4. Kantonsschule Trogen: Trakt. 114 a) Businessplan 2005 ...

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4. Kantonsschule Trogen: Trakt. 114

a) Businessplan 2005; Kenntnisnahme 29. November 2004

b) Globalbudget 2005; Genehmigung

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4. Kantonsschule Trogen:

a) Businessplan 2005; Kenntnisnahme

b) Globalbudget 2005; Genehmigung

Mit Bericht vom 19. Oktober 2004 unterbreitet der Regierungsrat bezüglich der

Kantonsschule Trogen den Businessplan 2005 und das Globalbudget 2005 und

beantragt,

1. vom Businessplan 2005 der Kantonsschule Trogen Kenntnis zu nehmen und

2. das Globalbudget 2005 mit einem Globalkredit von 11’360’000 Franken zu

genehmigen.

Erziehungsdirektor Degen führt in seinem Eintretensreferat folgendes aus.

Gemäss Art. 13 der Verordnung zum Gesetz über Schule und Bildung bewilligt

der Kantonsrat auf der Basis des vom Regierungsrat genehmigten Businessplanes

der Kantonsschule Trogen alljährlich ein Globalbudget. In der gleichen

Verordnung wird ferner in einer Fussnote festgehalten, welche Elemente der

Businessplan enthalten soll. Es sind dies die Qualitätssicherung, die Budgetierung,

das Rechnungswesen sowie die Massnahmen- und Finanzplanung. Alle

diese Elemente sind in dem vom Regierungsrat genehmigten Businessplan

2005 enthalten. Er umfasst also die notwendigen Entscheidungsgrundlagen,

damit Sie heute über den Globalkredit befinden können. Die Schulleitung wie

auch die Erziehungsdirektion sind sich aber auch bewusst, dass ein Businessplan

auf verschiedene Arten erstellt werden kann. Sicher ist auch der vorliegende

Businessplan noch verbesserungsfähig. Wir sind auch gewillt, diese

substanziellen Verbesserungen im Rahmen unserer Möglichkeiten anzugehen.

Die personellen Ressourcen an der Kantonsschule Trogen sind aber zurzeit

ganz einfach zu begrenzt, um sich noch vertiefter mit der Erstellung des Businessplanes

auseinandersetzen zu können. An dieser Stelle möchte ich einfach

festhalten, dass der Businessplan der Kantonsschule Trogen durch den Rektor

erstellt wird und folglich richtigerweise auch seine Sicht- und Führungsweise

darstellt. Es ist somit auch das persönliche Führungsinstrument des Rektors.

Nach mehreren Überarbeitungen des Businessplanes - vor allem auch nach

Ihrem Entscheid zur Einführung einer FMS vom 13. September 2004 - erhalten

Sie hauptsächlich in den Abschnitten 3.2 ff. eine Erklärung, weshalb der Rektor

dem Regierungsrat im Juli bzw. August dieses Jahres eine Erhöhung des Globalkredites

2005 von 200’000 Franken beantragen musste, und zwar - und dies

möchte ich ganz deutlich betonen - eine Erhöhung auf der eingefrorenen Basis

von 10’920’000 Franken und nicht auf der Basis des Globalkredites 2004 mit

einem Total von 11’184’000 Franken.


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a) Businessplan 2005; Kenntnisnahme 29. November 2004

b) Globalbudget 2005; Genehmigung

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Die hauptsächlichsten Gründe für den Erhöhungsantrag sind einerseits die stetig

steigenden Schülerzahlen. Zum Zeitpunkt, als der Globalkredit auf

10’920’000 Franken eingefroren wurde, gingen wir am Gymnasium von einer

Schülerzahl von rund 380 Lernenden aus. Heute wissen wir aber bereits schon,

dass in diesem Jahr diese Zahl überholt ist. Bereits jetzt besuchen nämlich 391

Lernende das Gymnasium. Für das Budget 2005 rechnen wir nochmals mit einer

Steigerung, und zwar mit einer Schülerzahl von rund 400. Und mit Blick auf

das Budget 2006 gehen wir davon aus, dass ungefähr 420 Lernende das Gymnasium

absolvieren werden. Diese stark steigende Zahl der Lernenden konnte

mit dem eingefrorenen Globalbudget seriös nicht mehr abgedeckt werden. Der

Rektor hat deshalb aus seiner Verantwortung heraus rechtzeitig und mit Weitblick

beim Regierungsrat eine Erhöhung des Globalkredites um 200’000 Franken

für das Jahr 2005 beantragt. Andererseits hat es sich gezeigt, dass die eingeleiteten

Sparmassnahmen, welche die Schulleitung unmittelbar nach dem

Kürzungsentscheid des Globalbudgets von 11,184 Mio. Franken auf 10,920

Mio. Franken im Jahre 2005 eingeleitet hat, noch nicht in dem Masse wirken,

wie wir uns dies auf den ersten Blick vorgestellt haben. Genauere Analysen

zeigten, dass diese Massnahmen mehr Zeit benötigen, damit eine nachhaltige

Wirkung erzielt werden kann.

