forum.ksv Ausgabe 03/2011

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Das Medium für

internationalen

Kreditschutz

03/2011

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NotgroscheN für bittere ZeiteN

Mehr Eigenkapital erwünscht

häferlgucker im eiNsatZ

KSV1870 analysiert Insolvenzursachen

Als Beihefter: Jahresbericht 2010


Foto: Rainer Sturm/pixelio.de Foto: Bildmaschine/Sefa Ugurlu

Foto: Rolf Handke/pixelio.de

2 inhalt

Notgroschen für bittere Zeiten. S. 4

Häferlgucker im Einsatz. S. 7

Bella Ragazza in Bedrängnis. S. 14

Inhalt

cover

Notgroschen für bittere Zeiten.

Mehr Eigenkapital für Österreichs Unternehmen. ........................... 4

aktuell

Häferlgucker im einsatz.

Wer oder was ist eigentlich an den Pleiten schuld? ......................... 7

Weltweiter Branchenausblick 2011. Die Kreditversicherung

PRISMA analysiert das Wirtschaftsklima. ................................... 10

Gläubiger könn(t)en Berge versetzen.

Prof. Dr. Hans Haarmeyer von der Gläubigerschutzvereinigung

Deutschland übt Kritik am deutschen Insolvenzrecht. ................. 12

kSv1870 NeWS

Blitzlichter. Die 135. Generalversammlung des

Kreditschutzverband von 1870. .................................................. 13

Bella ragazza in Bedrängnis.

Über die mangelnde Zahlungsmoral in Italien

und die „Besonderheiten“ der italienischen Justiz. ....................... 14

3 Fragen an …

Konrad Plankensteiner, Geschäftsführer Tiscover GmbH. ............. 15

Was tun, wenn der kunde nicht zahlt?

Factoring als alternative Finanzierungsform. ............................... 16

kSv1870 events im rückblick.

Das Sommerfest der Niederlassung Klagenfurt. ............................ 17

Wer zählt die Häupter, nennt die Namen?

KSV1870 Mitarbeiter stellen ihr Know-how zur Verfügung. ....... 18

Quergelesen.

Neue Fachbücher, die Praxiswissen vermitteln. ........................... 18


Foto: Richard Tanzer

kSv1870 GläuBiGerScHutZ

Aktuelles aus Rechtsprechung und richterlicher Praxis. . ................ 19

kSv1870 akademie

Die aktuellen Schulungsangebote. ............................................... 20

kSv1870 SteuertippS

Wichtige Neuigkeiten und Änderungen

im Steuerrecht speziell für Unternehmer. .................................... 21

kSv1870 WirtScHaFtSBarometer

Flops & Tops in der österreichischen Wirtschaft. ........................... 22

Impressum ................................................................................... 21

als Beihefter:

Jahresbericht 2010

JAHRESBERICHT2010

alc-datenerhebungsblatt liegt bei:

Jetzt am Bewerb teilnehmen!

Jahresbericht 2010 in der Heftmitte.

Fotos: Richard Tanzer

Foto: Petra Spiola

Editorial

Liebe Mitglieder,

editorial 3

im Rahmen der Generalversammlung hat der

KSV1870 auch heuer wieder Bilanz gezogen

und seinen Mitgliedern die Ergebnisse des Geschäftsjahres

2010 präsentiert. In der Heftmitte finden Sie wie gewohnt

den Jahresbericht und im Anschluss einige Blitzlichter der Veranstaltung.

Darüber hinaus standen in diesem Jahr zwei Themen im Mittelpunkt:

das Insolvenzrechtsänderungsgesetz und die Kooperation mit der Gläubigerschutzvereinigung

Deutschland e.V. Ihr Vorstand Prof. Dr. Hans

Haarmeyer referierte als Festredner über das Insolvenzrecht in Deutschland

und die Ziele der noch jungen Organisation. In seinem Vortrag streute

der renommierte Insolvenzrechtsexperte Österreich Rosen: Es gebe eine

vorbildliche Insolvenzkultur und unbesicherte Gläubiger würden zumindest

einen Teil ihres Geldes zurückbekommen, ganz anders, als das oft in

Deutschland der Fall sei.

Mit einer durchschnittlichen Quote für Gläubiger von rund 10 % kann sich

Österreich durchaus sehen lassen, ob aber das Insolvenzrechtsänderungsgesetz

(IRÄG2010) tatsächlich jener Meilenstein ist, als der es angekündigt

wurde, ist fraglich. Die bisherige Bilanz des KSV1870: Gebracht hat das

IRÄG2010 mehr Initiative aufseiten der Schuldnerunternehmen, wenn es

darum geht, frühzeitiger als bisher den Gang zum Insolvenzrichter anzutreten.

Ob sich das eigenverwaltete Sanierungsverfahren zur Erfolgsgeschichte

entwickeln wird, bleibt trotz positiver Vorzeichen noch abzuwarten. Anders

die Situation bei den nicht eröffneten Insolvenzverfahren (mangels kostendeckenden

Vermögens). Auch das neue Insolvenzrecht hat an der hohen

Zahl an Nichteröffnungen kaum etwas geändert – damit bleiben sie eine

der größten Schwachstellen im Insolvenzgeschehen.

Eine andere Schwachstelle, für die Österreichs Unternehmen häufig in der

Kritik stehen, ist ihr mangelndes Eigenkapital. Lesen Sie dazu den aktuellen

Coverartikel ab Seite 4. Zwar haben die Firmen im EU-Vergleich Aufholbedarf,

jedoch darf nicht unter den Tisch fallen, dass sich die durchschnittliche

Eigenkapitalquote in Österreich in den vergangenen Jahrzehnten konstant

verbessert hat. Tatsächlich gibt es viele Branchen, die heute eine solide

Quote aufweisen. Anders die Situation beispielsweise bei vielen Tourismusbetrieben

und im Bauwesen. Auch kleine Unternehmen haben besonderen

Handlungsbedarf, was den Aufbau von Eigenkapital angeht. Warum das

besonders wichtig ist? Weil Eigenkapital Unternehmen durch Krisen und

Konjunkturflauten bringt. Ein Blick auf die Eigenkapitalquote kann also

schon vor der nächsten Krise verraten, wie belastbar ein Unternehmen ist.

Ihr Johannes Nejedlik


4 cover

Notgroschen für

bittere Zeiten

Geht es um die Eigenkapitalquote, dann hagelt es oft Schelte für die heimischen Unternehmer.

Nicht immer erfolgt diese Kritik zu Recht, doch Handlungsbedarf ist gegeben. text: HElMUT WolFGANG

Foto: Bildmaschine/Sefa Ugurlu


„Die Unternehmen brauchen mehr Kapital, um einerseits ihre Krisenresistenz zu verbessern und

um sich andererseits für weiteres Wachstum richtig aufzustellen.“

Österreichs kleine und mittlere Unternehmen (KMU)

sind das Rückgrat der heimischen Wirtschaft. Unter

ihnen finden sich bekannte oder weniger bekannte

Weltmarkt- oder Technologieführer, zugleich auch viele

Traditionsunternehmen. Trotz aller Verdienste: Beim

Eigenkapital schneiden die heimischen KMU im internationalen

Vergleich relativ schlecht ab. Die Eigenkapitalquote

liegt im landesweiten Durchschnitt bei lediglich

26 %. Deutschland kann immerhin 30 % vorweisen, die

Niederlande 40 % und Polen gar 50 %.

kein grund zur Panik Wie besorgniserregend die Situation

wirklich ist, darüber sind sich selbst Experten nicht

ganz einig. Gregor Deix, Firmenkunden-Bereichsleiter

bei der Erste Bank, meint: „Österreichs Unternehmen

sind generell im europäischen Vergleich sehr eigenkapitalschwach.“

Seine Schlussfolgerung: „Die Unternehmen

brauchen mehr Kapital, um einerseits ihre Krisenresistenz

zu verbessern und um sich andererseits für weiteres

Wachstum richtig aufzustellen.“ Gelassener sieht das

Mag. Peter Voithofer von der KMU Forschung Austria:

„Dass die Ausstattung heimischer KMU mit Eigenkapital

pauschal zu wenig ist, ist ein Vorurteil.“ In Österreich

sei der Eigenkapitalanteil traditionell schon immer eher

schwach gewesen. Doch seit Jahren sei eine Zunahme

festzustellen. „Die Richtung und die Entwicklung stim-

men“, fasst Voithofer zusammen. Sein Befund: „Wir

bewegen uns auf dem schmalen Grad zwischen Krankjammern

und Gesundreden.“

größe und branche entscheiden Ein direkter Zusammenhang

besteht zwischen Betriebsgröße und Höhe des

Eigenkapitals – nach dem Motto: „Je größer, desto solider

aufgestellt“. Bei Betrieben mit weniger als zehn Mitarbeitern

liegt die durchschnittliche Eigenkapitalquote unter

20 %, zeigen die Zahlen der KMU Forschung. Bei Unternehmen

mit zehn bis 49 Mitarbeitern steigt diese Quote

auf 25 %, bei noch größeren Betrieben beläuft sich knapp

ein Drittel des Gesamtkapitals auf Eigenkapital. Aufgeschlüsselt

nach Branchen zeigt sich, dass die Eigenkapitalquote

bei Beherbergungsbetrieben und Gaststätten mit

12,6 % besonders gering ist. Das bestätigt einmal mehr die

Tatsache, dass die Tourismusbranche finanziell auf wackligen

Beinen steht, hier kommen auf hohe Ausgaben nur

vergleichsweise geringe Einnahmen. Zugleich hat mehr als

die Hälfte (52 %) der 11.000 Betriebe dieser Gruppe ein

negatives Eigenkapital, das ist ein negativer Spitzenwert.

Das Bauwesen bringt es immerhin auf 19 % Eigenkapital.

Laut Statistik am solidesten aufgestellt sind die Branchen

Verkehr und Nachrichtenübermittlung (33 % Eigenkapitalquote)

sowie die Sachgütererzeugung (34,5 %), wie aus

den aktuellen Zahlen der KMU Forschung hervorgeht.

cover 5


6 cover

solideres fundament notwendig Die Krise ist zwar

nicht per se schuld an der schwachen Eigenkapitalausstattung,

sie hat aber die ohnehin wenig erbauliche Situation

noch einmal verschärft, weil Unternehmen plötzlich

Verluste statt Gewinne geschrieben haben, meint Deix.

Und die Krise hat auch die Prioritäten verschoben. Denn

in der Zeit der Hochkonjunktur und sehr liquider Kreditmärkte

haben sich Unternehmer hauptsächlich über

Fremdkapital – also Kredite – finanziert. Das war günstig,

einfach und schnell. Jetzt ist allerdings die Eigenkapitalquote

in den Vordergrund gerückt, nicht zuletzt wegen

Basel III. „Wie Banken so brauchen auch Unternehmen

jetzt mehr Eigenkapital, um ihr Fundament zu verstärken

und damit die Bonität zu verbessern“, sagt Deix.

Warum bauen Unternehmen nicht einfach mehr

Eigenkapital auf? Hauptgrund ist meist die schwache

Ertragslage. Besonders prekär ist die Situation bei wachstumsorientierten

KMU, die einen vergleichsweise hohen

Investitionsaufwand haben. Nicht ganz unschuldig daran

sind auch die gesetzlichen Regelungen – so sind die Zinsen

für Fremdkredite steuerlich absetzbar. Ein weiterer

Faktor dürfte auch die Tatsache sein, dass es in etlichen

Familienbetrieben oftmals Vorbehalte gegen zusätzliche

Miteigentümer gibt.

kapital ohne rendite? Die Ansicht, dass Eigenkapital

„totes Kapital“ sein könnte, weist Deix zurück. Darunter

wäre eher Kapital zu verstehen, das in Vermögen

gebunden ist und dabei keine Rendite erzielt – wie etwa

Ladenhüter. Im Unterschied dazu entsteht Eigenkapital

primär durch im Unternehmen verbleibende Gewinne,

die ja wiederum investiert werden können. Für den Aufbau

von Eigenkapital bieten sich mehrere Möglichkeiten

an: Da ist zunächst einmal die Gewinnthesaurierung.

Sie hängt naturgemäß von der Ertragslage ab, konkret

also davon, ob überhaupt Gewinne erzielt werden. Eine

andere Variante sind private Darlehen oder die Hereinnahme

von Partnern. Oder Venture Capital, eine Form

der Finanzierung, die in Österreich freilich noch in den

Kinderschuhen steckt.

kapital bereitgestellt Verwandt damit ist der Einstieg

von Private Equity oder privatem Beteiligungskapital.

Oder aber Mezzaninkapital, also kreditwirtschaftliches

Eigenkapital zur Finanzierung von Expansions- und

Wachstumsprojekten in Form von nachrangigen Darle-

hen. In einer aktuellen Initiative haben etwa die Erste

Bank, die Salzburger Sparkasse und die Tiroler Sparkasse

zusammen EUR 60 Mio. Mezzaninkapital zur Verfügung

gestellt. Vorteile dieser Finanzierungsform: eine Verbesserung

der Bilanzstruktur, Unkündbarkeit sowie eine hohe

Flexibilität. Eine weitere Möglichkeit zur Stärkung des

Eigenkapitals sind diverse Förderprogramme wie etwa

„Double Equity“ von Austria Wirtschaftsservice (AWS),

der Förderbank des Bundes.

basel iii wirft schatten auf kmu Verschärfen wird

sich die Situation durch die neuen Eigenkapitalbestimmungen,

die unter dem Schlagwort Basel III zusammengefasst

werden. Was das konkret bedeutet, soll folgendes

Beispiel illustrieren: Derzeit muss ein Investitionskredit

über EUR 5 Mio. an ein österreichisches KMU mit

durchschnittlicher Bonität mit rund EUR 100.000 Eigenkapital

unterlegt werden. Nach dem neuen Basel-

III-Regelwerk wird es drei Mal so viel sein. Denn die

Unterlegungspflicht mit „Kernkapital“ gemäß Basel III

sieht für Kundenkredite künftig 7 % statt bisher 2 % vor.

Im Vergleich dazu werden Staatsanleihen weiterhin kein

zusätzliches Eigenkapital binden. Für Deix ist das ein eindeutiger

Beweis dafür, „wie das neue Regelwerk Basel III

die Vergabe von Krediten an die Realwirtschaft im Vergleich

zu anderen Investmentgeschäften behindern wird“.

Wettbewerbsnachteile durch neues regelwerk An

Basel III hat kürzlich auch Erste-Bank-Chef Andreas

Treichl einen seiner massiven Kritikpunkte an österreichischen

Politikern festgemacht, die aus seiner Sicht zu

wenig entschlossen gegen geplante Verschlechterungen

für die heimische Wirtschaft auftreten. Denn die neuen

Eigenkapitalvorschriften seien nicht nur auf die Banken

beschränkt, sondern bedeuten für Länder mit einer

großen KMU-Dichte wie Österreich einen Wettbewerbsnachteil.

Die im Dezember 2010 fixierten Richtlinien

für Basel III sollen bis 2013 in den EU-Ländern umgesetzt

werden. Mit Basel III könnte sich die schon jetzt

von KMU-Forscher Voithofer beobachtete Polarisierung

noch verstärken. Einige Unternehmen bauen immer

mehr Eigenkapital auf, während andere überhaupt kein

positives Eigenkapital vorzuweisen haben. Noch sei nicht

alles „eitel Wonne, Waschtrog“, bringt es Voithofer auf

den Punkt. Die Entwicklung hin zu mehr Eigenkapital

könnte rascher verlaufen. Aber man sei auf dem richtigen

Weg dorthin.


Häferlgucker im Einsatz

Jahr für Jahr werden die Insolvenzen von den KSV1870 Referenten bewertet und kategorisiert.

Geklärt wird dabei die Frage, wer oder was eigentlich an den Pleiten schuld war.

text: HANS-GEoRG KANTNER

Wer heute Geld besitzt, braucht auch einen anderen,

der bereit ist, es sich gegen Zinsen auszuborgen: von

Griechenland bis zu Otto Normal-, nein Dieselverbraucher,

der sich sein neues Auto noch nicht zur Gänze erspart hat.

In dieser Welt des Konsums auf Kredit wird der Kredit sehr

rasch zum Schuhlöffel für den Umsatz. Die Waren und

Dienstleistungen werden ja weltweit immer ähnlicher, und so

werden zwei Faktoren erfolgsentscheidend: der Preis und der

Kredit. Wir greifen dann am liebsten zu, wenn der niedrigste

Preis zum einfachsten verfügbaren Kredit erlangt werden

kann. Naturgemäß nehmen ausschließlich jene Personen und

Firmen einen Kredit in Anspruch, die ihn auch brauchen –

eben weil sie ihn nicht haben. Doch: Jedem Kredit wohnt eine

Pleite inne.

kostenfaktor Zinsen Die Insolvenzstatistik stellt das jährliche

Auf und Ab der Insolvenzzahlen dar. Die wesentlichen

Ursachen sind Zinshöhe und Konjunkturverlauf. Nur wer

Schulden hat, zahlt Zinsen – wer hohe Schulden hat, für

den werden Zinsen rasch zum bestimmenden Kostenfaktor.

Steigen diese Zinsen an, was sie historisch betrachtet immer

wieder getan haben, dann wird die Last zu schwer und führt

zur Pleite. Zu den Hintergründen: Jede Konjunkturdelle

beutelt die schon etwas welken Blätter von den Bäumen – die

Nachlässigkeiten und mitunter liebenswürdigen Schwächen

der Unternehmen werden dann zum Problem. Zinsniveau

und Konjunktur sind wie Blitz und Donner der Wirtschaft:

Erst kommt der Blitz und dann der Donner – erst der Konjunkturansprung

und dann die Zinsen. Und hohe Zinsen

werden auch nach dieser Konjunkturerholung kommen.

kochtöpfe auf! Für die Insolvenzanalyse des KSV1870

schauen die Referenten den insolvent gewordenen Unternehmen

gewissermaßen in die Kochtöpfe. Diese „Häferlguckerei“

wird in jedem eröffneten Insolvenzverfahren vorgenommen

und zu einem statistischen Block zusammengetragen.

