E R I N N E R N - Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen

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E R I N N E R N - Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen

KZ-Auschwitz befreit

27.1.1945

Gedenkstunde für

die Opfer des

Nationalsozialismus

27.1.2008

E R I N N E R N

Eine Brücke in die Zukunft

Sonntag 14:30

AntoniterCitykirche

Schildergasse

Anschließend

Mahngang zur Javne

ViSdP: Malle Bensch Humbach, Verein El-DE-Haus; Mathias Bonhoeffer, Gemeinde Köln

Es wirken mit:

Johannes Epp

Günther Ginzel

Hannelore Hausmann

Adriana Stern

Mark Rosenthal, Tenor

Thomas Frerichs, Klavier

Dr. Lothar Lemper, Stadt Köln

Projektgruppe Gedenktag

Arbeitgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln; Bundesverband für Information und Beratung für NS-Verfolgte; Bündnis 90/Die

Grünen; CDU-Fraktion im Rat der Stadt Köln; Centrum Schwule Geschichte; DGB Region Köln; Die Linke. Köln, Fraktion im Rat der

Stadt Köln; Die Linke Kreisverband Köln; DKP Köln; Evangelische Gemeinde Köln; FDP Kreisverband Köln; Friedensbildungswerk

Köln e.V.; Friedensforum Köln; Initiative „Die Bahn erinnern“; Jüdische Liberale Gemeinde Köln; Jugendclub Courage Köln e.V.;

Kölner Appell gegen Rassismus e.V.; Kölner Frauengeschichtsverein; Kölnische Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit;

LAG Lesben in NRW; Melanchthon-Akademie; NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln; Rom e.V.; SPD-Fraktion im Rat

der Stadt Köln; Synagogen-Gemeinde; Verein EL-DE-Haus e.V.; Verein gegen Vergessen – für Demokratie, Regionalgruppe

Mittelrhein; Vereinigung der Verfolgten des Naziregime/Bund der Antifaschisten Köln; Werkstatt für Ortsgeschichte Köln-Brück;

Geschichtswerkstatt Köln-Kalk; Ver.di AK Antifaschismus/Antidiskriminierung Köln; Ver.di AK Lesben und Schwule; Ver.di Bezirk Köln.


Gebrandmarkt mit dem gelben Stern

Juden und Jüdinnen in und nach der NS-Zeit

Wir gedenken aller Verfolgten und Ermordeten

der Nazidiktatur: der Juden, Sinti und Roma,

der aus politischen, weltanschaulichen, religiösen

und sozialen Gründen Verfolgten, der

Homosexuellen, der Kranken und Behinderten,

der Zwangssterilisierten, der Deserteure, der

Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter

sowie der Zivilisten und Kriegsgefangenen in

den von der deutschen Wehrmacht und ihren

Hilfstruppen besetzten Ländern.

63 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus

erinnern wir an das Leiden, die Qualen und

Erniedrigungen, die an Frauen, Männern und

Kindern verübt wurden, Menschen, die wegen

ihres Glaubens, ihrer politischen Einstellung

ihrer Gebrechlichkeit, ihres Nichtangepasstseins

oder ihrer Herkunft verfolgt wurden.

Am 27. Januar 2008 sollen Juden und Jüdinnen

und ihre Situation in und nach der NS-Zeit im

Vordergrund des Gedenkens stehen.

Am Tag der Ernennung Hitlers zum

Reichskanzler am 30. Januar 1933 zogen SA und

SS mit Fackelzügen und antisemitischen Parolen

vom „Braunen Haus“, der Nazi-Zentrale in

der Mozartstrasse aus durch Köln. Bereits 1933

fanden die ersten „Judenboykotte“ statt. Bei den

Kommunalwahlen erhielt die NSDAP in Köln

fast 40% der Stimmen. Jüdische Beamte wurden

aus dem Dienst entlassen – der rassistische

Unrechtsstaat etablierte sich für jeden Bürger

erkennbar. Es gab keinen Widerstand in der

Öffentlichkeit. Im Rosenmontagszug 1934 wurde

dem Unrecht gegen Juden ihre Verhöhnung

hinzugefügt. Dieser „Humor“ stieß auf große

Begeisterung. 1935 folgten die Nürnberger

Rassegesetze. Bevor Juden und Jüdinnen in den

Fabriken des Todes (KZ) millionenfach ermordet

wurden, bereicherten sich die Profiteure des

Nazi-Regimes an deren Hab und Gut. Geschäfte,

Wohnungen, Besitz wurden „arisiert“. Im

Völkermord wurde den Menschen nicht nur das

Leben genommen, die Opfer wurden auch noch

verwertet, Zahngold, Knochen, Haare, Haut. Das

Grauen war unvorstellbar und unbeschreiblich.

Einen nennenswerten Widerstand in der Bevölkerung

gab es nicht. Nur wenige stellten

sich aktiv dagegen, einzelne retteten jüdische

Menschen unter Einsatz ihres Lebens.

1945 empfanden viele Deutsche das Kriegsende

nicht als Befreiung, sondern als Niederlage. Die

Leugnung der Beteiligung an den Verbrechen

zog sich durch die gesamte Republik, durch

alle Schichten und Institutionen. Nur wenige

Täter wurden bestraft. Viele blieben in ihren

alten Stellungen in Justiz, Polizei, Politik,

Medizin und Wirtschaft. In Prozessen gegen

NS-Verbrecher wurde ein Bild vom „Dritten

Reich“ entworfen, wonach das deutsche

Volk aus Hitler und 70 Millionen Gehilfen

bestand. Täter hatten angeblich nur auf Befehl

gehandelt. Selbst diejenigen, die Massenmorde

an zentraler Stelle organisiert hatten, wurden

häufig nicht zur Verantwortung gezogen.

Massive Erinnerungsabwehr führt unter

anderem dahin, dass aus Tätern Opfer

gemacht werden. Das „nicht mehr erinnert

werden wollen“ an NS-Täter und -Taten

wird angeheizt durch gesellschaftliche

Auseinandersetzungen wie zum Beispiel um

die Entschädigungszahlungen an NS-Opfer,

um Bombenkrieg und Vertreibung. Immer

wieder nehmen Personen des öffentlichen

Lebens positiv auf die NS-Zeit Bezug

oder verwenden Begriffe des NS-Jargons.

Das Erinnern an Auschwitz wird in der

Öffentlichkeit häufig als Ausdruck „jüdischer

Interessen und Vergeltungssucht“ gedeutet.

Der in allen Gesellschaftsschichten vorhandene

Antisemitismus wirkt als schleichendes Gift.

Wir erwarten von allen, auch von Wirtschaft,

Gewerkschaften, demokratischen Parteien,

Stadtverwaltung, Kirchen, Einrichtungen

von Erziehung, Bildung und Ausbildung,

Vereinen, Jugendorganisationen und Medien,

ihren Beitrag für ein gleichberechtigtes und

demokratisches Miteinander zu leisten.

Dies sind die Lehren aus der Nazi-Diktatur und

ihren Verbrechen. Wir fühlen uns dem Schwur

der Überlebenden des Konzentrationslagers

Buchenwald verpflichtet:

„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen

Wurzeln ist unsere Losung, der Aufbau einer

neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist

unser Ziel!“

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