Geschätzte Kantonsrätinnen und Kantonsräte, ich kann Ihnen versichern, dass

der Rektor der Kantonsschule alles daran setzt, damit die Sparvorgaben eingehalten

werden können. Ebenso kann ich Ihnen versichern, dass nur dank der

bereits getroffenen Massnahmen wie Klassenzusammenlegungen, Streichung

von Angeboten, stetigem Hinterfragen und Kürzen im administrativen Bereich

diese Vorgaben überhaupt erfüllt werden konnten. Wir alle hier im Saal wissen

doch ganz genau, welche Auswirkungen eine weitere Reduktion des Globalbudgets

mit sich bringen würde. Es müssten Massnahmen getroffen werden,

welche wir bestimmt im Ernst nicht wollen. Ich spreche von Zulassungsbeschränkungen

oder Lohnmassnahmen. Und da frage ich mich ernsthaft: Wollen

wir das oder können wir uns das in Ausserrhoden überhaupt leisten? Diese

Massnahmen stehen für mich persönlich aber auch in einem krassen Widerspruch

zu unserem Regierungsprogramm, in welchem unter anderem auch die

Bildung als positives Gut für unseren Kanton erwähnt wird.

Geschätzte Kantonsrätinnen und Kantonsräte, ich vertraue auf Sie, dass Sie

der Bildung an der Kantonsschule Trogen den entsprechenden Stellenwert einräumen

und dem Globalkredit in dieser Höhe zustimmen werden. Im Namen

des Regierungsrates beantrage ich Ihnen, vom Businessplan 2005 der Kantonsschule

Trogen Kenntnis zu nehmen und das Globalbudget 2005 mit einem

Globalkredit von 11’360’000 Franken zu genehmigen.


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a) Businessplan 2005; Kenntnisnahme 29. November 2004

b) Globalbudget 2005; Genehmigung

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Sousa-Poza, Gais, hält namens der Finanzkommission Folgendes fest. Anlässlich

der Kantonsratssitzung vom 13. September 2004 hat die Finanzkommission

gefordert, dass der damals im Zusammenhang mit dem neuen Angebot einer

Fachmittelschule vorgelegte Businessplan an der heutigen Budgetsitzung in

aufgearbeiteter Form nochmals vorzulegen ist. Dieser Forderung ist der Regierungsrat

nachgekommen.

Die Finanzkommission nimmt Kenntnis davon, dass im Rahmen der Sparvorgaben

sowohl der Faktor Jahreswochenlektionen pro Schüler als auch der Preis

pro Jahreswochenlektion beim Gymnasium um 7,7 % bzw. um 2 % abgenommen

haben. Die Finanzkommission hat auch die weiteren, im Businessplan erwähnten

und angeordneten Sparmassnahmen zur Kenntnis genommen.

Trotz dieser begrüssenswerten Massnahmen ist der Kreditanspruch der Kantonsschule

Trogen angestiegen. Dies liegt in erster Linie an der höheren Schülerzahl.

Bezüglich des Projektes «SPADI», Sparen durch Innovation, muss die Finanzkommission

zur Kenntnis nehmen, dass einerseits die gesetzten Sparziele zum

jetzigen Zeitpunkt und vor allem für das Jahr 2005 nicht erreicht werden können

und andererseits die ohne grösseren Vorlauf möglichen Sparmassnahmen bereits

realisiert worden sind und weitergehende Entlastungsmassnahmen mehr

Zeit benötigen. Ferner erachtet die Finanzkommission die Einführung einer

Numerus Clausus-Lösung als kein geeignetes Mittel, um kurzfristige Sparziele

zu realisieren. Dennoch ist die Finanzkommission der Ansicht, dass auf das

Jahr 2006 durchaus eine Halbierung der befristeten Aufstockung zumutbar und

machbar ist, weil nicht alle Entlastungsmassnahmen der Schulleitung einen

gleich langen Vorlauf benötigen. Die Finanzkommission ist einhellig der Meinung,

dass vom Regierungsrat für das Jahr 2006 eine Reduktion des Globalkredites

gegenüber den Planangaben um 100’000 Franken zu fordern ist. Dies

auch mit Blick auf eine einigermassen gleichmässige Verteilung der Entlastungsmassnahmen

auf verschiedenen Schultern, sprich Spitalverbund, Verwaltung,

Kantonsschule.

