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reiterpferde

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Serie:

Lektionen reiten leicht gemacht

Richtig Rückwärtsrichten!

Besser einen Schritt

vor, als zwei zurück?

Eine Devise, die nicht

immer gilt! Denn in

Dressurprüfungen ab

der Klasse A** ist in

der Regel eine PferdelängeRückwärtsrichten

gefragt, das

heißt es geht drei bis

vier Tritte zurück! In

höheren Klassen ist

dann sogar die genaue

Trittzahl einzuhalten.

Grundsätzlich dient

das Rückwärtsrichten

der Überprüfung der

Durchlässigkeit des Pferdes

und fördert diese auch weiterhin,

manchmal wird es auch

als Gehorsamsübung abgefragt.

„Durch die vermehrte Beugung

der Gelenke der Hinterhand

trägt das Rückwärtsrichten in

der weiteren Ausbildung aber

auch zur Verbesserung der Versammlung

bei“, weiß Daniel

Weinrauch. „Deswegen unterscheidet

sich das Rückwärtsrichten

in einer A- oder L-Dressur

qualitativ von dem in einer

S-Dressur. In A-Dressuren soll

eher ‚nur’ der Gehorsam und

DER RRP-

EXPERTE

10 RHEINLANDS REITER+PFERDE 4-2012

die Durchlässigkeit überprüft

werden, in den Klassen A und

L ist es eine versammelnde

und ab der Klasse M eine versammelte

Lektion.“

Voraussetzung dafür, dass

das Rückwärtsrichten zur Zufriedenheit

der Richter gelingt,

ist zunächst eine gelungene

ganze Parade zum Halten

(Tipps dazu siehe Folge I, RRP

01-2012). Nur wenn das Pferd

geschlossen, gerade und an

den Hilfen steht, besteht eine

gute Chance, dass es sich auch

durchlässig rückwärtsrichten

lässt. Es gilt also: Je durchlässiger

die ganze Parade zum

Halten, desto besser gelingt in

Daniel Weinrauch

Bringt man einem jungen

Pferd das Rückwärtsrichten

bei, ist Hilfe vom Boden

anfangs Gold wert.

Teil III:

Rückwärtsrichten

der Regel auch das Rückwärtsrichten!

Das Ziel

Gelingt das Rückwärtsrichten

gut, tritt das Pferd auf die

Hilfen des Reiters umgehend

willig zurück – und zwar mit

gleich langen Tritten im Zweitakt

mit diagonaler Fußfolge.

Das Pferd hebt die Hufe dabei

deutlich vom Boden und tritt

auf gerader Linie zurück. In

den Klassen A** und L* ist

stets eine Pferdelänge Rückwärtsrichten

gefragt, das heißt

das Pferd soll sich drei bis vier

Tritte zurückbewegen. Ab der

Klasse L** ist hingegen eine

genaue Trittzahl vorgegeben:

In den Klassen L und M muss

das Pferd meistens fünf Tritte

zurück gehen, in der Klasse S

je nach Aufgabe vier oder fünf.

Daniel Weinrauch ist stellvertretender Leiter der Landes- Reit- und Fahrschule Rheinland. Der Pferdewirtschaftsmeister

absolvierte bereits seine Ausbildung zum Pferdewirt an der LRFS, die damals noch unter der

Leitung von Wilfried Gehrmann in Wülfrath ansässig war. Der 35-Jährige ist heute an der Landes- Reit- und

Fahrschule vor allem für die Dressurausbildung zuständig. Als aktiver Turnierreiter ist er bis zur schweren

Klasse im Viereck erfolgreich.

Fotos: Brandel/HiM


In S-Dressuren mit zwei und

mehr Sternen ist zum Teil

nicht nur einfaches Rückwärtsrichten

gefragt, sondern

die Schaukel: Hier muss der

Vierbeiner zum Beispiel vier

Tritte zurück, vier Schritte vor

und wieder vier Tritte zurück

treten, aus dem letzten Rückwärtsrichten

wird es dann

im Schritt, Trab oder Galopp

wieder nach vorne geritten. In

der Schaukel darf das Pferd

nicht zum Halten kommen, der

Wechsel zwischen vorwärts

und rückwärts (und damit

zwischen Vier- und Zweitakt!)

muss fließend erfolgen.

