monaten Lebenszeichen ihres

Sohnes. Die Entführer lotsten den verzweifelten

Vater im April 1987 eine ganze Nacht lang über

die Autobahnen zu einem Ort, an dem ein Foto

des Kindes versteckt war. Im Dezember, zehn

Monate nach der Entführung, traf sich der Vater

in Kalabrien erstmals mit den Kidnappern. Bei

sich hatte er 300 Millionen Lire (etwa 420 000

Marco mit Carabinieri nach der Freilassung.

Mädchen trank

Autowachs — tot

Osnabrück (dpa). Ein zweijähriges Mädchen

aus Ostereappeln (Kreis Osnabrück) ist

an einem Schluck aus einer Flasche mit flüssigem

Hartwachs gestorben. Wie die Osnabrücker

Staatsanwaltschaft mitteilte, hatte

das Kind seinem Vater bei einer Autowäsche

geholfen. In einem unbeobachteten Moment

lief es mit dem Flüssigwachs in den Garten,

trank einen Schluck und taumelte danach

dem Vater entgegen. Obwohl es umgehend in

ein Krankenhaus gebracht wurde, konnten

die Ärzte dem Mädchen nicht mehr helfen.

Kontroverse um Tiere

als Organ-»Spender«

L o n d o n (AP). Zu einer Kontroverse um

Tiere als Organ-»Spender« ist es in Großbritannien

nach Veröffentlichungen über ein

neues Verfahren zum Aufbereiten tierischer

Organe für Transplantationen an Menschen

gekommen. Tierschützer protestierten am

Sonntag gegen derartige Versuche und nannten

sie eine »Horrorvision«. Der federführende

Wissenschaftler, Dr. Micheal Bewick,

schied gestern nach Kollegenschelte über seine

»verfrühten« Verlautbarungen demonstrativ

aus dem Chirurgen-Team aus.

Das Team hatte am Londoner Dulwich-

Krankenhaus ein Verfahren entwickelt, Antikörper

aus den Organen zu filtrieren, die deren

Abstoßung verursachten. Die Technik

soll bereits bei 20 Patienten, denen eine

menschliche Niere eingepflanzt wurde, angewandt

worden sein. Mit Versuchen bei Tieren

solle im Herbst begonnen werden. Wenn diese

Versuche glückten, könne bereits im nächsten

Jahr mit der Transplantation tierischer

Organe auf Menschen begonnen werden. Als

Spender eigneten sich besonders Schweine.

Flutkatastrophe

in Ostchina

Peking (AFP). An die 600 Menschen sind in

der ostchinesischen Küstenprovinz Zhejiang

nach verheerenden Überschwemmungen tot geborgen

oder vermißt gemeldet worden. Nach

Aussagen des zuständigen Amtsleiters Li Xiaojin

sind nach den »schwersten Regenfällen seit

500 Jahren« 266 Menschen in den Wasserfluten

ertrunken und weitere 316 vermißt gemeldet

worden. In einigen Teilen der Provinz seien am

Freitag innerhalb von 14 Stunden von 498 Millimeter

Niederschlag gemessen worden.

Die nach sintflutartigen Regenfällen am vergangenen

Freitag und Samstag einsetzende

Flutwelle hat nach Angaben der örtlichen Behörden

16 900 Gebäude zerstört sowie 305 Brükken.

DM), bedeutend weniger als gefordert. Die Entführer

verprügelten ihn, raubten ihn aus und

drohten mit der Ermordung des Sohnes.

Die erste Wende brachte die Verhaftung von

vier Personen im Mai 1988. Unter ihnen war

einer der »Telefonisten« der Bande, Aganio Gazzanti.

Doch auch die Festnahmen brachten die

Polizei nicht weiter. Gazzanti appellierte vor

Schweinfurt (dpa). Die

Rettung seines vierjährigen

Sohnes hat ein Familienvater

auf einem Badesee im Landkreis

Schweinfurt mit dem

eigenen Leben bezahlt. Der

37jährige Mann aus dem

Landkreis Bad Kissingen war

mit seinen beiden sieben und

vier Jahre alten Söhnen in

zwei aneinandergebundenen

Ein unlängst entdecktes Dokument enthalte

Hinweise darauf, daß deutsche Truppen,

die das Schmuckstück des Katharinen-

Palastes 1941 in 27 Kisten verpackt und nach

Königsberg abtransportiert hatten, den

Schatz hier versteckten. Jüngste Prüfungen

hätten ergeben, daß möglicherweise in den

Kühlräumen verwahrte Gegenstände unversehrt

bewahrt worden seien. Der Zugang

zum Keller sei seit Jahrzehnten nicht geöffnet

worden, meldete TASS.

»Wir hoffen, das berühmte Zimmer nun

doch endlich zu finden«, zitierte TASS Juri

Iwanow, den Kaliningrader Direktor einer

sowjetischen Kulturstiftung. Es gebe Grund

zu der Annahme, daß irgendetwas in dem

Keller versteckt sei, »das Bernsteinzimmer,

andere von den Nazis im Ausland gestohlene

Kunstschätze oder ein Geheimarchiv der Na-

Feuer legt

Kraftwerk lahm

Düsseldorf (dpa). Ein Brand im Kohlekraftwerk

Lausward am Düsseldorfer Rheinufer

hat einen Schaden in Millionenhöhe angerichtet.

Die Ursache des Feuers, das einen 70-

Megawatt-Block des Kraftwerks lahmlegte, war

zunächst noch ungeklärt. Das Feuer war zwei

Stunden nach Mitternacht in einem Siloraum

ausgebrochen. Die drei jeweils 23 Meter hohen

Kohlenstaub-Silos hielten dem Brand allerdings

stand. Bei den Löscharbeiten, die mehrere

Stunden dauerten, erlitt ein Feuerwehrmann

einen Kreislaufkollaps.

Gipfel der »Kochlöffel-Hautevolée«: Bis

Samstag weilen 26 der derzeit 35 Mitglieder des

»Clubs des Chefs des Chefs« aus den Herrscherküchen

der Welt erstmalig in der Bundesrepublik.

Auf dem Programm des Jahrestreffens

steht außer Erfahrungsaustausch und Kontaktpflege

ein kulturell-kulinarischer Streifzug, um

auszuprobieren, ob die deutsche Kochkunst

hält, was sie verspricht. 1977 von Bocuse und

dem französischen Berufskleidungs-Hersteller

Gilles Bragard gegründet, tagt der »Gipfel der

Superköche« jedes Jahr in einem anderen Land,

um sowohl die hohe Kochkunst als auch kulinarische

Traditionen zu pflegen und zu fördern.

Die Mitgliederliste des nach eigenem Bekunden

»exklusivsten Gourmet- und Köcheclubs

der Welt« umfaßt die Leibköche der Königinnen

von Holland und Dänemark, der Könige

von Belgien, Schweden, Spanien und Marokko,

des Fürsten von Monaco und des Sultans von

Brunei sowie der Staatspräsidenten von osterreich,

Irland, Italien, Frankreich, Ungarn und

der Schweiz. Mit dabei auch zwei Chinesen, die

für die offiziellen Staatsessen in der Pekinger

Halle des Volkes verantwortlich sind. Bis vor

kurzem noch ein reiner Herrenzirkel, ist es jetzt

einer Frau gelungen, Gnade vor den Augen der

Schlauchbooten auf dem See

unterwegs, berichtete die Polizei.

Als dem Siebenjährigen

ein Paddel ins Wasser fiel und

der Vater es aufzunehmen

versuchte, kippten die beiden

Boote um.

Während sich der ältere

Junge an einem der gekenterten

Boote festhalten konnte,

habe der Vater geistesgegen-

einigen Tagen aus dem Gefängnis über die Pres-

se an seine Komplizen, den Jungen freizulassen.

Zur Zeit der Freilassung des Kindes war der

Vater, Gianfranco Fiora, erneut in Kalabrien,

um Kontakt zu den Entführern aufzunehmen.

Nach Angaben der Polizei ließen die Entführer

durch einen Großeinsatz der Polizei und einer

Armeeinheit bedrängt den kleinen Marco frei,

Vater rettete Sohn und ertrank

Schlauchboote auf Badesee kenterten — Auch zweiter Sohn gerettet

wärtig nach dem Vierjährigen

gegriffen und um Hilfe

gerufen. Dem Vater gelang es,

den Kleinen so lange über

Wasser zu halten, bis die Besatzung

eines von mehreren

zu Hilfe eilenden Booten das

Kind an Bord ziehen konnte.

Er selbst ging jedoch dabei

unter. Der ältere Sohn wurde

ebenfalls gerettet.

Zaren-Kleinod eingemauert?

Bernsteinzimmer wird In einem Brauerei-Keiler vermutet

M o s k a u (dpa). Liegt das seit Kriegsende spurlos verschwundene berühmte Bernsteinzimmer

der Zarenresidenz Zarskoje Selo im Keller einer zerstörten deutschen Brauerei in

Königsberg, dem heutigen Kaliningrad? Wie die amtliche sowjetische Nachrichtenagentur

TASS meldete, soll jetzt mit Hilfe von Sprengmeistern der zugemauerte und »vermutlich

verminte« Zugang zu den Kühlräumen der ehemaligen Ponarther Brauerei geöffnet werden.

zis«, schrieb TASS. — Das 1701-1711 in Berlin

im Auftrag König Friedrichs I. von drei

Schnitzern für eine Galerie des Schlosses

Charlottenburg hergestellte Zimmer, das

weltweit hervorragendste Kunstwerk aus

Bernstein, hat eine bewegte Geschichte.

Nach einem Staatsbesuch von Zar Peter dem

Großen in Potsdam ging es 1716 als Geschenk

des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm

I. an den russischen Zaren. Auf Anweisung

von Zarin Elisabeth wurde es 1755 in

den Katharinenpalast,der Sommerresidenz

Zarskoje Selo (das heutige Puschkino bei

Leningrad), eingebaut.

Seit der Verschleppung durch deutsche

Truppen in den letzten Kriegsjahren sind die

Bernsteinschnitzereien spurlos verschwunden.

In den letzten Jahren gab es immer

wieder »heiße Spuren«.

Großbrand in

Wasserschloß

Mönchengladbach (AP). Ein Großbrand

hat Teile des Mönchengladbacher Schloßes

Rheydt zerstört. Die Ende des 16. Jahrhunderts

erbaute Schloßanlage gilt als eine der besterhaltenen

Wasserburgen am Niedrrhein. Als die

Feuerwehr eintraf, brannte es in dem im Schloß

untergebrachten Restaurant lichterloh. Der

Pächter des Restaurants wurde schwer verletzt.

Er mußte von der Polizei mit Gewalt aus dem

Gebäude geholt werden. Der Polizeisprecher

schätzte den Schaden auf über 300 000 DM. Er

schloß Brandstiftung nicht aus.

64jährige hatte Heroin im Slip

M ü n c h e n (AP). Die bayerische Polizei hat in München fünf Rauschgiftkuriere festgenommen,

die insgesamt zehn Kilogramm Heroin von Amsterdam nach Toronto geschmuggelt haben sollen.

Die Behörde berichtete, unter den Festgenommenen sei auch eine 64jährige Rentnerin. Auftraggeber

der Transaktionen war ein 29jähriger Makler aus München, Mitglied einer holländischen

Bande, der schon im Februar festgenommen wurde. Dieser hatte den Ermittlungen zufolge drei

bislang unbescholtene Geschäftsfreunde sowie seine 21jährige Sekretärin als Boten beschäftigt.

Damit die Schmuggelflüge nicht auffielen, habe auch die 64jährige Mutter eines Kuriers Heroinpäckchen

in ihrer Unterhose transportiert. Die Kuriere kassierten pro Flug 7000 US-Dollar.

Meisterköche zu finden: Rosalie McBride, die

seit über einem Jahrzehnt den irischen Staatspräsidenten

bekocht.

Viele Köche verderben in diesem Fall sicher

nicht den Brei: Hans Raffert, Chefkoch im

Weißen Haus (1.) und zwei Schweizer Kollegen

(AP)

Wunderheilung?

Kann wieder gehen: Joseph Charpentier (AP)

F o r b a c h (AFP). Ein 59 Jahre alter querschnittsgelähmter

Lothringer ist nach eigenen

Angaben bei seiner 20. Pilgerfahrt nach Lourdes

von seinem Leiden geheilt worden. Als ihm der

dortige Pater die Salbung erteilt habe, sei ihm

plötzlich warm geworden, berichtete Joseph

Charpentier. Er habe die Hand des Geistlichen

ergriffen, sei aufgestanden und einige Schritte

gegangen.

Der Weihbischof von Merlebach betonte, er

sei bei Berichten über Wunder sehr vorsichtig.

Dennoch sei diese Genesung offenbar ein wundersames

Vorgehen. Charpentiers Hausarzt

meinte, bevor man von einem Wunder sprechen

könne, bedürfe es einer genauen Untersuchung

des Falls durch Mediziner und die Kirche.

Charpentier, vor fast 20 Jahren durch eine

Wirbeloperation gelähmt worden, ist das offensichtlich

egal: »Für mich ist das Wichtigste, wieder

gehen zu können — nachdem die Arzte meinen

Fall jahrelang für hoffnungslos erklärt

hatten.«

Plötzlich stand ein

Leopard auf der Matte

P r e t o r i a (dpa). Denise Eis aus Pretoria wird

so schnell nicht vergessen, wie sie gestern die

Haustür öffnete und ein ausgewachsener Leopard

auf der Matte stand. Ihr Schrei alarmierte

ihren Mann, doch beide wurden von der Raubkatze

durch den Treppenflur gejagt, bis sie

atemlos ihre Wohnung erreichten und »im allerletzten

Moment die Tür zuschlagen konnten«.

Bevor das verirrte Tier von vier Polizisten mit

einer Serie von Schüssen niedergestreckt wurde,

versetzte es die Haupstadt Südafrikas in

Angst und Schrecken. Die ersten Berichte über

den Leoparden stammten von Bewohnern des

Villen-Vorortes Capital Park.

Granaten unterm

Camping-Platz

P e r o n n e (dpa). Unter einem Camping-

Platz im Departement Somme (Nordfrankreich)

sind 236 scharfe Granaten aus dem Ersten

Weltkrieg entdeckt worden, darunter

auch etwa 60 deutsche. Die Munition hätte

nach Angaben der Präfektur bereits bei geringsten

Erschütterungen explodieren können.

Zunächst fand ein Camper beim Graben

eine Granate, später brachten Minensucher

das ganze Arsenal an den Tag. In dem Departement

werden rund 70 Jahre nach der

»Schlacht an der Somme« (1916) nach wie vor

jährlich etwa 80 Tonnen Munition gefunden.

4iplei der Che köche: Exklusive^ err en 'r ^ kel nz^i ' Dame

^

»Hautevolee« der Küche weilt in Bundesrepublik — Lukullische Vorlieben und Marotten gekrönter und ungekrönter Häupter im Vordergrund

Von dpa-Korrespondentin Kirsten Baukhage (Bonn)

Der Sauerländer Otto Göbel sorgt bereits seit

mehreren Jahren für das leibliche Wohl des saudiarabischen

Kronprinzen, der die internationale

Spitzenküche der arabischen vorzieht. Im

Weißen Haus in Washington hat Hans Raffert

vor kurzem das Kochlöffel-Regiment von seinem

langjährigen Chef, dem Schweizer Henry

Haller, übernommen. Werner Mertz steht der

fürstlichen Küche von Thurn und Taxis vor,

und Bernd Raths. Chefkoch im Bonner Hotel

Steigenberger, stellt die Staatsbankette von

Bundespräsident Richard von Weizsäcker und

Kanzler Helmut Kohl zusammen.

Im Vordergrund steht, sich gegenseitig für

Staatsbesuche über lukullische Vorlieben und

Abneigungen der gekrönten und ungekrönten

Häupter zu unterrichten. So reist die britische

Queen stets nur mit eigenem Tafelwasser im

Gepäck, verabscheut Aspik, während Prinz Philip

keine Erdbeeren mag. Der Papst legt Wert

auf frisch gepreßten Orangensaft und mundgerechte

Kanapees, der verstorbene sowjetische

Staatspräsident Leonid Breschnew liebte vor

allem Fisch und den eigenen Wodka. Für das

israelische Staatsoberhaupt Chaim Herzog

mußte die Küche unter Oberaufsicht von Rabbinern

erst einmal abgeflämmt werden.


Mittwoch, 3. August 1988 MEINUNG UND HINTERGRUND Nummer 178 — Seite 4

Kein Stühlerücken in Bonn

B. B. Wird der Kanzler der »Ministermetzger«

werden, wie ein englischer Ministerpräsident

Regierungschefs bezeichnete? Für die englischen

Premierminister mit ihren regelmäßigen

Kabinettsumbildungen trifft diese Bezeichnung

wohl zu, nicht aber auf die deutschen Bundeskanzler.

Das große Stühlerücken am Kabinettstisch

noch Jahre nach der Regierungsbildung

ist die Regel in Großbritannien, doch in Bonn

hat es sich nie eingebürgert, daß zur Halbzeit

des auf vier Jahre gewählten Parlaments und

dessen von ihm gewählter Regierung die halbe

Ministermannschaft ausgewechselt wird.

Der Kanzler Kohl hält dies ebenso für unbegründet

wie jeder seiner Vorgänger. Er hat nicht

die Absicht, die Gelegenheit des Weggangs von

Wirtschaftsminister Bangemann nach Brüssel

zum großen Ministerwechsel zu benutzen. Und

die Entscheidung, wer der neue Bundeswirtschaftsminister

wird, fällt die FDP.

Der »Ministermacher« in Bonn ist zwar gemäß

dem Grundgesetz der Bundeskanzler, auf dessen

Vorschlag der Bundespräsident die Bundesminister

ernennt (wobei in nunmehr vierzig

Jahren nur zweimal ein Bundespräsident die

Zustimmung zum Kanzlervorschlag versagte).

Aber von der ersten Regierungsbildung in Bonn

an, der ersten Bildung einer Regierungskoalition,

hat die FDP als Koalitionspartner ihre Minister

in eigener Entscheidung benannt. Für den

Kanzler war diese Empfehlung praktisch bindend,

weil durch Koalitionsvereinbarungen festgelegt

war, welcher Partei das Außen- oder

Innenministerium usw. zustehe. Und da nach

dem Koalitionspakt von CDU, CSU und FDP der

Wirtschaftsminister der FDP zugesprochen ist,

wird diese jetzt bestimmen, wer der neue Bundesminister

für Wirtschaft wird.

Ambitionen hat der FDP-Generalsekretär

Haussmann. Aber Bundesminister will auch

Frau Adam-Schwaetzer werden, wenn sie zur

Parteivorsitzenden gewählt wird, da nach ihrer

Ansicht der Parteivorsitzende Sitz und Stimme

im Bundeskabinett haben muß, wie die FDP-

Parteichefs Scheel, Genscher, Bangemann.

Den Justizminister Engelhardt jedoch kann die

Ein Meisterstreich Husseins

Die Entscheidung des jordanischen Königs Hussein,

jegliche Bindungen seines Landes an das

Westjordanland aufzulösen, bewertet die Mailänder

Zeitung » 11 G i o r n a 1 e« gestern als taktische Meisterleistung:

König Hussein hat mit einer Rede in

wahrer politischer Judokämpfermanier alle seine

politischen Gegner zu Boden gebracht: Israel, Syrien,

die PLO und die Palästinenser in Jordanien

und im Westjordanland. Die so gewonnene Handlungsfreiheit

macht ihn nun zu einem Hauptakteur

im Nahost-Konflikt. Indem sich Hussein von seiner

Verantwortung gegenüber dem Westjordanland befreit,

versetzt er sein Reich in eine Position, wie sie

Israel gegenüber dem Libanon innehat: Körperlich

außerhalb des Konfliktgebietes, aber in der Lage,

aus der Distanz zu kontrollieren.

Die antisandinistischen Rebellen in Nicaragua

können wieder mit Militärhilfe aus Amerika

rechnen. Im Februar schien das Ende unumstößlich

festzustehen, im August blühen erneut

die schönsten Hoffnungen. Kein anderes außenpolitisches

Thema liegt in der Amtszeit von Präsident

Ronald Reagan so sehr auf einer Stimmungsschaukel,

die hin und her pendelt, und

die verläßlich von den Gegenspielern des Nicaragua-Konflikts

in Gang gehalten wird.

Schuld an dem Umschwung ist diesmal die

sandinistische Regierung in Nicaragua. Nach

dem Zusammenbruch der Verhandlungen über

einen Waffenstillstand und den jüngsten Übergriffen

gegen die Opposition mußten die Gegner

des Guerillakampfes, die überwiegend im

Lager der Demokratischen Partei anzutreffen

1 Blick zurück 1

Unter Mittwoch, 3. August, dem 216. Tag

des Jahres 1988, ist im Buch der Geschichte

unter anderem verzeichnet:

1778 Nach nur eineinhalbjähriger Bauzeit

wird die Mailänder Scala (Teatro alla

scala/Treppentheater) eingeweiht.

1858 Der englische Staat übernimmt nach

Auflösung der Ostindischen Handelskompagnie

die Regierungsgewalt in Indien.

1914 Deutschland erklärt Frankreich den

Krieg, gleichzeitig rücken deutsche

Truppen nach Ablehnung des geforderten

Durchmarschrechts in Belgien

ein.

1958 Das atomgetriebene US-Unterseeboot

»Nautilus« erreicht nach Unterquerung

der arktischen Eiskappe den

Nordpol.

1963 Der Schweizer Bergführer Darbellay

bezwingt als erster die Eigernordwand

im Alleingang.

1968 In Preßburg endet ein zweitägiger Krisengipfel

der Ostblockstaaten mit der

tschechoslowakischen Führung. Der

CSSR wird ein eigener Weg zum Sozialismus

zugebilligt.

Geburtstage: Habib Bourgiba, tunes.

Staatsmann (1903).

Todestage: Konstantin Rokossowski, sowj.

Marschall (1896-1968); Bruno Heusinger,

ehem. BGH-Präsident (1900-1987).

gelernte Apothekerin nicht in der FDP-Ministerschaft

ablösen, auch wenn die Partei ganz gern

Engelhardt als Minister a. D. sähe. Der FDP-

Bildungsminister Möllemann hingegen, Parteichef

in Nordrhein-Westfalen, hat eine starke

Hausmacht, und Genschers meint auch, dieses

Ministerium sei der Dame doch zu klein.

Frau Adam-Schwaetzer sagt nicht mehr, es

sei doch nur Geschwätz, daß sie Wirtschaftsminister

werden wolle. Sie läßt offen, ob sie sich

nach gewonnener Vorsitzendenwahl nicht doch

auf die unerläßliche Mitsprache des Parteiführers

bei den Beratungen und Beschlüssen der

Ministerrunde berufen will.

Ihr Gegenkandidat für den Parteivorsitz,

Lambsdorff, mag dieser Argumentation nicht

folgen. Für ihn würde die Einbindung des Parteivorsitzenden

in die Kabinettsdisziplin den

Verzicht auf die bessere Profilierung der Partei

bedeuten. Wenn es einen Parteichef Lambsdorff

geben wird, wird es keinen Minister

Lamdsdorff geben, und Haussmann käme ins

Bundeswirtschaftsministerium. Dieser hat jetzt

schon Lambsdorffs Segen für seine Ministerschaft.

Träte Frau Adam-Schwaetzer an die Spitze

der Partei, müßte sie im Doppelgriff nach Parteivorsitz

und Ministeramt eine Kraftprobe eingehen,

deren Ausgang ungewiß bliebe, wenn sie

nicht mit sehr großer Mehrheit zur Vorsitzenden

gewählt würde. Einen Wahlsieg wagt in Bonn

niemand voraussagen.

Doch ob sie am Ende vor den Griff nach der

Ministerschaft zurückschrecken oder Lambsdorff

der Griff nach dem Parteivorsitz gelingt -

dies alles wird für das Kabinett nur die neue

Besetzung eines Ministerstuhls, aber nicht unbedingt

eine Kabinetssumbildung bedeuten.

Der Kanzler ist zudem kein Freund von Personalverschiebungen,

schon weil ein großer Ministerwechsel

von der Opposition zum Eingeständnis

schlechter Regierungsarbeit erklärt

und von vielen Wählern auch dahin verstanden

würde. Des Kanzlers Leitwort im Blick auf das

Bundeskabinett bleibt: Ministerwechsel auf

Sparflamme.

DIE MEINUNG DER ANDEREN

Ein realistischer Mann

Die Wirtschaftszeitung » L e s Echos « schreibt

zum selben Thema: Hussein ist ein realistischer

Mann, der seit geraumer Zeit begriffen hat, daß

sein Thron für die überwältigende Mehrheit der

Palästinenser Westjordaniens und Gazas nichts

mehr bedeutet. Abgesehen von diesem persönlichen

Drama begräbt Amman mit dem Verzicht auf

Westjordanien ein für alle mal das berühmte Konzept

der »jordanischen Option«, an das sich seit

Jahren die amerikanischen Verantwortlichen und

ihre israelischen Freunde der Arbeitspartei klammern.

(...) Die Initiative König Husseins löst gewiß

kein Problem, aber sie stellt insofern einen wichtigen

Schritt im Nahen Osten dar, als sie die Vorgaben

eines außerordentlich komplexen Konflikts

vereinfacht.

sind, den Rückwärtsgang einlegen.

Robert Dole, der republikanische Fraktionschef

im Senat, freut sich über das »neue Interesse«

der oppositionellen Demokraten an weiterer

Friedensnobelpreis erhielt.

Die von inneren Streitereien und häufigen

Führungswechseln gebeutelten Contras erhielten

noch Unterstützung zur militärischen »Konkursabwicklung«.

Bis zum 29. Februar 1988 bewilligte

der Kongreß TJberbrückungsgelder. Ende

Februar bekamen die Contras noch einmal

Unterstützung zugesagt - allerdings eine rein

humanitäre Hilfe von rund 48 Millionen Dollar.

Jetzt reden Republikaner und Demokraten

über ein Hilfspaket von wahrscheinlich 47 Millionen

Dollar, darunter 20 Millionen für militärische

Güter. Der demokratische Mehrheitsführer

im Senat, Robert Byrd, hofft, die Hilfe möglichst

stark an Fortschritte - oder ihr Ausbleiben

- in der diplomatischen Arena zu knüpfen. Der

republikanische Fraktionschef Robert Dole

sieht es dagegen ebenso wie Präsident Reagan

umgekehrt: Ohne kampfstarke Rebellen seien

Sie sind zwar eine Minderheit,

aber eine gewichtige;

denn die 4,7 Millionen

Ausländer, die in der

Bundesrepublik leben,

stellen immerhin fast

acht Prozent der Bevölkerung:

Jeder 13. Einwohner

ist fremder Nationalität.

Die mit Abstand

größte Gruppe

(1510 800) bilden die Türken.

Es folgen Jugoslawen

(603 400) und Italiener

(547 800). Südeuropäer

und Türken zusammen

machen mit 3,2 Millionen

rund zwei Drittel der ausländischen

Bevölkerung

aus.

Vielen ist die Bundesrepublik

zur neuen Heimat

geworden; manche

haben sich eine selbstän-

dige Existenz aufgebaut, wie die Vielfalt ausländischer

Läden und Restaurants zeigt. Jeder drit-

»Tut uns leid, es reicht gerade noch für den Sarg - die teuren Medikamente sind unwirtschaftlich!«

500 Bäume als Symbol des Aufbaus

In den Flüchtlingslagern Beiruts wird jetzt aufgeräumt

Von AP-Korrespondentin Rima Salameh (Beirut)

Das UN-Hilfswerk für Palästinaflüchtlinge

(UNRWA) hilft Tausenden von Palästinensern

dabei, ihre in den vielen Jahren der erbittert

geführten Auseinandersetzungen zerstörten Lager

wieder aufzubauen. Mindestens 1700 Menschen

sind bei diesen Kämpfen ums Leben gekommen,

mehr als 4000 wurden verwundet. Die

Flüchtlingslager in Beirut wurden 1982 von der

israelischen Invasionsarmee und später von

PLO-Dissidenten, die von Syrien unterstützt

wurden, in den letzten drei Jahren auch noch

von schiitischen Moslemmilizen fast pulverisiert.

Das Lager Schatilla, das einst 6500 Flüchtlingen

Schutz bot, besteht nur noch aus Ruinen.

Und auch das nahegelegene Lager Burdsch el

Baradschneh mit seinen Wellblechbaracken ist

schwer mitgenommen worden.

Beamte des UN-Hilfswerk haben eine »Säuberungskampagne«

eingeleitet, um Tausende

von Flüchtlingen, die in der letzten Phase der

blutigen Kämpfe zwischen verfeindeten Palästinensergruppen

ihre Lager verlassen hatten, zu

ermutigen, in ihre Hütten zurückzukehren.

UNRWA-Personal wurde dabei gesehen, wie

es von Granaten und Raketen verursachte Löcher

in Schatilla verputzte. Einige Leute entfernten

auch Trümmer aus den staubigen Straßen,

während andere in die Luft gejagte Wasserrohre

reparierten, die Kanalisation säuberten

und den Müll abtransportierten.

»Wir sind der UNRWA so dankbar. Wir hätten

nie geglaubt, daß wir mit ihrer Hilfe jemals in

Die Contras können wieder mit Geld rechnen

In Washington zeichnet sich Übereinstimmung über Unterstützung der nicaraguanischen Widerständler ab

Von dpa-Korrespondent Herbert Winkler (Washington)

Zugeständnisse der Sandinisten nicht zu erwarten.

Contra-Hilfe. Eine gemeinsame Initiative zeichnet

sich ab. Es geht jetzt nicht mehr um die

Frage »Hilfe ja oder nein«, sondern nur darüber,

ob man den Sandinisten noch eine goldene

Brücke baut und Gelder für Kriegsgerät zunächst

auf einem Sperrkonto parkt. Das Ganze

ist im Wahljahr 1988 besonders delikat, weil der

demokratische Präsidentschaftskandidat Michael

Dukakis gegen die Unterstützung der

Contras, sein Vize Lloyd Bentsen aber dafür ist.

Die Geschichte derContra-Hilfe hat sich

schon immer durch Überraschungen ausgezeichnet.

Die letzte große Summe - 100 Millionen

Dollar - war in Raten für das Haushaltsjahr

1987 genehmigt worden. Sie lief am 30. September

1987 aus. Danach sah es ganz danach aus,

daß sich die Contras auf ein Ende der Hilfe und

des Kampfes einstellen müßten. In Guatemala

hatten alle mittelamerikanischen Präsidenten

am 7. August den Friedensplan unterzeichnet,

für den Costa Ricas Staatschef Oscar Arias den

Jeder dritte Ausländer ist Türke

In der Bundesrepublik stellen die Ausländer knapp acht Prozent der Bevölkerung

4,7 Millionen Ausländer Ieben in der Bundesrepublik Deutschland

darunter: / 7 1 1 1 \ \

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Srilanker ngarn Inder Tunesier \ c Globus fr

te ausländische Mitbürger lebt mindestens 15

Jahre in der Bundesrepublik. (Globus?

unsere Unterkunft zurückkehren können. Das

hat unserer Moral starken Auftrieb gegeben«,

sagte die 41 Jahre alte Hausfrau Zeina Fahum,

während sie Schutt aus ihrer Hütte in Schatilla

entfernte. Die UNRWA hat auch 500 Setzlinge

an die Kinder des Lagers verteilt. »Sie sollen sie

vor ihren Hütten einpflanzen und später die

Bäumchen betreuen«, sagen die Helfer.

Das Lager, oder das, was aus früheren

Schlachten übriggeblieben war, wurde von den

von Syrien unterstützten Guerilleros des Obersten

Said Musa praktisch überrannt, als am 27.

Juni die loyal zu PLO-Führer Yassir Arafat stehenden

Freischärler vertrieben wurden.

Das zweite große Beiruter Lager, Burdsch el

Baradschneh, wurde weniger stark zerstört.

Dennoch sind viele seiner Schutzräume wegen

der großen Löcher in den Wänden unbewohnbar.

Aus Burdsch el Baradschneh wurden die

letzten Arafat-Getreuen am B. Juli vertrieben,

nachdem das Lager in die Hand von Dissidenten

gefallen war.

Huber will

die CSU fit machen

Sprung in die Parteispitze

Von Michael Langer (München)

Wäre Erwin Huber ein erlebnishungriger Weltenbummler

und nicht ein leistungsorientierter

Nachwuchsmann in der CSU-Führung, dann

hätte er in den vergange-

nen zwölf Monaten gleich

zweimal den Globus um-

rundet. Ziemlich genau

80 000 Kilometer war der

42jährige Niederbayer

seit seiner Berufung zum ,

stellvertretenden CSU- l"

Generalsekretär Ende Ju-

li 1987 in ganz Bayern un-

terwegs, um die Partei an

der Basis kennenzuler-

nen. Jetzt steht sein

Sprung in die CSU-Spit-

ze als Nachfolger von Ge-

neralsekretär Gerold Tandler unmittelbar bevor.

Anfang Juli hatte der CSU-Vorstand Parteichef

Franz Josef Strauß die Zustimmung zur

Berufung des neuen Mannes gegeben. Tandler,

der schon von 1971 bis 1978 Generalsekretär war

und Ende 1983 nach dem Ausscheiden Otto

Wiesheus noch einmal diese Position übernahm,

will nach seiner kürzlichen Ernennung

zum bayerischen Wirtschaftsminister das Parteiamt

nun endgültig abgeben.

In Bayern hat der neue Mann in der CSU-

Landesleitung während seines einjährigen

Großeinsatzes die Parteibasis - und diese ihn -

bereits gut kennengelernt. So formuliert er als

Schwerpunkt seiner künftigen Arbeit, vor allem

im Blick auf die Kommunalwahlen und die anderen

Wahlgänge des Jahres 1990, ein »innerparteiliches

Fitness-Programm«. Er wolle dazu

beitragen, daß die Parteistruktur wieder eine

stärkere Stütze erhält und Themen der Tagespolitik

ebenso zwischen unten und oben angesprochen

werden wie größere, grundsätzliche Fragen

der künftigen Politik.

Mit zu den bemerkenswertesten Veranstaltungen

seiner Vorstellungstour zählt der redegewandte

Niederbayer, der auch in seinem äußeren

Erscheinungsbild für eine moderne CSU

steht, eine Kreisvorsitzendenkonferenz der

Frauen-Union, »wo mich die Frauen sehr herausgefordert

haben«. Ohne daß es - wie bei SPD

und Grünen - eine Quotierung geben müsse,

sollen die Frauen auch in der CSU bei künftigen

Wahlen mehr Chancen und bessere Plätze erhalten,

sagt er.

Daß er fleißig ist, hat er schon durch seinen

persönlichen Werdegang bewiesen: Ohne Vater

aufgewachsen, ging er nach der Realschule neben

seiner Arbeit beim Finanzamt aufs Abendgymnasium

und studierte dann bis zum Diplom

Volkswirtschaft. Für die Familie mit den beiden

Kindern Philipp (4) und Verena (7) bleibt nur

noch der Sonntag nachmittag. Und auch auf

den Tennisplatz oder in die Berge kann Huber

nur noch selten gehen - vielleicht aber bald gemeinsam

mit seinem künftigen CDU-Kollegen

Heiner Geißler.


Mittwoch, 3. August 1988 HESSEN Nummer 178 — Seite 5

Kauflust

gestiegen

Wiesbaden (lhe/vwd). Die Kauflust der

Hessen ist im ersten Halbjahr 1988 gestiegen.

Nach einer Umfrage bei rund 2500 Handelsbetrieben,

darunter Einzelhändlern und Warenhäusern,

erzielte der hessische Einzelhandel

im Vergleich zum Vorjahr mit 22 Milliarden

DM real rund vier Prozent mehr Umsatz,

hat das Hessische Statistische Landesamt in

Wiesbaden ermittelt. Elektrotechnische Geräte

seien dabei von den Verbrauchern besonders

gefragt gewesen; Geschäfte, die diese

Produkte anbieten, verbuchten einen Umsatzzuwachs

von real 13 Prozent, berichteten

die Statistiker gestern.

Überdurschnittlich profitierten laut Statistik

auch Einrichtungshäuser, der Fahrzeughandel

sowie Anbieter kosmetischer und

pharmazeutischer Produkte vom »Kaufrausch«.

Sie gaben reale Umsatzsteigerungen

von sieben Prozent an. Bei Schuhen und Textilien

mit real zwei Prozent mehr Umsatz waren

die Verbraucher etwas sparsamer.

Keine Änderung der

Nachtflugbeschränkung

Wiesbaden (lhe). Der hessische Verkehrsminister

Alfred Schmidt (FDP) wird die derzeit für

den Frankfurter Rhein-Main-Flughafen geltenden

Nachtflugbeschränkungen nicht ändern.

Mit dieser Entscheidung reagierte Schmidt gestern

auf die Forderungen der Flughafen AG,

der Deutschen Lufthansa (LH) und der IATA,

die Nachtflugbeschränkungen für sogenannte

lärmzertifizierte Flugzeuge, also Maschinen mit

leisen Triebwerken wie etwa die Airbus-Reihe,

aufzuheben.

In einem »ausgewogenen Maße« müßten die

Interessen sowohl des Flugverkehrs als auch

der Bevölkerung im Umfeld des Flughafens berücksichtigt

werden, erklärte der Minister zur

Begründung seiner Haltung. Er erinnerte daran,

daß die gültigen Nachflugbestimmungen es gestatteten,

Kapazitätsengpässe im Flugverkehr

in der Zeit vor 22 Uhr und nach 6 Uhr abzubauen.

Für Maschinen mit »flüsternden« Triebwerken

gebe es zwischen 22 und 6 Uhr keine Startbeschränkungen,

sondern lediglich Landebeschränkungen

zwischen 24 und 5 Uhr. Zum Abbau

von Kapazitätsengpässen während des Tages

könnten Landungen in diese Zeiten verlagert

werden.

Falscher Lotto-König

betrog Taxifahrer

Mainz (lrs). Mit dem Hinweis auf einen

1,2 Millionen-DM-Lottogewinn hat ein Jugoslawe

einen türkischen Taxifahrer aus Hattersheim

(Main-Taunus-Kreis) innerhalb von zwei

Wochen um insgesamt 10 000 DM betrogen. Der

51jährige angebliche »Lottogewinner« hatte

sich von dem Taxifahrer allein für 7000 DM im

gesamten Rhein-Main-Gebiet herumfahren lassen,

heißt es in einer Mitteilung der Mainzer

Kriminalpolizei von gestern. Der Taxifahrer hatte

erst Anzeige erstattet, als der Jugoslawe in

Mainz nicht mehr aufzufinden war.

In der Hoffnung auf eine großzügige Rückzahlung

hatte sich der Taxifahrer immer wieder

auf die angeblich unmittelbar bevorstehende

Überweisung des Millionengewinns vertrösten

lassen und seinem Fahrgast, der täglich in einem

anderen Hotel übernachtete, außerdem

noch 3000 DM geliehen. Als Beweis des Lotto-

Treffers akzeptierte der Türke einen offenbar

gefälschten Tippschein, auf dem »sechs Richtige«

angekreuzt waren. Vor der letzten Station

des Jugoslawen, der Wohnung einer ihm bekannten

Frau in Mainz, wartete der Taxifahrer

schließlich vergebens.

6,95 Millionen DM für

»Brot für die Welt«

Frankfurt (lhe). 6,95 Millionen DM sind im

Kirchengebiet der Evangelischen Kirche Hessen

und Nassau für die Aktion »Brot für die

Welt« 1987/88 gesammelt worden. Das vorläufige

Spendenaufkommen der 29. Aktion liegt

nach Mitteilung der Pressestelle des Diakonischen

Werks »exakt auf der Höhe des Vorjahresergebnisses«.

Mit den Spenden wurde das Thema

»Bebauen und Bewahren« unterstützt.

Rhein-Main-Gebiet droht Müllnotstand

Regierungspräsident setzt Fristen für Abfallbeseitigung — Umlandverband sieht »gewaltiges Problem«

F r a n k f u r t/ D a r m s t a d t (lhe). Im dicht besiedelten Rhein-Main- exportiert werden müssen. Dieser »Abfallüberhang« entstehe, weil

Ballungsgebiet droht schon bald der Müllnotstand. Bereits 1990 wird die Grube Messel bei Darmstadt nicht als Deponie genutzt werden

mehr als eine Million Tonnen Abfall im Gebiet des Frankfurter könne und eine neue Müllverbrennungsanlage im Frankfurter Ostha-

Umlandverbandes (UVF) nicht in den vorhandenen Einrichtungen fen im Planungsstadium stecke, sagte ein UVF-Sprecher gestern in

unterzubringen sein und voraussichtlich ins benachbarte Ausland Frankfurt.

Im Verbandsgebiet mit 43 Gemeinden und 1,5

Millionen Einwohnern rund um die Großstädte

Frankfurt und Offenbach fallen pro Jahr rund

2,4 Millionen Tonnen Müll an. Bisher stehen

zwei Verbrennungsanlagen und drei Deponien

zur Bewältigung der Abfallberge zur Verfügung.

Die größte der Deponien in Buchschlag

(Kreis Offenbach) wird Ende 1989 geschlossen.

Spätestens dann muß der Umlandverband, der

Die Landesregierung hatte sich zu diesem

Schritt entschlossen, um die Entscheidung von

Ministerpräsident Walter Wallmann (CDU) auszugleichen,

die im öffentlichen Dienst vereinbarte

Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit

von Staatsdienern nicht zu übernehmen.

Zur Finanzierung seien während der kommenden

drei Jahre etwa 30 Millionen DM jährlich

vorgesehen, insgesamt also 90 Millionen DM.

Nach Ansicht Wallmanns werde die im »Gesetzentwurf

über die Anpassung von Dienstund

Versorgungsbezügen in Bund und Ländern«

1988 vorgesehene lineare Erhöhung der

Zulagensätze den Erschwernissen des Dienstes

nicht gerecht, teilte die Staatskanzlei mit. Der

Gerald Weiß, Staatssekretär im hessischen Sozialministerium,

hat an die Bevölkerung appelliert,

sich an Blutspendeaktionen zu beteiligen

und sich davon nicht von der Befürchtung abhalten

zu lassen, daß dabei die Immunschwächekrankheit

Aids übertragen werden könnte.

Diese Gefahr bestehe nicht, da beim Blutspenden

nur sterilisierte »Einmalgeräte« verwandt

würden.

25 Rheingauér Winzer präsentieren vom Freitag

bis Sonntag dieser Woche auf Plätzen in

Limburg ihr vielfältiges Weinsortiment.

Aus Brüssel sei »nur Preisdruck zu erwarten«,

sagte der Unionspolitiker gestern in Wiesbaden.

Die EG-Kommission vertrete »ganz offensichtlich

die Position, daß jeder, der diesen ökonomischen

Druck nicht aushalten könne, aufgeben

muß«. Diesen Druck könnten jedoch nicht einmal

die bestgeführten Betriebe auf Dauer aushalten.

Auch »Landwirte mit Zukunft« müßten

dann »unter die Räder kommen, zumal bei uns

unter verschärften Wettbewerbsbedingungen

produziert werden muß«.

In Hessen will die CDU nach Angaben des

Agrarexperten ihrer Landtagsfraktion darauf

drängen, »daß man sich vom Erzeuger bis zum

Verarbeiter und Vermarkter auf die sich rasant

verändernden Rahmenbedingungen in der EG

einstellt«. Verbesserte Molkerei- und Schlachthofstrukturen,

Erzeugergemeinschaften und eine

optimale Beratung bei der Anpassung an

Markt und Produktion seien »die notwendigen

Reaktionen«, meinte Möller. Es seien bereits

laut Gesetz für die Abfallbeseitigung zuständig

ist, eine Lösung gefunden haben.

Da Eile geboten ist, hat der Regierungspräsident

in Darmstadt dem Umlandverband in einer

»abfallrechtlichen Anordnung« Fristen gesetzt.

So muß innerhalb von sechs Wochen ein »nachprüfbares

Konzept« für den Abfalltransport und

Umlademöglichkeiten von der Straße auf die

Schiene und von der Straße auf das Schiff vor-

Hessen will erhöhte Zulagen für

»Dienst zu ungünstigen leiten«

oie Landesregierung will dem auaesnt enesenneeunoszircno.uieimn

W 1 e s b a d e n (lhe). Beamte sollen nach dem Willen der hessischen Landesregierung für den

»Dienst zu ungünstigen Zeiten« höhere Zulagen erhalten. Die christlich -liberale Landesregierung

will deshalb dem Bundesrat einen entsprechenden Entschließungsantrag zuleiten. Diese

Initiative ist nach Mitteilung der Wiesbadener Staatskanzlei von gestern Teil des vom Kabinett

Ende Juni beschlossenen »Maßnahmenkatalogs «, mit dem die Verbesserung sowohl der

Arbeitsbedingungen als auch der Bezahlung der Beamten des Landes angestrebt wird.

hessische Entschließungsantrag sehe vor, daß

Zulagen für Dienst an Sonn- und Feiertagen

sowie an Vortagen bestimmter Feiertage, für

Nachtdienst und für Dienst an Samstagnachmittagen

angehoben werden.

Nach dem Stand des Gesetzgebungsverfahrens

könne die beabsichtigte Verbesserung mit

einem Anderungsantrag zu diesem Gesetzentwurf

nicht erreicht werden, berichtete die

Staatskanzlei. Aus diesem Grund solle die Bundesregierung

mit dem Entschließungsantrag gebeten

werden, die bundeseinheitlich geltende

Erschwerniszulagenverordnung zu ändern und

so die »Zulagen für den Dienst zu ungünstigen

Zeiten« vom 1. Januar 1989 an zu erhöhen.

Mit 5000 Plakaten protestiert der Grafiker

Klaus Staeck seit Dienstag in Frankfurt gegen

Umweltzerstörung aus der Spraydose.

Den Weinpreis 1988 der Rheingaumetropole

Rüdesheim erhält in diesem Jahr Dr. Hans Otto

Jung. Wie die Stadt mitteilte, ist Jung Inhaber

der in Rüdesheim ansässigen größten und ältesten

deutschen Herstellerfirma für entalkoholisierten

Traubenwein. Der Export von jährlich

zwei Millionen Flaschen dieses Weins in mehr

als 20 Länder trage den Namen der Stadt Rüdesheim

in alle Welt.

»mutige Schritte« dazu getan worden, doch

müsse das Tempo noch verschärft werden, damit

nicht noch mehr Marktanteile verloren

gingen.

»Neue Wege« müssen nach Ansicht Möllers

für diejenigen hessischen Landwirte gefunden

werden, die ihren Betrieb entweder aufgeben

wollen oder müssen. Die »Produktionsaufgabe-

Rente« alleine reiche nicht aus, vielmehr müßten

diese Landwirte mit Umschulung und Eingliederungen

in Betriebe der mittelständischen

Wirtschaft, des Handels und des Gewerbes im

ländlichen Raum gehalten werden. Nur so, sagte

der Unionspolitiker, könnten Aufgaben des

Naturschutzes und der Sicherung der Umwelt

auch künftig wahrgenommen werden.

Seit dem 1. August gelten in Hessen Richtlinien

zur Förderung der Stillegung von Ackerflächen.

Sie sind von Landwirtschaftsministerin

Irmgard Reichhardt (CDU) allerdings »unter

formellem Vorbehalt« in Kraft gesetzt worden.

gelegt werden. Bis zum 1. November dieses Jahres

soll der Standort für eine neue Deponie genannt

werden, die den Abfall aufnimmt, der

weder verbrannt noch ins Ausland transportiert

werden kann. Am 1. September dieses Jahres

soll der Standort für eine Bauschutt-Aufbereitungsanlage

benannt werden. Der Umlandverband

hält die Fristen für völlig unrealistisch,

wenngleich das »gewaltige Problem« gesehen

werde, sagte der Sprecher. Ein Gutachten für

einen Deponiestandort sei unabhängig von der

Anordnung aus Darmstadt bereits in Auftrag

gegeben worden. Die Fertigstellung sei allerdings

frühestens Ende des Jahres zu erwarten.

Der Umlandverband hält an seinem Konzept

fest, nach dem alle brennbaren Abfälle verbrannt

und die wiederverwendbaren Teile getrennt

eingesammelt werden. Mit der Getrennt-

Sammlung,- die in den Verbandsgemeinden unterschiedlich

organisiert ist, soll etwa ein Fünftel

des Müllaufkommens eingespart werden.

Kein Krankenhaustagegeld

für Dialyse-Behandlung

Frankfurt (lhe). Eine Dialyse-Therapie, auf

die viele Nierenkranke angewiesen sind, gilt

nicht als stationäre Behandlung. Das gilt auch

dann, wenn ein Nierenkranker im Krankenhaus

behandelt wird, heißt es in einem gestern veröffentlichten

Urteil (Aktz.: 2/21 O 27/88) der 21.

Zivilkammer des Landgerichts Frankfurt.

Die Behandlung berechtigt daher - so das

Gericht - nicht zum Bezug von Krankenhaustagegeld.

Die Richter wiesen damit die Klage eines

nierenkranken Patienten gegen seine Krankenversicherung

zurück, der sich seit Jahren

alle zwei Tage jeweils vier bis viereinhalb Stunden

lang einer Dialyse-Behandlung im Krankenhaus

unterziehen muß. Der Kläger hatte

deshalb geltend gemacht, diese Therapie stelle

keine ambulante, sondern zumindest eine »teilstationäre«

Behandlung dar und berechtige ihn

daher, Krankenhaustagegeld zu kassieren. Die

Versicherungsgesellschaft hatte dagegen eingewendet,

die Dialyse sei keine »medizinisch notwendige

stationäre Behandlung«.

Dieser Auffassung schloß sich das Gericht an.

Die Dialyse-Therapie - eine Blutwäsche für Nierenkranke

- sei eine ambulante Behandlung, die

nur aus bestimmten technisch-medizinischen

Gründen im Krankenhaus durchgeführt werde.

Der Begriff der stationären Behandlung setze

dagegen eine völlige Eingliederung des Patienten

im Krankenhausbetrieb voraus. Nur eine

solche stationäre Krankenhausaufnahme begründe

einen Anspruch auf Tagegeld.

CDU für Abbau von Überschüssen

Absage an den von Brüssel bevorzugten «Preisdruck« — Neue Richtlinien zur Stillegung von Ackerflächen

W i e s b a d e n (lhe). Der von deutscher Seite vorgeschlagene Abbau praktizierten »Gewaltmittel Preisdruck« erwiesen. Diese Überzeuvon

Überschüssen hat sich nach Auffassung des agrarpolitischen gung hat Möller nach einem Besuch des Arbeitskreises Landwirt -Sprechers der CDU-

Landtagsfraktion, Dietrich Möller, als einzige schaft seiner Fraktion bei der EG-Kommission und dem deutschen

»erfolgreiche Alternative« zu dem von der EG-Kommission jahrelang EG-Kommissar Peter Schmidthuber in Brüssel gewonnen.

Sowohl die offizielle Zustimmung der EG-Kommission

als auch die erforderliche Anderung der

von Bund und Ländern beschlossenen Grundsätze

stehen noch aus, berichtete das Ministerium

gestern in Wiesbaden.

Nach Auffassung der Ressortchefin müsse

»jetzt jedoch gehandelt werden«, um den Landwirten

rechtzeitig vor der Herbstaussaat die

Entscheidungsmöglichkeit für die Teilnahme

an der Stillegung zu geben. Ziel der Förderung

ist nach Angaben des Ministeriums die Anpassung

der landwirtschaftlichen Erzeugung an die

Entwicklung des Marktes und damit eine

»Marktentlastung«. Alle Mitgliedsstaaten der

EG seien verpflichtet, für stillgelegte Flächen

den Landwirten Ausgleichszahlungen anzubieten.

Der Agrarexperte der SPD-Landtagsfraktion,

Peter Hartherz, kritisierte, daß die Landesregierung

mit den Richtlinien nicht zugleich die

Chance genutzt habe, konkrete Entlastungen

der Gewässer von Schadstoffen zu erreichen.


Mittwoch, 3. August 1988 WIRTSCHAFT Nummer 178 - Seite 6

Andrang

bei der Meister-Prüfung

1977 1982 1987

1 45 923

Teilnehmer an 1

Meister-Prüfungen 39 434

im Handwerk

34 437

30

29788

Davon

haben

bestanden

L!