Die Finanzkommission beantragt einstimmig, den Businessplan 2005 der Kantonsschule

Trogen zur Kenntnis zu nehmen und dem Globalbudget mit einem

Globalkredit von 11’360’000 Franken zuzustimmen.

Cavelti, Herisau, hält fest, dass sich auch die CVP-Fraktion mit dem Businessplan

der Kantonsschule Trogen auseinandergesetzt hat. Wir nehmen dazu wie

folgt Stellung. Nach unserer Meinung wird an der Schule sehr gute und fundierte

Arbeit geleistet. Auch der Leistungsausweis darf sich sehen lassen. Wir


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sind - wie die Finanzkommission - der Auffassung, dass der Sparauftrag, welchen

wir erteilt haben, ernst genommen wird. Es wird nach Einsparungsmöglichkeiten

gesucht, und zwar ohne dass diese auf Kosten der Schulqualität gehen.

Wir nehmen vom Businessplan Kenntnis, und wir stimmen auch dem Globalbudget

ohne Abstriche zu.

Trotzdem haben wir noch ein paar Fragen bzw. Bemerkungen. Erziehungsdirektor

Degen hat bereits schon gesagt, dass die Schülerzahlen stark zunehmen.

Uns stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage nach dem Raumbedarf.

Auf Seite 8, unten, des Businessplanes wird ausgeführt, dass die Berechnungen

über den mittelfristigen Raumbedarf ergeben hätten, dass die vorhandenen

Räume ausreichen würden, und dies trotz der Einführung der Fachmittelschule.

Wir sind der Meinung, dass aufgrund der künftigen Schülerzahlen

auch Raumprobleme entstehen. Immer mehr Jugendliche wollen studieren;

scheinbar ist ein Studium auch attraktiver als eine andere Berufsausbildung -

ich denke jetzt natürlich an eine Berufslehre -, und zudem haben die Jugendlichen

länger Zeit, um zu überlegen, für welchen Beruf sie sich entscheiden wollen.

Künftig kommen auch noch grosse Jahrgänge auf uns zu. Und unserer

Meinung nach ist erst in acht bis zehn Jahren mit einer rückläufigen Schülerzahl

an der Kantonsschule Trogen zu rechnen. Der Businessplan enthält auch die

Aussage, dass das freiwillige 10. Schuljahr nicht kostendeckend geführt werden

kann. Wir fragen uns, ob vorgesehen ist, die Schülerpauschalen der Gemeinden

zu erhöhen, damit dieses Schuljahr ebenfalls kostendeckend geführt werden

kann. Es ist bekannt, dass die Erziehungsdirektion ein Projekt über Brückenangebote

prüft. Besteht die Meinung, dass damit die Kosten des 10.

Schuljahres gesenkt werden könnten? Laut Businessplan, Seite 11, werden

vorerst Schulversuche im Vorlesungsstil durchgeführt. Dies ist sicherlich auch

eine ganz neue Erfahrung für die Kantonsschüler/Kantonsschülerinnen. Bei

dieser Unterrichtsart werden mehrere Klassen für einzelne Lektionen zusammengelegt.

Kann heute schon eine Bilanz darüber gezogen werden, ob sich

diese Art von Unterricht bewährt? Es freut die CVP-Fraktion, dass die Kantonsschule

Trogen für unsere Jugendlichen eine ganz wichtige Rolle spielt. Wir spüren

auch, dass die Kantonsschule in der Bevölkerung gut verankert ist. Die Bildung

auch auf dieser Stufe ist ein wichtiges Gut; dies haben wir auch schon

gehört.

Erlauben Sie mir aber, einen Bogen zu einer anderen Gruppe Jugendlicher herzustellen.