Wird nach dem Rückwärtsrichten

das Halten verlangt,

muss das Pferd aus dem Rückwärts

wieder geschlossen zum

Stehen kommen. „In diesem

Fall ist der letzte Tritt nur ein

halber Tritt, der aber als ganzer

gezählt wird“, weiß Pferdewirtschaftsmeister

Weinrauch.

Wird hingegen das Anreiten direkt

aus dem Rückwärtsrichten

gefordert, darf das Pferd nicht

erst zum Halten kommen, sondern

muss die Rückwärts- direkt

in eine Vorwärtsbewegung

umsetzen.

Schrittweise erarbeiten

„Auch in Sachen Rückwärtsrichten

kann ich jedem Reiter

nur das Motto ‚Vom Leichten

zum Schweren’ ans Herz legen“,

empfiehlt Daniel Weinrauch.

Ein junges Pferd, welches

das Rückwärtsrichten unter

dem Reiter lernen soll, sollte es

im Umgang bereits kennen, an

der Hand rückwärts gerichtet

zu werden. „Ist das Pferd es bereits

gewohnt, am Halfter oder

auch an der Trense zurückzutreten,

erleichtert einem das

die reiterliche Ausbildung in

diesem Punkt enorm“, weiß der

Ausbilder. Daher empfiehlt es

sich, das Rückwärtsrichten als

Gehorsamsübung bereits beim

Putzen und in der Stallgasse

mit dem Pferd an der Hand zu

üben. Auch im Rahmen von

Longeneinheiten sollte man gelegentlich

das Rückwärtsrichten

an der Hand einfließen lassen.

„Ohne das Reitergewicht

fällt es dem Pferd zunächst

leichter, diesen Bewegungsablauf

zu erlernen.“

Zwischentitel

Das Pferd wird vom Boden

aus durch Anlegen der Hand

oder der Gerte an das Buggelenk

oder auch die Vorderbeine

rückwärts gerichtet. „Das muss

man von Pferd zu Pferd individuell

handhaben. Bei sehr

sensiblen Pferden reicht der

Einsatz der Hand oftmals aus.

Bevor man allerdings in zu

heftiges Drücken und Schieben

mit der Hand verfällt, sollte

man lieber die Gerte leicht anlegen.

Niemals allerdings darf

man ein Pferd schlagen, damit

es rückwärts geht“, warnt Daniel

Weinrauch. „Rückwärtsrichten

erfordert ein großes Maß

an Vertrauen zwischen Pferd

und Reiter, das würde man damit

zunichte machen.“

Lässt sich das Pferd an

der Hand problemlos zurück

schicken, kann man auch mit

dem Training unter dem Reiter

beginnen – allerdings erst

dann, wenn das Pferd in allen

Grundgangarten sicher in

der Anlehnung ist und an den

treibenden Hilfen steht. Denn

nur ein Pferd, das die Schenkel-

und Gewichtshilfen annimmt,

an das Gebiss herantritt

und im Genick nachgibt, kann

überhaupt gehorsam zurück-

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treten. „Dabei gilt der Grundsatz:

Je losgelassener das Pferd

über den Rücken geht, desto

leichter wird ihm das Rückwärtsrichten

fallen“, so Weinrauch.

Erfüllt das junge Pferd

diese Anforderungen, kann

das Rückwärtsrichten unter

dem Reiter begonnen werden.

Dabei sollte die Hilfe von unten

zu Beginn erhalten bleiben,

um es dem Pferd leichter

zu machen. „In der Reitbahn

dressur.serie

HILFENGEBUNG ZUM RÜCKWÄRTSRICHTEN

Steht das Pferd geschlossen und gerade und ist sicher an den Hilfen

des Reiters, kann dieser das Rückwärtsrichten einleiten.

Dazu gibt er zunächst eine halbe Parade, um das Pferd aufmerksam

zu machen, dann gibt er mit beidseitig belastenden Gewichtshilfen

und vortreibenden Schenkelhilfen zunächst dieselben Hilfen

wie zum Anreiten. Die Unterschenkel des Reiters liegen dabei

allerdings verwahrend eine Handbreit hinter dem Sattelgurt, um ein

seitliches Ausweichen der Hinterhand zu verhindern.

