Konzeption für einen generationenübergreifenden Gottesdienst PDF

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Konzeption für einen generationenübergreifenden Gottesdienst PDF

Konzeption für einen generationenübergreifenden

Gottesdienst

Der Gottesdienst ist als Gottesdienst für alle Generationen (Familiengottesdienst) konzipiert. Die einzelnen

Bausteine sind so gestaltet, dass sich Kinder und Erwachsene gleichermaßen beteiligen können und sollen.

Ziel ist es, das Thema „Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch“ durch Lieder, Gebete,

Anspiele, Kurzpredigt und eine Mitmach-Aktion so zu gestalten, dass es mit Herz und Verstand wahrgenommen

werden kann. Es soll sowohl kognitiv begreifbar als auch mit allen Sinnen erlebbar werden. Gleichzeitig soll die

Gottesdienstgemeinde auf die Arbeit des Gustav-Adolf-Werkes aufmerksam gemacht und sollen konkrete

Projekte angesprochen, gegebenenfalls vorgestellt werden.

Der Gottesdienst kann zu allen Kirchenjahreszeiten gefeiert und jeweils auf die gewählte Zeit konkret bezogen

werden.

Ablauf

- Musik zum Eingang

- Begrüßung

- Lied, z.B. „Komm, sag es allen weiter“ oder „Wo ein Mensch Vertrauen gibt“

- Psalmgebet oder Eingangsgebet

- Anspiele (alternativ ein Anspiel) „Offene/verschlossene Türen“

- Lied, z.B. „Wo ein Mensch Vertrauen gibt“ oder Improvisation darüber oder über „Komm, sag es allen

weiter“, je nachdem, was als Eingangslied gesungen wurde

- Verkündigungsteil

- Lied, z.B. „Der Himmel geht über allen auf“ oder „Wo Menschen sich vergessen“

- Aktion „Durch die Tür gehen“

- Lied, z.B. „Der Himmel geht über allen auf“ oder „Vertraut den neuen Wegen“

- Fürbitten

- Vaterunser

- Segen

- Musik zum Ausgang

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Psalmgebet

Kehrvers: Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch.

Gott, täglich gehen wir durch viele Türen.

Manche sind leicht zu öffnen.

Andere bleiben uns verschlossen.

Dann wünschen wir uns, dass sie jemand für uns aufmacht.

Kehrvers

Gott, oft leben wir selbst hinter verschlossenen Türen.

Wir wollen niemand hereinlassen.

Wir bleiben lieber unter uns.

Wir reden lieber mit denen, die wir kennen.

Wir wollen uns nicht stören lassen von anderen.

Kehrvers

Gott, auch unser Herz ist manchmal wie eine verschlossene Tür.

Wir sehen weg, wenn andere Menschen Hilfe brauchen.

Wir hören nicht, wenn andere um etwas bitten.

Wir wollen uns nicht auf Neues und Unbekanntes einlassen.

Kehrvers

Gott, du lädst uns ein, Türen zu öffnen für andere Menschen.

Du lädst uns ein, unsere Herzen zu öffnen für die Anliegen und für die Not anderer Menschen.

Gott, du lädst uns ein, uns für dich zu öffnen,

denn wo wir dir Türen und Herzen öffnen, sind wir offen für andere Menschen.

Kehrvers

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Eingangsgebet

Guter Gott, auf der ganzen Welt glauben Menschen an Dich.

Sie reden von Dir, sie singen und beten in ihrer Sprache.

Sie danken Dir für alles Gute, das sie erfahren.

Sie bitten Dich um das, was sie brauchen.

Sie klagen Dir ihr Leid.

Wir feiern heute hier unseren Gottesdienst und bitten Dich um Deinen Segen.

Wir wollen heute hinausschauen über die Grenzen unserer Kirchengemeinde, hinausschauen über die Grenzen

unserer Stadt, unseres Landes und unseres Kontinentes.

