TITEL wurden bis 04_2001 in Druckerei entworfen - Bund gegen ...

bmt.tierschutz.de

TITEL wurden bis 04_2001 in Druckerei entworfen - Bund gegen ...

TITEL

wurden bis

04_2001

in Druckerei

entworfen


I NHALT

SCHWERPUNKT DIESER AUSGABE:

Die BSE-Krise

Inhaltsverzeichnis/Impressum 2

Editorial: Auf ein Wort 3

TITELTHEMA

BSE _ HINTERGRÜNDE UND FAKTEN 4-9

Vom Menschen verursachte Gefahr

LEGEHENNEN 10-12

Unser Kampf gegen die Käfighaltung geht weiter

KATZEN 13-16

Katzenkrankheiten und wie man ihnen vorbeugt

AUS UNSERER ARBEIT 17-18

Pressekonferenz des Bündnis Tierschutz auf

der "Grünen Woche" in Berlin

Mitgliederversammlung DNR

WISSENSWERTES 19-20

Bericht der EU-Kommission zu Schlachttiertransporten

Vogelimporte: Verschärfte Kontrollen in der EU

Wieder mehr Tierversuche

Tiere des Jahres 2001

BERICHTE DER GESCHÄFTSSTELLEN 21-23

LV Niedersachsen

LV Bremen

LV Bayern

RÜCKBLICK AUF 2000 24-25

Die wichtigsten Tierschutzereignisse

Anschriften der Geschäftsstellen 26

Tierschutzmaterial/ Tiervermittlung 27

Beitrittserklärung 28

Impressum

DAS RECHT DER TIERE Nr. 1/2001

Mitgliederzeitschrift des „Bund gegen Mißbrauch der Tiere e. V.“

Redaktion: Claudia Lotz, Jochen Prinz, Dr. Jörg Styrie, Hans Schroer

Gestaltung: Stefan Lotz

Druck: Brendow Printmedien, Moers

Titelbild: Klaus Todtenhausen

Übernahme von Artikeln, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe gestattet.

Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier. Der Bezugspreis der

Zeitschrift „Das Recht der Tiere“ ist durch Mitgliedsbeiträge abgegolten.

Auflage: 33 000 Stück

2 Das Recht der Tiere 1/2001

Wie kurz vor Redaktionsschluss

bekannt wurde, hat das Kabinett

zugestimmt, 400 000 Rinder aufzukaufen

und zu verbrennen.

Diese Maßnahme soll den zusammengebrochenen

Rindfleischmarkt

entlasten. Der Bund gegen Mißbrauch

der Tiere äußerte scharfe

Kritik am Vorgehen der Bundesregierung

und warf den Politikern

vor, an der verfehlten Agrarpolitik

festzuhalten. "Wenn es der Bundesregierung

mit dem Umbau der

Landwirtschaft im Interesse des

Verbrauchers und des Tierschutzes

ernst ist, muss der Tötungsbeschluss

zurückgezogen werden

und noch heute die Weichen für

eine umweltschonende und tiergerechte

Landwirtschaft gestellt werden."

Lesen Sie unseren aktuellen

Bericht zum Thema BSE auf den

Seiten 4-9.

DAS TIER

Es steht Dir stets als Freund zur Seite,

bist Du reich oder pleite,

bist Du traurig oder froh,

tja, Tiere sind nun einmal so.

Doch der Mensch, der nutzt das aus,

was er tut, das ist ein Graus!

Quälen, Schlachten, Stopfen, Mästen,

damit der Braten schmeckt den Gästen.

Das Leid der Tiere sieht man nicht,

man sieht ja auch nicht das Angesicht.

Sieht nicht die Tränen,

hört nicht das Schreien,

und wenn schon, ist ja nur ein Schwein.

Gezüchtet, um zu sterben,

dass ist ihr Verderben.

Weil der Mensch das Fleisch so mag,

leiden Tiere Tag für Tag.

Umdenken wär´ erforderlich, bevor die

Welt zusammenbricht.

Sandra Fries

Anmerkung der Redaktion:

Sandra Fries schickte uns das Gedicht

zum Artikel über die Schweinemast-

Zustände (RDT 4/2000).


AUF EIN WORT…

BSE-Skandal: Chance für den Tierschutz?

Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde!

Die Kreatur schlägt zurück _ dies war mein erster Gedanke, als Ende November die ersten BSE-Erkrankungen

auch bei Rindern in Deutschland auftraten. Zu unwahrscheinlich wäre es gewesen, wenn die von

den Menschen zu verantwortende Krankheit vor den Türen Deutschlands Halt gemacht hätte. Aus

Gewinnsucht wurden Pflanzenfresser mit Tierkadavern gefüttert; die Quittung dieser tierfeindlichen

"Lebensmittelproduktion" bekommen wir heute mit jedem neuen BSE-Fall präsentiert.

Als Tierschutzorganisation haben wir bereits in der Vergangenheit immer wieder gemahnt: Tiere haben ein

Recht auf artgemäßes Leben, und der Mensch ist verpflichtet, ihre Grundbedürfnisse zu erfüllen. Dieser

Grundsatz gilt für alle Tiere in menschlicher Obhut, und das Tierschutzgesetz sieht für sogenannte

Nutztiere keine Ausnahmen vor.

Die Tiere sind _ wieder einmal _ die wirklich Leidtragenden der Krise: Sie werden nicht nur in tierquälerischen

Systemen gehalten, sondern auch noch ohne vernünftigen Grund getötet und wie Sondermüll

verbrannt!

Wir Tierschützer werden uns mit allen gebotenen Mitteln diesem neuen Wahnsinn entgegenstellen. Die

Vernichtung von Millionen gesunder Tiere aus marktpolitischen Gründen ist ethisch und moralisch inakzeptabel

und hat mit Verbraucherschutz nichts zu tun.

Bei allen Schrecken, die die BSE-Krise über uns gebracht hat und weiter bringen wird, hat sie aber auch

etwas Gutes: Erstmals wurde in Deutschland die herkömmliche Agrarpolitik in Frage gestellt. Mit seinem

Machtwort "Weg von den Agrarfabriken" hat Bundeskanzler Schröder eine hoffentlich nachhaltige Wende

in der verfehlten Landwirtschaftspolitik in Deutschland eingeleitet. Große Erwartungen liegen nun auf der

neuen Ministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Renate Künast. Nicht zuletzt wird

sich die Glaubwürdigkeit der Agrarwende an ihren Entscheidungen im Bereich des Tierschutzes messen

lassen müssen. Tierschutz kann es nicht zum Nulltarif geben. Der Verbraucher darf an der Ladentheke

nicht länger die Augen vor dem Leid der Tiere verschließen und muss für "Bio-Produkte" tiefer in die Tasche

greifen. Wer nicht auf den Verzehr von Fleisch verzichten will, ist dies den Mitgeschöpfen schuldig.

Herzlichst Ihre

Jutta Breitwieser

Bundesvorsitzende

Das Recht der Tiere 1/2001 3


BSE _ HINTERGRÜNDE UND FAKTEN

"Ein Rind aus deutschem Stall an

BSE erkrankt!". Als die Nachricht

am 27. November von allen

Medien aufgegriffen wurde, breitete

sich Entsetzen in Deutschland

und Europa aus. BSE, die tückische,

tödlich verlaufende Krankheit,

machte ab sofort nicht mehr

an deutschen Grenzen halt.

Während sich Politiker mit Schuldzuweisungen

aufhielten, malten die

Verbraucher ein Schreckensszenario:

Wieviel Fleisch, fragten sie sich

verwirrt, von BSE-erkrankten Tieren

war und ist im Handel? Welche

4 Das Recht der Tiere 1/2001

T ITELTHEMA

VOM MENSCHEN

VERURSACHTE GEFAHR

Produkte sind belastet, und in wieviel

Ställen stehen heute kranke

Tiere? Im Folgenden informieren

wir Sie über den aktuellen Stand

der BSE-Krise und haben für unsere

Leser die wichtigsten Fragen verunsicherter

Verbraucher über die

Krankheit zusammengetragen.

Tierkörpermehle für

Pflanzenfresser _ als

BSE seinen Anfang

nahm

Die BSE-Krise ist, wie so viele

andere, menschengemacht. Sie

hat ihren Anfang dort genommen,

wo der Mensch aus Profitgier ethische

Grundsätze über Bord geworfen

hat. Des Profites willen

wurden pflanzenfressende Rinder

mit Tierköpermehlen gemästet.

Gerne hat man diese Proteinträger

eingesetzt, da sie in großer Menge

zur Verfügung standen und quasi

als Abfallprodukt gewinnbringend

eingesetzt werden konnten. Als

wäre dies des Frevels nicht genug,

ging man einen entscheidenden


und letztlich verhängnisvollen

Schritt weiter: Man verzichtete bei

der Herstellung des Tiermehls auf

eine ausreichend lange und hohe

Erhitzung des Tierkörperbreis, wodurch

unter normalen Bedingungen

alle Krankheitserreger abgetötet

werden. Mit BSE-Erregern

verseuchtes Tiermehl gelangte auf

diesem Weg in die Nahrungsketten

von Wiederkäuern. Der Beginn

einer Krankheitsübertragung mit

bisher noch nicht abschätzbaren

Folgen für die Zukunft.

Seit Jahren hatten Verbraucherorganisationen

und Tierschutzverbände

auf das Problem des

Verfütterns von Tiermehlen aufmerksam

gemacht und ein Verbot

gefordert. Doch erst mit dem

Auftreten der ersten BSE-Fälle in

England handelten die Politiker

und verboten zumindest das

Versetzen von Rinderfutter mit Tiermehl

europaweit. Ausreichend

kontrolliert wurde nicht, sonst hätte

man nicht noch im Herbst 2000 in

Deutschland bei Stichproben Tierkörpermehle

im Kraftfutter für

Rinder nachweisen können.

BSE _ zunächst auf

Großbritannien

beschränkt

Besonders Deutschland wog sich

über lange Zeit in einer trügerischen

Sicherheit, da das Auftreten der BSE-

Fälle auf Großbritannien und einige

andere Länder beschränkt blieb.

Wissenschaftler schlossen zudem

eine Übertragung von BSE auf den

Menschen aus, doch wurde die

Beweislage in der Folgezeit erdrückender:

Immer häufiger trat die

neue Form der Creutzfeldt-Jakob-

Krankheit (vCJK) in Großbritannien

auf und zunehmend wurde BSE auch

bei Tieren auf dem europäischen

Festland diagnostiziert.

Mit der Einführung der ersten

Schnelltests wurde deutlich, dass der

Erreger allgegenwärtig ist. Doch erst

mit dem Nachweis der ersten BSE-

T ITELTHEMA

Kuh in Deutschland wurden unsere

Politiker aktiv. Am 29. November

forderte Bundeskanzler Schröder vor

dem Deutschen Bundestag eine

Abkehr von den Agrarfabriken!

Wenn eine solche jetzt nicht gelänge,

dann sei sie nie zu schaffen, so

sein Appell. In Hinblick auf die

Verwendung von Tiermehl zur Tierernährung

sagte er, dass die Verfütterung

von Tiermehl an Nutztiere,

die sich normalerweise von Pflanzen

ernährten, Probleme mit sich bringe.

Eine Einsicht, die sehr spät und hoffentlich

nicht zu spät kommt. Denn

bereits 1990 wurden auf einem

Schlachthof im norddeutschen Bad

Bramstedt erstmals Kühe mit auffälligen

Symptomen beobachtet, bei

denen der begründete Verdacht bestand,

dass diese Tiere BSE-erkrankt

sein könnten. Statt genaue Untersuchungen

durchzuführen, wurde

die zuständige Tierärztin, die die

Behörden und die Öffentlichkeit

über die BSE-Verdachtsfälle informierte,

fristlos entlassen. Unter

Strafandrohung wurde ihr untersagt,

ihre Beobachtungen der Öffentlichkeit

weiter mitzuteilen. Zu sehr standen

die Interessen der

deutschen Futtermittelindustrie, der

Verhängnis: Pflanzenfresser mit Tierkörpermehlen

gefüttert!

Bauern und der hiesigen Schlachthöfe

auf dem Spiel.

Wie aussagekräftig sind

die BSE-Tests?

Am 2. Dezember verabschiedete die

Bundesregierung ein Eilgesetz, das

die Verfütterung von Tiermehl auch

an Schweine, Geflügel und Fische

verbietet. Ergänzend wurde die Herstellung

von tiermehlhaltigem Viehfutter

ab 1. Januar 2001 in Deutschland

verboten. Seit Mitte Dezember

müssen alle in Deutschland geschlachteten

Rinder, die über 30

Monate alt sind, auf BSE getestet

werden. Verschwiegen wird allerdings,

dass der Test nur solche Tiere

aufspürt, bei denen die Erkrankung

so weit fortgeschritten ist, dass genügend

Erreger für den Nachweis vorliegen.