In dem Augenblick, in dem das Pferd nach vorne antreten will,

wirken beide Zügel durchhaltend ein. Bei fortgeschrittener Ausbildung

des Pferdes wirken die Zügel nur noch leicht annehmend

und veranlassen so das Zurücktreten. Dadurch wird der nach vorne

gegebene Bewegungsimpuls nach rückwärts umgeleitet.

Sobald das Pferd richtig nach rückwärts reagiert, muss der Reiter

eine nachgebende Zügelhilfe geben – natürlich ohne dabei die

Anlehnung zum Pferdemaul gänzlich aufzugeben.

Diese Hilfengebung wiederholt er Tritt für Tritt, bis die geforderte

Trittzahl erreicht ist. Beendet wird das Rückwärtsrichten, indem der

Reiter die Schenkel an den Gurt zurücknimmt und mit den durchhaltenden

bzw. annehmenden Zügelhilfen aufhört.

sollte man das Rückwärtsrichten

dabei zunächst nur an der

Bande üben“, empfiehlt der

Pferdewirtschaftsmeister. „Es

ist gut, wenn das Pferd sofort

ein korrektes Rückwärtsrichten

erlernt, also dabei auch gerade

bleibt. Denn einmal erlernte

falsche Bewegungsmuster

sind später immer schwierig

zu korrigieren. Daher sollte

man darauf achten, dass ein

Pferd neue Dinge von Anfang

an korrekt lernt. Beim Erlernen

des Rückwärtsrichtens ist

die Bande äußerst hilfreich.

Weicht das Pferd nach innen

aus, kann eine Bodenplanke

zur Begrenzung auf der Innenseite

nützlich sein.“ Zu Beginn

können auch Stimmhilfen beim

Rückwärtsrichten sinnvoll sein.

„Allerdings besteht dabei – genau

wie bei den taktilen Hilfen

mittels der Gerte – immer die

Gefahr, dass man dem Pferd

das Rückwärtsrichten lediglich

andressiert. Man darf aber nie

das Ziel aus den Augen verlieren:

Wie alle anderen Lektionen

auch, soll ein korrektes

Rückwärtsrichten das Ergebnis

guter reiterlicher Einwirkung

sein. Die Hilfengebung muss

also geschult werden und das

Pferd ad hoc und durchlässig

darauf reagieren. Deswegen

sollten die genannten Hilfen

von außen wirklich nur anfangs

verwendet werden, um

dem Pferd die neue Aufgabe

begreiflich zu machen“, mahnt

der Ausbilder.

4-2012 RHEINLANDS REITER+PFERDE 11


dressur.serie

Um es dem jungen Pferd zu

Beginn etwas leichter zu machen,

sollte der Reiter beim

Rückwärtsrichten anfangs etwas

entlastend sitzen – so ist

der Schritt vom Rückwärtsrichten

ohne Reiter zum Rückwärtsrichten

mit Reiter etwas

kleiner und das Pferd findet

schneller die Balance.

Das korrekte Rückwärtsrichten

wird dem Pferd aufgrund

seiner natürlichen

Schiefe immer auf einer Hand

leichter fallen. Ist das Pferd

nach rechts schief, sollte man

das Zurücktreten daher zunächst

auf der linken Hand

üben, denn dort wird es vermutlich

besser klappen. Wenn

man das Rückwärtsrichten an

der Bande übt und das Pferd so

zu seiner schiefen rechten Seite

begrenzt wird, lernt es einfach

und unkompliziert, gerade zurückzutreten.

Grundsätzlich gilt: Erst in der

Arbeitsphase sollte mit der

versammelnden Lektion Rückwärtsrichten

begonnen werden

und der Reiter sollte gerade

beim Trainieren dieser Lektion

viel Geduld und Einfühlungsvermögen

an den Tag legen!

„Gerade wenn man einem

jungen Pferd das Rückwärts-

!

12 RHEINLANDS REITER+PFERDE 4-2012

Beim Rückwärtsrichten spricht man von

Tritten und nicht von Schritten, da es sich

wie beim Trab um eine Bewegung im Zweitakt

handelt, nur ohne Schwebephase.

richten beibringt ist außerdem

ganz viel Lob angebracht, nur

so wird man zu einem vertrauensvollen,

durchlässigen Rückwärtsrichten

kommen“, betont

Daniel Weinrauch.

www.