Wenn ich die hohen Zahlen höre, welche wir für die Kantonsschule

aufwenden, kommen mir natürlich die anderen Schüler/innen in den Sinn - etwa

ein Drittel unserer Schulabgänger/innen -, welche keine Möglichkeit zum Besuch

einer weiterführenden Schule haben. Gute und leistungsfähige Schülerinnen

und Schüler der Sekundarstufe 1 haben selbstverständlich gute Chancen

auf eine Lehrstelle. Was ist aber mit dem Rest der Jugendlichen, welchem

diese Möglichkeit auch nicht offen steht? Das Lehrstellenangebot ist für grosse

Jahrgänge bei uns eindeutig zu klein. Hinzu kommt, dass die Anforderungen an


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b) Globalbudget 2005; Genehmigung

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die Bewerber/innen immer höher steigen. Für schulisch schwächere Jugendliche

bleibt oft nur die Hoffnung auf bessere Zeiten oder dann das Abrutschen in

die Arbeitslosigkeit. Die Erfahrung zeigt, dass dieser Rest von Jugendlichen

immer grösser wird. Müssten nicht der Staat und/oder vielleicht auch die Wirtschaft

in diesem Bereich eine aktivere Rolle spielen, vielleicht Angebote bieten

oder sogar unterstützend - ich denke auch finanziell - eingreifen?

Lutz, Herisau, führt aus, dass die SP-Fraktion den vorliegenden Businessplan

grundsätzlich für gut erachtet. Der Regierungsrat legt dem Kantonsrat den gestützt

auf den Beschluss des Kantonsrates vom 13. September 2004 angepassten

und überarbeiteten Businessplan 2005 der Kantonsschule Trogen zur

Kenntnisnahme und das Globalbudget 2005 zur Genehmigung vor. Summa

summarum ist der Businessplan transparent und nachvollziehbar dargestellt.

Wohl deshalb können wir auch ein paar Fragen stellen. Der Businessplan berücksichtigt

als neues Angebot an die Auszubildenden die Fachmittelschule

(FMS), welche der Schule zusätzlich zum momentanen Schülerwachstum weitere

Schüler, welche massgebend für den Globalkredit sind, bringen wird. Dem

Auftrag des Regierungsrates nach Einfrierung des Budgets ist unter anderem

mit einer Senkung der Jahreswochenstunden pro Schüler/in in den Bereichen

Gymnasium und Berufsfachschule Wirtschaft (BFS) 1 um 0.2 Jahreswochenstunden

begegnet worden. Das neue Angebot FMS wird also von Anfang an

ebenfalls mit dem reduzierten Faktor wie für die BFS Wirtschaft 1 gerechnet.

Das heisst, die Schülerinnen und Schüler haben weniger betreute Schulstunden,

was in letzter Konsequenz auch bedeutet, dass es weniger Lehrer/innen

braucht. Mit den prognostizierten oder effektiv steigenden Schülerzahlen dürfte

sich der Personalbedarf vermutlich ausgleichen und allenfalls in grösseren

Klassen auswirken. Solche Rechnereien sind möglich, wenn man, wie beim

Globalbudget der Kantonsschule, mit Pauschalen rechnet. Ob damit die tatsächlichen

Betreuungsverhältnisse nach- bzw. vorgezeichnet werden können,

wird man noch sehen müssen. Klar ist aber, dass die Reduktion der Jahreswochenstunden

pro Schüler zwar einmal, vielleicht sogar zweimal ohne Konsequenzen

für die Qualität des Unterrichts und der Ausbildung erfolgen kann. Irgendwann

ist damit aber natürlich Schluss. Gewisse Betreuungen braucht es

offenbar. Diese Bemerkung scheint mir vor allem im Hinblick auf das Einfrieren

des Globalkredites von Bedeutung. Bei entsprechender Entwicklung der Schülerzahlen

müssen die Betreuungsverhältnisse in jedem Fall so ausgestaltet

werden, dass eine gute Ausbildung sichergestellt wird, sonst ist jeder Franken

zuviel ausgegeben. Die Formel «Jahreswochenstunden pro Schüler multipliziert

mit deren Preis und der erwarteten Schülerzahl» scheint sehr einfach zu handhaben

zu sein, stösst spätestens dann aber an Grenzen, wenn die Werte die

Realität an der Kantonsschule nicht mehr abbilden können.


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a) Businessplan 2005; Kenntnisnahme 29. November 2004

b) Globalbudget 2005; Genehmigung

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Der Businessplan 2005 enthält unter anderem den Zwischenstand des Businessplanes

2004, welcher die bereits umgesetzten Massnahmen auflistet. Aufgefallen

sind dabei die bereits früher erwähnte Streichung der Subventionen für

Reisen und Exkursionen. Für weniger bemittelte Schüler und Schülerinnen

werden offenbar teilweise externe Geldgeber angefragt, welche aber sicherlich

auch nur in einem beschränkten Masse Mittel zur Verfügung stellen können.