Ein negatives Testergebnis

bedeutet nicht, dass die Erreger

nicht vorhanden sind.

Zwei Minister ohne

Konzept stolpern über

BSE

Bei Bundeslandwirtschaftsminister

Funke traf das Machtwort des Bundeskanzlers

"Weg von den Agrarfabriken"

auf nur wenig Gegenliebe.

Als Verfechter der traditionellen

Bauernpolitik sah Funke scheinbar

keine Notwendigkeit einer grundsätzlichen

Wende in der Agrarpolitik.

Anders sein Staatssekretär

Martin Wille. Gemeinsam mit den

Grünen erarbeitete er ein Sieben-

Punkte-Konzept, das radikal mit

dem Althergebrachten brach. Unter

anderem sollten Subventionen nur

noch für landwirtschaftliche Betriebe

gezahlt werden, die Umweltanforderungen

erfüllen. Der Öko-Landbau

sollte durch eine Umschichtung

der Fördermittel und Werbekampagnen

gezielt unterstützt werden.

Bis 2005 sollten 500 Millionen Mark

bereitgestellt werden und die Biobetriebe

bis 2010 auf einen Marktanteil

von 20 Prozent anwachsen.

Ein Programm, dass in weiten Teilen

die Forderungen des Bundes gegen

Mißbrauch der Tiere zu einer

umweltschonenden und tiergerechten

Landwirtschaft aufgriff.

Das Recht der Tiere 1/2001 5


Funke gingen die Vorschläge seines

Staatssekretärs jedoch zu weit.

Zeitgleich stellte er sein Konzept zur

Bewältigung der BSE-Krise vor, das

im Rahmen dessen blieb, was die

Agrarpolitik schon immer war. Kein

Wort von Förderung des ökologischen

Landbaus und einer Stärkung

artgerechter Tierhaltungssysteme.

Auch das Bundesgesundheitsministerium

machte bei der Bekämpfung

von BSE keine gute Figur. Zu halbherzig

waren die Maßnahmen der

Ministerin Fischer, zu groß das

Kompetenzgerangel mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium.

Es

Was ist BSE ?

6 Das Recht der Tiere 1/2001

T ITELTHEMA

war konsequent, dass die verantwortlichen

Minister gehen mussten.

Kommt die Wende mit

Renate Künast?

Die Entscheidung von Bundeskanzler

Schröder, die Leitung des ehemaligen

Landwirtschaftsministeriums

dem Regierungspartner Bündnis

90/Die Grünen zu übergeben, kam

überraschend, war aber folgerichtig,

wenn der Kanzler dem Versprechen

nachkommen wollte, in Deutschland

der Abkehr von der industriellen

Tierhaltung den Weg zu ebnen. Der

Bovine Spongioforme Enzephalopathie lässt sich mit "schwammartiger

Hirnerkrankung bei Rindern" übersetzen. Sie äußert sich zu Beginn durch

Verhaltensstörungen (Aggressivität, Torkeln, Einknicken) und führt nach

etwa sechs Monaten zum Tod. In den Gehirnen der erkrankten Tiere findet

man kleine Löcher, die von abgestorbenen Nervenzellen stammen.

Deshalb sieht das Gehirn unter dem Mikroskop "schwammartig" aus. Das

Krankheitsbild und die Übertragbarkeit der Rinderseuche ähnelt dabei

Gehirnerkrankungen von anderen Tieren, z. B. von Schafen und Ziegen

(Traberkrankheit oder Skrapie), aber auch von Menschen (Creuzfeld-

Jakob-Demenz, Kuru, tödliche Schlaflosigkeit).

Die Erkrankung trat erstmals in den 80er Jahren in Großbritannien bei

Rindern auf. Bis 1987 wurden 442 Fälle der Tierseuche festgestellt, die

sich dann rasant ausbreitete. 1992 wurde mit mehr als 36.000 Fällen der

Höchststand verzeichnet. Seither sind die BSE-Fälle im Vereinigten

Königreich rückläufig (im Jahr 2000 noch ca. 1.100 Fälle). Insgesamt

sind in England mehr als 170.000 BSE-Fälle in mehr als 34.000

Betrieben aufgetreten.

Deutschland galt lange Zeit als BSE-frei. Erste Verdachtsfälle wurden

bereits 1990 beobachtet, jedoch wegen der fehlenden BSE-Schnelltests

nicht eingehender untersucht. Mit der Einführung des Schnelltestes wurden

im November 2000 die ersten erkrankten Rinder entdeckt.

Wie wird BSE übertragen?

Hauptursache für die Übertragung der Krankheit ist die Verfütterung von

kontaminiertem Tiermehl. Die Wiederverwertung von infiziertem

Ausgangsmaterial von Schafen (Skrapie) und später von Rindern, das an

Rinder verfüttert wurde, hat in England Anfang der 80er Jahre in

Verbindung mit einer Änderung des Herstellungsverfahrens bei

Tiermehlen die BSE-Erkrankungen ausgelöst. Diese Änderungen bestanden

unter anderem in der Senkung der Verarbeitungstemperatur, so dass

der Skrapie-Erreger beim Produktionsprozess nicht abgetötet wurde.

Mittlerweile liegen auch Hinweise dafür vor, dass bei BSE eine Übertragung

vom Muttertier auf ihr Kalb stattfinden kann.

Bund gegen Mißbrauch der Tiere

begrüßte diesen Schritt, verbunden

mit der Hoffnung, dass mit der personellen

und strukturellen Erneuerung

des Ministeriums eine grundlegende

Wende in der bisherigen

Landwirtschafts- und Tierschutzpolitik

eingeleitet wird. Es war erfreulich

zu hören, dass die neue Ministerin

Renate Künast sich für eine Ausweitung

des ökologischen Landbaus

und für eine artgerechte Tierhaltung

einsetzen und diese auch finanziell

unterstützen will. Dringender Handlungsbedarf

besteht bei der Intensivhaltung

von Schweinen, Rindern,

Kälbern und Geflügel, wobei neue

Regelungen zur tierschutzgerechten

Haltung von Legehennen besonders

eilbedürftig sind.

Ablenken von der

Verantwortung

Die neue Ministerin sieht sich einer

großen Lobby gegenüber, die nicht

gewillt ist, schon längst überfällige

Reformen durchzuführen. An erster

Stelle ist hier der Deutsche Bauernverband

zu nennen. Gerade dieser

große Interessenverband der Bauern

hielt sich in der BSE-Krise lange Zeit

auffallend zurück. Statt eine Mitschuld

an der fehlerhaften Agrarpolitik

der letzten Jahrzehnte einzugestehen

und an neuen Lösungsvorschlägen

mitzuwirken, schob

deren Präsident Gerd Sonnleitner

zunächst einmal jegliche Verantwortung

von sich: "Die Bauern hätten

darauf vertraut, dass der Staat

die von ihm erlassenen Gesetze

auch überprüfe. Niemand in seinem

Verband habe gewusst, dass bei den

Futtermitteln vermischt und verschnitten

werde", so Sonnleitner in

einer Pressemeldung am 29. Dezember

2000. Nach seiner Auffassung

ist der Verzehr von Rinder-

Muskelfleisch unbedenklich.

Verbrauchertäuschung

Diese Auffassung scheint der Verbraucher

nicht zu teilen. Zwar ist ihm


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der Appetit auf Fleisch immer noch

nicht vergangen, aber er meidet

deutlich den Kauf von Rindfleisch.

Die Nachfrage ist im Dezember

2000 erheblich zurückgegangen.

Beim Kauf von Wurst achtet der

Verbraucher erstmals auf die

Inhaltsstoffe. Dass dabei auf die

Etikettierung leider kein Verlass ist,

zeigten die Vorfälle, in denen

Wurstwaren mit Rindfleischanteilen

falsch deklariert oder einfach umgeschrieben

wurden. Eine Verbrauchertäuschung

mit krimineller Ener-

Blick in eine ungewisse Zukunft.

gie. Andere Verbraucher haben dem

Rindfleisch gänzlich eine Absage

erteilt und kaufen Schweine- und

Geflügelfleisch in dem Glauben,

sich gesünder zu ernähren. Ebenfalls

ein Trugschluss, wenn man an die

Futtermittelskandale der letzten

Jahre denkt. Denn dieses Fleisch

stammt genauso wie der große

Anteil des Rindfleischs aus der industriellen

Massentierhaltung, in der die

Tiere unter artwidrigen Bedingungen

gehalten und unter Stress getötet

wurden (siehe hierzu RDT 4/98

Geflügelhaltung und 2/97, 4/200

Schweinemast).

Sinnloses Abschlachten

der Rinderherden

Wie desolat die Strategie im Kampf

gegen BSE ist, zeigt sich auch beim

Umgang mit den Betrieben, in

8 Das Recht der Tiere 1/2001

T ITELTHEMA

denen BSE-Fälle aufgedeckt wurden.

Statt die Herden unter

Beobachtung zu stellen und so

Erkenntnisse über ein mögliches

Ansteckungsgeschehen zu bekommen,

werden alle Rinder der betroffenen

Betriebe getötet. Für eine

solche Verfahrensweise liegt weder

eine gesetzliche Vorschrift noch

eine wissenschaftliche Erklärung

vor. Im Gegenteil: Die Tiere wurden

wie Müll entsorgt, und niemand

denkt auch nur im

Entferntesten daran, dass es sich

bei diesen Tieren um empfindungs-

und leidensfähige Mitgeschöpfe

handelt. Untersuchungen

der getöteten Tiere zeigen,

dass bis auf eine Ausnahme, keines

der Tiere an BSE erkrankt war.

Nach massiven Protesten der

Tierschutzorganisationen und betroffenen

Bauern lenkte zunächst

der Freistaat Bayern, in dem die

meisten BSE-Fälle aufgetreten

sind, ein und erließ eine Sonderregelung,

nach der bei einem BSE-

Fall nur die direkten Vorfahren und

Nachkommen getötet werden, die

anderen Tiere der Herde unter

tierärztliche Überwachung gestellt

und erst mit 30 Monaten getötet

werden. Das Fleisch dieser Tiere

darf nur in den Handel gebracht

werden, wenn ein negatives BSE-

Testergebnis vorliegt.

Skandal: 2 Millionen

Rinder sollen in der EU

vernichtet werden

In Folge der BSE-Krise brach in

Europa der Rindfleischmarkt zusammen.

Ca. zwei Millionen Rinder werden

innerhalb des nächsten halben

Jahres in der EU nicht abgesetzt werden

können. Wie Sondermüll sollen

diese Tiere nunmehr "entsorgt" werden.

Diese Maßnahme dokumentiert

den Wahnsinn der europäischen

Agrarpolitik, in der Tiere scheinbar

nur Produktionsmittel sind und nicht

als Lebewesen behandelt und

geachtet werden. Allein in der Bundesrepublik

Deutschland sollen ab

Februar 400.000 Rinder getötet, zu

Tiermehl verarbeitet und dann anschließend

verbrannt werden.

Die Bundesregierung muss gegenüber

der EU entschlossenes Handeln

zeigen und sich wie bei den sogenannten

Herodeskälbern dieser Vernichtungsaktion

entgegenstellen.

Schlimm genug, dass die Mehrzahl

der Tiere, deren Vernichtung nun

erwogen wird, ihr Leben unter artwidrigen

Bedingungen, auf engstem

Raum und in fensterlosen Ställen erleiden

mussten. Sie jetzt wie Sondermüll

zu entsorgen ist grotesk. Nach

Auffassung des Bundes gegen Mißbrauch

der Tiere sollte das Fleisch

eingelagert werden, bis sich der

Markt neu geordnet hat. Dies zu veranlassen

könnte, neben dem Verbot

der Käfighaltung von Legehennen,

die erste Bewährungsprobe für Frau

Künast sein.

Schluss mit der

Massentierhaltung!

Korrekturen in der

Landwirtschaftspolitik

dringend nötig

BSE und seine Folgen muss Politiker

und Verbraucher zum Umdenken

zwingen. Spätestens jetzt sollten

Verbraucher, die auf den Konsum

von Fleisch nicht gänzlich verzichten

wollen, Produkte aus artgerechter

Tierhaltung kaufen, bei denen der

Einsatz von Tiermehlen und Leistungsförderern

seit langem generell

verboten ist. Mit dem Kauf solcher

Produkte haben Verbraucherinnen

und Verbraucher zumindest eine

gewisse Sicherheit, rückstandsfreies,

BSE-freies Fleisch zu sich zu nehmen.

Der Preisaufschlag von 25%

bis 50% gegenüber herkömmlichem

Fleisch sollte jedem Menschen seine

Gesundheit wert sein. Besser wäre es

jedoch, die BSE-Krise zum Anlass zu

nehmen, seine Ernährungsweise

grundlegend zu überdenken und

soweit wie möglich auf den Verzehr

von Fleisch zu verzichten.