Begehrter Meisterbrief

Immer mehr Fachkräfte im Handwerk mögen

sich mit dem Gesellen-Dasein nicht zufrieden

geben. Sie besuchen Kurse und Lehrgänge oder

büffeln im privaten Kämmerlein, um sich auf

die Meisterprüfung vorzubereiten. Denn man

muß schon Handwerksmeister sein, um sich eines

Tages selbständig machen zu können. Nach

Angaben des Zentralverbands des Deutschen

Handwerks stieg die Zahl der Meister-Aspiranten

von 1977 bis 1987 um über 50 Prozent auf

45 923 pro Jahr (unser Schaubild). Davon konnten

34 437 den begehrten Meisterbrief nach bestandener

Prüfung entgegennehmen. Die Erfolgsquote

lag somit bei 75 Prozent. Die meisten

Absolventen gab es in den vier Berufen Kfz-

Mechaniker, Elektroinstallateur, Friseur und

Tischler. Auf sie entfiel über ein Drittel der

frischgebackenen Handwerksmeister und -meisterinnen

des Jahres 1987. (Globus)

Exportplus in Metallindustrie

(dpa/vwd). Das Konjunkturklima in der

Metallindustrie ist seit Beginn des Jahres deutlich

besser geworden. Nach dem in Köln veröffentlichten

Konjunkturbericht des Arbeitgeberverbandes

Gesamtmetall kam der Umschwung

von der Exportnachfrage: Die Auftragseingänge

aus dem Ausland hätten binnen Jahresfrist um

zwölf, die Inlandsbestellungen dagegen nur um

5,5 Prozent zugenommen.

Die Produktion habe bisher allerdings kaum

zugenommen, hieß es weiter. Nach Ansicht von

Gesamtmetall ist dafür teilweise die Arbeitszeitverkürzung

verantwortlich, die zum 1. April

1988 in Kraft trat. Der Produktivitätszuwachs

hat sich nach Angaben von Gesamtmetall im

April/Mai 1988 auf zwei Prozent verringert,

nachdem er im 1. Vierteljahr 1988 noch 3,3 Prozent

betragen hatte.

Mehr Wachstum erwartet

Bangemann korrigiert Prognose nach oben - Industrieproduktion im Juni steigend

(dpa/vwd). Die Bundesregierung hat ihre wirtschaftlichen

Erwartungen für dieses Jahr weiter

nach oben korrigiert: Sie rechnet jetzt mit einem

Wirtschaftswachstum von real mindestens

plus 2,5 bis drei Prozent. Eine solche Zunahme

des Bruttosozialprodukts gelte »auch bei vorsichtiger

Betrachtung für 1988«, ließ Wirtschaftsminister

Martin Bangemann (FDP) von

Argentinien aus über sein Ministerium erklären.

Die starke Zunahme der bundesdeutschen Industrieproduktion

- die Juni-Ergebnisse wurden

am Dienstag ebenfalls bekannt - habe die

»wirtschaftlichen Aussichten für dieses Jahr

noch einmal deutlich verbessert«, erklärte Bangemann.

Im Juni wurden nach Angaben des Ministeriums

zwei Prozent mehr Industriegüter herge-

(AP). Die Deutsche Bundesbank hat am

Dienstag den Geldhahn weiter zugedreht. Zum

vierten Mal innerhalb von zwei Monaten setzte

die Zentralbank den Zinssatz für sogenannte

Wertpapier-Pensionsgeschäfte um einen Viertel

Prozentpunkt herauf, womit den Geschäftsbanken

Liquidität zugeführt wird. Für das wichtigste

Mittel kurzfristiger Geldzufuhr wird den

Banken nun mit 4,25 Prozent ein um einen Prozentpunkt

höherer Zins in Rechnung gestellt als

in der Niedrigzinslihase von November vergangenen

Jahres bis Anfang Juni.

Erst am Donnerstag vergangener Woche hatte

Die fünf Atomkraftwerke in der Schweiz haben

1987 zusammen 37 Prozent des im Lande

verbrauchten Stroms produziert.

Die Rohstahl-Erzeugung in der EG ist im 1.

Halbjahr 1988 im Vergleich zum entsprechenden

Vorjahreszeitraum um 7,4 Prozent auf rund

69 Millionen Tonnen gestiegen.

Die Winzer in der Bundesrepublik blicken mit

Optimismus auf den Weinjahrgang 1988. Nach

einer Umfrage des Deutschen Weinbauverbandes

rechnen sie allgemein mit überdurchschnittlicher

Qualität bei allerdings Erntemenge.

Agrarsprit, der zur Reduzierung der EG-Weinüberschüsse

aus Tafelwein destilliert wird, wird

nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft der

Verbraucherverbände für rund fünf Milliarden

DM jetzt zu Preisen zwischen null und 30 Pfennig

je Liter zum Verheizen und als Treibstoff

abgegeben. Um die dafür erforderliche Menge

zu erzeugen, brauchten alle deutschen Weinbauern

zusammen mehr als vier Jahre.

Aktien schwächer, Renten freundlich

(dpalvwd). Die deutschen Aktienmärkte schlossen am Dienstag nach relativ

ruhigem Geschäft per Saldo schwächer. Nach den jüngsten Kursgewinnen

habe der Markt eine Verschnaufspause gebraucht, so Händler in Frankfurt. Am

Rentenmarkt setzte sich eine freundliche Tendenz durch. Öffentliche Anleihen

wurden überwiegend höher notiert. Die Durchschnittsrendite verminderte sich

auf 6.50 (6,53) Prozent.

Aktien-Indexwerte: VWD 117,02 ( + 0,03), Commerzbank 1491,30 (- 0,60),

Dow Jones (New York) 2130,51 + 1,78), Nikkei (Tokio) 28 285,22 ( - 41,09).

Aktien (Kassakurse) 02.08.88 01.08.88

AEG .............. 202.30 202.30 Karstadt St......... 418.00 424.00 VIAG ............. 226.00 224.50

Allianz-Versieh..... 1547.00 1548.00 Kaufhof ........... 360.00 365.00 VW ............... 248.20 249.80

BASF ............. 259.80 261.10 KHD.............. 128.70 128.30 Wella.............. 552.00 543.00

Bayer ............. 294.00 294.80 Linde ............. 685.00 682.00

Bayr. Ver. Bank .... 337.00 340.00 MAN Stämme...... 197.50 196.00 GeneralMotors..... 149.00 150.00

BMW ............. 509.00 512.00 Mannesmann ...... 170.00 169.50 Hitachi ............ 2770.00 2840.00

Brown, Boveri ..... 306.00 306.00 Massa ............. 312.50 316.00 IBM .............. 234.50 236.70

Commerzbank ..... 232.50 233.00 Metallges.......... 310.00 305.00 Litton ............. 143.00 141.00

Conti Gummi ...... 261.00 259.50 Nixdorf ........... 462.00 438.50 Philips ............ 28.10 28.30

Daimler ........... 684.50 691.50 Porsche ........... 563.00 568.00 Royal Dutch ....... 215.70 216.80

Degussa........... 356.00 357.00 Preussag .......... 181.00 179.20 Unilever........... 105.00 106.30

Dt. Babcock ....... 179.00 178.80 Puma ............. 296.00 285.20

Deutsche Bank..... 485.70 484.50 PWA .............. 218.50 216.00 Investment- Ausg. Rückn. Rückn.

Dt. Lufthansa Vz ... 121.00 120.50 Rheinelektra....... 1041.00 1050.00 fonds 02.08.88 02.08.88 01.08.88

Didier ............. 200.00 200.00 RWE Stämme ...... 230.50 232.00 Adifonds ...... 56.70 54.00 54.02

Dresdner Bank..... 256.40 257.50 Rütgerswerke...... 350.00 351.00 Adirenta ...... 22.78 22.12 22.12

DUB Schultheiss ... 245.00 250.00 Salamander........ 259.00 262.00 Concentra ..... 31.87 31.09 31.15

Dyckerhoff Vz ..... 218.00 220.00 Schering .......... 517.00 517.00 Dekafonds .... 41.78 39.69 39.70

Feldmühle Nobel ... 265.50 265.50 Siemens ........... 429.50 429.80 Dekarent ...... 32.81 31.85 31.93

Heidelb. Zement ... 595.00 595.00 Südzucker......... 367.00 360.50 Despafonds.... 85.74 81.46 81.42

Hoechst ........... 274.50 275.00 Thyssen-Hütte ..... 152.00 149.50 DIFA (co op) ... 177.70 168.80 168.80

Hoesch............ 147.50 143.20 Varta .............. 280.00 282.00 Dt. Rentenfds .. 84.22 82.57 82.58

Holzmann ......... 410.50 399.50 VDO .............. 202.00 205.00 Fondak ....... 56.24 53.56 53.60

Horten ............ 191.00 199.00 VEBA ............. 257.80 258.00 Inrenta........ 71.80 70.02 70.01

IWKA ............. 212.00 216.50 VEW .............. 159.50 159.40 Interrenta ..... 39.20 38.04 38.00

stellt als im Vormonat. Das war die stärkste

Zuwachsrate im bisherigen Jahresverlauf. Dabei

ging allerdings die Bautätigkeit, die in den

Vormonaten - besonders im Frühjahr -kräftige

Steigerungsraten gezeigt und damit erheblich

zur konjunkturellen Entwicklung beigetragen

hatte, erstmals zurück (minus ein Prozent). Im

Vorjahresvergleich ergab die - zur Glättung

kurzfristiger Schwankungen - zusammengefaßte

Industrieerzeugung aus den beiden Monaten

Mai und Juni ein Plus von 2,5 Prozent.

Wie das Ministerium auf Anfrage weiter mitteilte,

konnte auf dieser Basis die Industrieproduktion

im ersten Halbjahr 1988 insgesamt gegenüber

der Vergleichszeit des Vorjahres um 3,2

Prozent gesteigert werden. Auch die Tendenz

der Bestellungen sei positiv.

Frankfurt macht Geld knapper

Bundesbank erhöht erneut Zins für Wertpapier-Pensionsgeschäfte

die Bundesbank den Lombardsatz um einen

halben Prozentpunkt auf fünf Prozent erhöht.

Mit der Politik höherer Zinsen will die Bundesbank

nach Ansicht von Wirtschaftswissenschaftlern

sowohl dem derzeitigen Abwertungsdruck

der D-Mark auf den Devisenmärkten als

auch der wegen höherer Importpreise damit

verbundenen Inflationsneigung entgegenwirken.

Außerdem kann damit das Geldmengenwachstum

von zuletzt etwa 7,5 Prozent gebremst

werden, das den für dieses Jahr vorgesehenen

Satz von drei bis sechs Prozent deutlich

übersteigt.

Die Rohstoffpreise, zuvor seit Jahren rückläufig,

sind seit Februar gestiegen und haben wieder

das Niveau von 1980 erreicht, berichtete der

Internationale Währungsfonds (IWF) in Washington.

Die deutlichsten Preissteigerungen

von Lebensmitteln gab es bei Mais, Soja und

Weizen, was auf die Dürre in den USA zurückgeführt

wird.

Zu den Einnahmen für Patente und Lizenzen

steueret die Chemie- und Mineralölverarbeitung

im vergangenen Jahr 649 Millionen DM (mehr

als 40 Prozent) bei. Die gesamten Lizenzeinnahmen

betragen 1,6 Milliarden DM bei. Das gesamte

verarbeitende Gewerbe gab 2,8 Milliarden

DM für ausländisches »know how« aus und

erreichte damit einen negativen Saldo von

1,2 Milliarden DM.

Hypotheken im Wert von 14,3 Milliarden DM

haben die deutschen Realkreditinstitute in der

1. Hälfte dieses Jahres für den Wohnungsbau

zugesagt, 4,7 Prozent mehr als in den ersten

sechs Monaten des vergangenen Jahres.

Gespart wird weil es nichts zu kaufengibt

Nach Ansicht sowjetischer Wirtschaftsfachleute sind die hohen Ersparnisse potentiell eine Gefahr für den Geldwert

Jeder Sowjetbürger, gleichgültig ob Mann,

Frau oder Kind, hat im Schnitt 1000 Rubel (nach

offiziellem Kurs 1 Rubel = 3 DM) auf dem Sparkonto,

wie aus einem kürzlich veröffentlichten

Bericht über die Wirtschaftsentwicklung in der

UdSSR im ersten Halbjahr 1988 hervorgeht. Die

nüchterne statistische Angabe spiegelt die Frustration

wider, die die Sowjetmenschen angesichts

eines unzureichenden Warenangebots

empfinden.

Für die Mehrheit der sowjetischen Arbeiter

stellt die genannte Sparsumme den Lohn eines

halben Jahres dar. Nach Angaben des stellvertretenden

Vorsitzenden des Staatlichen Komitees

für Statistik, Nikolai Below, belaufen sich

die Spareinlagen derzeit auf 280 Milliarden Rubel

bei einer Bevölkerungszahl von 284 Millionen.

Diese aufgestaute Kaufkraft könnte zu einem

Inflationsschub führen, wenn nach und

nach mehr Konsumgüter auf dem Markt erscheinen.

Der laufende, von der KPdSU-Führung unter

Leitung von Generalsekretär Michail Gorbatschow

ausgearbeitete Fünfjahrplan sieht gleichzeitige

Verbesserungen in qualitativer und

Von AP-Korrespondentin Carol Williams (Moskau)

quantitativer Hinsicht vor - ein Ziel, das westliche

Beobachter und sogar einige sowjetische

Wirtschaftsexperten für unrealistisch erklärt

haben.

Die pauschalen Zahlen, die Below auf einer

Pressekonferenz vorlegte, ließen erkennen, daß

die Sowjetführung die quantitativen Forderungen

für erfüllt erachtet, doch die Höhe der Spareinlagen

.und ein Blick in eine beliebige staatliche

Verkaufsstelle lassen erkennen, daß die verheißenen

Verbesserungen in der Produktion

von Konsumgütern und im Dienstleistungsangebot

nur langsam vorankommen.

Das ungewöhnlich hohe Sparaufkommen in

der Sowjetunion ist von dem prominenten Wirtschaftsfachmann

Nikolai Schmelew als Inflationspotential

kritisiert worden. 1987 wuchsen

die Sparguthaben in der UdSSR um 42 Milliarden

Rubel, ein Umstand, den Schmelew in einer

Reihe von Veröffentlichungen kritisiert hat. In

einer Rede auf der Allunionsparteikonferenz in

Moskau im Juni machte sich der Volkswirtschaftler

Leonid Abalkin die Argumente westlicher

Finanzexperten zu eigen, indem er darauf

hinwies, daß die Führung ein schiefes Bild von

der industriellen Leistung des Landes erhalte,

weil sie ausschließlich quantitative Maßstäbe

anlege. Der Wirtschaftsfachmann Abel Aganbegjan

sagte in einer Pressekonferenz, die sowjetischen

Verbraucher seien derzeit nicht besser

dran als zur Zeit vor den im vergangenen

Jahr von Gorbatschow eingeleiteten Wirtschaftsreformen.

Zwar haben die Reformen bedeutende Veränderungen

im Bereich der persönlichen Freiheit

gebracht und zur Schaffung einer offeneren Atmosphäre

in der Sowjetunion beigetragen, doch

sind auf dem Markt nur wenige sichtbare Veränderungen

zu registrieren. Laut Bericht des

Staatlichen Komitees für Statistik lag die Industrieproduktion

im ersten Halbjahr 1988 um

4,7 Prozent höher als im Vergleichszeitraum des

Vorjahres. Below wies jedoch in seiner Pressekonferenz

darauf hin, daß die Nahrungsmittelversorgung

und die Leichtindustrie weiterhin

unter großen Mängeln litten, und die amtliche

Nachrichtenagentur TASS meldete, daß die

Führung die Dringlichkeit einer umgehenden

Lösung der Versorgungsprobleme der Menschen

betont habe.

Int. Rentenfds . 79.03 77.10 77.53

Investa ........ 58.20 55.41 55.52

Investors-F. ... 12.53 11.64 11.63

Renditdeka .... 34.63 33.62 33.62

Thesaurus ..... 206.20 201.17 201.51

Transatlanta ... 26.81 26.03 26.14

Unifonds ...... 26.40 25.07 25.12

Unirenta ...... 40.30 39.11 39.10

Festverzinsl. Werte 02.08.88 01.08.88

61/2 Bdobl. S. 59 (90) 101.55 101.55

61/4 Bdobl. S. 60 (91) 100.90 100.90

6 3/4 KfW v. 85 (93)... 101.40 101.25

6 3/4 Bund v. 85 (95).. 101.05 100.75

61/2 Bund v. 85 (95).. 99.65 99.40

6 3/8 Bd. v. 86 I1(96).. 98.40 98.15

6 Bund v. 86 (98) .... 94.25 94.05

7 1/8 Bahn v. 85 (95) .. 102.50 102.45

7 Post v. 85 (97) ..... 101.00 100.90

Renditen von Bundespapieren

Finanz.-Schätze 1 J. 4.25; 2 J. 5.25

Bd.-Schatzbriefe A: 6.12; B: 6.49

Obligationen (5J.) ............ 6.07

NE-Metalle (je 100 kg)

Aluminium....... 455.00-458.50

Blei in Kabeln .... 118.25-119.25

DEL-Kupfer...... 396.45-399.67

MS 58 1. .......... 356.00-365.00

MS 581I .......... 401.00-408.00

MS 63 ............ 400.00-405.00

Barren Schalterverkaufspreis (mit Vortag)

Gold (kg)......... 30324.00 (30677.40)

Silber (kg) ....... 510.72 (516.42)

Diskontsatz ...... 3,0%

DM-Wechselkurse

2.8.1988 Sorten Devisen

Währung Ank. Verk. Ank. Verk.

USA (1 $) 1.81 1.91 1.8626 1.8706

England (1 f) 3.13 3.30 3.200 3.214

Kanada (1 c$) 1.49 1.60 1,5401 1.5481

Holland (100 hfl) 87.50 89.75 88.43 88.65

Schweiz (100 sfrs) 118.25 121.25 119.91 120.11

Belgien (100 bfrs) 4.60 4.82 4.766 4.786

Frankreich (100 FF) 28.80 30.60 29.565 29.725

Dänemark (100 dkr) 25.45 27.45 26.27 26.39

Schweden (100 skr) 28.30 30.10 29.055 29.195

Italien (1000 Lire) 1.31 1.41 1.350 1.360

Österreich (100 öS) 14.07 14.37 14.22 14.26

Spanien (100 Ptas) 1.45 1.57 1.516 1.526

Japan (100 Yen) 1.35 1.42 1.4065 1.4095

Griechenl. (100 Dra) 0.95 1.45 -.-

Jugoslaw. (100 Din) 0.04 0.11 -.- -.-

Möbel sind Spitzenreiter

im Einzelhandel _

(AP). Der Einzelhandel in der Bundesrepublik

hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr um vier

Prozent gesteigert. Die Hauptgemeinschaft des

Deutschen Einzelhandels berichtete in Köln,

die Geschäftsbelebung habe auch im Juni angehalten.

Spitzenreiter der Branche sind die Möbelgeschäfte,

die ihren Absatz in den ersten

sechs Monaten dieses Jahres um elf Prozent

steigerten und allein im Juni 20 Prozent mehr

verkauften als ein Jahr zuvor. An zweiter Stelle

der Statistik (Warenhäuser und Versandhandel

nicht berücksichtigt) lagen Uhren- und

Schmuckgeschäfte mit einer Zunahme im ersten

Halbjahr um neun Prozent. Danach.folgten

Spielwarenhandel (plus acht Prozent), Bürogeschäfte

(sieben) sowie der Foto- und Unterhaltungselektronikbereich

(jeweils sechs Prozent).

Schlußlicht des Einzelhandels sind die Reformhäuser,

die das gleiche Absatzergebnis erzielten

wie im ersten Halbjahr 1987.

Schweiz: Immobilien-Verkauf

an Ausländer rückläufig

(AP) In der Schweiz war der Verkauf von

Grund- und Wohneigentum an Ausländer - der

von den Kantonsbehörden genehmigt werden

muß - im letzten Jahr rückläufig. Bei Ferienwohnungen

und Einheiten in Apartmenthotels

zeigte sich ein deutlicher Rückgang. Abgenommen

hat sowohl die Zahl der erteilten Kaufgenehmigungen

als auch das Gesamtvolumen der

- ebenfalls genehmigungspflichtigen - Verkaufspreise

und die Gesamtfläche. Wie das Eidgenössische

Justiz- und Polizeidepartement mitteilte,

wurden letztes Jahr insgesamt 1353 Bewilligungen

für den Erwerb von Grundstücken

beziehungsweise Wohnfläche durch Personen

im Ausland erteilt, gegenüber 1568 im Vorjahr.

Die bewilligten Kaufpreise machten im letzten

Jahr insgesamt 920 Millionen Schweizer

Franken aus; im Vorjahr waren es rund 1,5 Milliarden

Franken . Da nicht alle Bewilligungen

einen Kauf zur Folge haben, dürften die tatsächlich

erreichten Zahlen unter den genannten

liegen.

Am liebsten siedeln sich die Ausländer in den

Kantonen Wallis, Waadt, Tessin und Graubünden

an.

GATT erwartet Zunahme im

Welthandel von fünf Prozent

(dpa/vwd). Der Welthandel hat 1987 um etwa

fünf Prozent zugenommen und dürfte auch 1988

im gleichen Maß steigen. Das sagte das Sekretariat

des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens

(GATT) in einem in Genf veröffentlichten

Bericht voraus.

Die Zunahme im Vorjahr lag deutlich über

jener der Jahre 1986 und 1985. Der Wert der

Warenexporte insgesamt kletterte 1987 um

16,5 Prozent auf 2475 Milliarden Dollar. Dabei

spielten auch die höheren Dollarpreise für Öl

und andere Rohstoffe sowie der veränderte Dollarkurs

gegenüber einer Reihe wichtiger Währungen

eine Rolle.

Der Export von Fertigwaren nahm wieder die

führende Rolle im Handel ein. Die Produktion

in der Landwirtschaft ging seit 1950 erstmals

zurück. Dennoch nahm der Handel mit Agrarerzeugnissen

um 4,5 Prozent zu.

Handwerk optimistisch

(dpa/vwd). Die bundesdeutschen Handwerksbetriebe

bewerteten das Geschäftsklima für das

3. Quartal 1988 so positiv wie schon lange nicht

mehr. Dies ergab eine Umfrage der Deutschen

Handwerkszeitung (DHZ) bei über 10 000 Betrieben.

Das Handwerk profitiert vom starken

privaten Verbrauch, steigenden Investitionen

der gewerblichen Wirtschaft und der lebhaften

Baunachfrage.

Die Beschäftigung im Handwerk wird der

Umfrage zufolge im laufenden Quartal um zwei

bis drei Prozent zunehmen. Der Auftragseingang

soll sich saisonbedingt verhaltener entwikkeln.

Die Umsatzerwartungen sind dagegen

deutlich besser.

Bereits im 2. Quartal 1988 hatte sich die Handwerkswirtschaft

nach Angaben der DHZ gegenüber

der entsprechenden Vorjahreszeit deutlich

verbessert. Die Zahl der im Handwerk Beschäftigten

erhöhte sich in der Berichtszeit um

0,5 Prozent auf rund vier Millionen.

US-Autos in USA laufen gut

(dpa/vwd). US-Autos sind in den USA wieder

gut im Geschäft. Nach Angaben von Fachleuten

konnten die »Big Three« - General Motors Corp,

Ford Motor Co und Chrysler Corp - im 1. Halbjahr

zusammen 3,9 Millionen Pkws verkaufen.

Ihr Marktanteil stieg damit auf 70,6 Prozent aller

in den USA verkauften Pkw von 66,5 Prozent

Ende 1987.

Die einheimischen Produzenten können ihre

Produkte billiger anbieten als die unter ihren

starken Währungen leidenden Importeure.

Nachgeholfen wird zudem noch mit allen möglichen

Verkaufsförderungsprogrammen. Besser

geworden ist auch das Styling der amerikanischen

Autos.


Mittwoch, 3. August 1988 FEUILLETON Nummer 178 - Seite 7

»Christus«-Film sorgt auch in

Venedig für Aufregung

(dpa) Schon vor der Uraufführung bei den Filmfestspielen

in Venedig sorgt der neue Film von

Martin Scorsese »Die letzte Versuchung Christi«

für Aufregung. 75 italienische katholische Verbände

haben am Montag in Rom eine Klage wegen

Verunglimpfung der Religion angekündigt, sollte

der Film gotteslästerliche Szenen enthalten. Auch

in den USA hatte der Streifen Stürme der Entrüstung

ausgelöst. Dort soll der Film am 23. September

anlaufen.

Die italienischen Verbände wollen gerichtliche

Schritte einleiten, wenn der Film, wie angekündigt,

zeige, wie Christus einen Geschlechtsakt mit Magdalena

träume. Sprecher der Verbände drohten

nicht nur dem Regisseur und dem Produzenten des

Streifens, sondern auch dem Chef der Film-Biennale,

Guglielmo Biraghi, eine Klage an. Auch der

italienische Regisseur Franco Zeffirelli will nicht,

daß sein neuer Film, »Der junge Toscanini«, der

wie Sorseses Streifen in Venedig außerhalb der

Konkurrenz als »Sonderereignis« gezeigt werden

soll, in die Nähe des umstrittenen Christus-Films

gerät.

Andrew Birkins Streifen »Brennendes Geheimnis«

(nach einer Erzählung von Stefan Zweig) wird

als bundesdeutscher Beitrag bei den Filmfestspielen

zu sehen sein. In dieser deutsch-englischen Koproduktion

spielen Klaus Maria Brandauer und

Faye Dunaway die Hauptrollen.

Die Filmfestspiele werden am 28. August mit der

Aufführung des Stummfilms »Casanova« von

Aleksandr Volkow aus dem Jahr 1927 eröffnet und

dauern bis zum 9. September.

Jazz-Festival in Limburg wird

zur Dauereinrichtung

(lhe) Beim zweiten Jazz-Festival werden im Limburger

Serenadenhof am 27. und 28. August »hochkarätige«

und bekannte Jazzensembles sowie einheimische

Gruppen auftreten. Wie ein Magistratssprecher

dazu mitteilte, ist mit den musikalischen

Darbietungen eine Ausstellung »Figur und Saxophon«

mit Arbeiten des Malers und Jazz-Musikers

Michael Schilp aus Iserlohn/Westfalen verbunden,

die bis zum 4. September zu sehen ist.

Das Programm nennt als Mitwirkende Emil Mangelsdorff

mit seiner »Interaction«, das Landes- Jugend-Jazzorchester

Hessen, die Big-Band vom

Jazz-Club Brechen im Kreis Limburg-Weilburg

und die »Lahn-River-Jazz-Band« mit Jutta Waldeck.

An Stilrichtungen werden klassischer Jazz,

Oldtimer- und Jugend-Jazz vertreten sein. Das erste

Limburger Jazz-Festival im Vorjahr hatte 4000

Besucher; dieser gute Start veranlaßte die Stadt,

wie Bürgermeister Dr. Rüdiger erklärte, das Festival

zu einer Dauereinrichtung werden zu lassen.

Otto-Bayer-Preis an deutsche

Naturwissenschaftler

(dpa) Der mit insgesamt 60 000 DM dotierte »Otto-Bayer-Preis«

1988 ist zwei deutschen Naturwissenschaftlern

zuerkannt worden. Wie der Bayer-

Konzern in Leverkusen mitteilte, geht die Auszeichnung

an Prof. Dr. Johann Deisenhofer von der

Texas University in Dallas sowie an Dr. Hartmut

Michel vom Max-Planck-Institut für Biophysik in

Frankfurt » für ihre hervorragenden Leistungen auf

dem Gebiet der Strukturanalyse bei Membran-

Proteinen«.

Der Preis soll am 29. August im Rahmen eines

wissenschaftlichen Kolloquiums in Leverkusen

verliehen werden. Er ist benannt nach dem Chemiker

Prof. Dr. Otto Bayer (1902-1982), Leiter der

gesamten Forschung der Farbenfabriken und Aufsichtsratsvorsitzender.

Im künstlerisch anspruchsvollen Freilichttheater

kann die Eigenart des Spielortes nicht ignoriert

werden. Nur unfähige Regisseure ziehen ein Stück

ohne Rücksicht auf die gegebene Natur- oder Architekturkulisse

ab. In diesen Wochen kann man

Goethes »Götz von Berlichingen« im Burghof des

württembergischen Jagsthausen (wo der historische

Götz gelebt hat) und vor dem Dom des niedersächsischen

Bad Gandersheim sehen. Der Besuch

beider Inszenierungen lohnt sich: beide Regisseure

paßten persönliche Interpretationen des Stücks

vorbildlich dem Charakter der Spielstätte ein, ohne

darauf zu verzichten, und beide griffen in ihren

Bearbeitungen des Textes auf bisher kaum oder

sogar nie gespielte Szenen aus Goethes Frühfassung

von 1771 sowie auf seine später geänderte

Version vor allem des fünften Aktes zurück. Wir

können hier keine philologischen Textvergleiche

anstellen, wohl aber sagen: Der Besuch beider Aufführungen

ermöglicht einen interessanten Vergleich,

wie er sich bisher in diesem Umfang kaum

je ergeben haben dürfte. (»Götz« wird in Jagsthausen

bis zum 19., in Bad Gandersheim bis zum 20.

August im Wechsel mit »Zähmung der Widerspenstigen«/Jagsthausen

und »Anatevka«/Gandersheim

gespielt).

Das idyllische Ambiente des Burghofes in Jagsthausen

wird von einem biedermännischen Götz

und seiner braven Familie bewohnt. In diese Beschaulichkeit

dringen aufrührerische Zeichen von

gesellschafts-, sozial-, machtpolitischen Auseinandersetzungen.

Schnell wird dem Publikum klar,

daß der wackere Götz ihnen erliegen wird. Er ist

kein Held, sondern ein Mensch gutend Willens,

aber mit begrenzten Kräften. Im Geviert des Burghofs

hat alles Geschehen Grenzen - Regisseur

Wolfgang Kraßnitzer respektiert das: Weislingens

Wankelmut, Adelheids Gelüste und Ränke bleiben

wie die Empörung der Bauern übers Ausgenutztwerden,

wie die Versuche der Mächtigen, an der

Macht zu bleiben, psychologisch erklärbar, schlagen

um ins Politische, das wiederum aufstörend in

die Idylle einbricht und sie vernichtet. Es öffnet

sich der Ausblick auf eine neue Zeit, auf gesellschaftliche

Veränderungen, aber Untergang und

Neubeginn bleiben stümperhaft, wie Menschenwerk

nun mal zu sein pflegt. Nicht, daß die Inszenierung

die Vorgänge des Stücks verniedlichen

würde - aber sie lokalisiert sie auf den historischen

Raum.

Der ist in Bad Gandersheim nicht gegeben. Dort

verlangt die machtvolle, doppeltürmige, elfhun-

dert ährige Domfassade eine Ausweitung nicht nur

ins Überregionale sondern auch ins Geistige, wenn

nicht ins Metaphysische. Regisseur Walter Pohl (als

einstiger Intendant der Domfestspiele mit dem herrischen

Anspruch der Domarchitektur vertraut)

stellt mit ins Zentrum des Geschehens die zwar

auch in Jagsthausen (sonst aber fast nie) gespielte,

dort aber blaß und beiläufig gebliebene Zigeunerszene:

von ihr aus macht die Regie in Gandersheim

deutlich, wie politischer Ehrgeiz, sozialpolitisches

Aufbegehren, sexuelle Begierden die handelnden

Personen mit magischer Gewalt dazu treiben, sich

Bayreuther Festspiele:

»Götterdämmerung« als TVmSpaß

g

Zwiespältiger Erfolg von Harry Kupfers neuem »Ring des Nibelungen«

Szenenfoto aus dem Vorspiel zur »Götterdämmerung« (Bühnenbild: Hans Schavernoch) (AP-Foto)

Am Schluß der »Götterdämmerung«, des letzten

Teiles des neuen »Ringes« in Bayreuth, überwogen

beim Erscheinen des Regisseurs Harry Kupfer, seines

Bühnenbildners Hans Schavernoch und des

Kostümbildners Reinhard ' Heinrich eindeutig die

Buhs. Zu extrem, zu unausgeglichen, zu willkürlich,

ja bisweilen geradezu dilettantisch war das

Regie-Team mit Richard Wagners Riesenwerk umgesprungen.

Einmal tobte sich ein kleinlicher Naturalismus

aus, dann wieder wurde die Wirklichkeit

in grotesker Weise mißachtet. Dazu kam eine

Personenführung, die oft genug akrobatische Leistungen

von den Sängern forderte. Der Siegfried

des dritten Teiles, Siegfried Jerusalem, bekannte

denn auch, daß er sich mit Waldläufen und

Schwimmen fit halte.

Auch in der »Götterdämmerung« war des Bodenturnens,

Kriechens, Kletterns, Leitersteigens und

Rennens kein Ende. Meist herrschte ein ermüdender

Tiber-Aktionismus, der von der Hauptsache,

dem Symbolgehalt der genialen Musik, immer wieder

ablenkte. Kupfer und Schavernoch hatten sich

in den Kopf gesetzt, eine von vielen Tschernobyls

bedrohte oder gar schon zerstörte Welt zu demonstrieren.

Sie wollten ganz aktuell sein, übersahen

dabei aber, daß die Symbolik von Laser-Strahlen

auch nicht mehr an Problemen zeigen kann als

altertümliche Bedrohungen durch Schwert, Speer

oder Vergessenstränke. Die gezeigte Symbolik von

Straße oder Rhein als Schicksalswege erwiesen

sich oft als Hinderung für die Szenerie. So modern

die Umwelt sich gab mit Atomverwüstungen, so

überholt waren dann Speer, Schwert, Helm und

Schild aus Plastik, ganz abgesehen davon, daß ein

Plastikschwert kaum im Feuer geschmiedet werden

kann. Musik und Szenerie klafften oft gewaltig

auseinander, ja widersprachen sich gar.

Am andern Ort ein andrer Götz

Goethes Frühwerk in Jagsthausen und Bad Gandersheim

so oder so zu verhalten: sie können einfach nicht

anders, sie unterliegen Zwängen aus dem Überirdisehen.

Die Gandersheimer Inszenierung des »Götz von

Berlichingen« hält in diesem Freilichtsommer das

suggestivste Theatererlebnis bereit: sie hat ein mitreißendes,

echtes »Sturm- und Drang«-Tempo, veräußerlicht

sich nie ins Melodramatische oder Posierende,

steckt zwar voller Symbolismen, wird

aber jedem verständlich, auch wenn er einzelne der

symbolkräftigen Bilder nicht als solche erkennt.

Die riesigen Galgen, die, auf die Domfassade projiziert,

die Schrecken des Bauernkrieges anschaulich

machen, die über das übliche Flammenzucken

weit hinausreichenden Wirkungen einer optimalen

Lichtregie (trotz kümmerlicher lichttechnischer

Anlagen), die gewissenhafte Bewegungsregie, die

Angehörige verschiedener Stände sich auch unterschiedlich

bewegen läßt und viele andere Einzelheiten

bis hin zu der suggestiven Musik, die Dieter

Schönbach eigens für diese Inszenierung komponiert

hat (sie illustriert nicht, sondern ergänzt, verstärkt

magische Wirkungen) - das alles und noch

viel mehr summiert sich zu einer unvergeßlichen

Aufführung.

Die übrigens ausgesprochen heiter beginnt. Umso

erschreckender die schicksalhaften Einbrüche,

das Hinein- und Fortgerissenwerden vom Strudel

der Ereignisse! Vor allem drei Schauspieler machen

dies Unausweichliche deutlich: Hans Teuscher

(Götz) und Jenny Gröllmann (Adelheid), beide

Gäste aus Ostberlin, und Joachim Henschke als

Weislingen. Teuscher und Henschke leben auch als

Privatmenschen mit kahlgeschorenem Kopf; der

Regisseur ließ sie keine Perücke tragen, und so

wurde wie von selbst deutlich, daß Götz und Weislingen,

die sich in ihrer Jugend wie Castor und

Pollux empfunden hatten, also Freunde waren und

ihrer Freundschaft insgeheim nachtrauerten, daß

diese beiden Männer nun auf verschiedenen Wegen

von höheren Mächten ins gleiche Ziel, den Untergang,

getrieben wurden. Auch Adelheid ist hier

kein schlechter Mensch (in Jagsthausen ist sie nur

eine höfische Hure und Intrigantin, die mit einem

Liebhaber nach dem anderen sich auf dem Lotterbett

wälzt; in Gandersheim gibt es kein Bett auf der

Szene, nur eine Bewegung, wie unter Zwang, auf

den jeweiligen Liebhaber zu, deutet an, was nun

passieren wird - nur bei Sickingen (strahlendfrisch:

Max Reichenwallner), dem letzten ihr verfallenen

Mann, dem auch sie verfällt, breitet Adelheid

mit wundervoller Geste ihren roten Samtmantel

aus und Sickingen schmiegt sich darunter an sie.

Hier ist nicht der Platz, weitere Einzelheiten zu

schildern. Die Gandersheimer Domfestspiele bieten

in ihrem Jubiläumsjahr - sie werden zum dreißigsten

Mal veranstaltet - eine »Götz«-Inszenierung,

die dem Stück neuartige geistige, künstlerische,

bühnenwirksame Dimensionen eröffnen -

Glücksfall einer maßstabbildenden Freilichtaufführung!

Das Publikum belohnte sie mit herzlichem

Beifall - der eigentlich frenetisch hätte sein

müssen. Wem Vergleichsmöglichkeiten fehlen, der

kann wohl den außerordentlichen Rang dieser Inszenierung

kaum richtig einschätzen.

(Sonja Luyken)

Die Bühnenbilder grenzten oft ans Groteske.

Wenn die Nornen ihr Schicksalsseil zu spinnen

beginnen, glaubt man, Grabkreuze auf einem

Friedhof zu sehen. Dann aber wechselte die Beleuchtung,

und aus den Kreuzen werden Fernseh-

Antennen, um die die Nornen ihr Seil schlingen

und angesichts derer sie sinnig fragen: »Weißt du,

wie das wird?« Brünnhilde auf ihrem Brünnhilden-

stein hat sich unterirdische Kammern in einen

Felsblock geschlagen, mindestens zwei Etagen tief.

Wenn sich Siegfried von Brünnhilde verabschiedet,

steigen sie eine Leiter wie in einem engen

Fabrikschornstein hoch und verharren auf der

schmalen Felsplatte in Hockestellung, um nicht

abzustürzen. Siegfried zieht mit Crane, einem

mannshohen Holzpferd mit kleinen Rädern unter

den Hufen, hinaus in die Welt. Bei der Rückkehr

des als Gunther

getarnten Siegfried flüchtet Brünnhilde ins

noch tiefere Felsstockwerk, das man im Querschnitt

der sich hebenden und senkenden Felswand

sieht.

Die von Siegfried abermals überwältigte Brünnhilde

wird wie eine erlegte Beute in eine Matte

gerollt von Mannen zur Burg Gibichungenstein getragen,

die in einer Schlucht zwischen Wolkenkratzer

liegt. Wenn die Rheintöchter im dritten Aufzug

wieder auftauchen, tummeln sie sich nicht mehr im

Wasser, sondern haben es sich auf einem Rheinschiff

bequem gemacht, auf einer Kommandobrükke,

die aussieht wie die überdimensionalen blanken

Kolben eines Motors, in denen sie auf- und

abklettern.

Siegfried wird von Hagen mit dem Speer martialisch

lang anhaltend abgestochen. Dennoch hat der

Held die Kraft, beim Trauermarsch selbst noch

eine ganze Strecke zu laufen, ehe er tot zusammensinkt.

Brünnhilde bereitet seinen Leichenbrand

und ihren Feuertod in einem Steinbruch vor, in

dem Siegfried auf einem Katafalk ruht. Das Ende

Hagens vollzieht sich ganz realistisch: Der grüne

Rhein schwillt an, und die Rheintöchter ziehen ihn

mit sich in die Tiefe.

War das Ganze nur ein Televisions-Spaß? Wenn

die Fluten des Rheins verebbt sind, glotzt eine

Gesellschaft in Abendkleid und Smoking in fünf

Fernsehapparate. Rechts liegt immer noch der von

Hagen ermordete Gunther. Links an der Rampe

lehnt Wotan. Das Spiel kann von neuem beginnen,

wie es selbst die Fortsetzung eines vorherigen war.

Die Fahrspuren auf der Schicksalsstraße zu Beginn

des »Ringes« haben es gezeigt.

Sängerisch war »Götterdämmerung« sicher der

schwächste Teil des »Ringes«. Reiner Goldberg

fehlt als Siegfried die Kraft zum Duchhalten. Bodo

Brinkmanns Stimme (Gunther) tremolierte. Von

schönem Gleichklang die Stimmen der Rheintöchter

(Hilde Leidland, Annette Küttenbaum, Jane

Turner) und die der Nornen (Anne Gjevang, Linda

Finnie, Lia Frey-Rabine). Mit großer Intensität

sang Waltraud Meier ihre Beschwörungen als Waltraute.

Blaß blieb Eva-Maria Bundschuh (Gutrune).

Gefeiert wurden die schwarzen Bässe von Philip

Kang (Hagen) und Günter von Kannen (Alberich).

Die Brünnhilde der Deborah Polaski war den Anstrengungen

ihrer mörderischen Partie weitgehend

gewachsen.

Am Schluß gab es fast einhelligen Beifall für

Daniel Barenboim am Pult, Jubel für das Festspielorchester

und den hervorragenden Chor und Beifall

mit massiven Buhs für das Regie-Team.

H. Lehmann

Ist die altgriechische Fabel-Schönheit »Europa«

gewaltsam entführt oder zärtlich verführt worden?

Von der Antike bis in die jüngste Gegenwart gab

diese Frage Bildhauern, Malern, Goldschmieden

und anderen Künstlern Anregung zu unterschiedlichsten

Interpretationen. Gewissermaßen als Spiegel

der jeweiligen Kunstepoche zeigt seit Montag

das Berliner Kunstgewerbemuseum die Ausstellung

»Die Verführung der Europa«. Über 2500 Jahre

können die Besucher darin der Darstellung des

Mythos von der phönizischen Königstochter Europa

nachspüren, die einst von dem in einen weißen,

bildschönen Stier verwandelten Göttervater Zeus

ent-/verführt wurde.

Aus dem Kreise ihrer Gespielinnen raubte Zeus

sie aus Phönizien (heute Libanon), brachte sie über

das Meer nach Kreta, wo er mit ihr drei Kinder

zeugte, darunter auch König Minos. Diese von griechischen

und römischen Dichtern wie Horaz und

Ovid bearbeitete Fabel wurde besonders häufig in

der Antike, der Renaissance und im Barock als

Motiv verwendet. Ob Europa als Namenspatronin

für einen Kontinent gelten darf, ist ungeklärt.

Plastiken, Medaillen, Majoliken, Amphoren,

Prunkschalen, Gemälde, Stiche, Graphiken, Tapis-

serien, Porzellan, Schmuck und anderes Kunsthandwerk

illustrieren in der vielfältigen Ausstellung

die Beschäftigung mit »Europa« in allen

Kunstgattungen. Die frühesten bildlichen Zeugnisse

stammen aus Böotien in Mittelgriechenland (5.

vorchristliches Jahrhundert), die Europa in

Museumszeitung für Hessen

(lhe) Einmalig in der Bundesrepublik ist die

neue »Museumszeitung für Hessen«, die seit

Montag auf dem Markt ist. Die erste Nummer

der Zeitung für Archäologie, Kunst und Kulturgeschichte

ist 24 Seiten stark und enthält unter

anderem einen Terminkalender, in dem über 300

Museen aus ganz Hessen erfaßt sind. Wer in

Fulda wissen will, was in Frankfurter Museen

gezeigt wird, muß also nicht mehr mühsam

recherchieren, sondern bedient sich bei der Museumszeitung.

Die »Macher« der Zeitung sind

Christoph Schlott und Ulrike Milas-Quirin.

Bisher haben sich immerhin etwa 60 Museen

in Hessen bereit erklärt, den Vertrieb der Museumszeitung

zu übernehmen. Sie erhalten eine

Kommissionsabgabe für jede verkaufte Zeitung,

die für 2,50 DM pro Exemplar zu haben ist. Vor

allem kleinere Museen versprechen sich für ihre

Ausstellungen eine bessere Publicity. Noch im

August will Chefredakteur Christoph Schlott

Gespräche mit dem hessischen Ministerium für

Wissenschaft und Kunst sowie mit dem hessischen

Museumsverband über eine eventuelle finanzielle

Beteiligung an der Zeitung führen.

Archäologen bringen ein »neues

Pompeji« ans Tageslicht

(dpa) Für die eine Million Besucher, die jährlich

durch die Überreste des antiken Pompeji laufen,

liegt es noch verborgen: Doch Stück um Stück

fördern die Archäologen an der wohl berühmtesten

Ausgrabungsstätte der Welt ein »neues Pompeji«

zu Tage. 25 Hektar des archäologischen Gebietes

sind in Pompeji nach Angaben der Experten noch

auszugraben. Sie liegen bislang noch unter der

dichten Schicht Asche, die nach dem Vesuv-Ausbruch

im Jahre 79 n. Chr. die Stadt begrub.

Die neuen Entdeckungen sind bereits beachtlich:

Mit den modernen Ausgrabungstechniken gelingt

es den Archäologen erstmals, auch die oberen

Stockwerke der 2000 Jahre alten Häuser zu konservieren.

Seit zwei Monaten wird beispielsweise an

der Freilegung eines Hauses gearbeitet, in dem bislang

vier rundum mit Fresken ausgemalte Räume

vollständig erhalten ans Tageslicht gebracht wurden.

Aufschlußreich war für die Wissenschaftler der

Fund von Amphoren, die mit Bohnen gefüllt sind -

ein Gemüse, das, so glaubte man bislang, vor 1900

Jahren auf italienischem Boden noch unbekannt

war. Sogar eine Spinne, die in ihrem Netz eine

Fliege gefangen hat, überdauerte die Jahrhunderte

in der verschütteten Stadt.

Schätzungsweise 300 Milliarden Lire, umgerechnet

416 Millionen DM, sind nach Angaben des Ausgrabungsleiters,

Baldassare Conticello, nötig, um

die noch verschütteten Gebiete von der Lava-

Asche zu befreien.

Cellist Andre Navarra t

(dpa) Der französische Cellist André Navarra ist

im Alter von 77 Jahren gestorben. Er erlag am

Sonntag einem Herzinfarkt im toskanischen Siena,

wo er wie schon seit 1954 auch in diesem Jahr einen

Sommerkurs leiten sollte. Navarra trat als Solist in

nahezu allen Ländern der Welt auf. Daneben unterrichtete

er an Musikhochschulen, unter anderem in

Paris, Siena und Detmold. Er studierte an den Konservatorien

in Toulouse und Paris und widmete

sich insbesondere Werken zeitgenössischer französischer

Musik.

Kurznachrichten

Etwa 500 Exponate aus der Kunstsammlung des

britischen Rockstars Elton John werden vom 9.

August an zwei Wochen lang im Londoner Victoria

and Albert Museum gezeigt.

Mit dem Roswita-Ring der Stadt Bad Gandersheim

wird in diesem Jahr die Schauspielerin Birgit

Thomas (Mannheim) geehrt.

Als »Jahresbibel« ist die Fassung der Luther-

Übersetzung von 1984 erschienen. Die Idee eines

Kalenders, der den biblischen Stoff in 365 Abschnitte

mit Datumsangabe gliedert, stammt aus

den USA.

Blick in Zeitschriften

HB-Bildatlas: Bodensee/Oberschwaben

Der Bildatlas stellt die Region in der bewährten

Form vor: übersichtlich gegliedert, mit vielen farbigen

Bildern, Landkarten und knappen - an Sehenswürdigkeiten

orientierten - Informationen zu den

Ortschaften.

Auf den 98 Seiten wird darüber hinaus immer

wieder ins Detail gegangen: Geschichtchen über

Vergangenheit und Gegenwart ergänzen die Abbildungen.

Vorgestellt werden Land und Leute, Kirchen

und Schlösser, katholische Prozessionen, historische

Feste und allemannische Fasnacht, Traditionen

und aus jeder Perspektive - der See.

Für 9,80 DM werden dem Leser die schönsten

Ecken von Bodensee und Oberschwaben auch in

hervorragenden Fotos gezeigt. Termin-Hinweise

auf die vielen Feste und ganz konkret auf die jeweiligen

Fremdenverkehrsämter laden ein, den Atlas

auch als solchen zu benutzen und hinzufahren. mst

Der Mythos der Europa in der Kunst

Motivgeschichtliche Schau mit Werken aus 2500 Jahren im Berliner Kunstgewerbemuseum

schwarzfiguriger Vasenmalerei als Vegetationsgottheit

verehren und den Stier als Sinnbild für

Fruchtbarkeit verstehen.

Von der hoheitsvollen Götterbraut wandelt sich

ihr Bild im Mittelalter und auch vereinzelt im Barock

zum Symbol für die menschliche Seele. Tizians

»Raub der Europa« - in Berlin als Kupferstich-Kopie

zu sehen - greift die Meerfahrt als Bildinhalt

auf, um darin die Befreiung der verirrten

Seele in ein christliches Heil zu sehen. Zu dieser

Zeit hatte sich die bildende Kunst schon sehr von

den antiken Quellen gelöst, die von Entführung

und Raub und auch vom Schrecken »Europas«

über ihr Schicksal berichten. Das fruchtbare Moment

der himmlisch-irdischen Vereinigung

herrschte weitgehend vor.

Im Barock wird der Raub oftmals als »Triumphzug

der Liebe« überhöht. Später dient »Europa«

vielfach als »Liebesallegorie«, wobei der Raub nur

noch als längst ersehnte Zustandsveränderung begriffen

wurde. Zur »Sinnenlust und Augenfreude«

anzuregen, war beliebteste Mythos-Variation in der

Rokoko-Malerei; Götterliebschaften gehörten damals

zu den beliebtesten Sujets. Mit dem Klassizismus

verlöscht das Interesse an der Mythologie und

kommt kurz vor 1900 wieder auf. Im Jugendstil

wurde die »Europa« zur Vermittlerin einer neuen,

emanzipierten Weiblichkeit. So war sie als kokette

Stierreiterin das Vorbild einer Generation von

selbstbewußten jungen Frauen. Elisabeth Weymann


Mittwoch, 3. August 1988 FERNSEHEN/ROMAN Nummer 178 - Seite 8

HAUSNUMMER 3 der »Lindenstraße« ist wohl

Deutschlands berühmtestes Klingelschild. Doch weder

geht die Klingel, noch ist der Block bewohnt - alles

Kulisse auf dem Produktionsgelände in Köln-Böcklemund

(21.50/Hessen 3). (Foto: Thomas)

Ein griechisches Paar

(15.30/ARD): Domna Adamopoulous

besitzt eine Gaststätte in

Köln, Das Restaurant »Terce

Mondo« in Berlin gehört Kostas

Papanastatiou. Doch damit nicht

genug: Als Ehepaar »Elena und Panaiotis Sarikakis«

betreiben sie eine griechische Taverne in der »Lindenstraße«.

Privat sind Domna und Kostas kein Paar,

aber nach drei Jahren gemeinsamer Fernseharbeit

verbindet sie eine herzliche Freundschaft. Durch die

»Lindenstraße« lernten sich zwei Landsleute kennen,

die trotz unterschiedlicher Lebensgeschichten viele

Gemeinsamkeiten haben.

Küchendienst nach Vereinbarung

(20.00/Hessen 3): Die

Jugendherbergen haben seit An- - 3.

fang der achtziger Jahre zuneh- PROGRAMM

mend an Attraktivität verloren.

Das gilt vor allem für Jugendherbergen

auf dem Lande. In Hessen gibt es derzeit 48

Einrichtungen mit rund 760 000 Ubemachtungen im

Jahr. In der Live-Sendung von »Hessen Drei unterwegs«

untersuchen Barbara Sieh! und Karl-Heinz

Stier die Ursachen des Besucherrückgangs.