Lag es am Produkt, an den Mitarbeitern, an der falschen

Finanzierungsstruktur, oder war es ein nicht zu beherrschender

Umstand. Die Analyseerkenntnisse sind insofern

lehrreich, als der Erfolg bekanntlich viele Väter hat, die Pleite

zumeist aber Vollwaise ist. Niemand will es gewesen sein.

Und deshalb muss darauf hingewiesen werden, dass bei 44 %

der im Krisenjahr 2010 insolvent gewordenen Unternehmen

schwerwiegende interne Fehler gemacht wurden. Seit 1990

hat sich diese Insolvenzursache aufgrund von fehlendem

wirtschaftlichem Know-how mehr als verdoppelt.

externe ursachen werden mehr! Es sind aber auch

vielfach Entwicklungen von den Unternehmen nicht beherrschbar,

da diese durch den zunehmenden Wettbewerb

Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

cover 7


8 aktuell

dazu gedrängt werden, mit immer schmäleren Margen zu

operieren und in ihren Geschäftsmodellen immer größere

Risiken einzugehen. Wer in guten Zeiten zu wenig produziert,

wird den Tag nicht erleben, an dem er sich freuen

könnte, keine Überkapazitäten zu haben, die dann reduziert

werden müssten. Wir tendieren dazu, die Fähigkeit der Unternehmen

zu überschätzen, auf Entwicklungen frühzeitig zu

reagieren – das können nur erstklassig geführte und solide

finanzierte Unternehmen, also jene, in deren Laboranlagen

die Zukunft „ertüftelt“ und die Innovation gezeugt wird.

insolvent: ein Drittel wird saniert 2010 wurden 6.376

Unternehmen insolvent. Etwas mehr als die Hälfte dieser

Unternehmen kam in ein Insolvenzverfahren, und da schaffen

etwa 35 % eine Sanierung mithilfe ihrer Gläubiger. Aber

auch das Management und die Dienstnehmer leisten ihren

Beitrag an so einer Sanierung. Hier geht es um professionelle

Begleitung des Unternehmens und um eine nüchterne Einschätzung,

ob dieses Unternehmen mit seiner Technologie

und seinen Kunden eine bessere, profitablere Zukunft haben

kann. Garantien gibt es dafür letztlich nicht.

insolvenzursachen im Vergleich Die Analyse und der

Vergleich mit dem Vorjahr zeigen deutlich die zunehmende

Bedeutung der außerbetrieblichen, also krisenbedingten Ursachen.

Dagegen sinkt der Wert des persönlichen Verschuldens

nochmals markant auf 6 %. Zwei wesentliche Faktoren

sind und bleiben besonders relevant:

– Fehler/verlustquellen im innerbetrieblichen Bereich:

Klassische Managementfehler stehen im Vordergrund;

fachliches Know-how ist nach wie vor Mangelware.

– kapitalmangel: Österreichische Unternehmen leiden

chronisch an Kapitalmangel – im Langfristvergleich gegenüber

2000 oder gar 1990 hat sich diese Situation jedoch

spürbar gebessert.

insolvenzursachen 1990 2000 2005 2009 2010

persönliches Verschulden 17 % 7 % 10 % 9 % 6 %

Fahrlässigkeit 16 % 27 % 22 % 15 % 14 %

innerbetriebliche Ursachen 21 % 33 % 38 % 42 % 44 %

Kapitalmangel 21 % 19 % 13 % 14 % 13 %

externe Ursachen/Verlustquellen 20 % 11 % 13 % 18 % 19 %

Sonstige 5 % 3 % 4 % 2 % 4 %

innerbetriebliche fehler: unfähigkeit oder chaos

Wenn 44 % der eröffneten Insolvenzverfahren des Jahres

2010 auf innerbetriebliche Fehler und Verlustquellen zurückzuführen

waren, dann erkennen wir darin das Wirkungsprin-

zip der Unternehmensführung. Diese verantwortet alles, was

im Unternehmen geschieht oder unterbleibt. Was sind nun

typische Fehler, die zu beobachten sind:

– organisationsmängel: Aufgeblähter Apparat, unklare

Zuständigkeiten und Abgrenzungen, nicht ausgeschöpfte

interne Potenziale hinsichtlich Produktivität oder Kostensenkung:

Jedes Unternehmen muss laufend seine Prozesse

verbessern. Nur so kann es sich bei dem gegebenen Preisdruck

am Markt behaupten.

– keine zeitgemäße Buchführung: Viele Unternehmer sind

gut im Handwerklichen, die Buchhaltungsarbeit überlassen

sie aber gerne Steuerberatern/Bilanzbuchhaltern. Von diesen

können sich österreichische Unternehmer aber nicht

erwarten, dass sie ihnen Tipps in strategischer Planung oder

Unternehmensführung geben. Dies, obwohl der Steuerberater

eigentlich als Erster sehen müsste, wenn die Zahlen

nicht mehr stimmen.

– mangelnde strategische planung: Die Pläne – so es

überhaupt welche gibt – orientieren sich zu stark an den

operativen Kosten (sogenanntes „cost-driven budgetting“)

statt an realistischen Markteinschätzungen und der Beobachtung

der eigenen Kunden. So werden laufend zu

optimistische Umsatzpläne erstellt, statt realistisch den

Markterfordernissen zu begegnen.

– operative planungsfehler: Durch Schönwetterplanung

beeinflusst, geht ein Teil der Produktion in das Lager,

das bald zu einer „Output-Halde“ wird. Dadurch wird

Liquidität gebunden, die produzierte Ware veraltet rasch

und verliert damit an Wert. Aufträge werden über den

Preis gewonnen, was oft zu einer vorsätzlichen Verlustproduktion

führt, statt Unternehmensgröße und -kosten den

Gegebenheiten anzupassen.

– ignorieren der Zahlungsmoral: In Zeiten intensiven

Wettbewerbs gehen oft die guten Zahler zur billigeren

Konkurrenz, und es bleiben die schlechten Zahler als

Kunden übrig. Falsche Scheu vor einem effektiven Mahnwesen

ist nicht selten der erste Schritt in die Illiquidität.

Kunden, die bei einem Unternehmen lang zurückliegende,

überfällige Rechnungen haben, sollten nicht mehr beliefert

werden. Denn kein Auftrag kann so kalkuliert sein, dass er

nicht irgendwann auch bezahlt werden muss.

– vertriebsdefizite: Kundennähe ist kein Zauberwort, sondern

harte Arbeit. Und sie führt eher ans Ziel als ständige

Preisnachlässe. Kunden sollten keine Wechselwähler sein,

die immer nur beim „Diskonter“ kaufen. Preiszugeständnisse

binden Kunden nicht auf Dauer, das tun nur gute

Produkte und eine noch bessere Kundenbetreuung.

– konflikte unter eigentümern: Vor allem bei Familienbetrieben

kommt es häufig vor, dass schwierige Zeiten zu


internen Spannungen und Zerwürfnissen führen. Sachbezogene

Diskussionen fallen dann besonders schwer, da persönliche

Motive und Emotionen einen hohen Stellenwert

einnehmen.

kapitalmangel oder die angst vor dem investor Österreichische

Unternehmen leiden chronisch an Kapitalmangel.

Im Langzeitvergleich gegenüber 1990 oder 2000 hat sich

diese Situation zwar spürbar gebessert, dennoch sind 13 %

aller Insolvenzen auf Kapitalmangel zurückzuführen. Dies,

obwohl Eigenkapital die wichtigste Versicherung dagegen ist,

dass ein Fehler gleich das gesamte Unternehmen in die Tiefe

zieht. Die Unternehmer haben vielfach noch nicht akzeptiert,

dass sie Eigenkapital benötigen und dieses auch nur in guten

Zeiten an Land ziehen können. Solange die Ergebnisse gut

und die Cashflows solide waren, hielten es die Unternehmer

nur selten für nötig, Eigenkapitalgeber ins Boot zu holen.

finanzierung: kein interesse am Wandel Warum sind

Investoren so unbeliebt? Weil sie Fragen stellen, mitbestimmen

und überdies ein Stück vom Kuchen erhalten wollen. Jedes

Unternehmen, das interessant für Eigenkapitalinvestoren

ist, erhält ohne Probleme auch einen Bankkredit, und zwar

schneller und wesentlich billiger und oft sogar unbesichert.

Die Bank begnügt sich mit einem vereinbarten Zinssatz,

der in guten Zeiten bekanntlich weit unter der tatsächlichen

Unternehmensrendite liegt (Leverage-Effekt), und regiert

nicht mit. Hier sitzt das Übel der heimischen Unternehmensfinanzierung.

Über Jahrzehnte hatten die Geschäftsbanken

Schnelle und sichere Liquidität

mit VB Factoring

Foto: Petra Spiola

gar kein gesteigertes Interesse daran, die Unternehmer vom

Kredit wegzuberaten, denn er war ja ein gutes Geschäft für

die Bank. Auch die Kreditförderung der öffentlichen Hand

hat das Ihre dazu getan, dass die Unternehmen bei Finanzierungsfragen

immer nur an Kredit denken. Viel wäre vonseiten

der Politik da noch zu tun:

– Abschaffung der vielen sinnlosen Kreditförderungssysteme

zugunsten einiger nachhaltig geförderter Eigenkapitalinstrumente,

z. B. Übernahme von Gründungskosten.

– Abschaffung der unseligen Gesellschaftssteuer.

ein sack voll guter ratschläge Die Führung eines Unternehmens

ist keine Wissenschaft, sondern ein Handwerk.

Folglich lernen Unternehmer das Nötige nicht von einem

pragmatisierten Universitätsprofessor, sondern bei einem

Meister seines Faches. Nicht jeder Frage kann auf den Grund

gegangen werden: Ein rasch gelegtes Offert hält den Ball in

der Luft – ein zu spät gelegtes nützt niemandem etwas. Aber

es kommt nicht nur auf die Unternehmer selber an. Auch

der Beitrag der Wirtschaftspolitik ist nicht zu unterschätzen.

Sie muss steuerliche und rechtliche Rahmenbedingungen

schaffen, die Gründungen und das Wirtschaften einfacher

machen. Muss man da mehr sagen? Die Unternehmer in

Österreich sind schon in der Zukunft angekommen. Die

Politik leider vielfach noch nicht.

Dr. Hans-Georg Kantner ist Leiter Insolvenz beim

Kreditschutzverband von 1870.

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aktuell 9

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10 aktuell

Weltweiter

Branchenausblick 2011

Die Emerging Markets ziehen mehr und mehr davon, während die oECD-länder mit Gegenwind

zu kämpfen haben.


Quelle: Euler Hermes/PRISMA

Stand: 02/2011

Der jüngste Branchenbericht von PRISMA Kreditversicherung

und dem weltweit führenden Kreditversicherer

Euler Hermes ortet globalen Aufschwung,

jedoch Rückschritte in den OECD-Ländern. Die klassischen

Industrieländer kommen nicht in Fahrt.

In Summe stieg die Weltindustrieproduktion von

Mitte 2008 bis Ende 2010 um ca. 4 % an. Der statistische

Durchschnitt ist aber oft ein untaugliches Mittel:

Regional betrachtet sieht die Sache nämlich anders

aus. Die Musik spielt immer mehr in jungen Industrienationen

außerhalb der OECD. Sie verzeichnen ein Plus

von 16 %. Gleichzeitig fallen die OECD-Staaten 7 %

unter ihren Höchststand vom Sommer 2008 zurück.

„Diese Kluft wird sich wahrscheinlich erweitern. China,

Brasilien, Indien, Russland und Südafrika sind auf Wachstumskurs,

angetrieben von ihrem hohen Investitionsbedarf

im Bereich der Infrastruktur, der Bauwirtschaft und

des Transportsektors“, sagt Bettina Selden, Vorstand bei

PRISMA Kreditversicherung.

Die Unternehmen in der OECD bekommen zunehmend

Gegenwind. In praktisch jeder Branche sind sie mit

hochprofessioneller Konkurrenz konfrontiert. China und

Indien führen bereits die Informations- und Kommunikationstechnologie-Branche

an. „Ich gehe davon aus, dass es

nur mehr eine Frage der Zeit ist, bis sie auch in der Automobil-

und der Chemieindustrie den Ton angeben“, so Selden

weiter. „In diesem harten und globalen Konkurrenzumfeld

muss Europa den Fokus auf die Erhaltung der Qualitäts-

und Innovationsführerschaft legen. Nur so bleiben wir

konkurrenzfähig.“

„Aber auch die neuen Global Player werden Herausforderungen

zu meistern haben. China muss rasch eine

Lösung für die Restrukturierung der Stahlindustrie finden

und vielerorts haben sich in der Bauwirtschaft lokale Blasen

gebildet, die den Aufschwung bremsen könnten“, so Selden.

Die Baubranche bleibt auch in Österreich ein Sorgenkind,

wobei der Tiefbau noch schwieriger zu sehen ist als der

Hochbau. „Die verhaltenen öffentlichen Investitionen bremsen

vor allem den Straßenbau. Wir gehen davon aus, dass sich

die Bauwirtschaft frühestens 2012 erholen wird“, so Selden.

Zu den Gewinnern zählen heuer hingegen die Pharma-

und Chemiebranche. Der weltweite Pharmamarkt hat

Zukunftsperspektiven, um die ihn andere Branchen beneiden

könnten. Die steigende Lebenserwartung und die

Vermarktung von Behandlungen früher unheilbarer Erkrankungen

geben der Branche Aufwind. Doch auch hier

ist man zeitweise mit Problemen konfrontiert: Preiskämpfe

in den Traditionsmärkten, Regierungen, die ihre Gesundheitssysteme

nicht in den Griff bekommen, und lahmende

Innovationsfortschritte.

Im Chemiesektor ist die erwähnte Kluft zwischen

Industrie- und Wachstumsländern ganz besonders ausgeprägt.

So ist Europa von Asien bei der Welt-Chemieproduktion

erstmals auf den zweiten Platz verdrängt worden.

Ein gemischtes Bild zeigt die Lebensmittelindustrie.

Zwar hat die Branche heuer erhebliche Wachstumschancen,

kämpft aber gleichzeitig mit steigenden Rohstoffpreisen.

Die Folgen von „EHEC“ lassen sich derzeit noch nicht

abschätzen.

aktuell 11

„Europa muss den

Fokus auf die Erhaltung

der Qualitäts-

und Innovationsführerschaft

legen.

Nur so bleiben wir

konkurrenzfähig.“

Mag. Bettina Selden,

Vorstand bei

PRISMA Kreditversicherung

Foto: PRISMA


12 aktuell


Gläubiger könn(t)en

Berge versetzen

In Deutschland haben ungesicherte Gläubiger nicht viel zu melden. Ein Plädoyer für höhere

Quoten, raschere Verfahren, mehr Rechte für Gläubiger und weniger Macht für Insolvenzverwalter.

In Österreich gibt es eine vorbildliche Insolvenzkultur“,

leitete Prof. Dr. Hans Haarmeyer, Vorstand der Gläubigerschutzvereinigung

Deutschland e.V. (GSV), seine Festrede auf

der diesjährigen Generalversammlung des KSV1870 ein. Zu

diesem Resümee kommt er unter anderem nicht nur deshalb,

weil ungesicherte Gläubiger hierzulande im Insolvenzverfahren

zumindest einen Teil ihres Geldes zurückbekommen – im

Schnitt rund 10 % –, sondern weil in Österreich die Gläubiger

vom ersten Tag an in Verfahren vertreten sind. Ganz

anders die Situation in Deutschland, hier hätten sich diese

Gläubiger mit mageren 3 bis 4 % abzufinden. Hinzu komme,

dass Insolvenzverschleppung an der Tagesordnung sei, und

der Experte nennt auch Zahlen:

– 98 % aller Insolvenzanträge von Unternehmen werden lange

nach Eintritt der materiellen Insolvenz gestellt.

– Mehr als 70 % der Insolvenzschäden treten im Zeitraum der

Insolvenzverschleppung ein.

– Und der Gläubiger wird zum Verbündeten bei der Verschleppung,

da es in der Praxis keine strukturierte Gläubigervertretung

gibt.

Verlierer, so weit das auge reicht „Zwei Drittel aller Insolvenzfälle

enden gar mit einer Nullquote, damit tragen die

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und -vertretung. Nähere Informationen zur Aktion finden

Sie unter www.ksv.at im Bereich Mitgliedschaft und zur Gläubigerschutzvereinigung

Deutschland unter www.gsv.eu.

ungesicherten Gläubiger in Deutschland den größten Teil der

Schäden“, so der Insolvenzexperte. Die strukturellen Schwierigkeiten

fasst er neben der flächendeckenden Insolvenzverschleppung

folgendermaßen zusammen: Die Verfahren seien

intransparent und ohne aktive Einflussmöglichkeit der Gläubiger.

Die wesentlichen Entscheidungen fielen in den ersten

drei Wochen, die Beteiligung der Gläubiger finde aber erst

nach vier bis fünf Monaten statt. Kein Wunder also, dass sich

Hans Haarmeyer für die Stärkung der Gläubiger im Insolvenzverfahren

einsetzt und eine strukturierte Vertretung fordert.

Professionalisierung und entmachtung Hart ins Gericht

geht der Jurist, der selbst als Richter gearbeitet hat, mit den

Insolvenzrichtern und den -verwaltern. Die Richter seien mit

den komplexen Verfahren überfordert, zumal gut die Hälfte

der 190 Insolvenzgerichte die Materie nur nebenher betreut.

Und die Insolvenzverwalter würden das Geschehen im Verfahren

bestimmen. Deren Bestellung sei völlig intransparent

und von Gericht zu Gericht verschieden, was unangebrachte

Abhängigkeiten erzeuge. Hinzu käme, dass ihre üppigen Honorare

das restliche Vermögen vollständig aushöhlen. Aktuell

sei es für viele Verwalter ohnedies interessanter, ein Unternehmen

zu liquidieren als zu sanieren. „Diese ‚strukturellen

Defizite‘ münden in extrem langen Verfahren, und letztlich

enden dann zwei Drittel der eröffneten Verfahren mit der

Quote ‚0‘. Bei solchen Ergebnissen kann man zu Recht das

gesamte Insolvenzrecht in Deutschland infrage stellen“, meint

Haarmeyer von der GSV – mit der der KSV1870 seit 2010

kooperiert – und kündigt zugleich an, dass man dieses nach

dem österreichischen Vorbild grundlegend ändern wolle.