Die BSE-Krise macht aber auch deut-


lich, dass die Folgekosten billiger

Agrarprodukte immens sind, und ein

grundlegender Wandel in der Landwirtschaftspolitik

seit langem überfällig

ist. Wir brauchen eine ökologische

Landwirtschaft, in der sich die

Tierhaltung nach den Anforderungen

der Tiere richtet und auf

Wichtige Informationen rund um BSE

T ITELTHEMA

Leistungsförderer, Antibiotika und

Tierkörpermehle im Futter verzichtet

wird. Die Politik muss, wie von der

neuen Ministerin Künast bereits

angedacht, durch Förderprogramme

die Weichen für diese naturnahe

und umweltschonende Landwirtschaft

stellen. Und der Verbraucher

sollte endlich bereit sein, für diese

hochwertigen Produkte auch mehr

zu bezahlen.

Text: Dr. Jörg Styrie,

Fotos: Claudia Lotz, BVT

Ist BSE auf den Menschen übertragbar?

Die britischen Behörden erklärten am 20. März 1996, dass ein Zusammenhang zwischen BSE und der

neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit nicht ausgeschlossen werden könne.

Welche Teile von Wiederkäuern werden als Risikomaterial bezeichnet?

Als Risikomaterial gelten Schädel einschließlich Hirn und Augen, Mandeln und Rückenmark von über zwölf

Monate alten Rindern, Schafen und Ziegen, ein Dünndarmabschnitt von über zwölf Monate alten Rindern

sowie Milz von Schafen und Ziegen aller Altersklassen. Seit dem 1. Oktober müssen diese Risikomaterialien

bei der Schlachtung entfernt und beseitigt werden. Seit dem 1. Januar 2001 gilt nun auch der gesamte

Darm bei Rindern als Risikomaterial.

Wie sicher sind die BSE-Schnelltests?

Die derzeitigen Testverfahren sind nur bei Tieren sicher, bei denen das Infektionsgeschehen so weit fortgeschritten

ist, dass genügend Erreger nachweisbar sind. Dies ist in der Regel erst bei älteren Tieren (mindestens

30 Monate) der Fall. Negative Testergebnisse sind kein Nachweis für BSE-freies Fleisch.

Seit wann werden die BSE-Schnelltests eingesetzt?

In Deutschland sind die Tests seit dem 6. Dezember 2000 bei allen über 30 Monate alten Rindern, die zur

Schlachtung gelangen, vorgeschrieben. In der EU müssen die Tests bei allen Tieren über 30 Monate, die für

die menschliche Ernährung in der Gemeinschaft bzw. zum Export in Drittländer bestimmt sind, seit dem 1.

Januar 2001 durchgeführt werden.

Ist Fleisch aus Ökobetrieben sicherer als herkömmliches Rindfleisch?

Rindfleisch von kontrollierten Ökobetrieben gilt als gute Alternative, wenn der Bauer die Rinder über mehrere

Generationen hinweg gezüchtet hat und das Futter vom eigenen Hof stammt. Eine BSE-Freiheit garantiert

dies jedoch nicht.

Besteht bei Milch und Milchprodukten eine Infektionsgefahr?

Nein. Milch und Milchprodukte können nach derzeitigem Wissensstand ohne Bedenken verzehrt werden.

Werden die BSE-Erreger beim Kochen oder Braten abgetötet?

Nein. Haushaltsübliche Garverfahren oder Einfrieren töten die BSE-Erreger nicht ab. Dies gilt auch für das

Garen im Schnellkochtopf und in der Mikrowelle. Erst eine 20minütige Erhitzung auf Temperaturen von 133

Grad bei 3 bar töten die Erreger ab.

Dürfen Tierkörpermehle der Heimtiernahrung zugemischt werden?

Nach geltendem Futtermittelrecht ist die Verwendung von Tiermehl und sonstigen tierischen Erzeugnissen

zulässig. Aufgrund einer seit längerer Zeit bestehenden freiwilligen Vereinbarung der Heimtierfuttermittelindustrie

werden grundsätzlich keinerlei Produkte von Tierkörperbeseitigungsanstalten in Heimtierfuttermitteln

verwendet.

Kann Hunde- und Katzenfutter BSE-verseucht sein?

Grundsätzlich ja. Allerdings sind Hunde und Katzen Fleischfresser und benötigen daher Fleisch und sonstige

tierische Futtermittel zur gesunden Ernährung. Tiermehle werden jedoch nicht eingesetzt.

Ist die Übertragung von BSE auf Hunde und Katzen möglich?

Bei Hunden wurden bisher keine Erkrankungen beobachtet, wohl aber bei Katzen in Großbritannien.

Sind Medikamente und Kosmetika unbedenklich?

Für Kosmetika und Arzneien gibt es strenge Vorschriften. Einsatz von Risikomaterial ist seit 1998 verboten.

Das Recht der Tiere 1/2001 9


LEGEHENNEN

Mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts

glaubte der Tierschutz

einen großen Sieg errungen zu

haben. Es wurde eindeutig festgestellt,

dass die Käfighaltung von

Legehennen Tierquälerei und nicht

mit dem Tierschutzgesetz in Einklang

zu bringen sei. Juristen und das

Bundeslandwirtschaftsministerium

versuchen nun das Urteil auszulegen.

Das Ziel: Der Käfig soll _ mit kleinen

Änderungen _ weiterhin Aufenthalts-

10 Das Recht der Tiere 1/2001

T ITELTHEMA

UNSER KAMPF GEGEN DIE

KÄFIGHALTUNG GEHT WEITER

ort für Legehennen sein. Dabei gibt

es alternative Haltungssysteme, die

den Verhaltensweisen der Tiere weitgehend

gerecht werden. So hat der

Bund gegen Mißbrauch der Tiere

gemeinsam mit dem Bundesverband

Tierschutz einen Modellstall entwickelt,

bei dem Hygiene, Legeleistung

und Tiergesundheit vorbildlich

zu nennen sind.

Auch der ausgestaltete

Käfig ist kein

Lebensraum für Hühner!

Nach der neuen Legehennenverordnung

sind ab 2012 so genannte

modifizierte oder ausgestaltete Käfige

EU-weit anstelle der bisherigen

Käfige vorgesehen. Sitzstangen, ein

Nest und ein Alibi-Sandbad sollen

den Hühnern in Käfighaltung (!)

künftig das Leben angenehmer


machen und ihre "Grundbedürfnisse

befriedigen".

Bis 2003 sollen die modifizierten

Käfige von Wissenschaftlern beurteilt

und die Ergebnisse dem Ministerrat

in Brüssel vorgelegt werden. Wir

prophezeien schon heute, dass die

Bewertung der modifizierten Käfige

"positiv" ausfallen und damit ihr

Bestehen über das Jahr 2012 hinweg

erreicht wird. Im Sinne des

Tierschutzes ein Desaster: So würde

die bisherige Käfighaltung mit

einem winzigen Unterschied beibehalten

werden: Etwas mehr Platzangebot

und ein verlängerter Fresstrog

für die Tiere.

Hier wird ein Phänomen geschaffen,

das in der Politik einmalig ist.

Millionen Steuergelder gehen in

Versuchsbetriebe, und wenn man

böswillig urteilt, hat man sicher den

ausgestalteten Käfig in der Legehennenverordnung

festgeschrieben, um

dem Druck der Tierschützer im

Kampf gegen die Käfighaltung

etwas Wind aus den Segeln zu nehmen.

Aber man hat nicht einkalkuliert,

dass für den Tierschutz der ausgestaltete

Käfig ein Käfig bleibt.

Darum werden wir uns auch in

Zukunft weiter für die Abschaffung

der Legehennensysteme stark

machen und die Öffentlichkeit für

dieses Thema sensibilisieren.

Alternativen zum Käfig

sind vorhanden

In Bonn und Brüssel ignoriert man

einfach, dass es vorbildliche Haltungssysteme

für Legehennen gibt,

die ausgereift und von hygienischer

und ökonomischer Seite dem ausgestalteten

Käfig ebenbürtig, wenn

nicht überlegen, sind. Und das

Wichtigste: Es gibt bereits praxis -

erprobte, technisch ausgereifte

Systeme, die auch die Verhaltensparameter

der Legehennen aus tierschützerischer

Sicht berücksichtigen.

Diese Systeme möchten wir Ihnen

kurz vorstellen:

T ITELTHEMA

Volierensystem:

In dem staatlichen Versuchsgut

Ruthe bei Hannover, das der

Veterinärmedizinischen Universität

Hannover unterstellt ist, wurde unter

der Leitung von Professor Neumann

ein Volierensystem mit einem Tierbesatz

von 15 Legehennen pro m²

auf 3 Etagen in 2 Durchgängen

getestet.

Die Legehennen hatten Tageslicht,

die Voliere stand in der Mitte der

Halle, beidseitig waren Legenester

vorhanden. Auf beiden Seiten der

Voliere befand sich ein großer

Scharrraum, der von den Legehennen

gut genutzt wurde.

Bei einem Besuch in Ruthe mussten

wir lediglich bemängeln, dass nicht

genügend Einstreu (Stroh) im

Scharrraum und dadurch die Staubentwicklung

relativ hoch war. Die

Legehennen hatten keine gestutzten

Schnäbel und waren zum Ende der

Legeperiode in gutem Federkleid.

Kannibalismus und Federpicken sind

nicht aufgetreten.

Die Leistungen dieser Herde wurden

mit den Leistungen von Tieren aus

einer Käfighennenanlage verglichen,

die in dem benachbarten Stall

untergebracht war. In beiden Testreihen

waren die Ergebnisse der

Volierenanlage gegenüber der Käfiganlage

deutlich besser. Die

Legeleistung lag um 8 % höher, die

Mortalität bei der Hälfte gegenüber

der Käfiganlage. Bezeichnend war,

dass bei unserem Besuch in einem

Teil der Käfiganlage Kannibalismus

aufgetreten und der Stall mit Rotlicht

ausgeleuchtet war, um Kannibalismus

zu reduzieren. Für uns ein

Beweis, dass wie oft dargestellt,

Kannibalismus nicht nur in artgerecht

betriebenen Legehennensystemen

auftritt.

Professor Bessei von der Universität

Hohenheim hat errechnet, dass die

Kosten pro Ei sowohl im modifizier-

Der Modellstall des Bund gegen Mißbrauch der Tiere und des Bundesverband Tierschutz _ tiergerechtes

Haltungssystem mit Zukunft.

Das Recht der Tiere 1/2001 11


ten Käfig als auch im Volierensystem

ca. 1,7 Pfennig pro Ei mehr ausmachen

als in herkömmlichen Käfiganlagen.

Das Volierensystem ist in

der Schweiz seit Jahren in der Praxis

eingeführt, und man muss scharf

kritisieren, dass in Deutschland trotz

genannter Alternativen noch immer

Experimente mit ausgestalteten Käfigen

durchgeführt werden.

Der Käfighaltung überlegen.

Der Modellstall vom

BMT und BVT

Der Bund gegen Mißbrauch der

Tiere und der Bundesverband

Tierschutz haben gemeinsam eine

Legehennenhaltung entwickelt, die

seit 2 Jahren in Coburg mit bestem

Erfolg betrieben wird. Der Modellstall

ist ein so genannter Außenklimastall,

d. h. es gibt keine Zwangslüftung.

Die Tiere sind ständig den

natürlichen Klimaschwankungen

ausgesetzt. Volles Tageslicht, genügend

Scharrraum im Stall, Sitzstangen,

auf der Mitte der Kotgrube ein

Gemeinschaftslegenest und an beiden

Seiten der Halle Einzelablegenester.

Seitlich der Halle ist ein

großer Wintergarten angebracht,

der dick mit Stroh eingestreut ist,

den die Legehennen den ganzen

Tag nutzen können. Über den Wintergarten

gelangen die Tiere bei

gutem Wetter auf eine Wiese.

12 Das Recht der Tiere 1/2001

T ITELTHEMA

Dieses Stallsystem ist ein Novum in

der Legehennenhaltung und hat alle

Erwartungen übertroffen!

Hygiene, Tiergesundheit und

Legeleistung sind so optimal, dass

das Haltungssystem sich als zukunftsträchtig

bewährt hat und als

Alternative zu den modifizierten

Käfigen gelten kann. Selbstverständlich

wurde von Anfang an ein

tiergerechtes Getreidefutter gefüttert,

das ohne Tierkörpermehle und

tierische Fette hergestellt wurde.

Ende April 2001 ist der 2. Durchgang

in diesem Stallsystem abgeschlossen.

Wir werden dann eine

Ausarbeitung aller gewonnenen Daten

veröffentlichen.

Erste Erfolge auch in

Holland

In Holland haben wir ein weiteres

Stallsystem mitentwickeln können.

Ein großer Käfighalter stellte seinen

Betrieb auf Bodenhaltung um,

entwickelte alle Stalleinrichtungen

selbst und baute sie in seiner eigenen

Werkstatt. Das Besondere an

diesem Stallsystem ist, dass der

Betreiber sich nach unserem Rat

entschloss, einen großen Scharrraum

mit viel Stroh einzusetzen. In

Holland ist Stroh in den Ställen

nicht anzutreffen; man nimmt

lediglich Sand als Einstreu. Alle

Einrichtungen entsprechen Tierschutzanforderungen,

auch die

Schnäbel der Legehennen sind

nicht gestutzt.