Wir können natürlich nicht einerseits Chancengleichheit predigen und dann bei

der ersten Gelegenheit Beihilfen an Lernende, welche sicherlich keinen grossen

Posten ausmachen und zudem in ihrer Summe bezogen auf den Globalkredit

unbedeutend sein dürften, streichen. Wenn allen für eine Ausbildung an der

Kantonsschule qualifizierten Jugendlichen diese Möglichkeit weiterhin gegeben

sein soll, braucht es gerade solche unbürokratische Unterstützungshilfen.

Der Hinweis, dass die Entwicklungsarbeit bei den informatikunterstützten Unterrichtseinheiten

ohne Entschädigung weitergeführt werde, hat uns etwas irritiert.

Was heisst das? Ist diese Entwicklungsarbeit nun nötig oder eben doch nicht?

Wenn Ja, müsste sie ja konsequenterweise entschädigt werden. Eventuell handelt

es sich nur um einen ganz kleinen Beitrag an das persönliche Engagement

der zuständigen Personen; dann aber würde es gar nicht in den Businessplan

gehören.

Ich möchte noch etwas zum Sprachlichen bemerken. Ich bin zwar noch neu hier

im Rat, und vielleicht hat es auch damit zu tun. Aber im Abschnitt 2, Stärken

und Schwächen (Seite 9), ist mir aufgefallen, dass eine sehr eigenartige Sprache

gewählt wurde. Man findet beispielsweise folgende Formulierungen: «Der

Leistungsausweis der Kantonsschule wird im Formular Reporting dargestellt».

«Die Kantonsschule verfügt über eine exakte Vollkostenrechnung für alle Produkte».

«Die Schulleitung hat ein effizientes und zielgerichtetes internes Controlling

zur Finanzsteuerung entwickelt». «Die Schule steuert wesentlich mit

Zielvereinbarungen auf allen Stufen». Ich denke, dass es sich dabei sicherlich

um einen Auftrag handelt, und der Verfasser des Businessplanes hat diesen

Auftrag bestimmt auch wahrgenommen. Trotzdem gibt es natürlich auch andere

Faktoren und andere Stärken. Ich gehe davon aus, dass gerade auch die Kantonsschule

Trogen derartige Stärken aufweist. Ich hätte mir gewünscht, dass

diese auch erwähnt worden wären. Beispielsweise das Klima an der Kantonsschule,

die Leistungsbereitschaft der Lernenden, der Teamgeist bei den Auszubildenden

und deren Motivation. Gerade die Motivation ist ganz wichtig für eine

gute Ausbildung; darin sind wir uns alle einig.

Unter Abschnitt 3 über den Handlungsbedarf wird auf die steigenden Schülerzahlen

hingewiesen mit der Vermutung, dass starke Jahrgänge, die unsichere

Wirtschaftslage und der ungebrochene Trend nach einer guten Allgemeinbildung

dafür ausschlaggebend sein sollen. Nicht erwähnt wird, dass die Berufslehre

- und hierin möchte ich das Votum von Kantonsrat Cavelti, Herisau, fest

unterstützen - dringend einer Aufwertung bedarf. Dies fängt damit an, dass eine


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b) Globalbudget 2005; Genehmigung

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Berufslehre überhaupt begonnen und auch abgeschlossen werden kann. Andernfalls

ist klar, dass die Jugendlichen lieber die Schule besuchen und versuchen,

einen Maturitätsabschluss zu machen, was folglich auch mit finanziellen

Mitteln zu unterstützen wäre. Grundsätzlich ist und bleibt es in einer hochentwickelten

Gesellschaft wie der Schweizerischen erstrebenswert, entsprechend

gute Ausbildungen absolvieren zu können.

Zur Einführung der FMS hält der Businessplan fest, dass für die Berufsfelder

Gesundheit, Pädagogik und Soziale Arbeit an der Kantonsschule Trogen Synergien

mit den weiteren Ausbildungen genutzt werden können. Dies trifft sicher

für die allgemeinbildenden Fächer und für den Raumbedarf zu. Im übrigen öffnet

sich die Kantonsschule hier doch ganz neuen Berufsfeldern. Der Businessplan

bleibt in der Umschreibung der berufsspezifischen Ausbildungsinhalte

auffällig vage. So konzentriert sich der Businessplan beim Berufsfeld Gesundheit

auf die sicherlich notwendigen, gleichzeitig aber spezifischen Kenntnisse in

den Naturwissenschaften, erwähnt weitere zwingende Qualifikationen aber

nicht. Beim Berufsfeld Pädagogik wird allgemein eine zusätzliche Konzentration

auf musische Fächer verlangt. Was heisst das konkret bezogen auf die Ausbildung

in Richtung Pädagogik? Auch im Berufsfeld Soziale Arbeit bezieht sich

unter anderem das Ausbildungsangebot auf den Bereich Sozialwissenschaften,

welche intensiv auf dieses Berufsfeld vorbereiten sollen. Ich glaube, dass dies

bisher an der Kantonsschule Trogen nicht der Kernstoff war. Hier kommt einiges

auf uns zu. Die SP-Fraktion möchte nicht, dass die Erweiterung des Angebotes

an der Kantonsschule Trogen unterschätzt wird. Wir erhoffen uns deshalb

konkrete Antworten aus dem im Businessplan erwähnte strategischen Lagebericht.