Unser Mann im Dschungel

(20.15/ARD): Nach dem mysteriösen

Tod seines Vorgängers

übernimmt Lutz Kehlmann als

neuer Projektmanager den Bau

eines Wasserkraftwerkes im südamerikanischen

Dschungel. Bei einem Erkundungsflug

stürzt das Flugzeug ab, die Gründe des Absturzes

bleiben mysteriös. Kehlmann überlebt als einziger.

Im Dschungel auf die Hilfe von Indios angewiesen,

muß Kehlmann seine eigene Hilflosigkeit erfahren.

Ihm wird klar, daß die Indios vorhaben, ihren Lebensraum

gegen das Großprojekt zu verteidigen. Als

er freigelassen wird, behält er seine Erkenntnisse für

sich. Ein neuer Manager kommt. Die Indios machen

sich auf dessen Spur...

- Sie weidete Pferde auf Beton

(22.40/ZDF): Die Genossenschaftsbäuerin

Johanna wird als

warmherzige, tüchtige Frau von

ihrer Umgebung geschätzt und

respektiert, aber einen »Makel«

besitzt sie in den Augen der Dorfbewohner; sie ist

eine ledige Mutter. Als Johannas 20 Jahre alte Tochter

Pavlfnka ein ähnliches Schicksal droht, sucht die

Bäuerin verbissen nach einer Lösung. Per Inserat

verschafft sie ihrer Tochter einen Bräutigam. Bald

laufen die Hochzeitsvorbereitungen auf Hochtouren,

doch am langersehnten Festtag warten Braut und

Brautmutter vergebens ...

67

Sie hat böse Minuten gehabt, als sie am Boden

lag und der Draht ihr wie Feuer ins Fleisch

schnitt. Kann sein, daß sie dadurch gelernt hat.

Kann sein, daß sie nie mehr über einen Zaun

will.«

»Ich ritt mal auf Shorty, und er trat über ein

loses Stückchen Draht, das am Boden lag. Es

war alt und verrostet und nicht länger als drei

Meter, aber Shorty zitterte am ganzen Körper,

als seine Füße daran rührten. «

»Shorty ist ein kluges Pferd.«

Die Familie kam erst nach Hause, als es schon

nach zehn Uhr war. Gus war längst zu Bett

gegangen, aber Ken blickte mit den beiden

Hunden vom Hügel hinter dem Hause auf die

leere Landstraße hinaus und wartete auf den

Wagen. Der Himmel war voller Sterne, und die

Milchstraße leuchtete so hell, daß sich mildes

Licht über Wald, Strom und Feld ergoß.

Als Ken die Scheinwerfer des Wagens erblickte,

durchglühte es ihn froh. Chaps fing an zu

bellen, und beide Hunde standen auf und liefen

ungeduldig und schwanzwedelnd umher. Der

Wagen kam lärmend den Hügel herauf, machte

einen Bogen und hielt. Ken sprang auf das Trittbrett

und steckte den Kopf zum vorderen Fen-

Fx:.v .P.: r:: r:::: r::::: v::... v.v. vh }.^v?.n. r..

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ARD/ZDF-

Vormittagsprogramm

9.45 ARD-Ratgeber, 10.00 Tagesschau

und Tagesthemen, 10.23 Die Reportage,

11.10 Was bin ich? 11.55 Umschau,

12.10 Report, 12.55 Presseschau, 13.00

Tagesschau, 15.05 Videotext für alle

ARD

15.00 Tagesschau

15.05 Fury

Die Abenteuer eines Pferdes

Der geheimnisvolle Onkel Kris

15.30 Ein griechisches Paar (1)

Am Rande der Lindenstraße

16.00 Die Trickfilmschau

16.15 Die Spielbude

Mit Monika' Super-Sonnen-Freizeitspiele

sind heute angesagt.

Sie kommen nicht aus dem Studio,

sondern werden auf der Balearen-Insel

Mallorca veranstaltet

17.15 Tagesschau

HR: 17.25 Doppelkopf, 17.35

Remington Steele, 18.26 Tagesschau,

18.30 Hessen heute,

18.40 Sandmännchen, 18.50

Reich und arm

20.00 Tagesschau

20.15 Unser Mann im Dschungel

Krimi-Sommertheater mit Armin

Mueller-Stahl, Katja Rupe, Siemen

Rühaak, Samuel Cento Padilla

Regie: Rolf Steiner und Peter

Stripp

21.55 Im Brennpunkt

Neue Lage am Jordan - Die

Westbank nach Nusseins Verzicht

22.30 Tagesthemen

23.00 Showgeschichten

Heute von Chris Howland

Gastgeber im Studio: Gerhard

Schmitt-Thiel

Regie: Michael Pfleghar

23.45 Tagesschau

23.50 Nachtgedanken

ZDF

13.55 Neu im Programm:

Ännchen von Tharau

Deutscher Spielfilm von 1954

Mit Ilse Werner, Heinz Engelmann

u. a.

15.30 Heute

15.35 Black Beauty

Spuk im Mönchswald

Unheimliche Dinge passieren im

Mönchswald. Dennoch bleibt

Black Beauty ruhig, im Gegensatz

zu Dr. Gordon

16.00 Ferienexpreß

Heute heißt es wieder »M' wie

»Mitmachtag«. Gezeigt wird, wie

man aus wenigen Nudeln mit etwas

Geschick Ohrringe und Ketten

herstellen kann. Danach »Fit

wie ein Turnschuh«

16.40 Die Schlümpfe

Schlumpfonie in C - Dur

16.55 heute

Aus den Ländern

17.10 Tele-Illustrierte

17.40 Fünf Mädchen in

Paris (1)

Und bitte keine Tränen , .

Mit einer Modenschau geht diese

Serie ins turbulente Finale

18.10 Lotto am Mittwoch

18.15 Fünf Mädchen in

Paris (2)

18.50 Lotto am Mittwoch

19.00 heute

19.30 Doppelpunkt-

Gespräch

»Junge Liebe: Wer denkt denn

schon ans Kinderkriegen!«

20.15 Studio 1

Themen: Nach Transnuclear-Affäre:

Neue Skandale bei Atomtransporten

/ Heiße Fracht im

Flugzeug: Unkenntnis im Cockpit

/ Nagelprobe: Die SPD und die

Kernkraft / Fehlanzeige: Perestroika

in der DDR

Moderator: Bodo H. Hauser

21.00 Der Denver-Clan

Alexis trumpft auf

21.45 heute-journal

22.10 Suchet der Stadt Bestes

Von Schichtarbeit und Türkenfest

in Duisburg-Ostacker ' Es ist ein

typischer Ruhrgebietsteil - keine

bevorzugte Wohngegend, aber

es gibt hier wenig Zerstörung,

weniger Ausländerfeindlichkeit

und Einsamkeit. Die evangelische

Gemeinde hat dazu beitragen

22.40 Sie weidet Pferde

auf Beton

Tschechosl. Spielfilm, 1982

(79 Min.) in der Reihe »Unsere

Nachbarn im Osten«

Deutsche Erstaufführung

(Zweikanalton deutschslowakisch)

0.00 heute

Hessen 3

17.30 Fernsehtext für alle

18.00 Sesamstraße

18.32 Leoparden

Schatten in der Savanne

Dokumentation

19.20 Hessenschau

19.57 Drei aktuell

20.00 Hessen Drei unterwegs

Küchendienst nach Vereinbarung

- Jugendherbergen im Wandel

20.45 Firmenfilm-Festival

Die große Wasser-Oper

Eutrophie vermeidbar? Wie? Wo?

Was?

Wasser' Zwischen Himmel und

Erde

Mod.: Manfred Buchwald

21.30 Drei aktuell und Sport

21.50 Lindenstraße (139)

Ein Meer von Blumen

22.20-ca.

22.35 Fotogeschichten

Hilmar Pabel erzählt (2)

Flucht

Südwest 3

17.10 Biber, Taucher und Störche, 18.00

Sesamstraße, 18.28 Die rote Zora und

ihre Bande (3), 18.56 Sandmännchen,

19.00 Regionalberichte, 19.30 Schlaglicht,

20.10 Der Leihopa (15), 21.00

Nachrichten, 21.15 Zu Gast ..

und denn au no d'r Oscar! 22.00

Abenteuer Alltag, 22.15 Heimat (10),

23.40 Nachrichten

Bayern 3

ster hinein. Er war dem Gesicht der Mutter gerade

gegenüber, und sie lächelte ihm zu. Alle sprachen

auf einmal. Sie sagte: »Hallo, mein Junge!

Da sind wir also. Bist du sehr allein gewesen? «,

während Howard ihm vom Rücksitz aus zurief:

»Du hast viel verpaßt. Hättest das Wilde-Pferde-

Rennen mit ansehen sollen! Drei Indianer sind

runtergeflogen.« Und der Vater wandte sich um

und gab Tim die Schlüssel, damit er aus dem

Gepäckraum des Wagens die Kartoffeln und die

Zwiebeln herausnehmen konnte.

»Howard, du hilfst Tim beim Ausladen und

Wegtragen der Eßvorräte«, sagte er. Dann wandte

er sich zu Ken. »Ich muß mit dir reden, Ken.«

»Papa, Flicka ... « Ken sagte das nun schon

zum drittenmal.

»Komm!« Der Vater nahm ihn bei der Schulter

und schob ihn mit sich fort, um die Hausecke.

»Papa, Flicka ... «. »Ken, ich bin stolz auf

dich.« Sie standen auf der Terrasse. Kens Mund

öffnete sich vor Erstaunen. Er sah zu seinem

Vater auf, der müde, aber mit stolzem Lächeln

auf ihn herabblickte.

»Crosbys Kuh«, sagte McLaughlin. »Wir hielten

auf dem Heimwege beim Laden, um die

Post zu holen, und trafen dabei Crosby. Er erzählte

mir, wie du seine Kuh aus dem Draht

herausgeschnitten hast, als ihr Euter sich verfangen

hatte, und daß Gus hinübergeritten ist

und ihm alles erzählt hat. «

Ken wollte wieder »Flicka« sagen, aber sein

Vater ergriff wieder eine seiner Hände und hielt

sie - klein, weich und hilflos, wie sie war - in

seiner harten Faust. »Ich habe immer geglaubt,

daß deine Hände nie zu etwas taugen werden

und daß sie ebensowenig Kraft in sich haben

wie nasse Spaghetti. Aber heute haben sie mit

einer Drahtschere umzugehen gewußt, und dazu

dicht neben einer Kuh, die toll vor Schmerz

16.45 Werkstatt der Wissenschaft, 17.30

Abendschau, 17.45 Die rote Zora, 18.15

Abendschau-Joumal, 18.45 Rundschau,

19.00 Der Komödienstadel: Der Zigeunersimmerl,

20.00 Ein Münchner in New

York, 20.45 Zeitspiegel, 21.30 Rundschau,

21.50 Agatha Christie: Detektei

Blunt, 22.40 Lese-Zeichen, 23.15Nachtclub,

ca. 0.15 Rundschau

West 3

17.35 Videotext, 18.00 Ferdy (18), 18.25

Abenteuer in der Wüste (4), 18.55 Der

Clown vom Hinterhof, 19.00 Aktuelle

Stunde mit Fensterprogrammen, 20.00 In

Sachen Natur, 20.45 Landesspiegel,

21.30 West 3 aktuell, 21.45 Freizeit und

Fitneß, 22.30 Claires Knie, Spielfilm

SAT1

16.55 High Chaparral, 17.45 SAT 1 Blick,

17.50 Lou Grant, 18.45 SAT 1 Blick,

19.10 Adderly, 20.00 Wetter/SAT 1 Blick,

20.10 Die Colbys - Das Imperium, US-

Familien-Serie, 21.00 SAT 1 Blick, 21.10

Völlig falsch verbunden, Filmkomödie,

22.55 SAT 1 Blick, 23.05 Telethema: Natur,

23.20-0.55 Des Teufels Pilot,

3 SAT

16.20-17.00 Ferienexpreß, 17.20 Mini-

ZiB, 17.30 Biene Maja, 18.00 Bilder aus

Deutschland, 19.00 Heute, 19.22 3SAT-

Studio, 19.30 Die eiserne Maske, franz.ital.

Spielfilm, 21.20 Gästebuch, 21.45

Kultur/Sport, 22.00 Zeit im Bild 2,

22.22-23.20 Begegnungen

RTL plus

16.55 Doctors Hospital, 17.55 RTL aktuell,

18.00 Sketchhotel, 18.15 Die Schöngrubers,

18.45 Der ganz normale Wahnsinn,

19.40 RTL aktuell, 20.10 Harem (3),

4teiliger US-Abenteuerfilm, 21.05 Das

Lied der Balalaika, deutsch-franz. Spielfilm,

22.30 RTL aktuell, 23.00-23.45

Rock T. L.

1 Plus

«:^:' ^ :{.

19.00 Nofretete in neuer Residenz, 19.30

Avanti! Avanti! 20.00 Tagesschau, 20.15

Familie Hesselbach, 21.30 Das Elsaß, Lebenin

einer Sprachenschleuse, 22.15

MacArthurs Kinder, jap. Spielfilm,

17.15 Heut könnt' einer sein Glück bei mir

machen, 18.00 Halbzeit, 18.50 Unser

Sandmännchen, 19.00 Tippeltips, 20.00

Jacques Cousteau in Amazonien (5),

20.45 Die Glucke (2), Lustspiel, 21.45

Hans Beimler, Kamerad (3), 23.50 Blick

aus dem Fensterchen, sowjet. Filmfeuilleton

SIE WEIDETEN PFERDE AUF BETON: Johanna (Milka Zimkova/Iinks) hat erfahren, daß ihre

Tochter ein uneheliches Kind erwartet. Verzweifelt sucht sie Rat bei ihrer Freundin Jozefka (Marie

Logojdova). - (22.40/ZDF/siehe auch »tele-menü«).

war. Noch nie in deinem Leben hast du dergleichen

getan. Wie kamst du nur darauf?«

Ken wußte selbst nicht recht, wie er das erklären

sollte. Er sagte: »Sie brüllte ja so, und daran

konnte man merken, daß irgend etwas los war.

Ich dachte, daß vielleicht der Puma hinter ihr

her war, und dann fiel mir ein, daß du gesagt

hattest: das Ganze gehöre mir. Und wenn es

Flicka gewesen wäre ... «

»Flicka? Ach so ... « McLaughlin machte

kehrt und ging zur Tür; aber er behielt Kens

Hand in der seinen. »Was wolltest du mir denn

von Flicka sagen? «

Ken erzählte eifrig, und McLaughlin hörte

ernst zu.

»Woher weißt du, daß sie nicht aufstehen

kann?«

»Weil sie es versucht. Sie hebt den Kopf und

rührt die Beine, und dann fällt sie wieder zurück.

Es sieht so aus, als hätte sie sich den

Rücken beschädigt.« Seine Blicke verschlangen

das Gesicht des Vaters.

»In welcher Stellung liegt sie?«

»Auf der Seite. Gus und ich haben nicht versucht,

sie auf die Füße zu bringen; wir dachten,

du würdest besser wissen, wie man das macht.«

»Und sie frißt wohl auch nicht?« fragte

McLaughlin trübe.

»O ja, sie hat Hafer gefressen.«

»Wie denn?{<

»Ich setzte ihr den Kasten neben die Nase,

und sie hob den Kopf und fraß den Hafer auf. «

»Alles?«

»Ja, bis aufs letzte. Und dann gab ich ihr einen

Eimer Wasser, und sie trank. «

»Dann kann sie nicht sehr krank sein. Wir

warten bis morgen.«

»0 Papa, bitte ...«

»Sei still!« schrie McLaughlin; er ging auf die

Tür zu. »Kann man denn nie Ruhe bekommen?

^ ■ vIm

Auf »Emils« Spuren

«Nur für Busse« (Montag/ARD): Wenn die Autoren

und Jochen Busse sse es nicht c t se bst gemerkt haben

sollten, konnten sie es nachlesen: Die letzten Folgen

vor etlichen Monaten waren nicht gut angekommen,

weil der Klamauk zu groß war. Man hat also umgeschaltet

und sich auf leisere Töne verlegt, die darum

nicht minder bissig zu sein brauchen.

Das von Klaus-Peter Schreiner angeführte Texterteam

hat vielleicht sogar ein bißchen über den Zaun

in die Schweiz geschaut und gesehen, wie charmant

und witzig »Emil« mit vertrackten Alltagssituationen

fertig wird bzw. was er daraus für ein humoristisches

Kapital zu schlagen versteht.

Auf diese Tour reist Jochen jetzt nämlich auch,

und das ist gut so und hört sich sehr kabarettistisch

an, wenn auch in der Einleitung lang und breit erklärt

wurde, daß es sich auf keinen Fall um Kabarett

handele.

Bescheidenheit hat auch auf der Bühne noch niemandem

geschadet. Jedenfalls ist die Sendung jetzt

auf der richtigen Schiene, und schließlich gibt es ja

auch Schienenbusse.

Oberall Hölle

»Passion« (Montag/ARD): Jetzt reicht es. Man sollte

auch vor dem Bildschirm wieder einmal lachen

und sich mit hoffnungsfrohen Gedanken beschäftigen

dürfen. Was in der Bergman-Reihe angeboten

wurde, war wirklich nur dazu angetan, über die

Schlechtigkeit der Menschen nachzudenken. In diesen

Filmen verstand es der schwedische Meisterregisseur,

die fiesesten Exemplare aus dem Aquarium

Leben herauszufischen, jede Umgebung zur Hölle zu

machen und den Begriff Hoffnung aus Vokabular

und Bewußtsein zu streichen. Auch hier wieder dreimal

durch den Wolf gedrehte, kaputte Typen, die

sich nur mit Selbstbetrug, Alkohol und wilden Träumen

mühsam über Wasser hielten, von denen man

aber wußte, daß sie ein rettendes Ufer niemals erreichen

würden. Sven Nykvist fotografierte wunderbar,

Liv Ullmann und Max von Sydow leisteten Schwerstarbeit,

aber diese Anhäufung von Pessimismus

dämpfte auch die Freude an der künstlerischen Qualität

des Films. (fpk)

(vom Montag in Millionen)

1. Plötzlich und unerwartet (19.33/ZDF) 7,26

2. Die Texas-Klinik (20.15/ARD) 7,18

3. WISO (21.14/ZDF) 6,61

4. Tagesschau (20.00/ARD) 5,80

5. Mach mit - der Umwelt zuliebe (21.09/ZDF) 5,65

6. heute (19.00/ZDF) 5,25

7. heute-journal (21.45/ZDF) 5,06

B. Nur für Busse (22.00/ARD) 4,63

Komm, es ist Zeit, daß du zu Bett gehst. «

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück

ging McLaughlin zur »Kinderstube«, um sich

Flicka anzusehen. Nell ließ ihre Schüsseln stehen

und begleitete ihn mit der Katze. Die Katze

saß ihr auf der Schulter. Howard und Ken waren

schon drüben. Flicka hatte ihren Frühstückshafer

gefressen und leckte den Kasten

aus. Sie hob mühelos den Kopf und wieherte

leise, wollte aber nicht aufstehen.

Rob war mit seinen Beobachtungen schnell

fertig. »Tretet alle zurück«, sagte er. »Ich werde

sie auf die andere Seite rollen.«

Flicka lag auf der linken Seite. Er trat hinter

sie, beugte sich vor, packte ihre linken Beine

mit je einer Hand und drehte sie, selbst zurücktretend,

sachte herum, so daß sie auf die rechte

Seite zu liegen kam.

Die Stute spannte nun sofort die Vorderbeine

und das linke Hinterbein an und stand auf. Alle

lachten. Flicka blieb mitten in der Gruppe stehen,

und als Ken an ihren Kopf herantrat und

ihr Gesicht zwischen seine Hände nahm, ließ sie

sich das ruhig gefallen.

»Ihrem Rücken fehlt nichts«, sagte McLaughlin.

»Es liegt am Hinterbein. Sie konnte es nicht

benutzen, und da sie auf der linken Seite lag,

konnte sie eben nicht aufstehen. «

»Aber früher hat sie es doch benutzt«, sagte

Ken besorgt.

»Ja, es war schon verheilt. Aber seht es euch

jetzt bloß an! Es ist geschwollen. Das heißt, es

ist entzündet, und sie hat mehr Schmerzen als

zuvor. Seht nur, sie stützt sich nicht im geringsten

darauf. « Kens Gesicht verzerrte sich, als er

die Schwellung über dem Gelenk bemerkte. Alle

wußten, daß Blutvergiftung bei Verletzungen

durch Stacheldraht die größte Gefahr ist und

daß sie sehr häufig einzutreten pflegt.

(Fortsetzung folgt)


Mittwoch, 3. August 1988 SPORT Nummer 178 — Seite 9

Spitzengespräch wurde vertagt

Fortsetzung folgt am Freitag

FUSSBALL/FERNSEHEN: Lösung noch nicht gefunden - Pokal-Runde ohne Probleme

(sid) Die angestrebte Lösung im TV-Streit um die Übertragungsrechte an der Fußball-Bundesliga

wurde noch nicht gefunden. Die Suche soll aber bereits am Freitag in München fortgesetzt werden.

Nach einem Spitzengespräch zwischen Vertretern des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der

Fernsehanstalten in der Frankfurter DFB-Zentrale am Dienstag erklärte DFB-Präsident Hermann

Neuberger: »Die Verhandlungen werden fortgeführt.« ARD-Sportkoordinator Fritz Klein äußerte:

»Es wurde noch keine Entscheidung getroffen.« Klein bestätigte aber Termin und Ort für den

nächsten »Gipfel«.

Trotz mehrstündiger Beratung gab es in der Verhandlung

auf höchster Ebene vor allem keine Einigung

darüber, ob künftig in den dritten Fernsehprogrammen

samstags über die Erste und Zweite

Bundesliga in Kurzberichten unter drei Minuten

informiert werden darf. »Das war Gegenstand der

Bestandsaufnahme, und wir müssen darüber weiter

reden, ob eine Verständigung möglich ist«,

meinte Reinhold Vöth, Intendant des Bayerischen

Rundfunks und Verhandlungsführer der ARD.

Entzündet hatte sich die neue Auseinandersetzung

um dieses Thema am Vorgehen mehrerer Regionalsender,

die zum Saisonstart am 23. Juli auch

Ausschnitte von Spielen ausgestrahlt hatten, deren

Erstverwertung eigentlich dem Privatsender RTL

PLUS zugesichert war.

Nach Ansicht des DFB, der »ufa Film- und Fernseh-GbmH«

als Zwischenhändler für die TV-Rechte

und von RTL plus lag damit ein »massiver Ver-

FUSSBALL

Pechsträhne : Operation

für Gründel und Schulz

(lhe) Die Pech-

strähne beim Fuß-

ball-Bundesligisten '

Eintracht Frankfurt

reißt nicht ab. Mittel-

feldspieler Frank

Schulz und der ehe-

malige Hamburger Stürmer Karl-Heinz Gründel

müssen operiert werden. Schulz hat, wie Eintracht-Manager

Wolfgang Kraus am Dienstag

bestätigte, nach einer ersten Diagnose einen Meniskus-

oder Bänderschaden im Knie.

Der 31jährige Gründel erlitt im Spiel gegen

Kickers Stuttgart (1:2) einen Jochbeinbruch und

fällt damit aber nur am Samstag für das DFB-

Pokalspiel beim niedersächsischen Amateur-

Oberligisten VfL Wolfsburg definitv aus.

Einen »finanziellen Ausgleich« für die sportliche

Misere mit 0:4 Punkten zum Bundesligastart

verspricht das Ablösespiel für den ehemaligen

Eintracht-Star Lajos Detari bei Olympiakos

Piräus. Frankfurt hat den Terminvorschlag für

Montag, den B. August, akzeptiert und wartet

nur noch auf die Rückbestätigung. Angeblich

soll das Athener Stadion schon ausverkauft sein,

um den ersten Auftritt des Ungarn in Griechenland

zu feiern. Wie Kraus betonte, ist das Ablösespiel

nicht Bestandteil des über zehn Millionen

schweren Transfervertrages für Detari.

Zu einem möglichen Wechsel des Brasilianers

Tita von Bayer Leverkusen zu Eintracht Frankfurt

sagte Kraus: »Sicher ist Interesse da. Doch

die Ablöseforderung Leverkusens von über einer

Million DM für den 30 Jahre alten Tita und

dessen angebliche Gehaltsvorstellungen stimmen

mit unseren Vorstellungen nicht überein.«

Kindermann greift ein

Der Streit zwischen Fußball-Profi Peter Hobday

(Eintracht Frankfurt) und Trainer Jürgen

Wähling (Hannover 96) wird möglicherweise

auch den Kontrollausschuß des Deutschen Fußball-Bundes

(DFB) beschäftigen. Das kündigte

jedenfalls Hans Kindermann (Stuttgart) in seiner

Eigenschaft als Vorsitzender dieses Gremiums

an. Auf Anfrage erklärte der DFB-

»Staatsanwalt« am Dienstag: »Ich muß mir erst

einen genauen Überblick über alle in der Öffentlichkeit

erhobenen Vorwürfe machen. Falls ein

Verstoß Jürgen Wählings gegen seine Trainerpflichten

vorliegt, müßten wir uns einschalten.«

Inzwischen beschäftigen sich bereits die ordentlichen

Gerichte mit dem Streit. Wie Jürgen

Wählings Anwalt Dr. Stefan Garvens bestätigte,

ist am Dienstag eine Klageschrift des Rechtsvertreters

von Peter Hobday eingegangen, in der

vor dem Arbeitsgericht der Vorwurf des Trainers

geklärt werden soll, Hobday habe in Hannover

mehrfach das Training versäumt und sich

in einem Trainingslager Anfang des Jahres in

Bahrain »fast wie im Delirium« befunden.

Im Mittelpunkt des Streits steht allerdings

derzeit die Anschuldigung Peter Hobdays, Trainer

Wähling habe im Zusammenhang mit dem

Hobday-Wechsel zum Pokalsieger Eintracht

Frankfurt 50 000 DM verlangt. Dazu Wähling:

»Das ist erlogen. Ich habe weder Geld gefordert

noch erhalten.« - Per Scheck gingen am gleichen

Tag bei Hannover 96 die 1,5 Millionen DM

plus Mehrwertsteuer ein, die Eintracht Frankfurt

für den Hobday-Transfer zahlen mußte.

(dpa/UPI) Südkorea erhofft sich von den Olympischen

Sommerspielen Ruhm und Glück für die Nation.

Doch die Gesundheitsbehörden befürchten

Schlimmes: Ausbreitung des Aids-Virus. Denn rund

30 000 Sportler, Offizielle und Journalisten werden

nach Seoul kommen. Darüberhinaus werden rund

240 000 Touristen in Südkorea erwartet.

Die Befürchtung der Gesundheitsbehörden ist begründet,

denn die Regierung hat bisher nur wenige

halbherzige Maßnahmen zum Schutz ergriffen und

hofft damit offenbar, die einheimische Bevölkerung

vom Sex mit Ausländern abhalten zu können. Im-

stoß« gegen den geschlossenen Vertrag vor. Sprecher

der dritten ARD-Programme hatten stets mit

der Informationspflicht argumentiert.

Zum ersten juristischen Schritt war es am letzten

Freitag gekommen. Der DFB verhinderte durch

eine einstweilige Verfügung beim Landgericht

Wiesbaden einen geplanten Bericht über das

Zweitliga-Spiel SV Darmstadt 98 gegen Kickers

Offenbach im Hessischen Rundfunk. Der Frankfurter

Sender, der Rechtsmittel einlegen will, hatte

als einzige ARD-Anstalt einen »Burgfrieden« für

das vergangene Wochenende nicht akzeptiert.

Keine Schwierigkeiten wird es am kommenden

Fußball-Wochenende geben, an dem die erste

Hauptrunde im DFB-Vereinspokal ansteht.

Für den Pokal-Wettbewerb gibt es einen eigenen

Vertrag, nach dem ARD und ZDF - wie auch bei

sämtlichen Länderspielen - die generellen Übertragungsmöglichkeiten

zustehen.

(sid) Eigentlich sollte es ein erholsamer Urlaub

nach einer nervenaufreibenden Saison werden.

Doch Dimitrios Tsionanis, der mit dem SV Waldhof

Mannheim erst über die Relegationsspiele gegen

Darmstadt 98 den Abstieg aus der Bundesliga vermeiden

konnte, erlebte genau das Gegenteil. Wegen

eines Autounfalls saß der griechische Fußball-

Nationalspieler bis vor einer Woche in jugoslawischer

Haft.

»Im Grunde bin ich jetzt nur froh darüber, wieder

zu Hause und bei meinen Freunden zu sein«, erklärte

der 26jährige nach seiner Rückkehr vom Wochenende,

»körperlich und seelisch war diese Sache

doch sehr anstrengend«.

Sieben Kilo hatte »Dimi« abgenommen, seit das

Schicksal am 16. Juni morgens um 9.00 Uhr seinen

Lauf nahm. Auf der Fahrt in die Heimat wurde er in

dem kleinen Ort Gevgelia in ein Verkehrsunglück

verwickelt, bei dem ein 81 Jahre alter Mann tödliche

Verletzungen erlitt.

»Ich war dabei mit hundertprozentiger Sicherheit

schuldlos, denn er ist mir genau in den Wagen

gelaufen«, äußert Tsionanis, »ich besaß keine

Chance, um ausweichen zu können. Zu schnell bin

ich auch nicht gefahren. Es waren achtzig Stundenkilometer

erlaubt, aufgrund der Bremsspuren wurden

72 gemessen.«

Zunächst kündigte die Polizei an, er könne die

Reise ein paar Stunden später fortsetzen. Dann

hieß es, er müsse drei Tage warten. »Daraus wur-

(sid) Zusammen mit den Olympia-Kandidaten,

aber ohne »Legionäre«: Für den Aufgalopp zur

Weltmeisterschafts-Qualifikation in Richtung Italien

1990 hat Teamchef Franz Beckenbauer sieben

Neulinge in seinen 25köpfigen Kader für den ersten

Lehrgang der Fußball-Nationalelf vom B. bis zum

10. August in der »Erbismühle« im Taunus nominiert.

Der Bremer Libero Gunnar Sauer zählte zwar

zum EURO-Aufgebot, ist aber ebenso noch ohne

Länderspiel-Erfahrung wie sein Klubkollege Günter

Hermann und der Nürnberger Torwart Andreas

Köpke, die bei ähnlichen Anlässen ebenfalls schon

getestet wurden. Dagegen dürfen Holger Fach

(Uerdingen), Günther Schäfer (Stuttgart), Thomas

Häßler (Köln) und Karl-Heinz Riedle (Bremen) erstmals

die Luft im A-Kreis schnuppern. Allerdings

FUSSBALL: Stürmer Andreas Merkle vom Bundesligisten

Hamburger SV hat sich im Training einen Achillessehnenriß

im rechten Fuß zugezogen. Der 26jährige wurde

sofort mit einem Krankenwagen in die Klinik gebracht und

operiert.

FUSSBALL: Der 53jährige Dietrich Weise geht als Trainer

nach Ägypten. Weise, der Ende 1986 bei Eintracht

Frankfurt entlassen wurde, unterschrieb einen Ein-Jahres-

Vertrag beim ägyptischen Landesmeister National Sporting

Club Al Ahly Kairo.

TENNIS: Der Amerikaner Todd Nelson war in der Nacht

zum Mittwoch (MESZ) erster Gegner des zweimaligen

Wimbledonsiegers Boris Becker bei den US-Hartplatz-Meisterschaften

in Indianapolis. Der 27 Jahre alte Nelson aus

dem kalifornischen San Diego setzte sich gegen den Südafrikaner

Gary Muller zum Auftakt mit 6:4 und 6:4 durch.

merhin: Südkorea hat bisher nur wenige Aids-Fälle.

Bis zum 19. Juni sind bislang lediglich vier Menschen

an dieser unheilbaren Krankheit gestorben,

20 Personen sind zur Zeit noch positiv. 1985 gab es

den ersten Aids-Fall in Südkorea, es war eine Hosteß

in einer Bar. Diese niedrige Aids-Erkrankungsrate

wird auf das konservative Verhalten der Bevölkerung

in sexueller Beziehung zurückgeführt,

insbesondere bei Sexualkontakt mit Ausländern.

Die Regierung Südkoreas hat darauf verzichtet,

von ausländischen Olympia-Besuchern bei der Einreise

einen Aids-Test zu verlangen, auf den Flughä-

SKEPTISCH: Für Frankfurts Trainer Karl-Heinz

Feldkamp kommt es in diesen Tagen »knüppel-

dick« (siehe Kasten auf dieser Seite). (Foto: Wißner)

Haft, Hitze i Hunger und Mäuse

FUSSBALL: Urlaubs-Alptraum des Dimitrios Tsionanis — »Hundertprozentig schuldlos«

den schließlich 41 «, erzählte Tsionanis, der zu einer

dreimonatigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde.

»Katastrophal« nennt er die Bedingungen in der

drei mal drei Meter kleinen Zelle: »Die meiste Zeit

blieb ich allein.


Mittwoch, 3. August 1988 SPORT Nummer 178 - Seite 10

Schußversuch Frank Arnold (1., Burkhardsfelden),

Abwehrversuch Ulrich Bück (r., Queckborn/Lauter).

Diese Situation war bezeichnend

für den Verlauf des Finales in Reiskirchen.

(alle Fotos auf dieser Seite: Borst)

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Bezirksliga-Neulm«gBurkhardsfelden

gewinnt das Landratspokg-Endspiel

FUSSBALL GESTERN ABEND: 3:0 (1:0) gegen FSG Queckborn/Lauter in Reiskirchen

(ra) N... wenn in der zweiten Halbzeit der Torhüter auf der anderen Seite nicht gewesen wäre.«

Landrat Rüdiger Veit lobte bei der Pokal -Überreichung an Burkhardsfeldens Kapitän Frank Arnold

ungenannt den Mann, der beim gestrigen Finale um den Fußball -Landratspokal das größte Lob

verdient hatte. Und Rüdiger Veit, obwohl »kein Fußball -Fachmann«, erntete keinen Widerspruch.

Die Nummer eins der FSG Queckborn/Lauter, Carsten Hessler, war vor rund 450 Zuschauern in

Reiskirchen mehr als einmal in höchster Not eingesprungen und somit maßgeblich dafür verantwortlich,

daß sich der Alsfelder A-Liga-Neuling beim 0:3 (0:1) gegen den favorisierten Bezirksliga -

Aufsteiger Spfr. Burkhardsfelden recht achtbar aus der Affäre zog.

Gefiel der FSG-Torsteher vor dem Wechsel mit

gutem Stellungsspiel, so parierte er in den zweiten

45 Minuten mehrere Male glänzend. Darüber hinaus

hatte Carsten Hessler bei turbulenten Strafraum-Szenen

zwischen der 73. und 75. sowie zwischen

der 82. und 84. Minute auch noch das Glück

des Tüchtigen auf seiner Seite. Dem Keeper fiel es

bei der anhaltenden Überlegenheit der Burkhardsfeldener

(nach behutsamem Beginn kamen die

Sportfreunde nach 25 Minuten auf Touren und

übernahmen das Kommando) allerdings auch

leicht, sich auszuzeichnen.

Der von Gerd Kraus gecoachte Neu-Bezirksligist

gefiel von Beginn weg mit technisch sauberem

Spiel, einige Akteure übertrieben zunächst aber

das Einzelspiel, so daß die Aktionen noch nicht

flüssig genug wirkten. Gegen die geschickt störende

FSG fruchtete das Burkhardsfeldener »linksrechts,

vor-zurück« lange nicht. Erst als gezielt der

Weg in die Tiefe gesucht wurde, taten sich Löcher

in der engagierten Abwehr von Queckborn/Lauter

auf.

Das 1:0 von Jürgen Reichel in der 35. Minute wies

den Sportfreunden dann den richtigen Weg. Edgar

Arnolds Steilpaß überraschte die gesamte FSG-

Deckung, Jürgen Reichel umkurvte noch Carsten

Hessler und besorgte die Führung. Nun wirkten die

Aktionen der Burkhardsfeldener zwingender, auch

Torchancen ergaben sich eine ganze Reihe. Hatte

zuvor Gerd Sommer zweimal freistehend vergeben

(11., 26.), so scheiterte Jürgen Reichel (im übrigen

auffälligster Burkhardsfeldener) in der 36. und 80.

Minute jeweils am Torpfosten.

In der ersten Viertelstunde der zweiten Hälfte die

Entscheidung. Neben etlichen weiteren guten Einschußmöglichkeiten

trafen in der 48. Minute Jürgen

Reichel (Doppelpaß mit Edgar Arnold) zum 2:0

und in der 55. Minute Edgar Arnold nach einer

Ecke zum 3:0. Das war's dann aber auch schon an

Toren in einer Partie, in der nie Langeweile

aufkam.

Burkhardsfelden entschädigte für nicht erzielte

weitere Treffer mit sehenswertem Kombinationsspiel

nach vorne, Queckborn/Lauter (Sturmspitze

Thilo Junker war oftmals allzu sehr auf sich alleine

gestellt) mit nimmermüdem Einsatzwillen. Das Fazit

fiel positiv aus, weil das Landratspokal-Finale

von der Spielweise zweier engagierter Mannschaften

gut leben konnte.

Spfr. Burkhardsfelden: Mario Gans; Stefan

Mohr (11. Dirk Schneidau), Bernd Mohr, Harry

Breidenbach, Edgar Arnold, Frank Arnold, Stefan

Möbus, Jürgen Reichel, Gerd Sommer (85. Dirk

Luley), Norbert Münch, Ottmar Münch.

FSG Queckborn/Lauter: Carsten Hessler; Armin

Görnert, Thomas Künkel, Thomas Strasser,

Vital Hahn, Ulrich Bück, Jörg Peter (85., Manfred

Becker), Andreas Straka, Thilo Junker, Jürgen

Müller, Michael Peter.

Schiedsrichter: Gromes (SV Dorf-Güll). - Zuschauer:

450. - Gelbe Karten: Burkhardsfelden

zwei, Queckborn/Lauter zwei. - Zeitstrafen: Burkhardsfelden

zwei, Queckborn/Lauter zwei. - Torfolge:

1:0 (35.) Jürgen Reichel, 2:0 (48.) Jürgen Reichel,

3:0 (55.) Edgar Arnold.

Armin Görnert (r.), die Nummer 2 der FSG

Queckborn/Lauter, mußte einige brenzlige Situationen

bereinigen.

Auf dem Weg zum 1:0: Jürgen Reichel hat den

Steilpaß von Edgar Arnold aufgenommen und

umkurvt FSG-Keeper Carsten Hessler.

FUSSBALL

Auftakt in Odenhausen/Lahn

(ra) Zu Auftakt des Lahntal-Pokalturniers

beim SV Odenhausen/Lahn gab es gestern

abend zwei Zu-Null-Siege. In der ersten Partie

bezwang die SG Daubringen/Staufenberg die

Mannschaft des Gastgebers durch Tore von

Boyens (2., 50.), Bingül (24.), Siegel (60., 65.) und

Patzel (68.) mit 6:0 (2:0). Anschließend kam der

VfR Lich II zu einem 2:0 (1:0)-Erfolg über den

VfB Wißmar. Die Tore für die Licher schossen

Konradi (20.) und Brack (75.).

Am Donnerstag spielen in Odenhausen/Lahn:

VfB Wißmar - SG Daubringen/Staufenberg

(17.45 Uhr), SV Odenhausen/Lahn - VfR Lich II

(19.30 Uhr).

In Freundschaft

(ra) Neben Landratspokal-Endspiel in Reiskirchen

und Turnier-Auftakt in Odenhausen/Lahn

standen gestern abend auch noch drei Freundschaftsspiele

auf dem heimischen Fußball-Programm.

Die SG Utphe/Trais-Horloff kam durch einen

Treffer von Gerd Neunobel, den dieser in der 72.

Minute erzielte, zu einem 1:0-Erfolg gegen Alem.

Gedern.

Bezirksligist FSV Steinbach kam gegen den

FC Großen-Buseck zu einem 6:1 (2:0), das allerdings

um ein bis zwei Tore zu hoch ausfiel. Die

Torfolge: 1:0 Munzert (auf Kopfball-Vorlage von

Hofmann), 2:0 Munzert (nach Fehlpaß Spielmann),

3:0 Luh (Flugkopfball), 3:1 Wenisch, 4:1

Munzert (Vorlage Steingräber), 5:1 Munzert

(Kopfballtor), 6:1 Erben.

Das B-Liga-Duell gegen einen spielstärkeren

TSV Launsbach verlor der VfL Muschenheim

auf eigenem Platz mit 2:4 (0:1). Althaus brachte

den TSV mit 2:0 (17., 55.) in Führung, Phau (58.)

erhöhte auf 3:0. Zwar verkürzte Jürgen Titz auf

Muschenheimer Seite mit zwei Toren bis zur 72.

Minute auf 2:3, Mertinke allerdings sorgte mit

seinem 4:2-Treffer in der 86. Minute für die endgültige

Entscheidung zugunsten der Launsbacher.

HANDBALL

Hüttenberg meldet Neuzugang

(ra) Der TV 05/07 Hüttenberg meldet für die

Saison 1988/89 in der 2. Handball-Bundesliga

Süd einen weiteren Neuzugang. Die Mannschaft

verstärken wird der 21 jährige Michael

Beltzer vom TSV Jahn Gensungen, ein Außenspieler,

der den Hüttenberger Verantwortlichen

um Lothar Weber am späten gestrigen

Abend seine Zusage gab.

Der TV 05/07 Hüttenberg weist darauf hin,

daß am kommenden Montag (8. August) der

Dauerkarten -Vorverkauf für die nächste

Spielzeit beginnt. Bestellt oder erworben

werden können Saison-Tickets bei der Hüt-

tenberger Zweigstelle der Sparkasse Wetzlar

(Tel.: 06403/72700).

Berlins Preußen rüsten auf

EISHOCKEY: Zwei finnische Olympia-Cracks an die Spree-Zurückhaltende Kölner

(sid) Der deutsche Meister Kölner EC hielt sich

zurück, dafür rüstet ein »Underdog« auf: Die am 23.

September beginnende Saison der Eishockey-Bundesliga

wirft bereits jetzt ihre Schatten voraus. Am

31. Juli endete die erste Transferzeit, in der sich vor

allem der BSC Preußen Berlin enorm verstärkte,

um an ehemalige Glanzzeiten des Rekordmeisters

und. Vorgängers Berliner Schlittschuh-Club anknüpfen

zu können.

In der zweiten Spielzeit nach dem Wiederaufstieg

sollen die Berliner nicht weniger als eine Million

DM in neun neue Spieler investiert haben. Stars im

Team der Preußen sind die beiden Finnen Erkki

Laine und Erkki Lehtonen, die beide an der olympischen

Silbermedaille in Calgary beteiligt waren,

sowie der deutsche Nationalmittelstürmer Georg

Holzmann, der vom Mannheimer ERC verpflichtet

wurde.

Vorübergehend schien sogar die Lizenz für die

Berliner in Gefahr, doch in letzter Minute überwiesen

sie die Ablösesumme von 260 000 DM für die

Brüder Klaus und Harald Birk an Eintr. Frankfurt

sowie 150 000 DM für Holzmann an den MERC. Die

Mannschaft des schwedischen Coaches 011e Oest,

im Vorjahr erst durch die Relegationsrunde in der

Eishockey-Eliteliga geblieben, weist mit 3,5 Millionen

DM einen stolzen Saison-Etat auf. Der Trainer

ist dabei um seine Aufgabe nicht unbedingt zu

beneiden, denn außer neun neuen Kufen-Cracks

mußte er den Weggang von zwölf Spielern verkraften.

Somit ging an der Spree ein totales Revirement

vor sich.

Die Kölner »Haie«, die im April den Titel-Hattrick

perfekt machten, setzen dagegen auf Kontinuität.

Fast die gesamte Meistermannschaft blieb

zusammen, einzige Ausnahme: Nationaltorhüter

Helmut de Raaf. Der 26 Jahre alte Schlußmann

kehrte nach fünf Jahren zum rheinischen Rivalen

Düsseldorfer EG zurück. Dafür verpflichteten die

Kölner im Tausch DEG-Keeper Josef Heiß.

Einen Star aus der nordamerikanischen National

Hockey League (NHL) holte Eintracht Frankfurt:

den Profi der Pittsburgh Penguins, Charlie Simmer.

Wie in Berlin herrschte auch bei den Hessen

vorübergehend Weltuntergangs-Stimmung, als der

Hauptverein das Minus in der Kasse der Eishokkey-Abteilung

nicht mehr zu tragen bereit war. Erst

als der Rotstift am Saison-Etat angesetzt wurde

und die Spieler ihre Bereitschaft erklärten. auf einen

Teil ihrer Gehälter zu verzichten, war die Bundesliga-Teilnahme

der Eintracht endgültig gesichert.

Wie die Eintracht, so zog auch Vizemeister SB

Rosenheim einen »dicken Fisch« an Land. Der Kanadier

Gordon Sherven gehörte in Calgary zum

»Team Canada« und spielte in seiner Karriere

schon für den Gretzky-Klub Edmonton Oilers, die

Minnesota North Stars und die Hartford Whalers.

Aufsteiger EHC Freiburg holte mit Craig Topolnisky

(Düsseldorf) und Josef Klaus (Mannheim)

zwei Bundesliga-erfahrene Spieler sowie sieben

weitere neue Akteure. Das Team des routinierten

tschechoslowakischen Coaches Jozef Capla gilt als

vielleicht stärkster Neuling der letzten Jahre.


Mittwoch, 3. August 1988 SPORT Nummer 178 - Seite

....

GRUPPE NORD

Viele offene

Fragen

(pg) Eine klare Aussage über den Favoriten in

der Gruppe Nord scheint ähnlich schwierig wie

die Lösung einer Gleichung mit mehreren Unbekannten,

die sich hier in Form von offenen Fragen

präsentieren. Hat der TSV Krofdorf-Gleiberg

nach dem zweimal knapp verpaßten Wiederaufstieg

noch die nötige Moral? Wie steht es

mit den teilweise neu formierten Mannschaften

der beiden Absteiger SG Kinzenbach und TSV

Fellingshausen? Kann die Überraschungself der

letzten Spielzeit, SV Salzböden, an diese Erfolge

anknüpfen oder sie gar übertreffen? Welche Rolle

spielt Hellas Gießen mit mehreren griechischen

Neuzugängen in der neuen Saison? Was ist

mit den personell aufgerüsteten Wettenberger

Teams VfB Wißmar und TSV Launsbach? Und

schließlich: Wie verkraftet der SV Odenhausen/

Lahn den Verlust einiger Leistungsträger?

Sicher scheint nach all diesen Fragen nur zu

sein, daß ein Durchmarsch eines Teams wohl

nicht zu erwarten ist. Vielmehr kann man sich

auf ein spannendes Titelrennen einrichten, das

vielleicht erst am letzten Spieltag entschieden

wird. Interessant ist durch die beschlossene

Neueinrichtung einer zusätzlichen Klasse allerdings

auch die erweiterte Spitzengruppe. Im Tabellenmittelfeld

ist ein scharfer Kampf um die

Plätze zu erwarten. Die Ausländervereine Jugoradnik

und Türkspor Gießen gehören genauso in

diesen Bereich wie der TSV Weipoltshausen und

der SV Kirchvers. Mit etwas weniger personellem

Pech könnten auch die SG Vetzberg und der

Sc Krumbach in dieses Rennen eingreifen.

TSV Fellingshausen

(1987/88: Absteiger Kreisliga A)

Zugänge: Hans-Georg Graipner (SV Hohensolms),

Alexander Hörr (SC Waldgirmes, A-Jugend),

Michael Giß (SKG Rodheim-Bieber, A-Jugend),

Jens Crombach (TSV Krofdorf-Gleiberg, A-

Jugend).

Abgänge: Josef Maidl (FSV Steinbach), Uwe

Adam (Freie TSG Gießen), Dirk Schneider (Ziel

unbekannt), Klaus Siegel, Klaus Schmidt, Anton

Esposito (alle Laufbahn beendet).

Trainer: Hans Schmidt (zweites Jahr).

Tor: Hans-Georg Graipner, Ralf Kienholz, Thorsten

Abel. - Abwehr: Olaf Kauss, Rainer Altmann,

Mario Rustler, Thomas Cramer, Clemens Schnei-

der, Markus Hörr, Alexander Hörr, Michael Valentin.

- Mittelfeld und Angriff: Hans-Joachim Mattig,

Thomas Lenz, Uli Kienholz, Peter Russo, Frank

Kraus, Alexander Bronder, Uwe Schlierbach, Stefan

Valentin, Mario Mohr, Thomas Schorge, Michael

Giß, Jens Crombach, Andreas Gerlach.

SG Kinzenbach

(1987/88: Absteiger Kreisliga A)

Zugänge: Marc Adolp, Siegfried Neeb (beide eigene

Jugend).

Abgänge: Dirk Besemer (TSF Heuchelheim), Alfred

Russo (VfB Aßlar), Miso Mrkonjic, Zoran

Mrkonjic (beide Jugoradnik Gießen), Anastassios

Paschalidis (Ziel unbekannt).

Trainer: Michael Haydo (erstes Jahr).

Tor: Manfred Langer, Volker Jung. - Abwehr:

Carsten Beppler, Karlfried Krebast, Siegfried

Neeb, Klaus Pradl, Jürgen Richardt, Dirk Walwey,

Markus Weege. - Mittelfeld und Angriff: Marc

Adolp, Hans-Jürgen Collas, Dirk Leib, Thomas

Sack, Christopher Steinke, Jürgen Lisowski, Andreas

Grönke, Volker Frähms, Martin Till, Gerd

Weinecker, Werner Weber.

TSV Krofdorf-Gleiberg

(1987/88: Zweiter Platz)

Zugänge: Rolf Geisel, Carsten Speier (beide ASV

Gießen), Albert Theilig (TSV Rödgen), Dirk Velke

(SC Waldgirmes), Thorsten Schauberick (eigene

Jugend).

Abgänge: Matthias Hrachovec (VfB 1900 Gießen),

Gerald Hrachovec (FC Werdorf), Jörg Ahnert,

Frank Leicht, Bernd Staudt (alle TSV Launsbach).

Trainer: Udo Wehnes (zweites Jahr).

Tor: Daniel Lenz, Markus Schwarz, Kai Bender.

- Abwehr: Frank Fenderl, Wolfgang Meier, Ralph

Küpper, Oliver Wiegand, Ottmar Nather, Frank Etzelmüller,

Uwe John, Burkhard Gerlach, Peter Hofmann,

Thorsten Schauberick. - Mittelfeld und

Angriff: Andreas Valentin, Jürgen Volk, Michael

Leib, Frank Rüspeler, Achim Kleczka, Enrico Hrachovec,

Dirk Baar, Uwe Schmidt, Dirk Velke, Carsten

Speier, Rolf Geisel, Albert Theilig, Ralph Düring.

SV Salzböden

(1987/88: Dritter Platz)

Zugänge: Thomas Brecht (TV Trais-Horloff), Michael

Hannack (SV Odenhausen, A-Jugend), Thorsten

Sauer (eigene Jugend).

Abgänge: keine.

Trainer: Jochen Kühn (Spielertrainer, drittes

Jahr).

Tor: Thomas Brecht, Harald Lattus. - Abwehr:

Roland Becker, Detlef Szauter, Norbert Kraft, Jörg

Steiß, Volker Muth, Kurt Oehler. - Mittelfeld und

Angriff: Stefan Blaho, Ralf Gabriel, Stefan Groeger,

Markus Henkel, Ralf Lippert, Holger Schwarz,

Hans-Jürgen Szauter, Ralph Wagner.

SV Odenhausen/Lahn

(1987/88: Fünfter Platz)

Zugänge: Michael Gerhard, Oliver Koch, Stefan

Krieg, Dirk Zecher, Michael Deutsch, Kai Scharle,

iø;,

Kreisliga B Gießen vor derSaisona

; ;

.

1

2 ^ 3f

..

Ein Verein, dem in der Gruppe Nord einiges zugetraut wird: TSV Krofdorf-Gleiberg, für den hier

Joachim Kleczka am Ball ist (Foto: Kneißl)

Andreas Fleischmann, Michael Eichenlaub (alle eigene

Jugend).