Es werden Serumeier für die

Pharmaindustrie erzeugt, und je

10 Legehennen ist ein Hahn mit

aufgestallt. Besondere hygienische

Anforderungen werden insbesondere

an die Sauberkeit der Eier

und die Gesundheit der Tiere

gestellt. Bei einem kürzlichen Besuch

in der Farm wurden uns die

Daten der Legeleistung, Eigewichte,

Futterverbrauch und Gewicht

der Legehennen übergeben. Es

gibt Normkurven für Legeleistung

und Eigewichte, die aus der Käfig-

haltung stammen. Die Legeleistung

lag bis zur 57. Legewoche

konstant über der Normkurve. Alle

Ergebnisse waren optimal.

Bessere Leistung durch

Verzicht auf

Tierkörpermehle

Aber ein bisher nie beobachtetes

Phänomen war, dass ab der 47.

Woche die Legeleistung anstieg, die

Eimasse um ca. 5 g pro Ei zunahm

und sich das Körpergewicht der

Hühner wesentlich verbesserte. Der

Grund für diese positive Entwicklung

war, dass man ab der 47. Woche

das Tierkörpermehl und tierische

Fette aus dem Futter genommen

hatte! Dieses Phänomen kann nicht

genug gewürdigt werden. Tierkörpermehl

belastet die Tiere _ wir

Tierschützer haben immer artgerechtes

Futter gefordert, aber man

hat uns nicht ernst genommen. Von

BSE und Salmonellen hätten wir nie

gehört, wenn man unsere Tierschutzforderungen

anerkannt hätte.

Abschließend möchten wir Ihnen

von einer erfreulichen Entwicklung

berichten: Der Farminhaber sagte

uns, dass seine Mitarbeiter am liebsten

in dem Bodenhaltungsstall arbeiten

wollten, da hier kein Staub (!)

sei und sich alle an den glücklichen

Hühnern erfreuten. Er selbst fahre

sonntags mit seiner Frau in den

neuen Stall und könne kaum noch

die Käfiganlagen sehen!

Es gibt also praxiserprobte Haltungssysteme

für Legehennen, die

der Käfighaltung überlegen sind,

und damit die "modifizierten Käfige"

völlig überflüssig machen. Lassen

Sie uns gemeinsam dafür kämpfen,

dass die Politiker unserer Einsicht

folgen und die Käfigsysteme abschaffen.

Bitte unterstützen Sie uns

und achten Sie selbst auf konsequenten

Einkauf aus ökologischer

Produktion.

Text: Dr. Heinz-Wilhelm Selzer

Fotos: BVT


Sieben Leben hat die Katze, sagt der

Volksmund und spielt damit auf die

robuste Gesundheit der Samtpfoten

an. Dennoch gibt es bestimmte

Viruserkrankungen, die für Katzen

lebensbedrohlich verlaufen können,

wenn kein ausreichender Impfschutz

besteht.

Wir geben Ihnen im folgenden Text

einen Überblick über die wichtigsten

Katzenkrankheiten und regelmäßige

Impfungen und weisen Sie auf erste

Krankeitsanzeichen Ihres Tieres hin.

Woran erkennen Sie,

dass Ihre Katze sich nicht

wohl fühlt?

Intensive Beobachtung und rechtzeitige

Behandlung bei Erkrankungen

können für das Tier lebensrettend

sein. Nehmen Sie bitte Auffälligkeiten

und Änderungen im Verhalten

Ihrer Katze immer ernst _ möglicherweise

handelt es sich um erste

Hinweise auf eine (schwerwiegende)

Erkrankung.

BMT INFORMIERT

VIRUSERKRANKUNGEN _ GEFAHR FÜR KATZEN

WAS KÖNNEN SIE TUN, DAMIT IHR

STUBENTIGER GESUND BLEIBT?

Auf diese Anzeichen sollten Sie unbedingt achten:

Die Katze frisst nicht oder nur sehr lustlos

Sie verliert trotz normaler Futteraufnahme an Gewicht

Sie trinkt auffällig häufig und viel

Sie läßt sich nur sehr ungern anfassen, sucht aber ständig Ihre Nähe

Sie spielt nicht mehr und liegt teilnahmslos in einer Ecke

Das Fell ist glanzlos und stumpf, der Bereich des Afters ist verschmiert

Das Tier geht häufig auf die Katzentoilette und wird von Durchfall geplagt

Der Stuhlgang ist blutig oder schleimig und riecht faulig bis säuerlich.

Die Augen tränen, die Nickhaut ist zu sehen

Die Körpertemperatur ist erhöht ( die Normaltemperatur bei Katzen liegt zwischen 37,8 und 39,0°C) oder

sie ist gefallen (um 1°C).

Das Recht der Tiere 1/2001 13


Impfungen _

Lebensversicherung für

Katzen

Für die nachfolgend aufgelisteten

Viruserkrankungen sind Katzen besonders

empfänglich. Ist Ihr Tier erst

einmal infiziert, ist eine Heilung so

gut wie ausgeschlossen. Regelmässige

Impfungen (Grundimmunisierung,

Wiederholung, Auffrischung)

schützen Ihre Katze weitestgehend

vor den gefährlichen Erregern.

FIP (Feline Infektiöse Peritonitis)

oder ansteckende Bauchfellentzündung

wird durch ein Coronavirus

übertragen. Im Anfangsstadium äussert

sich die Erkrankung oft in Form

von Fieber, Appetitmangel und leichten

Atembeschwerden. Nach Abklingen

dieser Symptome folgt nach

unterschiedlicher Zeit das zweite

Stadium der Erkrankung. Hierbei

unterscheidet man eine sogenannte

feuchte Form der FIP, die in typischen

Fällen mit einer "Bauchwassersucht"

einhergeht. Die Katzen sind bei diesem

Krankeitsbild stark abgemagert

und haben einen dicken mit Flüssigkeit

gefüllten Bauch. Auch in der

Brusthöhle können solche Flüssigkeitsansammlungen

auftreten.

Die zweite Variante ist die so genannte

trockene FIP. Hier kommt es

zu Entzündungen der inneren Organe

(Leber, Niere, Milz etc.). Die

Todesrate infizierter Katzen ist recht

hoch; laut Untersuchungen ist die

Erkrankung für etwa jeden achten

Todesfall bei Katzen verantwortlich.

Aus diesem Grund ist die Schutzimpfung

sehr wichtig. Hierbei wird

der Impfstoff nicht gespritzt, sondern

über die Nase verabreicht.

Katzenseuche (Feline Infektiöse

Enteritis oder Panleukopenie) ist sehr

ansteckend und kann für Katzen in

jedem Alter tödlich verlaufen. Besonders

häufig sind aber Katzen unter 2

Jahren betroffen. Die Erkrankung

beginnt mit schnell ansteigendem

Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen

und schließlich wässrig-blutigem

14 Das Recht der Tiere 1/2001

BMT INFORMIERT

Durchfall. Wegen des hohen Flüssigkeitsverlustes

leiden die Katzen unter

starkem Durst, sind aber meist zu

sehr geschwächt, um noch selbst zu

trinken. Der Erreger ist ein winzig

kleiner Virus, der zu der Familie der

Parvo-Viren gehört. Die erkrankten

Katzen scheiden ihn mit dem Kot

aus. Gegenüber äußeren Einflüssen

ist der Virus sehr widerstandsfähig,

er kann seine krankmachenden

Die ersten Impfungen erfolgen im Alter von 6-10 Wochen.

Eigenschaften selbst über Jahre

behalten. Die Ansteckung kann

einerseits durch direkten Kontakt mit

erkrankten Katzen und andererseits

auch indirekt über Gegenstände und

Kleidung erfolgen. Deshalb sind

Katzen, die ausschließlich in der

Wohnung gehalten werden, ebenfalls

gefährdet. Die vorbeugende

Schutzimpfung ist die einzige verlässliche

Bekämpfungsmethode.

Katzenschnupfen (Feline Virale

Rhinotracheitis) ist eine ansteckende

Infektionskrankheit, für

die mehrere Viren verantwortlich

sind. In den meisten Fällen sind

Rhinotracheitis-, Calici-und Herpesviren

sowie Chlamydien für die

Erkrankung verantwortlich. Der

Katzenschnupfen ist für die Tiere

eine lebensbedrohliche Erkrankung.

Die Ansteckung erfolgt in der Regel

durch direkten Kontakt mit anderen

Katzen. Besonders tückisch ist, dass

Katzen den Erreger bereits ausscheiden

können, wenn sie äußerlich

noch gesund erscheinen. Die Krankheit

beginnt mit tränenden Augen,

klarem, wässrigem Augenausfluss,

Niesen, Appetitlosigkeit und Fieber.

Bei ungünstigem Verlauf kommen

Schleimhautdefekte, schmerzhafte,

blutige Geschwüre in der Nase, auf

der Zunge, am Zahnfleisch und im

Rachen hinzu. In schweren Fällen

sterben die erkrankten Tiere innerhalb

weniger Tage. Auch wenn eine

ursächliche Behandlung des Katzenschnupfens

nicht möglich ist, sollte

dennoch bei ersten Krankeitsanzeichen

ein Tierarzt aufgesucht werden,

denn bei frühzeitiger Hilfe kann

zumindest der Krankeitsverlauf gemildert

werden. Ein zuverlässiger

Schutz ist jedoch nur durch die

Impfung möglich.

Leukose (FeLV) ist eine Viruserkrankung

mit schleichendem

Verlauf. Von der Ansteckung bis zur

Erkrankung können Jahre vergehen.

In dieser Zeit wird der Erreger bereits

millionenfach mit dem Speichel, Kot,

Augen- und Nasensekret ausgeschieden.

Die Übertragung ist über

die Maulhöhle bei Benutzung des

gleichen Futtergeschirrs oder durch

Biss möglich. Bei Infektion über die

Maulhöhle gelangt das Virus nach

Vermehrung in der Maulschleimhaut


und den Mandeln in die Blutbahn

und schließlich in das Knochenmark,

wo es zu einer weiteren Vermehrung

kommt. Nach erneutem Freisetzen

ins Blut besiedeln die Erreger zahlreiche

Organe. Der Ausbruch der

Krankheit kann mit den vielfältigsten

Krankheitserscheinungen einhergehen.

Beginnend mit Lustlosigkeit,

Fieber, plötzlicher Abmagerung,

blassen Schleimhäuten, Entzündungen

am Zahnfleisch bis hin zu

Wucherungen in der Brusthöhle und

im Bauch. Die größte Gefahr besteht

bei der Leukose in einer Schwächung

der Abwehrkraft. Die Leukose

ist oft Grundlage für andere, meist

tödlich verlaufende Krankheiten.

Schutz bietet nur eine vorbeugende

Impfung. Bevor Sie Ihre Katze impfen

lassen, sollte die Katze einen

Bluttest mit FeLV-negativem Resultat

aufweisen. In nicht fortgeschrittenem

Stadium ist Leukose gut behandelbar;

die Katzen müssen nicht eingeschläfert,

aber zu ihrem Schutz von

nicht Leukose-geimpften-Artgenossen

ferngehalten werden.

Tollwut wird durch ein Rhabdovirus

übertragen, der nicht nur zahlreiche

Tierarten gefährdet, sondern

auch den Menschen. Nach Ausbruch

der ersten Krankheiterscheinungen

gibt es keine Möglichkeit der

Heilung. Eine Behandlung erkrankter

Tiere ist auch aus veterinärrechtlichen

Gründen verboten. Die

Tollwut gehört somit zu den gefährlichsten

und gefürchtetsten Infektionskrankheiten.

Die Übertragung

erfolgt durch virushaltigen Speichel

infizierter Tiere. Der Erreger gelangt

über Hautverletzungen, z. B. Schürfoder

Bisswunden in den Körper; von

dort wandert der Erreger über

Nervenbahnen zum Gehirn. Je nach

Entfernung der Bissstelle vom Gehirn

dauert die Inkubationszeit bis zu 30

und mehr Tage. Die typischen Symptome

der Tollwut sind: Bewegungsstörungen,

abnormes Verhalten wie

besondere Schreckhaftigkeit, aber

auch auffallend zahmes Verhalten

sonst scheuer Tiere. Im Endstadium

herrschen dann Krämpfe und Läh-

BMT INFORMIERT

mungen vor, die letztendlich immer

zum Tode führen. Die Tollwutschutzimpfung

gehört zu den Impfungen,

die unbedingt durchgeführt werden

müssen, wenn man mit seinem Tier

ins Ausland verreisen möchte. Da

der Impfschutz wie auch bei den

anderen Impfungen nur ein Jahr

hält, muss die Impfung jährlich wiederholt

werden.