Nicht nur für

Dressurpferde wichtig

Welch hohe Bedeutung dem

Rückwärtsrichten in der Dressur

zukommt, zeigt sich daran,

dass es sich wie ein roter Faden

durch die Prüfungen der Klassen

A bis S zieht. Doch auch

für Spring-, Fahr-, Vielseitigkeits-

und Freizeitpferde ist das

Beim Trainieren der

Lektion ist seitens Reiter

und Ausbilder viel Geduld

und Einfühlungsvermögen

gefragt!

Rückwärtsrichten eine sinnvolle

Übung! Denn man kann mittels

des Rückwärtsrichtens nicht nur

die korrekte Ausbildung überprüfen

und einen guten Grundgehorsam

fördern, sondern mit

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Übungen wie Trab-Halten-Rückwärtsrichten-Trab

hervorragend

den Muskelaufbau fördern.

„Dadurch, dass das Rückwärtsrichten

die Versammlung

fördert, trägt es außerdem zur

Gesunderhaltung des Pferdes

bei: Das Pferd nimmt vermehrt

Last mit der Hinterhand auf,

die Vorhand wird entlastet“, er-

klärt der Ausbilder. „Durchlässigkeit

und Versammlung sind

letztlich auch für Springpferde

im Parcours wichtig oder für

Vielseitigkeitspferde, schließlich

können nur durchlässige Pferde

schnell und eng wenden und ihr

Sprungvermögen optimal ausgebaut

werden.“

Und auch für Freizeitreiter

ist das Rückwärtsrichten eine

wichtige Übung: „Schließlich

ist nur ein durchlässiges und

gehorsames Pferd ein verlässlicher

Partner beim Ausreiten“,

so Weinrauch.

Probleme & Lösungen

Treten beim Rückwärtsrichten

Probleme auf, spiegeln diese

sich häufig auch in den Übergängen

zwischen den Gangarten

und den verschiedenen

Tempi wider. Schon hier kann

und sollte man bei der Problemlösung

ansetzen! „Grund-

Foto: Brandel/HiM


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KNACKPUNKT RÜCKWÄRTSRICHTEN

Häufige Probleme und Lösungsansätze

Problem Lösungsansatz

1. Pferd rammt Beine in den Boden/ RR aus der Vorhandwendung einleiten; Hilfe vom

geht gar nicht zurück Boden in Anspruch nehmen; ganze Parade zum Halten

verbessern; viele Übergänge reiten

2. nicht durchlässig/mit Widerstand/unwillig vor dem Einleiten des RR warten, bis das Pferd im Genick

nachgibt; nicht an den Zügeln rückwärts ziehen!;

wiederholt sich dieses Problem, sollte die Übung neu

aufgebaut werden

3. schief RR an Bande üben, mit Bodenplanke auf dem 2. Hufschlag

als Begrenzung zur Bahnmitte

4. schleppend Sensibilität auf die reiterlichen Hilfen verbessern;

viele Übergänge reiten

5. eilig, eng im Hals Übergänge reiten und damit Selbsthaltung wiederherstellen

und Pferd vor die treibenden Hilfen bekommen;

zunächst mit Ansatz von RR begnügen und

dann sofort nach vorne reiten; Pferd nicht von alleine

rückwärts treten lassen; beim RR mehr an vorwärts

denken; Zügel nicht übertrieben nachgeben beim

RR; nach zwei Tritten schon wieder anreiten, dann

wiederholen

6. nicht diagonal, Fußfolge gestört geht meist mit schleppendem oder eiligem RR einher;

Pferd nicht übertrieben heranschließen im Halten;

nicht zu viel Druck mit Schenkeln machen; mehr über

den Rücken arbeiten

7. zu wenig/zu viele Tritte Tritt für Tritt reiten, Hilfengebung immer wieder neu

ansetzen

Korrektes Rückwärtsrichten

erfordert Training mit Köpfchen:

Grundsätzlich sollte die Lektion

nicht zu früh, nicht zu oft und

nicht zu verbissen geübt werden.

sätzlich schafft man beste

Voraussetzungen, indem man

viele Übergänge reitet und an

durchlässigen ganzen Paraden

arbeitet“, empfiehlt Weinrauch.

Nach der ganzen Parade muss

das Pferd geschlossen, gerade

und in leichter Anlehnung zum

Halten kommen.