Foto: Richard Tanzer


JAHRESBERICHT2010

Fotos: Richard Tanzer


2 Jahresbericht 2010

Präsident Dr. Heinz Zinner

Eröffnungsrede

135. Generalversammlung des KSV1870

Sehr geehrte Damen und Herren, recht herzlich

willkommen bei unserer diesjährigen

Generalversammlung, der 135. in der Geschichte

des KSV1870 – danke für den zahlreichen

Besuch.

Ich möchte eingangs Bezug nehmen auf die aktuelle,

wirtschaftliche Situation in unserer Umgebung,

natürlich verbunden mit dem Thema

Schulden. Letztes Jahr haben so ziemlich alle

Medien von der Wirtschaftskrise geredet und

von der Sanierung Griechenlands. Ich habe mir

damals erlaubt, darauf hinzuweisen, dass man einen

Pleitier nicht dadurch saniert, dass man ihm

einen weiteren Kredit gibt, sondern dass man

damit nur seine Zahlungsunfähigkeit verschiebt.

Zu einer Sanierung gehört viel mehr, wie uns

mittlerweile schmerzlich bewiesen wurde.

Derzeit überlegen die Verantwortlichen endlich

auch offiziell eine Art Marshallplan für dieses

Land, das seine Konkurrenzfähigkeit weitestgehend

verloren hat. Mit Sparen und Krediten zu

hohen Zinsen, noch dazu mit den griechischen

Gewerkschaften im Hintergrund, gibt es sicher

keine Lösung.

Ein Blick über die Grenze, den viele der erfolgreichen

heimischen Unternehmen schon

seit vielen Jahren praktizieren, ist absolut unerlässlich.

Längst sind ja die Zeiten vorbei, als

man von Österreich als einer Insel der Seligen

sprechen konnte – wenn das überhaupt jemals

angebracht war.

Wir sind Teil eines Ganzen, davon haben wir,

davon hat die österreichische Wirtschaft in den

vergangenen Jahren erhebliche Vorteile gehabt.

Unter anderem durch die Einführung des Euro

vor zehn Jahren, der für die Länder des europäischen

Binnenmarkts der konsequente Schritt

zur gemeinsamen Geldpolitik war, und ebenso

durch die sogenannte Ostöffnung. Dass auch

eine Gemeinschaftswährung kein Garantiebrief

gegen Währungsturbulenzen ist, haben uns die

jüngsten Entwicklungen deutlich gezeigt. Der

Euro ist in den vergangenen zehn Jahren um 80

bis 100 % in seinem Austauschwert gestiegen.

Um den gleichen Prozentsatz hat sich der US-

Dollar, also die Währung der meisten mit der

EU konkurrierenden Länder, ermäßigt. Wieso

manche Kommentatoren bei einer Wertsteigerung

von 80 bis 100 % von einem schwachen

Euro sprechen, ist absolut unverständlich. Einige

Euroländer konnten diese Wettbewerbsnach-

Foto: Richard Tanzer


teile durch Produktivitätsanpassungen ausgleichen,

andere nicht.

Für Erzeugerländer, wie z. B. Österreich, Deutschland,

Holland und auch Frankreich, also Länder

mit hohem Industrieanteil, war dies in der

Vergangenheit leichter zu bewerkstelligen als für

überwiegende Dienstleister, wie sich am Beispiel

Großbritannien deutlich gezeigt hat. Auch in

Zukunft muss daher die Produktion eine der

tragenden Säulen der österreichischen Wirtschaft

bleiben, weshalb einer Abwanderung von Industriearbeitsplätzen

mit allen Mitteln vorgebeugt

werden sollte.

Die Vision „Wir erzeugen nichts mehr, nur

Dienstleistungen sind der Schlüssel zum Erfolg“,

wie sie vor einigen Jahren modern war, hat durch

die jüngsten Entwicklungen einen herben Rückschlag

erlitten. Das bedeutet natürlich nicht,

dass auf Dienstleistungen verzichtet werden soll.

Der gesunde Mix ist wie fast überall entscheidend.

Die österreichische Leistungsbilanz 2010

zeigt, dass die heimische Wirtschaft die nötige

Flexibilität aufweist, auch unter geänderten Rahmenbedingungen

ihre Wettbewerbsfähigkeit zu

erhalten. Der Handel mit Dienstleistungen z. B.

stützt sich neben dem Reiseverkehr zunehmend

auch auf andere Branchen wie Kommunikation,

EDV- oder Architekturleistungen, und trotz

leichtem Minus im Warenverkehr, insbesondere

durch hohe Rohstoffkosten, gab es ein Plus von

EUR 7,8 Mrd. in der Leistungsbilanz. Vor dem

EU-Beitritt und der Einführung des Euro war die

österreichische Leistungsbilanz wesentlich öfter

im Minus als im Plus.

Überhaupt gibt es derzeit – trotz überwundener

Finanzkrise – anscheinend mehr Krisenherde als

je zuvor. Im Hinblick auf die Europäische Union

habe ich den Eindruck, dass viele Politiker, Medien

und Teile der Bevölkerung vergessen haben,

was diese Union gebracht hat. Die gemeinsame

Währung, die Reisefreiheit, die Niederlassungsfreiheit,

insgesamt die europäische Solidarität wird

infrage gestellt. Denken Sie nur an das Plakat einer

sehr populären Partei mit dem Slogan „Rettet den

österreichischen Arbeitsmarkt“, und das in einem

Land, wo die Betriebe vielfach Arbeitskräfte verzweifelt,

aber vergeblich suchen.

In Ländern, die durch die EU nur gewonnen

haben, wie z. B. Dänemark und Finnland, gibt

es plötzlich EU-kritische Parteien, die mit erfundenen

Angstparolen Wählerstimmen sammeln.

Unverantwortlich und unverständlich. Hier trifft

der Spruch zu: „Wenn es dem Esel zu gut geht,

geht er aufs Eis tanzen.“

Nun, nachdem die Industriebetriebe bei uns wieder

voll arbeiten, die Banken gutes Geld verdienen,

sollte neben der Bekämpfung der Inflation

die rasche Senkung der Staatsverschuldung an

oberster Stelle der politischen Agenda stehen.

Österreichs Verschuldung beträgt mehr als EUR

200 Mrd. Von den Schulden jener europäischen

Staaten, die bereits mit einem Fuß in der Insolvenz

stehen, den sogenannten PIGS (Portugal,

Irland, Griechenland, Spanien), gar nicht zu reden.

Nur die größten Optimisten können heute

noch glauben, dass die Gläubiger dieser Länder

ihr gesamtes Geld zurückbekommen werden.

Und so taucht immer öfter in den Medien das

Wort „Umschuldung“ auf. Wie konnte es aber

so weit kommen? Ist es wirklich gerechtfertigt,

wenn jetzt mit dem Finger auf die eben genannten

Länder gezeigt wird? Sicher, sie haben über

ihre Verhältnisse gelebt, haben Geld verteilt, das

eigentlich gar nicht vorhanden war. Aber ist es

bei uns anders gewesen?

Manche Politiker wiederholen gebetsmühlenartig,

dass „die Spekulanten“ schuld an der Krise seien

und dass die Krise schuld an der Staatsverschuldung

sei. Doch die seinerzeit eingeleiteten und

absolut richtigen und notwendigen Krisenbewältigungsmaßnahmen

haben nur einen kleinen Teil

dieser gigantischen Verschuldung verursacht, und

zwar knapp 10 %.

Den Hauptanteil tragen immer noch die Gratisleistungen,

die von Politikern mit beiden Händen

verteilt werden, um sich Wählerstimmen zu sichern.

Pensionisten im jugendlichen Alter, die es

über viele Jahrzehnte zu versorgen gilt – und die

aufgrund ihrer immer größeren Anzahl ebenfalls

ein begehrtes Wählerpotenzial abgeben, das man

nicht vergrämen darf. Und Gesetze, die Milliarden

verschlingen und deren Sinnhaftigkeit mehr

als zweifelhaft ist. Nur ein Beispiel von sehr, sehr

vielen: die Lärmschutzvorschriften für Bauten der

Asfinag.

Falls es noch nicht bekannt sein sollte: Der Verschuldungsgrad

von Österreich ist annähernd so

hoch wie der von Portugal und jedenfalls höher

Jahresbericht 2010 3

als jener von Spanien und sehr viel höher als

jener der so oft geschmähten Oststaaten. Italien,

dieses ebenso oft geschmähte Land, hat seinen

Verschuldungsgrad in den letzten zehn Jahren

so gut wie nicht erhöht. Wir hingegen schon –

von ca. 60 auf an die 80 %.

Aber es sind nicht nur die Politiker, es ist auch

ein Wahlvolk, das diese Politik unterstützt,

weil es sich ein angenehmes Leben erwartet.

Und was danach kommt, sollen eben die Jungen

bezahlen. Selbstverständlich, sehr geehrte

Damen und Herren, wird niemand mit Verantwortungsbewusstsein

die Notwendigkeit eines

Sozialsystems, eines Auffangnetzes für soziale

Härtefälle, infrage stellen. Aber dass die Berechtigung

von Transferzahlungen überhaupt

nicht mehr hinterfragt werden darf, dass jene,

die das System erhalten, zugunsten eines unter

der Flagge von „political correctness“ segelnden

Umverteilungssystems immer mehr bestraft

werden, dass 10 % der Bevölkerung 59 % aller

Steuern bezahlen, sollte uns alle mit größter

Sorge erfüllen. Diese Einbahnpolitik ist es, die

uns in die Schuldenkrise geführt hat, und nicht

die nebulosen Spekulanten, auf die immer wieder

so gern verwiesen wird.

Hoffen wir in diesem Sinne, meine Damen und

Herren, dass – besser heute als morgen – ein

Umdenken eintritt und die Vernunft wieder

Einzug in die Politik hält.

Hoffen wir aber auch, dass die Geldpolitik

der USA, den US-Dollar schwächer und noch

schwächer zu machen, zum Stillstand kommt

und es dadurch für die Euroländer nicht noch

schwerer wird, konkurrenzfähig zu bleiben.

Doch nun, sehr geehrte Damen und Herren,

möchte ich überleiten zu den Ergebnissen des

KSV1870 im vergangenen Jahr, die sich wirklich

sehen lassen können. Unter anderem wurde

der von mir eingangs erwähnten notwendigen

Internationalisierung durch die Einrichtung

eines Joint Ventures in Deutschland Rechnung

getragen. Die GSV Service GmbH in Zusammenarbeit

mit der GSV wird, so hoffen wir,

dem Gläubigerschutz in unserem Nachbarland

nach Vorbild des KSV1870 zum gebührenden

Stellenwert verhelfen. Der Schutz Ihrer Interessen,

liebe Mitglieder, wird dadurch noch weiter

ausgebaut. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.


4 Jahresbericht 2010

Johannes Nejedlik

Geschäftsführer und Sprecher des KSV1870

Jahresbericht 2010

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

liebe Mitglieder, mein Kollege in der

Geschäftsführung des Kreditschutzverband von

1870, Karl Jagsch, und ich heißen Sie nun

ebenfalls herzlich willkommen. Ich freue mich,

Ihnen nun anlässlich unserer mittlerweile 135.

Generalversammlung den Jahresbericht 2010

präsentieren zu dürfen.

Beginnen möchte ich mit dem Verein, dem

Gläubigerschutzverband: Das Insolvenzgeschehen

ist 2010 gegenüber 2009 gewissermaßen

„abgerissen“, weil Unternehmen frühzeitig

ihre Produktionsressourcen gedrosselt und auf

Lagerbestände zurückgegriffen haben. Auch

aufgrund der guten Vernetzung zu den osteuropäischen

Nachbarn waren die heimischen Unternehmen

trotz sinkender Exportquote 2010

von der Wirtschaftskrise geringer betroffen als

erwartet. Der Privatkonsum hat ebenso beigetragen,

die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise

zu dämpfen. Die Anzahl der eröffneten

Insolvenzen ist gegenüber 2009 um beinahe

6 % zurückgegangen, bei den nicht eröffneten

Insolvenzverfahren beträgt der Rückgang fast

10 %.

Dass die Insolvenzverbindlichkeiten trotzdem um

fast 18 % anstiegen, liegt an den drei Großinsolvenzen

aus dem A-Tec-Konzern, die mit insgesamt

EUR 1,2 Mrd. Passiva zu Buche schlugen. Es

ist erfreulich, dass ca. 15 % weniger Dienstnehmer

und annähernd ein Viertel weniger Gläubiger von

Insolvenzen betroffen waren. Wir rechnen damit,

dass dieser positive Trend noch etwas anhält

und die Insolvenzen auch 2011 durchschnittlich

kleiner und wirtschaftlich unbedeutender bleiben

werden. Ihre Anzahl wird aber voraussichtlich

wieder etwas ansteigen, wir rechnen mit etwa plus

5 % gegenüber dem Vorjahr. Das ist nach einem

Konjunkturtal unserer Erfahrung nach immer so.

Am 1. Juli 2010 trat das neue Insolvenzrecht in

Kraft, das nur mehr ein einheitliches Verfahren

kennt, welches sowohl der Unternehmenssanierung

als auch der Schuldenregulierung bzw. Liquidation

dienen kann. Eine erste Bilanz lässt darauf

schließen, dass dadurch die Initiative der Schuldnerunternehmen

gefördert wird. Im Ausgleich

waren noch 40 % zu zahlen gewesen, der neue

30-%-Rahmen der Mindestquote verkleinerte diese

Hürde. Dadurch kommt es nun zu einer höheren

Anzahl an Fällen, wodurch mehr Gläubiger

als vorher Befriedigung erlangen könnten.

Foto: Richard Tanzer


Aber: Eine der größten Schwachstellen im

österreichischen Insolvenzrecht ist die Anzahl

der „Nichteröffnungen mangels Vermögens“.

Das sind typischerweise Schuldner, die so pleite

sind, dass sich eine Verfahrensabwicklung

nicht zu lohnen scheint. Da das Verfahren

nicht eröffnet wird, gibt es auch niemanden,

der es auf Herz und Nieren prüft. Was von den

Schuldnern nicht selten als Vorteil empfunden

wird. Trotz vollmundiger Ankündigung in

der Novelle „IRÄG2010“ hat sich hier nichts

geändert. Erst wenn es gelingt, auch diese Insolvenzen

abzuwickeln, wird man von einem

wirklich ausgewogenen Insolvenzrecht sprechen

können!

Unsere Vorschläge dazu sind bis heute unter

Hinweis auf die Auslastung der Gerichte, fehlende

Ressourcen, aber auch die dafür angeblich

fehlenden Mittel, noch nicht auf fruchtbaren

Boden gefallen. Hier gilt es aber, Missbrauch

zu verhindern, hier gilt es nachzubessern, um

eine akzeptable Regelung für die Gläubiger zu

finden. Erst wenn die Nichteröffnungen relevant

gesenkt werden können, werden wir bereit

sein, eine Reform als gelungen zu bezeichnen.

Ob die Eigenverwaltung, die dem Unternehmer

die Weiterführung seiner Geschäfte ermöglicht

und die ein wichtiger Eckpunkt unter dem Slogan

„Retten statt Ruinieren“ hätte sein sollen,

mehr als eine kosmetische Maßnahme ist, kann

aus heutiger Sicht noch nicht beantwortet werden.

Dieses Angebot des Gesetzgebers wurde

zu Beginn recht lebhaft angenommen. Letztlich

entwickelten sich die eigenverwalteten Sanierungsverfahren

aber sehr uneinheitlich, sodass

wir eine aussagekräftige erste Bilanz wohl erst

im Laufe dieses Jahres ziehen werden können.

Bei den eröffneten Schuldenregulierungsverfahren

gab es im Vorjahr nur einen Anstieg

von 0,2 % gegenüber 2009. Die Insolvenzverbindlichkeiten

stiegen um etwas mehr als 9 %.

Diese Zahlen bestätigen, dass die Verfahren

vermehrt in Anspruch genommen werden,

wenn das dafür nötige Einkommen vorhanden

ist. Derzeit können sie in Österreich nicht

leichtfertig in Gang gesetzt werden, da die

Entschuldungsdauer immerhin fünf bis sieben

Jahre beträgt. Das ist gut so. Die Gläubiger

verzichten auf den Großteil ihrer Forderungen,

da ist es nur recht und billig, auch den Schuldnern

etwas abzuverlangen. Ein Lerneffekt oder

noch besser: eine präventive Beispielwirkung

kann nur erreicht werden, wenn ein Schuldner

für einen maßgeblichen Teil der Folgen auch

einstehen muss.

Im Sozialministerium sieht man das anders.

Von dort kommen Forderungen nach Maßnahmen,

die die großteils freiwillig angehäuften

Schuldenberge so leicht wie möglich beseitigen

sollen. Die Vorschläge sind nicht durchdacht,

und es ist fraglich, ob damit das angepeilte Ziel,

besondere Härtefälle zu verhindern, tatsächlich

erreicht werden kann. Wir konnten anhand

von Untersuchungen nachweisen, dass die bereits

im bestehenden Gesetz vorgesehene vorzeitige

Restschuldbefreiung nach drei Jahren

bei Erreichen eines Prozentsatzes von 50 % nur

für leistungsstarke Schuldner wirklich Vorteile

bringt. Sie ist für diese eine mögliche Hintertür,

sich den Verpflichtungen teilweise zu entziehen,

während die wirklich Bedürftigen keine

Chance auf vorzeitige Entschuldung haben.

Eine solche Regelung zugunsten des Schuldners

auch noch zu verstärken, indem man zusätzlich

eine Entschuldung nach fünf Jahren mit einer

Quote von nur 30 % zulassen möchte, wäre

gegenüber ehrlichen Schuldnern ungerecht und

aus Gläubigersicht unzumutbar. Im Augenblick

sieht es zwar so aus, als würde sich bei

der Novellierung ein vernünftiges Augenmaß

durchsetzen. Wir werden aber den Begutachtungsentwurf

aus dem Justizministerium für

Änderungen beim Schuldenregulierungsverfahren

sehr genau prüfen und keinesfalls weiteren

Beschränkungen der Gläubigerrechte zustimmen.