Wie funktioniert der

Impfschutz?

Durch Impfungen konnten in der

Vergangenheit viele ansteckende

Krankheiten beseitigt bzw. ihre Verbreitung

unterbunden werden.

Die Impfung löst im Körper der

Katze einen komplizierten Prozess

aus, bei dem das Abwehrsystem aufgefordert

wird, die eingeschleusten

fremden Proteine (Antigene) zu

erkennen und biologische Abwehrkräfte

(Antikörper) zu produzieren.

Diese Antwort des Immunsystems

beschützt die Katze künftig vor den

im Impfstoff vorhandenen Erregern.

Zwar ist kein Impfstoff 100% wirksam

gegen alle Stämme von infektiösen

Erregern, doch werden die

meisten geimpften Katzen immun

gegen die gefährlichen Krankheiten.

Sehr wichtig in diesem Zusammenhang:

Damit die Tiere gegen

bestimmte Erkrankungen eine Immunität

aufbauen können, ist recht-

Achten Sie bitte stets auf Verhaltensänderungen bei Ihrer Katze.

zeitiger (Jungtiere!) und regelmäßer

Impfschutz (Wiederholung und Auffrischung!)

notwendig. In der Tabelle

können Sie Impfungen gegen verschiedene

Erreger nachlesen und die

zeitlichen Abstände zwischen der

Wiederholung und der Auffrischung

verfolgen.

Erste Impfung im Alter

von sechs bis zehn

Wochen

Kleine Katzen erhalten durch die

Muttermilch Antikörper _ ein Vorgang,

der "Immunität durch die

Mutter" genannt wird. Die Antikörper

verlieren ihre Wirkung jedoch

schnell, meist im Alter von 6 und 10

Wochen. Deshalb werden die Kätzchen

in diesem Zeitraum zum ersten

Mal geimpft. Damit die Jungkatze

aber genügend Antikörper bilden

kann, impft man sie im Abstand von

3 - 4 Wochen nach. Wichtig: Werden

die Jungtiere zu früh geimpft, verhindern

die durch die Muttermilch

erhaltenen Antikörper eine Immunisierung

gegen die Krankheit. Erst bei

Nachlassen der Mutterkatzen-

Immunität ist eine Impfung möglich.

Wundern Sie sich nicht, wenn Ihr

Kätzlein gewisse Reaktionen auf die

Impfung zeigt: Müdigkeit, Appetitmangel,

Niesen oder wässerige

Augen sind nur vorübergehend.

Schonen Sie Ihre frisch geimpfte

Das Recht der Tiere 1/2001 15


Katze bitte vor körperlicher Anstrengung

und Unruhe, damit sie sich

schnell erholen kann.

Der Weg zum Tierarzt

Wenn Sie noch nicht sehr lange

Katzenbesitzer/in sind, empfehlen

sich einige Maßnahmen im Umgang

mit Ihrem erkrankten Tier.

Lassen Sie bei oben genannten

Symptomen Ihre Katze sofort von

Tierärztin oder -arzt untersuchen. Je

schlechter der Allgemeinzustand des

Tieres, desto schneller muss gehandelt

werden.

Vorteilhaft ist es, wenn Sie sich

bereits bei der Anschaffung Ihrer

Katze eine Tierarztpraxis suchen, die

Ihnen als fachlich kompetent

genannt wurde. Katzenfreunde in

der Nachbarschaft sind sicherlich

gerne bereit, Ihnen ihre Erfahrungen

mit Tierärzten in der Umgebung mitzuteilen.

Die Telefonnummer der Tierarztpraxis

muss im Notfall sofort greifbar

sein.

Transportbox: Transportieren Sie

Ihre Katze immer in einer geschlossenen

Transportbox, niemals auf

dem Arm!

In der Praxis

Empfohlenes Impfschema für Katzen:

16 Das Recht der Tiere 1/2001

BMT INFORMIERT

Tierärztin oder -arzt werden den

kleinen Patienten nun gründlich

untersuchen: Ein Blick in die Augen,

in die Ohren und in den Mund

gehört genauso zur Routine wie die

Messung der Körpertemperatur. Zur

genauen Diagnose von Infektionskrankheiten

ist meist eine Blutentnahme

und eine Kotprobe notwendig.

Ist die Erkrankung diagnostiziert,

werden Tierärztin oder - arzt

Grundimmunisierung:

8. bis 9. Lebenswoche Katzenschnupfen-Katzenseuche Kombinationsimpfung

12. Lebenswoche Katzenschnupfen-Katzenseuche-Tollwut Kombinationsimpfung

Bluttest für Leukoseimpfung

16. Lebenswoche FIP-Impfung, Leukoseimpfung

19. Lebenswoche FIP-Impfung, Leukoseimpfung

Sie über die notwendigen Behandlungsmaßnahmen

informieren. Fragen

Sie ruhig nach, wenn Sie etwas

nicht verstanden haben, gute

Tierärzte werden sich gerne die Zeit

nehmen, Ihnen Ihre Fragen zu

beantworten.

Hinsichtlich der Behandlung ist es

schwierig, allgemein gültige Emfehlungen

zu geben. Nicht immer muss

es notwendig sein, sofort Antibiotika

oder Cortison zu verabreichen. Viele

Tierärzte besinnen sich bei der

Therapie auf Naturheilmittel, mit

geringeren Nebenwirkungen. Die

Entscheidung, welches Mittel am

geeignetsten ist, sollten Sie jedoch

den Fachleuten überlassen.

Die meisten Tierärzte wünschen eine

umgehende Kostenerstattung. Oft ist

man erstaunt, wie teuer der augenscheinlich

kurze Tierarztbesuch ist.

Bei der Abrechnung der Kosten ist

der Tierarzt aber grundsätzlich an

die "Gebührenordnung für Tierärzte

(GOT)" gebunden.

Text: Dr. Jörg Styrie

Fotos: Claudia Lotz

Wiederholungsimpfungen:

Leukoseimpfungen

jährlich: FIP-Impfungen

Katzenschnupfen-Katzenseuche-Tollwut Kombinationsimpfung

Entwurmung:

Erste Entwurmung ab der 4. Lebenswoche, eventuell weitere wöchentliche

Entwurmung bis zum Absetzen. Reine Wohnungskatzen 2 x jährlich

bis 1/4 jährlich. Freilaufende Katzen mindestens 1/4 jährlich!


19. Januar in Berlin: Das Bündnis

Tierschutz nimmt den Auftakt der

Grünen Woche zum Anlass, in einer

Pressekonferenz die Erwartungen an

die neue Landwirtschaftsministerin

Renate Künast zu formulieren. Unter

dem Motto "Wer eine Umkehr in der

Agrarpolitik will, darf beim Tierschutz

keine Kompromisse machen" fordern

die Bündnispartner (Bund gegen

Mißbrauch der Tiere, Bundesverband

Tierschutz, Deutscher Tierschutzbund,

Bundesverband der Tierversuchsgegner)

schnelles und vor allem

konsequentes Handeln bei den dringenden

Problemen in der industriellen

Tierhaltung. Ziel müsse eine

ökologische Landwirtschaft mit artgerechter

Tierhaltung sein, so der

Appell des Bündnis Tierschutz vor

Vertretern der Presse.

Qualitätssiegel und die Zusage der

Bundesregierung, den ökologischen

Landbau in den nächsten fünf

Jahren mit 500 Millionen Mark zu

fördern, sind erste Schritte in die

richtige Richtung. Sie können jedoch

nur begleitende Maßnahmen eines

grundlegenden Wandels in der

Landwirtschaft sein. Auf dem Weg in

eine Landwirtschaft mit artgerechter

Tierhaltung fordert das Bündnis

Tierschutz von der Landwirtschaftsministerin:

1. Schluss mit der tierquälerischen

Käfighaltung von

Legehennen!

Unter keinen Umständen ist es hinzunehmen,

das strafbare System der

Käfighaltung von Legehennen für

ein weiteres Jahrzehnt im Verord-

A US UNSERER A RBEIT

AUFTAKT ZUR "GRÜNEN WOCHE" IN BERLIN _ PRESSEKONFERENZ DES

BÜNDNIS TIERSCHUTZ

"Wer eine Umkehr in der Agrarpolitik

will, darf beim Tierschutz keine

Kompromisse machen!"

Wir fordern die sofortige Beendigung der tierquälerischen Schweinehaltung.

nungswege zuzulassen. Sämtliche

Neuanlagen für die Haltung von

Legehennen müssen die Grundbedürfnisse

der Hennen (wie Scharren,

Flattern, Sandbaden etc.) erfüllen.

Das bedeutet eine Abkehr von der

gängigen Praxis der tierfeindlichen

Legebatterien und den Wechsel zu

artgemäßen Stalleinheiten. Der noch

unter Minister Funke vorgelegte Verordnungsentwurf

zur Haltung von

Legehennen erfüllt keine dieser

Voraussetzungen!

2. Schluss mit der tierquälerischen

Haltung von Schweinen

und Kälbern!

Entgegen des am 15.11.2000 vom

Bundeslandwirtschaftsministerium

vorgelegten Entwurfs einer Nutztierhaltungs-Verordnung

darf die An-

bindehaltung der Schweine nicht

weitere fünf Jahre zugelassen werden.

Denn auch dieses Haltungssystem

fügt den Tieren wiederkehrende

und erhebliche Leiden zu und

ist deshalb ein strafbares Vergehen.

Die Haltung auf Vollspaltenböden,

in Kastenständen und in Ställen

ohne Tageslicht muss verboten und

durch eine Gruppenhaltung mit

angemessener Einstreu ersetzt werden.

Auch das betäubungslose

Kastrieren der Ferkel ist schnellstens

zu untersagen.

Und weiter fordern wir, die

Gruppenhaltung der Kälber, die derzeit

ab acht Wochen praktiziert wird,

schon so früh wie möglich (nämlich

ab zwei bis drei Wochen) durchzuführen.

Ebenfalls muss die Haltung

der Tiere in Einzelboxen umgehend

verboten werden.

Das Recht der Tiere 1/2001 17


3. Schluss mit dem Einsatz von

Leistungsförderern in

Futtermitteln!

Wer es mit dem vielbeschworenen

Verbraucherschutz ernst meint, muss

den Einsatz von Leistungsförderern

antibiotischer Art, hormoneller Bestandteile

und gentechnisch veränderter

Stoffe in der Fütterung landwirtschaftlicher

Tiere national und

EU-weit verbieten.

4. Schluss mit den tierquälerischen

Schlachttiertransporten!

Die Transportzeit von Schlachttieren

muss auf vier Stunden begrenzt werden;

jegliche EU-Subventionen für

den Export müssen gestrichen und

zugunsten des Aufbaus von

Kühlketten zum Transport von Fleisch

genutzt werden.

5. Schluss mit der

Subventionierung von

Agrarfabriken!

Zwingend bei aller Umkehr und

Förderung bleibt der Grundgedanke,

dass Tierschutz auch Menschenschutz

ist. Die finanzielle Un-

18 Das Recht der Tiere 1/2001

A US UNSERER A RBEIT

terstützung landwirtschaftlicher Betriebe

muss deshalb an die

Tiergerechtigkeit der Haltungssysteme

gekoppelt sein.

6. Schluss mit den verbrauchertäuschenden

Maßnahmen

im Kampf gegen BSE!

Die BSE-Massenvernichtung von

Rindern dient gegenwärtig wirtschaftlichen

Zwecken, nämlich den

Markt mit staatlicher Hilfe von einem

Überangebot an Rindfleisch zu entlasten

und zugleich dem Verbraucher

den Anschein der Wiedergewinnung

von Lebensmittelsicherheit

zu vermitteln. Die Vernichtung von

Hunderttausenden von Tieren allein

aus wirtschaftlicher Kalkulation ist

ethisch und rechtlich unhaltbar. Sie

widerspricht eindeutig der Grundausrichtung

des Tierschutzgesetzes

im Sinne der "Verantwortung des

Menschen für das Tier als Mitgeschöpf"

und wäre strafbares Unrecht

(§ 17 Nr.1 TierSchG).

Das Umbringen und Verbrennen von

Tieren unter massiver Missachtung

ihrer Stellung als fühlende Mitlebewesen

erscheint als ein ungeheuerli-

cher Akt der Gewalt, mit dem sich

die neue Agrarpolitik auch im öffentlichen

Interesse nicht belasten sollte.

Tierfreunde können uns in unseren

Forderungen an eine neue Landwirtschaftspolitik

in Deutschland

unterstützen.

Schreiben Sie an Renate Künast und

ermutigen Sie die neue Landwirtschaftsministerin,

die notwendige

Reform der Landwirtschaft mutig und

entschlossen anzugehen und insbesondere

an den Kriterien des Tierschutzes

auszurichten.