Abgänge: Norbert Mansky (VfR Lich), Jürgen

Mattem n (SV Roth-Argenstein), Peter Zuckermann

(SG Trohe), Gugliemo Pellizzi (TSG Alten-Buseck).

Trainer: Hermann Jeske (erstes Jahr).

Tor: Mark Colazzo, Ralf Schneider, Michael Gerhard.

- Abwehr: Dittmar Kreis, Achim Schneider,

Udo Gietmann, Dirk Zecher, Dieter Laubinger, Oliver

Becker, Marko Merenyi, Kai Scharle. - Mittelfeld

und Angriff: Andreas Reich, Steffen Schleich,

Michael Deutsch, Michael Eichenlaub, Oliver

Koch, Mario Knauß, Andreas Fleischmann, Gerd

Kremer, Stefan Krieg.

VfB Wißmar

(1987/88: Sechster Platz)

Zugänge: Peter Gaedeken (Dänemark), Markus

Bechthold (Sportfreunde Burkhardsfelden), Hans

Bechthold (SG Bersrod/Lindenstruth), Markus

Scheitler (VfB 1900 Gießen), Till-Georg Mühlhaus

(eigene Jugend).

Abgänge: Peter Volk, Thomas Speier, Roland

Maier, Karsten Nestor (alle TSV Launsbach), Henrik

Schmidt (USA).

Trainer: Horst Wachholz (erstes Jahr).

Tor: Torsten Claus, Detlef Puls. - Abwehr: Harald

Kämmerer, Roger Balser, Uwe Spaar, Jens

011inger, Uwe Pfaff, Manfred Meyer, Jürgen Frey,

Torsten Stefan, Ingo Schleher, Klaus Drommershausen.

- Mittelfeld und Angriff: Jörg Schnell,

Christian Dix, Jens Prinz, Heinz Puls, Siegbert

Hammel, Clemens Müller, Reiner Schwalm, Ralf

Nees, Elmar Kämmerer, Götz Nehmet, Till-Georg

Mühlhaus, Peter Gaedeken, Markus Bechthold,

Hans Bechthold, Markus Scheitler, Ingo Hanika.

Türkspor Gießen

(1987/88: Siebter Platz)

Zugänge: keine.

Abgänge: Kamil Bingöl, Adnan Ulusoy (beide

Ziel unbekannt).

Trainer: Markus Rahaus (erstes Jahr).

Tor: Ünal Celebi. - Abwehr: Mesut Inanc, Mehmet-Ali

Ogur, Sedat Ökic, Nacim Ozean, Oktay Özcamlica,

Omer Karetli. - Mittelfeld und Angriff:

Kani Yener, Ali Atmaca, Mehmet Gürbüs, Ünal

Nuretin, Ali Akillar, Bayram Bingöl, Bayram Atmaca,

Mehmet Ögütcü, Turan Erschantürk, Temiz Decalan.

Spvgg. Frankenbach

(1987/88: Neunter Platz)

Zugänge: Thomas Freudenstein (SV Garbenteich),

Andreas Runzheimer (VfB Erda), Ralf van

den Brink (SC Krumbach), Jens Windolf, Dirk van

den Brink, Udo Becker, Wolfram Franke (alle eigene

Jugend).

Abgänge: Jörg Kauer, Harald Bastian, Jürgen

Wack (alle Laufbahn beendet).

Trainer: Norbert Bena (Spielertrainer, drittes

Jahr).

Tor: Ingolf Weidl, Ralf van den Brink. - Abwehr:

Dieter Maus, Ralf Schneider, Jürgen Franke, Michael

Bernhardt I, Roger Gerth, Dirk van den

Brink, Thomas Freudenstein, Michael Seibert,

Wolfram Franke, Wolfgang Rühl, Wolfgang Weber.

- Mittelfeld und Angriff: Volker Blaschka, Thomas

Wagner, Mario Schneider, Jens Windolf, Ingo

Mühlich, Andreas Runzheimer, Axel Seibert, Timo

Jakob, Hans-Jürgen Redant, Michael Bernhardt II,

Udo Becker.

Hellas Gießen

(1987/88: Zehnter Platz)

Zugänge: Rolf Korspeter (VfR Hüttrup), Mechmet

Efkan (Espanol Gießen), Antonio Amato (eigene

Jugend), Wagelis Karametos, Asterios Koutinas,

Georgios Delijiannis, Achmet Hussein, Kostas Poli-

tis, Sakis Kadoglou (alle aus Griechenland).

Abgänge: Niko Cavesas (Blau-Weiß Gießen), Ragib

Terzic (Jugoradnik Gießen), Salvatore Gentile

(Juniores Gießen).

Trainer: Josef Cerny (erstes Jahr).

Tor: Athanassios Savakis, Tassos Paschalidis,

Asterios Koutinas. - Abwehr: Georgios Woglis,

Giuseppe Magiameli, Kostas Iatrou, Riza Karakas,

Paschalis Papadakis, Wagelis Karametos, Achmet

Hussein, Kostas Politis, Dimitrios Savakis, Kostas

Apostolou, Uwe Riegel, Bernd Magel. - Mittelfeld

und Angriff: Wolfgang Engelking, Bernhard Ruhland,

Claudius Groß, Alfred Goerrike, Peter Weigert,

Toni Birk, Sakis Kouroudis, Willi Magel, Pantelis

Xenokalakis, Sawas Paschalidis, Bernhard

Horn, Rolf Korspeter, Antonio Amato, Sakis Kadoglou,

Mechmet Efkan, Christos Xenokalakis.

TSV Weipoltshausen

(1987/88: Elfter Platz)

Zugänge: Stefan Gessner, Markus Rücker (beide

SC Gladenbach).

Abgänge: Bernd Rink (TSV Oberwalgern), Walter

Koch (SV Kirchvers).

Trainer: Holger Krause (Spielertrainer, viertes

Jahr)

Tor: Uwe Rühl, Kurt Kraft. - Abwehr: Stefan

Bernhardt, Alwin Barth, Dirk Rühl, Volker Rühl,

Helmut Schneider, Klaus Elbrecht, Egon Rühl, Andreas

Wahl. - Mittelfeld und Angriff: Holger

Krause, Frank Happel, Thorsten Fink, Markus

Rücker, Werner Rücker, Hans Rücker, Klaus Debus,

Stefan Gessner, Thomas Mannsfeldt, Michael

Wack.

TSV Launsbach

(1987/88: Zwölfter Platz)

Zugänge: Jörg Ahnert, Frank Leicht, Bernd

Staudt (alle TSV Krofdorf-Gleiberg), Michael Thau,

Mario Amlung (beide SC Waldgirmes), Dirk Althaus

(VfB 1900 Gießen), Stephan Krause (SG Kinzenbach),

Ronald Delius (VfB Erda), Roland Maier,

Peter Volk, Thomas Speier, Karsten Nestor (alle

VfB Wißmar), Rüdiger Schmidt, Udo Leib (beide

reaktiviert), Dietrich Berding, Helmut Weick, Rolf

Dellner, Achim Pahlke, Thorsten Kraft, Christoff

Würtele (alle eigene Jugend).

Abgänge: Michael von Derschau (Laufbahn beendet).

Trainer: Walter Etzelmüller (erstes Jahr).

Tor: Rolf Hahn, Ronald Delius, Robert Geißler,

Rolf Dellner. - Abwehr: Peter Volk, Mario Am-

lung, Burkhard Irnich, Dirk Mertinke, Peter

Dampf, Bernd Frey, Dietmar Kienholz, Frank

Leicht, Uwe Scheil, Matthias Krause, Achim Pahlke,

Helmut Weick, Dietrich Berding, Timo Bartsch,

Hans-Werner Pfaff, Udo Leib, Jürgen Horn. - Mittelfeld

und Angriff: Roland Maier, Jörg Ahnert,

Bernd Staudt, Michael Thau, Dirk Althaus, Thomas

Speier, Ulrich Frey, Stephan Krause, Karsten Nestor,

Thorsten Kraft, Christoff Würtele, Rüdiger

Schmidt, Peter Mühlich, Arno Bender, Alex

Schmitt, Alessandro Scarlotto.

Jugoradnik Gießen

(1987/88: Gruppe West/13. Platz)

Zugänge: Martin Verdun, Miguel Ruiz Guerrera

(beide Espanol Wetzlar), Mario Penesi (Cappel),

Hassan Ahmadi, Javad Kouchemeshgi (beide Pars

Gießen), Ferenz Hanijak (SV Frohnhausen), Miso

Mrkonjic, Zoran Mrkonjic (beide SG Kinzenbach),

Ragib Terzic (Hellas Gießen).

Abgänge: Krunoslav Babic (FC Burgsolms),

Klaus-Peter Helfrich (SV Langd).

Trainer: Mirsad Demirovic (erstes Jahr).

Tor: Milorad Cvijetic, Dragan Pesic, Dragan Marie.

- Abwehr: Predrag Lukacevic, Hassan Ahmadi,

Dragan Jovanic, Ragib Terzic, Ferenz Hanijak,

Sinisa Guzic. - Mittelfeld und Angriff: Martin

Verdun, Fahir Hadzihabdic, Mario Penesi, Zoran

Mrkonjic, Stjepan Mitrovic, Javad Kouchemeshgi,

Smajl Rashtaj, Goran Seslija, Sakib Sakib, Nikola

Mijatovic, Miso Mrkonjic.

SV Kirchvers

(1987/88: 14. Platz)

Zugänge: Joachim Löhr, Michael Kuhl (beide

VfB Erda), Walter Koch (TSV Weipoltshausen).

Abgänge: Klaus Feja, Thomas Brill (TSV Königsberg).

Trainer: Dieter Leinberger (erstes Jahr).

Tor: Joachim Löhr, Norbert Tunkel, Ralf Schneider.

- Abwehr: Hans-Jürgen Klein, Walter Koch,

Bodo Hofer, Volker Abel, Holger Reisfelder, Detlef

Schmidt. - Mittelfeld und Angriff: Jörg Schneider,

Schramm, Michael Kuhl, Frank Barth, Christian

Jung, Dietmar Giebel, Rolf Groß, Carsten

Abel, Jens White, Manfred Wack.

SC Krumbach

(1987/88: 15. Platz)

Zugänge: Thomas Plaum (RSV Rommelshausen),

Willi Merkel (HSV Hachborn), Franco Catalanotto

(bisher ohne Verein), Axel Blahusch, Ralf

Herrmann (beide eigene Jugend).

Abgänge: Ralf van den Brink (Spvgg. Frankenbach).

Trainer: Timo Hermann, Jürgen Oehler (Spielertrainer,

erstes Jahr.)

Tor: Thomas Plaum. - Abwehr: Holger Etzelmüller,

Dirk Keil, Dirk Jost, Friedhelm Schmidt,

Uwe Blahusch. - Mittelfeld und Angriff: Jörg

Herrmann, Roger Mühlich, Carsten Lepper, Andreas

Lepper, Andre Knauff, Stefan Albach, Klaus

Karrenberg.

SG Vetzberg

(1987/88: 16. Platz)

Zugänge: Holger Hederich (TSV Königsberg),

Johannes Stallmann (bisher ohne Verein), Frank

Triller (SKG Rodheim-Bieber), Bernd Waldschmidt

(SV Beltershain), Peter Weber (SV Ettingshausen),

Matthias Cloos, Norbert Schneider (beide

TSF Heuchelheim).

Abgänge: Oskar Epp, Jürgen Römer, Karl-Heinz

Reiss (alle Laufbahn beendet).

Trainer: Reimund Bremer (Spielertrainer, zweites

Jahr).

Tor: Jörg Spahr, Holger Hederich. - Abwehr:

Guido Drescher, Karsten Kaletsch, Günther Lohr,

Gunar Mattem, Burkhardt Schmidt, Otfried Vogel,

Bernd Waldschmidt, Norbert Schneider. - Mittelfeld

und Angriff: Thomas Crombach, Siegfried

Hauska, Peter Klee, Andre Schulz, Roger Schuster,

Johannes Stallmann, Frank Triller. Holger Waldschmidt,

Peter Weber, Bertram Weil, Matthias

Cloos, Uwe Stenzel.

Traum eines jeden Fußballers: Den Tormann in die eine, den Ball in die andere Ecke schicken

(Foto: Kreuzer)


Mittwoch, 3. August 1988 SPORT Nummer 178 - Seite 12

Ihrer Freude freien Lauf werden auch in dieser

Serie wieder viele Spieler lassen, zumal in der

Kreisliga B nicht nur die jeweiligen Gruppensieger,

sondern auch die Zweit- bis Viertplacierten

nach oben »rutschen« (Foto: Leipold)

Eintracht Lollar

1987/88: Absteiger

Zugänge: Peter Glitsch (TSV Garbenheim),

Bernd Großhaus (TSG Reiskirchen), Turgay Güler

(Türkspor Gießen), Markus Werner, Thomas Herrmann,

Roger Limberger (alle eig. Jugend).

Abgänge: Frank Hartmann (TuS Naunheim),

Karl-Heinz Müller (SG Utphe/Trais-Horloff), Antonio

Mestre, Michael Runzheimer (beide TV

Mainzlar).

Trainer: Rolf Nicolai (im 1. Jahr/zuletzt SKV

Obbornhofen).

Spielerstamm - Tor: Stefan Müller, Karl Baba. -

Abwehr: Atila Sobola, Peter Glitsch, Jörg Kraus,

Udo Steinbrecher, Thomas Hermann, Markus Werner.

- Mittelfeld und Angriff: Oliver Hoffmann,

Markus Müll, Achim Müller, Jörg Brömer, Rüdiger

Schwaim, Georg Sobola, Dieter Müller, Stefan Bartheld,

Holger Thimm, Roger Limberger.

TSV Londorf

1987/88: zweiter Platz

Zugänge: Jörg Lich (eigene Jugend), Wolfgang

Nahrgang (ACE Gießen).

Abgänge: Gerold Herdmann (TSV Grünberg).

Trainer: Bernd Wieczorek (im 3. Jahr).

Tor: Ingo Lich. - Abwehr: Jürgen Dörr, Hans-

Heinz Fabel, Heiko Großhaus, Jürgen Höres, Ralf

Pfeiff, Gunter Thiel, Horst Weber. - Mittelfeld und

Angriff: Thomas Becker, Dieter Kolios, Burkhard

Kracht, Karl Leithäuser, Jörg Lich, Ralf Lich, Antonio

Marques, Wolfgang Nahrgang, Peter Rabenau,

Dave Ratcliffe, Michael Schiertz, Bernd Wieczorek.

VfL Weitershain

1987/88: dritter Platz

Zugänge: Hardy Taut (SV Nieder-Ofleiden), Edmund

Keil, Bernhard Kratz (beide FSV Lumda).

Abgänge: Eckhard Schneller (SV Atzenhain),

Thomas Reichert (SV Seulberg), Besim Agca (unbekannt).

Trainer: Hermann Naumann (1. Jahr).

Spielerstamm - Tor: J. Tornau, Andreas Theiß,

Arno Erb. - Abwehr: Herbert Fischer, Uwe Münch,

Ralf Nicklas, Hardy Taut, Michael Dörr, Peter

Schlosser, Rüdiger Theiß, Stefan Feldbusch, Ralf

Schier/, Guido Kaus, Oliver Feldbusch. - Mittelfeld

und Angriff: Mathias Schierl, Thilo Erb, Stefan

Reichert, Hermann Naumann, Frank Faulstich,

P. Theiß, Matthias Keller, Thilo Kaus, Timo Bergmann,

B. Sehrt, N. Lehl, Bernhard Kratz, Edmund

Keil.

TSG Alten-Buseck

1987/88: vierter Platz

Zugänge: Jörg Leidner (A-Jugend VfB 1900 Gießen),

Alexander Bär (A-Jugend Eintracht Lollar),

William Wayt (A-Jugend FC Großen-Buseck), Tho-

mas Seibert (eigene Jugend), Klaus Winhauer (TSV

Niederweimar), Matthias Port (FSV Steinbach),

Guglielmo Pellizzi (SV Odenhausen/Lahn).

Abgänge: Peter Mazur, Peter Kliemann, Joachim

Wachholz und Burkhard Schulz (alle Spfr. Oppenrod),

Matthias Schmidt (SG Trohe).

Trainer: Berd Vogel (im 1. Jahr).

Tor: Markus Eckhardt. - Abwehr: Kurt Hardt,

Holger Kind, Holger Hartmann, Udo Wagenbach,

Erich Wissmar. - Mittelfeld und Angriff: Frank

Leidner, Achim Deichert, Jörg Fink, Harald Hendrich,

Hagen Schmidt, Ali Demir.

SV Saasen

1987/88: fünfter Platz

Zugänge: Erol Yaner, Jörg Luckert (eigene Jugend),

Oliver Stock (Jugend SV Harbach).

Abgänge: Dirk Simasek (SV Harbach).

Trainer: Rolf Schmitt (im 2. Jahr).

Tor: Thomas Klement, Frank Simasek. - Abwehr:

Michael Klement, Rolf Kammler, Dieter

Warnke, Udo Klös, Erol Yaner, Steffen Kutscher. -

Mittelfeld und Angriff: Erhard Karger, Hans

Münch, Ralf Menz, Hartmut Swoboda, Uwe Menz,

Siegfried Rauch, Oliver Stock, Norbert Gilg, Jürgen

Damm.

Kreisliga B Gießen vor der Saison 189

GRUPPE OST

Großes Gerangel um die

Plätze eins bis vier

(ra) Arme hochkrempeln, Stutzen hochziehen. Es

kann losgehen. In der Kreisliga B Gießen weht

1988/89 ein ganz besonderer Fußball-Wind. Ein Saison-Luftzug

reicht diesmal aus, um gleich vier

Mannschaften pro Staffel eine bzw. zwei Etagen

nach oben zu befördern. Auf Gießener Fußball-

Kreisebene gibt es ab der Spielzeit 1989/90 eine

zwischen die seitherigen Kreisligen A und B geschaltete

»Kreisleistungsklasse A« (Orginalton Willi

Schreiner), die für viele Vereine nunmehr d a s 88/

89er-Ziel darstellt. Der Staffelsieger nimmt zwei

Klassen-Stufen, die Teams auf den Plätzen zwei bis

vier eine.

Durch diese sportliche Aufwertung des Spielbetriebs

wird natürlich auch in der Gruppe Ost das

Gerangel um die Plätze eins bis vier enorm groß

sein. Die Zahl der Anwärter ist groß, eine Chance

ausrechnen wird sich insgeheim wohl jeder.

Die 1987/88 in »dieser Gegend« angesiedelten

Mannschaften dürften auch diesmal wieder eine

ähnliche Rolle spielen. VfL Weitershain, TSG Alten-Buseck,

TSV Londorf und SV Saasen sind sich

allerdings der weitaus größeren Konkurrenz bewußt.

Der SV Geilshausen (obwohl Sturmführer

Heiko Hofmann zum FSV Steinbach wechselte),

FC Rüddingshausen, TSG Reiskirchen und SG

Kesselbach/Odenhausen werden diesen sicherlich

das Leben recht schwer machen. Bleibt zudem abzuwarten,

ob Absteiger Eintracht Lollar seine Talfahrt

beenden kann und den Neuanfang gleich im

oberen Tabellendrittel der Kreisliga B startet. Wie

gesagt, die Zahl der Bewerber ist groß.

SV Geilshausen

1987/88: sechster Platz

Zugänge: Markus Schröder, Michael Pfeffer (beide

eigene Jugend).

Abgänge: Heiko Hofmann (FSV Steinbach).

Trainer: Ottmar Becker (im 2. Jahr).

Tor: Ottmar Becker, Bodo Grün. - Abwehr: Lothar

Luft, Rüdiger Luft, Manfred Wissner, Andreas

Metka, Mario Sagrauske, Günther Fritsch, Manfred

Erb. - Mittelfeld und Angriff: Frank Hofmann,

Michael Harnack, Mathias Schomber, Burkhard

Vogel, Wolfram Luft, Alexander Luh, Volker Wagner,

Martin Kuhl, Th. Prade, Markus Schröder, Michael

Pfeffer, Holger Muth.

FC Rüddingshausen

1987/88: siebter Platz

Zugänge: Joachim Zahrt (SV Beltershain), Stefan

Saager, Ralf Wißner (eigene Jugend).

Abgänge: Harry Feldbusch, Otmar Röcker (beide

TSV Bernsfeld).

Trainer: Ewald Thomas.

Tor: Thilo Erdmann, Thorsten Koch, Joachim

Zahrt. - Abwehr: Peter Genth, Thomas Genth,

Jens Thomas, Norbert Magel, Edgar Zarstek, Gotthard

Bender, Friedhelm Maikranz, Stefan Saager,

Achim Mämpel, Andreas Müller, Horst Wagner, Michael

Münch. - Mittelfeld und Angriff: Harald

Bernd Wieczorek (r.) und Andreas Benner (5)

zählen mit ihrem TSV Londorf auch diesmal

wieder zum Favoritenkreis der Gruppe Ost

(Foto: Weis)

Auf ihre Kosten kommen die Fußball-Zuschauer auch in der Kreisliga B Gießen, wenn die Stürmer

zu solch risikofreudigen Fernschüssen bereit sind. In der Gruppe Ost war dies 1987/88 der Fall, was

für 1988/89 natürlich wieder hoffen läßt (Foto: Borst)

Heidt, Stephan Thomas, Andreas Lich, Markus

Sperl, Michael Wißner, Klaus-Dieter Mämpel, Stefan

Weimer, Thomas Wißner, Ralf Wißner, Thomas

Pfeiff, Thomas Muck, Thomas Rieb.

SG Kesselbach/Odenhausen

1987/88: achter Platz

Zugänge: Jan Hirnet (eigene Jugend), Hanfried

Rühl (eigene Jugend).

Abgänge: Peter Müller (SG Staufenberg/Daubringen),

Peter Hühnergarth (unbekannt), Holger

Vollrath (SV Annerod).

Trainer: Dieter Skrzypek (Spielertrainer (im 1.

Jahr).

Tor: Peter Blaufelder, Markus Haupt. - Abwehr:

Stephan Krug, Martin Rühl, Thomas Krämer, Roland

Vollrath, Peter Reif, Harald Kwartnik, Udo

Krug. Volker Keller, Harald Mauer, Michael Piontke,

Walter Maikranz. - Mittelfeld und Angriff:

Dieter Skrzypek, Günter Reinheimer, Edwin

Höchst, Uwe Schäfer, Willi Belloff, Jan Hirnet,

Hanfried Rühl, St. Vogt, J. Bayer, L. Wießner,

Achim Köhler, Helmut Kwartnik, Martin Dörr, Ralf

Finkenstein, Hans-Jürgen Valentin, Milano

Sommer.

TV Mainzlar

1987/88: achter Platz (Gruppe Nord)

Zugänge: Antonio Mestre (Eintracht Lollar),

Erhan Karakus, Sergio Almeida, Julio Lopes, Anto-

nio Lopes (alle bisher ohne Verein), Michael Runzheimer

(Eintracht Lollar).

Abgänge: Harry Pfeiffer (SV Staufenberg).

Trainer: Antonio Charrua, Spielertrainer (im 1.

Jahr).

Tor: Jochen Wack, Jürgen Reuter. - Abwehr:

Guiseppe Mangiameli, Louis Lorenco, Erdal Karakus,

Antonio Charrua, Holger Wack. - Mittelfeld

und Angriff: Mario Leao, Rainer Fuchs, Carlos

Rodrigues, Fernando Fatia, Francosco Soares, Jörg

Hertstein, Manuel Carvalho.

SG Trohe

1987/88: neunter Platz

Zugänge: Andreas Schönefeld, Norbert Reklies

(TSV Allendorf/Lahn), Matthias Schmidt (TSG

Alten-Buseck), Markus Krug (FC Großen-Buseck),

Peter Zuckermann (SV Odenhausen/Lahn), Adnan

Ulndag, Mehmet Deniz (Türkspor Gießen).

Abgänge: Michael Rau (VfB 1900 Gießen).

Trainer: Spielertrainer Peter Becker (im 3. Jahr).

Tor: Reiner Münch, Peter Körber. - Abwehr:

Sven Baumert, Salih Baysay, Stefan Grönke, Peter

Zuckermann, Dirk Schaub, Manfred Schemken,

Holger Schulz, Hilmar Panzer. - Mittelfeld und

Angriff: Faruk Aydin, Peter Becker, Thomas Carl,

Markus Krug, Friedel Licher, Sven Marschinke,

Dimi Megas, Norbert Reklies, Andreas Schönfeld,

Seyd-Ali Mohsin, Matthias Schmidt, Dieter Wak-

ker, Holger Wagner, Matthias Weigand, Dirk Hess,

Mehmet Deniz, Adnan Vludag.

TSG Reiskirchen

1987/88: zwölfter Platz

Zugänge: Andreas Lenz (FSV Beuern), Karl Otto

Balzer (ACE Gießen), John Randolph (ACE Gießen),

Carsten Wendorf, Jörg Lindenstruth, Alexander

Wenz und Matthias Rudl (alle eigene Jugend).

Abgänge: Andreas Kutscher (FC Großen-Buseck),

Thomas Hauschka (TSV Allendorf/Lahn).

Trainer: Herbert Walden (im 1. Jahr).

Tor: Andreas Gottfried, Matthias Rudl. - Abwehr:

Frank Burkhard, Hubert Möbus, Carsten

Wendorf, Thomas Engelbrecht, Karl-Heinz

Schwarzhaupt, Rolf Kinzebach, Uwe Dzierzewski,

Stefan Peter. - Mittelfeld und Angriff: Marcus

Jünger, Thorsten Dyck, Marcus Karger, Udo Polzin,

Karl-Otto Balzer, John Randolph, Jens Reimann,

Jens-Olaf Hillebrecht, Andreas Lenz, Martin

Brück, Udo Nachtigall.

SV Stangenrod

1987/88: 13. Platz

Zugänge: Ufuk Ergel (JSV Lehnheim), Lars Wenzel

(TSV Grünberg), Heinz Laub (FC Rüddingshausen).

Abgänge: Michael Nehmitz (unbekannt), Bernd

Rieb (unbekannt).

Trainer: Heinz Finow (im 2. Jahr).

Tor: Jürgen Theiß, Jagues Jayles. - Abwehr:

Klaus Jürgen Hahn, Udo Lindemann, Bernd Sauerwein,

Reinhard Schulz, Michael Theiß, Volker

Maurer, Dieter Queckbörner, Helmut Fesel, Jürgen

Dörr. - Mittelfeld und Angriff: Dieter Lindemann,

Lothar Seng, Bernd Vetter, Harald Fesel, Mario

Hofmann, Lars Wenzel, Ufuk Ergel, Heinz Laub,

Klaus Kunkel, Eckhard Körber, Hans Jürgen ten

Elsen.

FSV Lumda

1987/88: 14. Platz

Zugänge: Berry Maieritsch (bisher ohne Verein),

Bernd Hubner, Rainer Wilhelm (beide eig. Jugend).

Abgänge: Alexander Roehmig (TSG Nieder-Ohmen),

Bernhard Kratz, Edmund Keil (beide VfL

Weitershain).

Trainer: Gerhard Müller (1. Jahr).

Spielerstamm - Tor: Jürgen Krummey, Rainer

Wilhelm, Ortwin Sohl. - Abwehr: Jürgen Pest,

Norbert Müller, Rüdiger Kratz, Martin Swoboda,

Peter Kratz. - Mittelfeld und Angriff: Marco Roe-

mer, Reinhard Krummey, Ralf Henkelmann, Joachim

Röhmig, Markus Niebergall, Bernd Hubner,

Berry Maieritsch, Frank Hubner, Markus Dapper,

Holger Foerster.

SV Beltershain

1987/88: 15. Platz

Zugänge: Alexander Stöhr (SV Harbach),

Claus-Peter Hellwing (JSV Lehnheim), Meiko

Grasmäher, Udo Schäfer, Andreas Rössinger, Dominik

Kuhn (alle FSV Lumda).

Abgänge: Bernd Waldschmidt (SG Vetzberg),

Joachim Zahrt (FC Rüddingshausen).

Trainer: Walter Klimek (im 2. Jahr).

Tor: Alexander Stöhr, Dominik Kuhn, Heinrich

Schnecker. - Abwehr: Herbert Hartmann, Mathias

Steinfeld, Klaus-Dieter Petri, Rüdiger Magel, Udo

Schäfer, Thorsten Petri, Andreas Rössinger. - Mittelfeld

und Angriff: Gunnar Bellof, Peter Hellwing,

Heiko Grasmäher, Ralf Petri, Bernadino Santos,

Jon Losca, Markus Stehr, Bernd Lange, Hartmut

Schlosser, Stephan Krag, Thomas Dechert,

Siesmar Menz, Michael Hank.

FSV Beuern

1987/88: 16. Platz

Zugänge: keine.

Abgänge: Thomas Pfannerstill (FC Gr.-Buseck)

Uwe Zimmer (Garbenteich), Andreas Lenz (TSG

Reiskirchen), Andreas Krug, Manfred Scheld, Michael

Haas, Volker Zipf, Robert Steuernagel (alle

Spfr. Oppenrod).

Trainer: Gerhard Noll (im 3. Jahr).

Tor: Hans-Joachim Weber, Rainer Müller. - Abwehr:

Andreas Böhme, Günter Pfeiffer, Wolfgang

Schneider, Stefan Zinsheim, Günter Ranft, Otmar

Heimberger, Jörg Hofmann. - Mittelfeld und Angriff:

Rene Böhme, Thomas Fitztum, Rainer Hofmann,

Ernst Nachtigall, Walter Röhrig, Uwe Steuernagel,

Martin Volk, Lutz Wißner, Wolfgang Woitschitzky,

Stefan Krämer.

Turabdin Gießen

1987/88: neu

Zugänge: Tasci Gebro (SC Waldgirmes), Ilyas

Kucukkaplau (TSV Langgöns), Suleyman Yildirim

(TSF Heuchelheim).

Abgänge: Isol Celik, Nuri Celik, Ilhan Celik (alle

Turabdin Soryoyo).

Trainer: Vito Tari (2. Jahr).

Spielerstamm - Tor: Destin Tan. - Abwehr:

Pier Barsoum, Besim Tan, Vasti Alpsoy, Hanna

Kucukkaplau, Nazan Aydin, Yildirim Sulnu. - Mittelfeld

und Angriff: Tasci Gebro, Suleyman Yildirim,

Ilyas Kucukkaplau, Fuat Basmaci, Metin Tan,

Syhel Turgut, Idmon Hanna, Abdulahad Gouriye,

Orhan Basmaci, Iskender Bulut, Temer Tecin.


Mittwoch, 3. August 1988 SPORT Nummer 178 - Seite 13

Favoritenstellung scheint

erneut recht klar zu sein

GRUPPE SÜD: Fast alle sehen SG Birklar vorn - Zwei zogen zurück

(pg) Wie in der letzten Saison scheint es auch für die neue Spielzeit in der Gruppe Süd einen

eindeutigen Favoriten zu geben. Was im letzten Jahr der SKV Obbornhofen war, soll nun die

SG Birklar sein. Mit anderen Worten: Nach dem zweiten Platz 1987/88 und weiteren Verstärkungen

sehen die meisten Vereinsvertreter die SG Birklar als klaren Meisterschaftsfavoriten

für 1988/89 an.

Mit Abstrichen wird auch TuS Eberstadt wieder

genannt. Da der Spielerstamm gegenüber

der Vorsaison fast unverändert gehalten werden

konnte, wird man wohl zumindest wieder

vorn mitmischen. Ähnliches gilt auch für den

VfL Muschenheim und den SV Wetterfeld.

Schwerer sind hingegen die »Übersiedler«

einzuschätzen. Die SG Lardenbach/Weickartshain,

der SV Ettingshausen (beide aus der

Gruppe Ost) und der SV Dorf-Güll (vorher

Gruppe West) sind Mannschaften, denen ein

Platz im gehobenen Mittelfeld durchaus zugetraut

werden kann. Noch schwerer sind Baby-

Ion Pohlheim und die SG Ober-Bessingen/Non-

SG Birklar

1987/88: zweiter Platz

Zugänge: Heinz-Jürgen Schäfer (TSV Grünberg),

Harald Edler, Matthias Kuhl (beide Freie

TSG Gießen), Jürgen Linsig, Jürgen Wagner (beide

VfL Muschenheim), Thomas May (TSG Leihgestern),

Frank May (FC Grüningen), Stefan Höhl,

Thorsten Noll, Volker Lenzing, Stefan Häuser (alle

eigene Jugend).

Abgänge: Holger Protzner (TSV Treis/Lda.),

Wolfgang Galenski (Espanol Gießen), Uwe Mönke

(SKV Obbornhofen), Andreas Prockl (TSV Villingen),

Jürgen Kruel (Manching), Udo Lechens, Rainer

Reuschling (beide Laufbahn beendet).

Trainer: Achim Mohr (Spielertrainer, 1. Jahr).

Tor: Frank Lechens, Ralf Diehl, Jörg Orlicki. -

Abwehr: Michael Fürle, Thomas Heyer, Bernhard

Müller, Peter Scheichenost, Burkhard Schmidt,

Michael Dille, Victor Cortes, Heiko Otten, Volker

Lenzig, Thorsten Noll, Heinz-Jürgen Schäfer,

Frank May, Frank Langwasser, Harald Edler, Jür-

gen Wagner I. - Mittelfeld und Angriff: Ulrich

Döll, Christoph Brückmann, Wolfgang Schmidt,

Holger Haub, Matthias Kuhl, Ricardo Cortes, Rainer

Gottwals, Peter Herth, Jürgen Wagner II, Stefan

Häuser, Ocan Nazifoglu, Jens Witzenberger,

Norbert Kuhl, Thomas Schmidt, Hans Meusel,

Klaus Debus, Rainer Meusel, Stefan Höhl, Thomas

May, Jürgen Linsig.

TuS Eberstadt

1987/88: dritter Platz

Zugänge: Thomas Ritzel (VfR Lich), Marko

Detschka (VfR Butzbach), Mathias Holz (TSV

Ober-Ohmen).

Abgänge: Holger Reitschmidt (Ziel unbekannt).

Trainer: Gerhard Drechsler (1. Jahr).

Tor: Karl-Heinz Schäfer, Hans-Wilhelm Nuspl. -

Abwehr: Mathias Polzer, Uwe Reitschmidt, Dieter

Schneider, Werner Kloryczak, Andreas Holz, Reinhard

Schümann, Ralf Seitz, Volker Stenke, Markus

Bauer. - Mittelfeld und Angriff: Holger Reitz, Michael

Bier, Eckhard Felsing, Steffen Holz, Thorsten

Bittendorf, Hilmar Reitz, Roger Reitschmidt, Marko

Detschka, Thomas Ritzel, Mathias Holz.

VfR Lich II

1987188: vierter Platz

Zugänge: keine. - Abgänge: Karl-Heinz

Schmidt, Horst Becker (beide Laufbahn beendet).

Trainer: Rainer Klaus.

Spielerstamm - Tor: Thomas Bernard. - Abwehr:

Hans-Dieter Machner, Ercan Hoekelekly, Ingo

Niesner, Heiko Niesner, Michael Mosthaf, Nor-

Kreisliga B Gießen vor der Saison 1 89

nenroth einzuschätzen. Während erstere mit einem

achten Rang in der Gruppe West eine gute

Auftaktsaison hinter sich haben und sich weiter

verstärken konnten, bleibt abzuwarten, was die

SG um den Spielertrainer Gerullis aus der großen

Menge an Zugängen (meist vom TV Münster)

macht.

Damit wird dann auch ein eher trauriges Kapitel

berührt. Mit dem SV Münster und dem

ASV Nieder-Bessingen haben zwei Vereine aus

der Gruppe Süd zurückgezogen. Während der

SV den Spielbetrieb völlig eingestellt hat, wird

Nieder-Bessingen immerhin in der Kreisliga C

noch mit einer Mannschaft an den Start gehen.

bert Oehlke, Hans-Georg Träger. - Mittelfeld und

Angriff: Steffen Schmidt, Carsten Margraf, Ronald

Hofmann, Heinz Menges, Sascha Koch, Heiko

Brack, Stephan Mulch, Heiko Konradi, Markus

Stumpf.

VfL Muschenheim

1987/88: fünfter Platz

Zugänge: Jörg Probst (ASV Nieder-Bessingen),

Jesry King (FC Trais-Münzenberg), Kai Schumann,

Heiko Kalus (beide eigene Jugend), Michael Krack

(unbekannt).

Abgänge: Jürgen Linsig, Jürgen Wagner (SG

Birklar), Karl-Lothar Wirth, Jörg Becker (beide

Laufbahn beendet).

Trainer: Udo Nier (1. Jahr).

Tor: Peter Stumpf, Holger Weber. - Abwehr:

Harald Weigel, Jürgen Leschhorn, Hans-Jürgen

Theiß, Ulrich Zeidler, Jens Schad, Dieter Spoelstra,

Peter Bendig, Andreas Becker, Andreas Köhler.

- Mittelfeld und Angriff: Jürgen Titz, Hans

Titz, Rainer Nier, Otfried Kammer, Kai Schumann,

Thorsten Brauns, Michael Nier, Heiko Kalus,

Bernd Bendig, Heinz-Werner Wirth.

SV Wetterfeld

1987188: sechster Platz

Zugänge: Uwe Ebert (SV Hoch-Weise/), Klaus-

Dieter Bukow (ASV Nieder-Bessingen), Jens Albach,

Martin Mignon, Lars Schäfer (alle eigene Jugend).

Abgänge: Yasar Altuntepe (VfB Ruppertsburg),

Udo Petermann, Sven Schutheis (beide Teuronia

Laubach).

Trainer: Reinhold Schompert (5. Jahr).

Tor: Uwe Ebert, Ralf Hofmann. - Abwehr: Jens

Albach, Michael Gebe!, Bruno Hackei, Harald Hofmann,

Markus Hofmann, Klaus-Dieter Lutz, Günther

Meerbott, Frank Meerbott, Jürgen Pumm, Willi

Ries, Klaus Römer, Thomas Schmittmann, Manfred

Wörner, Christoph Wörner, Fritz Wittek. - Mittelfeld

und Angriff: Uwe Albach, Klaus-Dieter

Bukow, Hans-Uwe Döll, Andreas Dechert, Manfred

Fritzel, Gerd Jeretzky, Rüdiger Jeretzky, Jochen

Luckert, Hans-Jürgen Lutz, Steffen Mehrbott,

Klaus Mignon, Martin Mignon, Hans-Joachim

Sann, Jens Schäfer, Lars Schäfer, Claus Schmidt,

Reinhold Schompert, Andreas Trapp, Andreas

Tempelfeld, Jürgen Viel.

Türkspor Laubach

1987/88: siebter Platz

Zugänge: Cemal Karaman (Teutonia Laubach).

Abgänge: keine.

Trainer: Erhan Arslan (Spielertrainer, 3. Jahr).

Tor: Peter Großmann, Metin Sirin. - Abwehr:

Nizamettin Acer, Erkan Yildirim, Hasan Ilnem, Ersin

Benzesik, Zekeriya Yildirim, Fedai Aydogmus.

- Mittelfeld und Angriff: Refik Sirin, Emin Karakus,

Halit Sirin, Gökalp Sütcü, Mustafa Zeydonli,

Mehmet Önalan, Ibrahim Aslan, Cemal Karaman,

Osman Oezbeyaz.

Babylon Pohlheim

1987/88: achter Platz (Gruppe West)

Zugänge: Can Kücükkaplan (Teutonia W.-Steinberg),

Yilmaz Donak, Wiliam Masso (beide SV Garbenteich),

Martin Demand, Guido Koopmann, Michael

Sternheim (unbekannt).

Abgänge: keine.

Trainer: Giuseppe Jorio (Spielertrainer, 1. Jahr).

Tor: Nebil Uyar, Nohman Nohman. - Abwehr:

Michael Sternheim, Guido Koopmann, Martin Demand,

Yakup Savci, Nesim Temelci, Can Kücükkaplan,

Yilmaz Donak. - Mittelfeld und Angriff: Besim

Temelci, Cetin Üstüner, Fuat Uyar, Metin Temelci,

Robert Uyar, Bolos Dabbagh.

SG Lardenbach/

Weickartshain

1987/88: 10. Platz (Gruppe Ost)

Zugänge: Ingo Kamenik (TSV Groß-Eichen),

Das wollen die Zuschauer sehen: vielbeschäftig- Stefan Jäger, Thomas Mölcher, Markus Weeke (alle

te Torhüter. eigene Jugend).

In den letzten Zügen: Die Fußball-Sommerpause neigt sich ihrem Ende entgegen, in zehn Tagen

geht es auch auf Gießener Kreisebene wieder um Punkte und Tore. Zeit zum Ausruhen wird dann

kaum noch sein.

Abgänge: keine.

Trainer: Otmar Becker (2. Jahr).

Tor: Berd Irlmeier, Stefan Jäger. - Abwehr: Marco

Böcher, Hans-Dieter Dickel, Thorsten Herdejost,

Frank Hollederer, Ralf Mölcher, Thomas Mölcher,

Peer Theiß, Markus Weeke, Martin Zimmer. -

Mittelfeld und Angriff: Ulrich Ebenhöh, Dieter

Frank, Günter Frank, Jürgen Gill, Gunter Hartmann,

Dieter Kühn, Martin Oswald, Alexander

Reitz, Dietmar Schuch.

SV Steinheim

1987/88: zehnter Platz

Zugänge: Bruno Krieger (TV Trais-Horloff), Jürgen

Weber (Nidda), Ilia Holubeck (TSV Hungen).

Abgänge: Markus Hasse, Jürgen Stolz (beide

Staden), Peter Tonnemacher (Laufbahn beendet).

Trainer: Jürgen Römer (1. Jahr).

Tor: Jürgen Weber, Uwe Langer, Klaus Roch,

Herbert Schulz. - Abwehr: Markus Hofmann, Dietmar

Repp, Otto Schäfer, Uwe Peppler, Rainer

Marx, Peter Konrad, Ronald Schwing, Olaf Hasse,

Uwe Ruppel, Jörg Oberheim, Dieter Jochem, Jürgen

Sieg!. - Mittelfeld und Angriff: Klaus-Peter

Hofmann, Andreas Gärtner, Rainer Desch, Hans-

Jürgen Hasse, Dieter Matthäus, Bernd Schön, Thomas

Zwerenz, Rainer Matthäus, Dieter Jeschkeit,

Manfred Kronhardt, Roland Schmidt, Bruno Krieger,

Jürgen Weber.

SV Ettingshausen

1987/88: elfter Platz (Gruppe Ost)

Zugänge: Wolfgang Hannes (TSV Hungen), Andreas

Hannes, Peter Launspach (beide SV Langd),

Klaus-Reiner Eisenfeller (ASV Nieder-Bessingen).

Abgänge: Pavel Gemsa (TSV Hungen), Peter Weber

(SG Vetzberg).

Trainer: Rudi Lense (1. Jahr).

Tor: Stefan Zimmer, Klaus Eisenfeller, Rainer

Gaumann. - Abwehr: Michael Walter, Stefan Görnert,

Michael Weber, Uwe Aff, Peter Launspach,

Thomas Jenner, Peter Knorr, Frank Port, Frank

Schneider. - Mittelfeld und Angriff: Michael Görnert,

Stefan Meilbeck, Horst Zimmer, Volker

Schneider, Alexander Schagerl, Karl-Heinz Keth,

Dieter Wächter, Wolfgang Hannes, Andreas Han-

nes, Rüdiger Merita.

SG Ober-Bessingen/

Nonnenroth

1987/88: elfter Platz

Zugänge: Hartmut Gröbl, Günter Mohr (beide

ASV Nieder-Bessingen), Wilfried Leipold (TSV Villingen),

Michael Gerullis (SC Cuxhaven), Thomas

Glenske, Klaus Görnert, Ralf Gontrum, Jörg Günther,

Alexander Momberger, Michael Runde, Matthias

Schmieder, Jens Martin Sieg, Henry Emrich,

Jörg Gontrum, Michael Hartsch, Uwe Harder, Ralf

Schlesinger, Dieter Schuster, Ulrich Gontrum, Michael

Hübner (alle SV Münster), Michael Nemitz

(SV Stangenrod), Rainer Momberger, Jörg Göttche

(beide eigene Jugend).

Abgänge: Hans-Jürgen Sack (SG Utphe/Trais-

Horloff), Gilbert Weiß, Jürgen Kühn, Hans-Gerd

Paul (alle Laufbahn beendet).

Trainer: Bernhard Gerullis (Spielertrainer, 1.

Jahr).

Tor: Manfred Leipold, Joachim Hahn, Michael

Runde. - Abwehr: Holger Momberger, Rainer

Momberger, Ferenc Gyutai, Harald Buß, Oliver

Keil, Ralf Gontrum, Klaus Görnert, Michael Nachtigall,

Ingo Gruhn, Michael Nemitz. - Mittelfeld

und Angriff: Dieter Stumpf, Markus Paul, Hartmut

Gröbl, Günter Mohr, Udo Niebergall, Volker

Barth, Roland Bech, Jürgen Dinges, Wilfried Leipold,

Thomas Gleske, Michael Gerullis, Thomas

Diehl, Karl-Ludwig Krick, Jörg Günther, Matthias

Schmieder.

TSV Villingen

1987/88: zwölfter Platz

Zugänge: Andreas Brokel (SG Birklar), Klaus

Schleer (TSV Lauter), Peter Ahrens (SG Bingenheim),

Steffen Schmidt (VfR Lich, A-Jugend), Thomas

Walter, Steffen Stula, Oliver Graf (alle eigene

Jugend).

Abgänge: Andreas Knoll (SV Inheiden), Wilfried

Leipold (SG Ober-Bessingen/Nonnenroth), Marcel

Hoffmann (VfB Rodheim/Horloff), Jürgen Bellof

(Laufbahn beendet).

Trainer: Günther Pfarrer (5. Jahr).

Tor: Manfred Harisch, Achim Harisch. - Abwehr:

Klaus Zimmer, Reiner Geisler, Jürgen Geisler,

Walter Thomas, Peter Ahrens, Horst Leschhorn,

Uwe Diehl, Veit Becker, Wolfgang Krämer,

Michael Kunert, Erwin Olschewski. - Mittelfeld

und Angriff: Reiner Graf, Hans-Joachim Reitz, Andreas

Brokel, Jürgen Melius, Wilfried Döll, Oliver

Graf, Klaus Schleer, Achim Högy, Günter Melius,

Steffen Schmidt, Steffen Stula, Bernd Lausmann,

Klaus Schäfer, Achim Leidner.

VfB Ruppertsburg

1987/88: 13. Platz

Zugänge: Yasar Altuntepe (SV Wetterfeld, A-Jugend),

Harald Hausner (eigene Jugend).

Abgänge: Uwe Gruber (SKV Obbornhofen), Thomas

Leidner (Teutonia Laubach), Jürgen Fischer

(SV Wohnbach).

Trainer: Reinhard Finkernagel (Spielertrainer, 1.

Jahr).

Tor: Harald Hausner, Gernot Löwer, Helmut Heibei.

- Abwehr: Klaus Melius, Holger Seifert, Jürgen

Diehl, Steffen Hausner, Hartmut Wörner, Jens

Wörner, Marco Wenzel, Ralf Trömer, Armin Wagner,

Jürgen Parr. - Mittelfeld und Angriff: Bernd

Ester, Lothar Ester, Lothar Marx, Jürgen Kozy,

Dirk Scheidmüller, Jörg Litzner, Walter Worlit-

schek, Yasar Altuntepe, Rainer Vogeltanz, Achim

Dudler.

VfB Rodheim/Horloff

1987/88: 14. Platz

Zugänge: Dirk Gennermann (SV Inheiden), Marcel

Hoffmann (TSV Villingen), Martin Feuerbach

(SV Langd).

Abgänge: Wolfgang Keller (SV Inheiden), Wolfgang

Momberger (SG Gonterskirchen/Einartshausen),

Ulrich Schmunk (TSV Bellersheim), Edgar

Diehlmann (VfR Ulfa), Hans Wenzel (TV Langsdorf),

Thomas Brecht (unbekannt).

Trainer: Wilfred Boßlau (2. Jahr).

Tor: Udo Hofmann, Lutz Eiser. - Abwehr: Dieter

Boehnke, Bernd Eiser, Matthias Frutig, Gerold

Graf, Oliver Klippert, Walter Klippert, Joachim Rudel,

Jörg Sauerhoff, Udo Troß. - Mittelfeld und

Angriff: Christoph Brumhardt, Karsten Diehl,

Martin Feuerbach, Helmut Freiensehner, Dirk

Gennermann, Michael Hannes, Eckhard Höfeld,

Markus Höfeld, Johann Hofmann, Roger Hofmann,

Marcel Hoffmann, Jürgen Michel, Karl-Heinz Michel,

Markus Müller, Frank Sauerhoff, Kai Vonderlehr,

Dirk Droese.

SV Dorf -Güll

1987188: 14. Platz (Gruppe West)

Zugänge: Thorsten Zwirner, Sascha Peeters

(Teutonia W.-Steinberg), Herbert Kunze (SG Trohe),

Berd Fischer (VfB Wißmar).

Abgänge: Stefan Vohwinkl (TSG Leihgestern),

Peter Henrici (Melbach).

Trainer: Bernd-Peter Fischer (1. Jahr).

Tor: Detlef Sames, Heinz Zwirner. - Abwehr:

Bernd Sames, Ortwin Heckmann, Thorsten Zwirner,

Ronald Polzer, Thomas Brucker, Erfried

Scholz, Andreas Christ, Joachim Christ, Ralf Pinkl,

Johannes Weiland, Herwig Wirag, Thomas Möller. -

Mittelfeld und Angriff: Siegfried Munder, Roger

Reitz, Michael Zwirner, Daniel Pinkl, Fritz Pinkl,

Joachim Staab, Mathias Müller, Frank Knöpper,

Markus Knöpper, Michael Schmitt, Manfred Euler,

Ralf Schmidt, Sascha Peeters, Herbert Kunze, Ste-

fan Janett, Mathias Rüb, Armin Pfannmüller.

SG Gonterskirchen/

Einartshausen

.neu

Zugänge: Frank Beck, Michael Silz, Hein Kroworsch

(alle Teutonia Laubach), Volker Merz (SV

Eichelsdorf), Wolfgang Momberger (VfB Rodheim/

Horloff), Thomas Bischoff (VfB Ruppertsburg).

Abgänge: Uwe Gottwals (Eintracht Frankfurt

Amateure).

Trainer: Reinhold Ostheim (2. Jahr).

Tor: Frank Beck, Norbert Schäfer, Wilhelm

Schmidt. - Abwehr: Thomas Bischoff, Andreas

Karg, Klaus Martin Lutz, Bernd Penktner, Martin

Schlenker, Joachim Gunter, Volker Merz, Michael

Silz. - Mittelfeld und Angriff: Jürgen Lutz, Jürgen

Ostheim, Walter Kaiser, Michael Knoess, Wolfgang

Momberger, Peter Lind, Volkmar Petri, Andreas

Spiess, Maik Lange.


Mittwoch, 3. August 1988 SPORT Nummer 178 - Seite 14

rei«sli"ga B Gießen vor der Saison '. : ' 1 ' " ' '.

Ambitionen haben mehrere

GRUPPE WEST: Mindestens fünf Aufstiegsaspiranten werden gehandelt

(pg) Ein mehr als spannendes Titelrennen kann man in der neuen Saison in der Gruppe West

erwarten. Nicht weniger als fünf Teams zählen zu den direkten Favoriten, ganz abgesehen von

mehreren Mannschaften mit Außenseiterchancen.

Zunächst sind der TSV Rödgen und Teutonia W.-

Steinberg zu nennen. In der letzten Spielzeit landeten

sie punktgleich auf dem zweiten und dritten

Platz. Beide Mannschaften haben sich weiter verstärkt,

um den A-Liga-Aufstieg endlich schaffen zu

können.

Ahnliche Ambitionen hat der SC Sachsenhausen.