Im Allgemeinen sollte das

Rückwärtsrichten nicht zu

früh, nicht zu oft und vor allem

nicht zu verbissen geübt werden

– und das Pferd darf keine

negativen Assoziationen mit

der Lektion verknüpfen. „Die

meisten Probleme beim Rückwärtsrichten

lassen sich am besten

und einfach mit Hilfe vom

Boden lösen“, weiß der Pferdewirtschaftsmeister.

„Eines darf

man jedenfalls nicht versuchen:

Das Pferd an den Zügeln zurückzuziehen

– das wird nicht

zum Erfolg führen!“

Gibt es anhaltende Probleme

und man hat auch nur

einen leisen Verdacht, dass das

Pferd aufgrund von gesundheit-

Fotos: Brandel/HiM


Eine Bodenstange

kann

helfen, wenn

das Pferd

nicht gerade

zurücktritt.

lichen Einschränkungen Probleme

mit dem Rückwärtsrichten

hat, ist selbstverständlich

sofort der Tierarzt einzuschalten.

Beim Rückwärtsrichten

hat das Pferd die Möglichkeit,

den Gehorsam komplett

zu verweigern. Es kann „die

Beine in den Boden rammen“

und schlicht und ergreifend

das Rückwärtstreten verweigern.

Das ist definitiv das

größte Problem, das auftreten

kann, denn damit zeigt das

Pferd, dass es stärker ist als

sein Reiter – und wird sich im

schlimmsten Falle auch in anderen

Situationen gegen den

Reiter auflehnen. In diese Situation

sollte man also möglichst

gar nicht erst kommen. Ist es

doch so gekommen, kann es

hilfreich sein, das Rückwärtsrichten

aus einer Vorhandwendung

einzuleiten – vorausgesetzt

diese gelingt problemlos.

Beim Reiten einer Vorhandwendung

entwickeln die meisten

Pferde von alleine eine

leichte rückwärts Tendenz,

außerdem schult die Vorhandwendung

das gezielte Bewegen

der Hinterbeine. So lässt sich

daraus einfacher eine Rückwärtsbewegung

herstellen.

Helfer am Boden

Wenn das Pferd partout nicht

rückwärts treten will, kann ein

Helfer am Boden wieder Gold

wert sein. Der vorsichtige Einsatz

der Gerte am Buggelenk

oder auch an den Vorderbeinen

des Pferdes sind oftmals

effektiv – ohne dabei jedoch

Gewalt anzuwenden!

Auch wenn das Pferd beim

Rückwärtsrichten eilig wird

und sich eng im Hals macht,

ist es ratsam, zunächst noch

einmal einen Schritt zurückzugehen.

„Man sollte erstmal

wieder an der Dehnungsbereitschaft

des Pferdes arbeiten“,

rät Daniel Weinrauch.

„Die natürliche Selbsthaltung

lässt sich mit vielen Übergängen

verbessern, das Pferd

muss mehr vor die treibende

Hilfe kommen, so dass die

natürliche Halslänge erhalten

bleibt.“ Erst wenn diese

Grundlage geschaffen ist,

sollte man sich wieder mit

dem Rückwärtsrichten beschäftigen.

In diesem Fall

sollte man sich zunächst mit

dem Ansatz des Rückwärtsrichtens

zufrieden geben und

das Pferd dann sofort wieder

nach vorne reiten - bevor

es überhaupt erst beginnen

„Tritt beim Rückwärtsrichten immer

wieder dasselbe Problem auf – egal

welcher Art – sollte man einen Schritt

zurück gehen, die Losgelassenheit

wieder herstellen und das Pferd

besser über den Rücken arbeiten.“

Daniel Weinrauch

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kann, rückwärts zu eilen und

sich eng zu machen. Neigt

das Pferd dazu, rückwärts zu

eilen, sollte man sich auch

keinesfalls auf ein vom Pferd

angebotenes Rückwärtsrichten

einlassen. Während des Rückwärtsrichtens

kann es hilfreich

sein, vermehrt ans vorwärts

reiten zu denken. „Viele Reiter

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4-2012 RHEINLANDS REITER+PFERDE 15


Nach der ganzen Parade muss

das Pferd geschlossen, gerade

und in leichter Anlehnung zum

Halten kommen.