Bitte schreiben Sie oder faxen Sie

an das

Bundesministerium für

Verbraucherschutz,

Ernährung und

Landwirtschaft

Renate Künast

Wilhelmstr. 54

11055 Berlin

Fax: 030 - 2006 - 4262

VORSTANDSWAHLEN IM DEUTSCHEN NATURSCHUTZRING

Tier- und Naturschutz gehören zusammen

Tessy Lödermann wurde als

Kandidatin des Bündnisses

Tierschutz in das Präsidium des

Deutschen Naturschutzringes gewählt.

Die Hauptversammlung des

Deutschen Naturschutzringes (DNR)

am 9. Dezember 2000 stand ganz

im Zeichen der Präsidiumswahlen.

Als neuer Präsident des mit 5.2

Millionen Mitgliedern viertgrößten

Dachverbandes in der Bundesrepublik

Deutschland wurde Hubert

Weinzierl gewählt.

Der langjährige Vorsitzende des

Bund für Umwelt und Naturschutz

(BUND) ist sicherlich auch vielen

Tierschützern bekannt. Einen

Schwerpunkt seiner Arbeit im

Deutschen Naturschutzring sieht er

in der Änderung der Agrarpolitik auf

nationaler und internationaler

Ebene. Dabei will Hubert Weinzierl

eng mit Verbrauchern, Tierschützern

und Landwirten zusammenarbeiten.

Unterstützen wird ihn dabei die

Vizepräsidentin des Landesverbandes

Bayern im Deutschen Tierschutzbund

Tessy Lödermann, die als

Kandidatin des Bündnisses Tierschutz

in den Beirat des Deutschen

Naturschutzrings gewählt wurde.

Der große Zuspruch, den Tessy

Lödermann durch die DNR-Mitgliederversammlung

erfuhr, machte einmal

mehr deutlich, dass Tier- und

Naturschutz zusammen gehören.

Stehende Ovationen gab es für Prof.

Dr. Engelhardt. Nach 32 Amtsjahren

als Präsident des DNR kandidierte er

nicht mehr.

Prof. Dr. Engelhardt wird seine

Erfahrung zukünftig als stimm- und

vorschlagsberechtigter Ehrenpräsident

dem Deutschen Naturschutzring

zur Verfügung stellen.


Der von der EU-Kommission am 6.

Dezember 2000 vorgelegte Bericht

zu Tiertransporten bestätigt die seit

langem von den Tierschutzorganisationen

beklagten Missstände. Trotz

umfangreicher Regelungen sind

Verstöße gegen die EU-Vorschriften

zu Transportdauer, Ruhepausen und

Ladedichte an der Tagesordnung.

"Insbesondere bei grenzüberschreitenden

Langstreckentransporten

werden Tiere oft brutal behandelt

und unsachgemäß versorgt; manchmal

sind sie sogar transportunfähig",

heißt es in dem Bericht. Mit der BSE-

Krise seien sich die Bürger immer

mehr der Missstände beim Tierschutz

bewusst, sagte EU-Verbraucherkommissar

David Byrne und

Der Wildvogelimport für den

Heimtiermarkt ist ein trauriges

Kapitel im europäischen Tierschutz.

Der BMT hat immer wieder die enormen

Sterberaten bei den Wildfängen,

das hohe Risiko der Krankheitsausbreitung

und die artwidrige

Haltung der Tiere kritisiert. Noch im

September 2000 warnten die Tierschutzorganisation"Deerenbescherming"

und EUROGROUP for animal

Welfare davor, dass die unterschiedliche

Handhabung der vorgeschriebenen

Untersuchungen in den ein-

W ISSENSWERTES

BERICHT DER EU-KOMMISSION

Brutale Behandlung bei Tiertransporten

an der Tagesordnung

fügte hinzu er werde sich nach

Kräften dafür einsetzen, dass der

Tierschutz verbessert werde. Im

zelnen Ländern nicht ausreichen

würde, um das Einschleppen ansteckender

Krankheiten zu verhindern.

Am 31. Oktober 2000 veröffentlichte

die EU-Kommission nun

ihre lang erwartete Entscheidung

über Gesundheitsanforderungen

und veterinärmedizinische Bescheinigungen

für den Import von Vögeln

aus Nicht-EU-Ländern mit Ausnahme

von Hühnervögeln. Neben

einer Beschränkung der zugelassenen

Exportländer und Stationen

regeln die neuen Bestimmungen, die

Frühjahr kommenden Jahres solle

die Richtlinie über Tiertransporte verändert

werden.

WILDVOGELIMPORT

Überfällig: Verschärfte EU-Kontrollen

SPÄTER ERFOLG FÜR DEN TIERSCHUTZ

Briten verbieten Pelztierfarmen

Ende November 2000 stimmte das

britische Parlament einem Gesetzentwurf

zu, nach dem die letzten 13

Nerzfarmen in England und Wales

ihren Betrieb bis Ende 2001 einstel-

len müssen. Die Debatte darüber hat

15 Jahre (!) gedauert.

Die Pelzindustrie kritisierte wie

erwartet den Beschluss und verlangt

für die betroffenen Pelztierzüchter

Quarantänedauer und veterinärmedizinischen

Anforderungen an den

Gesundheitszustand der Tiere deutlich

strenger als bisher. Jeder Vogel

erhält ein Gesundheitszeugnis und

wird mit seinen Artgenossen in

gekennzeichneten Käfigen transportiert.

Die Importeure sind zur

Einhaltung der IATA-Vorschriften

über den Transport von Tieren als

Luftfracht verpflichtet und müssen

bereits im Vorfeld den Nachweis

einer geeigneten Quarantänestation

im Importland führen.

Entschädigungen in Millionenhöhe.

Die englischen Nerzfarmen lieferten

bis zu 100.000 Felle jährlich.

Schottland und Nordirland erwägen

ein ähnliches Verbot.

Das Recht der Tiere 1/2001 19


1971 standen die Wanderfalken in

Deutschland unmittelbar vor dem

Aussterben, als der Landesbund für

Vogelschutz in Bayern (LBV) und der

Naturschutzbund Deutschland (ehemals

DBV, heute NABU) die Idee hatten,

mit dem "Vogel des Jahres" die

Öffentlichkeit auf eine bestimmte

Vogelart und den damit verbundenen

Lebensraum mit seinen Pflanzen

und Tieren aufmerksam zu machen.

30 Jahre sind seitdem vergangen, in

denen sich nicht nur die Wanderfalken

wieder vermehrt haben, sondern

auch die Anzahl der ausgelobten

Besonderheiten des Jahres. Inzwischen

besteht eine verwirrende Vielzahl

von Kategorien, für die jeweils

Lebewesen oder sogar ganze Landschaften

des Jahres gekürt werden.

Sie alle stehen jedoch beispielhaft

für eine schützenswerte Natur, deren

Vielfalt gerade im Kleinen ebenso

zerbrechlich wie erhaltenswert ist.

20 Das Recht der Tiere 1/2001

W ISSENSWERTES

ERSCHRECKENDE ENTWICKLUNG

Tierversuche nehmen wieder zu

In Deutschland finden immer mehr

Tierversuche statt. Nach Angaben

des Bundesministeriums für

Ernährung, Landwirtschaft und

Forsten wurden in Deutschland

1999 fast 59.000 mehr Tiere als im

Vorjahr zu Versuchszwecken herangezogen.

1,6 Millionen Tiere wurden

insgesamt "verbraucht". Diese

erschreckend hohe Zahl müsste

IM RAMPENLICHT

Die Tiere des Jahres 2001

Vogel des Jahres 2001

Der Haubentaucher (Podiceps

cristatus) weist wie viele Wasservogelarten

heute in Deutschland

eine einigermaßen stabile Population

auf. Mit der Wahl des auffälligen

und schönen Vogels wollen

NABU und LBV auf die Gefährdung

unserer Gewässer und ihrer Bewohner

aufmerksam machen, denn eine

Reihe von Arten ist durch fortschreitenden

Lebensraumverlust oder die

Nachstellung des Menschen noch

immer stark bedroht. Info: Naturschutzbund

Deutschland, Herbert-

Rabius-Straße 26, 53225 Bonn.

Tier des Jahres 2001

Der Europäische Feldhase (Lepus

europaeus) geht in seinem Gesamtbestand

bundesweit kontinuierlich

zurück. In Nordrhein-Westfalen

wird er bereits auf der Roten Liste

theoretisch nach oben korrigiert werden,

denn Tierversuche in der

Impfstoff-Produktion, Spendertiere

für die Entnahme von Organen oder

Geweben und Tierversuche im

Rahmen der Ausbildung wurden statistisch

nicht erfasst. Entsprechende

Zahlen werden erstmals in der diesjährigen

Statistik auftauchen.

Im Bereich der Grundlagenforschung

stieg die Zahl der Tierversuche

1999 um 13,5 Prozent. Dort

wurden 438.000 Tiere eingesetzt _

das sind fast 28 Prozent aller

Versuchstiere. Auch die medizinische

Forschung griff wieder in stärkerem

Maße auf Versuchstiere zurück und

ließ ca. 41.000 mehr Tiere in

Versuchen leiden als noch 1998.

Einen leichten Rückgang der Tierversuche

gab es einzig bei der

Prüfung von Arzneimitteln.

der bedrohten Tierarten geführt. Zu

den wenigen gesicherten Kenntnissen

zählt, dass die Monokulturen der

Landwirtschaft dem Hasen zu wenig

geeigneten Lebensraum bieten und

im Straßenverkehr jährlich 120.000

Mümmelmänner sterben. Dennoch

bleibt die Jagd auf den Hasen weiterhin

erlaubt.

Fisch des Jahres 2001

Der Stör (Gattung Acipenser) gilt in

Deutschland seit den 30er Jahren

als ausgestorben. Noch Anfang des

Jahrhunderts wurde der bis zu fünf

Meter lange Fisch, dessen Eier als

Kaviar gegessen werden, im Rhein

gefangen. Als ein Opfer von Flussregulierungen,Gewässerverschmutzung

und Überfischung wurde der

Stör stellvertretend für alle Wassertiere

in dem bedrohten Lebensraum

ausgewählt.


TIERSCHICKSALE

An einem feuchtkalten Tag im

November finden Kristin und ihre

Eltern bei einem Spaziergang einen

scheinbar verletzten Waschbären am

Wegrand. Das Tier bäumt sich auf,

kippt wieder um und lässt sich nicht

anfassen. Da die Familie als Tierschützer

und langjährige BMT-Mitglieder

Erfahrung im Umgang mit

ausgesetzten und verletzten Tieren

haben, können sie dem Waschbären

sofort helfen.

"Wie kriegen wir den Waschbären

bloß zum Tierarzt?" fragt Kristin mit

Blick auf die gebleckten Zähne des

Tieres. Endlich gelingt es ihrer

Mutter, das verängstigte Tier in einen

schnell herbeigeholten Katzentransportkorb

zu setzen. Familie Rohlfs

fährt mit dem Waschbären zu einem

Tierarzt und verfolgt aufgeregt die

L ANDESVERBAND N IEDERSACHSEN

WASCHBÄR AUF GROßER TOUR

Untersuchung. Was hat der junge

Waschbär, warum kann er nicht

mehr laufen? Nach bangen Minuten

des Wartens gibt der Tierarzt Entwarnung.

Er hat keine Anzeichen

einer Verletzung oder Erkrankung

gefunden und vermutet, dass der

Waschbär vergorenes Obst gefressen

habe und davon "betrunken" sei.

Diese Theorie wird wenig später von

einem Göttinger Experten bestätigt.

Sobald Waschinsky, so nennt Kristin

die ca. 6 Monate alte Waschbärendame,

wieder "nüchtern" ist, wird sie

in das BMT-eigene Katzenhaus (Luttertal)

gebracht.

Noch beim Tierarzt hatte Kristins

Mutter Hannelore Thied verständigt.

Die Leiterin des LV Niedersachsen

bereitet daraufhin die Katzenhausleiterin

Monica Boßmann darauf vor,

dass noch am selben Abend ein

etwas ungewöhnlicher Gast bei den

Samtpfoten einquartiert werden

müsse. Angekommen scheint Waschinsky

die ungewohnte Umgebung

zu genießen. Die Waschbärin zeigt

in den kommenden Tagen eine

besondere Vorliebe für Bananen,

schläft, wie all ihre Artgenossen es

üblicherweise tun, am Tag und

kommt nur in der Nacht zum Fressen

heraus.

"Sie hat sogar die Katzentoilette

benutzt", sagt Hannelore Thied, die

nach vielen Bemühungen mit Hilfe

des Waschbärenwildtierclubs schon

bald ein neues Zuhause für Waschinsky

findet. Hier lebt der Waschbär,

der vermutlich ausgesetzt wurde,

bei liebevollen Menschen, die

ihn in einem großen Areal halten.