In den letzten Jahren im Norden ständig in der

Spitzengruppe, aber ohne das Quentchen Glück,

den angestrebten Aufstieg zu realisieren. Komplettiert

wird die Spitzengruppe durch die »Freien Turner«,

die im wesentlichen mit dem gleichen Team,

das in der letzten Spielzeit so lange an der Tabellenspitze

stand, antreten werden, und A-Liga-Absteiger

TSV Allendorf/Lahn, dessen Routine zum entscheidenden

Garanten für Erfolg werden könnte.

In die Spitzengruppe können weiterhin Schwarz-

Weiß Gießen, Blau-Weiß Gießen und der TV Hausen

vorstoßen. Unklar ist die Rolle, die die völlig

neuformierte Mannschaft der Spfr. Oppenrod spie-

TSV Allendorf/Lahn

(1987/88: Absteiger Kreisliga A)

Zugänge: Karl-Heinz Leun (TSV Großen-Linden),

Bernd Nickel (BC Sinn), Thomas Hauschka

(TSG Reiskirchen), Jörg Steinmüller (TSV Rödgen),

Volker Baumann, Ingo Braun (beide eigene

Jugend).

Abgänge: Dirk Laux (TSV Großen-Linden),

Heinz Kocian (TSF Heuchelheim), Andreas Schönefeld,

Norbert Reklies (beide SG Trohe).

Trainer: Peter Steinberg (erstes Jahr).

Tor: Steffen Binz, Karl-Heinz Leun, Norbert

Michl. - Abwehr: Rüdiger Landvoigt, Dieter Volk,

Thomas Hofmann, Dirk Schenck, Christof Briegel,

Holger Weimer, Thomas Hauschka. - Mittelfeld

und Angriff: Ulrich Schäfer, Matthias Heimer,

Matthias Spelkus, Matthias Hels, Thomas Euler,

Uwe Riehs, Bernd Nickel, Hans-Dieter Wagner,

Heiko Rayski, Volker Baumann, Thomas Dürr.

TSV Rödgen

(1987/88: Zweiter Platz)

Zugänge: Horst Brück (FSV Steinbach), Michael

Jung (Spfr. Burkhardsfelden), Uwe Eiskirch (Blau-

Weiß Gießen), Christian Menges (SG Trohe), Thomas

Hübner, Thilo Dörig (beide eigene Jugend).

Abgänge: Willi Schmaus (Spfr. Oppenrod), Jörg

Steinmüller (TSV Allendorf/Lahn), Albert Theilig,

Markus Panzer (beide Ziel unbekannt).

Trainer: Rainer Müller (zweites Jahr).

Tor: Peter Horn, Stefan Wagner, Thomas Hübner.

- Abwehr: Frank Becker, Michael Jung, Christian

Menges, Felix Hamann, Dieter Kaas, Freddy

Muras, Karl-Heinz Schmidt, Jürgen Stephan. -

Mittelfeld und Angriff: Horst Brück, Uwe Eiskirch,

Michael Berger, Stefan Bremer, Jürgen Römer,

Kai Bürger, Kai Franck, Stefan Heupel, Wolfhard

Klingelhöfer, Burkhard Losert, Stefan

Schmitt, Ralf Worzischek.

Teut. W.-Steinberg

(1987/88: Dritter Platz)

Zugänge: Cilly Drechsler, Lutz Ossowski (beide

TSG Leihgestern), Michel Glaum (TSV Langgöns),

Ilyam Agirmann, Lars Harms, Marco Horn, Jürgen

Ruhl, Oliver Sinn, Sven Richert (alle eigene Jugend).

Abgänge: Bernhard Gerullis (SG Ober-Bessingen/Nonnenroth).

Trainer: Wolfgang Haas (Spielertrainer, erstes

Jahr).

Tor: Klaus Herbert, Peter Musal, Sven Richert. -

Abwehr: Ricardo Berg, Thomas Buss, Michael

Christ, Siegmer Döpp, Frank Häuser, Marco Horn,

Frank Jung, Stefan Keßler, Harald Lang, Jürgen

Ruhl, Dietmar Schindler, Bernd Strack, Jörg Werner,

Ronald Wehrum. - Mittelfeld und Angriff:

Cilly Drechsler, Bodo Fett, Michael Fischer, Michael

Glaum, Lars Harms, Thomas Keßler, Michael

Meisel, Lutz Ossowski, Oliver Sinn, Holger Reitschmidt,

Markus Schmitt, Marco Schroeder, Hans-

Jürgen Weber, Uwe Weber.

Freie TSG Gießen

(1987/88: Vierter Platz)

Zugänge: Benno Weber (FSV Steinbach), Markus

Schmidtberger, Albert Birkenfelder (beide

Blau-Weiß Gießen), Oliver Däuwel (TSF Heuchelheim),

Rainer Däuwel, Sigurd Kilian (beide eigene

Jugend).

Abgänge:Siegfried Schmidt (Laufbahn beendet).

Trainer: Thomas Krausmüller (Spielertrainer,

zweites Jahr).

Tor: Oliver Däuwel, Benno Weber, Andreas

Klein, Erik Gregor, Rüdiger Amlung. - Mittelfeld

und Angriff: Bernd Klein, Jürgen Fielitz, Raimond

Günther, Dieter Kalischewski, Ralf Gutschow,

Markus Schmidtberger, Sigurd Kilian, Holger Viel,

Albert Birkenfelder.

1. SC Sachsenhausen

(1987/88: Gruppe Nord/Vierter Platz)

Zugänge: Siegfried Schmidt (Freie TSG Gießen),

Alexander Betz (SG Kinzenbach), Zabris Evange-

los (eigene Jugend).

Abgänge: Andreas Steller, Olaf Karl, Thomas

Rennert (alle ASV Gießen), Jürgen Böcher (SG

len wird. Wenn die Mannschaft zusammenfindet,

ist jedes Ergebnis möglich.

Diese Aussage trifft auch auf den ACE, Pars und

Juniores Gießen zu. An einem guten Tag können

sie jedem Favoriten ein Bein stellen.

Gespannt sein kann man auf eine weitere Mannschaft

aus der Universitätsstadt. Im Rennen der

ASV Gießen II, dessen Landesliga-Zugehörigkeit

mit der ersten Garnitur automatisch dazu führte,

daß die »Zweite« Konkurrenz-Status hat. Trainer

des ASV Gießen II ist der vom Stadtnachbarn

Schwarz-Weiß gekommene Wilhelm Tischer, der

dabei mit einem Spieler-Kreis arbeiten kann, dem

vereinsintern eine gute Rolle zugetraut wird.

Zu einer anderen ersten Mannschaft: Nach einem

schlechten Spieljahr könnte sich noch der TSV

Albach mit etwas mehr Konstanz im Vorderfeld

placieren - im Westen scheint 1988/89 also fast alles

möglich, zumal die Klassenneueinführung die bisher

spannendste Saison überhaupt verheißt.

Daubringen/Staufenberg), Heinz Malachowski

(VfB Aßlar).

Trainer: Michael Kotsapanajotou (Spielertrainer,

erstes Jahr).

Tor: Michael Breidenbach, Waldemar Malachowski.

- Abwehr: Peter Olbricht, Thomas Funk,

Ferdinand Schweitzer, Dieter Mosch, Harald Mühlnikel,

Alexander Betz, Georg Hajdukiewicz, Joachim

Sommerlad.

Mittelfeld und Angriff: Walter Breidenbach,

Andreas Breidenbach, Kwas Matey, Siegfried

Schmidt, Klaus-Dieter Adams, Holger Funk, Stefan

Mattem, Karl Jaworski, Zabris Evangelos.

Schwarz-Weiß Gießen

(1987/88: Fünfter Platz)

Zugänge: Stephan Möller (Blau-Weiß Gießen),

Clemens Mols (bisher ohne Verein), Uwe Karl (ASV

Gießen).

Abgänge: Manuel Covelo (Espanol Gießen), Michael

Kerzmann (Ziel unbekannt).

Trainer: Ludger Behnen (Spielertrainer, erstes

Jahr).

Tor: Kurt Zimmermann, Michael Günter. - Abwehr:

Peter Feldhaus, Thomas Ried, Jürgen Ortmüller,

Reiner Konrad, Lorenz Ried, Georg Panz,

Michael Nowacky. - Mittelfeld und Angriff: Jonny

Löper, Floyd Bodenbach, Johannes Peter, Wolfgang

Schulz, Thomas Panz, Matthias Günther, Roman

Kowalewski, Daniel Watzke, Stephan Möller,

Clemens Mols, Uwe Karl.

TV Hausen

(1987/88: Sechster Platz)

Zugänge: Bernd Laucht (TSV Großen-Linden),

Fritz Pionteck (TSV Klein-Linden), Jürgen Stefan

(Eintracht Lollar).

Abgänge: Horst Wachholz (VfB Wißmar), Mario

Wachholz (Spfr. Oppenrod), Birol (Turabdin

Gießen).

Trainer: Fritz Pionteck (Spielertrainer, erstes

Jahr).

Tor: Waldemar Stumpf, Bernd Laucht, Carlo

Schmidt. - Abwehr: Rainer Dinges, Peter Dinges.

Bernd Klichta, Karl Rixinger, Jürgen Stefan, Petui

Stoll, Rudi Herwig, Joachim Schlotterbeck. - Mil.telfeld

und Angriff: Carsten Pfannkuchen, Dif tmar

Schumacher, Mario Neubert, Joachim Geißle r,

Willi Barnickel, Alexander Harrison, Michael Neubert,

Thomas Höfer.

ACE Gießen

(1987/88: (Siebter Platz)

Zugänge: Manuel Asanov (Olpe), Schuke Rubbyrosa

(bisher ohne Verein), Üruer Uübülag, Ralf

Hampl, Andy Dächert (alle eigene Jugend).

Punktspiel-Konkurrenten in der Gruppe West: Der 1. SC Sachsenhausen um Andreas Breidenbach

(am Ball) und der ASV Gießen II, zu dessen Aufgebot Ralf Frank (links) und Alfred Hess (r.) gehören

(Foto: Borst)

Abgänge: Jürgen Koch (TSG Leihgestern), Harald

Schweitzer, Ralf Weingärtner (beide Blau-

Weiß Gießen), Otto Balser, John Randolph (beide

TSG Reiskirchen), Wolfgang Nahrgang (TSV Londorf),

Hardy Loy (Ziel unbekannt).

Trainer: Jürgen Koch (zweites Jahr).

Tor: Andreas Grebe, Gunnar Woylinovski. - Abwehr:

Dieter Frank, Ottmar Rinn, Ortwin Grebe,

Gerhard Kraicker, Klaus Hampl, Uwe Schenck. -

Mittelfeld und Angriff: Nasir Bayramov, Peter

Ottinger, Ralf Hampl, Üruer Uübülag, Charles

Rinn, Stefan Holzhüter, Stefan Grebe, Schuke

Rubbyrosa, Manuel Asanov, Andy Dächert, Dieter

Pitz, Harald Rinn.

FC Grüningen

(1987/88: Neunter Platz)

Zugänge: Thomas Utschig (TSG Leihgestern),

Hans-Dieter Weber (TSV Klein-Linden).

Abgänge: Frank May (SG Birklar), Uwe Scherer

(SV Brandoberndorf), Bernd Mayer (TuS Eberstadt),

Aziz Kartal, Besim Dogan, Ibrahim Dogan

(alle Turabdin Gießen), Friedhelm Heilbrunner (SV

Annerod).

Trainer: Reinhard Kraft (1. Jahr).

Tor: Rainer Hubeler, Jürgen Euler, Hans-Dieter

Weber. - Abwehr: Münir Agirmann, Franz Demel,

Mehmet Bicer, Lothar Diegel, Musa Eker, Hans-

Joachim Freier, Andreas Gattwinkel, Andreas

Göttlicher, Jörg Jasper, Helmut Kaufmann, Peter

Linke, Michael Mais. - Mittelfeld und Angriff:

Ernst Daur, Ralf König, Ralf Lemke, Afshir Marandi,

Gerhard Sames, Jürgen Mertsch, Harald Tkaczuk,

Thomas Utschig, Reiner Weiss, Michael Weitzel,

Frank Fay.

Blau-Weiß Gießen

(1987/88: Zehnter Platz)

Zugänge: Ralf Weingärtner, Harald Schweitzer

(beide ACE Gießen), Michael Zill, Nikolas Cebezas

(beide Hellas Gießen), Joerg Zulauf (SV Garbenteich),

Thore Stein, Markus Endruschat, David Appel,

Michael Scheld, Mario Funk, Paul Stein, Ingo

Schneider (alle eigene Jugend).

Abgänge: Markus Schmidtberger (Freie TSG

Gießen), Michael Bötz (SV Garbenteich), Helmut

Appel (TV Hausen).

Trainer: Ernst Hubner (erstes Jahr).

Tor: Hans-Jürgen Spies, Klaus Netsch, Mario

Funk, Johann Dylla, Joerg Zulauf. - Abwehr: Willi

Klein, Stephan Kroll, Oliver Endruschat, Michael

Ohlenschläger, Matthias Steller, Ralf Siering, Paul

Stein, Martin Müller, Robert Hyl, Nikolas Cebezas.

- Mittelfeld und Angriff: Jürgen Glienke, Ingo

Stasch, Michael Scheld, Leopolt Killian, Peter

Lock, Rudi Eichling, Thore Stein, Ingo Schneider,

Markus Endruschat, Ralf Weingärtner, Harald

Schweitzer, Michael Zill, Uwe Eiskirch.

TSV Albach

(1987/88: Elfter Platz)

Zugänge: Markus Czjzkowski, Matthias Haas,

Steffen Koch, Frank Stein, Jörg Zachariasz (alle

JSG Fernwald, A-Jugend), Andre Magel, Carsten

Schliep, Christian Engel (alle FSV Steinbach).

Abgänge:Carsten Hehl (SV Garbenteich), Reinhard

Finkernagel (VfB Ruppertsburg), Paul-Gerd

Müller (Ziel unbekannt).

Trainer: Frank Thiele.

Tor: Karl-Heinz Hähner, Stefan Denk. - Abwehr:

Steffen Koch, Edwin Mohr, Wolfgang Haas,

Andreas Haas, Harald Haas, Ulrich Bender, Hans-

Peter Schön, Frank Stein. - Mittelfeld und Angriff:

Gerd Balser, Markus Czjzkowski, Andre Magel,

Carsten Schliep, Jörg Zachariasz, Achim Mühlhans,

Siegfried Hilberg, Christian Engel.

ISV Pars Gießen

(1987/88: Zwölfter Platz)

Zugänge: Reza Hosseini (bisher ohne Verein).

Abgänge: Javad Kouchemeshgi, Hassan Ahmadi

(beide Jugoradnik Gießen).

Gehört zu den Abwehrkräften des ACE Gießen: Trainer: Hamid Parsa (Spielertrainer, erstes

Ortwin Grebe (1.) (Foto: Borst) Jahr).

Tor: Mohssen Ghavani, Bahram Gharbi. - Abwehr:

Arssalan Rahmani, Mahmoud Rajabi, Mahmoud

Davari, Said Houchati, Nowzar Afshar, Kambiz

Majdidian. - Mittelfeld und Angriff: Karim

Laleh, Majdid Parsa, Mehran Rezaimah, Hajd-Mohammad

Mohammad, Shafour Rohaili, Alirea Amiriafjah,

Kambiz Tahvildar, Reza Hosseini, Hassan

Arabzadeh-Hosseini, Alireza Mirbatch, Nader Majdidian.

Juniores Gießen

(1987/88: 13. Platz)

Zugänge: Soenke Scheunemann (ohne Verein),

Reiner Scheunemann (VfB 1900 Gießen), Giuseppe

Gentile (Hellas Gießen), Antonio Ricchiuti (ohne

Verein).

Abgänge: Giuseppe Jorio (Babylon Pohlheim),

Vincenzo Castrucci (Ziel unbekannt).

Tor: Antonio Ricchiuti, Giuseppe Anastasio. -

Abwehr: Antonio Dentico, Natale Merola, Hamid

Mahmoudi, Francesco Cersosino. - Mittelfeld und

Angriff: Francesco Marcario, Reiner Scheunemann,

Giuseppe Domine, Bernardino De Benedictis,

Pietro Simone.

Espanol Gießen

(1987/88: 15. Platz)

Zugänge: Manuel Covelo (Schwarz-Weiß Gießen),

Robin Hernandez (ISV Pars Gießen).

Abgänge: Effkhan Mehmet (Hellas Gießen), Patrick

Walldorf (unbekannt).

Trainer: Wolfgang Galenski (Spielertrainer, erstes

Jahr).

Tor: Markus Lewerenz, Robin Hernandez. - Abwehr:

Antoni Leon, Jose Crespo, Christian Wagner,

Reinhard Rennert, Luis Cartufo, Alexis Haase,

Antonio Rodriguez. - Mittelfeld und Angriff: Benito

del Sol, Carlos Leon, Manuel Covelo, Andreas

Hassler, Miguel Cendales.

ASV Gießen II

(Neu)

Trainer: Wilhelm Tischer (erstes Jahr).

Tor: Hubert Hess, Willi Magel. - Abwehr: Alfred

Hess, Peter Balser, Ralf Frank, Jürgen Rennert,

Janek Simon. - Mittelfeld und Angriff: Jürgen

Balser, Karlheinz Marx, Andreas Steller, Udo Pfeffer,

Harald Haßler, Olaf Karl, Michael Meyer.

Spfr. Oppenrod

(Neumeldung)

Zugänge: Armin Jung, Peter Kliemann, Burkhard

Schulz, Joachim Wachholz (alle TSG Alten-

Buseck), Dirk Bornkessel, Roy Peter, Mario Wachholz

(alle TV Hausen), Thomas Fesel (FSV Steinbach),

Michael Haas, Andreas Krug, Manfred

Scheld, Robert Steuernagel, Volker Zipf (alle FSV

Beuern), Willi Schmaus (TSV Rödgen), Hans-Jörg

Kinzebach, Lothar Kluwe, Jens Heitmann (alle FC

Großen-Buseck), Dieter Steinmetz (TSV Waldkappel),

Markus Gerhard (SG Bersrod/Lindenstruth),

Burkhard Mohr, Ralf Ottersbach (beide Spfr. Burkhardsfelden),

Mathias Viertelshausen (ACE Gießen),

Norman Claus, Martin Eppelmann, Uwe Eppelmann,

Martin Gaub, Wolfram Goltermann, Mathias

Jung, Jörg Schepp, Reiner Weber, Harald

Gerbig (alle reaktiviert), Dieter Heitmann (bisher

ohne Verein).

Trainer: Peter Mazur (Spielertrainer, erstes

Jahr).

Tor: Wolfram Goltermann, Uwe Eppelmann, Harald

Gerbig. - Abwehr: Armin Jung, Norman

Claus, Martin Eppelmann, Thomas Fesel, Dieter

Heitmann, Jens Heitmann, Mathias Jung, Burkhard

Mohr, Ralf Ottersbach, Willi Schmaus, Dieter

Steinmetz, Mario Wachholz, Volker Zipf. - Mittelfeld

und Angriff: Dirk Bornkessel, Martin Gaub,

Markus Gerhard, Michael Haas, Hans-Jörg Kinzebach,

Peter Kliemann, Lothar Kluwe, Andreas

Krug, Roy Peter, Manfred Scheld, Jörg Schepp,

Burkhard Schulz, Robert Steuernagel, Mathias

Viertelshausen, Joachim Wachholz, Reiner Weber.


Mittwoch, 3. August 1988 SPORT Nummer 178 - Seite

JUDO

Krofdorfer Fred Stroh

wurde Bezirks-Vizemeister

Bei den Bezirks-Einzelmeisterschaften in

Kronberg konnte der Krofdorfer Judoka Fred

Stroh kürzlich den dritten Platz erreichen und

sich somit für die hessischen Meisterschaften im

Oktober qualifizieren. Auf Grund der beginnenden

Urlaubssaison und der großen Anzahl an

Verletzten in den Reihen der Krofdorfer konnte

lediglich Stroh in der Klasse bis 71 kg an den

Wettkämpfen teilnehmen. Obwohl er sich aufgrund

seiner begonnenen Doktorarbeit nicht

konsequent vorbereiten konnte und zudem über

fünf Kilogramm Gewicht »abkochen« mußte,

gelang ihm eine für diese Verhältnisse hervorragende

Placierung. Er unterlag lediglich gegen

den späteren Bezirks-Vizemeister.

Ebenfalls erfolgreich waren Wolfgang Augst

und Jens Schuischel auf dem Bezirks-Ranglistenturnier

der A-Jugend in Krofdorf. Hier errang

Wolfgang Augst den zweiten Platz in der

Gewichtsklasse bis 71 kg, und Jens Schuischel

wurde in dieser Gewichtsklasse Dritter.

Bei den kürzlich veranstalteten Gürtelprüfungen

der Krofdorfer Aktiven hatten sich 13 Prüflinge

angemeldet, den nächsthöheren Gürtel zu

erlangen. Nach anfänglicher Nervosität der

Prüflinge konnten alle den ersehnten Gürtel in

Empfang nehmen. Der TSV Krofdorf-Gleiberg

weist nun neun neugebackene Gelbgurte sowie

zwei Orangegurte und zwei Grüngurte auf.

Bei den Bezirks-Kyu-Meisterschaften in Petersberg,

die bevorzugt von Anfängern und

»Nicht-Schwarzgurten« (Kyu-Graden) genutzt

werden, nahmen drei Krofdorfer Judoka teil.

Allen gelang es, sich für die hessischen Kyu-

Meisterschaften im Oktober zu qualifizieren,

und Frank Banzhof konnte zudem den Meistertitel

im Mittelgewicht erkämpfen. In der mit 16

Teilnehmern am stärksten besetzten Klasse des

Halbmittelgewichts belegte Fred Stroh einen

hervorragenden zweiten Platz. Im Endkampf

unterlag er einem aus Deutschlands Judohochburg

Rüsselsheim stammenden Kämpfer. Im

Superleichtgewicht konnte der erst seit einigen

Wochen in Krofdorf trainierende Thomas Schäfer

einen beachtlichen dritten Platz belegen.

SSV DILLENBURG SAGTE AB

TSV Treis/Lda. dafür

gegen VfL Weidenhausen

Verwunderung beim TSV Treis/Lda. über den

SSV Dillenburg, der seine Freundschaftsspiel-Zusage

für den Donnerstag kurzfristig rückgängig

machte. Einem Fußball-Test wird die Mannschaft

des A-Ligisten dennoch zur vorgesehen Zeit unterzogen.

Anstelle des Landesliga-Vereins erwartet

der TSV Treis/Lda. am morgigen Abend (19 Uhr)

den VfL Weidenhausen.

■■

Frank Lösel sorgte im Speerwurf für Uberraschung

LEICHTATHLETIK: LAZ-Athlet und Charles Fridek wurden in Ludwigshafen Deutsche Vizemeister der B-Jugend — Cornelia Weiss Dritte

(mas) Den Beschlüssen des letzten DLV-Verbandstages in Mergentheim

entsprechend, betraten die Leichtathletik-Funktionäre und die Athleten

am Wochenende »Veranstaltungs-Neuland«: Während die Senioren in

Bruchköbel erstmals ihre nationalen Titelträger ermittelten, gingen die

männliche und die weibliche B-Jugend in Ludwigshafen bei den ersten

deutschen Meisterschaften ihrer Altersklasse an den Start. Bei ausgezeichneten

äußeren Bedingungen waren die Titelkämpfe der B-Jugend

Für die große Überraschung unter den Athleten

aus Gießen und Umgebung sorgte Frank Lösel

(LAZ Gießen). Der 17jährige, der sich vor dem

Wettkampf mit seiner bis dato geltenden persönlichen

Bestleistung von 65,72 Endkampfchancen

ausgerechnet hatte, pulverisierte diese im fünften

Versuch mit ausgezeichneten 67,52. Im letzten

Durchgang legte der Garbenteicher mit 67,56 (neuer

Bezirksrekord) sogar noch etwas zu und errang

damit hinter dem Sieger Christian Bennig (TV Gendorf/73,74)

den zweiten Platz.

Der zweite deutsche Vizemeistertitel ging mit

sehr guten 14,83 im Dreisprung auf das Konto von

Charles Friedek (LG Langgöns-Oberkleen). Dennoch

war er mit sich nicht ganz zufrieden, denn

seinem Trainer Klaus Hessler zufolge »war geplant,

daß er deutlich über 15 Meter springt.« Eine solche

Weite hätte dem 16jährigen wohl den erhofften

ersten Platz eingebracht. Allerdings wirkte Charles

Friedek nach zu vielen Trainingseinheiten in der

jüngsten Zeit nun etwas müde. Nach 14,97 in der

Ausscheidung konnte er sich im Endkampf (14,83)

nicht mehr steigern und mußte mit dem zweiten

(kp) Verhältnismäßig ruhig verlief es in den letzten

Wochen auf dem Spielermarkt der heimischen

Basketball-Ligen. Bis zum Stichtag 31. Juli gab es

bei den höherklassigen Klubs nur geringfügige

Veränderungen. Die meisten Vereine vertrauen auf

ihre eingespielten Mannschaften.

Anders dagegen sieht es bei den Trainern aus: die

mittelhessischen Teams in Regionalliga bzw. Oberliga

melden gleich drei neue Trainer. Den erfahrensten

von ihnen konnte mit Ex-Bundesliga-Coach

Günther Lindenstruth der VfB 1900 Gießen an

Land ziehen. Der Oberligist schlüpft daher einmal

mehr in die Favoritenrolle seiner Liga, zumal mit

dem ehemaligen Bochumer Regionalliga-Spieler

Henning Brach und dem nach zweijähriger Pause

reaktivierten Jochen Gahmig zwei spielstarke Akteure

zum Gießener Kader hinzustoßen. Von Abgängen

blieb der VfB 1900 verschont.

Neue Trainer haben auch die beiden Oberliga-

Konkurrenten TV Lich und MTV 1846 Gießen. Bei

den Bierstädtern steht künftig für den nach Grünberg

gewechselten Jürgen Lange Stefan Koch auf

der Kommandobrücke. Sein Co-Trainer ist Thomas

Maul. Und mit der erheblich verstärkten Mannschaft

können die Licher auch im nächsten Jahr

eine ähnlich gute Rolle spielen wie in der abgelaufenen

Runde. Der aus den USA zurückgekehrte

Harald Hungenberg und der ebenfalls aus Büdingen

zurückgekommene Carsten Weisner verstärken

die Licher Centerposition. Mit Ralf Römer vom

V.Urlaubins

om Sla er

MTV 1846 GIESSEN: Entscheidende Vorbereitungsphase auf Saison 88/89 hat begonnen

(ck) Der »Ernst des Lebens« hat sie wieder, die

Bundesliga-Basketballer des MTV 1846 Gießen.

Nach knapp drei Wochen erholsamer Trainingspause

in zumeist südliche Gefilden begann am

Montagabend in der Halle der Herderschule die

zweite und entscheidende Phase der Vorbereitung

auf die kommende Saison. Da jeder Spieler rechtzeitig

den Weg aus seinem Urlaubsort nach Gießen

zurückgefunden hatte, stand Trainer Charles Toth

zum Auftakt der komplette Kader für die neue

Spielrunde zur Verfügung.

Konnte die montägige Trainingseinheit noch als

lockerer Aufgalopp gewertet werden, so steht bei

den MTV-Akteuren seit gestern ein wesentlich anstrengenderes

Programm an. Im Rahmen eines

Trainingslagers in Willingen (Sauerland), bei dem

der Schweiß in Strömen fließen wird, werden die

Spieler in den kommenden zehn Tagen in täglich

drei Einheiten Kraft und Kondition tanken sowie

die Grundlagen im technischen und taktischen Bereich

für die Spielrunde 88/89 legen. Diese beginnt

für den MTV 1846 Gießen nach dem momentan

geltenden Spielplan am 16. September mit der Aus-

Platz vorlieb nehmen. Über 110 m Hürden lief es

hingegen ganz nach seinen Wünschen. Mit der neuen

persönlichen Bestzeit von 14,54 belegte er im

Endlauf den guten achten Platz und stellte zugleich

einen neuen Bezirksrekord auf.

Sehr erfolgreich ging auch Cornelia Weiss (TSG

Alten-Buseck) zu Werke. Während sie im Kugelstoßen

nach guten 11,69 in der Ausscheidung und

11,30 im Vorkampf die Entscheidung als neunte

nur sehr knapp verpaßte, steigerte sie sich über

100 m Hürden von Lauf zu Lauf. Schon die Vorlaufzeit

von 11,69 bedeutete eine neue persönliche

Bestzeit, die sie dann unerwartet im Zwischenlauf

(11,61) und anschließend auch im Endlauf erneut

verbessern konnte. Mit hervorragenden 11,57, die

zugleich einen neuen Bezirksrekord bedeuten, erkämpfte

sich Cornelia Weiss im Entscheidungslauf

den dritten Rang.

Obwohl sie den Diskus im Training fast ständig

auf ausgezeichnete Weiten schleuderte, konnte

Franka Vonholdt ihr Leistungsvermögen in den

Wettkämpfen der letzten Wochen nicht so konstant

Nachbarn aus Grünberg verpflichtete der TVL ei-

nen spielstarken Playmaker. Hinzu kommen mit

Christian Maruschka, dem 17jährigen Hessenaus-

wahlspieler, und Ralf Lück von der Gießener Ju-

gend zwei talentierte Nachwuchsakteure.

Die spektakulärste personelle Veränderung beim

Aufsteiger MTV 1846 Gießen II gab es auf der Trai-

nerposition. Pat Elzie wird neben seinem spielen-

schen Engagement in der ersten Mannschaft als

Coach der zweiten Mannschaft tätig sein. Der bis-

herige Trainer Rainer Groll wird damit selbst wie-

der auf Korbjagd gehen können. Weitere Neuzu-

gänge: Heiko Neumann, Bernd Breinig und Thor-

sten Schenk (alle aus der eigenen Jugend). Einziger

Abgang beim MTV 1846 Gießen II: Bernhard Dei-

ster.

Und der wechselt zum Regionalliga-Aufsteiger

TSV Krofdorf-Gleiberg. Die Wettenberger, inzwi-

schen wieder Nummer zwei im heimischen Basket-

ball, verzichteten allerdings auf spektakuläre Ver-

pflichtungen, konnte Trainer Hans Hess doch den

Erfolgskader des vergangenen Jahres zur Weiterar-

beit motivieren. Die erfreulichste Information aus

der Sicht des Neulings: Andrew Beyer wird mit

größter Wahrscheinlichkeit aus den Staaten zu-

rückkommen und den TSV auch im kommenden

Spieljahr verstärken. Da mit Andreas Kreiling (TV

Wetzlar) ein weiterer Routinier für den Bereich un-

ter den Brettern gewonnen werden konnte, dürften

künftig kaum Reboundprobleme auftauchen.

Nach dem Abstieg des Post-SV Gießen und dem

0

nicht nur von einer starken zahlenmäßigen Beteiligung, sondern auch von

hervorragenden Leistungen der Athleten geprägt. Aus heimischer Sicht

konnte sich die sportliche Bilanz ebenfalls sehen lassen. Deutscher Vizemeister

wurden Charles Friedek (LG Langgöns-Oberkleen) im Dreisprung

und Frank Löse! (LAZ Gießen Stadt-Land) im Speerwurf. Hinzu kamen

der dritte Rang von Cornelia Weiss (TSG Alten-Buseck) über 100 m Hürden

und Platz vier von Franka Vonholdt (LAZ Gießen) im Diskuswurf.

Tennis + Squash Center Oberbiel, Telefon (06441) 51422

SSV

Das

Sommer-S Par-

wie erhofft umsetzen. In Ludwigshafen ließ sie sich

von der Konkurrenz jedoch kaum beeindrucken

und erreichte im Diskuswurf mit guten 36,04 den

vierten Platz.

Ihre Qualifikationsleistungen für diese Titel-

kämpfe bestätigten Lars Keitzl und Markus Czech

(beide LAZ Gießen Stadt-Land). Während sich

Markus Czech aufgrund seiner Ferienarbeit nicht

konsequent auf die »Deutschen« vorbereiten konn-

te und daher schon im 110 m-Hürden-Vorlauf mit

15,57 hängenblieb, reichten im Weitsprung seinem

Teamkollegen Lars Keitzl 6,42 (16. Platz) nicht für

die Endkampfteilnahme aus.

In den Staffelwettbewerben erreichte das LAZ-

Quartett der weiblichen B-Jugend in der Besetzung

Susanne Theimer, Gesine Förster, Viktoria Volk

und Annette Faber mit der Vorlaufzeit von 50,80

den Zwischenlauf, an dem sie jedoch wegen des

Ausfalls einer Läuferin nicht antreten konnten. Die

LAZ-Staffel der männlichen B-Jugend in der Be-

setzung Frank Lösel, Lars Keitzl, Markus Czech

und Torsten Martini wurde nach dem Überlaufen

einer Wechselmarke disqualifiziert.

Zahl der Spielerwechsel hält sich in Grenzen

BASKETBALL: Heimische Regional- und Oberliga-Vereine vertrauen zumeist auf eingespielte Teams — Dagegen viele neue Trainer im Amt

wärtsbegegnung beim Deutschen Meister BSC

Köln. Zwei Tage später wird der SSV Gold Star

Hagen als Gast in der bis dahin renovierten Sporthalle

Ost erwartet.

Dem heimischen Publikum werden sich die Gießener

erstmals im Rahmen des internationalen Licher

Turnieres präsentieren, das vom 16. bis 20.

August in der Dietrich-Bonhoeffer-Sporthalle stattfindet.

Weitere teilnehmende Mannschaften an dieser

ausgesprochen gut besetzten Veranstaltung

werden die Mannschaften von Galatasaray Istanbul,

Panhellenios Athen, der University of Akrion

(Ohio/USA) und des Deutschen Pokalsiegers Steiner

Bayreuth sein.

Am 24. August ist dann Bundesliga-Aufsteiger

TSV Hagen 1860 zu Gast in der Halle der Herderschule,

und für den 10. September ist in der Osthalle

die sicherlich interessante Auseinandersetzung

mit der University of Cincinnati (USA) geplant.

Zwischen den Vorstellungen vor heimischen Publikum

werden die Gießener Bundesliga-Basketballer

dann noch bei Turnieren in Kassel und Hagen

im Einsatz sein.

Heimischer Nachwuchs glänzte

ROLLKUNSTLAUFEN: Gießener Teams erreichten bei »Deutschen« Plätze zwei und fünf

Die erfolgreichen Jugendlichen des REC Gießen.

Kürzlich fanden in Bremerhaven die deutschen

Jugendmeisterschaften im Rollkunstlauf statt. Auf

Grund teilweise widriger Wetterbedingungen mußten

einige Wettbewerbe in die Halle verlegt werden,

dennoch konnte die Veranstaltung einwandfrei abgewickelt

werden, und die gezeigten Leistungen

waren durchweg hervorragend.

Glänzend schlugen sich auch die Jugendlichen

des Roll- und Eissportclubs Gießen, die mit zwei

Mannschaften im Wettbewerb »Nachwuchsklasse

Gruppenlaufen« an den Meisterschaften teilnah-

men. Die Vierergruppe des REC I in der Besetzung

Karin Bahr, Astrid Jurecka, Nicole Kuhnt und Tina

Smajek belegte Platz zwei, der REC

II mit Madeleine

Banzhof, Chloé Cerri, Christina Cohrs und Nico-

Je Steuerwald errang den fünften Platz. Insgesamt

gingen in dieser Konkurrenz acht Gruppen an den

Start.

Der im Rahmen dieser Titelkämpfe ausgetragene

Länderpokal wurde erstmalig von Hessen gewonnen,

woran auch die Gießener Jugendlichen mit

ihren guten Placierungen Anteil hatten.

Aufstieg der TSG Wieseck gehen aus der Universi-

tätsstadt erstmals zwei Damen-Mannschaften in

der Oberliga auf Korbjagd. Im Gegensatz zu den

Männerteams melden die Damen gleich mehrere

vielversprechende Verstärkungen. Stärkster Neu-

zugang beim Regionalliga-Absteiger Post-SV ist

Martina Günther, Ehefrau von MTV 1846-Playma-

ker Dietmar Günther. Die ehemalige Osnabrücke-

rin verfügt über Bundesliga-Erfahrung und dürfte

das Team von Trainer Bodo Renner besonders

beim Spielaufbau verstärken. Mit der vom TSV

Grünberg gekommenen Christiane Klein meldet

der Post-SV einen weiteren routinierten Zugang.

Christine Pohl dagegen kommt aus den eigenen

Nachwuchsreihen, während Katja Rumpf von der

zweiten in die erste Mannschaft aufgestiegen ist.

Abgänge beim Post-SV: Uta Weyell (2. Mann-

schaft), Elke Clausen (Laufbahn beendet).

Klassenerhalt ist das Ziel für die Damen der TSG

Wieseck, die mit Roland Berledt einen Nachfolger

für Michael Müller und Jürgen Süßlin auf der Trai-

nerposition gefunden haben. Und auch die Vor-

städterinnen konnten mit Kerstin Alisch (MTV Gif-

horn) und Hedda Munstermann (MTV Gerdau)

zwei starke Spielerinnen gewinnen. Britta Balden

vom Nachbarn Post-SV und Petra Stamm (TV

Wetzlar) heißen die weiteren Neuzugänge, denen

mit Corinna Knegendorf (USA) und Sabine Hoff-

mann (Laufbahn beendet) zwei Abgänge gegen-

über stehen.

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;:s r fAn den Wassern Großes Handbuch

%A(

von Babylon der Astrologie

^^^^^^ von Nel s an De Mille

von Herbert A. Löhlein

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^,

In diesem Roman spielen sich vor dem histotischen

Hintergrund unvereinbarer Positionen

Ereignisse ab, die zwar frei erfunden

sind, aber, wie die »New York Times« meint,

»„ schon nächste Woche Gegenstand

schrecklicher Schlagzeilen sein könnten«. Eine

israelische Delegation wird auf dem Flug

zu einer arabisch -israelischen Friedenskon -

h"

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{

Man muß nicht an die Sterne glauben, um aus diesem

1 Buch großen Nutzen zu ziehen! Die moderne Astrologie

ist unbestritten eine Erkenntniswissenschaft, die das

Bild des Menschen in wesentlichen Zügen aufzuhellen

vermag. Die Typeneinteilung nach den Tierkreiszeichen

genügt jedoch nicht. Nur das individuelle Horoskop

j vermag d en Wesenskern e ines Menschen, seine Begabungen

und Neigungen, seine psychologischen Reak-

. 1411714((Ir;f( 11 ., 4 4 tionen überzeugend zu analysieren. Zu einem solchen

' ferenz in New York von einer alästinensi - Horoskop verhilft unser GROSSES HANDBUCH DER

j schen Kampfmaschine abgefangen und zu `' ^a á v A ^: ASTROLOGIE. Es wurde aus der Praxis für die Praxis

.. den Trümmern Babylons entführt. geschrieben, in erster Linie also für den interessierten

Hier kommt es zu einem ungleichen Kampf, '> Laien unter Vermeidung g e g lichen theoretischen Bal -

.

lasts. Herbert A. Löhlein hat seine astro-psychologiin

dem die Israelis keine Chance zu haben ^^ ^^ '

schen Forschungen in ihrer Aussage für den jeweiligen

' , b scheinen, o wohl sie sich mit allen Tricks »Typ« so verdichtet, daß sich der Leser anhand seines

und mit dem Mut der Verzweiflung vertei - individuellen Horoskops wie in einem Spiegel erkennen

digen. kann.

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Geheimnis einer

fj Namenlosen

Roman von Hedwig Courths-Mahler a

______j ...

Während des Ferienaufenthaltes auf dem Lande begegnet

Dagmar Ruthart einem Mann, zu dem sie

sich von Anfang an hingezogen fühlt. Es ist der

Naturforscher Dr. Günter Friesen, der sich zu Besuch

bei seiner Verlobten Lisa Rothberg aufhält . Lisa

jedoch betrügt ihn bei der ersten sich bietenden

E

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[ Bilderbuch mit

..

H o rs p i e l -Kassette

> Gelegenheit mit seinem Freund. reund. Im Duel Duell tötet Frie- °=' = ^ . Eine ebenso neue wie reizende Idee aus Walt Dis- D

:::; sen den Nebenbuhler und wird zu Festungshaft ver- neys Wunderwelt, die unsere Kleinen begeistert. In

urteilt. Als »eine Namenlose« schreibt Dagmar dem einem herrlichen, reich mit Bildern illustrierten Buch

Verzweifelten. Die tröstenden Worte beeindrucken lesen und blättern und9 teichzeitig die spannend-

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Ein schwerer Weg Das e „unübertreffliche Standardwe rk:

Roman von Catherine Cookson

.

.... ... y'

,

Jonathan Ratcliffe ist der Alleinbesitzer der Maschinenfabrik,

seit er seinen Kompagnon Arthur Brett

ausgebootet hat. Nur eins konnte Ratcliffe dem Widersacher

nicht nehmen: das schöne Grundstück

auf dem Brampton Hill mit dem begehrten Blick auf

den Fluß.

Angus Cotton liebt Jonathans junge Tochter Vanes -

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^'^"^~' ` sa , aber schon seit ihrer Kindheit ist es ihr verboten , ER

mit Angus zu verkehren, dem Sohn der Köchin, jetzt r . x

kleiner Angestellter in der Maschinenfabrik. Angus y` "

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weiß, wie Ratcliffe in den Besitz der Fabrik gelangt

ist. Er begehrt immer wieder auf, doch das Schicksal

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> scheint sich gegen ihn zu wenden, als Vanessa ein IN ACHTZEHN BANDEN-

Kind erwartet, dessen Vater sie nicht nennen will ....


Mittwoch, 3. August 1988 AUS DER STADT GIESSEN Nummer 178 - Seite 17

. yJy

AUS DER STADT

Eulen Maxigen,

liebe Leser

An dem Heer von bunten Gartenzwergen in

deutschen Landen scheiden sich bekanntlich

die Geister. Als putzige Zierfiguren unter Blumen

und Sträuchern oder als kitschiges Symbot

für engstirniges Spießertum sorgen sie

auch an der Lahn immer wieder für kontroversen

Gesprächsstoff. Trotz der jüngsten Ergänzung

durch allerlei Politprominenz im

Zwergenformat macht den kleinen Gesellen

seit Wochen ein Hamburger Gerichtsurteil

schwer zu schaffen, das einer Gartenzwerg-

Feindin recht gab und sogar die Verbannung

zweier Wichtelmänner aus einer gemeinschaftlichen

Wohnanlage verfügte.

Daß ein Gericht überhaupt festlegen zu können

glaubt, was »schlechter Geschmack „ ist,

klingt dabei wie ein Schildbürgerstreich. Wer

jedoch nicht einmal die nötige Toleranz aufbringt,

über anderer Leute Gartenzwerge zu

schmunzeln und diesen Zeitgenossen ihr ganz

und gar harmloses Vergnügen zu lassen, stellt

damit zweifellos seiner eigenen Engstirnigkeit

ein beredtes Zeugnis aus.

Nachdenklich macht übrigens auch der Bericht

eines soeben aus Österreich zurückgekehrten

AZ-Lesers, der im dortigen Fernsehen

ein Experiment mit »versteckter Kamera«

verfolgte. Mit einem fingierten Schreiben im

Amtston waren die Bewohner einer Wiener

Kleingartensiedlung aufgefordert worden,

ihre Gartenzwerge registrieren und vermessen

zu lassen. Nicht einer der so Vorgeladenen

rief zornig: »Was geht das denn Sie an?« Dem

vermeintlichen Behördenvertreter gegenüber

zeigten sich alle nur besorgt um ihre Zwerge,

ganz so als wären diese ihre Kinder.

Der Höhepunkt des makabren Frage-und-

Antwort-Spiels lautete dann im Originalton:

»Warum haben Sie einen Zwerg?« - »Ich habe

sonst niemand.«

Ein Gartenzwerg als Gefährte der Einsamkeit!

Da verstummt jeglicher Spott über das.

vielgeschmähte Zwergenvolk aus dem Land

Schnulzanien. Der Maler Friedensreich Hundertwasser

nennt die Zwerge die letzten lebenden

Nachkommen des Märchens. Nach

dem obigen Beispiel zu schließen, leben sie

wirklich. (my)

Pkw und Lkw kollidierten:

Beide Fahrer leicht verletzt

Gießen (-). Beide Fahrer wurden leicht verletzt,

als am Montag gegen 15.40 Uhr zwei Fahrzeuge

an der Kreuzung Rudolf-Diesel-Straße/

Max-Eyth-Straße kollidierten.

Ein Pkw-Fahrer befuhr die Max-Eyth-Straße

aus Rödgen kommend und wollte nach links in

die Rudolf-Diesel-Straße einbiegen. Dabei mißachtete

er jedoch die Vorfahrt eines von links

kommenden Lkw-Fahrers, der die Rudolf-Diesel-Straße

aus Richtung Eichgärtenallee kommend

befuhr. Der Sachschaden wird auf etwa

7000 DM geschätzt.

Randale an Tankstelle

Gießen (-). Ein unter Alkoholeinfluß stehender

Pkw-Fahrer wollte am Dienstag gegen 0.30

Uhr in der BP-Tankstelle in der Frankfurter

Straße alkoholische Getränke kaufen. Als dies

von dem Tankwart abgelehnt wurde, habe er

mehrere »Kavalierstarts« durchgeführt und etwa

drei Minuten mit laufendem Motor und lautem

Radiolärm auf dem Gelände verweilt; anschließend

sei er mit durchdrehenden Rädern

stadtauswärts davongefahren. Der Fahrer konnte

in seiner Wohnung ermittelt werden. Blutentnahme

wurde durchgeführt und der Führerschein

einbehalten.

»Europakurve« unterschätzt

Gießen-Wieseck (-). Mit Alkohol im Blut und

nicht angepaßter Geschwindigkeit versuchte

am Dienstag um 0.30 Uhr ein Pkw-Fahrer, der

die Alten-Busecker Straße in Richtung Hangelsteinstraße

befuhr, die sogenannte »Europakurve«

zu nehmen. Er kam jedoch nach rechts von

der Fahrbahn ab, beschädigte ein Verkehrszeichen,

fuhr anschließend eine Böschung hinab

und blieb etwa 20 Meter weiter auf einer Wiese

stehen. Anschließend entfernte sich der Verursacher

zu Fuß von der Unfallstelle. Die Polizei

konnte ihn jedoch ausfindig machen; es wurde

eine Blutentnahme angeordnet und der Führerschein

sichergestellt. Sachschaden: 3800 DM.

Parkenden Pkw beschädigt

und dann geflüchtet

Gießen (-). Ein parkender Pkw wurde am

Montag zwischen 15 und 19.15 Uhr auf dem

Parkplatz Diezstraße beschädigt; anschließend

entfernte sich der Verursacher von der Unfallstelle,

ohne eine Nachricht zu hinterlassen. An

dem Fahrzeug waren Stoßstange und Unterbodenblech

beschädigt; an letzterem war schwarzer

Abrieb zu erkennen.

Nächtliche »Fahrübungen«

Gießen (-). Am Dienstag gegen 4.40 Uhr wurde

der Polizei fernmündlich mitgeteilt, daß auf

dem Parkplatz der Firma Wertkauf ein roter

Pkw mit quietschenden Reifen umherfahre. Die

am Tatort eingetroffene Funkstreife konnte vier

junge Männer an dem Fahrzeug antreffen, die

erheblich unter Alkoholeinfluß standen. Da sich

einer als Fahrer ausgab, wurde von ihm eine

Blutprobe entnommen und der Führerschein

einbehalten.

W"ieseckauemTeichwir noCh nicht ab^geltiSSen

Dr. Lührmann nimmt die Dammann-Ankündigung zurück — Abfischen und Trockenlegen zur Sanierung erst im Herbst

Gießen (ta). »Der Neue Teich soll im Frühsommer

1988 abgelassen und abgefischt werden.«

So hatte es der Gießener Umweltdezernent

im Januar öffentlich angekündigt. Und

in der vergangenen Woche hatte er den Beginn

der Sanierung als unmittelbar bevorstehend

bekanntgegeben. Doch daraus wird -

wie sich in den letzten Tagen bereits abgezeichnet

hatte - nun doch nichts. Stadtkämmerer

Dr. Harald Lührmann, während des

Urlaubs seines Magistratskollegen amtierender

Umweltdezernent, gab gestern bekannt,

daß »der Zeitplan gestreckt wird«.

Ausschlaggebend dafür ist laut Lührmann,

daß ein Ablassen des Wassers zu einer Gefähr-

dung des Fischbestandes führen würde.

Wenn das Wasser noch wärmer und damit

sauerstoffärmer würde und die Fische im

Schlamme wühlten, bestehe für sie eine Erstickungsgefahr,

erläuterte er. Da es aber der-

Das Ziel der Johanniter-Unfallhilfe ist es, Alleinstehenden,

Behinderten, kranken und alten

Menschen für den Notfall schnell und ohne Umwege

eine Hilfe zu verschaffen - und zwar rund

um die Uhr und 365 Tage im Jahr, betont Schäfer.

Die Teilnehmerstation kann in Kombination

mit dem Telefon an jedem Ort der Wohnung

aufgestellt werden. Sie ist mit Lautsprecher

und Mikrofon ausgestattet, so daß ein

Wechselgespräch mit der Zentrale geführt werden

kann. Eine zusätzliche Sicherheit bietet die

»Tagestaste«, die nach vereinbarter Zeit vom

Teilnehmer regelmäßig gedrückt wird. Bleibt

diese Rückmeldung aus, gibt die Sicherheitsuhr

automatisch Alarm.

Das kleine graue Rechteck ist eine batteriebetriebene

Nothilfe, die den Alleinstehenden

überallhin begleitet, beispielsweise in den Garten

oder Keller. Die Sorgen, das Telefon im

Notfall nicht mehr erreichen zu können, brauchen

sich die Funkfinger-Inhaber nicht zu machen.

Wenn sie an dem Gerät ziehen oder darauf

Der Staatssekretär ging noch einmal auf

das vom RP eingeleitete Versetzungsverfahren

sowie die Beschwerden von Eltern und

Lehrern gegen diese Entscheidung ein. Am

Montag habe er die gesamte Problematik in

einem ausführlichen Gespräch mit Vertretern

der Liebigschule, des Personalrates, der

Eltern und des Regierungspräsidenten erörtert.

Lauterbach betonte, das Kultusministerium

sei an die ihm vorgeschriebenen Erkenntnisquellen

gebunden und könne sich

bei seinen Entscheidungen nicht von Gerüchten

leiten lassen. In dem Gespräch habe

es keinen Anhaltspunkt gegeben, der es gerechtfertigt

erscheinen lasse, ein Disziplinarverfahren

gegen Beier zu eröffnen.

zeit keine andere Möglichkeit zum Abfischen

gebe, werde dies nun routinemäßig wie in

jedem Herbst geschehen. Der Teich werde

dann den Winter über trockenliegen, was

auch gegenüber der bisherigen Zeitplanung

zu einer geringeren Geruchsbelästigung

führe.

Im Frühjahr 1989 kann dann nach Darstellung

des Kämmerers die Rasensaat erfolgen,

die zur Entwässerung des Schlammes führen

solle. Im Herbst nächsten Jahres sei voraussichtlich

die Sanierung abgeschlossen. Dazu

Originalton Dammann im Januar: »Die Arbeiten

am Neuen Teich sollen im Herbst 1988

abgeschlossen werden. «

In dem nun zutage getretenen Widerspruch

zwischen Wunsch und Wirklichkeit sieht

Dr. Lührmann - so ließ er gestern die Journalisten

wissen - durchaus kein Indiz für eine

unzulängliche Planung des Magistrats, die

sich beispielsweise durch eine bessere Koor-

drücken, werden sie automatisch mit der Hausund

Notrufzentrale verbunden.

Die Helfer in der Zentrale erkennen sofort,

wer das System in Anspruch nehmen will, erläutert

Mertz. Name, Anschrift, Hausarzt, Nachbarn

und Medikamente können sofort herausgefunden

werden. Zudem hinterlegt jeder Teilnehmer

seinen Schlüssel bei den Johannitern.

Er wird dort verplombt verwahrt und nur in

Notfällen benutzt. Ein Eingriff in die Privatsphäre

- beispielsweise auch durch Abhören

der Telefongespräche - ist ausgeschlossen.