Wird letzterer dem Kantonsrat allenfalls vorgelegt?

Die Schlussfolgerungen im Businessplan enthalten unter anderem den Finanzbedarf

für das Jahr 2005. Dabei fällt auf, dass die FMS insbesondere bei der

Darstellung der Einsparungen gegenüber den in St. Gallen anfallenden Kosten

15 bis 20 Lernende erwähnt, gerechnet wird aber mit 20 Lernenden. Dies ist

unseres Erachtens eher eine positive Darstellung, welche eventuell gerechtfertigt

ist. Würde aber bloss mit 15 Lernenden gerechnet, würden die Einsparungen

entsprechend geringer ausfallen.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bei der SP-Fraktion ein paar Fragezeichen

hinsichtlich der längerfristigen Betreuung der Lernenden, bei der Wahrung

der Chancengleichheit und bei der konkreten Ausgestaltung der Ausbildungsinhalte

bestehen bleiben. Und nicht zuletzt hat sich für uns auch die

Frage gestellt, ob nicht schlussendlich für die sozialen Berufe der Standort Herisau

nochmals diskutiert werden müsste, falls die Schülerzahlen weiterhin zunehmen

und in diesem Bereich eine weitere Entwicklung stattfindet.


4. Kantonsschule Trogen: Trakt. 114

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b) Globalbudget 2005; Genehmigung

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Die SP-Fraktion nimmt vom Businessplan 2005 der Kantonsschule Trogen in

zustimmendem Sinne Kenntnis und beantragt, das Globalbudget 2005 zu genehmigen.

Kaffeepause: 09.55 Uhr bis 10.20 Uhr.

Im Anschluss an die Kaffeepause dankt der Vorsitzende allen Ratskolleginnen

und Ratskollegen, welche kurz und prägnant ihre Voten vortragen. Und in diesem

Sinne fahren wir jetzt weiter.

Joos, Herisau, hält fest, dass sich auch die FDP-Fraktion mit dieser Vorlage

auseinandergesetzt hat. Ich möchte zusammenfassend folgende Bemerkungen

anbringen. Wir stellen fest, dass der Businessplan im Gegensatz zum Vorjahr

zwar eher fein, aber doch immerhin farbig gestaltet worden ist. Und wenn wir

gehört haben, unter welchen Umständen dieser erstellt werden muss, so bildet

er unseres Erachtens doch eine gute Grundlage für die Diskussion. Ein bisschen

Mühe haben wir immer noch mit dem Reporting ab Seite 15 des Businessplanes.

Hier muss man ziemlich im Bilde sein, um diese Darstellungen

überhaupt verstehen zu können. Die FDP-Fraktion steht hinter der Kantonsschule

Trogen. Investitionen in die Bildung sind unserer Ansicht nach Investitionen

in die Zukunft. Und in unserem Kanton ist die Bildung neben den Kühen

eigentlich der einzige Rohstoff. Der Kantonsrat hat anlässlich seiner Sitzung

vom 13. September 2004 - in Kenntnis der Auswirkungen auf das Globalbudget

- der Einführung einer Fachmittelschule deutlich zugestimmt. Die Erhöhung des

Globalbudgets um diese 120’000 Franken ist unbestritten. Eine weitere Erhöhung

um 120’000 Franken basiert auf den vom Regierungsrat verabschiedeten

Lohnmassnahmen. Auch dies hat in der FDP-Fraktion zu keinen Diskussionen

Anlass gegeben. Am meisten Diskussionsstoff bot die zusätzliche Erhöhung

des eigentlich eingefrorenen Globalkredits um 200’000 Franken für das Jahr

2005. Im Businessplan sind die von den zuständigen Gremien diskutierten und

die bereits eingeleiteten Sparmassnahmen beschrieben. Dabei wird ersichtlich,

dass auch unpopuläre Massnahmen wie Lohnreduktionen, Reduktionen des

Pflichtprogrammes sowie Zulassungsbeschränkungen geprüft wurden. Solche

Massnahmen würden aber meistens Verordnungsänderungen bedingen, und

sie stossen in unserer Fraktion grossmehrheitlich auf Skepsis, besonders dann,

wenn unter diesen Massnahmen schlussendlich die Schülerinnen und Schüler

oder die Qualität der Schule leiden müssten. Tatsächlich umgesetzt wurden bis

heute produktivitätssteigernde Massnahmen wie beispielsweise Schulversuche


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im Vorlesungsstil oder selbstverantwortetes Lernen. «Sparen durch Innovation»