Das Recht der Tiere 1/2001 21


Hunde, die eine besonders traurige

oder schwierige Vergangenheit hatten,

tragen häufig schwer an dieser

Last. Dominanz, übergroße Angst

oder Aggressionen gegen Artgenossen

_ wenn Menschen ihre Vierbeiner

falsch behandelt haben, nehmen sie

ihnen nicht nur Lebensfreude und

Sicherheit, sondern erschweren den

Vertrauensaufbau zum Partner

Mensch. Viele solcher Hunde leben

in unseren Tierheimen und warten

auf Bezugsperson, die ihnen mit

Verständnis und Liebe begegnen.

Auch Zorro, Tupi, Squish und Charly

hoffen...

Zorro ist ein 2 Jahre alter, äußerst

temperamentvoller Rüde. Er braucht

viel Zuwendung, ständig Beschäftigung

und eine konsequente, aber

liebevolle Erziehung. Der Jagdhund-

Dobermannmischling kann noch

nicht alleine bleiben. Dagegen ver-

steht sich Zorro mit Jugendlichen

sehr und sollte darüber hinaus zu

sportlichen Menschen kommen, die

sein überschäumendes Temperament

in einer anerkannten Hundeschule

in die richtigen Bahnen lenken

wollen.

22 Das Recht der Tiere 1/2001

L ANDESVERBAND B REMEN

VIER STARKE TYPEN SUCHEN HUNDEERFAHRENE MENSCHEN:

ZORRO, TUPI, SQUISH UND CHARLY

PLANEN EINEN NEUANFANG

Zorro

Tupi, ein Dackel-Cockerspanielmix,

ist mit vertrauten Menschen umgänglich

und lieb. Bei Fremden ist

Vorsicht geboten, besonders an der

Leine. Der einjährige Rüde bleibt

ungern allein. Tupi sucht Tierfreunde

mit Kenntnissen in Hundeerziehung.

Squish ist ein Irish Setter aus polnischer

Zucht. Der 5 1/2 jährige Rüde

ist durch schlechte Ausbildung und

harte Erziehungsmaßnahmen pro-

Tupi

blematisch geworden. Er wurde 5

Jahre nur mit Stachelwürger geführt

bzw. musste hinter einem fahrenden

PKW herlaufen. Nach unseren

Beobachtungen baut der Rüde jedoch

nach intensiver Schulung eine

gute Beziehung zu seiner Bezugsperson

auf. Wer sich für Squish interessiert,

sollte langjährige Hundeerfahrung

besitzen.

Charly ist ein 2-3 Jahre alter

Hovawart. Nach Erziehung in einer

unseriösen Hundeschule ist Charly

ähnlich verdorben worden wie

Squish. Der Rüde ist sehr misstrauisch

gegen Fremde, erträgt keinen

direkten Blickkontakt und

bekommt Angstzustände, wenn sich

Squish

jemand mit Gegenständen in der

Hand nähert. Er braucht liebevolle

und sehr erfahrene neue Halter.

Wenn Sie unsere vier Kandidaten

kennenlernen möchten, wenden Sie

sich bitte an den LV Bremen (Anschrift

siehe S.26). Die Hundebetreuer

werden Ihnen gerne nähere

Informationen über unsere "Sorgenkinder"

geben und Sie auch nach der

Vermittlung weiterhin beraten und

Ihnen helfend zur Seite stehen. Sie

haben Mitleid _ aber keine Aufnahmemöglichkeit

für ein Tier? Dann

werden Sie doch einfach Pate für

einen der Hunde.

Charly


1997 ist in Polen ein Tierschutzgesetz

in Kraft getreten, das sich im

europäischen Vergleich sehen lassen

kann. Verboten ist jegliche Form der

Tierquälerei; selbst Gänsestopfleberprodukte

fallen unter dieses

Edikt. Doch eines können selbst die

restriktivsten Gesetze nicht verhindern:

Die tägliche Grausamkeit des

Menschen gegenüber dem Tier.

"Wir sind über die Gleichgültigkeit

der Menschen erschrocken", schreibt

Jerzy Harlacz, Gründer der jungen

polnischen Tierschutzorganisation

Towarzystwo Przyjaciol Zwierzat, an

den Leiter des LV Bayern Alfred

Mutzl. In diesem Brief bittet der überzeugte

Tierschützer um finanzielle

Unterstützung für den Neubau eines

Tierheimes.

Nach Jahren der Tierschutzarbeit in

Österreich und Kanada ist er nach

der Wende in seine Heimat Polen

zurückgekehrt und hat mit dem Aufbau

einer Tierschutzorganisation in

L ANDESVERBAND B AYERN

BMT HILFT IN POLEN _ HERZLICHER DANK VON STAATLICHER SEITE

SPENDE FÜR AUFBAU EINES NEUEN

TIERHEIMES

Bialogard, einem Ort ca. 200 km

östlich von Berlin, begonnen. Immer

wieder stößt Jerzy Harlacz in den folgenden

Jahren an die Gleichgültigkeit

der Bevölkerung; einige werfen

ihm vor, sich angesichts der Not vieler

Kinder um Tiere zu kümmern.

Spenden bleiben aus, doch voller

Hoffnung bittet der engagierte Tierschützer

Firmen um Unterstützung,

findet hilfsbereite Mitarbeiter einer

Futterfabrik, bekommt Fleischabfälle

vom Metzger, arbeitet mit älteren

Damen zusammen, die die Fütterung

wildlebender Katzen übernehmen

und nimmt selbst Tiere bei

sich auf. Persönlich überprüft er die

neuen Halter der Tiere, sobald eine

Vermittlung erfolgreich verlaufen ist.

Die einzige Spende, ca. 20 DM,

innerhalb von Monaten erhält er von

der 4. Klasse einer Grundschule.

Schließlich gewährt die Gemeinde

für den dringenden Bau eines Tierheimes

ca. 37.500 DM; zu wenig,

um mit den Arbeiten beginnen zu

ANZEIGE

können. Die Tierschützer um Jerzy

Harlacz wenden sich an ausländische

Organisationen _ einzig schwedische

Tierschützer reagieren. Als im

Sommer 2000 der Hilferuf der TPZ

auch beim BMT in München eingeht,

beschließt Alfred Mutzl sofort zu helfen.

Genauestens prüft er die Gemeinnützigkeit

der jungen Tierschutzorganisation

und verspricht

die Finanzierung von sieben isolierten

Zwingern. Der glückliche Jerzy

Harlacz antwortet: "Eine Organisation

mit dem Heiligen Franziskus

im Logo muss ein Herz für Tiere

haben."

Freundliche Worte erreichen den LV

Bayern auch von staatlicher Seite:

Die Direktorin des Büros für Soziales

der Kanzlei des Präsidenten Polens

dankt dem BMT herzlich für die

Unterstützung.

Text: Eva Gara, Claudia Lotz

Das Recht der Tiere 1/2001 23


24 Das Recht der Tiere 1/2001

R ÜCKBLICK

DER TIERSCHUTZ AUF POLITISCHER EBENE

Rückblick auf das Jahr 2000

Als sich der Deutsche Bundestag gegen eine Aufnahme des Tierschutzes in das Grundgesetz aussprach, waren

Tierschützer und Tierfreunde bitter enttäuscht. Wie wichtig eine Verankerung der Rechte der Tiere in der Verfassung

wäre, zeigt sich bei allen Problemen des Tierschutzes. Bitte kämpfen Sie weiter mit uns, den Tierschutz im Grundgesetz

festzulegen. Sie sehen, wenn Sie den kurzen Überblick der Ereignisse des Jahres 2000 verfolgen, wie entscheidend

dieses Ziel auch in der Zukunft sein wird.

19. JANUAR

26. FEBRUAR

6. APRIL

13. APRIL

19. APRIL

3. MAI

5. MAI

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigt die Rechtmäßigkeit der

Kampfhundesteuer und definiert 12 Hunderassen als Hunde mit

einem hohen Gefährlichkeitsgrad. Das Urteil hat weitreichende

Auswirkungen auf die spätere Diskussion um gefährliche Hunde.

Der Verband der Deutschen Zoodirektoren einigt sich in einem

Arbeitspapier auf die angebliche Notwendigkeit der Tötung überzähliger

Zootiere. Der BMT fordert die Zoodirektoren auf, von der

fragwürdigen Praxis Abschied zu nehmen und ihr Tiermanagement

zu überdenken. Wenn eine artgemäße Haltung von Wildtieren die

regelmäßige Tötung von Tieren bedingt, muss auf die Haltung dieser

Tiere verzichtet werden.

Start der gemeinsamen Kampagne "Weicheier im linken Flügel" des Bündnis Tierschutz gegen die

Käfighaltung von Legehennen in Berlin. Tausende von Flugblättern werden vor dem Deutschen

Bundestag verteilt. In ganzseitigen Anzeigen einer vielgelesenen Zeitung kommentiert das Bündnis

Tierschutz das lächerliche Ergebnis langer Verhandlungen auf Spitzenebene, nach dem den

Legehennen ab dem Jahr 2012 lediglich 150 cm2 mehr Platz in der qualvollen Käfighaltung geboten

werden sollen. Mit der Übergabe eines Memorandums an den Bundeslandwirtschaftsminister

Karl-Heinz Funke fordern die Vorsitzenden der drei großen Tierschutzorganisationen die Regierungskoalition

auf, die bisherigen Verordnungsentwürfe zurückzuziehen und sich stattdessen für artgerechte

Haltungssysteme einzusetzen.

Mit 392 Ja-Stimmen, 205 Nein-Stimmen und 6 Enthaltungen scheitert im Deutschen Bundestag der

bislang aussichtsreichste Versuch, den Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz der Bundesrepublik

zu verankern. Wie bereits 1994 und 1997 verhinderte die CDU/CSU-Fraktion das Zustandekommen

der erforderlichen Zwei-Drittelmehrheit.

Wie notwendig die regulierende Kraft des Staatszieles Tierschutz ist, wird am Tag des Versuchstieres

besonders deutlich. Tierschützer weisen darauf hin, dass fragwürdige Affenexperimente und zweckfreie

Grundlagenforschung mit gentechnisch veränderten Tieren ohne ein Staatsziel sich der gleichberechtigten

Abwägung im Interesse der Tiere entziehen.

Die Pelzmesse in Frankfurt wird in diesem Jahr in den Faschingstrubel vorverlegt. Davon unbeirrt

fordert der BMT in einer Pressemeldung erneut ein Verbot der Pelztierhaltung und warnt die Verbraucher

gerade vor den versteckten Pelzen und Pelzapplikationen an Kaputzen, Bündchen und Schuhen.

Als Reaktion auf die enttäuschende Ablehnung der Aufnahme des Tierschutzes in die Verfassung

trägt die Landesgeschäftsstelle Köln (BMT) in der Kölner Fußgängerzone sehr eindrucksvoll das

Staatsziel Tierschutz zu Grabe und informiert eine Woche vor der Landtagswahl in NRW die

Bürgerinnen und Bürger über das Abstimmungsverhalten von CDU und CSU im Bundestag.


16.-19. MAI

31. MAI

18. JUNI

1. JULI

16. JULI

26. JULI

17. AUGUST

26. AUGUST

4. OKTOBER

14. NOV.

17. NOV.

27. NOV.

12. DEZ.

R ÜCKBLICK

Islamisches Opferfest "Kurba Bayramie", bei dem zahlreiche Schafe

nach islamischem Ritus geschächtet werden. Der BMT weist auf das

grundsätzliche Verbot des betäubungslosen Tötens von Tieren in

Deutschland hin und fordert die Behörden auf, keine Ausnahmegenehmigungen

zum Schächten zu erteilen.

Vier Eisbären im Nürnberger Zoo getötet. Bundesweiter Protest gegen das Vorgehen der Zooleitung.

Jahreshauptversammlung des BMT in München. Zahlreiche Mitglieder folgen der Einladung und

informieren sich über die Arbeit des BMT im letzten Berichtszeitraum.

2500 Tierfreunde nehmen an dem Aktionstag gegen

Schlachttiertransporte am Autobahngrenzübergang Walserberg an

der deutsch/österreichischen Grenze teil. Der Landesverband

Bayern (BMT) beteiligt sich mit einem Infostand an der Großkundgebung.

Auf der Galopprennbahn im Berliner Hoppegarten findet unter dem Deckmantel eines deutsch-indischen

Volksfestes das erste Elefantenrennen in Deutschland statt. Mit zahlreichen Großtransparenten

demonstriert der Landesverband Berlin (BMT) gemeinsam mit anderen Tierschützern gegen das

fragwürdige Spektakel.

In Hamburg wird ein sechsjähriger Junge von zwei "Kampfhunden" tödlich verletzt. Bereits wenige

Tage danach erlassen fast alle Bundesländer restriktive Verordnungen zur Haltung von Hunden.

Kampfhunde sind das beherrschende Thema der nächsten Wochen.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium stellt den dritten Entwurf einer Verordnung zum Schutz von

Legehennen vor. Das Bündnis Tierschutz erarbeitet eine umfangreiche Stellungnahme.

Offizielle Eröffnung des neuen Landesverbandes des BMT in Berlin.