Die Geräte werden von der Johanniter-Unfallhilfe

regelmäßig gewartet; jährlich wird die Batterie

ausgewechselt. Sollte das System in der

Zentrale im Erdkauter Weg einmal ausfallen,

übernehmen automatisch die Johanniter-Kollegen

in Bad Nauheim den Dienst.

Das Haus-Notrufsystem ist auch ein Kommunikationsmedium.

Der Service geht über seine

eigentliche Bedeutung hinaus: So ist den meist

älteren Teilnehmern die persönliche Zuwen-

Kultusministerium für Beier

Staatssekretär Lauterbach: Kein Grund, RP-Entscheidung zu beanstanden

G i e ß e n (pd). »Es ist weder ein rechtlicher noch ein sachlicher Grund erkennbar, der

es rechtfertigen könnte, in die Entscheidung des Gießener Regierungspräsidiums einzugreifen

oder sie zu beanstanden.« Mit dieser Stellungnahme gab Heinz Lauterbach,

Staatssekretär im hessischen Kultusministerium, gestern auf AZ-Anfrage »grünes

Licht« für die Versetzung von Hansjürgen Beier an die Liebigschule. Der ehemalige

Direktor der Gesamtschule Biebertal soll dort die Stelle des Pädagogischen Leiters

einnehmen.

Beim Gießener Verwaltungsgericht sei

derzeit noch eine Klage eines Lehrers der

Liebigschule anhängig, der selbst an der

Stelle des Pädagogischen Leiters interessiert

sei. Dieser Lehrer habe moniert, daß die Versetzung

Beiers ohne vorherige Ausschreibung

der Stelle erfolgt sei, erläuterte Lauterbach.

Normalerweise sei es auch üblich, die Stellen

auszuschreiben, erklärte der Staatssekretär

weiter. In diesem Fall bestehe jedoch das

Interesse an einer raschen Umsetzung, damit

in Biebertal die Beier-Nachfolge schnell gelöst

werden könne. »Wir müssen die Beamten

im Land Hessen eben beschäftigen«, bemerkte

Lauterbach abschließend.

dination zwischen Umwelt- und Gartenamt

hätte vermeiden lassen können. Man habe abwägen

müssen, ob man die Enten noch einige

Monate länger einer Erkrankungsgefahr aussetzen

oder die mögliche Gefährdung der Fische

hinnehmen wollte, erläuterte er. Das

Zeitplan-Problem »war in dieser Komplexität

nicht vorauszusehen«, sei aber in der Detailplanung

der Teichsanierung »rechtzeitig« erkannt

worden.

Dammann selbst habe in der vergangenen

Woche von noch zu klärenden Details gesprochen,

nahm Lührmann seinen Kollegen in

Schutz. In der Pressemitteilung vom 27. Juli

ist davon allerdings kein Wort zu lesen. Der

Umweltdezernent hatte nur betont, es müsse

in Kauf genommen werden, daß bis zur endgültigen

Abtrocknung des Teichbodens die

Enten aus dem Schlamm Botulismus-Erreger

aufnehmen und erkranken.

» - un - in er« — Sicherheit für Alleinstehende

Haus-Notruf-System der Johanniter-Unfall-Hilfe — Service für alte Menschen und Behinderte nun erheblich preisgünstiger

G i e ß e n (cg). Gertrud Poloschek lebt in einer gemütlichen Wohnung

in der Innenstadt. Seit sie aus dem Krankenhaus entlassen

wurde, geht es ihr gut. Sie kümmert sich um ihren Haushalt, hält ein

Schwätzchen mit ihrem Wellensittich und ist auf niemanden angewiesen.

Und für den Fall, daß sie doch einmal Hilfe braucht, hat sie

ihren »Funkfinger«. Der Notrufsender, der an einer Kordel um ihren

Hals hängt, ermöglicht ihr ein selbständiges Leben in der Gewißheit,

im Notfall innerhalb weniger Minuten versorgt zu werden. Gertrud

Poloschek ist eine von rund 30 Personen, die dem Haus-Notruf-

System der Johanniter-Unfallhilfe angeschlossen sind. Seit sie weiß,

daß ein Knopfdruck genügt, um die Männer auf der Wache zu alarmieren,

fühlt sie sich sicherer. »Aber ich hoffe, daß ich davon keinen

Gebrauch machen muß«, meint sie lächelnd. Das Haus-Notrufsystem

gibt es schon lange, erläutern der Technische Leiter Axel Schäfer und

Schichtführer Rainer Mertz, doch war es bisher recht teuer. Ein finanzielles

Problem ist die Anschaffung nicht mehr. Früher mußten die

Betroffenen etwa 135 DM zahlen, durch neue Geräte und ein ausgereiftes

System betragen die Kosten heute noch 68 DM monatlich.

Hinzu kommen die einmaligen Anschlußgebühren von 170 DM. Eine

teilweise Kostenübernahme durch das Sozialamt ist möglich.

Rainer Mertz in der Johanniter-Einsatzzentrale. - Gertrud Poloschek fühlt sich mit ihrem »Funkfinger« sicherer. (Fotos: Schornstein)

dung wichtig; die Johanniter werden für sie zu

Ansprechpartnern. Und für ein Schwätzchen

und eine Tasse Kaffee nehmen sich die Helfer

bei ihren Besuchen nach Möglichkeit Zeit. Die

Wünsche der Betroffenen sind aber allein aus

Kapazitätsgründen oft nicht zu erfüllen - der

Bedarf zeigt aber, daß bei der ambulanten Hilfe

der menschliche Bereich nicht vernachlässigt

werden darf.

Die meisten der alten, behinderten oder kranken

Menschen wollen nicht in eine fremde Umgebung.

Die Entscheidung, in ein Alten- oder

Pflegeheim zu gehen, bedeutet meist eine Minderung

der Lebensqualität und des Lebensmutes.

Der »Funkfinger« kann diesen Schritt verhindern

oder zumindest verzögern helfen. Und

die finanzielle Seite, meinen die Johanniter,

sollte auch bedacht werden: Langfristig sei essinnvoller,

Finanzierungsmodelle für ambulante

Dienste zu erstellen, als kostspielige Heimplätze

zur Verfügung zu stellen.

Dreirad, Portemonnaie und

Jacken gestohlen

Gießen (-). Zwischen Freitag und Sonntag

wurden an verschiedenen Tatorten in Gießen

diverse Gegenstände entwendet: Am Sonntag

wurde zwischen 2.30 und 8.30 Uhr im Neuenweg

5 ein Dreirad der Marke »Caddy« gestohlen; am

Rad befindet sich eine Schiebestange; der Wert

beträgt etwa 100 DM.

Beim Flohmarkt in der Schlachthofstraße

wurde am Sonntag gegen 14.30 Uhr ein braunes

Portemonnaie mit etwa 16 DM sowie einer

Scheckkarte der Deutschen Bank gestohlen.

Aus einem Mansardenzimmer im Haus Rodheimer

Straße 50 wurden zwischen Freitag und

Sonntag eine Thermojacke im Wert von 160 DM

und eine Bomberjacke aus Schafleder im Wert

von 400 DM gestohlen. Der Geschädigte hatte

versäumt, seine Wohnung beim Verlassen abzuschließen.

Kassettenrecorder und

Radio entwendet

Gießen (-). In der Nacht zum Dienstag wurde- e aus einem Fahrzeug in der Heuchelheimer Straße

ein Autokassettenrecorder der Marke »Blaupunkt«

gestohlen. In der gleichen Nacht wurde

ein Pkw in der Neuen Bäue aufgebrochen und

das Radiogerät sowie ein Schaltknüppelkopf

entwendet.


Mittwoch, 3. August 1988 AUS DER STADT GIESSEN Nummer 178 - Seite 18

Das Ziel sind zwölf Kraftwerke in Gießen

Stadtwerke-Gesamtenergiekonzept sieht vor: Ein Drittel des Strom- und Wärmebedarfes wird durch Eigenerzeugung abgedeckt

Kino 1: 15 Uhr: »Pippi Langstrumpfs neueste

Streiche« - 17, 19 und 21 Uhr: »Der Abstieg

zur Hölle«

Kino 2: 14.30, 16.30, 18.30 und 20.30 Uhr:

»Zärtliche Chaoten 2«

Kino 3: 15.30, 17.30 und 19.30 Uhr: »Aristocats«

- 21.15 Uhr: »Als die Liebe laufen

lernte«

Kino 4: 15.30, 18 und 20.30 Uhr: »Whish you

were here«

Roxy: 14, 16.15, 18.30 und 20.45 Uhr: »Rambo

III«

Heli: 17 und 22.30 Uhr: »Brazil« - 20 Uhr:

»Die 120 Tage von Sodom«

Oberhessisches Museum: Altes Schloß: 10

bis 16 Uhr, außer Montag, Burgmannenhaus:

10 bis 16 Uhr, Sonntag 10 bis 16 Uhr (Montag

geschlossen) - Wallenfelssches Haus:

Dienstag bis Sonntag 10 bis 16 Uhr (Montag

geschlossen)

Stadtbibliothek: Mo. und Di. 14 bis 18 Uhr,

Mi., Do. und Fr. 11 bis 12.30 Uhr und 14 bis

18 Uhr, Sa. 9 bis 12.30 Uhr

Ausstellungen: Hamburg-Mannheimer Versicherung

AG, Carlo-Mierendorff-Straße 15,

Gießener Kulturrad, werktags 9 bis 16 Uhr,

Arbeiten der Künstler des Kulturrades, bis

18.8. - Galerie K. Schäfer, Gartenstraße 13,

Di. bis Fr. 15 bis 18 Uhr, Sa. 10 bis 13 Uhr,

Bilder, Zeichnungen, Lithographien und Radierungen

von Pit Morell, bis 20. B. - Ulenspiegel,

Seltersweg, »Polnische Plakatausstellung«

- Atelier »Kora«, Ludwigstraße

5, Hinterhaus, Ölbilder, Aquarelle, Radierungen,

Mischtechnik von T. D. Engelhardt,

Mo. bis Sa. 10 bis 11.30 Uhr und Mo., Mi. und

Do. von 17 bis 21 Uhr - Universitätshauptgebäude,

Ludwigstraße 23, Foyer, »Die Universität

Lodz in Bildern und Dokumenten«

- Produzentengalerie 42, Neuen Bäue 9, Do.

16 bis 19 Uhr, Fr. 16 bis 21 Uhr, Sa. 11 bis

14 Uhr, Radierungen von Horst Janssen, bis

6.8. - Altes Schloß, Ausstellung: »Eloquenz«,

bis 14. B. - Stadthaus, Berliner Platz,

1. Stock, geöffnet während der Bürostunden,

»Meine bunte Welt« von Hannelore Böhmer,

bis 24.9. - Unterer Hardthof 29, Sa. und So.

15 bis 20 Uhr, Mi. 19 bis 22 Uhr, Keramik von

Ursula Starke und Raymund Neuhofer

Verschiedenes: Winchester-Zimmer der

Kongreßhalle, 19.45 Uhr, »Interessenvereinigung

für Anfallskranke e. V. «, Monatstreffen

- Café der Arbeitsloseninitiative, Walltorstraße

17, 10 Uhr, Sozialberatung - Räume des

Vereins für Jugendfürsorge, Hein-Heckroth-

Straße 28a, 20 Uhr, Eltern-Selbsthilfegruppe

Legasthenie, Treffen - »Pro Familia«, Bahnhofstraße

76-80, 20 Uhr, Aids-Hilfe Gießen,

»Neuen-Treff« - Pro Familia, Bahnhofstraße

76-80, 15 bis 17.30 Uhr, Treffen für Mütter

mit Babys von Geburt bis zum 1. Lebensjahr

Landesehrenbriet fur

Reinhold Strack

Gießen-Wieseck (wi). In der Wiesecker Grillhütte

feierte am Montag Hüttenwart Reinhold

Strack seinen 60. Geburtstag. Für den Jubilar

hatte Bürgermeister Lothar Schüler ein ganz

besonderes Geschenk mitgebracht: Im Namen

des hessischen Ministerpräsidenten überreichte

er dem »Sechziger« den Ehrenbrief des Landes

Hessen.

In seiner Gratulationsansprache würdigte

Bürgermeister Schüler das vielfältige Engagement

Stracks, der in vier Vereinen des Stadtteils

Funktionen im Vorstand ausübt. Seit 1949 bekleidet

er bei der Burschenschaft »Blaues

Band« das Amt des ersten Rechners. Seit 1979

übt er das gleiche Amt auch bei der Altersvereinigung

1928/29 Wieseck aus. Im Motorsportclub

Gießen-Wieseck war Strack von 1972 bis

1981 als Beisitzer tätig und schließlich bis 1987

als zweiter Vorsitzender; seit vergangenem Jahr

wirkt er als zweiter Schriftführer. In der Wiesekker

Vereinsgemeinschaft, zu ihr gehören fast 60

Vereine des Stadtteils, hat Strack seit 1980 das

Amt des stellvertretenden Vorsitzenden und

seit fünf Jahren das des Hüttenwarts der Wiesecker

Grillhütte inne.

In die Schar der Gratulanten reihte sich Ortsvorsteher

Rudi Seibert ein, der auch die Glückwünsche

des verhinderten Stadtverordnetenvorstehers

und Landtagspräsidenten Klaus-Peter

Möller übermittelte. Vereinsgemeinschaftsvorsitzender

Hofmann und seine Vorstandskollegen

hatten sich ein besonderes Geschenk einfallen

lassen. Hofmann überreichte dem Jubilar

einen Kupferstich »seiner« Grillhütte, und zu

Ehren Reinhold Stracks sang der »Mäusburg-

Chor« unter der Leitung von Helmut Wißner.

Unser Foto zeigt Bürgermeister Lothar Schüler

bei der Überreichung des Landesehrenbriefs

samt Ehrennadel an Reinhold Strack (rechts).

(Foto: wi)

G i e ß e n (ta). An die sieben Prozent der im Stadtgebiet benötigten

elektrischen Arbeit werden derzeit in Gießen selbst produziert. Und

der Wärmebedarf wird zu etwa fünf Prozent aus Heizwerken gedeckt.

Das soll sich aber im Laufe der nächsten Jahre beträchtlich ändern:

Jeweils ein knappes Drittel des Bedarfes an Strom und Wärme soll

künftig in Gießener Kraftwerken produziert werden. So sieht es

jedenfalls das von den Stadtwerken erstellte »Gesamtenergiekonzept

der Stadt Gießen« vor, das kürzlich von der Stadtwerke-Betriebskommission

gebilligt und gestern von Kämmerer Dr. Lührmann der

Presse vorgestellt wurde. Das Konzept stelle eine notwendige Perspektive

für Gießen dar, betonte der Stadtwerke-Dezernent dabei.

In der bisherigen Beschlußvorlage werden die

energiepolitischen Ziele der Stadt auf zwei

Schreibmaschinenseiten festgeschrieben. Verlangt

wird zunächst eine Nutzung der vorhandenen

wirtschaftlichen Einsparpotentiale beim

Heizen und beim Stromverbrauch, im Einflußbereich

des Magistrats durch gezielte Sparprogramme

und bei den privaten Verbrauchern

durch eine intensive Beratung (einschließlich

der dafür erforderlichen Personalaufstockung

bei den Stadtwerken).

Im Grundsatz abgelehnt wird jeglicher Stromverbrauch

für die Wärmeerzeugung. Zur sparsamen

Energienutzung beitragen soll auch der

Bau eines weiteren Umspannwerkes in der Innenstadt,

um die Verluste beim Stromtransport

zu vermindern.

Verlangt wird außerdem ein Stromtarifsy-

Gießen (-). Damit Planer und künftige Nutzer

des neuen Chirurgie-Gebäudes im Klinikum der

Justus-Liebig-Universität schon vorab den Betriebsablauf

in einem Patientenzimmer und im

Pflegebereich proben und gegebenenfalls noch

vor dem eigentlichen Bau Anderungs- oder Verbesserungsvorschläge

machen können, wird zur

Zeit eine Mustereinheit im Maßstab 1:1 errichtet.

Außerdem dient die Einheit als Bemusterungsraum,

wenn es um die Festlegung der Materialien

und Farben für Wand, Fußboden, Möblierung,

Vorhänge und Beleuchtung geht, teilt

der Baustab der Klinikumsverwaltung in einem

Schreiben mit.

Die vorherige Errichtung von Raumeinheiten,

die in dem geplanten Gebäudetrakt mehrfach

vorkommen werden (wie in diesem Fall beispielsweise

Patientenzimmer) sei bei Baumaß-

Gießen (E). Zeit ist Geld. Aus diesem

Grund möchte die Deutsche Bank ihre elektronischen

Dienstleistungen einer breiteren

Öffentlichkeit bekannt machen. Im Auge hat

das Unternehmen in erster Linie kleine mittelständische

Firmen, Kaufleute, Handwerker

und Freiberufler. Jüngster Schritt ist die

Einrichtung eines kleinen Informationszentrums

in der Filiale Frankfurt, die für ganz

Hessen zuständig ist. Hier sollen die Kunden

mit den Vorzügen des Computers im Bankwesen

vertraut gemacht werden. Wem der

Weg nach Frankfurt zu aufwendig ist, der

kann sich auch bei der Bezirksfiliale Gießen

der Deutschen Bank, die zugleich für Marburg

und Wetzlar zuständig ist, informieren

lassen.

Von den meisten kleineren Unternehmen

wird heute noch der Weg des Papiers beschritten:

Die Sekretärin setzt sich hin, füllt

mit der Hand ein Dutzend oder mehr Überweisungsformulare

aus, zieht zwei Prozent

Skonto ab, bringt die Formulare zur Bank -

und vergeudet damit wertvolle Zeit. Mit dem

EDV-Programm der Deutschen Bank, das

auf Btx-fähige Personalcomputer zugeschnitten

ist, kann die Abwicklung des Zah-

48 Teilnehmer

des internationalen

Jugendcamps, die

neu in Gießen eingetroffen sind, begrüßte am

Montagabend Bürgermeister Lothar Schüler in

der Kantine der Stadtverwaltung. Die aus Winehester

und Kerkrade stammenden Jugendlichen

im Alter zwischen 16 und 25 Jahren nehmen

am zweiten Drittel des internationalen Jugendcamps

. der Universitätsstadt unter dem

Thema »Ökologische Erneuerung unserer

stem, das Mehrverbrauch stärker als bisher belastet

und Leistungsspitzen vermeidet. Mit welchem

Meßverfahren letzteres bewerkstelligt

werden soll, ist laut Lührmann noch offen. Das

System von Grund- und Verbrauchspreisen solle

sich - so erläuterte er weiter - zwar in Richtung

Linearisierung bewegen, doch würden

auch künftig die Durchschnittspreise für Großkunden

günstiger bleiben als für Kleinverbraueher.

Grenzen gesetzt seien den Stadtwerken

hier durch die Stromversorgungsunternehmen,

das hessische Wirtschaftsministerium und die

Bundestarifordnung.

Neues Blockheizkraftwerk in der Weststadt

Als weiteres vorrangiges Ziel nennt das Konzept

den optimalen und rationellen Einsatz von

Primärenergien durch den Bau von Kraft-Wär-

Ein Patientenzimmer »zur Probe«

Im Zuge der Chirurgie-Sanierung entsteht ein Musterhaus für Planer und Nutzer

nahmen in dieser Größenordnung (160 Millionen

DM Baukosten) durchaus üblich. Als geeignetes

Baugelände für die Schaffung des »Musterhauses«

innerhalb des Klinikums sei die

freie Rasenfläche zwischen den Gebäuden

Friedrichstraße 25 (Nuklearmedizin), Rodthohl

6 (Medizinische Klinik III und Poliklinik) und

dem Personalwohnheim, Wilhelmstraße 18, gewählt

worden. Hier werde in den kommenden

Wochen unter Einhaltung aller Bauvorschriften

ein etwa 14 x 14 Meter großes eingeschossiges

Gebäude errichtet, das mit Abschluß der Sanierungsmaßnahme

Chirurgie wieder abgerissen

werden müsse. Während der Bauausführung

bleibe der Durchgang vom Personalwohnheim

zur Friedrichstraße gesperrt; Bewohner werden

gebeten, die Frankfurter Straße bzw. die Rodthohl

zu gehen, um ins Klinikum oder von dort

zurückzugelangen.

a ■

Uberweisunu per Knopfdruck

Möglichkeiten der elektronischen Bankdienstleistungen für den Mittelstand

lungsverkehrs - auch mit anderen an Btx

angeschlossenen Kreditinstituten - schnell

und ohne Papier und Füllfederhalter abgewickelt

werden. Ebenso möglich ist die rasche

Übersicht über ein Aktien-Depotkonto,

ohne daß etwa ein Effektenberater herangezogen

werden müßte.

Der » Electronic-Banking-Service « der

Deutschen Bank umfaßt derzeit mehr als 20

Produkte und Dienstleistungen. Für das reine

Zahlungsverkehrsprogramm muß der

Kunde eine einmalige Programmgebühr von

etwa 200 DM bezahlen. Die Kosten für eine

Überweisung beispielsweise lassen sich

nach Berechnungen der Deutschen Bank

durch das »electronic banking« von etwa 80

Pfennig auf 40 Pfennig reduzieren. Mit dem

elektronischen Zahlungsverkehr ist es auch

möglich, Gehaltszahlungen jedem Mitarbeiter

eines Unternehmens zur gleichen Zeit

zukommen zu lassen. Im übrigen sind 90

Prozent aller handelsüblichen Btx-fähigen

Personalcomputer mit diesem neuen Programm

der Deutschen Bank zu bedienen.

Nach Feststellungen der Bank-Experten

sind derzeit erst 20 Prozent aller wirtschaftlich

Selbständigen mit einem PC ausgerüstet.

Stadt« teil (die AZ berichtete bereits darüber).

Ein Junge aus Caen in der Normandie (Frankreich)

ist über private Beziehungen zum Jugendcamp

gestoßen, während die übrigen Teilnehmer

und Teilnehmerinnen sich in ihren

Städten für dieses Ferienangebot gemeldet

haben.

Bevor am 15. August eine dritte internationale

Gruppe zum Jugendcamp nach Gießen kommt,

liegt noch viel Arbeit vor den Jugendlichen.

Oberstes Ziel sei es, den Verbrauch von Primärenergie einzuschränken.

Zudem könne durch eigene Kraftwerke die Energieproduktion

kostengünstiger und mit erheblich weniger Schadstoffausstoß erfolgen.

Das Konzept soll am 13./14. September in einem öffentlichen

Hearing zur Diskussion gestellt werden. Anschließend soll es - möglicherweise

mit Änderungen - der Stadtverordnetenversammlung zur

Abstimmung vorgelegt werden. Den Auftrag, ein Hearing zur künftigen

Energieversorgung zu veranstalten, hatte das Stadtparlament

dem Magistrat bereits für den Herbst 1987 erteilt. Hauptgrund für die

Verzögerung ist nach Darstellung Lührmanns, daß die Stadtwerke das

Konzept mit eigenen Kräften erarbeitet haben.

me-Kopplungsanlagen und den weiteren Ausbau

des Fernwärmenetzes. Über die bestehenden

Anlagen (Blockheizkraftwerke Ringallee,

Westbad und Kläranlage, Heizkraftwerk US-Depot)

soll dies künftig insbesondere durch die

Übernahme des Uni-Heizwerkes geschehen, das

nach der Umrüstung mit einer Gas- und einer

Dampfturbine eine thermische Leistung von

insgesamt 45 000 Kilowatt und eine elektrische

von 19 000 Kilowatt haben soll. Weitere Blockheizkraftwerke

sollen - vorwiegend zur Wärmeversorgung

der bestehenden Hoch- und Reihenhäuser

- mittelfristig in der Hardtallee, im Kropbacher

Weg und in der Pater-Delp-Staße sowie

bis 1989 im Leimenkauter Weg entstehen.

Stärker genutzt werden sollen dem Konzept

zufolge auch die regenerativen Energiequellen,

im besonderen das Sonnenlicht. Damit und

durch die Fernwärme und im übrigen durch die

Versorgung mit Erdgas soll der Heizöl-Verbrauch

ersetzt werden. Nach Möglichkeit soll

außerdem die Abwärme aus vorhandenen industriellen

und gewerblichen Wärmeerzeugungsanlagen

in das Fernwärmenetz eingespeist

werden.

Wasserkraftwerk jetzt doch geplant

Daß das Gesamtenergiekonzept nicht frei von

politischen Vorgaben ist, zeigt sich beispielsweise

daran, daß es für 1989 den Bau eines

Wasserkraftwerkes an der Lahn an der Staustufe

vor den Stadtwerken vorsieht. Diesem schon

länger zur Diskussion stehenden Vorhaben hat-

ten die Stadtwerke bislang eher ablehnend gegenübergestanden,

weil wegen der relativ geringen

Fallhöhe und des erheblichen Investitionsaufwandes

eine Stromerzeugung an dieser Stelle

nicht wirtschaftlich wäre. Ebenso wie das

bestehende private Kraftwerk am Klinkelschen

Wehr soll die Anlage neben der Konrad-Adenaur-Brücke

jährlich 800 Megawattstunden produzieren.

In die Rubrik Politik einzuordnen ist offenbar

auch die Feststellung, daß mit der vermehrten

Eigenstromerzeugung »ein Beitrag zu einer

Stromversorgung ohne Atomenergie« geleistet

werde. Vor der Presse erläuterte Dr. Lührmann

gestern, daß die PREAG als Gießener Lieferant

70 Prozent ihres Stromes aus Kernkraftwerken

beziehe und damit die Grundlast abdecke, während

mit Öl-, Kohle- und Braunkohlekraftwerken

der Spitzenbedarf abgedeckt werde. Diese

Kraftwerke würden also - bei betriebswirtschaftlicher

Betrachtungsweise - bei einer erhöhten

Eigenproduktion in Gießen nicht mehr

benötigt. Diese Feststelllung stehe - so betonte

der Kämmerer - nicht im Widerspruch zu seinem

politischen Ziel, den Aufbau anderer Energieerzeugungsformen

zu forcieren: »Kernenergie

ist unverantwortbar«, und die Nutzung von

fossilen Energieträgern sei nur für begrenzte

Zeit vertretbar.

Medikamente und Geld aus

Apotheke gestohlen

Gießen (-). Ein Einbruch in eine Apotheke in

der Frankfurter Straße wurde in der Nacht zum

Dienstag verübt. Die unbekannten Täter hatten

von den Türen die Zylinderschlösser abgedreht

und sich so Zutritt zu den Räumlichkeiten verschafft.

Aus einem Giftschrank entwendeten sie

zehn Packungen »Remidacen« sowie etwa 600

DM aus einer Kasse. Weiterhin versuchten sie

erfolglos, einen Tresor aufzuhebeln. Danach begaben

sich die Täter in den Kellerbereich, wo sie

in einem Raum verschiedene Medikamenten-

verpackungen aufrissen. Ob hier etwas entwendet

wurde, steht noch nicht fest.

Stadtjugendpfleger Siegfried Mertinke berichtete

gegenüber der AZ, daß die Jugendcampteilnehmer

in der Jugendherberge oder teilweise

auch bei Privatfamilien untergebracht sind.

Vom Jugendamt der Stadt werden alle betreut.

Die Arbeitsgemeinschaft Biotopschutz weist

die Jugendlichen in ihre Aufgaben ein.

Unter Foto zeigt die Teilnehmer des internationalen

Jugendcamps vor der Stadtverwaltung

mit Bürgermeister Lothar Schüler (rechts).


Mittwoch, 3. August 1988 AUS DER STADT GIESSEN Nummer 178 - Seite 19

Das gibt's heute bei der

Ferienpaß-Aktion

Gießen (wg). Heute werden wieder die Besichtigungen

des Kommunalen Gebiets-Rechenzentrums

(KGRZ) und des Botanischen

Gartens angeboten. Für die Gartenbesichtigung

trifft man sich um 9 Uhr und für das

KGRZ bereits um 8.50 Uhr jeweils auf dem

Marktplatz. Am Programm der Fahrradwerkstatt

können Interessenten morgen

noch teilnehmen. Wer ein kaputtes Fahrrad

hat oder sich über Reparaturen informieren

will, sollte also von 16 bis 18 Uhr in der Grünberger

Straße 115 vorbeischauen. Außerdem

gibt es wieder den Tischtennis-Kursus von 17

bis 19 Uhr in der Turnhalle der Ricarda-

Huch-Schule.

Morgen stehen die Besichtigung der Polizei

und eine Exkursion an die Wieseck auf dem

Programm. Treffpunkt jeweils um 9 Uhr am

Marktplatz. In der Stadtbibliothek wird von

9.30 bis 11 Uhr wieder eine Geschichte illustriert,

und im Uni-Stadion am Kugelberg

kann man von 15.30 bis 17 Uhr Leichtathletik

trainieren.

Für die Fahrradwanderfahrt am Donnerstag

und Freitag sind noch einige Plätze frei.

Wer noch mitmachen will, sollte sich schnellstens

anmelden. Auch gibt es noch freie Plätze

für den Theaterworkshop und das Ponyreiten

in der nächsten Woche. Für das Skateboard-Fest

am Samstag in der amerikanischen

Grundschule wird noch ein Wertungsrichter

für die Bewertung der Skateboard-

Darbietungen gesucht. Wer sich dazu berufen

fühlt, sollte sich mit der Ferienpaßleitung in

Verbindung setzen.

Informationen und Anmeldung im Jugendzentrum

»Jokus«, Telefon 06 41/306-24 99.

SKC fährt nach Dänemark:

Noch vier Plätze frei

Gießen (pd). Auf große Dänemark-Fahrt begibt

sich der Ski- und Kanuclub Gießen vom

B. bis zum 20. August. Wie einer der drei Betreuer,

Hans-Joachim Lerch, gestern mitteilte, sind

für das Freizeit- und Trainingslager noch vier

Plätze frei. Teilnehmen können Jugendliche

zwischen 10 und 18 Jahren, die Kosten betragen

für Vereinsmitglieder 190 DM, für Nichtmitglieder

210 DM.

Ziel der Fahrt ist der Knudsee in der Nähe von

Skanderborg. Unter der Leitung von Ulrich

Wagner stehen neben Bootsfahrten und Surfen

auch Exkursionen auf dem Programm. Anmeldungen

nimmt Hans-Joachim Lerch, Breslauer

Straße 16, 6301 Wettenberg-Wißmar (Tel. 0 64 06/

29 14), entgegen.

Täter wurden gestört

Gießen (). Offenbar gestört wurden unbekannte

Täter, die in der Nacht zum Dienstag in

ein Firmengebäude in der Lahnstraße einbrechen

wollten. Zunächst hatten sie den Glaseinsatz

einer Tür mit einem Eisen eingeschlagen,

danach die Fensterscheibe mit dem Abflußdekkel

eines Kanals eingeworfen. Durch den Wurf

wurde ein Bürocomputer beschädigt.

Versuchter Einbruch in

Schwimmbadkiosk

Gießen-Lützellinden (-). In der Nacht zum

Montag versuchten unbekannte Täter ins Freibad

in der Schwimmbadstraße zu gelangen und

in den dortigen Kiosk einzubrechen.

25 Jahre bei Gail

Gießen (-). Walter

Seipp, seit vielen JahrenBetriebsratsvorsitzender

und Arbeitnehmer-Vertreter

im Aufsichtsrat

der Gail AG

Architektur-Keramik

in Gießen, konnte in

diesen Tagen auf

25jährige Betriebszugehörigkeit

bei dem

Gießener Keramikhersteller

zurückblicken.

Walter Seipp begann

seinen erfolgreichen

Werdegang bei Gail

vor 25 Jahren als Sortierer des Werkes 2. Im

Oktober 1970 übernahm er dann ein neues Aufgabengebiet

in der Abteilung Trocknung des

Werkes 5. Nachdem er im Januar 1971 zum kommissarischen

Vorarbeiter in diesem Werksbereich

berufen wurde, erfolgte im November des

gleichen Jahres die Ernennung zum Vorarbeiter.

Als Mitglied des Betriebsrates kümmerte sich

Walter Seipp vom August 1969 an mit um die

Belange der Mitarbeiter des Unternehmens.

1972 wurde er von der Belegschaft zum freigestellten

Betriebsrat gewählt, und seit Mai 1981

trägt er die große Verantwortung des Betriebsratsvorsitzenden.

Als Arbeitnehmervertreter gehört

Walter Seipp seit Mai 1983 dem Aufsichtsrat

der Gail AG an.

Von 1975 bis 1986 war der Jubilar ehrenamtlicher

Richter am Arbeitsgericht Gießen. Im Dezember

1986 wurde er dann zum ehrenamtlichen

Richter am Landesarbeitsgericht Frankfurt

berufen. Auch in der Industriegewerkschaft

Bau-Steine-Erden und im Vereinsleben seines

Heimatortes Reiskirchen-Hattenrod ist Walter

Seipp sehr engagiert.

In einer kleinen Feierstunde gratulierte ihm

Dr. Walter Rumpf, Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates

der Gail AG, herzlich zu seinem Ehrentag

und würdigte in seiner Laudatio die besonderen

Verdienste des Jubilars. Als engagierter

Interessenvertreter der Mitarbeiter der Gail

AG und in Sachfragen stets fairer Verhandlungspartner

der Unternehmensleitung konnte

Walter Seipp maßgeblichen Einfluß bei wichtigen

Entscheidungen nehmen.

»Habti»r s nitil eine Ente 9630litliffziaPir

Ferienpaßaktion in der Stadtgärtnerei — Kinder pflanzten und arrangierten — Blumengesteck und Topfpflanze für zu Hause

Sorgfältig werden von den Kindern Sämlinge »pikiert« und Efeu in Plastiktöpfe eingepflanzt (Foto: wg)

Gießen (wg). Auf dem Pflanztisch im Gewächshaus

liegen jede Menge blühende

Pflanzen. Daneben befindet sich ein Haufen

weicher schwarzer Humus, und auch graue

Plastiktöpfe stehen bereit. Sechs Kinder im

Alter von zehn bis dreizehn Jahren füllen

Hände voller Erde in die Töpfe. Der schwarze

Boden wird festgedrückt und in die Mitte ein

Loch für den Blumen-Wurzelballen gebohrt.

Dann wird die Pflanze vorsichtig eingesetzt

und die Erde rundherum festgedrükt. »Jetzt

machen wir einmal den Wackeltest«, meint

der Gärtnermeister Waldemar Kleppek zum

10jährigen Manuel. Der Fachmann schaut kritisch

den Blumentopf mit der Studentenblume

an und überprüft, ob der Junge sie auch

sorgfältig genug eingetopft hat. Kleppek

schüttelt den Topf in seiner Hand, aber das

Gewächs bewegt sich nicht. »Das hast du prima

gemacht«, lobt er den Jungen.

Gestern besuchten im Rahmen der Ferienpaßaktion

42 Jungen und Mädchen die Stadtgärtnerei

im Steinberger Weg. Die Kinder waren

mit einem Bus hinausgefahren und wurden

dort bereits von Gärtnermeister Jürgen

Adams und seinen Kollegen erwartet. Ein

kleines Programm war für die Schüler arrangiert

worden. Die Kinder wurden in Gruppen

aufgeteilt und konnten sich selbst als Gärtner

Verdienste um die Pflege der Musik erworhen

Musikverein Allendorf feiert an diesem Wochenende sein 25jähriges Bestehen — Anfangs ein Fanfarenzug

Gießen - A l l e n d o r f (-). Als im August 1963 in Allendorf der

Kindergarten eingeweiht wurde, sorgte der Fanfarenzug der Freiwilligen

Feuerwehr Holzheim für die musikalische Umrahmung. Von den

Klängen der Marschmusik begeistert, keimte bei einigen Zuhörern

die Idee auf, auch in Allendorf einen Fanfarenzug zu gründen. Bald

hatten sich genügend Idealisten zusammengefunden, die Idee in die

Tat umzusetzen. Es dauerte nur wenige Wochen, bis die ersten Instrumente

angeschafft wurden. Unter der Leitung einiger Spielkamera-

Der Verein war zeitweise eine Sparte der Freiwilligen

Feuerwehr von Allendorf/Lahn. So trat

der Fanfarenzug bei den ersten Veranstaltungen

bis hin zum ersten Wettstreit 1964 in Dutenhofen,

wo er gleich den 1. Platz in seiner Klasse

belegte, in der blauen Feuerwehruniform auf.

Laut einer Verfügung des Bürgermeisters

vom 18. Juni 1965 durfte der Fanfarenzug nach

der vollzogenen Trennung beider Vereine diese

Uniform nicht mehr tragen. Daraufhin wurde

die weinrote Uniform angeschafft, in der der

junge Verein seine größten Erfolge hatte. Die

Kopfbedeckung bestand aus ausgedienten

Schirmmützen der hessischen Polizei.

Die Mitgliederzahl stieg schnell auf über 100

an, und es wurde auch ein Schülerfanfarenzug

gegründet. Zu Beginn der siebziger Jahre sollte

der Verein in ein modernes »Fanfarencorps«

umgewandelt werden (also mit Ventilinstrumenten).

Trompeten, Tenorhörner u. ä. Instrumente

wurden angeschafft, und das Spielen

nach Noten wurde geprobt. Die Folge war, daß

es plötzlich innerhalb des Vereines zwei Sparten

gab: den eigentlichen »Fanfarenzug« und

die »Musikgruppe« (Blaskapelle), die beide bis

Mitte der siebziger Jahre teilweise gemeinsam

auftraten.

1975 sind von Eva Anschütz neue Uniformen

genäht worden: ein blauer Umhang mit rotem

Wappen (Fanfare), dazu weiße Hosen. Die Sparte

»Musikgruppe« löste sich bald nach der Trennung

vom Fanfarenzug auf. Drei Jahre später

wurde eine neue Uniform (roter Rock, schwarze

Hose) angeschafft. Mittlerweile hat sich dieser

sehr stark durch Jugendliche geprägte Verein

musikalisch so sehr gesteigert, daß er wieder an

Wettstreiten teilnehmen konnte. Um das Marschieren

(Straßenspiel) zu proben, fanden immer

häufiger die Ubungsstunden in der Mehrzweckhalle

statt. So startete man beim Wettstreit

in Großen-Linden in der »Fanfarenzug-B-

Klasse« und stieg aufgrund der überraschend

hohen Punktzahl in die »Fanfarenzug-A-Klasse«

auf. Es wurden Kontakte zu dem Musikverein

»Léo Lagrange« von Avignon (Südfrankreich)

geknüpft, die ihren Höhepunkt in einer

Fahrt nach Avignon im Juni 1980 fanden.

Durch mangelndes Interesse der Aktiven an

einem Verein im herkömmlichen Sinne wurde

von der Jahreshauptversammlung im Januar

1983 beschlossen, per Satzungsänderung den

Fanfarenzug in einen Musikverein umzuwandeln.

Alfred Seibert wurde zum Vorsitzenden

gewählt. Diese Umstrukturierung erforderte

viel Geduld, aber schon bald waren wieder die

versuchen. Winzige Sämlinge wurden von ihnen

vereinzelt (pikiert) und in Plastiktöpfchen

gepflanzt. Es standen Eimer mit Löwenmäulchen,

Kornblumen, Zinnien und anderen

Schnittblumen zur Verfügung, die die

kleinen Gäste in Moos zu schönen Gestecken

arrangieren konnten.

Anschließend wurde eingetopft: Efeu in

große Töpfe und Studenten- oder Sammetblumen

in kleine Töpfe. Den Kindern wurde

auch gezeigt, wie man auf einem Zierbeet ver-

FERIEN

SPASS

in der Stadt

GIESSEN

den aus Holzheim fanden die ersten Übungsstunden statt, und weitere

Interessenten wurden angelockt. So kam es am 1. September 1963 zur

offiziellen Vereinsgründung. In der Gründungsurkunde sind Günther

Luh, Dieter Heep, Erich Ufer (verstorben), Horst Dönges, Heinrich

Heep, Herbert Stanetzky, Bernd Weiler (verstorben), Heinrich Haus

und Heinz-Willi Görlach genannt. Erster Vorsitzender wurde Willi

Jäger. Kommendes Wochenende feiert der Verein sein 25jähriges

Bestehen in einem würdigen Rahmen.

Der damalige Fanfarenzug Allendorf in Feuerwehruniform beim Straßenspiel 1964 auf der

alten B 49 (Foto: privat)

ersten Auftritte möglich. Dank des intensiven

Einsatzes von Alfred Seibert stieg die Mitgliederzahl

auf über 200 an. Es wurden neben der

Bläsergruppe auch eine Jugendbläsergruppe,

eine Hausfrauenakkordeongruppe, eine Kinderakkordeongruppe

und eine Melodicagruppe

eingerichtet.

Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung

am 14. November 1986 wurde beschlossen,

eine Scheune in der Untergasse in

ein Vereinsheim umzubauen, weil die Universitätsstadt

Gießen (als Eigentümer) dieses Grundstück

an die Volksbank Gießen verkaufte. Das

ganze Jahr 1987 über bauten die Mitglieder und

Freunde des Musikvereines in über 2500 Stunden

Eigenleistung unter der Bauleitung von

Hans Kleinschmidt die Scheune um.

Die Feiern zum 25jährigen Bestehen beginnen

am Freitag mit einem Jubiläumsabend mit der

schiedenfarbige Blumen zu Figuren arrangieren

kann.

Zum Schluß nahm jedes der Kinder ein

eigenes Blumengesteck und eine eingetopfte

Studentenblume mit nach Hause. »Ich hab'

zwei Brüder, darf ich auch drei Gestecke mitnehmen?«,

fragte ein kleines Mädchen. Doch

leider sind die Bestände der Stadtgärtnerei

nicht groß genug, um alle Wünsche der Kinder

zu erfüllen.

Besonderen Spaß hat den kleinen Gästen

auch die Anlegung des Zierbeetes gemacht.

Das Beet wurde auf ein großes freies Stück im

Gewächshaus gepflanzt. Mit einem Rechen

harkten die Kinder die Erde glatt und zeichneten

eine große Figur in den weichen Boden:

Einen Schmetterling hatte sich eine Gruppe

ausgesucht, eine andere Gruppe eine Ente.

Die einzelnen Teile der Figur wurden dann

aufgemalt. Die Ente bekam einen Schnabel

aus gelben Blumen, ein Auge aus roten Blumen,

und der Körper wurde mit grünen Gewächsen

ausgestaltet.

Für die Zwischen-Pausen stand den Kindern

gestern übrigens noch eine besondere

Attraktion bereit: Die Tochter des Gärtnermeisters

hatte ihr Pony zur Gärtnerei gebracht,

und so konnten die Kinder - am Halfter

geführt - einige Runden »hoch zu Roß«

um die Gewächshäuser drehen.

Blaskapelle des Musikvereins und örtlichen

Vereinen aus Allendorf. Am Samstag steigt ein

Beatabend und am Sonntag um 15 Uhr ein großes

Volksfest, ehe dann für Montag der zünftige

Frühschoppen angesetzt ist.

Schwesternhelferinnen-Lehrgang

im Johanniterhaus Gießen

Gießen (-). In dem am 16. August beginnenden

Schwesternhelferinnen-Lehrgang im Johanniterhaus

Gießen sind noch Ausbildungsplätze

frei. Dieser Ferienlehrgang, der als Ganztagsausbildung

konzipiert wurde, bietet Frauen

im Alter von 17 bis 55 Jahren die Möglichkeit,

Grundlagen der Krankenpflege zu erlernen. Die

Teilnahme an dieser Ausbildung ist kostenlos.

Nähere Informationen und Voranmeldungen

unter Tel. (06 41) 7 50 31.


Mittwoch, 3. August 1988 AUS DER STADT GIESSEN Nummer 178 - Seite 20

Wann entstand diese Aalnahme?

Für die heutige Aufgabe im AZ-Sommerquiz

haben wir wieder einmal ins Archiv mit

den Aufnahmen von Alt-Gießen gegriffen.

Thema ist der Bahnhofsvorplatz, der durch

die allmählich näherrückende Umgestaltung

in den letzten Jahren wieder in den Blick-

KENNEN SIE GIESSEN?

punkt gerückt ist. Von den Gießen-Kennern

wollen wir wissen, wann diese Aufnahme

entstand.

Indizien für die richtige Antwort sind neben

Straßenbahn und Form der wartenden

Taxen vor allem der am rechten Bildrand

f ^

c-

zum KI.

Rindfleisch

zum Kochen, Brust und

Querrippe

5e99

1000 g

Schweinekotelett

erkennbare Rundbau des »Cafés Schwarz«,

der möglicherweise in einigen Jahren eine

Wiedergeburt erleben und den Bahnhofsvorplatz

städtebaulich aufwerten soll.

Eine der drei Jahreszahlen ist zutreffend:

■ N -1953

■ 5-1940

■ U -1922

Die Spielregeln in Kurzform: Von Montag

bis Samstag die Buchstaben der jeweils richtigen

Antwort sammeln, zu einem Lösungswort

aneinanderreihen und dieses bis zum

folgenden Montag der AZ zukommen lassen,

entweder per Postkarte (Poststempel zählt)

oder durch Abgabe in einer der Geschäftsstellen

bis 17 Uhr; unter den Einsendern

werden jede Woche zwei Geldpreise zu je 50

DM und ein Treuebuch verlost. (ta)

Wir suchen ein neues Zuhause

Kandidaten der Woche: Spitzmischling Charly und die Katze Shirley

Gießen (cg). Charly ist ein »Baby-Opfer«. Als

seine Besitzer Nachwuchs erwarteten, war für

den Vierbeiner kein Platz mehr. So kommt es,

daß er nun sein Dasein im Tierheim fristet. Bisher

war es der kleine schwarze Bursche gewöhnt,

gestreichelt und verhätschelt zu werden.

Diese Hauptrolle im Familienleben so plötzlich

zu verlieren, hat Charly nicht gut verkraftet.

So trauert Charly vergangenen Sofazeiten

nach und versucht beleidigt, es sich auf dem

kargen Käfigboden bequem zu machen. In einer

neuen Umgebung würde sich der Mischling sicherlich

gut zurechtfinden. Und Probleme haben

die neuen Besitzer mit dem kurzhaarigen

Allwetterhund kaum zu erwarten.

Ein schlimmes Erlebnis hat Shirley hinter

sich. Das getigerte Kätzchen hat keinen

Schwanz. Da nicht einmal ein Stummel übrig

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und nur eine Narbe zu sehen ist, vermutet Ilse

Tôth, die Vorsitzende des Tierschutzvereins,

daß das Fundtier gequält wurde. Mehrere Stichverletzungen

am Körper des Kätzchens verstärken

die Annahme. Shirley muß aber schon bessere

Zeiten erlebt haben, denn sie hat »ordentliehe

Manieren«, ist freundlich und liebt menschliche

Nähe.

Während die Problemhunde - der Afghane

Faraj und die Dogge Alf - vermittelt wurden,

zog »Everybodys Darling« Boomer den kürzeren.

Von ihm waren zwar viele begeistert, doch

keiner mochte sich dazu entschließen, ihn vor

dem Urlaub zu sich zu nehmen. Die Adoption

der Katzen ging wie immer recht rasch vor sich.

Wer sich für eines der Tiere interessiert, kann

sich unter der Telefonnummer 0641/52251 an

das Tierheim wenden. (Foto: Schornstein)

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Mittwoch, 3. August 1988 FEUILLETON Nummer 178 - Seite 21

Die Kunst, seine Feinde zu überleben

Bernd Rill: Friedrich III. - Habsburgs europäischer

Durchbruch. Verlag Styria, Graz.

352 S., 49,- DM.

»Des Reiches Erzschlafmütze« hat man den Kaiser

Friedrich III. (1415-1493) verhöhnt. Der Herrscher,

der immerhin mehr als ein halbes Jahrhun-'

dert die Bürde der deutschen Königskrone getragen

hat, fand erst in den letzten Jahrzehnten Fürsprecher.

Die große Ausstellung von 1966 in Wiener

Neustadt (seiner bevorzugten Residenz) hat einiges

im allgemeinen Bewußtsein zurechtgerückt. Nun.

zeigt auch Bernd Rill, wie schwer es der Kaiser

hatte, im Geflecht der europäischen Machtstrukturen

die Balance zu halten. Wenn er schon dem

Kaisertum keinen neuen Glanz geben konnte, so

hat er doch letzten Endes seine Würde behauptet

und das Reich wie die Hausmacht der Habsburger

zusammengehalten. Widersacher gab es in der eigenen

Familie, bei den Reichsfürsten, in Italien, speziell

im Kirchenstaat, es gab sie in Böhmen und

Ungarn, aber auch in der angestammten Residenzstadt

Wien. Doch hat Friedrich die Heiratspolitik'

der Habsburger erst so recht in Gang gesetzt. Sein

Sohn Maximilian konnte in das reiche Burgund

einheiraten und überhaupt wieder gestaltend in die

europäische Politik eingreifen. Friedrich III. war es

aufgetragen, auszuharren, zu widerstehen, Demütigungen

und Niederlagen zu ertragen und - zu überleben.

Er war gewiß kein feuriges Temperament,

dafür aber geduldig bis zur Sturheit.

Bernd Rill schreibt mit Liebe fürs Detail und mit

einem Blick auch für komische Situationen. Wer

die Geduld eines Friedrich aufbringt, wird hier

kompetente Information und Unterhaltung mit Niveau

finden. KG

Erzählungen am Berg

Hans Kammerlander: Abstieg zum Erfolg.

Bergverlag Rudolf Rother, Auflage 1987. Mün-

chen, 160 S., 60 Farb- und 57 Schwarz-

weißabbildungen. 49,80 DM.

Am Gipfel ist das Ende. Erfolg und Niederlage,

Sinn und Zwecklosigkeit, ja das ganze Denken ist

ausgerichtet auf die paar Quadratzentimeter Stein

oder Eis, die nur noch vom Steinmann oder Gipfelkreuz

überragt werden dürfen. Der Gipfel allein

kann nicht das Höchste sein. Zum Gipfel gehört

das Tal, zum Aufwärts das Abwärts, zum Ziel die

Rückkehr. Von dieser anderen Seite der Berge, von

dort, wo ein Steiglein in die Tiefe leitet, soll hier

erzählt werden.

So enthält dieses Buch eine Vielzahl von Gastbeiträgen

von Reinhold Messner, Friedl Mutschlechner,

Oswald Ölz, Michl Dacher u. a., die über ihre

Erstbegehungen, Solotouren und Expeditionen berichten.

Der Hauptteil des Buches besteht aus reflexiven

Beiträgen zum Thema Bergsteigen, die auch

heiße Eisen wie Politik, Ökologie und Dritte Welt

behandeln, kurz: es wird ein Blick hinter die Kulissen

des professionellen Alpinismus geworfen.

Die Geschichte des Wiener Theaters

Franz Hadamowsky: Wien - Theatergeschichte.

Verlag Jugend und Volk, Wien. 800

S., 140 DM.

Franz Hadamowsky, , langjähriger Leiter der

Theatersammlung der Österreichischen Nationalbibliothek,

hat den Versuch unternommen, die Geschichte

der Theaterstadt Wien von ihren Anfängen

im frühen Mittelalter bis zum Ende der Donaumonarchie

aufzuarbeiten. Unter dem Titel »Wien -

Theatergeschichte« ist ein alle wesentlichen

Aspekte umfassendes Werk entstanden, das einen

Überblick über Entwicklungen, Strömungen und

Modeerscheinungen im Theaterleben der österreichischen

Hauptstadt bietet.

Besonders aufschlußreich wird die bisher bei

Theaterfreunden ziemlich unbekannte Entwicklung

im Mittelalter und in der Zeit der Gegenreformation,

aber auch die Geschichte der Barockoper

am Kaiserhof behandelt. Dagegen gerät Hadamowskys

Werk in der Darstellung des Theaters im

19. Jahrhundert wegen der Fülle des Materials für

den Nichtfachmann beinahe zu umfangreich.

Das Grundgesetz, kommentiert

Otto Model/Klaus Müller: Grundgesetz für

die Bundesrepublik Deutschland. Taschenkommentar

für Studium und Praxis. Carl-

Heymanns-Verlag, Köln, Berlin, Bonn, München.

XXIV, 733 Seiten, 75,- DM.