Wir bitten Dich, öffne unsere Herzen für Menschen an anderen Orten dieser Welt. Dein Wort gilt ihnen so wie

uns. Begleite unser Singen und Beten, Reden und Hören mit Deinem Geist.

Das bitten wir im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

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Anspiel 1

Pfarrerin geht auf eine Tür zu, will diese öffnen, merkt, dass sie verschlossen ist.

P: Das gibt es doch nicht, das ist jetzt die dritte Tür in Folge, die zu ist. Schließen die denn hier alles ab? Das ist

ja zum Wahnsinnigwerden!

P. sucht hektisch in ihrer Tasche nach dem Schüsselbund und zieht ein dickes Schlüsselbund heraus.

P: So – und welcher ist es dieses Mal? Jetzt bin ich seit vier Tagen hier in dieser Gemeinde, aber so viele Türen

wie hier habe ich sonst in vier Wochen nicht auf- und zugeschlossen.

P. probiert einen Schlüssel nach dem anderen aus, bis sie schließlich den passenden gefunden hat.

P: Na endlich! Jetzt will ich nur hoffen, dass die Menschen hier nicht genauso verschlossen sind wie ihre Türen!

Anspiel 2

P. geht auf eine Tür zu, hinter der Stimmen zu hören sind.

P. (zur Gemeinde): Peinlich, ich bin ein bisschen zu spät. Aber das Beerdigungsgespräch hat länger gedauert als

geplant. Jetzt will ich aber den Gemeindekreis besuchen, damit wir uns mal kennenlernen.

P. klopft an und öffnet die Tür.

P: Guten Abend! Bitte entschuldigen...

G. (fällt P. ins Wort): Sie sind hier sicher falsch. Wir sind der Gemeindekreis und alle da. Suchen Sie den

Bibelkreis? Der fällt heute aus.

P: Nein, nein, ich bin schon richtig. Ich will ja zum Gemeindekreis.

G: Nein, das geht nicht so einfach. Wir sind seit Wochen mit der Planung für das Gemeindefest beschäftigt, da

können Sie jetzt nicht mehr einfach dazukommen.

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P: Tut mir leid, wenn ich Ihre Vorbereitungen störe. Ich bin die neue Pfarrerin und wollte einfach mal

reinschauen, um Ihren Kreis kennenzulernen.

G: Ach so, das wussten wir ja nicht. Sie hätten ja vorher mal Bescheid sagen können! Dann kommen Sie, Sie

können ja einfach zuhören ...

Bausteine für eine Kurzansprache

• Kurze Zusammenfassung bzw. Kommentierung eines Anspiels oder beider Anspiele

• Warum sperren Menschen ab? Warum schließen Gruppen andere aus? –

• Dieser Teil kann auch im Gespräch mit Gottesdienstbesucherinnen und Gottesdienstbesuchern gestaltet

werden

• Erinnerung an den eingangs gesprochenen Psalm mit der Einladung, Türen und Tore zu öffnen

• Sich für Gott öffnen heißt immer auch, sich für Menschen zu öffnen

• Leitwort des GAW: Galater 6, 10

• Einladung, durch eine offene Tür zu gehen

Vorschlag für eine Ansprache

Geschlossene Türen, eine in sich geschlossene Gruppe, die niemanden dabeihaben will, den sie nicht kennt oder

über den sie eventuell nicht genau Bescheid weiß, das gibt es in unserem Leben oft – nicht nur in der Kirche,

aber eben auch da.

Warum sperren wir ab? Warum schließen wir aus?

Sicher zunächst aus Sicherheitsgründen, damit sich niemand am fremden Eigentum vergreift oder anderen

Menschen, Schwächeren z.B., zur Gefahr wird. Das ist sinnvoll, dazu rät die Polizei. Das soll hier niemandem

ausgeredet oder schlecht geredet werden.