Welttierschutztag, Start der europaweiten Kampagne gegen die tierquälerische Schweinehaltung.

Der BMT informiert in seiner Herbst-Ausgabe des RDT über das Schicksal von Schweinen in Deutschland

und startet eine Postkartenaktion an EU-Kommissar Byrne und Landwirtschaftsminister Funke.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium gibt die Tierversuchszahlen des Jahres 1999 bekannt. Demnach

wurden 1999 fast 59.000 mehr Tiere als im Vorjahr in Versuchen missbraucht. Insgesamt wurden

fast 1,6 Millionen bedauernswerte Tiere eingesetzt.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium stellt den vierten Verordnungsentwurf zur Haltung von

Legehennen vor und setzt weiter auf den ausgestalteten Käfig. Fazit des BMT: Auch dieser Entwurf

vermag Legehennen vor unnötigem Leiden nicht zu schützen.

In Deutschland wird der erste BSE-Fall bei einem Rind in Schleswig-

Holstein nachgewiesen. Im Folgenden werden verschiedene Eilverordnungen

verabschiedet, mit denen die Bevölkerung vor einer

Ansteckung bewahrt werden soll. Verbot des Verfütterns von Tiermehlen

(2. Dezember), Einführung eines BSE-Tests bei allen

Rindern, die älter als 30 Monate sind (6. Dezember).

Die EU-Kommission veröffentlicht einen Bericht zur Situation der Tiertransporte in Europa und

bestätigt massive Probleme in diesem Bereich.

Das Recht der Tiere 1/2001 25


HAUPTGESCHÄFTSSTELLE

26 Das Recht der Tiere 1/2001

B UND GEGEN M IßBRAUCH DER T IERE E.V.

Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München

Leiter: Alfred Mutzl

Tel. (089) 38 39 52-0, Fax (089) 38 39 52-23

Postbank München Kto. 1819 30-807 (BLZ 700 100 80)

VORSTAND

1. Bundesvorsitzende:

Jutta Breitwieser, „Elisabethenhof“

Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim

Tel. (06035) 96 11 11/59 16, Fax (06035) 96 11 18

2. Bundesvorsitzender:

Dr. Heinz-Wilhem Selzer

Gut Kappel, 34454 Arolsen-Mengeringhausen

Tel. (05691) 33 45, Fax (05691) 64 31

Bundesschatzmeister:

Gunnar Lenz, Düsseldorfer Str. 47

51063 Köln, Tel./Fax (0221) 64 01 481

Bundesschriftführerin:

Dagmar Weist, Drosselweg 15

47661 Issum,

Tel. (02845) 3 75 57, Fax (02835) 44 46 99

LANDESVERBÄNDE:

BMT LV Baden-Württemberg

Ohnastetter Straße 13, 72805 Lichtenstein

Leiter: Dr. Uwe Wagner

Tel. (07129) 6 09 93, Fax (07129) 6 08 98

Kreissparkasse Reutlingen Kto. 75 7889 (BLZ 640 500 00)

BMT LV Bayern

Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München

Leiter: Alfred Mutzl

Tel. (089) 38 39 52-0, Fax (089) 38 39 52-23

Postbank München Kto. 142 20-802 (BLZ 700 100 80)

BMT LV Berlin

Leiter: Dr. Jörg Styrie

Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin

Tel. (030) 43 65 58 63

Postbank Berlin Kto. 9603-107 (BLZ 100 100 10)

BMT LV Bremen

Kattenescher Weg 76, 28277 Bremen

Leiterin: Sigrid Müller

Tel. (0421) 82 07 59

Tierheim „Arche Noah“

Rodendamm 10, 28816 Stuhr

Tel. (0421) 89 01 71

Postbank Hamburg Kto. 204202-208 (BLZ 200 100 20)

Sparkasse Bremen Kto. 1050 004 (BLZ 290 501 01)

BMT LV Hamburg / Schleswig-Holstein

Leiterin: Angelica Blank, Tel. (040) 55 49 28-34, Fax -32

„Franziskus-Tierheim“, Tel. (040) 5 89 46 15

Lokstedter Grenzstraße 7, 22527 Hamburg

Postbank HH Kto. 111266-203 (BLZ 200 100 20), für HH

Postbank HH Kto. 199037-205 (BLZ 200 100 20), für S-H

Haspa Kto. 1049220799 (BLZ 200 505 50), für S-H

BMT LV Niedersachsen

Guldenhagen 31, 37085 Göttingen

Leiterin: Hannelore Thied

Tel. (0551) 7 70 07 31, Fax (0551) 7 70 32 34

„Katzenhaus“, Luttertal 79, 37075 Göttingen

Tel. (0551) 2 28 32

Postbank Hannover Kto. 732 223 06 (BLZ 250 100 30)

mit 11 Geschäftsstellen und 7 Tierheimen

LANDESGESCHÄFTSSTELLEN:

BMT LG Hessen

Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim

Leiterin: Jutta Breitwieser

Tel. (06035) 96 11 11, Fax (06035) 96 11 18

Tierheim „Elisabethenhof“, Tel. (06035) 59 16

Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim

Frankfurter Sparkasse Kto. 5975 (BLZ 500 502 01)

Hundeauffangstation Ikervar/Ungarn

Petöfi u. 23, H-9756 Ikervar, Sonderkonto: Frankfurter

Sparkasse Kto. 847 275 (BLZ 500 502 01)

BMT LG Kassel

Leiter: Dr. Heinz-Wilhelm Selzer

Tierheim „Wau-Mau-Insel“

Schenkebier Stanne, 34128 Kassel

Tel. (0561) 86 15 680, Fax (0561) 86 15 681

Postbank Frankfurt Kto. 1717 55-608 (BLZ 500 100 60)

BMT LG Köln

Urftstraße 12, 50996 Köln

Leiterin: Sylvia Bringmann

Tierheim „Prof. Armin Spitaler“

Iddelsfelder Hardt, 51069 Köln

Tel. (0221) 68 49 26, Fax (0221) 68 18 48

Postbank Köln Kto. 924 02-505 (BLZ 370 100 50)

BMT LG Nordrhein-Westf./Rheinland-Pf./Saarl.

Drosselweg 15, 47661 Issum

Leiterin: Dagmar Weist

Tel. (02845) 3 75 57, Fax (02835) 44 46 99

Sparkasse Moers Kto. 115 002 066 (BLZ 354 500 00)

für LV Rheinland-Pfalz/Saarland:

Postbank Köln Kto. 294 20-509 (BLZ 370 100 50)

BMT GSt. Norden

Amselstraße 15, 26506 Norden

Leiter: Carl Claassen

Tel. (04931) 39 83, Fax (04931) 95 79 99

Tierheim Hage

Hagermarscher Straße 11, 26524 Hage

Tel. (04938) 4 25, Fax (04938) 91 49 90

Sparkasse Norden Kto. 13 730 (BLZ 283 500 00)

WEITERE ANSCHRIFTEN VON MITARBEITERN:

Renate Domaschke (Tierschutzlehrerin)

Hauptstraße 31, 61130 Nidderau-Erbstadt

Tel. (06187) 21 959

Fax (06187) 20 15 21

Claudia Lotz (Redakteurin)

Hugo-Vogel-Str. 5b, 14109 Berlin,

Tel. (030) 80 58 33 38

Fax (030) 80 58 33 39

Jochen Prinz (Wissenschaftlicher Mitarbeiter)

Saarweg 17, 53129 Bonn,

Tel. (0228) 65 10 72, Fax (0228) 65 10 82

Dr. Jörg Styrie (Wissenschaftlicher Mitarbeiter)

Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin

Tel. (030) 43 65 58 64

Fax (030) 43 65 58 65

INTERNET:

http://www.bmt-tierschutz.dsn.de


AUSLANDS-TIERSCHUTZ

Infoblatt: „Tierschutz im Ausland“

Infoblatt, Aufkleber und Plakat

„Stierkampf“

EXOTEN

Infoblatt: „Schmuckschildkröten“

Patenblatt: „Exotische Tiere in Not“

LANDWIRTSCHAFT UND

FLEISCHKONSUM

Infoblatt: „Verladen und verreckt“,

Infoschrift: „Fleisch – Ein Stück

Lebenskraft?“

Infoblatt: „Gänse- und

Entenstopfleber“

Infoblatt: „Das Huhn – und was

der Mensch daraus gemacht hat“

Plakat, Aufkleber, Postkarte:

„Lebewesen statt Legewesen!“

Anstecknadel, Aufkleber:

Nur Eier von freien Hennen

Plakat: Artgerechte

Tierhaltung hat mehr Gewicht

Infoblatt: „Kaninchen als Nutztiere“

Sie erhalten unser Informationsmaterial

kostenlos. Wir freuen uns aber,

wenn Sie wegen der gestiegenen

Portokosten Briefmarken beilegen!

Abgeschoben und vergessen _ das

Schicksal eines Kaninchens

Cäsar ist ein bildschönes schwarzes

Kaninchen mit den für Widder typischen

langen Ohren. Doch seine

Anmut hat ihm bis jetzt wenig geholfen:

Als das Interesse an dem

Kaninchen erlosch, setzten es die Besitzer

in einen Käfig und stellten ihn

in den Keller. Dunkelheit, Furcht,

Einsamkeit und drangvolle Enge _

diese Faktoren beherrschten in Folge

das Leben des inzwischen dreijährigen

Tieres.

Als Tierschützer es aus seinem verschmutzten

Gefängnis befreiten, war

Cäsar unterernährt, lichtscheu und

T IERSCHUTZMATERIAL

HAUSTIERE

Infoblatt: „Kettenhundehaltung

verboten“

Broschüre: „Tierhaltung in

Miet- und Eigentumswohnungen

in der Rechtsprechung“ (E. Hepp)

Infoblatt: „Zwergkaninchen“

Infoblatt: „Meerschweinchen“

Infoblatt: „Katzenkastration“

AUSSETZEN VON HAUSTIEREN

Infoblatt, Plakat: „Warum schaffst

Du mich erst an, wenn ich Deinen

Urlaub nicht überleben soll?“

PELZE

Infoblatt: „Traum oder Alptraum“

Plakate: Wie wünschen gnädige

Frau ihren Pelz?

Pelztiere im Käfig:

Lebenslange Qual für Luxusmode

PROTESTUNTERSCHRIFTEN

Schlachttiertransporte

Hunde- und Katzenfelle

T IERVERMITTLUNG

Erobert Cäsar Ihr Herz?

hatte vom vielen Sitzen blutige

Schwielen. Trotz seiner Isolation ist

REISEN

Infoblatt: Im Urlaub dran denken:

„Der Kauf lebender Souvenirs bedroht

Tiere und Pflanzen!“

Infoblatt und Plakate

„Reisezeit – Leidenszeit für Tiere?“

TIERSCHUTZUNTERRICHT

Sonderdruck, Aufkleber, Anstecknadel

TIERVERSUCHE

Infoblatt: „Tierversuche – grausam

und gefährlich“ und weitere aktuelle

Schriften, Anstecknadel, Aufkleber

WINTERFÜTTERUNG

Infoblatt: „Igel brauchen

unsere Hilfe“

„Wintervogelfütterung“

ZIRKUS

Infoblatt: „Zirkus“

ZOO

Infoblatt: „Titanic für Tiere“

Bestellungen bei der Hauptgeschäftsstelle

oder bei der für Sie zuständigen

Geschäftsstelle.

der englische Widder sehr liebedürftig,

anhänglich und menschenbezogen.

Wer dem kastrierten Kaninchen

eine neue Chance geben möchte,

sollte sich auf eine lange und intensive

Bindung einstellen. Freuen

würde sich Cäsar natürlich besonders

über ein Freigehege mit

großem Auslauf und vielen Artgenossen.

Kontakt unter: Hannelore Thied,

Leiterin des LV Niedersachsen

(Adresse Seite 26 ).

Das Recht der Tiere 1/2001 27


„Das Recht der Tiere“ – Postvertriebsstück B 13769 – Entgelt bezahlt

Bund gegen Mißbrauch der Tiere e.V.

Als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt

Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar

Hauptgeschäftsstelle: D-80803 München lViktor-Scheffel-Str.15

Tel. (089) 3839520 Fax (089) 38395223

WERDEN SIE MITGLIED _ UNTERSTÜTZEN SIE UNSERE ARBEIT

B EITRITTSERKLÄRUNG

Versuchstiere, Haustiere, "Nutztiere", Zootiere,

Zirkustiere _ wo und wann immer der Mensch

mit Tieren zu tun hat, fügt er ihnen auch

Schmerzen, Leid und Qualen zu.

Der Bund gegen Mißbrauch der Tiere setzt sich

seit seiner Gründung im Jahr 1922 für notleidende

Tiere ein und kämpft neben den unzähligen

Aufgaben im praktischen Tierschutz auf

der politischen Bühne um die Durchsetzung

ihrer Rechte.

Unterstützen Sie uns bei unseren vielfältigen

und wichtigen Aufgaben! Jede Spende kommt

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