Nach dieser Analyse möchte ich Ihnen

nun einen Überblick über die Leistungen und

Ergebnisse der KSV1870 Gruppe im Jahr 2010

Jahresbericht 2010 5

geben: 21.000 Mitglieder schenken uns ihr

Vertrauen und setzen auf die Sicherheit einer

starken Vereinigung. Auch wenn der Stellenwert

von Mitgliedschaften nicht mehr so hoch

zu sein scheint wie in vergangenen Zeiten – um

zu einem guten Ergebnis zu kommen, ist die

Bündelung der Interessen und die gemeinsame

Aktion heute so wichtig wie eh und je. Das beweist

die höchste Anzahl an Mitgliedern in der

Geschichte des KSV1870. Sollte der Zustrom

seit Beginn des Jahres weiter anhalten, werden

wir ein neuerliches „All-Time High“ erleben.

Daher an dieser Stelle nochmals explizit ein

Danke für Ihr Vertrauen. Es ist die Grundlage

unserer Arbeit für Sie, und es stärkt unsere

Verpflichtung, Ihre Interessen auch weiterhin

mit vollem Einsatz zu wahren und zu vertreten.

Dies gilt für alle insgesamt 410 Mitarbeiter

der KSV1870 Gruppe, die in Wien und Niederlassungen

in ganz Österreich tätig sind. Sie

konnten im Jahr 2010 einen Umsatz von mehr

als EUR 44 Mio. erwirtschaften. 26 % dieser

Erlöse stammen aus den Insolvenzvertretungen,

29 % aus dem Forderungsmanagement und

45 % aus den Informationsdienstleistungen.

Nach dem kontinuierlichen Ausbau unserer

Services sind wir aktuell mit Beteiligungen,

Tochtergesellschaften, Partnerschaften und Kooperationen

im In- und Ausland – vorwiegend

in Europa und hier besonders in Zentral- und

Osteuropa – erfolgreich präsent. Durch die

Partnerschaft mit der französischen Kreditversicherung

Coface sind wir in zwölf zentraleuropäischen

Ländern seit 20 Jahren in den

Bereichen Wirtschaftsinformation und Inkasso

sehr erfolgreich tätig.

Foto: Richard Tanzer


Foto: Richard Tanzer

6 Jahresbericht 2010

Es freut mich, Ihnen heute die GSV Service

GmbH aus Köln vorzustellen, ein neues gemeinsames

Projekt, das wir 2010 mit der erst

seit wenigen Jahren bestehenden Gläubigerschutzvereinigung

Deutschland e.V. aus der

Taufe gehoben haben. Hierzulande werden –

wenn man die Ergebnisse über alle Verfahren

zieht – Quoten von durchschnittlich 10 %

erreicht. In Deutschland sind das gerade einmal

3 bis 4 %, wobei der überwiegende Anteil von

zwei Dritteln aller Insolvenzfälle sogar mit 0 %,

also ohne jegliches Ergebnis für den Gläubiger,

endet.

Diese Benachteiligung der in den meisten

Fällen unbesicherten Gläubiger zu beenden ist

oberstes Ziel des noch jungen, doch bereits sehr

erfolgreichen Vereins in Deutschland. Wir vom

KSV1870 freuen uns, neben operativer Unterstützung

vor allem unser jahrzehntelang erworbenes

Know-how mit einbringen zu dürfen. So

ist es dem KSV1870 gelungen, mit seiner Kernkompetenz

auch den Schritt nach Deutschland

zu schaffen. KSV1870 Mitglieder, die Kunden

in Deutschland haben, profitieren davon sofort

mit dem Produkt „Deutschland-Plus“.

Die Vorteile dieser Serviceleistung, die Ihnen

ab sofort im Rahmen Ihrer Mitgliedschaft hier

in Österreich zur Verfügung steht: der kostenlose

Insolvenzmonitor über deutsche Unternehmen,

d. h. die Möglichkeit, nach Unternehmens-

und Privatinsolvenzen zu recherchieren

und dazugehörige öffentliche Informationen

wie Gericht, Insolvenzverwalter, Aktenzeichen,

Beschlüsse und Termine zu erfahren. Sie erhalten

laufend Informationen über aktuelle Entwicklungen

bei von Ihnen selbst ausgewählten

Insolvenzen oder Unternehmen.

Weiters umfasst „Deutschland-Plus“ den

kostenlosen Zugang zum GSV-Portal, ein

Komplettservice zur deutschlandweiten Insolvenzvertretung,

Preis und Qualität sind auf

KSV1870 Niveau. Eine Einsicht in die digitale

Akte Ihrer Insolvenzvertretungsaufträge

mit allen verfahrensrelevanten Schriftstücken

rundet die Dienstleistung ab. Die GSV bietet

diese Leistungen exklusiv für Mitglieder des

KSV1870 ohne GSV-Mitgliedsbeitrag an. Ich

lade Sie ein, sich über „Deutschland-Plus“ über

unsere Homepage näher zu informieren.

Doch kehren wir zurück zu den Zahlen der

KSV1870 Gruppe: Im Jahr 2010 wurden insgesamt

rund 5,4 Mio. Bonitätsauskünfte über

Unternehmen und Private erteilt, wir haben

etwa 140.000 Inkassofälle mit einem Gesamtvolumen

von EUR 156 Mio. bearbeitet, und

unsere Experten waren bei allen 12.600 eröffneten

Insolvenzverfahren tätig, wo die Interessen

von rund 80.000 Gläubigern vertreten wurden.

Natürlich wurde darüber hinaus noch eine ganze

Reihe weiterer Fälle und Themenstellungen, die

z. B. nicht zu Verfahrenseröffnungen führten, im

Sinne unserer Aufgabe als Gläubigerschutzverband

für unsere Mitglieder bearbeitet.

Kommen wir nun zur Website der KSV1870

Gruppe, auf der wir täglich zahlreiche Be-

sucher begrüßen dürfen. Manche von ihnen

informieren sich über aktuelle Entwicklungen

und Insolvenzmeldungen, doch bereits 18.000

Online-Kunden mit insgesamt 25.000 aktiven

Usern fanden im Jahr 2010 über diese Schiene

den direkten Weg zu unseren Produkten und

Serviceleistungen. Aktuell werden 81 % des

Informationsumsatzes über direkte Zugriffe

online bzw. über das Internet erzielt, immer

mehr unserer Kunden erhalten ihre Daten in

strukturierter Form direkt in ihre diversen Systeme

übertragen.

Im kostenfreien Bereich unserer Website, der

KSV1870 Suchmaschine „BusinessSearch“, wurden

im Vorjahr 5,9 Mio. Abfragen generiert, was

deutlich macht, dass sich diese Erstinformation

ebenfalls als Fixpunkt etabliert hat und die „BusinessSearch“

ein beliebtes Standard instrument

vieler Wirtschaftstreibender ist.

Und jetzt zur Wirtschaftsinformation: Im Jahr

2010 lieferten wir 363.000 Online-Abfragen

aus. Über 400.000 Bilanzinformationen zu

etwa 123.000 Unternehmen standen für Abfragen

zur Verfügung. Über 261.000 Aufträge zur

automatischen Überwachung von inländischen

Unternehmen befanden sich im „BonitätsMonitor“.

Damit setzt sich die Erfolgsgeschichte

dieses Produkts fort, das Bequemlichkeit mit

Sicherheit verbindet und im Bereich der Bestandskunden

für viele Unternehmer zu einem

vertrauten und unverzichtbaren Bestandteil

ihres Tagesgeschäfts, ja des gesamten Risikomanagements

geworden ist. Nur wer die Bonität

seiner Geschäftspartner stets im Auge behält,

kann sich in vollem Umfang auf seine Kerntätigkeit

konzentrieren und muss sich keine

Sorgen über drohende Ausfälle machen.

Bonität ist natürlich nicht nur beim Geschäftspartner,

sondern auch bei der Kreditaufnahme

ein wichtiger Faktor. Viele Unternehmer fragen

sich, inwieweit Basel III die Schraube weiter anziehen

und die Latte für die Kreditvergabe noch

höher legen könnte. In der Tat wird Basel III

zu einer Verschärfung bei stark risikobehafteten

Geschäften oder bei bonitätsschwachen Unternehmen

führen. Allerdings ist dies schon seit

Beginn der Wirtschaftskrise so, als die meisten

Banken konsequent begonnen haben, die in dieser

Zeit gültigen Basel-II-Kriterien anzuwenden.

Trotzdem konnte man nicht von einer Kredit-


klemme sprechen, und eine solche wird es auch

durch Basel III nicht geben.

Die Banken können außerdem durch die langen

Übergangsfristen ihre Reserven Schritt für

Schritt aufbauen, sodass es nicht zu abrupten

Veränderungen kommen muss. Trotzdem raten

wir Unternehmern, sich durch Aufbau von

Eigenkapital so gut wie möglich freizuspielen.

Eigenmittel machen nicht nur von Geldgebern

unabhängiger, sondern können auch über kurzfristige

Einbrüche und Durststrecken hinweghelfen.

Eine natürlich nicht neue, aber nachdrücklich

bestätigte Lehre aus der Krise. Die

daraus neu entstandenen Marktbedingungen

werden sich so rasch auch nicht wieder ändern.

Doch kehren wir zu den Ergebnissen des Jahres

2010 zurück, zu jenen der KSV1870 Forderungsmanagement

GmbH: 85 % der übergebenen

Fälle werden binnen sechs Wochen abgewickelt.

Ein Vorteil, den auch die Auftraggeber

zu schätzen wissen, wurden uns doch im Vorjahr

140.000 Inkassofälle mit einem Volumen von

EUR 156 Mio. übergeben. Um den aktuellen

Status jedes übergebenen Falls mitverfolgen zu

können, steht den Auftraggebern das beliebte

Service „InkassoOnline“ zur Verfügung. Um

den daraus resultierenden steigenden Kapazitäten

gerecht zu werden, wird an der Weiterentwicklung

des Portals laufend gearbeitet, und

so werden Sie bereits in Kürze von einer noch

schnelleren Lösung mit einigen neuen Funktionen

profitieren.

Die KSV1870 Forderungsmanagement GmbH

erstellt jährlich ihre Trendstudie über das

Zahlungsverhalten in Österreich, um die Bewegungen

des Marktes so genau wie möglich

abschätzen zu können. Im letzten Jahr konnten

wir bei dieser Umfrage großen Optimismus

bei den heimischen Unternehmen orten. Die

meisten der Befragten prognostizierten die

wirtschaftlichen Entwicklungen positiv. Nicht

positiv war hingegen auch im Vorjahr das Zahlungsverhalten

der öffentlichen Hand. Während

die Privatkunden mit einer Zahlungsdauer

von 18 Tagen vorbildliches Verhalten zeigen,

ist die öffentliche Hand mit 40 Tagen einmal

mehr als zögerlicher Zahler anzuprangern.

Das Verständnis, dass pünktliches Zahlen den

Wirtschaftskreislauf stärkt, ja in einzelnen Fällen

zu späte Überweisung den Lieferanten sogar

in arge Bedrängnis bringen kann, scheint in

diesem Bereich nach wie vor nicht sonderlich

ausgeprägt zu sein, und zwar über die österreichischen

Grenzen hinaus. Daher wurde am 16.

Februar 2011 auf europäischer Ebene die Neufassung

zur „Bekämpfung von Zahlungsverzug

im Geschäftsverkehr“ erlassen, die innerhalb

von zwei Jahren in nationales Recht übergeleitet

werden muss. Die Richtlinie besagt:

Rechnungen müssen innerhalb von 30 Tagen

bezahlt werden, wobei lediglich in Ausnahmefällen

diese Frist auf 60 Tage ausgedehnt werden

kann. Nach Ablauf der Zahlungsfrist fallen

Verzugszinsen in Höhe von 8 % über dem

Basiszinssatz der EZB an. Der Gläubiger hat

gegenüber dem Schuldner einen Anspruch auf

Zahlung eines Pauschalbetrags von mindestens

EUR 40 sowie Anspruch auf Ersatz aller durch

den Zahlungsverzug bedingten Betreibungskosten

wie z. B. Inkassokosten. Unternehmen

wird es allerdings weiterhin freistehen, untereinander

längere Zahlungsfristen zu vereinbaren,

wenn keiner der Geschäftspartner dabei

benachteiligt wird. Diese Richtlinie ermöglicht

Unternehmen zusätzliche Rechte, zwingt sie

jedoch nicht, diese geltend zu machen. Für die

öffentliche Hand hingegen werden die neuen

Vorschriften bindend sein!

Diese EU-Regelung ist ein Schritt in die richtige

Richtung und beweist, dass auch in scheinbar

hoffnungslose Fälle Bewegung kommen

kann. Wir werden sehen, wie und ob sich das

in der Praxis umsetzen lassen wird.

Zum Ende meiner Ausführungen möchte ich

noch einen Punkt ansprechen, der nicht nur

uns Gläubigerschützer schon seit einigen Jahren

bewegt, sondern der auch in den Medien

immer wieder intensiv beleuchtet wird: die laufenden

Entwicklungen im Datenschutzgesetz

nach § 28 Absatz 2. Dieser Passus im Datenschutzgesetz

ermöglicht die Löschung eigener

Daten ohne Angabe von Gründen, wenn es

sich bei der Anwendung, in der die Daten gespeichert

sind, um eine „öffentlich zugängliche

Datenbank“ handelt.

In der Praxis angewandt wurde dieser Gesetzesteil

über viele Jahre u. a. immer dann,

wenn man sich keine Werbung mehr an der

Haustüre wünschte. Dazu wurde z. B. auch

die „Robinsonliste“ geschaffen, in die man sich

einträgt, wodurch man keine Werbung mehr

Jahresbericht 2010 7

bekommen sollte. Wie berichtet, konnte ein

findiger Anwalt unter Bezugnahme auf diesen

Paragrafen im Gesetz eine Entscheidung

eines Obergerichtes erreichen. Diese besagt,

dass man auch die Datenanwendungen von

Kreditauskunfteien, ja sogar die sehr wohl als

geschlossen zu bezeichnenden Anwendungen

KKE und Warnliste des KSV1870, die ja im

Wesentlichen nur für Banken betrieben werden,

als „öffentlich zugängliche Datenbanken“

interpretieren kann. Dies führte in den letzten

Jahren zu wahllosen Löschungen ohne Angabe

von Gründen und schließlich zu einer Verwässerung

der für kreditgebende Stellen so wichtigen

Informationssysteme.

Zuletzt wurde mit Inkrafttreten des Verbraucherkreditgesetzes

(§ 7 Absatz 5 VKrG) im

Bereich der Informationsverbundsysteme KKE

und Warnliste der undifferenzierte Widerspruch

von Betroffenen gesetzlich ausgeschlossen.

Zweifellos ein Erfolg, aber auch eine Bestätigung

für Qualität und Seriosität dieser

Datenbanken des KSV1870 vonseiten des Konsumentenschutzes.

Die laufende Diskussion

geht aber über KKE und Warnliste hinaus und

betrifft die Tätigkeit von Auskunfteien ganz

allgemein. Für diese soll nun eine Regelung

durch eine Reform der Gewerbeordnung der

Kreditauskunfteien (§ 151 GeWO) geschaffen

werden. Allerdings sind aus heutiger Sicht –

und unsere Experten waren von Anfang an in

die Verhandlungen eingebunden – die Positionen

der involvierten Parteien so unterschiedlich

wie eh und je.

Wo liegt das Problem?

Nun, der Konsumentenschutz anerkennt zwar

grundsätzlich die Sinnhaftigkeit, ja Notwendigkeit

einer neutralen Bonitätsauskunft, um so

manche Überschuldung zu verhindern. Allerdings

– und das scheint einem Gläubigerschützer

und wohl auch einem Kreditgeber mehr als

überzogen – müssten die Eintragungen, nach

den Vorstellungen der Konsumentenschützer,

freiwillig und aus eigenen Stücken erfolgen!

Schon auf den ersten Blick ist das ein krasser

Widerspruch: Jemand, der den Grad seiner

Überschuldung nicht objektiv bewerten kann,

wird wohl kaum mit Eintragungen einverstanden

sein, die genau diesen aufzeigen.


8 Jahresbericht 2010

Darüber hinaus argumentieren die Vertreter

des Sozialministeriums auch sinngemäß dahingehend,

dass es quasi ein Grundrecht für einen

Konsumenten auf einen Vertrag geben müsse,

dass also kein Unternehmer einen Abschluss

verweigern dürfe!

Wie stellt man sich das vor?

Dass seriöse Unternehmer – ähnlich wie es

Kredithaie praktizieren – Aufschläge in astronomischen

Höhen in Rechnung stellen, um ihre

Verluste auszugleichen?

Nun, bis zu solchen daraus resultierenden Konsequenzen

wird der Gedanke gar nicht erst weiterverfolgt.

Man scheint vielmehr der Meinung

zu sein, dass Unternehmer ohnehin vermögend

genug sind, um ein paar Ausfälle zugunsten von

Nichtzahlern durchaus verkraften zu können.

Kredit für alle, ohne Wenn und Aber – und

wenn er nicht beglichen wird, dann sollen sich

die Gläubiger eben mit wenig bis gar nichts zufrieden

geben …

Sie werden sich bestimmt denken können, wie

mühsam es ist, in langwierigen Gesprächsrunden

diese Ideologien auf eine realistische Ebene zurückzuführen.

Genau das ist es aber, was wir seit

nunmehr vielen Jahren in zähen Verhandlungen

versuchen.

Unser Standpunkt ist nach wie vor klar: Es muss

weiter Aufgabe der seriösen Auskunfteien bleiben,

korrekte, aktuelle und für den Betroffenen

nachvollziehbare Informationen für Dritte, die

ihr berechtigtes Interesse bekunden, bereitzustellen.

Und zwar nicht nur jene Informationen,

die den Betroffenen in einem günstigen Licht

erscheinen lassen, sondern alle für eine Kreditprüfung

relevanten Informationen.

Dies auch immer unter Berücksichtigung der

festgelegten Löschfristen, die von der Datenschutzkommission

durchaus als praktikabel gesehen

und z. B. in den erwähnten Datenverbundsystemen

des KSV1870 ja auch per Bescheid

bewilligt wurden. Dass der verantwortungsvolle

Umgang und Schutz dieser Daten auch allfälligen

Überprüfungen standhalten muss, ist für

uns ohnehin selbstverständlich.