Der »Model/Müller«, so die Kurzform für einen

längst zur Institution gewordenen Kommentar zum

Grundgesetz, kam jetzt in der 10., vollständig überarbeiteten

Auflage wieder auf den Markt und wurde

auf den neuesten Stand gebracht. Der renommierte

Verlag bemüht sich seit Jahren auf dem

Sektor der Taschenkommentare und hat mit diesem

Jubiläumsband dem Studenten und dem Juristen

einen wichtigen Wegweiser an die Hand gegeben.

Der Kommentar will sowohl für die Praxis als

auch für das Studium zuverlässig über Inhalt und

Probleme des Grundgesetzes informieren, und

zwar mit der gebotenen Kürze. Dem Grundgesetz

mit seinen 146 Artikeln -jedem Artikel folgen Literatur

und Erläuterungen - ist ein 23seitiger

»Grundriß der verfassungsgeschichtlichen Entwicklung«

vorangestellt, der eine sehr gute Einführung

bietet.

Der »Model/Müller«, und das macht diese Ausga-

'be deutlich, liegt mit dieser Konzeption richtig und

kann als etabliert im Bereich der Kurzkommentare

zum Grundgesetz gelten. v. k.,

Spanien - eine junge Demokratie

Ramon Tamames: Spanien - Geschichtsbild

und Zukunftsvision einer jungen Demokratie.

Verlag Klett-Cotta, Stuttgart. 310 S., 36,- DM.

Die politischen Entwicklungschancen Spaniens

hat der Wirtschaftsexperte und Journalist Ramon

Tamames herausgearbeitet. Der inhaltlich umfangreiche,

doch in den Einzelkapiteln relativ knapp

gestaltete Band bietet »Spanien, mit den Augen

eines linksliberalen, demokratischen Spaniers gesehen«,

wie es einführend heißt. Tamames beginnt

bei den Jahrhunderten der »Reconquista« (Zurückeroberung

des von den Mauren besetzten Landes),

skizziert die »Conquista« (Eroberung Lateinamerikas),

Absolutismus, Republik, Franco-

Faschismus, Putschversuche und EG-Beitritt und

endet mit dem Ausblick auf die neunziger Jahre.

Englische Konversation

Heidi Standi: Englisch fürs Gespräch, ein modernes

Konversationsbuch. Verlag Langen.

scheid, Berlin. 256 S., 16,80 DM.

Das vorliegende Buch will dem Leser helfen, sich

in verschiedenen Situationen in England sinnvoll

ausdrücken zu können, etwa wenn er sich allgemein

unterhalten oder etwa in höflicher Weise eine

Einladung zum Tee ablehnen möchte. Viele Themen,

darunter Kunst, Politik, Religion oder Sport,

sind als Sachgebiete ausgewählt worden, mithin

ein relativ breites Spektrum. Inhaltsangabe und

Register erleichtern es, bestimmte Themen zu finden.

»Englisch fürs Gespräch« ist gedacht für Geschäftsreisende

und Touristen mit geringen Vorkenntnissen

und wird diesem Personenkreis gute

Dienste leisten.

Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt

Vieltürmiges Panorama der »Goldenen Stadt« mit Blick über die Karlsbrücke

»Wanderer, kommst du nach Prag« heißt der im Verlag Herder erschienene Band von Heinrich

Pleticha. Die 140 zum Teil humoristischen Anekdoten und Geschichten setzen sich mit der wechselvollen

Historie der Stadt auseinander (29,80 DM). Auch der Piper-Verlag widmet die neue Ausgabe

der Serie »Panoramen der Welt« der tschechoslowakischen Metropole. Fritz Böhm in »6mal Prag«:

»Prag lebt, von Kontrasten gezeichnet wie eine alte Photographie - und in mancher Hinsicht zeigt

die Goldene Stadt sich tiefschwarz« (24,80 DM).

Auf den Spuren eines neuen Weltbildes

Die Explosion des Blauen Überriesen Sanduleak als Science-Fiction -Thema

Johannes von Buttlar: Supernova - Die jüngsten

kosmischen Endeckungen. Die Geburt

eines neuen Weltbildes. Verlag Langen Müller,.

München, 288 S. 15 Abb., 34.- DM.

Aus 19 Billionen Kilometer Entfernung beobachtet

die Besatzung eines Raumschiffes die Supernova-Explosion

ihres Heimatgestirns Sanduleak und

damit gleichzeitig die Vernichtung ihres Herkunftsplaneten

Achele. Die Überlebenden der kosmischen

Katastrophe in der Großen Magellanschen

Wolke wollen ihre Chance nutzen und Zuflucht in

der benachbarten Milchstraße auf der 170 000

Lichtjahre entfernten und die Sonne umkreisenden

Erde suchen.

In sieben Jahren erreichen die Heimatlosen ihr

Ziel, das für sie zur großen Enttäuschung werden

soll. Ihre Erkundungsfähren beschreiben eine Erde,

auf der die Menschen ähnlich wie bei ihrem

Heimatplaneten die Umwelt in vielen .Gebieten

weitgehend zerstört haben, aggressiv sind und in

politischem Unfrieden leben. Schnell entscheiden

sie sich gegen eine Landung auf dem wie ein Juwel

vor ihnen liegenden blauen Planeten und nehmen

Kurs auf einen 10,8 Lichtjahre entfernten Stern, in

dessen Umlauf bewohnbare Himmelskörper angenommen

werden.

Science fiction liefert den Rahmen des Buches

»Supernova« von Johannes von Buttlar, der die

astronomische Sensation des Jahres 1987 mit der

Explosion des »Blauen Überriesen« Sanduleak-

69 202 als Aufhänger für einen Streifzug durch die

Astronomie vom Mittelalter bis zur Neuzeit nimmt.

»Die uns heute von Astrophysikern präsentierten

phantastischen Vorstellungen und Ansichten mu-

Große Kreisstadt Calw (Hrsg.): Gunter Böhmer

- Hermann Hesse. Dokumente einer

Freundschaft. 224 S., 152 Abb. Lieferbar

durch die Stadt Calw. Ganzleinen mit Originalzeichnung

von Böhmer 480,- DM, Halbleinen

48,- DM, Paperback 38,-DM.

»Lieber Hermann Hesse, nimm mich bitte in die

Gemeinschaft der... Emil Sinclair, Max Demian

und wie sie alle heißen mögen, auf!«, träumte ein

18jähriger Primaner namens Gunter Böhmer in einem

als Brief verfaßten Schulaufsatz über sein literarisches

Idol und dessen Romanfiguren. Als Böhmer

1986 starb, hatte er mehr erreicht. Über Jahrzehnte

verband Hesse und Böhmer eine fruchtbare

Freundschaft, lebte und arbeitete der Maler, Zeichner

und Buchillustrator doch lange Zeit in der

Nähe Hesses. Zahlreiche Werke des Literaturnobelpreisträgers

haben durch die Illustrationen Böhmers

zusätzliche Tiefe erhalten.

Über diese ungewöhnliche Beziehung informiert

ein ebenso ungewöhnlicher Dokumentationsband,

den Hesses Geburtsstadt Calw herausgegeben hat.

Bislang unveröffentlichte Photographien aus dem

Privatbesitz Böhmers und schriftliche Aufzeichnungen

über gemeinsame Malausflüge oder Dis-

Peter Mast: Die Hohenzollern in Lebensbildern.

Verlag Styria, Graz-Wien-Köln. 269 S.,

49,- DM.

»Runde« Daten legen dieses Jahr die Beschäftigung

mit fünf Hohenzollern-Herrschern nahe - mit

Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg, genannt

der »Große Kurfürst«, der vor 300 Jahren

starb, mit König Friedrich Wilhelm I. von Preußen,

genannt der »Soldatenkönig«, der vor 300 Jahren

geboren wurde, mit König Wilhelm I. von Preußen,

der 1871 deutscher Kaiser wurde und vor 100 Jahren

starb, mit Kaiser Friedrich III., der ebenfalls

vor 100 Jahren starb, und mit Kaiser Wilhelm II.,

dem letzten deutschen Kaiser, der vor 100 Jahren

den Thron bestieg.

Das ist sicher auch ein guter Zeitpunkt für einen

biographischen Überblick über die Geschichte des

Hohenzollern-Hauses, wie ihn jetzt der Münchener

Geschichtsdozent Peter Mast vorgelegt hat: »Die

Hohenzollern in Lebensbildern«. Er stellt im ersten

Teil des Buchs in zwei Kapiteln die Zeit von den

Anfängen bis zur Reformation (1061-1499) und von

der Reformation bis zum Regierungsantritt des

Großen Kurfürsten (1499-1640) dar. Im zweiten Teil

ten oft wie Science fiction an,« schreibt von Buttlar

im Vorspann. »Dennoch handelt es sich um Tatsachen.

«

Der Verfasser bittet den Leser zur Reise durch

Raum und Zeit an Bord seines fiktiven Raumschiffes,

um ihn mit den umwälzenden Entdeckungen

der Astronomie und der Physik ebenso wie mit den

daraus zu ziehenden Schlußfolgerungen vertraut

zu machen. Weit spannt sich dabei der Bogen von

den kosmischen Phänomenen über die Diskussion

um die Evolution und die Außerirdischen bis zu

den Fragen nach der Zukunft des Universums.

Nach dem Fazit des Autors ist die Naturwissenschaft

in fast allen Disziplinen an eine Grenze gestoßen,

deren Überschreitung unser Weltbild

gründlicher verändern wird als alle Erkenntnisse

von Kopernikus, Kepler, Galilei und Newton zusammen.

Der in Berlin geborene und in Australien aufgewachsene

Johannes Freiherr von Buttlar-Brandenfels

hat Psychologie und Philosophie, Astronomie,

Physik und Mathematik studiert. Seine Veröffent-

lichungen unter anderem über die Möglichkeit der

Verlängerung des menschlichen Lebens, die Lichtgeschwindigkeit

und die Quantentheorie haben ihn

mit einer Gesamtauflage von bisher 18 Millionen

Exemplaren unter die fünf erfolgreichsten Sachbuch-Autoren

der Welt gebracht. Sein neuestes

Werk über die jüngsten kosmischen Entdeckungen

und die Geburt eines neuen Weltbildes besteht in

seiner Aktualität gut neben der Vielfalt astronomischer

Publikationen aus den letzten Jahren und

empfiehlt sich durch seine Verständlichkeit auch

einem breiten Kreis interessierter Laien.

Rudolf Merget

Hesse und sein Illustrator Böhmer

Die Hesse-Geburtsstadt Calw veröffentlicht Dokumente einer besonderen Freundschaft

kussionen schaffen eine Atmosphäre, als säße man

im Garten oder Wohnzimmer von Hesses langjährigem

Domizil in Montagnola im Tessin. Die Authentizität

der Erfahrungen, dazu zahlreiche Porträts

von Hesse vermitteln eine direkte Art des Zugangs

zu dem Kultautor ungezählter Jugendlicher.

Den ersten Kontakt zu Hesse knüpfte Böhmer

1932 mit einem Brief, in dem er von seinen Vorhaben

schrieb, Radierungen zu dessen Büchern machen

zu wollen. Hesse lud Böhmer nach Montagnola

ein. Und 1933, nach Abschluß seines Kunststudiums,

besuchte der 22jährige den berühmten

Autor, um dort mehrere Monate zu bleiben. Insgesamt

70 Seiten umfassen die Texte Böhmers über

seine Eindrücke von Hesse.

Ergänzt wird das Quellenmaterial des Bandes

durch einen informativen Bericht über das Kennenlernen

der beiden und ihre gemeinsame Arbeit,

den Volker Michels, bewährter Herausgeber der

Werke Hermann Hesses, verfaßt hat. Das Buch

wurde ursprünglich mit Böhmer konzipiert und

sollte zu seinem 75. Geburtstag als Ehrung und

Dank von Hesses Geburtsstadt Calw herausgegeben

werden. Nach Böhmers unerwartetem Tod

1986 half seine Witwe bei der Fertigstellung. MH

Die Hohenzollern in Lebensbildern

Ein biographischer Überblick über das deutsche Herrscherhaus

präsentiert er dann jeden der folgenden Herrscher

der brandenburgisch-preußischen Linie der

Hohenzollern-Familie in einem Lebensbild. Daran

schließt er noch ein Kapitel über die schwäbischen

Hohenzollern an.

Mast hat in den Lebensbildern die historischen

Fakten mit einer Kennzeichnung der Persönlichkeit,

die Politik mit der anschaulichen Einzelheit

auf sehr lesbare Weise verbunden. Ferngehalten

hat er sich indessen von jedem aktualisierenden

Räsonnement. Er hat sich bemüht, die Hohenzollern

und ihr Werk aus ihren jeweiligen Voraussetzungen

heraus zur Anschauung zu bringen. Er sieht

sich damit auch mit seinem verstorbenen Lehrer

Eberhard Kessel, dem Biographen Helmuth Graf

von Moltkes, verbunden.

Das Buch ist in seiner übersichlichen Form auch

als Nachschlagewerk hervorragend geeignet. Jedem

der Lebensbilder sind die persönlichen Familien-Daten

vorangestellt und die Daten der Nachkommen

angefügt. Ferner sind vorhanden eine

Stammtafel der Hohenzollern, ein Literaturverzeichnis,

ein 14 Seiten umfassendes Personenregister,

zwei Karten und zehn Bildporträts. RG

Essays zur Geistesgeschichte

Dominick LaCapra-Steven L. Kaplan (Hrsg.):

»Geschichte denken - Neubestimmungen

und Perspektiven moderner europäischer

Geistesgeschichte. Ins Deutsche übersetzt

von Hans Günter Holl. S.-Fischer-Verlag,

Frankfurt. 191 S., 24,80 DM.

»Geschichte denken - Neubestimmungen und

Perspektiven moderner europäischer Geistesgeschichte«

- unter diesem Titel hat der S.-Fischer-

Verlag in deutscher Erstausgabe eine Essay-Sammlung

herausgegeben. Es geht dabei um die Frage,

wie etwa Derrida, Foucault, Gadamer, die Annales-

Schule, die Psychoanalyse oder der Dekonstruktivismus

für eine Neuorientierung der Geistesgeschichte

neu gelesen werden können. Die meisten

Beiträge gehen auf eine Tagung im Jahre 1980

an der amerikanischen Cornell University zurück,

wie die Herausgeber Dominick LaCapra und Steven

L. Kaplan im Vorwort betonen.

Es beginnt mit den »Neuen Wilden«

Klaus Honnef: Kunst der Gegenwart. Verlag

Benedikt Taschen, Köln. 280 S., mit zahlr.

Abb., 29,95 DM.

Der Verlag Benedikt Taschen hat unter dem Titel

»Kunst der Gegenwart« eine Bestandsaufnahme

und Bewertung der internationalen zeitgenössischen

Kunst herausgebracht, die mit den »Neuen

Wilden« Ende der siebziger Jahre beginnt und bis

zu den jüngsten Strömungen der ausgehenden

achtziger Jahre reicht. Autor ist Klaus Honnef, Leiter

der Abteilung »Wechselausstellungen« des

Rheinischen Landesmuseums in Bonn. Das Buch

enthält Arbeiten von rund 100 Künstlern aus acht

Ländern, wobei aber Künstler aus der Bundesrepublik

überproportional berücksichtigt wurden.

Die Mainzer Römersammlung

Katalog zur Sammlung »Römische Steindenkmäler

- Mainz in römischer Zeit«. Verlag

Philipp von Zabern, Mainz. 267 Seiten, 51

Farbtafeln, 351 Schwarz-Weiß-Abbildungen.

Museumsausgabe 29 DM, Buchhandelsausgabe

45 DM.

Mit der Dokumentation »Römische Steindenkmäler

- Mainz in römischer Zeit« hat das Landesmuseum

Mainz die geplante Reihe der wissenschaftlichen

Bestandskataloge seiner Sammlungen

und Abteilungen begonnen. Der umfangreiche

Band gibt neben der Darstellung aller seit einigen

Jahren in der »Steinhalle« des Museums ausgestellten

römischen Denkmäler eine Zusammenfassung

der Geschichte des römischen Mainz von der Zeit

des Augustus bis zum Ende der römischen Herrschaft.

Das Mainzer Museum besitzt mit weit über 2000

Einzelfunden eine der bedeutendsten Sammlungen

römischer Steindenkmäler in Europa. Sie umfaßt

militärische und zivile Grabsteine, Altäre und

Legionsinschriften, Skulpturen, Sarkophage, Kaiserinschriften

und Architekturteile.

Impressionen aus einer Metropole

Alfred Zellinger: Stadtwolf/Downtown. Ritter-Verlag,

Klagenfurt. 180 S., 10 Abb., 24,80

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Visuelle und akustische Impressionen einer

Großstadt, reflektiert in einem Gehirn, dem es unter

dem pausenlosen Aufprall von Walkman-, Radio-,

TV-, Video- und Print-Reizen und aufgrund

eingeschränkter anderweitiger Orientierung nicht

gelingt, Ordnung in sie zu bringen. Eine ähnliche

Collage wie jetzt in »Stadtwolf/Downtown« hat der

Wiener Autor Alfred Zellinger schon in früheren

Büchern präsentiert, wie etwa »Spiel der Konzerne«

und »Liebe als fatale Strategie gegen das ironische

Spiel der Verführung«.

Das neue Opus soll offenbar so etwas wie eine

kaleidoskopartige Karikatur moderner Welt sein.

Da sind Reklamespots, wechselnde Sex-, Terrorismus-,

Gewalt- und Idylle-Einblendungen, verbunden

und unterbrochen mit/von Gesprächsfetzen

und trivialen Reflexionsansätzen. Das Schablonenhafte

dieser modernen Großstadtwelt soll auch

darin zum Ausdruck kommen, daß es nur so von

Shows, Teams, Locations, Sounds, Actions, Joints,

Installations, Kick-downs, Wohnshops, Styles,

Boutiques und Models wimmelt. Die Dialoge be-

schränken sich zuweilen auf das Kommunikationsniveau

von »Ciao. Wir rufen uns an. Ja?« - »Ja, wir

rufen uns an. Ciao! «.

Zur Geschichte des Deutschen Ordens

Beiträge zur Geschichte des Deutschen Or-

dens, Band I, herausgegeben von Udo Arnold.

N. G. Eiwert-Verlag, Marburg. 298 S., 38,- DM.

Als Band 36 der »Quellen und Studien zur

Geschichte des Deutschen Ordens«, die von der

Internationalen historischen Kommission zur Erforschung

des Deutschen Ordens veöffentlicht

werden, liegt der hier angezeigte Band vor. Seine

Autoren leben, wie der Herausgeber Prof. Dr. Udo

Arnold im Vorwort hervorhebt, »in Polen, der Bundesrepublik

Deutschland, Österreich und den

USA; der grenzüberschreitende Aspekt der Forschung

kann kaum besser aufgezeigt werden.« Die

Themen sind »Wendepunkte der Deutschordensgeschichte«

(Marian Biskup), »Entstehen und Entwicklung

der Ordensverwaltung in Pommerellen

nach 1308« (Maksymilian Grzegorz), »Agrarwirtschaft

im Deutschen Orden« (Udo Arnold), »Appellationsrecht

unter dem Deutschen Orden« (Frithjof

Sperling), »Seltene kirchliche Feierlichkeiten in

der Deutschordens-Residenz Mergentheim im September

1797« (Bernhard Demel), »Der Deutsche

Orden in amerikanischen Schulbüchern« (William

Urban), »Der verlorene Ordensfoliant 5« (Markian

Pelech) sowie »Der Deutsche Orden und das

Reich« (Gerhard Taddey und Gabriele Benning).

Verzeichnisse der Orte und Personen, der Abbildungen

und der Autoren beschließen den Band. -og-

Eine neue Darstellung der Normannen

Richard Allen Brown: Die Normannen. Arte.

mis-Verlag, München. 246 S., 29 Abb., geb.

39,80 DM.

Aus den Wikingerhorden, die im 9. Jahrhundert

die Küsten Europas verheerten, wurden wenig später

Staatengründer und Träger einer neuen kulturellen

Blütezeit. Eine konzentrierte Darstellung

von den Ursprüngen der Normannen bis zu ihren

weiterwirkenden Leistungen im 11. und 12. Jahrhundert

gibt der britische Historiker Richard Allen

Brown in einem Buch, das jetzt unter dem Titel

»Die Normannen« im Artemis-Verlag in deutscher

Übersetzung erschienen ist. Im Mittelpunkt des

Buches, in dem der namhafte Wissenschaftler für

ein breites Publikum die Summe seiner jahrzehntelangen

Forschungsarbeiten zieht, stehen die Eroberung

Englands durch die Normannen und ihre

Reichsgründung im Süden Italiens.


1

Mittwoch, 3. August 1988 ALLGEMEINE ZEITUNG Nummer 178 - Seite 22

Plötzlich und unerwartet verstarb mein lieber Sohn, Bruder, Schwager, Onkel,

Neffe, Pate und Cousin

im Alter von 50 Jahren.

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Alten-Buseck, Grüner Rasen 13, den 1. August 1988

In stiller Trauer:

Anna Körber geb. Bötz

Kurt Körber und Frau Rosa geb. Freisleben

mit Ulrich

und alle Angehörigen

Die Trauerfeier findet am Freitag, dem 5. August 1988, um 14.00 Uhr

in der Friedhofskapelle in Alten-Buseck statt.

Von Kranz- und Blumenspenden bitten wir abzusehen.

STATT KARTEN Alles hat seine Stunde und seine Zeit.

Eine Zeit zu weinen,

eine Zeit zu lachen,

eine Zeit zu klagen,

eine Zeit zu feiern,

eine Zeit zu suchen,

eine Zeit zu verlieren.

Mein lieber Mann, unser guter Vater, Opa, Schwiegervater, Schwager und Pate

hat uns für immer verlassen.

Wir alle wollen ihn nicht vergessen.

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Die Trauerfeier findet am Donnerstag, dem 4. August 1988, um 11.00 Uhr

auf dem Friedhof in Hausen statt.

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Gegen unseren Plan kann innerhalb eines Monats von jedem,

dessen rechtliches Interesse durch das Vorhaben berührt sein

könnte, beim Fernmeldeamt Gießen, Postfach 5050, schriftlich

oder bei o. g. Adresse zu Protokoll Widerspruch erhoben werden.

Die Frist beginnt mit dem ersten Tag der Auslegung (§ 70 Abs. 1

VwGO).

Az.: 22396 Fernmeldeamt Gießen

Fernmeldeamt Gießen

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Öffentliche Ausschreibung

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VOB A § 17 (1) folgende Arbeiten öffentlich aus:

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in Bad Vilbel

2. Flachdachsanierung an der John-F.-Kennedy-Schule

in Bad Vilbel

3. Fenstererneuerung an der Kurt-Schumacher-Schule

in Groß-Karben

Schriftliche Bewerbungen sind ab Donnerstag, 4. B. 1988, bis Mittwoch,

10.8. 1988 zu richten an:

Kreisausschuß des Wetteraukreises

Schul- und Kulturverwaltungsamt

Kaiserstraße 136, 6360 Friedberg 1

Telefon (06031) 83361 und 83362

Die Leistungsverzeichnisse können gegen Zahlung einer Schutzgebühr

für Nr. 1 DM 30,-, für Nr. 2 DM 20,- und für Nr. 3 DM 20,- ab

Donnerstag, 4. B. 1988 in der Zeit von 8.00-15.00 Uhr im Landratsamt

Friedberg, Zimmer 412 und 413, abgeholt werden.

Die Schutzgebühren sind einzuzahlen bei der Kreissparkasse Friedberg,

Konto-Nr. 000000718, BLZ 51850079 unter Angabe der jeweiligen

Maßnahme.

Die Submission findet am 25. B. 1988 für die Nr. 1 um 14.00 Uhr, für die

Nr. 2 um 14.15 Uhr und für die Nr. 3 um 14.30 Uhr im Landratsamt,

Kaiserstr. 136, 4. Stock, Zimmer 412, in Friedberg statt.

Zugelassen sind Firmeninhaber oder ein Bevollmächtigter.

Ausführungszeit: September bis Oktober 1988

Zuschlagerteilende Stelle: Wetteraukreis - Der Kreisausschuß -

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Mittwoch, 3. August 1988 ALLGEMEINE ZEITUNG Nummer 178 — Seite 23

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Mittwoch, 3. August 1988 KREIS GIESSEN UND MITTELHESSEN Nummer 178 - Seite 25

»#eionzelmännchen« au em atien JiHerguI

Neun Helfer des »Internationalen Bauordens« arbeiten derzeit an der Sanierung und Umgestaltung des Hofgutes Friedelhausen

In Dornholzhausen wird heute

der Strom abgestellt

Langgöns-Dornholzhausen (vk). Wegen dringender

Arbeiten am Leitungsnetz wird in Dornholzhausen

am heutigen Mittwoch, dem 3. August,

in der Zeit von 13 bis 16 Uhr der Strom abgeschaltet.

Folgende Straßen sind davon betroffen: Wikkengartenstraße,

Hohl, Dorfstraße bis Ecke Kleebachstraße,

Auf der Beun, Veilchenweg, Brunnenweg,

Am Dornbusch, Paul-Schneider-Straße, Lindenstraße,

Blankweg, Am Ahorn, Geiersberg, Wilhelmstraße,

Erlenweg, Strauchbachweg und Paul-

Schneider-Heim.

Mit der »Bimbel« in den

Ferien durch die Wetterau

Münzenberg (-). Alle Jahre wieder fährt die

»Bimbel« während der Sommerferien auf der

Butzbach-Licher Eisenbahn. Am Sonntag ist es

wieder soweit: Der Zug fährt wieder von dem

kleinen, schmucken Bahnhof Bad Nauheim-

Nord in Richtung Münzenberg. Die Abfahrtszeiten:

9.20, 13.05 und 15.40 Uhr. Die Züge, die über

Steinfurth, Oppershofen, Rockenberg, Griedel,

Butzbach, Gambach und Ober-Hörgern nach

Münzenberg fahren, kommen dort um 10.41,

14.14 und 16.25 Uhr an. Die Abfahrt in Münzenberg

ist um 11.05, 14.50 und 17.15 Uhr. Dabei

trifft der Zug um 11.44 Uhr, 15.29 und 18.35 Uhr

in Bad Nauheim ein. Im Zug läuft ein Thekenwagen

mit. Weiter haben die Eisenbahnfreunde

in Münzenberg ein Festzelt aufgebaut.

FDP: Bei neuem Abfallgesetz Kreise

nicht aus Verantwortung entlassen

Ehringshausen (-). Vor Mitgliedern des kommunalpolitischen

Arbeitskreises der FDP Lahn-Dill

hat der Kreisvorsitzende der Liberalen, Joachim

Schmidt (Braunfels), die Landtagsfraktion der

FDP aufgefordert, bei der anstehenden Novellierung

des hessischen Abfallgesetzes darauf zu achten,

daß die entsorgungspflichtigen Kreise nicht

aus ihrer Verantwortung entlassen werden dürften.

Dem Vernehmen nach soll die geplante Novelle

auch Regelungen für einen sogenannten geregelten

Export von Hausmüll in das benachbarte Ausland

enthalten. Die FDP Lahn-Dill befürchtet, daß eine

solche Regelung all den Kreisen Wasser auf die

Mühlen gibt, die sich bislang nur sehr nachlässig

über eigene Abfallentsorgungseinrichtungen Gedanken

gemacht hätten.

Feuer in Grünberg:

Eindeutig Brandstiftung

G r ü n b e r g (ho). Das Feuer, das am Montag

kurz nach Ladenschluß in einem Autozubehörladen

in der Gießener Straße 59 ausbrach

(die AZ berichtete gestern mit Fotos), wurde

eindeutig durch vorsätzliche Brandstiftung

verursacht. Das haben die Ermittlungen der

Fahnder der Gießener K 11 und der LKA-

Brandursachenermittlungsgruppe ergeben.

Wie Polizei-Pressesprecher Kurt Maier weiter

mitteilte, werden die Ermittlungen fortgesetzt.

Der Geschädigte konnte noch keine Angaben

zur Schadenshöhe machen. Der Büroraum

wurde vollständig, der Verkaufsraum größtenteils

und die anderen Räume schwer beschädigt.

Die Polizei bittet um Hinweise auf

verdächtige Personen in der fraglichen Zeit

(gegen 18.30 Uhr). Telefonische Hinweise nehmen

die Polizeistation Grünberg (0 64 01/

70 73) oder die Kripo Gießen (06 41/30 71) entgegen.

Lollar (ei). Sechs Niederländer, zwei Bundesdeutsche

und ein Franzose verbringen ihren Urlaub

in diesem Jahr einmal anders. Allerdings nicht

zur Yeti-Jagd nach Tibet oder mit dem Einbaum

den Amazonas hinauf, sondern zum Baueinsatz auf

Friedelhausen. Auf dem Hofgut, wo derzeit 25 geistig

Behinderte betreut und im eigenen Landwirtschaftsbetrieb

beschäftigt werden, soll der umfangreiche

Gebäudekomplex saniert und ausgebaut

werden. Die neun jungen Helfer gehören zum »Internationalen

Bauorden« (IBO), der es sich zur Aufgabe

gemacht hat, in Notsituationen geratene Menschen

und Gemeinschaften bei der Errichtung von

Wohnungen und Heimen zu helfen.

Zum Gut gehören 55 Hektar Land

Auf der Kreisstraße (K 26) Richtung Odenhausen

zweigt vor der Lahnbrücke ein kleiner Feldweg

zum Hofgut Friedelhausen ab. Rund eineinhalb Kilometer

führt der Weg über eine Vielzahl von

Schlaglöchern und unter einem Bahndamm durch

zu dem Gut, das 400 Jahre alt sein soll. Wo in grauer

Vorzeit Ritter ihr Unwesen trieben, betreibt die

»Hofgemeinschaft für heilende Arbeit« seit 1982

einen Bauernhof. Die zum Gut gehörenden 55

Hektar Land werden biologisch-dynamisch bestellt,

erläuterte der Leiter, Michael Gehrke, bei

einem Besuch der AZ. Auf diesem Land baut die

Höfgemeinschaft Gemüse, Getreide und Futter für

die Milchkühe an. Die überschüssigen Produkte

werden entweder direkt auf dem Hof oder auf dem

Markt in Marburg verkauft.

Hammer und Spaten statt Lehrbuch

Vor einer großen Scheune steht Philipp und

klopft Backsteine sauber, damit sie anderweitig

wieder verwendet werden können. Philipp stammt

aus der Normandie und gehört zu der IBO-Gruppe,

die vom 17. Juli bis zum 6. August in Friedelhausen

aktiv ist. Zuhause studiert er Elektrotechnik und

Mathematik, erzählt der Franzose. Guido aus Düsseldorf

knattert mit einem Trecker über das ausgetretene

Kopfsteinpflaster des Gutshofes. Er ist eigentlich

Maurerlehrling. Sein Chef habe ihn auf die

Aktivitäten des Bauordens, der weltweit tätig ist,

aufmerksam gemacht. Guido und - Zimmermann

MdB Adolf Roth (CDU):

Das Gesetz lege für diese Umweltverträglichkeitsprüfung

(UVP) einheitliche Mindestforderungen

fest, die für alle erfaßten Projekte gelten. Dazu

zählten nicht nur gewerbliche Anlagen wie Kraftwerke,

Raffinerien oder Großanlagen der Chemie,

sondern auch Abfallentsorgungs- und Kläranlagen,

sowie sämtliche Verkehrsanlagen. Eigene Prüfungsverfahren

oder neue Behörden sehe der Gesetzentwurf

nicht vor, teilte der CDU-Politiker mit.

Die UVP solle vielmehr in bestehende Verfahren

integriert werden, wobei sichergestellt werde, daß

die Zulassungsbehörden erst dann über ein Projekt

entschieden, wenn die Informationen über alle

Umweltauswirkungen vorlägen. Im übrigen sei die

Umweltverträglichkeitsprüfung auch für Verfahren

vorgesehen, die lediglich Teilzulassungen beträfen

oder Standort- und Trassenprobleme klären

Heuchelheim (hf). Dreihundert Tage mobiler

Hilfsdienst in Heuchelheim und Kinzenbach. Die

Verantwortlichen im Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt

sind mit dem Einsatzergebnis dieser Zeit zufrieden.

Wie Vorsitzende Christa Bepler und Ehrenvorsitzender

Werner Valentin betonen, ist es ein

umfangreicher Katalog, der von diesem Hilfsdienst

angeboten wird.

Grundsätzlich ist dieser besonders für alte und

hilfsbedürftige Menschen eingerichtete Dienst in

den Gesamtbereich der Sozialstation eingebunden.

Zu den besonderen Angeboten zählen Fahrten zum

Einkaufen, zu Veranstaltungen, zu Besuchen oder

was auch immer im Personentransportbereich anfällt.

Es gehört aber auch zu der Aufgabe des Fahrers,

für die bedürftigen Menschen Besorgungen zu

machen, wenn diese von den betroffenen Personen

nicht selbst erledigt werden können. Der Hilfsdienstleistende

ist jedoch nicht nur »Fahrer« - er

ist im wahrsten Sinn des Wortes »Mädchen für

Kai Faber, der Fahrer des mobilen Hilfsdienstes, und zwei seiner »Kundinnen«, die er zum Einkau-

fen fährt (Foto: hf)

Eine Gruppe des »Internationalen Bauordens« hilft derzeit bei der Sanierung und Umgestaltung des

Hofgutes Friedelhausen. Philipp (rechts) aus der Normandie (Frankreich) ist einer von neun »Hein-

zelmännchen«, die ihre Arbeitskraft kostenlos zur Verfügung stellen. (Foto: ei)

in spe - Frank aus der Nähe von Stuttgart sind in

dieser Gruppe die einzigen Fachleute.

Ein umfangreiches Pensum

Das Pensum, das der IBO in Friedelhausen schaffen

will, beinhaltet umfangreiche Maßnahmen: Neben

dem Bau einer biologischen Kläranlage soll ein

■■

»Umwelt-TUV soll prufenet

Belastun g en

Neues Gesetz wird Genehmigungsverfahren straffen und beschleunigen

L i n d e n (-). »Der Umweltschutz in der Bundesrepubulik soll erheblich verbessert werden. Bei

einer Vielzahl öffentlicher und privater Projekte mit Auswirkungen auf die Natur sollen künftig

nicht wie bisher nur Einzelbelastungen des Wassers oder der Luft zum Beispiel, als Maßstab für die

Umweltverträglichkeit dienen, die Umweltfreundlichkeit oder -schädlichkeit eines Projektes soll

vielmehr an der Summe aller seiner Auswirkungen gemessen werden.« Mit diesen Worten beschrieb

- Wie der AZ geschrieben wird - der heimische CDU-Abgeordnete Adolf Roth vor CDU-Kommunalpolitikern

in den »Ratsstuben« den neuen Entwurf eines Gesetzes zur Umweltverträglichkeitsprüfung,

den das Bundeskabinett Ende Juni verabschiedete. Im einzelnen sei vorgesehen, für

bestimmte Vorhaben mit besonderen Umwelteffekten erstmals eine Prüfung aller Umweltauswirkungen

einzuführen, eine Art »Umwelt-TÜV« also, bei dem statt der Prüfung von Einzelbelastungen

die Gesamtschau der Umweltbeeinflussung für eine Bewertung maßgebend sein soll.

sollten. Die Prüfung werde also schon zu einem

Zeitpunkt vorgenommen, an dem noch keine Vorfestlegungen

mit negativen Umweltfolgen erfolgt

und umweltverträglichere Alternativen womöglich

bereits verworfen worden seien.

Roth wertete den Gesetzentwurf als einen weiteren

umweltpolitischen Erfolg der Bundesregierung.

Dafür seien drei Punkte entscheidend: Zum

einen sei es erstmals gelungen, für eine Vielzahl

von Politikbereichen einheitliche Regelungen für

eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit Gesetzeskraft

festzulegen. Zum anderen biete das Gesetz

den Bundesländern die Chance, die bestehenden

Genehmigungsverfahren zu straffen und zu beschleunigen.

Und schließlich wirke das Gesetz der

Zersplitterung des Umweltrechts entgegen und bilde

den ersten praktischen Schritt auf dem Weg zu

einem Umweltgesetzbuch.

Der Fahrer ist =Mädchen für alleer

300 Tage mobiler Hilfsdienst: Arbeiterwohlfahrt zieht eine zufriedene Bilanz

alles«. Hilfen im Haushalt, soweit sie von einer

männlichen Person erledigt werden können, sind

eine Selbstverständlichkeit. Dazu können sowohl

Reinigungsarbeiten zählen als auch die Versorgung

von Öfen und Heizungen.

Pflegerische Hilfen kann der Zivildienstleistende

jedoch nur nach besonderer Anleitung und mit

Zustimmung durch die Fachkraft (Gemeindeschwester)

übernehmen. Es ist nicht selten, daß

hilfsbedürftige Personen eine Begleitung benötigen,

wenn ein Besuch beim Arzt erfolgen soll. Auch

steht im Angebotskatalog, daß für die Zeit der Abwesenheit

einer Pflegeperson, die einen kranken

oder pflegebedürftigen Menschen zu beaufsichtigen

hat, der Hilfsdienstleistende diese vorübergehende

Beaufsichtigung übernimmt. Es sind unendlich

viele Aufgaben, die von Kai Faber, der derzeit

den Dienst in Heuchelheim versieht, wahrgenommen

werden. Der Hilfsdienst kann über die Sozialstation

der Gemeinde (Telefon: 6 12 80) oder direkt

über die Gemeindeverwaltung angefordert werden.

Scheunendach repariert, ein Kälberstall eingerichtet

und der alte Kälberstall zu einer Käserei umfunktioniert

werden. Fast fertig ist der Ausbau des

zweiten Obergeschosses in der »Alten Burg«. Über

ausgetretene Stufen führt eine enge Wendeltreppe

- vorbei am verfallenen Prunksaal - zu Räumen,

die früher unter anderem als Räucher- und Speisekammer

Verwendung fanden. An einer Stelle ragen

noch die rußgeschwärzte Balken hervor. Hier mußten

die Wände isoliert und verputzt werden, damit

die Räume zum Schlafen und Wohnen genutzt werden

können. Zum Wohnraum umgestaltet wurde

auch das alte Wächterzimmer, das bis vor wenigen

Jahren noch als hauseigene Trafostation diente.

Die Kosten für diese Maßnahmen muß die Hofgemeinschaft

aus Spenden, dem Verkauf von Erzeugnissen

und ähnlichen finanzieren. Offizielle Zuschüsse

erhält das Hofgut nicht, sagt Leiter Gehrke,

da die Räumlichkeiten nicht der Gemeinschaft

gehören, sondern lediglich gemietet sind. Daher

könnten diese Arbeiten nur mit dem unbezahlten

Einsatz der IBO-Helfer bewältigt werden.

Am Sonntag kommen die nächsten

Für Philipp, Guido, Frank und die weiteren sechs

»IBO-Heinzelmännchen« endet der Einsatz am

kommenden Samstag. Am Tag darauf setzt die

nächste Gruppe - bestehend aus Belgiern und Bundesdeutschen

- die Arbeiten fort. Der dreiwöchige

Arbeitseinsatz habe ihm Spaß gemacht, resümiert

Eric aus dem niederländischen Utrecht. Für ihn,

der Mathematiklehrer werden will, sei die Zeit in

Friedelhausen eine angenehme Abwechselung zur

Denk- und Schreibarbeit gewesen. Daher steht für

Eric - wie auch für die anderen - jetzt schon fest,

daß er auch im kommenden Jahr wieder für den

IBO im Einsatz sein will - ob dann allerdings wieder

auf Friedelhausen, ist ungewiß.

Heizungsschlauch brannte:

Transfer der Festzugkostüme

nicht ohne Schwierigkeiten

Allendorf/Lumda (tb). Ein »feuriges Intermezzo«

im Vorfeld der 1200-Jahr-Feier erlebten

am Freitag vorletzter Woche die Mitglieder des

Festzug-Unterausschusses Harald Wallenfels

und Ulrich Hofmann: Bei der Fahrt zu einem

Kostümverleih in Fankfurt, bei dem man 150

historische Kleidungsstücke für Festzuggruppen

holen wollte, geriet das Feuerwehrauto in

Brand.

Höhe Gambacher Kreuz hatten die beiden Insassen

Rauch bemerkt, der ins Führerhaus

drang. Sie stoppten das Fahrzeug und stellten

einen brennenden Heizungsschlauch fest. Mit

einem Halon-Feuerlöscher rückte man dem

Brandherd »zu Leibe«; es gelang jedoch nicht,

den brennenden Schlauch gänzlich zu löschen.

Inzwischen hatten Polizisten, die die Allendorfer

von der Gegenfahrbahn her bemerkt hatten,

die Feuerwehr alarmiert. Vom Stützpunkt

Linden rückte diese an und löschte den Brand

endgültig. Wie Harald Wallenfels gegenüber der

AZ eingestand, war ihm die brenzlige Angelegenheit

»nicht ganz geheuer«, schließlich bestand

die Gefahr, daß sich Benzin entzündete.

Die Sache ging freilich glimpflich ab, der Feuerwehrbus

wurde zu einer Butzbacher Werkstatt

geschleppt. Der inzwischen behobene Schaden

beträgt rund 1000 DM.

Wie die Besucher und Leser dieser Zeitung

feststellen konnten, klappte trotz dieses Zwischenfalls

der Transfer der historischen Kostüme

von der Main- in die Lumdatalmetropole.

Ein Fahrzeug der Verwaltung war zum Unfallort

gefahren und hatte den Transport übernommen,

so daß die Festzugteilnehmer sich mit originalgetreuen

Kostümen auf den Weg machen

konnten.

Eigenartige Tierliebe

Marburg (mc). Ihre höchst kuriose Tierliebe müssen

zwei 23 und 22 Jahre alte, arbeitslose Männer

aus Marburg hart büßen: Das Schöffengericht Marburg

verurteilte sie wegen fortgesetzten Diebstahls

zu zwei Jahren und eineinhalb Jahren Freiheits-

strafe.

Während der jüngere und bereits 13mal vorbestrafte

Angeklagte diese Strafe abbüßen muß, erhielt

sein Freund eine mehrjährige Bewährungsfrist.

Die beiden Angeklagten hatten in ihren Kleinwohnungen

in Marburg zeitweise mehrere Dutzend

Vögel, sechs Katzen und fünf Hunde sowie mehrere

Sittiche, Kaninchen, Ratten, Schildkröten und

Fische beheimatet. Ihre Arbeitslosenunterstützung

reichte jedoch nicht aus, um diese große Zahl von

Tieren zu ernähren. Und so kamen sie auf den

Gedanken, in Tierhandlungen einzubrechen und

das benötigte Futter dort zu stehlen. Sie richteten

dabei einen Schaden von vielen tausend DM an.

Nach einigen Einbrüchen waren sie auf frischer Tat

ertappt worden.


Mittwoch, 3. August 1988 KREIS GIESSEN UND MITTELHESSEN Nummer 178 - Seite 26

Durchgriinfe d rfsdurchf ahrf- vielerorts Zukunftsmusik, nicht aber in Steinbach (Foto: no)

»Milchversorgung«: Vorstand

verwahrt sich gegen SPD-Vorwürfe

Wetzlar (-). Der Vorstand der Milchversorgung

Lahn-Dill-Wetter-MLDW in Wetzlar teilt zu den

Vorwürfen des SPD-Landtagsabgeordneten Wolfgang

Müller und des SPD-Vorsitzenden in Wetzlar,

Karlheinz Pfaff (AZ vom 30. Juli: »>Milchversorgung


Mittwoch, 3. August 1988 KREIS GIESSEN UND MITTELHESSEN Nummer 178 - Seite 27

GIESSENER ALLGEMEINE ZEITUNG Rumm¢ldumm¢lsiadi

FErnEN

SPIELE

Mittwoch, 3. August 1988

Biebertal: 17-19 Uhr, Bürgerhaus Rodheim-

Bieber, Kegeln (8-16 Jahre)

Buseck: 18 Uhr, Sportplatz Beuern, Handball

und Grillen

Heuchelheim: 14-16 Uhr, Kindergarten 2, »Als

rasender Reporter bei den Heuchelheimer Ferienspielen«

(ab 10 Jahre) -17.30 -18.30 Uhr, Jugendzentrum,

Schach für Anfänger- 18.30-19.30

Uhr für Fortgeschrittene: »Zeitreise ins Mittelalter«

(Projektwoche)

Hüttenberg-Rechtenbach: 9-12 Uhr, Tennisanlage

(Am Steinberg) Schnuppertennis

Lahnau: -14-16 Uhr, Ev. Gemeindehaus Atz

Dorlar, Schach - 9-12 Uhr, Lahntal-Schu-bachle, Kochkurs - Reitkurs in Wetzlar-Bodenfeld

bzw. in der Reithalle Waldgirmes jeweils von

9-11 Uhr- 3 Tage Sport, Spiel + Spaß für Kinder

v. 10-14 Jahren, Treffpunkt Sportplatz Dorlar

bei d. Tankstelle - 19-20 Uhr, Schwimmbad

Waldgirmes, Schwimmkurs - 9.30-12.30 Uhr,

Lahntal-Schule in Atzbach, Entdecken im

Schulgarten

Langgöns: 8.40 Uhr, Feuerwehrgerätehaus, Ausflug

zum Hoherodskopf (6-16 Jahre)

Laubach: 10 Uhr, Sporthalle, Radwanderung

14 Uhr, Kneippanlage, Spiele

Linden-Großen-Linden: 10.30-13.30 Uhr, Sozialraum

des Rathauses, Konrad-Adenauer-

Str. 25, Italienischer Kochkurs (8-14 Jahre)

Lollar: 8.30 Uhr, Rathaus Lollar, Besichtigung

des Kommunalen Gebietsrechenzentrums

Gießen

Pohlheim: 9 Uhr, Fahrt zu den Karl-May-Festspielen

nach Eispe

Reiskirchen: 10 Uhr, Sportplatz Saasen, Bau

der Kinderstadt und des Feuchtbiotops -

14 Uhr, Radio und Zeitung, Besuch der Gemein

-deverwaltung

Wettenberg: 17 Uhr, Jugendzentrum Wißmar,

Tanzen (»Der wilde Westen«)

Donnerstag, 4. Aug. 1988

Heuchelheim: Projektwoche »Zeitreise ins Mittelalter«

Hüttenberg: 14-17 Uhr, Ev. Gemeindezentrum

Reiskirchen, Tischtennis

Lahnau: 9-12 Uhr, Lahntal-Schule, Kochkurs -

Reitkurs in Wetzlar-Bodenfeld bzw. in der Reithalle

Waldgirmes jeweils von 9-11 Uhr - 19-20

Uhr, Schwimmbad Waldgirmes, Schwimmkurs

Langgöns: 8.55 Uhr, Feuerwehrgerätehaus,

Waldwanderung (12-16 Jahre) - 7.55 Uhr, Feuerwehrgerätehaus,

Fahrt nach Oberkleen am

Steinbruchsee zum Angeln (12-16 Jahre) -

8.55 Uhr, Feuerwehrgerätehaus, Moto-Cross

(12-16 Jahre)

Laubach: 10 Uhr, Sporthalle, Spiele mit der

Turngemeinde - 14 Uhr, Sporthalle, Stationsspiele

Linden-Großen-Linden: 10.30-13.30 Uhr, So-

zialraum des Rathauses, Konrad-Adenauer-

Str. 25, Italienischer Kochkurs (8-14 Jahre) -

15 Uhr, Schwimmbad, Zeltlager bis 7. 8., gegen

15 Uhr (8-17 Jahre)

Lollar-Odenhausen: 16-18 Uhr, Mehrzweckhalle,

Kegelspiele

Reiskirchen: 10 Uhr, Sportplatz Saasen, Arbeiten

in der Stadt - ab 14 Uhr, Kinderkino (»Lauf,

Charlie Brown«)

Wettenberg: 17 Uhr, Jugendzentrum Wißmar,

Tanzen (»Der wilde Westen«)

— Rei'ski'Pchens neunlep Opfski't

Ferienspiele gestern feierlich eröffnet — Bürgermeister Klaus Döring übergab seinem »Kollegen« Jens die Ernennungsurkunde

»Die freien Bürger« von »Rummelbummelstadt« feierten - und arbeiteten - gestern auf dem Saasener Sportplatz (Fotos: es)

R e i s k i r c h e n (es). Einen Ortsteil mehr hat seit gestern die Großgemeinde Reiskirchen: »Rum -

melbummelstadt« am Sportplatz in Saasen bekam während einer feierlichen Eröffnungszeremonie

der Ferienspiele die Stadtrechte verliehen, und die 146 Einwohner wurden zu »freien Stadtbürgern«

ernannt. Bürgermeister Klaus Döring, der als Ehrengast zusammen mit dem Vorsitzenden der

Gemeindevertretung, Paul Bollmann, dem neuen Gemeindeteil einen Besuch abstattete, hat jedoch

mit »Rummelbummelstadt« in seiner Verwaltung keine Mehrarbeit zu befürchten: Jens Eisenfeller

ist für drei Tage Bürgermeister der herrlich gelegenen Stadt am Sportplatz. Tatkräftig unterstützt

wird er von seinem Stellvertreter, Frank Eisenfeller, ehe von der Bürgerversammlung Nachfolger

gewählt werden.

Eine Menge erledigen mußten die Bürger der

Stadt bereits gestern: Hochbetrieb herrschte in der

»Kneipe« - Simone, Meike, Rebecca und Nadine

konnten schon nach wenigen Stunden 700 Taler

auf das Geschäftskonto einzahlen und damit bald

wieder in den Großmarkt zum Einkaufen gehen.

Auf keinen Fall dürfen sie dann vergessen, Brot

mitzubringen; denn die hungrigen Bürger, die gestern

in die Gaststätte stürmten, wurden mit einem

Plakat empfangen: »Brot leider ausverkauft«.

Alle Hände voll zu tun hat auch Bürgermeister

Jens: Sein Amtszimmer ist gleichzeitig Fundbüro.

Alle herrenlosen Gegenstände landen auf seinem

Schreibtisch, Jens bessert bei der Verteilung auch

gleich die Stadtkasse etwas auf; jeder, der etwas

zurückbekommen möchte, muß einen Taler zahlen.

Mit dem Feuerwehr-Auto durchs Dorf

Ferienspiele gestern in Langgöns: 80 Kinder besuchten Feuerwehr-Gerätehaus

Langgöns (os). »Brennend« interessiert sind die

Ferienspiel-Kinder in allen Städten und Gemeinden,

wenn der Besuch eines Feuerwehr-Gerätehauses

auf dem Programm steht. So geschehen gestern

in Langgöns. »Wo hat denn das Feuerwehrauto

seinen Tank?« fragte der kleine Manuel Klaus Kiesling.

Der »Feuerwehr-Boß« gab bereitwillig Auskunft.

Während er und seine Kameraden eine Löschübung

vorbereiteten, erkundeten die Kleinen

das Gerätehaus und die Fahrzeuge selbst. Dann

gab's im Bürgerhaus einen Film zu sehen, in dem

der kleine Feuerwehrmann Atze seine großen Vorbilder

nachspielt und seiner Schwester erzählt, wie

hatten gestern die »Qual der Wahl«: Christi-

DieAubachep iepi'eftspiL9l-Kinder na Hühnergard, verantwortlich für die zweiwöchigen

Aktionen, hatte zusammen mit den sieben Betreuern das Programm kurzfristig geändert. Die

älteren Kinder beschäftigten sich mit den Filmen »Des anderen Last« und »Warten bis Lilly kommt«. Die

Jüngeren planschten derweil im Hallenbad. Dabei bereitete es große Freude, Betreuer Frank naßzuspritzen

- der davon allerdings weniger begeistert war. (Foto: os)

Philipp ist der Leiter des Bauamtes und mußte

Baugenehmigungen erteilen. Er faßte aber auch

selbst mit an und ist wohl in Deutschland der einzige

Bauamstsleiter, der Anträge genehmigt und ausführt.

Anne Katrin, Anne Christine, Nico, Anne,

Julia und Joöl nehmen diese Hilfe sicher auch gern

an, denn das Firmengebäude »Hoch- und Tiefbau«

soll noch fertig werden, ehe die ersten Aufträge ins

Haus flattern. In den nächsten Tagen werden sie

mit dem Aufstellen von Schildern und dem Anlegen

eines Teiches so beschäftigt sein, daß sie für

die Wiedereinführung der Sechs-Tage-Woche in

»Rummelbummelstadt« bestimmt dankbar sind.