neigen bei rückwärts eilenden

Pferden dazu, die Zügel geradezu

wegzuwerfen und die

Anlehnung komplett aufzugeben,

das muss aber unbedingt

vermieden werden! Das Pferd

würde sonst lernen, dass es

sich so entziehen kann.“ Ein

weiterer Tipp des Pferdewirt-

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16 RHEINLANDS REITER+PFERDE 4-2012

schaftsmeisters zur Bekämpfung

des Problems lautet:

„Gute Fortschritte erzielt man

hier, wenn man das Pferd zunächst

jeweils nur zwei Tritte

rückwärts gehen lässt, dann

anhält, wieder anreitet und

das Ganze noch einmal wiederholt:

Halten, zwei Tritte

Rückwärtsrichten, halten, anreiten.“

Tritt das Pferd schief zurück,

sollte man das Rückwärtsrichten

an der Bande

üben und auf den zweiten Hufschlag

zur Begrenzung in die

Bahnmitte eine Bodenplanke

legen. „Außerdem hilft es, die

allgemeine Geraderichtung

des Pferdes zu verbessern“, so

Weinrauch.

Absolviert das Pferd das

Rückwärtsrichten nur mit

Widerstand und gegen die

Reiterhand, liegt das meistens

daran, dass der Reiter nicht

gewartet hat, bis das Pferd

Dressur von A bis S

Schritt für Schritt zur höheren Lektion! Wer Dressur-Cracks wie Isabell

Werth oder Ulla Salzgeber reiten sieht, fragt sich: Wie schaffen diese

Sportlerinnen es, dass Dressurlektionen punktgenau und perfekt

klappen? Die Harmonie, die sie und ihre Pferde ausstrahlen, die kaum

sichtbaren Hilfen, ihr perfekter Sitz erscheinen einem fast wie Zauberei.

Davon zu träumen ist die eine Möglichkeit, gezielt zu trainieren die

andere. Alfred Knopfhart führt den ambitionierten Dressurreiter Schritt

für Schritt zu den verschiedenen Dressurlektionen - von einfachen

Übungen wie Zirkel und Volte über Hinterhandwendung und Außengalopp

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Klasse. Systematisch und zielbewusst lernt der Leser sein Pferd auf

Lektionen vorzubereiten und wird mit der richtigen Hilfengebung

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Fotos: Brandel/HiM


im Genick nachgegeben hat.

„Dieser Fehler passiert außerdem

oft, wenn der Reiter

versucht, das Pferd an den

Zügeln zurückzuziehen“, erläutert

der Ausbilder. Tritt

dieser Fehler bei jedem Rückwärtsrichten

auf, sollte die

Übung am besten neu aufgebaut

werden.

Ein weiterer häufiger Fehler,

nämlich der Verlust der

geregelten Fußfolge, tritt oft in

Verbindung mit eiligem oder

widerwilligem Rückwärtsrichten

auf, aber auch, wenn das

Pferd nur schleppend zurücktritt

und es den ersten Tritt

nur mit dem Vorderbein beginnt,

während das diagonale

Hinterbein noch stehen bleibt.

In diesem Fall sollte der Reiter

versuchen, weniger Druck

mit den Schenkeln zu machen

und das Pferd im Halten nicht

übertrieben heranzuschließen.

„Ursache des Taktverlusts ist

in der Regel ein weggedrück-

Gelungenes Rückwärtsrichten

als versammelte Lektion!

ter Rücken“, so Daniel Weinrauch.

„Man muss zur Korrektur

also wieder vermehrt

an der Losgelassenheit des

Pferdes arbeiten und es mehr

über den Rücken reiten.“

Gibt es Probleme beim Anreiten

aus dem Rückwärtsrichten,

muss der Reiter besonders

darauf achten, die Vorwärtsbewegung

besser zuzulassen.

„Er muss mit der Hand leicht

werden, ohne die Anlehnung

aufzugeben, die Schenkel wirken

wieder vorwärtstreibend

am Gurt ein,“ rät Weinrauch.

Dabei ist es wichtig, das Pferd

nicht zu überfallen. „Gibt es

Probleme beim daraus anreiten,

muss der Schenkelgehorsam

verbessert werden. Denn

wenn das Pferd sensibel am

Schenkel ist, wird man mit

dem Anreiten aus dem Rückwärtsrichten

in der Regel auch

keine Probleme haben!“

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4-2012 RHEINLANDS REITER+PFERDE 17

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