heisst die Devise; dieser kann unsere Fraktion sehr wohl zustimmen. Wie wir

gehört haben, erfolgt die Umsetzung der Massnahmen Schritt für Schritt, und

die finanziellen Auswirkungen bzw. die finanziellen Erfolge folgen teilweise -

bedingt durch die Trägheit des ganzen Systems - verzögert. Die FDP-Fraktion

anerkennt die Bemühungen der Schulleitung und auch der Mittelschulkommission,

die Finanzen trotz der steigenden Schülerzahlen im Griff zu behalten, und

wir haben das Vertrauen, dass dies mit vereinten Anstrengungen auch einigermassen

gelingt.

Ein wesentlicher Faktor im Standortwettbewerb unseres Kantons ist die Schule,

und dazu gehört auch die Kantonsschule. Unseres Erachtens muss der Kanton

in diesem Bereich mithalten können. Wir möchten der Schule gerne genügend

Mittel zur Verfügung stellen, um ihren Auftrag erfüllen zu können. Wir sagen Ja

zur Bildung und auch Ja zum Globalkredit von 11,360 Mio. Franken.

Devos, Heiden, ist der Meinung, dass das Meiste jetzt bereits gesagt worden

ist. Die SVP-Fraktion nimmt vom Businessplan 2005 der Kantonsschule Trogen

Kenntnis. Wir machen uns aber schon Gedanken zum Globalkredit von

11’360’000 Franken, insbesondere zu jenen 200’000 Franken, welche für das

Budget 2005 vom Regierungsrat bereits bereitgestellt worden sind. Wie beschrieben,

können die Sparziele für das Jahr 2005 nicht erreicht werden. Auf

Seite 11 des Businessplanes wird von «theoretisch», «kann» und «können»

gesprochen. Der Schlusseffekt aber ist: Es fehlen 200’000 Franken. Um in der

Sprache der Schule zu reden: Hausaufgaben nicht gemacht. Es ist dringend

nötig, jetzt Massnahmen zu treffen; sonst hat die Kantonsschule in den kommenden

Jahren alljährlich ein Riesenproblem mit dem Globalbudget.

Die SVP-Fraktion nimmt vom Businessplan 2005 Kenntnis und beantragt, den

Globalkredit von 11’360’000 Franken für das Jahr 2005 zu genehmigen.

Erziehungsdirektor Degen möchte sich zuerst ganz herzlich für die abgegebenen

Voten bedanken. Wie ich herausspüren konnte, handelt es sich durchaus

um positive Stellungnahmen gegenüber dieser Vorlage.

Kantonsrat Cavelti, Herisau, stellt im Zusammenhang mit steigenden Schülerzahlen

den Raumbedarf zur Diskussion. Ich kann hier sagen, dass wir uns

diese Frage selbstverständlich auch gestellt haben. Und wir sind zum Schluss

gekommen, dass wir mit den Schülerzahlen, welche jetzt geplant sind, ohne

zusätzlichen Raumbedarf durchkommen. Im weiteren nehmen wir sicherlich

auch das Anliegen bezüglich der Berufslehren ernst. In diesem Zusammenhang

werden auch im Arbeitsbericht der Erziehungsdirektion, welcher demnächst

fertig erstellt und dem Regierungsrat unterbreitet wird, mögliche Lösungen auf-


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gezeigt, wie vor allem die Berufslehren in unserem Kanton weiter gefördert

werden könnten. Mit der Unterrichtsart im Vorlesungsstil haben wir durchwegs

positive Erfahrungen gemacht. Derzeit laufen zwei Versuche, und zwar einerseits

im Fach «Wirtschaft und Recht». Hier werden fünf Klassen zusammengenommen,

welche im Vorlesungsstil ihren Stoff vermittelt bekommen. Ebenso

wird das Fach «Deutsch» im Vorlesungsstil unterrichtet, mit genau der gleichen

Handhabe. Die ersten Erfahrungen haben gezeigt, dass die Schülerinnen und

Schüler darauf durchaus positiv reagiert haben. Wir müssen hier aber selbstverständlich

weitere Erfahrungen auch zusammen mit den Lehrkräften sammeln.