Für jedes Unternehmen in unserer Branche

sollte klar sein, dass die Herkunft von Daten

eine zentrale Rolle spielt. Diese muss für die

Betroffenen nachvollziehbar sein, und die Daten

dürfen natürlich keinesfalls aus illegalen Quellen

stammen. Leider aber fühlen sich ganz offensichtlich

nicht alle Auskunfteien diesen strengen

Qualitätsrichtlinien verpflichtet. Im März dieses

Jahres wurde ein Korruptionsfall bekannt, der

Beamte im Justizministerium betraf. Sie hatten

– so lautet der Verdacht – mehrere Jahre lang

Exekutionsdaten aus dem Register der Republik

Österreich an einen Unternehmer weitergegeben.

Dieser verkaufte hunderttausende der illegalen

Daten an einen unserer Mitbewerber, der wiederum

keine Skrupel hatte, sie an seine Kunden

weiterzugeben. Erst durch Klage und Antrag auf

einstweilige Verfügung wurde schließlich durch

das zuständige Gericht eine Unterlassungserklärung

erwirkt und damit dem Datenmissbrauch

vorerst ein Ende bereitet.

Besonders bemerkenswert ist die Argumentation

des Unternehmens in seiner Verteidigung gegenüber

seinen Kunden: Man stelle fest, dass diese

Daten eigentlich Daten der Kunden waren, da

die Dienstleistungsaufträge in einem „Outsourcing-Verfahren“

erbracht worden wären. Somit

hätten diese Kunden selbst gegen das Gesetz

verstoßen, indem sie z. B. der Verständigungspflicht

an die Betroffenen nicht nachgekommen

seien! Dass den Kunden diese doch etwas eigentümliche

Rechtsauffassung bekannt war, darf

bezweifelt werden.

Auch wenn wir uns – gemeinsam mit anderen

seriösen Unternehmen der Branche – sofort und

sehr entschieden von diesen Machenschaften

distanziert haben, bestand von Anfang an die Gefahr

undifferenzierter Berichterstattung. Wobei

wir als bedeutendster und bekanntester Vertreter

dieser Branche natürlich ganz besonders im Fokus

des öffentlichen Interesses stehen.

Der Ordnung halber sei daher noch einmal klargestellt:

Die Datenverarbeitungen der KSV1870

Gruppe werden ausschließlich im Rahmen der

datenschutzrechtlichen Registrierungen und unter

strengster Anwendung der Bestimmungen des

Datenschutzgesetzes betrieben.

Trotzdem: Wie groß Imageverlust und Schaden

für die gesamte Branche sind, können wir aus

heutiger Sicht noch gar nicht einschätzen. Wir

haben daher großes Interesse daran, dass dieser

Datenmissbrauch, den es in dieser Dimension in

Österreich zuvor noch nie gab, durch die Korruptionsstaatsanwaltschaft

konsequent verfolgt

und angemessen geahndet wird. Derzeit läuft

das Ermittlungsverfahren noch, und es wird sich

zeigen, gegen welche Personen letztlich Anklage

erhoben werden wird.

Wir meinen: Der Fall muss restlos aufgeklärt und

alle Schuldigen zur Verantwortung gezogen werden

– nur dann wird in der öffentlichen Wahrnehmung

eindeutig klar sein, dass es sich lediglich

um ein schwarzes Schaf innerhalb einer gesetzeskonform

agierenden Branche gehandelt hat.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit!

Foto: Richard Tanzer


Unternehmensinsolvenzen 2010

2010 2009 Veränderung

Eröffnete Insolvenzen 3.522 3.741 -5,9 %

Nicht eröffnete Insolvenzverfahren (mangels kostendeckenden Vermögens) 2.854 3.161 -9,7 %

Gesamtinsolvenzen 6.376 6.902 -7,6 %

Geschätzte Insolvenzverbindlichkeiten* (in Mrd. EUR) 4,7 4,0 +17,5 %

Außergerichtliche Verfahren 15 28 -46,4 %

Betroffene Dienstnehmer 24.000 28.100 -14,6 %

Betroffene Gläubiger 80.400 107.800 -25,4 %

Eröffnete Insolvenzen & geschätzte Passiva nach Bundesländern 2010

Gerichtliche Ausgleiche (vermindert um die Zahl der Anschlusskonkurse)

zzgl. Konkursen (inkl. Anschlusskonkursen) und Sanierungsverfahren (mit EV, ohne EV).

Fälle

Passiva**

Insolvenzverfahren

Bundesland 2010 2009 2010 2009 2010 2009

Wien 1.078 1.107 1.751 1.245 945 1.073

Niederösterreich 636 717 476 490 278 314

Burgenland 133 150 81 106 56 43

Oberösterreich 458 541 459 802 371 407

Salzburg 170 167 199 254 230 282

Vorarlberg 110 91 137 78 178 172

Tirol 214 225 256 226 244 259

Steiermark 497 516 865 583 335 378

Kärnten 226 227 477 251 217 233

Gesamt 3.522 3.741 4.700 4.035 2.854 3.161

Eröffnete Sanierungsverfahren im Detail: 1.7.–31.12.2010

Diese Verfahrensarten gibt es erst seit Inkrafttreten des IRÄG2010 (Insolvenzrechtsänderungsgesetz) am 1.7.2010.

Bundesland

Eröffnete Sanierungs -

verfahren mit Eigenverwaltung

Eröffnete Sanierungs -

verfahren ohne Eigenverwaltung

Entzug der

Eigenverwaltung

Wien 41 53 10

Niederösterreich 27 68 11

Burgenland 6 15 1

Oberösterreich 13 42 0

Salzburg 6 3 0

Vorarlberg 2 6 0

Tirol 9 11 1

Steiermark 26 18 12

Kärnten 14 11 4

Gesamt 144 227 39

Privatkonkurse 2010

2010 2009 Veränderung

Eröffnete Schuldenregulierungsverfahren 9.028 9.007 +0,2 %

Mangels Masse abgewiesene Konkursanträge 1.238 1.213 +2,1 %

Gesamtinsolvenzen 10.266 10.220 +0,5 %

Geschätzte Insolvenzverbindlichkeiten* (in Mio. EUR) 1.223 1.120 +9,2 %

Eröffnete Privatkonkurse & geschätzte Passiva nach Bundesländern 2010

Fälle

Passiva**

Bundesland 2010 2009 2010 2009

Wien 3.677 3.598 423 365

Niederösterreich 860 877 204 157

Burgenland 154 213 34 39

Oberösterreich 1.225 1.146 150 144

Salzburg 442 449 58 65

Vorarlberg 526 579 55 55

Tirol 736 756 101 97

Steiermark 683 626 110 103

Kärnten 725 763 88 95

Gesamt 9.028 9.007 1.223 1.120

Nicht eröffnete

* Die geschätzten Insolvenzverbindlichkeiten dürfen nicht mit den tatsächlichen Verlusten aus Insolvenzen gleichgesetzt werden. Zu berücksichtigen sind Quotenzahlungen im

Rahmen von Ausgleichen und Zwangsausgleichen, Ausschüttungen aus Verwertungen von Konkursmassen sowie Sonderrechte aufgrund von Aus- und Absonderungsrechten.

** In Mio. EUR.

Jahresbericht 2010 9


10 Jahresbericht 2010

KSV1870 Organigramm Stand: 26. Mai 2011

Mitglieder/Niederlassungen

Mag. Otto Zotter

Unternehmenskommunikation

Karin Stirner

Personalmanagement

Mag. Andrea Rapf

Marketing

Mag. Barbara Mayerhofer

Produktentwicklung

Peter Landrichter

Geschäftsführung

Roland Führer MAS, MBA

Prokurist

Gerhard Wagner

Kreditschutzverband von 1870

Geschäftsführung

Johannes Nejedlik Karl Jagsch

KSV1870 Holding AG

Johannes Nejedlik

Vorstand

Sekretariat

Astrid Zöchling

Ildiko Kmet

Karl Jagsch

Insolvenz

Dr. Hans-Georg Kantner

Finanzen

Walter Michels

Controlling/Organisation

Karin Ludwig

CustomerCareCenter

Maria Wallner

Informationstechnologie

Andreas Koch

KSV1870 Information GmbH KSV1870 Forderungsmanagement GmbH

Foto: Petra Spiola

100 %

100 %

Fotos: Petra Spiola

100 %

Geschäftsführung

Mag. Johannes Eibl

Prokurist

Walter Koch

Foto: Martin Vukovits


Präsidium

Präsident:

Dr. Heinz ZINNER

Geschäftsführer,

Obstbau Zinner GmbH, Kukmirn

Vorstandsmitglieder

Wolfgang BELL

Prokurist, Miele GmbH, Wals

KR Dkfm. Elisabeth GÜRTLER

Geschäftsführerin, Hotel Sacher

Eduard Sacher GmbH, Wien

Abschlußprüfer Schlichtungseinrichtung

KPMG Austria GmbH Wirtschafts-

und Steuerberatungsgesellschaft

Vizepräsident:

Mag. Dr. Reinhold SÜSSENBACHER

Aufsichtsrat,

Umdasch AG, Amstetten

Herta PAYR

Prokuristin, Steinbock Kleiderwerk

Thusnelda Payr GmbH & Co. KG, Rum

KR Dr. Peter PFNEISL

Präsident, EURATEX European Apparel &

Textile Organisation, Brüssel, Belgien

KR Dr. Jörg SCHNEIDER

Geschäftsführer, Schneider Betriebsverwaltung

GmbH, Wien

Vizepräsident:

Dr. Josef MAYBÖCK

Geschäftsführer,

VACE Engineering Beteiligungs GmbH, Linz

Mag. Hannes TRUNTSCHNIG

Mitglied des Vorstands,

STRABAG SE, Villach

Mag. Dr. Roland WERNIK

Geschäftsführer, Salzburg Wohnbau GmbH

Salzburg

Herta PAYR

KR Dr. Peter PFNEISL

Mag. Hannes TRUNTSCHNIG

Jahresbericht 2010 11

Stand: 26. Mai 2011


12 Jahresbericht 2010

Leistungsdaten 2010 der KSV1870 Gruppe

KSV1870 Gruppe

21.000 Mitglieder, 18.000 Online-Kunden mit 25.000 Usern

Zentrale in Wien, 6 Niederlassungen in den Bundesländern

410 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

EUR 44 Mio. Umsatz

KSV1870 Information GmbH

5,4 Mio. erteilte Bonitätsauskünfte (Business & Consumer)

81 % des Info-Umsatzes über E-Business-Lösungen

KSV1870 Forderungsmanagement GmbH

140.000 übergebene Inkassofälle

EUR 156 Mio. Gesamtvolumen

Kreditschutzverband von 1870

12.600 Verfahren (eröffnete Firmen- und Privatkonkurse)

37.000 erteilte Aufträge

KSV1870 Beteiligung im Osten: Coface Central Europe Holding AG

20 Büros in 13 zentral- und osteuropäischen Ländern (inkl. Österreich)

insgesamt 390 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im In- und Ausland

Stand: 26. Mai 2011


Gutscheine exklusiv für Mitglieder!

Als Mitglied erhalten Sie jährlich Gutscheine im Gesamtwert von rund EUR 1.200,–. Sie sind bequem online auf My KSV einzulösen.

Auskünfte Gutschein

UnternehmensProfil Standard online kostenlos bzw. ermäßigt (3 Stück)

UnternehmensProfil Compact online kostenlos (5 Stück)

UnternehmensProfil International online kostenlos bzw. ermäßigt (2 Stück)

UnternehmensProfil Compact International online kostenlos

Inkasso Gutschein

Inkasso Österreich zu Sonderkonditionen (2 Stück)

Inkasso Deutschland ermäßigt

Inkasso Westeuropa ermäßigt

DubiosenInkasso Auftragsgebühr kostenlos (2 Stück)

Insolvenz Gutschein

Insolvenzvertretung bei Forderungen bis EUR 2.500 kostenlos (2 Stück)

Insolvenzvertretung minus 25 % ermäßigt auf den Standardpreis (2 Stück)

Service und Partner Gutschein

Akademie ermäßigt

Verwertungsbörse-Inserat kostenlos

Rechtsanwaltsservice einmal im Monat kostenlos

WirtschaftsBlatt-Abo 6 Monate ermäßigt

Zeitschrift für Insolvenzrecht und Kreditschutz kostenloses Exemplar und ermäßigtes Abo

Der Großteil der Leistungen ist online unter www.ksv.at verfügbar.

Mit BusinessLine haben Sie bis zu 40 % Preisvorteil gegenüber Nicht-Mitgliedern, mit MemberLine sparen Sie bis zu 25 %.

Jährlicher Mitgliedsbeitrag (exkl. 20 % USt.) EUR

bis 50 Mitarbeiter 175,–

51–200 Mitarbeiter 217,–

201–500 Mitarbeiter 255,–

501–1.000 Mitarbeiter 320,–

mehr als 1.000 Mitarbeiter 472,–

einmalige Aufnahmegebühr 34,–

Jahresbericht 2010 13


14 Jahresbericht 2010

Die Zentral- und Osteuropa-Joint-Ventures der KSV1870 Gruppe

Die Coface-Central-Europe-Gesellschaften begleiten internationale Unternehmen bei ihrem Engagement in Zentral- und Osteuropa und unterstützen sie mit

Wirtschaftsauskünften und Inkassodiensten.

International Office

Coface Central Europe Holding AG

(Shareholder: Coface 75 %,

KSV1870 Holding AG 25 %)

Member of the Management Board:

Mr Christian Berger

Ms Katarzyna Kompowska

Stubenring 24

1010 Vienna

Austria

T. +43 (1) 515 54-0

F. +43 (1) 515 54-518

E-Mail: guenter.hammerschmid@coface.at

Orders: office@cofacecentraleurope.com

Web: www.cofacecentraleurope.com

International Sales: Mr Günter Hammerschmid

Poland

Coface Poland Credit

Management Services Sp. z.o.o.

Managing Director:

Ms Katarzyna Kompowska

Mr Maciej Drowanowski

Al. Jerozolimskie 136

02-305 Warszawa

Poland

T. +48 (22) 465 00 00

F. +48 (22) 465 00 55

E-Mail: katarzyna.kompowska@coface.pl

Orders: office@coface.pl

Web: www.coface.pl

Credit Information Manager: Mr Wieslaw Idzik

Debt Collection Manager: Ms Joanna Syzdol

Responsible for: Poland

Hungary

Coface Hungary Credit

Management Services Kft

Managing Director: Mr Gabor Karpati

Tüzoltó utca 57

1094 Budapest

Hungary

T. +36 (1) 299 20 70

F. +36 (1) 216 73 11

E-Mail: gabor.karpati@coface.hu

Orders: office@coface.hu

Web: www.coface.hu

Credit Information Manager: Mr Zoltan Fülöp

Debt Collection Manager: Mr Szabolcs Bodi

Responsible for: Hungary

Romania

Coface Romania Credit

Management Services SRL

Managing Director: Mr Cristian Ionescu

Calea Floreasca 39, Et. 2-3

Sector 1, 014453 Bucuresti

Romania

T. +40 (21) 231 60 20

F. +40 (21) 231 60 22

E-Mail: cristian.ionescu@coface.ro

Orders: office@coface.ro

Web: www.coface.ro

Credit Information Manager: Ms Denisa Badea

Debt Collection Manager: Mr Constantin Coman

Responsible for: Romania, Moldova

Czech Republic

Coface Czech Credit

Management Services spol. s.r.o.

Managing Director: Mr Martin Ruzicka

I.P. Pavlova 5

120 00 Prague

Czech Republic

T. +420 (2) 460 85 411

F. +420 (2) 225 40 446

E-Mail: martin.ruzicka@coface.cz

Orders: office@coface.cz

Web: www.coface.cz

Credit Information Manager: Mr Radek Dlesk

Debt Collection Manager: Mr Ivo Frelich

Responsible for: Czech Republic

Slovakia

Coface Slovakia Credit

Management Services s.r.o.

Managing Director: Mr Lubor Jenis

Soltésovej 14

811 08 Bratislava 1

Slovakia

T. +421 (2) 6720 1611

F. +421 (2) 6241 0359

E-Mail: lubor.jenis@coface.sk

Orders: office@coface.sk

Web: www.coface.sk

Credit Information Manager: Ms Lubica Petrufova

Debt Collection Manager: Ms Lubica Petrufova

Responsible for: Slovakia

Slovenia

Coface Slovenia Credit

Management Services d.o.o.

Managing Director: Ms Klara Stanic

Cankarjeva 3

1000 Ljubljana

Slovenia

T. +386 (1) 425 90 65

F. +386 (1) 425 91 30

E-Mail: klara.stanic@coface.si

Orders: office@coface.si

Web: www.coface.si

Credit Information Manager: Ms Klara Stanic

Debt Collection Manager: Ms Neza Merlak

Responsible for: Slovenia

Bulgaria

Coface Bulgaria Credit

Management Services EOOD

Managing Director: Mr George Lilianov

85/87, Todor Aleksandrov boul.

1303 Sofia

Bulgaria

T. +359 (2) 920 7125

F. +359 (2) 920 7150

E-Mail: george.lilianov@coface.bg

Orders: office@coface.bg

Web: www.coface.bg

Credit Information Manager: Mr Martin Simov

Debt Collection Manager: Mr Ivailo Toskov

Responsible for: Bulgaria


Croatia

Coface Croatia Credit

Management Services ltd.

Managing Director: Mr Tonci Barbic

Avenija Dubrovnik 46/III

10020 Zagreb

Croatia

T. +385 (1) 469 75 00

F. +385 (1) 469 75 35

E-Mail: tonci.barbic@coface.hr

Orders: office@coface.hr

Web: www.coface.hr

Credit Information Manager: Ms Natasa Cefko

Debt Collection Manager: Mr Darije Martinic

Responsible for: Croatia, Bosnia, Kosovo,

Albania, Macedonia, Montenegro

Serbia

Coface Credit Management

Services d.o.o.