Bis jetzt arbeitslos war zum Glück die Feuerwehr

der Stadt. Zur Zeit sind die fünf Feuerwehrmänner

und Sabrina, die einzige Feuerwehrfrau, noch da-

man Notrufe absendet. Als Kiesling dann fragte,

wer denn ein richtiges Feuer löschen wolle,

schnellten nahezu alle Finger hoch. Jeder durfte.

Mit einem Kohlensäurelöscher machten die Jungen

und Mädchen im Alter von sechs bis 13 Jahren

nacheinander ein Feuer aus.

Nach der Löschübung erfüllte sich ein Wunsch,

den fast jedes Kind hat: im großen Feuerwehrauto

durchs Dorf fahren. Mit dem LF 16 geht die Fahrt

durch Langgöns - die Augen der Jungen und Mädchen

blitzen. Zum Abschluß gab's noch eine Wasser-Löschübung

mit drei C-Schläuchen. Spaß hat's

allen bereitet. (Foto: os)

(das Jnieresse am TenKis -S (f d

mit beschäftigt, ein Feuerwehrauto mit Blaulicht

zu bauen. Markus traf die letzten Vorbereitungen in

der Rundfunkstation. Wenn die Boxen aufgebaut

und das Kabel verlegt ist, kann zum ersten Male

»live« vom Sportplatz gesendet werden. Währenddessen

hat der »rasende Reporter« der »Rummelbummel-Zeitung«

noch viel zu tun. Er spricht mit

Bürgern und ist »über alles« informiert.

Das Programm der nächsten zwei Wochen enthält

einige Leckerbissen: Die einzelnen Gruppen

besuchen ihre »Kollegen« in den Reiskirchener

Ortsteilen. Es gibt einen Betriebsausflug in eine

Bäckerei, die »Bankangestellten« besuchen die

Volksbank und die »Jounalisten« fahren zu HR 4

nach Wetzlar. Außerdem gibt es noch einen Tagesausflug

zum Marionettentheater nach Steinau/Fulda.

Am Donnerstag wird das Telefonnetz verlegt;

dann können die Geschäfte telefonisch abgewikkelt

werden.

Jugendpfleger Wielsch wies darauf hin, daß die

Betreuer das Projekt selbst entwickelt und in dreimonatiger

Arbeit vorbereitet hätten. Er hoffe, daß

den Kindern die Verwaltungsarbeit einer Stadt

oder Gemeinde transparenter gemacht werden

könne.

HeUte

Das Fernseh- und

Rundfunkprograrnm Ihrer Zeitung

Im Vogelsberg Brot gebacken

und Planwagenfahrt unternommen

Linden (wi). »Planwagen und Brot - hilft auch

in der größten Not«, so lautete das Ferienspiel-

Motto am Sonntag in Linden. Von der Volkshalle in

Leihgestern und der TV-Halle in Großen-Linden

starteten 63 Kinder und zehn Erwachsene in zwei

Omnibussen Richtung Vogelsberg. Ziel war Michelbach

bei Schotten. Dort wurde Teig gerollt und

geknetet. Der fertige Brotteig wurde ins Backhaus

gebracht. Während fleißige Helfer das Brotbacken

übernommen hatten, gingen die Kinder per Planwagen

auf Tour. Nach der Rückkehr, zwei Stunden

später, gab's knuspriges Brot und frischen Kuchen

sowie Kaffee, Kakao und Limonade.

Jugend-Musikkorps zeltete an

der »Grube Fernie«. Viel Spaß

Linden-Großen-Linden (wi). Neben der Musik

gehört auch ein Zeltlager zum Angebot im neuen

Jugendmusikcorps der Feuerwehr Großen-Linden.

Bei hochsommerlichen Temperaturen waren die 22

Mitglieder mit vollem Eifer bei der Sache. In der

»Grube Fernie« sie von ihrem Leiter Jürgen Braun

und dessen Helfern umsorgt. Nach dem Zeltaufbau

wurde eine Flagge gehißt. Die Ausbilder wurden

am Samstag bereits um 5.45 Uhr »schonungslos«

geweckt. Die Verpflegung lag in den Händen der

»Köche« der Einsatzabteilung. Mit dem Planwagen

ging's am Sonntag zum Flugplatz Lützellinden. Danach

kamen Eltern und Bekannte zum Abholen der

Kinder. Das Jugendmusikcorps spielte sein erstes

Musikstück vor einem Publikum.

ist ungebrochen groß. So auch in Biebertal, wo

sich 60 Kinder für das Ferienspiel-Angebot des

Tennisvereins angemeldet haben. Dieser Tage hatte Doris Launspach in Vertretung für Hanne Weller die

Leitung der »Tennis-Kennenlernaktion«. 25 Kinder erlernten Tennis-Grundlagen. Es ging den Verantwortlichen

darum, »einfach Lust auf Tennis« zu machen; sicher mit der leisen Hoffnung, daß einige der

Kinder dem Verein erhalten bleiben. (mo/Foto: mo)


Mittwoch, 3. August 1988 KREIS GIESSEN UND MITTELHESSEN Nummer 178 - Seite 28

Wenn der Obstertrag Wünsche offen läßt ..

... dann kann das unterschiedliche Gründe haben — Sommerschnitt-Lehrgang

Ein Schwertransport

der Spedition Kreiling (Gießen) fuhr am Sonntagmorgen um

7 Uhr vom Steinbruch Lollar nach Bürgeln bei Marburg. Trans-

portiert wurde ein Förderband. Volker Kreiling, geschäftsführender Gesellschafter der Firma, bezifferte

das Gewicht des Schwertransportes mit 68 Tonnen, die Länge mit 27 Meter, die Höhe mit 5,10 Meter und

die (Über-)Breite mit 4,50 Meter. Nach seinen Worten ist die Strecke zügig und ohne Probleme zurückgelegt

worden; lediglich in Daubringen habe ein Anlieger geweckt werden müssen, um seinen Pkw

wegzufahren. Polizisten begleiteten den Transport. Dieser führte über Staufenberg nach Lollar, wo der

Lkw auf der L 3475 ein Stück in den Ort hineinfuhr, um dort zu wenden und die Fahrt in Richtung

Marburg fortsetzen zu können (Foto). (av/Foto: av)

Geuen Muoolldenonie nahe des Klosters

Stadtteilgespräch in Arnsburg — Im Herbst Beginn der Bauarbeiten für einen Golfplatz?

Lich-Arnsburg (11). Kürzlich fand im Kloster

Arnsburg ein Stadtteilgespräch statt, an dem seitens

der Stadt Bürgermeister Ludwig Seiboldt,

Stadtrat Hans-Robert Bessler und Vertreter der

Bauverwaltung teilnahmen. Vertreter des Klosters

waren Ortsvorsteher Karl Lang sowie die Mitglieder

des Ortsbeirates. Vom gräflichen Haus Solms-

Laubach war Oberforstdirektor Klaus Kamlah anwesend.

Bürgermeister Seiboldt ging zunächst allgemein

auf die Situation von Kloster Arnsburg ein. Er teilte

mit, daß in der Nachbarschaft des Klosters eine

Veränderung durch den Bau eines Golfplatzes eintreten

werde. Die Planungen hierfür seien in der

Genehmigungsphase, und man könne davon ausgehen,

daß schon im Herbst mit den Arbeiten begonnen

werde.

Die Einrichtung einer Kreismülldeponie vor den

Toren des Klosters müsse verhindert werden, unterstrich

der Bürgermeister. Kloster Arnsburg dürfe

seine Funktion als Naherholungsgebiet für den

Raum Frankfurt und Gießen durch eine Mülldeponie

nicht verlieren, sonst wären alle Bemühungen

der letzten Jahre um eine Steigerung des Fremdenund

Ausflugsverkehrs umsonst gewesen.

Des weiteren ging der Bürgermeister auf das Investitionsprogramm

für Kloster Arnsburg im Jahre

1988 ein, dessen Volumen rund 650 000 DM umfaßte.

Der Betrag setzt sich wie folgt zusammen: Straßenbau

129 000 DM, Kanalisation 85 000 DM, Anschluß

an die Kläranlage Muschenheim 350 000

DM, Wasserwerk 10 000 DM, Friedhöfe 10 000 DM,

öffentliche Anlagen 1000 DM, Kinderspielplätze

2000 DM, Reinigung Mühlgraben 10 000 DM und

AB-Maßnahme zur Bausicherung des Klosters

Unnützer Trinkwasser-Konflikt

Der SPD-Ortsbezirk Bersrod sieht sich genötigt,

nicht zuletzt aufgrund vieler Gespräche mit den

Mitbürgern Bersrods, in sachlicher Art und Weise

zu der Trinkwassersituation und den in diesem

Zusammenhang gemachten Äußerungen der Bürgerinitiative

Bersrod (BIB) Stellung zu nehmen.

Die aus den vielen Leserbriefen von Mitgliedern

der BIB herauszulesende Polemik trägt eher zur

Verunsicherung denn zur sachlichen Aufklärung

dieser Probleme bei. Die immer wieder seitens der

BIB angeführten 525 Bürger des Ortsteils haben

sich mit ihrer Unterschrift lediglich gegen einen

möglichen Standort Reinhardshain für die geplante

Kreismülldeponie ausgesprochen und tragen

schon lange nicht mehr alle Entscheidungen der

BIB mit.

Anstatt diesem Anliegen Rechnung zu tragen,

beschränken sich die Aktivitäten der BIB, zumindest

in letzter Zeit, auf die Eskalierung eines völlig

unnützen Konfliktes mit der Gemeindeverwaltung,

zudem in einem Punkt (Trinkwasserversorgung),

der die eigentliche Zielsetzung der BIB in den Hintergrund

rückt. Somit ist es nicht verwunderlich,

daß sich die BIB über der Gemeinde vorliegende

Ergebnisse von Gutachten hinwegsetzt und sich

allein die fachliche Kompetenz zur Beurteilung der

Trinkwasserqualität zuspricht.

In diesem Zusammenhang ein Zitat aus dem

Gutachten des Staatlichen Medizinal-, Lebensmittel-

und Veterinäruntersuchungsamtes Mittelhessen

über die Trinkwasserqualität des Ortsteils

Bersrod vom 4. 7. 1988: »Das Rohwasser ist aggressiv;

umweltrelevante Stoffe wie toxische Schwermetalle,

organische Halogenverbindungen und polycyclische

Kohlenwasserstoffe waren nicht nachweisbar.

Auch bakteriologisch ist es einwandfrei.«

Allerdings wurden in der Vergangenheit in der

Tat regelmäßig Verunreinigungen im Trinkwasserbrunnen

von Bersrod festgestellt. Auch hier beschränken

sich die Äußerungen der BIB wiederum

lediglich darauf, der Gemeinde Reiskirchen in Person

von Bürgermeister Klaus Döring verantwortungsloses

Verhalten im Umgang mit dem Bersröder

Trinkwasser vorzuwerfen, anstatt sich über die

tatsächlichen Maßnahmen der Gemeinde zu informieren.

In der Trinkwasserverordnung vom 22. 5.

1986 ist bei einer jährlichen Trinkwasserabgabemenge

von 1 Million m 23 lediglich eine Untersuchung/Jahr

vorgeschrieben. Im Ortsteil Bersrod

werden jährlich nur 38 000 m 23 Wasser abgegeben,

trotzdem wurden bereits in den Jahren 1985 und

1986 jährlich drei Proben untersucht und mit Auftreten

der Verunreinigungen ab 8/87 bis Ende 1987

alleine fünf Proben entnommen, so daß die Aussage

der BIB über ein verantwortungsloses Verhalten

der Gemeinde verwunderlich erscheint und darüber

hinaus jeglicher Grundlage entbehrt.

Bei der Erforschung der Ursachen für diese Verunreinigungen

schloß die Gemeinde Reiskirchen

einen möglichen Bezug zu der bereits bestehenden

Kreismülldeponie Reiskirchen nicht aus und ließ

aus diesem Grund ein hydrogeologisches Gutachten

von der Gesellschaft für angewandte Geowissenschaften

mbH Gießen (Geonorm) über die mög-

50 000 DM.

Ortsvorsteher Lang erläuterte die Vorstellungen

des Ortsbeirates über die Kanalführung im Klosterbereich,

wobei auch die öffentliche Toilettenanlage

an das neue Kanalnetz angeschlossen werden müsse.

Außerdem sprach er die im Frühjahr geplante

Thymianbepflanzung auf dem Kriegsgräberfriedhof

an. Er schlug vor, beim RP einen Zuschuß für

diese Maßnahme zu beantragen. Auch wünschte er

eine weitere AB-Maßnahme für den Klosterbereich

im Jahr 1989. Weitere Anregungen waren die Überprüfung

der Holztreppe vom Klostergelände ins

Gottesackertal und die Pflasterung des Weges zum

Kinderspielplatz. Lang wies ausdrücklich und ausführlich

darauf hin, wie negativ sich die geplante

Mülldeponie auf Kloster Arnsburg und den Erholungswald

auswirken würde. In diesem Falle würde

der Erholungswald wieder in einen rein forstwirtschaftlich

genutzten Wald umgewandelt. Zunächst

werde auch die Deckelbornhütte nicht wieder

aufgebaut, zumal die Brandstifter bis heute

nicht gefunden wurden.

Weitere Diskussionsbeiträge bezogen sich auf eine

notwendige Sperrung der Durchgangsstraße

nach Muschenheim im Klosterbereich. Hier soll, so

der Bürgermeister, nach Abstufung zur Gemeindestraße

ein verkehrsberuhigter Bereich eingerichtet

werden. Klaus Kamlah regte an, ein gemeinsames

Konzept für das Kloster, den Erholungswald und

die Gaststättenbetriebe zu erarbeiten und die Straßenlampen

auf den schön gepflasterten Wegen auszutauschen.

Abschließend unterstrich der Bürgermeister,

daß die Kreismülldeponie auf keinen Fall

nach Kloster Arnsburg kommen dürfe, zumal der

mittelhessische Raum ohnehin eine benachteiligte

Region sei.

1

Linden-Leihgestern (1). Mit einem interessanten

Angebot hatte der Obst- und Gartenbauverein am

Samstag zahlreiche Besucher angezogen. Auf dem

Gelände von Mitglied Erwin Kuhl demonstrierte

Vorsitzender Gerhard Weil nicht den Erfolg des

wenige Monate zurückliegenden Winterschnittes

an Obstbäumen, sondern verwies auch auf künftig

bessere Ertragsaussichten durch einen konsequenten

Sommerschnitt.

Wenn trotz guten Blütenansatzes der Fruchtbehang

in diesem Jahr bei zahlreichen Obstarten zu

wünschen übrig lasse, so liege das zum einen an

Spätfrösten, die selbst ungeöffnete Blütenknospen

in Mitleidenschaft gezogen hätten. Zudem, so Gerhard

Weil, habe sich die durchschnittliche Gesamtblütezeit

von drei bis vier Wochen in diesem Jahr

auf lediglich 14 Tage reduziert, was der Befruch-

Linden-Leihgestern (1). Heimatkundlichen Unterricht

erteilte Pfarrer i. R. Heinrich Schäfer am

Mittwoch im Gasthaus »Zur Krone« den älteren

Gliedern der evangelischen Kirchengemeinde.

»Leihgesterner Mundart und Originale«, so lautete

sein Thema. Hilfreich zur Seite standen ihm Tilly

Heß und Giesela Häuser.

Schäfer sagte, daß es ein eigenständiges Leihgesterner

Platt nicht gebe, sondern die Mundart im

gesamten Hüttenberger Raum gesprochen werde.

Lediglich einzelne Wörter würden von Ort zu Ort

unterschiedlich formuliert. Das gelte insbesondere

für Tiernamen (etwa Ameise, Eichelhäher, Eichhörnchen).

Für Leihgestern charakteristisch seien

die Zwischenlaute ao, oa, ea, ae und eo, für die es

keine Schreibweise gebe. Nicht gesprochen werde

auch das »pf«. An seine Stelle trete das »p« oder

Doppel-»pp«.

Beispiele heimischer Mundart trugen Tilly Heß,

Tochter des Mundartdichters und Ehrenbürgers

Clubmitglied Robert Herber (Grünberg-Queckborn)

eröffnete die Auftaktveranstaltung mit seiner

Diaserie »Bilder aus dem Vogelsberg«. Herrliche

Aufnahmen von der mittelhessischen Landschaft,

ihren Bewohnern und den herrlichen Dörfern

weckten bei manchem der Besucher Erinnerungen

oder gaben vielleicht gar den Anstoß, statt eines

südländischen Badeortes besser einen der liebenswerten

Vogelsbergdörfer als Urlaubsort zu wählen.

Stimmungsvolle Morgen- und Abendaufnahmen

ergänzten die ohnehin gelungene Diaserie, für die

der Fotograf mit langanhaltendem Applaus belohnt

wurde.

Clubmitglied Wolfgang Hähner verstand es, die

Umbaupausen für interessante und unterhaltsame

Mitteilungen zu nutzen. Dabei dankte er im Namen

aller Mitglieder dem nunmehr seit 25 Jahren - unterbrochen

von kurzen Pausen - amtierenden Vorsitzenden

Jürgen Eggebrecht für sein Engagement.

Richard Semmier, in Fachkreisen bekannter

tung ebenfalls abträglich gewesen sei. Hinzu trete

bei den Kirschen die Vermutung, daß die gleichzeitige

Rapsblüte die Bienen weit stärker angezogen

habe als Kirschbäume. Der Sommerschnitt an

Obstgehölzen sei notwendig, um unnötiges Blattwerk

zu beseitigen und mehr Sonne an die Früchte

zu bringen sowie den Fruchtansatz für das kommende

Jahr zu fördern. Gleichzeitig gelte es, kranke

Aste und Früchte rechtzeitig zu entfernen. Als

geeigneten Zeitraum schlug der Vorsitzende die

Wochen von Ende Juli bis Mitte August vor. Ein zu

früher Beginn bringe an den Schnittstellen neue,

unerwünschte Austriebe.

Im Zuge der praktischen Übungen gab es für die

Zuschauer auch Anleitungen zum Herunterbinden

der zu steil stehenden Fruchttriebe. Düngeanleitungen

rundeten die Verantstaltung ab.

»Leihg esterner Mundart und grigillale«

Pfarrer i.R. Heinrich Schäfer war zu Gast beim evangelischen Seniorenkreis

Georg Heß, ünd Gisela Häuser vor. Es waren jeweils

Verse von »Schorsch« Heß, die die Zuhörer

mit Land und Leuten bekanntmachten. Pfarrer

Schäfer bezeichnete Hessen als Übergangsland

zwischen bayerisch-alemannischer Sprache im Süden

und dem Nieder- und Plattdeutschen im Norden.

Die jeweiligen Einflüsse seien unverkennbar.

Daß -der Referent, obwohl im früheren Landkreis

Wetzlar geboren, neben dem heimischen Dialekt

sehr wohl Plattdütsch zu sprechen vermag, bewies

er mit dem Gedicht vom Wettlauf zwischen Igel

und Hasen. Viel Beifall gab es auch für seine Erzählungen

von Begegnungen mit Leihgesterner »Originalen«.

Dazu gehörten köstliche Episoden von

schwierigen Tauffahrten mit Pferd und Wagen zum

Ludwigs- und zum Neuhof ebenso wie Gespräche

mit »ortsbekannten« Bürgern, mit dem Totengräber

oder mit dem früheren Bürgermeister Karl Textor.

Alles Begebenheiten, »die das Leben in der

Gemeinde liebenswert machten«.

30 Jahre und kein bißchen müde

Film- und Fotokreis feiert Jubiläum — Auftakt bildete ein Film- und Diaabend

L a u b a c h (os). Mit einem öffentlichen Film- und Diaabend gab der Laubacher Film- und Fotokreis

dieser Tage den Startschuß zu einer Reihe von Jubiläumsveranstaltungen zu seinem 30jährigen

Bestehen. Weit über 100 Besucher waren in den großen Sitzungssaal des Rathauses gekommen,

um dem fotografisch und filmerisch anspruchsvollen Programm zu folgen.

Außer aktion - tung

der Red akion -

FORUM DER LESER ( Kürzungen vorbehalten)

liehen Ursachen der ab 8/87 regelmäßig aufgetretenen

Verunreinigungen im Trinkwasserbrunnen

von Bersrod anfertigen. Zitat aus diesem Gutachten

vom 30. 5. 1988: »1. Eine Verunreinigung des

Grundwassers von seiten der Deponie kann ausgeschlossen

werden, da a) der Ruhewasserspiegel des

Bersröder Brunnens (258,3 m ü. NN) ca. 15 m über

den höchsten Wasserständen der Kontrollbrunnen

der Mülldeponie (243 m ü. NN) liegt und b) ein

Absinken des Wasserspiegels des Bersröder Brunnens

bei der maximal zulässigen Grundwasserentnahme

von 16,2 m 23/s auf 248 m ü. NN erfolgt und

somit noch ca. 5 m über den höchsten Wasserständen

der Kontrollbrunnen der Mülldeponie liegt. 2.

Quelle der bakteriellen Kontamination des Bersröder

Brunnens können landwirtschaftliche Einträge

in Form von organischer Düngung, undichte Abwasserkanäle

oder Klärgruben sein.«

Die Gemeinde stellte bei ihren weiteren Untersuchungen

eine defekte Klärgrube auf dem Gelände

des Sportplatzes als mögliche Ursache der Verunreinigung

fest. Nach Sanierung und Abdichtung

der Klärgrube waren die letzten drei Probeentnahmen

jeweils ohne Beanstandung.

Die BIB muß sich nunmehr die Frage gefallen

lassen, ob sie mit ihrer »Arbeit« dem Wunsch der

Bersröder Bürger nach Verhinderung einer zweiten

Kreismülldeponie am Standort Reinhardhain

entsprechen oder weiterhin ihre destruktive Verhaltensweise

beibehalten will. Es liegt die Befürchtung

nahe, daß der »verantwortungsbewußte« Bürger

der BIB die weitere Unterstützung versagt.

H. J. Hofmann, 1. Vorsitzender

Fred Hofmann, Schriftführer

im Auftrag des SPD-Ortsbezirks Bersrod

Jagdvorstand nur eine Person?

Zu dem Bericht über die Jahresversammlung der

Jagdgenossenschaft Salzböden in der AZ-Ausgabe

vom 7. Juli nehme ich als Antragsteller für eine

neue Satzung wie folgt Stellung: Am 28. Februar

1988 hatte ich dem Magistrat der Stadt Lollar und

auch dem Jagdvorstand von Salzböden eine Mustersatzung

übersandt mit der Bitte, diese zu beraten

und in der bevorstehenden Jahresversammlung

der Jagdgenossen zur Abstimmung vorzulegen.

Die Jagdgenossenschaft Salzböden hat zur Zeit

noch eine Satzung aus dem Jahre 1974. Nach dieser

steht an der Spitze der Genossenschaft eine Einzelperson

als Jagdvorstand. Seit 1982 bis in den

Herbst 1987 wurden Entscheidungen getroffen, die

mit Bestimmtheit von einem mehrköpfigen Vorstand

nicht getroffen worden wären.

Ich will zwei solcher Entscheidungen nennen,

die ich jederzeit durch mir vorliegende Fotokopien

belegen kann. Am 3. September 1982 wurde der

Jagdvorstand von der Stadtverwaltung Lollar aufgefordert,

einen Pachtvertrag zu unterschreiben, so

der Jagdvorstand mir gegenüber am 18. Dezember

1982. Dieser Vertrag enthält auf Seite 1 die Eintra-

gung, daß die Pachtbedingungen in der Zeit vom

14. Juni 1982 bis zum 29. Juli öffentlich ausgelegen

hätten. Daß dies nicht der Fall gewesen ist, ist

jederzeit nachweisbar. Erst am 5. Dezember 1982

erhielt ich als Mitglied des Genossenschaftsausschusses

Kenntnis darüber, daß ein Vertrag auf

zwölf Jahre geschlossen worden sei. Ein solcher

war nachweisbar nicht beantragt vom damaligen

Pächter, und auch in der Niederschrift über die am

13. Mai 1982 stattgefundene Jahresversammlung ist

nicht niedergeschrieben, daß ein neuer Vertrag auf

zwölf Jahre geschlossen werden solle. Es war ausdrücklich

eine Verlängerung beantragt und die

Pachtbedingungen dürften nicht geändert werden.

Im Oktober 1987 kündigte der Jagdvorstand von

Salzböden den Vertrag über Flächenaustausch mit

dem Forstamt Krofdorf vom B. Mai 1962. Eine bejagbare

Fläche von 35 Hektar, welche dem Forstamt

Biebertal gehört, sind Bestandteil des Pachtvertrages

vom 3. September 1982 und daher vor

1995 nicht kündbar. Dieser Beschluß war gefaßt

worden mit drei Stimmen des Genossenschaftsausschusses,

der für einen solchen Beschluß nicht zuständig

ist und nach meiner Auffassung nur von

der Genossenschaftsversammlung gefaßt werden

konnte. Als ich von diesem Beschluß Kenntnis erhielt,

habe ich Einspruch eingelegt bei der Unteren

Jagdbehörde. Inzwischen ist mir bekannt geworden,

daß das Forstamt Biebertal die Kündigung

nicht angenommen hat. Daß ich der Versammlung

fern blieb, hatte folgenden Grund: Vor längerer

Zeit wurde mir bekannt, daß die Stadt Lollar und

auch die Untere Jagdbehörde es für nicht erforderlich

halten, daß die Jagdgenossenschaft Salzböden

sich eine neue überarbeitete Satzung gibt. In der

Jahresversammlung würde daher die Stadt Lollar

den gestellten Antrag ablehnen. Da die Stadt Lollar

die größte bejagbare Fläche besitzt und auch die

vertretene Fläche eine Mehrheit darstellen muß,

stand für mich fest, daß mein Antrag abgelehnt

werden würde. Es ist auch so gekommen: die Stadt

Lollar stimmte gegen eine Annahme einer neuen

Satzung. Es ist für mich klar ersichtlich, daß der

Stadt Lollar sehr daran gelegen ist, daß der Jagdvorstand

in Salzböden aus einer Einzelperson besteht.

Wilhelm Müller, Talstraße 49, Lollar-Salzböden

»Stimmungsmache gegen Postreform«

Mit einem Sammelsurium von Unwahrheiten hat

ein Bezirkssekretär der Deutschen Postgewerkschaft

vor dem Ortskartell Buseck versucht, gegen

die geplante Postreform Stimmung zu machen.

Zwei Beispiele mögen das belegen. So behauptet

der Gewerkschaftler, in den letzten Jahren seien in

Hessen 800 Poststellen geschlossen worden. In

Wahrheit mußten nur 90 kleinste Poststellen aufgehoben

werden, weil absolut keine Kundennachfrage

mehr zu verzeichnen war. Dies wird auch künftig

der einzige Grund für die Schließung einer Poststelle

sein, denn der Infrastrukturauftrag der Post

Tier- und Naturfotograf aus Laubach, begeisterte

gleichermaßen mit Bildern aus dem Vogelsberg -

freilich gaben diese Winterstimmungen wieder.

Schäumende Wogen, plätschernde Wellen und

spielende Kinder hatte sich Jürgen Eggebrecht

zum Thema gewählt und im Filmteil des Abend

vorgeführt. Höhepunkt der ersten Jubiläumsveranstaltung

war allerdings ein Dokument aus vergangener

Zeit.

Die »Jahresschau 1963« berichtete von sämtlichen

Aktivitäten, die seinerzeit die Laubacher bewegten.

Viele bekannte Gesichter konnte man beispielsweise

beim Twist-Abend, beim Sylvesterwürfeln

oder bei der Einweihung der Reithalle in Ruppertsburg

wiedererkennen. Die Jubiläumsveranstaltungen

wurden einen Tag später mit einem

clubinternen Grillfest fortgeführt.

In der Planung befinden sich noch eine große

Bilderausstellung sowie ein Jubiläumsfest mit Dixieland-Musik

und anschließender »Kino-Total-

Vorführung« im September.

ist im § 4 des Gesetzentwurfs zur Neustrukturierung

der Post ausdrücklich festgeschrieben.

Falsch ist auch die Aussage des Bezirkssekretärs,

von den kommenden Gebührenveränderungen

würden nur »die Firmen profitieren, der Bürger

dagegen drauflegen«. Gerade die Bürger werden

von der erheblichen Verbilligung der Ferngespräche

bei unveränderten Nahgesprächsgebühren

profitieren, die in den Billigtarifzeiten eintreten

wird. In diesen 118 von 168 Wochenstunden wird

nämlich überwiegend privat telefoniert. Auch die

Anhebung der Brief- und Paketgebühren trifft am

wenigsten den Bürger, denn 82 Prozent des Sendungsaufkommens

in diesem Bereich kommen aus

der Wirtschaft, während zwei Drittel der Privatkunden

nicht mehr als zwei Briefe im Monat versenden.

Günther Zapf, Pressestelle im Bundesministerium

für das Post- und Fernmeldewesen

Schul-Diskussion versachlichen

Ich halte die öffentliche Diskussion über die

»Probleme an den Schulen«, wie sie z. Zt. geführt

werden, für in diesem Stadium vollkommen überflüssig

und vor allem der Sache wenig dienlich.

Den jeweils Betroffenen gegenüber halte ich sie

sogar für unverantwortbar. Freiheit — auch Pressefreiheit

— bedeutet für mich stets Verantwortlichkeit.

Verantwortlichkeit in der Sache, als auch insbesondere

gegenüber den betroffenen Personen.

Es macht mich betroffen, wie leichtfertig hier teilweise

mit der »Betroffenheit« von Personen umgegangen

wird. Im Handlungsbereich der Politik ist

dies so üblich und daher für jeden Politiker von

vornherein kalkulierbar. Im Handlungsbereich der

Pädagogik müssen die öffentlich geführten Diskussionen

über Sach- oder Personalprobleme der »allerletzte

Schritt sein«, nachdem zuvor alle zu beteiligenden

Gremien wie auch alle Beteiligten selbst

sich ernsthaft um eine Konfliktiösungsstrategie bemüht

haben. In den Medien ausgetragene Diskussionen

verhärten sehr oft die gegenseitigen Verhandlungspositionen

und verringern die Kompromißfindungsmöglichkeiten.

Zusammenleben in der Gesellschaft wird jedoch

getragen von der »Bereitschaft zum Kompromiß«

und vom Kompromiß selbst. Gerade in der Schule,

in der »Schulgemeinschaft«, in der das Bemühen

um das jeweilige Kind und seine optimale Förderung

im Mittelpunkt stehen muß, ist es für mich

geradezu verpflichtendes oberstes Gebot, daß alle

an Schule beteiligten — Schüler, Eltern, Personalrat,

Kollegium, Schulleitungsteam, usw. — bemüht

sind, den »besten Weg« für die Erziehung und Bildung

der Kinder zu finden. Dieses ehrliche Bemühen

kann und darf niemandem der jeweils Betroffenen

und Beteiligten abgesprochen werden. Eine

etwas »weniger« und öffentlich geführte Diskussion

über die »Probleme in Lollar, Biebertal, Rungen,

usw.« kann vielleicht ein »mehr« an Konfliktbewältigungsmöglichkeiten

bedeuten.

Egon Fritz,

Schulleiter der Grundschule Krofdorf-Gleiberg


Mittwoch, 3. August 1988 KREIS GIESSEN UND MITTELHESSEN Nummer 178 - Seite 29

Am 13. August ist wieder

»Lauf durch die Großgemeinde«

Biebertal -Rodheim-Bieber (mo). Zum fünften

»Lauf durch die Großgemeinde« lädt der Lauftreff

Biebertal für Samstag, den 13. August, ein. Start ist

um 14 Uhr auf dem Parkplatz der Gemeindeverwaltung

in Rodheim. Die Teilnahme ist für alle offen,

die sich an dieser Werbung für den Laufsport in

Biebertal beteiligen wollen.

Der Lauftreff Biebertal hat sich in den 14 Jahren

seines Bestehens ganz schön herausgeputzt und

findet regen Zuspruch. Dienstags um 18 Uhr und

samstags um 16 Uhr ist am Rodheimer Waldsportplatz

bei jedem Wetter Start für die Läuferinnen

und Läufer, die unter fachlicher Leitung in verschiedenen

Leistungsgruppen und lockerem Laufen

die gute würzige Waldluft in vollen Zügen genießen

können. Dieter Schlierbach und sein Team

freuen sich, wenn »Neue , zu der Truppe stoßen,

deren Teilnehmerzahl das erste volle Hundert beinahe

erreicht hat.

Entwendeter Pkw in der Nähe

des Tatorts wiedergefunden

Langgöns-Espa (-). In der Nacht zum Sonntag

wurde in der Solmser Straße ein schwarzer BMW

mit US-Kennzeichen entwendet. Am folgenden

Tag wurde der gestohlene Pkw in der Nähe des

Tatorts wiedergefunden. Der Autodieb hatte sich

offensichtlich mit dem Fahrzeug überschlagen.

Berufsverband für Krankenpflege

veranstaltete Fortbildungsseminar

Lich (11). Zum wiederholten Male fand dieser Tage

für Mitarbeiter des Kreiskrankenhauses Lich

sowie Teilnehmer von Krankenhäusern aus Hessen,

Rheinland-Pfalz und Saarland sowie Berlin ein

Seminar unter dem Thema »Pflegeplanung und

Pflegedokumentation« statt. Der Pflegedienstleiter

des Kreiskrankenhauses, Friedhelm Rüb, ging zunächst

vor 40 Teilnehmern auf die Bedeutung des

Seminars für die tägliche Arbeit der Krankenschwestern

und Pfleger ein. Gerade im Hinblick

auf das neue Krankenpflegegesetz (ab 1.1. 1986 in

Kraft getreten) seien Krankenhäuser mehr als zuvor

verpflichtet, ihre Arbeit schriftlich zu dokumentieren.

»Dokumentierte Pflege ist die Voraussetzung

für eine sichere Pflege«, meinte Rüb. Um

jegliche Schwachstelle in der Kette der Pflegeleistungen

und der Übergaben auszuschalten, müßten

lückenlose Kommunikationssysteme, d. h.

Pflegedokumentationssysteme in den Krankenhäusern

eingeführt werden. Sie ermöglichten nahtlose

Arbeitsübergabe, Rechenschaft auch im juristischen

Sinn und lieferten die Ansätze zum Darstellen

gegenüber den Kostenträgern bei Verhandlungen.

Deshalb habe man mit Nachdruck an einem

Dokumentationssystem für das Kreiskrankenhaus

gearbeitet und dieses seit dem 1. 10. 1985 im

gesamten Haus eingeführt.

Die Leitung des Seminars lag in den Händen der

leitenden Krankenschwester und Krankenhausbetriebswirtin

Brigitte Pomykala, Bad Homburg.

Veranstalter war der Berufsverband für Krankenpflege,

Regionalverband Hessen-Pfalz-Saarland.

Anlag zur Gründung war Großbrand in der Neujahrsnacht

Am Wochenende feiert die Freiwillige Feuerwehr ihr 50jähriges Jubiläum - Die Jugendwehr besteht seit 15 Jahren

Die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Holzhei m mit den Mitgliedern des Fanfarenzuges und der Ji

Pohlheim-Holzheim (-). Am kommenden Wochenende

feiert die Freiwillige Feuerwehr ihren

50. Geburtstag. Anstoß zur Gründung der Freiwilligen

Feuerwehr Holzheim am 15. Juni 1938 war der

Großbrand von vier Scheunen in der Neujahrsnacht

gewesen. Die neue Wehr wurde von 33 Männern

gegründet. Die vorher bestehende Pflichtfeuerwehr

wurde bis zum Jahre 1970 beibehalten.

Beim 25jährigen Jubiläumsfest 1963 in Verbindung

mit dem Kreisfeuerwehrverbandstag konnte

das neue Feuerwehr-Gerätehaus mit Steige- und

Schlauchtrockenturm eingeweiht werden. Im Jahr

1957 wurde ein Fanfarenzug gegründet, der sich zu

einem imposanten Klangkörper entwickelt hat. En-

Achtjähriger Junge von Pkw

erfaßt und leicht verletzt

Lahnau-Atzbach (-). Leichte Verletzungen erlitt

ein achtjähriger Junge bei einem Unfall, der sich

gestern gegen 17.15 Uhr ereignete. Der Junge hatte

mit seiner Mutter eine Radtour unternommen und

bei dem Ausfahren aus einem Waldweg auf die

Straße Zum Kohlgrund die Vorfahrt eines in Richtung

Biebertal fahrenden Pkw mißachtet. Es kam

zum Zusammenstoß, der Junge wurde gegen die

Windschutzscheibe geschleudert und mußte sich

im Evangelischen Krankenhaus behandeln lassen.

in die türkische und griechische Inselwelt

vom 23. September bis 2. Oktober 1988

Eine Kreuzfahrt gilt noch immer als eine außergewöhn-

liche Art von Urlaub, als Traumreise. Wenn Sie das

Besondere mögen, sich gerne verwöhnen lassen, sich I

erholen und auch etwas für Ihre Bildung tun wollen,

dann ist diese Leserreise genau das Richtige für Sie.

Zehn Tage fährt die MS ADRIANA verschiedene Statio-

nen in der türkischen und griechischen Inselwelt an -

jeden Tag wird ein anderes Eiland angesteuert - erwar-

ten Sie neue Erlebnisse.

Sie werden vier verschiedene Länder Südeuropas

»beschnuppern«: Italien - von Venedig aus beginnt die

Kreuzfahrt - Jugoslawien, Griechenland und die Türkei.

Die Route, die das Schiff einschlagen wird, ist

klassisch im besten Sinne. Auf ihr zogen die Galeeren

der Phönizier, der Römer und der Kreuzritter dahin.

FAHR

Reisedienst

de vorigen Jahres stellte der Fanfarenzug auf »B«-

Ventil-Instrumente um, zu einem Musikzug in

Brass-Besetzung. Eine Jugendfeuerwehr wurde

1973 gegründet, sie kann in diesem Jahre auf ein

15jähriges Bestehen zurückblicken. Laufend wur-

de die Ausbildung der Wehr und ihre Ausstattung

verbessert und erweitert. 1979 wurde ein neues

LF 8 an die Wehr übergeben.

Das offizielle Festprogramm beginnt am Freitag,

dem 5. August, mit einem großen Disco-Abend mit

Hans Jürgen Schliessner. Am Samstag ist um 19

Uhr eine Gedenkfeier am Ehrenmal. Um 20 Uhr

beginnt der Festkommers im Festzelt unter der

Mitwirkung der örtlichen Vereine mit Ehrungen

Sozialer Brennpunkt

soll saniert werden

Marburg (mc). Das hessische Innenministerium

hat insgesamt 1,78 Millionen DM an Landesbeihilfen

für umfangreiche Sanierungsarbeiten im Sozialen

Brennpunkt Waldtal in Marburg bereitgestellt.

Mit diesen Geldern sollen vor allem 48 Obdachlosenwohnungen

grundlegend saniert und so hergerichtet

werden, daß sie den Anforderungen an eine

zeitgemäße Wohnung entsprechen. Dabei wird vor

allem ein Einbau von Heizungen in die Wohnungen

vorgenommen.

Diese Reise führt Sie zur Wiege des Abendlandes:

Korfu, Itea und Delphi, Athen, Ephesus, Samos,

Bodrum, Kos, Kreta, Katakolon und Olympia. An jedem

Hafen, den die MS ADRIANA anläuft, stehen bestorganisierte

Landausflüge unter kundiger Führung auf dem

Programm.

10 Anlaufhäfen: Landausflüge:

Tag Hafen Ankunft Abfahrt

Fr Venedig 19.00

Sa Dubrovnik 15.30 19.00

So Korfu 12.00 18.00

Mo Itea 7.00 10.00

Mo Piräus 15.00 20.00

Di Kasatas 9.00 14.00

Di Samos 16.00 24.00

Mi Bodrum 7.00 13.00

Mi Kos 14.30 20.00

Da Kreta 7.00 13.00

Fr Katakolon 7.00 13.00

Sa Auf See

So Venedig 9.00

MIT! le enerAll gemeine

Die Erholung kommt an Bord nicht zu kurz. Ihr »Ferien-

Hotel« verfügt über Sonnendecks, ein Schwimmbad,

dazu Bars, Gesellschaftsräume, gemütliche Plausch-

ecken sowie eine Boutique und einen Friseursalon.

Gymnastik- und Tanzlehrer stehen zur Verfügung.

'T"T'. " 'E " :': : ::

Halbtagesausflug Korfu 45,- DM

Halbtagesausflug Dubrovnik 40,- DM

Halbtagesausflug Piräus/Athen 45,- DM

Halbtagesausflug Kusadasi

mit Ephesus 45,- DM

Katakolon halbtags 55,- DM

Ausausflug ltea/Delphi/Piräus:

mit Mittagessen 98,- DM

Landgang Samos, Bademögl. 10,- DM

Landgang Bodrum, Bademögl. 10,- DM

Kos-Rundfahrt 35,- DM

zgendfeuerwehr im Jubiläumsjahr (Foto: privat)

langjähriger Feuerwehrmänner. Den musikali-

schen Rahmen bestreitet der Fanfarenzug und die

Festkapelle, die »Fidelen Dorfmusikanten« aus

Heuchelheim. Für die Unterhaltung sorgt »Fred

van Geez«. Um 10 Uhr am Sonntag findet im Fest-

zelt ein Festgottesdienst statt. Der Nachmittag

steht im Zeichen des großen Festzuges durch den

Ort, die Hauptstraße, die Eichstraße, die Straße In

der Wann, die Karlsbader Straße und den Betten-

berg zum Festzelt. Dann ist das Bühnenspiel der

Musikzüge im Festzelt. Anschließend und am

Abend ist Tanz mit der Festkapelle. Am Montag ist

der traditionelle Frühschoppen und anschließend

Volksfest mit Tanz.

Neue Wasserleitungen

für das Kreisjugendheim

Wetzlar (-). Wie der Baudezernent des Lahn-Dill-

Kreises, Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karl Ihmels,

mitteilt, sind die Warm- und Kaltwasserleitungen

des Kreisjugendheimes Heisterberg mittlerweile in

einem so schlechten Zustand, daß dringend eine

Erneuerung erforderlich ist. Seinem Vorschlag folgend,

habe der Kreisausschuß daher in seiner jüngsten

Sitzung den Auftrag zur Neuverlegung beschlossen.

Dafür müßten 22 000 DM aufgewandt

werden.

bum Schnupperpre's

96

4

ab 0M .:

Und natürlich wird auch Ihr Gaumen verwöhnt. Die

Auswahl wird Ihnen schwerfallen unter den köstlichen

Speisen und Drinks auf dem schwimmenden Restaurant.

Für die abendliche Unterhaltung ist ebenfalls

bestens gesorgt - eine internationale Show wird dargeboten.

IM REISEPREIS SIND FOLGENDE Schiffs- und Brückenführung

LEISTUNGEN ENTHALTEN: Deutschsprachige

Bustransfer ab Gießen, Kreuzfahrtleitung

Bad Nauheim, Friedberg, Ein- und Ausschiffungsgebühren

nach Venedig und zurück

Gepäcktransfer vom Einschiffungssowie

Hafentaxen

gebäude zum Schiff und

umgekehrt

Die Kosten für Boot-Transfers vom

TECHNISCHE DATEN

Schiff zum Land und umgekehrt

MS ADRIANA

Begrüßungs- und Abschieds- Baujahr/Kiellegung: 1972

Cocktail an Bord renoviert: 1987

Volle Verpflegungsleistung wäh- Tonnage: 4600 BRT

rend der Kreuzfahrt, bestehend finge: 104 m

aus Frühstück, Bouillon an Tagen Breite: 14 m

auf See, Mittagessen, Nachmit- Höhe: 32,5 m

tagstee oder -kaffee, Abendes- Reisegeschw.: 15-18 Knoten

sen, Mittemachtsimbiß, 2 Kapi- Fahrstuhl: 1

täns-Abendessen, Tischwein

Strom: 110 V Wechselstrom

Schiffsreise in der gewählten Besatzung: 115

Kabine

Stabilisatoren

Kostenlose Benutzung aller Passagierkap.: total 324 Betten

Bordeinrichtungen einschließlich

Kabarett-Show

Freie Benutzung der Deckstühle Mindestteilnehmerzahl: 40 Perso Person

Gymnastik, Tanz und Veranstalter: SÜR-SEEREISEN

Sportveranstaltungen Organisation: DER Gießen

Beratung und Buchung bei:

Deutsches Reisebüro, Gießen, Seltersweg. 24

Telefon 06 41 /7 65 96


Mittwoch, 3. August 1988 KREIS GIESSEN UND MITTELHESSEN Nummer 178 - Seite 30

DI*e krause tucke - ein Pa,asilan ie fern

Von vielen Sammlern geschätzt - Die Goldgelbe Koralle sieht Giftpilzen nicht unähnlich - Korallenpilz-Genuß vermeiden!

(ss). Stößt ein unerfahrener Naturfreund

im Kiefernwald auf die

Krause Glucke (Sparassis crispa),

so fordert sie zumindest dessen Bewunderung.

Mehrere Kilogramm

kann dieser Pilz schwer werden, der

in seiner Gestalt an einen großen

Badeschwamm erinnert. Andere

meinen, eine aufgeplusterte und ihre

Jungen hudernde Henne, also eine

Glucke, erkennen zu können.

Der Pilz besteht aus einem stark

verzweigten Geflecht mit bandartig

gekräuselten, eng verflochtenen

Verästelungen, die sich aus einem

oft in der Erde steckenden und damit

schwer erkennbaren weißen

Strunk nach allen Seiten entwikkeln.

Alte Exemplare können

Durchmesser von bis zu 40 Zentimetern

haben und dabei ein Gewicht

von mehreren Kilogramm erreichen.

Die anfangs blaß-gelbe Färbung

bleicht allmählich aus, wirkt dann

schmutzig weiß-braun. Die Krause

Glucke ist ein Parasit an Kiefern.

Demzufolge findet man sie nur in

Kiefernwäldern; in den Monaten

August bis Oktober. Wird die befal-

Die Goldgelbe Koralle ist ein auffälliger

Pilz

»Sängerkranz« Watzenborn-Steinberg

sang für Ehrenmitglied Ernst Burger

Der Gesangverein »Sängerkranz« in Pohlheim-Watzenborn-Steinberg

überbrachte dieser

Tage seinem ältesten Sänger und Ehrenmitglied

Ernst Burger, der seinen 80. Geburtstag feierte,

einen klangvollen Liederstrauß. Unter Leitung

von Musikdirektor Hans Weiß sang der Chor

»Im Abendrot«, »Abendfrieden«, »Ein Spielmann

ist aus Franken kommen« und »Der Schäfer«.

Außerdem überraschte der Chor der Sängerkranz-Burschenschaft

»Gemütlichkeit« unter

Leitung von Peter Schmitt den Jubilar mit

einem schwungvollen Ständchen. Vereinspräsident

Gerd Schlosser gratulierte im Namen des

»Sängerkranzes« und dankte Ernst Burger für

seine über 60jährige Sängertätigkeit. Für die

Burschenschaft »Gemütlichkeit« beglückwünschte

Holger Pfeiffer den Jubilar. (zw)

Daubringer Gymnastikdamen

mit dem Fahrrad unterwegs

Am Montagabend unternahm die Damen-

Gymnastikabteilung des Daubringer Sportvereins

im Rahmen ihres Ferienprogramms in den

Abendstunden eine Radtour, die begünstigt

durch das herrliche Sommerwetter zu einem Erfolg

wurde. Vorbei an der Holzmühle und Badenburg

bei Lollar, entlang von Lumda und

Lahn, fuhren die Sportlerinnen nach Launsbach,

wo sie in der »Schönen Aussicht« Einkehr

hielten. Frohgestimmt wurde wieder die Heimfahrt,

vorbei am Launsbacher und Wißmarer

See und durch die »Lollarer Tannen« angetreten.

(dr)

»Ober Berg und Tal« Launsbach

feierte an der Vogelschutzhütte

Spiel, Spaß und gemütliches Beisammensein

waren dieser Tage Trumpf beim Familiensommerfest

des Radsportvereins »17ber Berg und

Tal« Launsbach. An die Vogelschutzhütte waren

rund 50 Mitglieder mit Anhang gekommen. Vorsitzender

Bernd Leib betätigte sich als »Chefkoch«.

Auch Bürgermeister Gerhard Schmidt

war zu Gast. (m)

»FC Hattrick Niederkleen«

lädt zum Kirmesturnier

Traditionell richtet der »FC Hattrick Niederkleen


Mittwoch, 3. August 1988 KREIS GIESSEN UND MITTELHESSEN Nummer 178 - Seite 31

Kreuzworträtsel

Waagerecht: 1. eingeteilte Menge, 6. fertig gekocht,

7. Speisewürze, 9. Edelsteingewicht,

11. Singvogel, 13. Druckabsatz, 14. arabisches

Volk, 15. abessinischer Fürst, 16. englisch:

eins, 17. einfaches Gefährt, 18. Fürwort, 19. Tonstufe,

20. englisches Bier, 21. gleich, einerlei,

23. Sultanspalast, 25. Holzstange, 27. Kunstfaser,

28. Himmelskörper, 30. holländischer Artikel,

31. mitmachen, mitansehen.

Senkrecht: 1. europäische Hauptstadt, 2. algerischer

Hafen, 3. mohammedanischer Name

Jesu, 4. Türke, 5. Ei der Laus, 6. Liebhaber,

B. Wurfspieß, 9. Zuckersorte, 10. Staat der USA,

12.schmunzeln, 16. Auszeichnung, 17. Weinpresse,

18. klassischer Name von Troja, 19. Ehepartner,

20. Stadt in Württemberg, 22. Brennstoff,

24. südenglische Stadt auf der Insel Wight,

26. Passionsort in Tirol, 29. Autokennzeichen

für Neuß (ch = 1 Buchstabe).

Lösung des letzten Rätsels

Kreuzworträtsel

Waagerecht: 1. Lachgas, 7. Eboli, B. Esens,

10. Badener, 12. Brei, 14. Niet, 16. ein, 17. Ast,

19. Enz, 20. Gabel, 21. km, 22. Fee, 24. Ran,

25. Hei! 26. Elis, 28. Ball, 29. guerten, 32. duerr,

33. resch, 34. Rendite.

Senkrecht: 1. loben, 2. Alai, 3. Cid, 4. gen,

5. Asen, 6. Serie, 7. Elberfeld, 9. Setzmilch,

11. Eisbaer, 13. Rigel, 15. Enkel, 17. Aar, 18. ten,

23. Eiger, 25. Hanse, 27. Sure, 28. Beet, 30. Ern,

31. tri.

Rennfahrrad aus dem

Schaufenster heraus gestohlen

Heuchelheim (-). Ein Rennrad der Marke »Benotto«

entwendete am Dienstag gegen 3.40 Uhr ein

Unbekannter aus der Auslage eines Fahradgeschäftes

in der Kreuzgasse. Hierzu schlug er nach Angaben

der Polizei die Schaufensterscheibe mit einem

Eisenrohr ein.

Gießener Allgemeine Alsfelder Allgemeine

Unabhängig -- Überparteilich

Herausgeber: Dr. Hans Rempel

Chefredaktion: Dr. Christian Rempel; verantwortlich

für Politik und Nachrichten: Hermann Lang und Klaus

Beck; Wirtschaftspolitik: Dr. Christian Rempel; Feuilleton:

Dr. Olga Ruckelshausen-Weckler; Sport: Wenzel

Siegel (lokal), Gerhard Steines (überregional), Ralf

Waldschmidt (Vertretung); Stadt Gießen: Hansjürgen

Engel, Vertretung: Armin Pfannmüller und Guido

Tamme; Kreispolitik und Region Mittelhessen: Götz

Diehm; Kreisgemeinden: Joachim Hofmann, Vertretung:

Norbert Schmidt; Vogelsbergkreis: Gabriele

Krämer und Rolf Schwickert; Hessische Heimat: Dr.

Otto Gärtner; Beilagen und Verbraucherinformation:

Christine Littau-Rust; Kraftfahrt und Verkehr: Klaus

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