Aber es gibt auch andere Gründe für das Ausschließen. Es sind Gründe, die mit der Sorge zu tun haben, da

könnte uns jemand begegnen, den wir nicht kennen oder der vielleicht anders ist als wir. Oder da ist plötzlich

jemand, der vielleicht Vertrautes und Gewohntes in Frage stellt. Oder da ist gar eine, die uns eine gewisse

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Vorrangstellung streitig macht, weil sie sehr sympathisch und kompetent ist. Oder wir fürchten ganz einfach,

dass jemand seine Nase zu genau in unsere Sachen stecken könnte.

Wahrscheinlich fallen euch und Ihnen noch mehr gute Gründe ein, warum wir uns ganz gern mehr oder weniger

stark abschließen und andere damit ausschließen.

Zu Beginn des Gottesdienstes haben wir einen Psalm gesprochen. Dort kam immer wieder vor:

„Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch!“ Wer den Psalm, so wie er in der Bibel steht, gut kennt,

weiß sicher, dass die Zeile noch weitergeht. Da heißt es dann: „Machet die Tore weit und die Türen in der Welt

hoch, damit der König der Ehren einziehe!“ Wir sollen die Türen und Tore also öffnen, damit Gott, damit Jesus

Christus einziehen kann.

Aber das ist doch etwas Anderes. Für den machen wir auf, keine Frage, aber ...

Aber für den nicht und für die nicht ..., kenne ich nicht, man weiß ja nie ...

Wahrscheinlich spüren jetzt alle, dass wir uns da auf recht wackeligem Boden bewegen. Im Grunde unseres

Herzens wissen wir, dass wir uns Gott und Jesus Christus nur dann wirklich öffnen, wenn wir uns ebenso

anderen Menschen öffnen, hier in der Gemeinde ebenso wie in unserem Alltag, in Schule, Beruf und Freizeit.

Lassen wir uns doch einladen! Bleiben wir neugierig auf andere Menschen! Lassen wir uns auf Neues ein, auch

wenn das manchmal unsicher macht!

„Lasset uns Gutes tun an jedermann, allermeist an des Glaubens Genossen.“ So hat Paulus einst die Galater

aufgefordert, in ihren Gemeinden zu leben und zu handeln.

Das Gustav-Adolf-Werk hat sich diesen Satz zum Leitspruch gewählt. Es macht es sich zur Aufgabe, an vielen

Orten in der Welt evangelische Christen zu unterstützen. Jedes Jahr gibt es verschiedene Projekte, für die Geld

gesammelt wird. In diesem Jahr sind es Projekte in Brasilien und Chile. Es geht um die Hilfe zur Renovierung

von Gebäuden, damit dort wieder Türen geöffnet werden können, für Menschen aus den Gemeinden dort, für

Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Und da sind wir wieder bei unserem Thema: Türen öffnen, Menschen einladen zu kommen, sich selbst öffnen

für andere Menschen. Oder noch einmal mit anderen Worten gesagt:

anderen Gutes tun an Leib und Seele und gleichzeitig selbst dadurch Gutes erfahren.

Wir laden euch und Sie heute ein, einmal bewusst zu erleben, wie es ist, eine Tür zu öffnen, einzutreten und sich

überraschen zu lassen von dem, was sich hinter dieser offenen Tür verbirgt.

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Mitmach-Aktion „Offene Tür“

Material für die Tür:

- Stabiler Rahmen aus Balken

- Alte Tür oder Sperrholzbrett

- Klinke

Raum hinter der Tür:

- Bilder von einem der aktuellen Projekte

- Leise Musik aus dem Land

- Eine Kleinigkeit zum Mitnehmen, z.B. etwas Gebackenes aus einem Projektland,

- ein Buchzeichen mit einem Bild des Projektes oder so

- Ein Flyer mit Infos zu dem Projekt, für das gesammelt werden soll

Vorbemerkung:

Aktion:

Wie genau die Aktion gestaltet wird, ist von den örtlichen Gegebenheiten abhängig, aber es lohnt sich, das

Türen-Öffnen oder das Türen-geöffnet-Bekommen für Groß und Klein, Alt und Jung so phantasievoll wie

möglich erlebbar zu machen.