Managing Director: Mr Djordje Zivanovic

Bulevar Oslobodjenja 111

11000 Beograd

Serbia

T. +381 (11) 397 60 51

F. +381 (11) 397 60 51

E-Mail: djordje.zivanovic@coface.rs

Orders: orders@coface.rs

Web: www.coface.rs

Credit Information Manager: Ms Snezana Mitrovic

Debt Collection Manager: Mr Aleksander Nikitrovic

Responsible for: Serbia

Ukraine

Coface Ukraine Credit

Management Services

Ms Olena Lopatyna

Chernovola Str. 20, Of. 106

01135 Kyiv

Ukraine

T. +380 (44) 585 31 60

F. +380 (44) 585 31 60

E-Mail: olena.lopatyna@coface.ua

Orders: office@coface.ua

Web: www.coface.ua

Credit Information Manager: Ms Olena Lopatyna

Debt Collection Manager: Ms Olena Lopatyna

Responsible for: Ukraine

Latvia

Coface Latvia Credit

Management Services SIA

Managing Director: Mr Maris Lukins

Berzaunes 11 a

1039 Riga

Latvia

T. +371 (6) 732 34 60

F. +371 (6) 782 03 80

E-Mail: maris.lukins@coface.lv

Orders: office@coface.lv

Web: www.coface.lv

Credit Information Manager: Ms Alina Safonova

Debt Collection Manager: Mr Maris Lukins

Responsible for: Latvia, Estonia

Jahresbericht 2010 15

Lithuania

Coface Credit Management

Services UAB

Managing Director: Mr Maris Lukins

Vilniaus Str. 23

01119 Vilnius

Lithuania

T. +370 (5) 263 99 77

F. +370 (5) 263 99 76

E-Mail: maris.lukins@coface.lv

Orders: reports@coface.lt

Web: www.coface.lt

Credit Information Manager: Ms Alina Safonova

Debt Collection Manager: Ms Alina Safonova

Responsible for: Lithuania


16 Jahresbericht 2010

Adressdaten

Für Sofortinformationen stehen wir Ihnen jederzeit gerne unter der

Telefonnummer 050 1870 1000 zur Verfügung.

KSV1870 Gruppe

Kreditschutzverband von 1870

1120 Wien, Wagenseilgasse 7

T: 050 1870 1000

F: 050 1870 99 1000

KSV1870 Holding AG

1120 Wien, Wagenseilgasse 7

T: 050 1870 1000

F: 050 1870 99 1000

KSV1870 Information GmbH

1120 Wien, Wagenseilgasse 7

T: 050 1870 1000

F: 050 1870 99 1000

KSV1870 Forderungsmanagement GmbH

1120 Wien, Wagenseilgasse 7

T: 050 1870 1000

F: 050 1870 99 1000

Beteiligungen

Coface Central Europe Holding AG

1010 Wien, Stubenring 24

T: +43 (1) 515 54-510

F: +43 (1) 533 56 05

Besuchen Sie uns auch im Internet unter www.ksv.at.

Niederlassungen

KSV1870

8010 Graz, Wielandgasse 14–16

T: 050 1870 1000

F: 050 1870 99 1000

KSV1870

6010 Innsbruck, Templstraße 30

T: 050 1870 1000

F: 050 1870 99 1000

KSV1870

4015 Linz, Mozartstraße 11

T: 050 1870 1000

F: 050 1870 99 1000

KSV1870

5020 Salzburg, Ignaz-Härtl-Straße 2C

T: 050 1870 1000

F: 050 1870 99 1000

KSV1870

9020 Klagenfurt, Dr.-F.-Palla-Gasse 21

T: 050 1870 1000

F: 050 1870 99 1000

KSV1870

6800 Feldkirch, Saalbaugasse 2

T: 050 1870 1000

F: 050 1870 99 1000

GSV Service GmbH

50672 Köln, Hohenzollernring 72

T: +49 (221) 91 39 689 30

F: +49 (221) 91 39 689 11

Stand: 26. Mai 2011


aktuell 13

Blitzlichter der KSV1870 Generalversammlung

Im Rahmen der 135. Generalversammlung hat der KSV1870 auch heuer wieder Bilanz gezogen und seinen Mitgliedern die Ergebnisse des Geschäftsjahres

2010 präsentiert. Neben dem Jahresbericht standen in diesem Jahr das Insolvenzrechtsänderungsgesetz (IRÄG2010) und die Kooperation mit der Gläubigerschutzvereinigung

Deutschland e.V. im thematischen Mittelpunkt. Nachstehend finden Sie einige Momentaufnahmen der beliebten Mitgliederveranstaltung,

die am 26. Mai 2011 im Kursalon Wien stattgefunden hat.

(alle Fotos v.l.n.r.) Festredner und Vorstand der Gläubigerschutzvereinigung

Deutschland e.V. Prof. Dr. Hans Haarmeyer

gemeinsam mit KSV1870 Präsident Dr. Heinz Zinner.

Mag. Johannes Eibl, Geschäftsführer der KSV1870 Forderungsmanagement GmbH,

mit Dr. Michael Perthold, Coface Austria Kreditversicherung Service GmbH, KSV1870

Vertriebsmitarbeiterin Mag. Melanie Weigl und Werner Hudler von der Allianz Elementar

Versicherungs-Aktiengesellschaft.

KSV1870 Insolvenzreferent Mag. Patrick Lindner mit

den beiden Rechtsanwälten Mag. Martin Honemann

und Mag. Wolfgang Winkler, mit dabei auch KSV1870

Insolvenzreferent Mag. Roman Tahbaz.

Der Kursalon Wien sorgte für einen festlichen

Rahmen.

KSV1870 Geschäftsführer Johannes Nejedlik mit dem

ehemaligen KSV1870 Präsidenten Dr. Horst Höller

und KR Martina Dobringer, Coface Austria Holding AG.

Der ehemalige KSV1870 Geschäftsführer

Klaus Hierzenberger bespricht sich mit

dem Medienconsulter Dr. Peter Muzik.

Mag. Johannes Eibl, Geschäftsführer der KSV1870 Forderungsmanagement

GmbH, mit Michael Dojacek, Santander Consumer Bank

GmbH, Klaus Jürgen Noll von der Zürich Service GmbH und Roland

Führer, MAS, MBA, Geschäftsführer der KSV1870 Information GmbH.

KSV1870 Geschäftsführer Karl Jagsch, der deutsche Insolvenzverwalter und Mitglied

des erweiterten GSV-Vorstandes RA Jan H. Wilhelm mit GSV-Chef Prof. Dr.

Hans Haarmeyer und Johannes Nejedlik, Geschäftsführer KSV1870.

Dr. Wolfgang Putz von Putz & Partner Rechtsanwälte im Gespräch

mit Roland Führer, MAS, MBA, Geschäftsführer der

KSV1870 Information GmbH.

KR Martina Dobringer, Coface Austria Holding AG, mit

KSV1870 Präsident Dr. Heinz Zinner und Dipl. Bw.

Gabriele Düker von der Coface Austria Holding AG.

Dkfm. Ulrich Sick von der Daimler Chrysler Service

Austria GmbH mit der KSV1870 Vertriebsmitarbeiterin

Silvia Wiedeck und Erich Grausgruber, KSV1870 Niederlassungsleiter

in Salzburg.

Die beiden KSV1870 Vizepräsidenten Mag.

Dr. Reinhold Süßenbacher und Dr. Josef

Mayböck.

Fotos: Richard Tanzer


14 aktuell

Bella Ragazza in Bedrängnis

Wirtschaftsexperten identifizieren viele Baustellen in Italien. Die mangelnde Zahlungsmoral und die

„Besonderheiten“ der italienischen Justiz gelten dabei als Fixstarter. text: PAolo BRANCHICEllA

Empörung war die offizielle Reaktion der italienischen

Regierung auf die jüngste Bewertung von Standard

& Poor’s hinsichtlich der Wirtschaftslage von „bella Italia“.

Die Ratingagentur stufte kurzerhand den Ausblick

für die langfristige Beurteilung der Kreditwürdigkeit

von „stabil“ auf „negativ“ herab. Begründet wurde dieser

Schritt mit dem stagnierenden Reformwillen, den hohen

Staatsschulden und den schwachen Wachstumsaussichten

des Landes. Die mangelhafte Zahlungsmoral

des Adriastaates spielt auch dabei eine wichtige Rolle.

Der KSV1870 berichtet in der Trendstudie 2010, dass

im Durchschnitt Unternehmen in Italien erst nach 96

Tagen ihre Rechnungen begleichen, und weitere Studien

belegen, dass sich die Zahl der „Pünktlichzahler“ in den

vergangenen Jahren kontinuierlich verringert hat.

im süden hat man Zeit Immerhin positiv: Im Unterschied

zum Süden zeigen die Unternehmen in Nord- und

Mittelitalien eine stärkere Tendenz dazu, die vereinbarten

Zahlungsbedingungen einzuhalten, und begrenzen die

durchschnittliche Verspätung auf rund 30 Tage. An-

ders die Lage in Süditalien. Hier ist die Zahlungsmoral

grundsätzlich schlechter, und das bedeutet erhebliche

Verzögerungen: Nur ein Drittel zahlt im Süden und auf

den Inseln zeitgerecht. So finden sich unter den Regionen

mit der schlechtesten Zahlungsmoral (Unternehmen

begleichen nicht innerhalb der Frist) etwa Sizilien und

Kampanien. Als Musterschüler – zumindest innerhalb

des Landes – sind die Marken (Region in Mittelitalien) zu

nennen, aber auch Trentino und das Aostatal.

Justiz im medienradar Offene Forderungen können

zwar grundsätzlich in Italien auch gerichtlich eingeklagt

werden, wer sich dafür entscheidet, braucht allerdings

gute Nerven, denn die Abwicklung von Zivilprozessen ist

langwierig. Auch die Medien haben sich dieses Themas

bereits angenommen. So berichtet die auflagenstarke

Wirtschaftstageszeitung „Il Sole 24 Ore“ unter dem Titel

„Schwarzes Trikot für Italien im Zivilprozess“ laufend

über die mangelhaften Verhältnisse im Justizwesen im

Vergleich zu 50 anderen EU- und Nicht-EU-Ländern.

Verschärft wird die Situation noch durch die Tatsache,

Foto: Rolf Handke/pixelio.de


dass die Anzahl der neu angestrengten Prozesse höher ist als jene, die mit

einem Urteil abgeschlossen werden, sodass sich die Zahl der anhängigen

Verfahren laufend weiter erhöht. Damit schreitet die Überlastung der Gerichte

rasant voran, und Urteile lassen länger und länger auf sich warten.

Verfahren dauern chronisch lange Die desolaten Verhältnisse im

Justizwesen sind aber nicht unbedingt auf die vom Staat zur Verfügung

gestellten Geldmittel zurückzuführen: Hier liegt Deutschland mit einem

Budget von EUR 8.731.000.000 an der Spitze, Italien folgt im Länderrating

schon auf Platz zwei (EUR 4.088.109.000) – wenn auch mit

erheblichem Abstand. Dennoch ziehen sich die Justizverfahren in die

Länge – in Italien seit vielen Jahren ein chronisches Problem. Ein Zivilgericht

braucht durchschnittlich 960 Tage, bis ein Urteil gefällt wird.

Für ein Berufungsurteil ist mit 1.500 Tagen zu rechnen. Diese Ausgangssituation

ist auch ein negativer Wettbewerbsfaktor für Italien, da eine

effiziente Ziviljustiz ein wichtiges Kriterium ist, das für (oder auch gegen)

einen Wirtschaftsstandort spricht. Der italienische Gesetzgeber versucht

immer wieder, den Zivilprozess zu reformieren, bis dato haben aber alle

Anstrengungen dazu geführt, dass die Prozessführung eher erschwert als

beschleunigt wird.

ksV1870 hilft auch in italien Unternehmen, die bei der Forderungsbetreibung

mehr auf Effizienz als auf Geduld setzen, sind besser beraten,

Rechnungen auf außergerichtlichem Wege einbringlich zu machen, beispielsweise

durch ein Schiedsgericht. Vereinbaren die Vertragspartner vor

Vertragsabschluss, im Streitfall ein Schiedsgericht zu betrauen, so werden

schwierige Streitigkeiten durch dieses rechtswirksam entschieden. Aber

auch die KSV1870 Forderungsmanagement GmbH unterstützt Kunden

und Mitglieder seit vielen Jahren dabei, Forderungen in Italien, aber auch

in anderen Ländern einbringlich zu machen. Die KSV1870 Mitarbeiter

im Team „Inkasso International“ sprechen die Sprache der Schuldner und

arbeiten mit lokalen Experten zusammen. Die Erfahrung zeigt, dass eine

Eskalation durch einen professionellen Forderungsbetreiber wichtig sein

kann, um dem Schuldner vor Augen zu führen, dass der Gläubiger die

Sache nicht auf sich beruhen lässt und eine zeitnahe Abwicklung auch in

seinem Interesse ist.

Dott. Paolo Branchicella ist Kundenbetreuer im Bereich

„Inkasso International“ bei der KSV1870

Forderungsmanagement GmbH. Wenn Sie Fragen

haben oder weitere Informationen benötigen,

können Sie ihn gerne unter 050 1870-8173 oder

branchicella.paolo@ksv.at kontaktieren.

Foto: Tiscover GmbH

3fragen an …

1

2

3

Konrad Plankensteiner,

Geschäftsführer Tiscover GmbH

tiscover.com ist das größte urlaubsportal im

alpenraum. Welchen herausforderungen muss

sich ein unternehmen im internationalen

e-business heute stellen?

aktuell 15

Das Internet ist extrem vielfältig und schnelllebig. Und die User sind

mittlerweile äußerst anspruchsvoll und immer nur einen Mausklick

vom Konkurrenzangebot entfernt. Wer hier erfolgreich sein will,

muss am Ball bleiben und sein Produkt permanent weiterentwickeln.

Wie gelingt es tiscover.com, diese

herausforderungen erfolgreich zu meistern?

Wir arbeiten ständig an unserer Plattform. Zum einen verbessern

wir laufend die Benutzerfreundlichkeit unserer Website, um den

Usern ein einfaches, schnelles und sicheres Suchen, Vergleichen

und Buchen unserer Urlaubsangebote zu ermöglichen. Zum anderen

erwartet der Gast von uns eine große Auswahl an Angeboten zum

tagesaktuell besten Preis. Damit es schlussendlich zu einer Buchung

kommt, muss darüber hinaus ein Mehrwert gegenüber den anderen

Portalen bzw. einer Direktbuchung in der Unterkunft geschaffen

werden. Auf Tiscover.com schenken wir deshalb jedem User eine

kostenlose Reiserücktrittsversicherung zur Buchung dazu!

ist das betreiben von offenen forderungen im

ausland für tiscover ein großes thema? Wie

gehen sie damit um?

Tiscover hat Verträge mit Unterkünften und Destinationen in

Österreich, Italien, Deutschland und der Schweiz. Für eine gute

Zusammenarbeit mit diesen Partnern ist ein geordneter Rechnungslauf

einschließlich des Betreibens der offenen Forderungen

wesentlich. Wird eine Rechnung nicht bezahlt, folgen die Mahnläufe,

und anschließend wird die Forderung an die KSV1870 Forderungsmanagement

GmbH übergeben. Unsere Partner wissen, dass das

Nichtbegleichen einer Rechnung zu zusätzlichen Kosten führt. Mit

dieser Vorgehensweise konnten wir die Anzahl der Problemfälle

erheblich reduzieren.


Foto: Inge Prader ??

16 News

?

?

„Auch Unternehmensgründerprofitieren

oft von

Factoring.“

Theo Hibler,

Vorstandsvorsitzender

der Intermarket Bank

Was tun, wenn der

Kunde nicht zahlt?

Alternative Finanzierungsformen boomen – Factoring bietet neue Wege

zur dynamischen liquiditätssicherung.

Viele Unternehmen – vor allem kleine und mittelständische

– klagen oft über die schlechte Zahlungsmoral

ihrer Kunden. Forderungsausfälle führen schnell zu Liquiditätsengpässen

und bringen so das Unternehmen selbst in

Zahlungsschwierigkeiten – manche sogar bis zur Bedrohung

der unternehmerischen Existenz. KMU sind außerdem oft

gezwungen, an wenige große und übermächtige Abnehmer

zu deren Vertragsbedingungen zu liefern. In der Zeit der ausstehenden

Rechnung müssen sie dabei quasi als Kreditgeber

ihrer Abnehmer fungieren.

Neuer Weg bei finanzierungen Auch die Rechnungskontrolle

und das Forderungsmanagement werden zunehmend

zu einem komplexen und zeitintensiven Prozess. Für

einen reibungslosen Ablauf müssen jederzeit liquide Mittel

vorhanden sein. Die Rahmenbedingungen haben sich

jedoch seit 2008 deutlich verändert, insbesondere sind die

Banken in der Krise bei der Vergabe von Krediten restriktiver

geworden. Aber auch jetzt, wo es wieder etwas bergauf

geht, bleiben die Kreditkonditionen streng, und vor dem

Hintergrund von Regelungen wie Basel III ist auch nicht

anzunehmen, dass sich die Bedingungen für Unternehmen

massiv verbessern werden. Angesichts dieser Entwicklung

ist davon auszugehen, dass sich viele Unternehmer in

puncto Finanzierung neue Wege suchen werden. Factoring

bietet ihnen eine interessante Alternative.

Was bedeutet factoring? Factoring ist der Ankauf von

Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen.

In Österreich wird Factoring rechtlich als Kaufvertrag

?

?

?

eingestuft, in dem sich ein Factoring-Institut (der Factor)

bereit erklärt, die Forderung sofort mit 80 % zu bevorschussen.

„Factoring bedeutet vor allem die Sicherheit

und Verbesserung der Liquidität. Durch die Abtretung

der Forderung an einen Factor können sich Unternehmen

wieder auf ihr operatives Tagesgeschäft konzentrieren“, so

Theo Hibler, Vorstandsvorsitzender der Intermarket Bank,

Österreichs Marktführer bei Factoring. Dabei bietet der

Forderungsverkauf dem Unternehmer zahlreiche Vorteile.

Garantiert wird dadurch sofortige und umsatzdynamische

Liquidität, geboten wird auch eine laufende Bonitätsprüfung

der Kunden und somit Risikominimierung und

Unabhängigkeit von der Zahlungsmoral der Abnehmer.

Zusätzlich kann Factoring eine positive Wirkung auf die

Bilanz haben, indem es durch Verkürzung dieser die Eigenkapitalquote

steigert.

factoring für alle? Factoring kommt besonders für

all jene Unternehmen infrage, die hohe Forderungsstände,

lange Zahlungsziele, aber auch saisonale und

Umsatzschwankungen haben. „Unsere Kunden sind vor

allem kleine und mittlere Dienstleistungs-, Handels- und

Produktionsunternehmen mit Abnehmern im Firmenkundenbereich.

