Steuertipps für gemeinnützige Verein - Landes-Kanu-Verband Berlin

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Steuertipps für gemeinnützige Verein - Landes-Kanu-Verband Berlin

Regionale

Unter­

gliederungen

Körperschaftsteuer Körperschaftsteuer

tung nicht anerkannt. Erfolgt die Trennung und Verselbstständigung von Abteilungen

aber nicht in erster Linie aus steuerlichen, sondern beispielsweise

aus sportlichen, wirtschaftlichen oder »atmosphärischen« Gründen, so

wird sie steuerlich anerkannt. Es muss sich jedoch dann um eine vollständige

Trennung handeln, das heißt es muss ein neuer, eigenständiger (rechts- oder

nichtrechtsfähiger) Verein entstehen, mit eigenen Organen, eigener Kassenführung

und Kassenhoheit, auf den der »Altverein« keine Einflussmöglichkeiten

haben darf. Regionale Untergliederungen, zum Beispiel Ortsgruppen

des DRK können dagegen unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin als

selbstständige Steuersubjekte – mit der Möglichkeit der Inanspruchnahme

der Besteuerungsfreigrenze – anerkannt werden.

Ergibt sich aus der Summe aller steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe

ein Verlust und wird dieser aus allgemeinen Mitteln der gemeinnützigen,

mildtätigen oder kirchlichen Körperschaft, etwa aus Mitgliedsbeiträgen,

Spenden, Erträgen aus Vermögensverwaltung abgedeckt, so kann dies

zum Verlust der Gemeinnützigkeit führen. Genaueres hierzu finden Sie im

Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 19. Oktober 1998, BStBl. I, Seite

1423.

Freibeträge bei der Körperschaftsteuer

und Gewerbesteuer

Alle steuerbegünstigten Körperschaften / Vereine, die die Besteuerungsfreigrenze

von 35 000€ überschreiten und steuerpflichtig werden, sowie alle

nicht steuerbegünstigten Vereine können bei der Körperschaftsteuer einen

Freibetrag von 3 835€ und bei der Gewerbesteuer einen Freibetrag von

3 900 € jährlich in Anspruch nehmen. Verbleibt nach Abzug des Freibetrags

ein zu versteuerndes Einkommen, so beträgt die Körperschaftsteuer hierauf

seit 2004 25 % und ab 2008 15 % dieses Betrages. Die Höhe der Gewerbesteuer

hängt vom jeweiligen Hebesatz der Gemeinde ab. Zur Gewerbesteuer im

Einzelnen, siehe Seite 55 ff.

Beispiel 2008

ohne Betriebs­

aufgabeerklärung

Körperschaftsteuer Gewerbesteuer

– Einkommen 13 835 € 13 835 €

– davon ab: Freibetrag − 3 835 € − 3 900 €

– zu versteuerndes Einkommen 10 000€ 9 935 €

– darauf Körperschaftsteuer

= 15 % vom zu versteuernden Einkommen 1 500 €

– Abrundung des zu versteuernden Einkommens

für Zwecke der Gewerbesteuer 9 900 €

– Gewerbesteuermessbetrag

= 3,5 % des zu versteuernden Einkommens 346,50 €

– Gewerbesteuer

(angenommener Hebesatz 400 %)

= Messbetrag × Hebesatz 1 386 €

Gestaltungsmöglichkeiten im Hinblick

auf die Besteuerungs-Freigrenze

Die Besteuerung der Erträge wirtschaftlicher Geschäftsbetriebe kann oftmals

dadurch vermieden werden, dass der Verein einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb

verpachtet.

1. Verpachtung der Vereinsgaststätte

Verpachtung ohne Betriebsaufgabeerklärung:

Der Verein kann die bisher selbstbewirtschaftete Vereinsgaststätte an einen

fremden Pächter verpachten, ohne dass eine Aufgabeerklärung abgegeben

wird. In diesem Fall müssen die Pachteinnahmen jedoch weiterhin als wirtschaftlicher

Geschäftsbetrieb »verpachtete Vereinsgaststätte« erfasst und in

die 35 000 €-Besteuerungsfreigrenze einbezogen werden. Die Höhe der Pachteinnahmen

ist aber regelmäßig geringer als die in der Vereinsgaststätte erzielten

Umsätze.

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