Sammlung Dr. Lothar Bolz - Dresden-kunstauktion.de

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Sammlung Dr. Lothar Bolz - Dresden-kunstauktion.de

126 Blatt Handzeichnungen und

Aquarelle aus der

Sammlung Russischer Grafik Dr. Lothar Bolz

Der promovierte Jurist, Kunst-und Literaturwissenschaftler Dr. Lothar Bolz war in den 1950er-70er Jahren als bedeutende

Persönlichkeit der DDR-Politik bekannt. Als KPD-Mitglied bereits 1933 zur Emigration aus seiner schlesischen

Heimat gezwungen, verbrachte er etliche Jahre in der Sowjetunion. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland im Jahr

1948 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NDPD), deren

Vorsitzender er bis 1972 war. In der 1949 neu gegründeten DDR wurde Bolz zum Minister für Aufbau ernannt. Von 1950

bis 1967 war er außerdem Stellvertretender Ministerpräsident bzw. Stellvertretender Vorsitzender des Ministerrates

der DDR, Minister für Auswärtige Angelegenheiten der DDR und bis 1978 Präsident der Gesellschaft für Deutsch-

Sowjetische Freundschaft

Neben seiner politischen Tätigkeit und geschuldet einer tiefen persönlichen Verbundenheit mit der Kunst und Kultur

der Sowjetunion schuf Bolz eine bedeutende Privatsammlung russischer Grafik, die in Umfang und Reichhaltigkeit

absolut herausragend war. Sie umspannte alle wichtigen Strömungen der russischen grafischen Kunst vom Ende des

18. bis ins 20. Jahrhundert und durfte „(... ) mit 4040 Einzelblättern und 8170 Illustrationen von 535 Künstlern als die

umfangreichste ihrer Art außerhalb der Sowjetunion gelten.“ (Schmidt 1967).

Der breiten Öffentlichkeit wurde die komplette Sammlung durch eine Ausstellung im Dresdner Kupferstichkabinett

1965 erstmals präsentiert, zu der Prof. Werner Schmidt und Kollegen einen vielbeachteten, profunden Katalog erarbeiteten

(Schmidt 1964). Weitere Ausstellungen folgten in den Museen zu Berlin, Leipzig, Weimar, Greiz, Magdeburg,

Rostock und Görlitz. 1967 wurde von Werner Schmidt eine überarbeitete und um Neuerwerbungen erweiterte

Publikation der Sammlung vorgelegt (Schmidt 1967). Eine Gesamtschau über den gesamten Sammlungszeitraum stellten

weiterhin die Ausstellungen der Nürnberger Albrecht -Dürer-Gesellschaft sowie der Staatlichen Museen zu Berlin

1977 dar (Katalog, bearbeitet v. Ursula und Günther Feist, 1977, zitiert Katalog Berlin 1977). Darüberhinaus widmeten

sich zahlreiche kleinere Ausstellungen auf dem Gebiet der DDR einzelnen Sammlungsabschnitten (z.B. Russische

Graphik in den ersten 15 Jahren der Sowjetmacht, Ausstellung Kunsthalle Rostock 1978) .

Vorliegendes Angebot von 126 Blatt aus der Sammlung umfasst ausschließlich Handzeichnungen, Skizzen und

Aquarelle, vornehmlich der 1960er Jahre, darunter zahlreiche Freundesgaben, die den engen und freundschaftlichen

Kontakt des Sammlers zu den Künstlern belegen.

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