Auch Unternehmensgründer profitieren

oft von Factoring. Zu den wichtigsten Branchen zählen

etwa der Lebensmittel- und Baustoffhandel, Textilien und

Elektronikhändler“, sagt Hibler. Factoring bietet somit vor

dem Hintergrund eines immer komplexer werdenden wirtschaftlichen

Umfeldes eine flexible, schnelle und vor allem

sichere Finanzierungsalternative für KMU.


Fotos: Croce & WIR Fotostudio

4. KSV1870 Sommerfest in Klagenfurt

Mittlerweile schon ein Fixpunkt im Terminkalender,

fand dieses Jahr das von

Niederlassungsleiterin Mag. Barbara Wiesler-Hofer

bestens organisierte Fest am 19.

Mai statt. Rund 100 Gäste folgten der Einladung

und kamen in die KSV1870 Niederlassung.

Bei strahlendem Sonnenschein

trafen sich Geschäftspartner, Juristen und

Kollegen zu einem entspannten Talk.

Exportieren und wachsen – Exporttag 2011

Die größte Export-Informationsveranstal-

tung des landes fand heuer am 26. Mai

in der Wirtschaftskammer Österreich

statt. Viele Vorträge, Workshops und

vor allem die Aussteller gaben einen

Überblick über die Risiken im Exportgeschäft.

Die KSV1870 Account Manager

Silvia Wiedeck und Julian Höller standen

am eigenen Messestand den interessierten

Besuchern zur Verfügung.

News 17

Gründertage Wien:

Erster Schritt zur Selbstständigkeit

Jährlich veranstaltet die Junge Wirtschaft gemeinsam mit dem Grün-

derservice der Wirtschaftskammer Wien diese Informationstage.

Ziel ist es, angehenden Firmeninhaberinnen und -inhabern ein breitgefächertes

Netzwerk zur Verfügung zu stellen, um sie für die künftige

Unternehmenslaufbahn vorzubereiten. Die KSV1870 Experten

Heidemaria Heuritsch und Julian Höller informierten die Besucher

am 11. und 12. Mai am eigenen Messestand. Der KSV1870 Insolvenzexperte

Dr. Hans Georg Kantner beschrieb in seinem Vortrag,

welche Fehler bei der Gründung eines Unternehmens unbedingt

vermieden werden sollten.

Fotos: Dietmar Wajand

Foto: Foto Weinwurm GmbH


18 News

Wer zählt die Häupter, nennt die Namen …

Auch in den vergangenen Monaten war wieder das Fachwissen der KSV1870 Experten gefragt.

Gerne stellten sie es bei verschiedenen Gelegenheiten zur Verfügung.

➔ carina schlögl 1 , silvia Wiedeck 2 ,

Jan götzendorfer 3 , stephan Weiser

4 , Walter müller 5 , sabine hasler

6 , hans altenkopf 7 , alle Account

Manager(innen), informierten auf sechs

Veranstaltungen im Rahmen einer

Event reihe der Bank Austria zwischen

April und Juni interessierte KMU über

die Dienstleistungen der KSV1870

Gruppe.

➔ mag. otto Zotter 8 , Niederlassungsleiter

Linz, war im April und Mai wieder

im Dienste der Förderung künftiger

Gründer unterwegs und brachte in vier

Referaten 75 Schülern und Professoren

der Handelsakademie Wels das Insolvenzrecht

in der Praxis und Gläubigerschutz

näher. Weiters sprach er vor 45

Unternehmern bei einer Veranstaltung

der Plattform für innovative Kontakte

am 9. Mai in Wels über „Rating, Bonität

und die Auswirkungen auf die Unternehmensfinanzierung“.

Und am 8. Juni

erklärte er an der Universität Klagenfurt

30 Studenten alles über Bonitätsbewertung

und Risikoabsicherung.

Quergelesen

➔ Das fundament des

World Wide Web – html

Dieses Buch zeigt

Ihnen bereits jetzt,

wie Sie HTML5-

Technologien wie

Canvas, Multimedia-Embedding,

Web Workers,

Offline-Storage,

semantisches

Mark-up und vieles

mehr nutzen können. Mit der Auszeichnungssprache

entwickeln Sie Websites

und Online-Applikationen nach dem neuesten

Stand. Ebenfalls erwerben Sie das

Wissen, das die Gestaltung des Web in

Zukunft entscheidend beeinflussen wird.

Die Neuauflage wurde erheblich erweitert.

Sie finden u. a. Infos zu Web Workers, File

API, neue Techniken für semantisches

HTML5 und viele neue Codebeispiele.

Peter Kröner

html5

Webseiten innovativ

und zukunftssicher

2. Aufl., Februar 2011, 592 Seiten

Verlag: Open Source Press

Preis: EUR 39,90

ISBN: 9783941841345

➔ Dr. hans-georg kantner 9 , Leiter

Insolvenz, nahm am 12. Mai an der

Podiumsdiskussion „IRÄG2010 – zahlt

der Gläubiger drauf?“ der Prisma Kreditversicherung

im Linzer Kunstmuseum

Lentos vor mehr als 50 Besuchern teil.

Am 27. Mai folgte er der Einladung zur

„INSOL Eastern Europe“ in Tallinn und

referierte über „Bankensanierung durch

Verstaatlichung in Österreich (Kommunalkredit

und Hypo Alpe Adria)“ vor 150

Kongressteilnehmern. Weiters war er am

8. Juni Redner beim 1. Grazer Forum Unternehmenssanierung

zum Thema „Der

außergerichtliche Ausgleich in Theorie

und Praxis“. Ziel der Veranstaltung war

es, Sanierungsexperten aus zahlreichen

Ebenen an einen Kommunikationsplatz

zusammenzuführen. 160 Gäste besuchten

die Veranstaltung. Bei den XIX.

Karlsbader Juristentagen am 10. Juni

erklärte er den 100 Teilnehmern die

Rolle der Gläubigerschutzverbände in

Österreich. Schließlich stellte er sich am

16. Juni für einen Vortrag über Insolvenzursachen

bei der BAWAG PSK Leasing

zur Verfügung. Rund 25 Gäste lauschten

interessiert seinen Ausführungen.

➔ kann ein staat

insolvent werden?

Die Staateninsolvenz

ist keineswegs

ein neues

Phänomen, jedoch

durch die derzeitige

Finanzkrise

besonders brisant.

Der Band enthält

eine Sammlung

von Beiträgen zur

Staateninsolvenz aus historischem, ökonomischem

und juristischem Blickwinkel.

Als Grundlage für die Idee einer Staateninsolvenz

wird die Insolvenzform einer

Gebietskörperschaft herangezogen, und

auch ein künftiger Staateninsolvenzmechanismus

auf völkerrechtlicher Ebene

wird überlegt.

Georg E. Kodek, August Reinisch

staateninsolvenz

1. Aufl., 2011, 200 Seiten

Verlag: Springer

Preis: EUR 35,45

ISBN: 9783851360950

Foto: Rubra

➔ rené Jonke 10 , Leiter Niederlassung

Graz, hielt am 9. Juni einen Vortrag

über die Bonitätsbewertung als Instrument

der Risikoabsicherung. Rund 50

Teilnehmer kamen zur Informationsveranstaltung

„Förderungen – die Krönung

einer guten Idee“ der Wirtschaftskammer

Steiermark.

➔ Normensammlung

risikomanagement

Dieser Leitfaden

bietet einen kompakten

Wegweiser

in allen Belangen

des Risikomanagements,

um

das Management

bei seinen Entscheidungen,Zielvorgaben

und der

Sicherung seiner Systeme zu unterstützen.

Die Sammlung beinhaltet Normen

und ON-Regeln, u. a. zu Grundsätzen und

Richtlinien, wie das Risikomanagement

in das bestehende Managementsystem

eingebettet werden kann oder welche

Anforderungen an die Qualifikation eines

Risikomanagers gestellt werden.

Austrian Standards Institute (Hrsg.)

Normensammlung risikomanagement

Die wichtigsten Normen und regeln

mit einer kompakten einführung in

das thema

1. Aufl., 2011, 188 Seiten, 4-farb., kart.

Verlag: Austrian Standards plus

Publishing

Preis: EUR 139,–

ISBN: 9783854022350

ksV1870

team

2

4

5

7

1

3

6

8

9

10

1. Carina Schlögl

2. Silvia Wiedeck

3. Jan Götzendorfer

4. Stephan Weiser

5. Walter Müller

6. Sabine Hasler

7. Hans Altenkopf

8. Mag. Otto Zotter

9. Dr. Hans-Georg Kantner

10. René Jonke

Fotos: Archiv

➔ xiNg erfolgreich nutzen

Das aktuelle

Handbuch hilft, mit

Social Media und

ihren Netzwerken

neue Wege für den

Vertrieb zu beschreiten.

Der Autor

stellt in einem

sehr praxisbezogenen

Leitfaden

vor, wie aus allgemeinen XING-Kontakten

potenzielle Kunden werden können.

Die Anwendung der präsentierten Methoden,

Tools und Plugins bietet große

Zeitersparnis, welche der Kontaktpflege

zugutekommt.

Robert Nabenhauer

Der Presales marketing Praxisleit faden

xiNg erfolgreich nutzen

Verlag: Nabenhauer

Preis: EUR 69,90

ISBN: 9783037860038


KSV1870 Gläubigerschutz Aktuelles aus Rechtsprechung und richterlicher Praxis

Verfahrenseröffnung und Prozessunterbrechung

Durch die Eröffnung des Insolvenz- und Schuldenregulierungsverfahrens

werden alle anhängigen

Rechtsstreitigkeiten, in denen der Schuldner

Kläger oder Beklagter ist, unterbrochen (RIS-Justiz

RS0103501). Davon ausgenommen sind nur

Rechtsstreitigkeiten über Ansprüche, die das zur

Insolvenzmasse gehörige Vermögen überhaupt

nicht betreffen. Die Unterbrechung tritt auch ex

lege im Stadium des Rechtsmittelverfahrens ein.

Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens und ihre

Wirkungen sind auch im Rechtsmittelverfahren von

Amts wegen zu berücksichtigen (8 Ob 52/09v; 9

ObA 150/09p). Daher sind vor der Eröffnung des

Insolvenzverfahrens eingebrachte Rechtsmittel,

über die in nichtöffentlicher Sitzung zu entscheiden

ist, zwar nicht zurückzuweisen, eine Entscheidung

darüber ist aber bis zur Fortsetzung des Verfahrens

unzulässig (RIS-Justiz RS0036996). Der Akt ist

vorerst unerledigt dem Erstgericht zurückzustellen

(RIS-Justiz RS0036752). >>

ZIK 2011/96, 65

io: §§ 7, 181

OGH 5.11.2010, 9 Ob 60/10d

behandlung der schadenersatzansprüche

für künftig mögliche schäden im

insolvenzverfahren

Die von einem schadenersatzrechtlichen Feststellungsbegehren

umfassten künftigen Schadenersatzansprüche

sind im Konkurs als bedingte

Konkursforderung mit dem Schätzwert zur Zeit der

Konkurseröffnung anzumelden (2 Ob 287/08g).

Das hat auch zu geschehen, wenn während des

Rechtsmittelverfahrens im Schadenersatzprozess

ein Schuldenregulierungsverfahren über das Vermögen

des Beklagten eröffnet wird. Der Konkurs-

Pbb. Erscheinungsort Wien, Verlagspostamt 1030 Wien, 06z036709 P, ISSN 1024-6096

1/2011 zik.lexisnexis.at

Herausgeber:

Andreas Konecny

Herbert Fink

Gunther Nagele

Otto Zotter

Insolvenzrecht &

Kreditschutz

Reinhard Rebernig/Gerald Schmidsberger:

Vorrang des Anfechtungsrechts gegenüber den

Kapitalaufbringungs- und Kapitalerhaltungsregeln

Katharina Schmögl:

Wiederaufnahmsklage nach Forderungsfest-

stellung durch den Einzelrechtsnachfolger

Petra Leupold:

Das IRÄ-BG – Überblick und ausgewählte Fragen

Stefan Perner/Martin Spitzer:

Das Darlehens- und Kreditrechtsänderungs-

gesetz (DaKRÄG)

ZIK Praxis

Thomas Wurzinger:

Die vorzeitige Restschuldbefreiung bei

Erreichung der 50%-Quote

Judikatur

Ausschluss der Einsichtnahme in die Geschäftsbehelfe

des Exekutionsverfahrens und Bescheinigung der

Zahlungsunfähigkeit

Schuldbeitritt bedarf im Interzessionsfall der Schriftform

Geldwäschevorschriften sind kein Schutzgesetz zugunsten

betrogener Anleger

1/2011, S. 1 – 12

Art.-Nr. 1 – 12

gläubiger hat den Umfang der festzustellenden

Haftung des Schuldners für künftige Schäden

beziffert anzugeben, wobei dem Schätzwert nur

beschränkte Bedeutung zukommt. So ermöglicht

§ 16 KO bei aufschiebend bedingten Forderungen,

dass das Begehren auf Sicherstellung der Zahlung

gestellt werden kann (2 Ob 287/08g). Schon

die bloße Möglichkeit künftiger Unfallschäden

rechtfertigt die Erhebung der Feststellungsklage,

die nicht nur dem Ausschluss der Gefahr der Verjährung,

sondern auch der Vermeidung späterer

Beweisschwierigkeiten und der Klarstellung der

Haftungsfrage dem Grund und dem Umfang nach

dient (RIS-Justiz RS0038976 ua). Sind Spätfolgen

zwar unwahrscheinlich, aber nicht schlechthin

und absolut ausgeschlossen, liegt ein rechtliches

Interesse an der Feststellung vor. Zu dessen

Bejahung genügt bereits der allgemeine Hinweis,

dass weitere Schäden aus dem Schadensereignis

nicht mit Sicherheit (oder mit an Sicherheit grenzender

Wahrscheinlichkeit; vgl 2 Ob 162/05w)

auszuschließen sind. Das Feststellungsinteresse

ist daher schon dann zu bejahen, wenn nur die

Möglichkeit offenbleibt, dass das schädigende

Ereignis den Eintritt eines künftigen Schadens

verursachen könnte (2 Ob 29/05m; 2 Ob 30/05h;

2 Ob 83/09h; RIS-Justiz RS0038976 ua). Dass

künftige Schäden „nicht zu erwarten“ sind, reicht

nach der Rechtsprechung des OGH nicht aus, um

ein Feststellungsbegehren zu entkräften, solange

künftige Schäden nicht mit Sicherheit (oder mit

an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) ausgeschlossen

werden können (2 Ob 29/05m; 7 Ob

87/07f ua). >>

ZIK 2011/97, 65

ko: § 14 abs 1, § 16

ZPo: § 228

OGH 22.12.2010, 9 ObA 22/10s

• Prägnante Berichte über die aktuelle Rechtslage in Insolvenzrecht

und Kreditschutz

• Darstellung wichtiger Entwicklungen in Gesetzgebung und Praxis

• Analyse der rechtlichen Hintergründe aktueller Insolvenzfälle durch

Experten aus Wissenschaft und Praxis

• Eigene Sparte „ZIK International“

Jetzt gratis das ZIK-Portal nutzen & Probe lesen: zik.lexisnexis.at!

19

Vorbehaltsverkauf und konkurs:

Weiterverkauf/ersatzaussonderung/aufrechnung

Der Rücktritt vom Vertrag wegen Verzugs führt

zur obligatorisch wirkenden Vertragsauflösung ex

tunc (RIS-Justiz RS0018414). Der vorvertragliche

Zustand ist wiederherzustellen, daher hat der

Vorbehaltskäufer bei Rücktritt des Verkäufers vom

Kauf unter Eigentumsvorbehalt das Recht, die von

ihm erbrachten Teilzahlungen zurückzufordern. Eine

Beschränkung des Rückforderungsanspruches des

Vorbehaltskäufers bis zur Höhe des vereinbarten

Kaufpreises ist unzulässig.

Wurde das Vorbehaltsgut vom Vorbehaltskäufer an

einen Dritten weiterveräußert und hat dieser daran

gutgläubig Eigentum erworben, so hat der Vorbehaltsverkäufer

bei Konkurs des Vorbehaltskäufers

kein Recht auf Aussonderung. Bei Vermengung des

Verkaufserlöses mit dem Massevermögen des Vorbehaltskäufers

ist auch eine Ersatzaussonderung

nicht mehr möglich. Da der Vorbehaltskäufer durch

den Verkauf des Vorbehaltsgutes an den Dritten

ungerechtfertigt bereichert wurde, trifft ihn in diesem

Fall jedoch eine Vergütungspflicht, wonach er

den objektiven Wert der zurückzugebenden Sache

zu ersetzen hat. Blieb der Verkaufserlös unter dem

gemeinen Wert der zurückzugebenden Sache, kann

er dies geltend machen.

Der Vorbehaltsverkäufer ist berechtigt, mit eigenen

Bereicherungs- oder Schadenersatzansprüchen

gegen Forderungen des Vorbehaltskäufers aufzurechnen.

Forderungen, die vor der Eröffnung

des Konkurses entstanden sind und somit bereits

aufrechenbar waren, können auch im Konkurs aufgerechnet

werden. >>

ZIK 2011/98, 66

ko: §§ 19, 44

abgb: §§ 918, 921

OGH 22.4.2010, 8 Ob 82/09f

zik.lexisnexis.at

Jahresabonnement 2011

für KSV1870 Mitglieder

um nur € 118,–

(statt 139,–)

Bestellen Sie unter:

Tel.: (01) 534 52-5555

Fax: (01) 534 52-141

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20

KSV1870 Akademie Seminarangebote Herbst 2011

Nützen sie als ksV1870 mitglied

ihren gutschein, und sie erhalten für

ein seminar ihrer Wahl 50 % auf den

ksV1870 mitgliedspreis!

forderungsmanagement – vom geschäftsabschluss

bis zur gerichtlichen forderungsdurchsetzung

Mitarbeiter, die mit Mahn- und Inkassoabläufen

betraut sind, erhalten wertvolle Tipps und Lösungsansätze

für ein effizientes Forderungsmanagement. Sie

erfahren mehr zum Thema „Allgemeine Geschäftsbedingungen“,

Zahlungsformen, Zahlungsziel und die

Methoden der Forderungsdurchsetzung bei Verzug.