Zum ausführlichen Votum von Kantonsrat Lutz, Herisau, möchte ich Folgendes

festhalten. Selbstverständlich sind seine gestellten Fragen sehr wichtig und

auch interessant. Ich möchte hier aber auf den Strategiebericht verweisen, welchen

die Kantonsschule zur Zeit erarbeitet. Wir sind gewillt, diesen Bericht nach

seiner Fertigstellung auch dem Parlament zur Kenntnis zu bringen. Dieser Bericht

beinhaltet viele Antworten auf die verschiedenen Fragen von Kantonsrat

Lutz. Was die Stärken und den sprachlichen Teil anbelangt, kann ich Kantonsrat

Lutz Folgendes erwidern. Wir haben einen sehr bescheidenen Rektor an der

Kantonsschule, welcher nicht nur von seinen Stärken spricht, sondern eben

auch sehr zurückhaltend darüber geschrieben hat.

Die Frage von Kantonsrat Lutz hinsichtlich der Berufslehren ist ähnlich gelagert

wie die Frage von Kantonsrat Cavelti. Ich kann Ihnen nochmals versichern,

dass das Thema Berufslehre für uns ein grosses Anliegen ist; wir machen uns

darüber tatsächlich ernsthafte Gedanken, und zwar auch im Zusammenhang

mit der gesamten Umgestaltung im Bereich der Berufsberatung.

Die kritische Bemerkung der SVP-Fraktion, wonach wir die Hausaufgaben nicht

gemacht hätten, möchte ich klar zurückweisen. Wir haben diese Hausaufgaben

gemacht; wir konnten sie aber nur teilweise machen, weil es einfach zeitliche

Verzögerungen gibt. Wir haben aber bereits namhafte Einsparungen erzielt,

und dies bei steigenden Schülerzahlen.

Soweit meine Ausführungen zu den abgegebenen Voten. Ich bin gerne bereit,

noch weitere Ausführungen zu machen, falls dies nötig ist und gewünscht wird.

Wiesli, Teufen, bezieht sich auf die Seite 17 des Businessplanes. Daraus ist

ersichtlich, dass das freiwillige 10. Schuljahr und die Sekundarschule zusammen

mit einem prognostizierten Defizit von 130’000 Franken abschliessen werden.

Es ist auch festzustellen, dass diese beiden Kostenträger im Budget 2005

ein Defizit von zusammen 122’000 Franken ausweisen, was beinahe ¼ Mio.

Franken ausmacht. Der Kantonsrat hat sich seinerzeit mit klarem Mehr dafür

entschieden, das 10. Schuljahr und die Sekundarschule in den Gebäulichkeiten


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der Kantonsschule Trogen weiterzuführen; dies macht auch Sinn. Es wurde

aber auch ganz klar festgehalten, dass dies nur unter der Voraussetzung der

Kostenneutralität zu geschehen hat. Deshalb gestatte ich mir folgende Frage an

Erziehungsdirektor Degen. Wie wird jetzt im Sinne der Kostenneutralität mit den

zu erwartenden Kosten von ¼ Mio. Franken umgegangen? Werden diese Kosten

den Schülern/innen des 10. Schuljahres bzw. den Gemeinden, welche diese

Schulstufe führen, entsprechend verrechnet? Wie wird damit umgegangen?

Erziehungsdirektor Degen entgegnet seinem Vorredner, dass es sich in der

Tat um eine unschöne Entwicklung handelt, welche wir beim 10. Schuljahr und

auch bei der Sekundarschule haben. Ich möchte dazu einfach sagen, dass wir

diese Probleme beim 10. Schuljahr aufgrund des sinkenden Schüleranteils erhalten

haben. Wir sind aber daran, im Rahmen des Arbeitsberichtes diese

Probleme im Zusammenhang mit dem 10. Schuljahr auszumerzen. Hier geht es

letztlich dann auch darum, wie weit wir bereit sind, die Kosten alleine zu tragen

oder sie allenfalls auch zu überwälzen. Ich möchte an dieser Stelle aber nicht

vorgreifen; der erwähnte Bericht ist nämlich dem Regierungsrat noch nicht unterbreitet

worden.

Kantonsratspräsident Langenauer stellt fest, dass der Kantonsrat mit Diskussion

vom Businessplan 2005 der Kantonsschule Trogen Kenntnis genommen

hat.

Der Rat stimmt dem Globalkredit 2005 für die Kantonsschule Trogen von

11,360 Mio. Franken einstimmig zu.

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