Möglicher Ablauf:

- Einladung an alle, nach und nach zu kommen und in Gruppen zu zweit oder zu dritt durch die Tür zu

gehen

- Jede/r wird hinter der Tür freundlich empfangen und für einen kurzen Moment in die Welt des Landes,

für das gesammelt wird, versetzt

- Mit einem kleinen Geschenk und einem Flyer geht es auf einem anderen Weg zurück in den

Gottesdienstraum

- Die Zeit des Wartens vor der Tür bzw. bis alle wieder zurück sind, kann für Gespräche oder das Lesen

des Flyers genutzt werden

- Um zusätzlich das Öffnen der Tür erlebbar und bewusst zu machen, könnte man alternativ auch

vereinbaren, dass nicht jeder selbst die Tür öffnet, sondern sie von denen, die schon eingetreten sind,

geöffnet wird

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Abschluss der Aktion:

Fürbittengebet

Wenn wieder alle am Platz sind und auch die, die nicht mit durch die Tür gegangen sind, die „Gaben“

bekommen haben, kann ganz kurz das Erleben zusammengefasst und mit wenigen Worten das Projekt

beschrieben werden. Dies darf aber nicht mehr viel Zeit beanspruchen!

Gott, Du öffnest uns die Tür zu Dir. Du lädst uns alle zu Dir ein. Bei Dir sind wir alle willkommen. Danke.

Gott, Du willst, dass wir einander Türen öffnen, dass wir uns für andere Menschen öffnen und wahrnehmen, was

sie brauchen. Oft gelingt uns das, oft gelingt uns das nicht. Deshalb ist es gut, dass wir Dir diese Menschen

anvertrauen und Dich für sie bitten dürfen.

Wir bitten Dich für alle Kinder auf dieser Welt und für ihre Eltern und Familien.

Wir bitten Dich für alle Menschen, die allein leben müssen, weil ihre Familien weit weg sind oder weil sie keine

Familie mehr haben.

Wir bitten Dich für alle kranken und sterbenden Menschen.

Wir bitten Dich für alle Menschen, die in Angst vor Krieg und Gewalt leben.

Wir bitten Dich für alle Menschen, die ihr Zuhause verloren haben.

Wir bitten dich für alle Menschen, die um einen Menschen trauern.

Wir bitten Dich für alle Menschen, die Verantwortung tragen in Politik und Gesellschaft.

Wir bitten Dich für alle Menschen, die Verantwortung tragen in der Kirche und in den Gemeinden.

Wir bitten Dich für uns und unsere Gemeinde.

Im Vertrauen darauf, dass Du Dich allen Menschen wie ein Vater zuwendest, beten wir gemeinsam: Vater unser

...

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Material

Flyer zur JUGA 2011 mit kurzen Projektbeschreibungen

Plakat zur JUGA 2011

Spendentüten des Gustav-Adolf-Werks

Flyer zu der Arbeit des Gustav-Adolf-Werks

Arbeitsblätter 1 bis 3

Bastelanleitung für Spendenhäuschen aus „Bausteine für Kindergottesdienst und Christenlehre“

Bastelanleitung für Spendenbox zum Herunterladen von der GAW-Internetseite

Praxishilfe zum Thema Diaspora: Ihr seid das Salz der Erde

Liedvorschläge

„Komm, sag es allen weiter“ (EG 225)

„Der Himmel geht über allen auf“ (EG 562, Regionalteil Bayern und Thüringen)

„Wo ein Mensch Vertrauen gibt“ (EG 648, Regionalteil Bayern und Thüringen)

„Wo Menschen sich vergessen“ (Nr. 86, tvd-Verlag Düsseldorf 1989)

„Vertraut den neuen Wegen“ (EG 395)

„Komm, bau ein Haus“ (EG 640, Regionalteil Bayern und Thüringen)

„Du hast uns Herr gerufen“ (EG 168)

„Wenn einer sagt: Ich mag dich, du“ (LB fdJ 624 Carus-Verlag)

Eva Fitschen, August 2010

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