➔ 5.10.2011, 9.00–13.00 Uhr, Wien

S.-Nr.: R11/0185/01

Trainer: Mag. Gabriele Böröcz-Rabl

KSV1870 Forderungsmanagement GmbH

Kosten: EUR 225,– für KSV1870 Mitglieder

EUR 290,– für Gäste

obligomanagement –

sicherung und Durchsetzung von forderungen

Sie erhalten einen praxisnahen Überblick über die

Möglichkeiten der Sicherung und Durchsetzung von

Forderungen aus Waren- oder Leistungskrediten

sowie Lösungsansätze zur Effizienzsteigerung des

Debitorenmanagements.

➔ 13.10.2011, 9.00–17.00 Uhr, Wien

S.-Nr.: R11/0045/01

Trainer: Dr. Andreas Rischka

Anwaltskanzlei Putz & Partner

Kosten: EUR 420,– für KSV1870 Mitglieder

EUR 545,– für Gäste

bilanzen lesen und verstehen –

grundzüge von Jahresabschlüssen

Auch ohne Vorkenntnisse im Rechnungswesen

gewinnen Sie einen Einblick in die Grundzüge von

Jahresabschlüssen. Sie erkennen die wesentlichen

Aussagen einer Bilanz und lernen die wichtigsten Begriffe

der Bilanzanalyse und Kennzahlen kennen.

➔ 19.10.2011, 9.00–17.00 Uhr, Wien

S.-Nr.: B11/0025/02

Trainer: René Jonke

Kreditschutzverband von 1870

Kosten: EUR 350,– für KSV1870 Mitglieder

EUR 465,– für Gäste

achtung, kundeninsolvenz! – inkl. iräg2010

Die Insolvenz eines Kunden bedeutet nicht automatisch

den Totalverlust Ihrer Forderung. Erfahren

Sie mehr über die Verfahrensarten, Anfechtungsmöglichkeiten

und wie Sie Ihren Schaden bei

Kundeninsolvenzen minimieren können. Außerdem

findet das Insolvenzrechtsänderungsgesetz 2010

Berücksichtigung!

➔ 10.11.2011, 9.00–17.00 Uhr, Wien

S.-Nr.: B11/0195/02

Trainer: Dr. Alexander Klikovits

Kreditschutzverband von 1870

Kosten: EUR 350,– für KSV1870 Mitglieder

EUR 465,– für Gäste

Die angeführten Preise verstehen sich exkl. MwSt., inkl. Seminarunterlagen, Seminargetränken,

Kaffeepausen, Mittagessen. Details zum Jahresprogramm der KSV1870 Akademie finden Sie

auch unter www.ksv.at.

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung!

Mag. Katharina Henkel

ksv.akademie@ksv.at

Tel.: 050 1870-8498

Infos

Details zum Jahresprogramm

der KSV1870

Akademie finden Sie auch

unter www.ksv.at.

Wir freuen uns auf Ihre

Anmeldung!

bonitätsprüfung und früherkennung

von insolvenzen

Dieses Seminar macht Sie vertraut mit den Möglichkeiten

der Bonitätsprüfung bzw. Indikatoren für

das Früherkennen der (beginnenden) Zahlungsunfähigkeit

des Geschäftspartners. Schränken Sie

somit das Entstehen uneinbringlicher Forderungen

weitgehend ein.

➔ 22.11.2011, 9.00–17.00 Uhr, Wien

S.-Nr.: B11/0265/02

Trainer: Walter Müller

KSV1870 Forderungsmanagement GmbH

Kosten: EUR 350,– für KSV1870 Mitglieder

EUR 465,– für Gäste

Wollen sie für ihre mitarbeiter ein

iNhouse-seminar? gerne planen wir für

sie maßgeschneiderte trainings zu ksV1870

relevanten themen!


Infos

KSV1870 Steuertipps Wichtige Neuigkeiten und Änderungen im Steuerrecht

Vwgh zur anteilsvereinigung:

Vorsicht bei share Deals!

Der Verwaltungsgerichtshof hat kürzlich (VwGH

5.4.2011, 2010/16/0168) einen kombinierten

Zwerganteilsabtretungs- und Treuhandvertrag

(zum Zweck der Grunderwerbsteuervermeidung)

als fremdunüblich und missbräuchlich erkannt.

Im zugrunde liegenden Sachverhalt wurden vom

bisherigen Anteilsinhaber über mehrere Tranchen

sämtliche Anteile an einer grundstücksbesitzenden

GmbH weitergegeben. Am letztübertragenen

Anteil in Höhe von 1 % wurde hingegen nur die

Übertragung des wirtschaftlichen und nicht auch

des rechtlichen Eigentums vereinbart. Dieser

Zwerganteil sollte aber über einen gleichzeitig

abgeschlossenen Treuhandvertrag vom bisherigen

Anteilsinhaber für den Erwerber gehalten werden.

Damit hat der VwGH den UFS Innsbruck bestätigt

(vgl Tax News 2010/27).

Dieser Vorgang war nach der Ansicht des VwGH

– entgegen der bisher herrschenden Auffassung

– grunderwerbsteuerpflichtig. Da vergleichbare Gestaltungen

jedoch oftmals bei M&A-Deals zum Einsatz

kommen, ist zukünftig besonderes Augenmerk

auf die Grunderwerbsteuerproblematik zu legen.

abkehr von kombinierten treuhand- und

Zwerganteilsabtretungsvereinbarungen

Aufgrund dieser jüngsten Rechtsprechung ist

von der Einschaltung eines Treuhänders, der für

den Hauptgesellschafter Zwerganteile erwirbt, im

Regelfall abzuraten, sofern nicht überzeugende

außersteuerliche Gründe für diese Konstruktion

gefunden werden können.

Der Einsatz von Zwerganteilen ohne Kombination

mit der Einschaltung eines Treuhänders (Beispiel:

Die Konzerngesellschaft A erwirbt 99 %; die restlichen

1 % erwirbt eine andere – nicht gem. § 2

Abs 2 UStG verbundene – Konzerngesellschaft im

eigenen Namen) war nicht Gegenstand des Verfahrens

vor dem Verwaltungsgerichtshof. Es ist uE

nicht auszuschließen, dass die Finanzverwaltung

versuchen könnte, auch solche Gestaltungen als

missbräuchlich einzustufen. Da im gegenständlichen

VwGH-Verfahren der zugrunde liegende

Sachverhalt einen 1-%-Anteil betraf, wird davon

auszugehen sein, dass ein solcher Anteil noch als

Zwerganteil anzusehen ist. Bei einem 5-%- bzw.

10-%-Anteil könnte aufgrund der gesellschaftsrechtlich

verankerten Minderheitsrechte möglicherweise

nicht mehr ein „missbrauchsverdächtiger“ Zwerganteil

vorliegen.

Derzeit können solche Gestaltungen allerdings

nicht abschließend beurteilt werden. Zur Vermeidung

steuerlicher Risiken sollte(n) bis zu einer

Klärung der Rechtslage durch die Finanzverwaltung

oder die Fachliteratur bei Erwerb von Anteilen

durch mehrere Erwerber nach Möglichkeit

(1) die wirtschaftlich oder rechtlich nicht überzeugend

begründbare Einschaltung eines Treuhänders

vermieden,

(2) nicht reine Zwerganteile (1 % oder weniger)

erworben und

(3) außersteuerliche Gründe für den Erwerb durch

mehrere Erwerber dokumentiert werden.

auswirkungen auf die Vergangenheit

Derzeit kann auch nicht ausgeschlossen werden,

dass die Finanzverwaltung diese Rechtsprechung

(etwa im Rahmen von Betriebsprüfungen) ebenso

auf bereits verwirklichte Sachverhalte anwendet.

Auf unsere Veranlassung wird die Kammer der

Wirtschaftstreuhänder mit dem BMF Gespräche

aufnehmen, um eine Anwendung auf schon realisierte

Sachverhalte zu verhindern. Wir werden Sie

über die weitere Entwicklung informieren.

Zwischenzeitlich sollten im Sinne einer Risikoinventur

die Sachverhalte, die noch nicht der Verjährung

unterliegen (Festsetzungsverjährung fünf Jahre, dh,

Jahre bis einschließlich 2005 sind verjährt, sofern

keine Verlängerungshandlungen erfolgt sind), auf

mögliche Grunderwerbsteuerrisiken hin analysiert

werden. Finanzstrafrechtliche Konsequenzen für die

Vergangenheit sind wohl nicht zu befürchten, da

das Fachschrifttum bisher von einer gegenteiligen

Ansicht (zum oben genannten VwGH-Erkenntnis)

ausgegangen ist (daher Vorliegen zumindest einer

vertretbaren Rechtsansicht).

tschechien – steuerliche änderungen

Das tschechische Finanzministerium hat kürzlich

die geplante Steuerreform vorgestellt (zB Vereinheitlichung

der Bemessungsgrundlage für Lohnsteuer

und Sozialversicherung und Einführung einer

gemeinsamen Einhebungsstelle, Änderungen im

Bereich der Beteiligungsertragsbesteuerung, Vereinfachung

der Forderungsbewertung …).

Weiters hat das Finanzministerium auch im

Hinblick auf vorgenommene umsatzsteuerliche

Gesetzesänderungen Stellung bezogen (zB Ände-

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Mag. Christian Reiter

ksv.akademie@ksv.at

Tel.: 01/53484-8249

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rungen im Bereich des Vorsteuerabzuges, Gutschriften,

Steuerbefreiungen, Zusammenfassende

Meldungen, spezielle Aufbewahrungsvorschriften

für „Revers-Charge-Umsätze“ …).

Abgesehen davon sind auch die nachfolgenden aktuellen

steuerlichen Entwicklungen zu beachten:

– Festlegung der Voraussetzungen für den Vorsteuerabzug

bei elektronischen Dokumenten.

– Die Ausgabe von Emissionsrechten soll künftig

der Schenkungssteuer unterliegen.

– Unter bestimmten Voraussetzungen sollen Spenden

für humanitäre Zwecke künftig steuerlich

abzugsfähig sein.

– Höchstgerichtliche Entscheidung in Bezug auf

Management Fees, wonach derartige Aufwendungen

nur insofern abzugsfähig sind, als nachweislich

ein Zusammenhang mit steuerpflichtigem

Einkommen besteht.

Norwegen – gesetzesentwurf betreffend grenzüberschreitende

umstrukturierungen

Das norwegische Finanzministerium hat vor kurzem

einen Gesetzesentwurf hinsichtlich grenzüberschreitender

Umstrukturierungen (zB Verschmelzung,

Spaltung, Einbringung) vorgelegt, der voraussichtlich

noch im Jahr 2011 in Kraft treten soll.

Nachfolgend werden die wesentlichen Aspekte

des derzeit vorliegenden Gesetzesentwurfes kurz

zusammengefasst:

– Schaffung der Möglichkeit der steuerneutralen

grenzüberschreitenden Umstrukturierung innerhalb

des EWR-Raumes.

– Einschränkung der umgründungssteuerlichen

Begünstigung hinsichtlich Gesellschaften, die in

Niedrigsteuerländern ansässig sind (Ausnahme

für Gesellschaften mit Finanzierungstätigkeiten).

– Einführung einer Exit-Besteuerung für Wirtschaftsgüter,

die im Anschluss an die grenzüberschreitende

Umstrukturierung nicht mehr einer

norwegischen Betriebsstätte zuzurechnen sind.

Zur Verfügung gestellt von der

KPMG Alpentreuhand.

imPressum: Medieninhaber: Kreditschutzverband von 1870, 1120 Wien, Wagenseilgasse 7; www.ksv.at; Herausgeber: Johannes Nejedlik; Verlagsort: Wien;

Chefredaktion: Karin Stirner; Redaktion: Birgit Glanz, Mag. Sandra Kienesberger; Autoren dieser Ausgabe: Dott. Paolo Branchicella, Dr. Hans-Georg Kantner, Helmut Wolfgang;

Layout: Rock+Partner; Lektorat: Johannes Payer


22

KSV1870 Wirtschaftsbarometer Flops & Tops in der österreichischen Wirtschaft

Flops

Die zehn größten Insolvenzfälle

im Mai 2011 zeigen keinen

besonderen Trend oder

Branchenschwerpunkt. Sie

repräsentieren vielmehr einen

anschaulichen Branchenquerschnitt

von drei Transporteuren,

zwei Unternehmen aus

der Bau- bzw. Baunebenbranche

und dann einigen anderen

Branchen.

Seit seiner Einführung am 1.

Juli 2010 stellt das Sanierungsverfahren

mit Eigenverwaltung

ca. 20 Eröffnungen pro Monat

oder etwa 8 % aller eröffneten

Verfahren. Das war auch im

Mai 2011 so, allerdings waren

diese Verfahren typischerweise

wesentlich kleiner. Was dagegen

weiterhin eine nachhaltige

Rolle spielt, ist das Sanierungsverfahren

ohne Eigenverwaltung,

das grob gesprochen

dem „alten“ Zwangsausgleich

entspricht. Immerhin waren

drei von zehn Großverfahren

im Mai 2011 solche Sanierungsverfahren

ohne Eigenverwaltung.

Die 10 größten insolvenzen im mai 2011

1. Gottfried Wolf GmbH (Immobilien, Weinhandel) Dornbirn Konkurs 16,0 Mio.*

2. Buchacher Holzleimbau GmbH Hermagor SV. o. EV. 7,9 Mio.*

3. Air & Road Transport GmbH Fischamend Konkurs 4,2 Mio.*

4. Hotel Post Peter Senn Pfunds Konkurs 4,1 Mio.*

ÖKoHAUS Systembau GmbH Stall/Mölltal SV. o. EV. 4,1 Mio.*

Reiterer & Vogt Transport GmbH Ebergassing Konkurs 4,1 Mio.*

7. Konsumgenossenschaft Salzkammergut reg.Gen.mbH Bad Goisern Konkurs 4,0 Mio.*

8. Fahrner logistik GmbH Zell/See Konkurs 3,1 Mio.*

9. Biogas Amstetten GmbH Amstetten Konkurs 2,5 Mio.*

10. FTR Rachbauer GmbH (Metallerzeugnisse) Aspach/Innkreis SV. o. EV. 2,3 Mio.*

SV. o. EV. = Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung

Gesamtinsolvenzen nach Bundesländern Mai 2011

200

175

150

125

100

75

50

25

172

159

Mai 2010

Mai 2011

*geschätzte Passiva in Mio. EUR

544

525

78 73

77

80 78

55

19 16

33

29

38 16

44

35 34 33

W NÖ BGlD oÖ SlBG VlBG T STMK KTN Gesamt

Eröffnete Insolvenzen nach Größenordnung der Verbindlichkeiten Mai 2011

Insolvenzen bis 1 Mio. EUR 261 26,0*

Insolvenzen über 1 Mio. EUR bis 4 Mio. EUR 18 30,0*

Insolvenzen über 4 Mio. EUR bis 7 Mio. EUR 5 20,5*

Insolvenzen über 7 Mio. EUR bis 40 Mio. EUR 2 23,9*

Insolvenzen über 40 Mio. EUR 0 0,0*

eröffnete Insolvenzen gesamt 286 100,4*

*geschätze Passiva in Mio. EUR

26,0 23,9

30,0

20,5


Tops

Was genau gutes Wetter ist,

mag in vielen Branchen unterschiedlich

bewertet werden. In

der Bauwirtschaft entscheidet

die Dauer des Winters mit über

rote oder schwarze Zahlen

in den Bilanzen. Der schnelle

Frühling hat heuer der Branche

in die Hände gespielt, dennoch

spürt der Hochbau die Auswirkungen

der Krise und die

restriktive Vergabepolitik der

öffentlichen Hand. Trotz

schwieriger Rahmenbedingungen

punkten die Branchenriesen

mit „Spitzen-Ratings“.

KSV-Rating Profil

Verteilung auf KSV-Rating-Klassen in

Vergleich zur Wirtschaft Österreich gesamt

Bsp.: 50,4 % der Unternehmen sind in Rating-Klasse 3.

1

2

3

4

5

6

0,1 %

0,1 %

23,0 %

23,1 %

50,4 %

67,3 %

21,6 %

8,1 %

1,9 %

0,7 %

3,0 %

0,7 %

legende zum KSV-Rating:

100 – 199 kein Risiko, 200 – 299 sehr geringes Risiko,

300 –3 99 geringes Risiko, 400 – 499 erhöhtes Risiko,

500 – 599 hohes Risiko, 600 – 699 sehr hohes Risiko,

700 Insolvenzkennzeichen

Die top 10 des hochbaus

1. HABAU Hoch- und Tiefbaugesellschaft m.b.H. Perg 204*

2. Fröschl AG & Co. KG Hall in Tirol 215*

3. Ing. W. P. Handler Baugesellschaft m.b.H. Bad Schönau 218*

4. STRABAG Bau GmbH Wien 221*

5. ÖSTU-STETTIN Hoch- und Tiefbau GmbH leoben 229*

6. Hilti & Jehle GmbH Feldkirch 230*

7. leyrer + Graf Baugesellschaft m.b.H. Gmünd 232*

8. F. lang u. K. Menhofer Baugesellschaft m.b.H. & Co. KG Eggendorf/Wr. Neustadt 235*

Swietelsky Baugesellschaft m.b.H. linz 235*

10. Schertler-Alge GmbH lauterach 248*

Basis der Auswertung sind Unternehmen ab EUR 60 Mio. Umsatz.

Branchenstruktur nach Bundesländern

Bsp.: 27,8 % der Unternehmen sind in Wien ansässig.

35

30

25

20

15

10

5

27,8

15,9

11,9 7,4

10,0

11,5

6,9

3,9

4,7

W NÖ BGlD oÖ SlBG VlBG T STMK KTN

Branchenstruktur

nach Rechtsformen

Bsp.: 74,5 % der Unternehmen

dieser Branche sind

Kapitalgesellschaften.

12,2 % Einzelunternehmen

2,6 % Sonstige

10,7 % Personengesellschaften

74,5 % Kapitalgesellschaften

23

*KSV-Rating

in Prozent


Die schlechte Nachricht:

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