Nr. 12 Dezember 2008 4,00 Euro - Erste Westernreiter Union ...

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Nr. 12 Dezember 2008 4,00 Euro - Erste Westernreiter Union ...

Aber Bärchen ist es schnurzpiepsegal, weil er ein schmutziges,

glückliches Pferdi ist und Mähenpfl ege von seinem Lieblingsmenschen

toll fi ndet. Ob er das extra macht?

Der einzige Trost der mir bleibt, ist der Seitenblick auf meinen

Anbindebalkenpartner. Das ist nämlich oftmals die Spezies

Pferd, die zu den intelligentesten ihrer Art zählt. Sie gehen immer

ihren Weg und sind sowohl zuverlässige Partner als auch

richtige Dickköpfe. Ich spreche über die Alpenquarter. Haffi s

haben das Suhl-Gen doppelt und dreifach in ihren Erbanlagen

drin. Und zwar von den Haarspitzen bis in die Hufwände.

Das Wehklagen, welches mir von rechts entgegenweht schaff t

es meinen Kummer für einen Moment zu dämpfen. Ich blicke

dann oftmals hinüber und schaue in die weinende Augen des

entsprechenden Besitzers. Das blonde Pferd scheint dabei zu

lächeln und übt sich in Geduld. Ich bedaure euch wirklich zutiefst

aber mir geht es dadurch leider auch nicht besser.

Dieser Umstand ist für mich einer der besten Gründe für Winterdecken.

Also surfte ich eines Tages durch das WWW um mir eine geeignete

auszusuchen. Die Decke vom letzten Jahr war einem

Weidegenossen Bärchens zum Opfer gefallen. Teures Hobby

das Deckenzerreißen. Aber anscheinend ein äußerst beliebtes.

Ich reite, ist auch ein teures Hobby aber anscheinend bei Weitem

nicht so spaßig wie Deckenzerfetzen. Eine Flut von Infos

strömte auf mich zu:

Was um alles in der Welt ist Denier, Ripstop oder dtex? Welche

Decken gibt es für welchen Zweck und welche Größe braucht

mein Pferd? Um dies zu Erkunden bewaff nete ich mich mit

Zollstock und Maßband. Mein Lippizanermix fragte sich

ob ich seine Box vergrößern wolle, als ich mich mit Maßband

bewaff net zu ihm begab. Wie misst man denn nun

die Rückenlänge? Ich nestelte, Fachkundigkeit heuchelnd,

an ihm herum. Wo genau fängt der Widerrist an? Schon am

Mähnenkamm? Eieiei, ich bin Laie und zwar totaler. Irgendwie

überkam mich das Gefühl, dass ich mich zum Aff en machte.

Aber die Rückenlänge musste ja nunmal her. Ich hob locker

den Daumen und schätzte ihn mal auf 145.

Mit den neuen Informationen begab ich mich wieder

ins Netz. Decken gibt es in unendlichen Farben, Stärken

und Wasserdichten. Man könnte eine

Doktorarbeit darüber schreiben. Es gibt sogar

den Begriff der Wassersäule. Ist das was

biblisches? Tststs. Mir qualmte der Kopf,

also holte ich mir Meinungen von Mitreitern

und Leidensgenossen ein und entschied

mich für die praktischste Version von allen:

Einer mit integrierter Abschwitzfunktion. Geiles Teil!

Es hat gleich zwei entscheidende Vorteile: Das Pferdi kommt

gutgelaunt und nur teilbematscht von der Weide und kann

nach dem Training sofort wieder hineinschlüpfen. Ich habe mir

auf der Stelle zwei davon zugelegt. Eine zum rumsulen und eine

als Schlafanzug zum Schönsein in der Box. Mein Pferd lässt die

Aufziehprozedur immer geduldig über sich ergehen und träumt

dabei wahrscheinlich von einem textilfreien Sommer.

Fazit:

Decken sind ein Th ema für sich. Es gibt viele Pros und Kontras

und ich kämpfe mit mir ob es sinnvoll ist oder nicht Einzudecken.

Bärchen ist aber nunmal ein Sportpferd und als solches

schwitzt es bei dichtem Winterfell mehr. Und genau da hört für

mich der Spaß auf. Die kalte Jahreszeit lässt uns ohnehin länger

in den Ställen verweilen und frieren. Da muss ich das ganze nicht

noch verlängern. Das Positive daran allerdings ist, dass man oftmals

mit den Mitreitern bei einer wärmenden Tasse Kaff ee nette

Gespräche führen kann. Beim Putzen und beim Abschwitzen.

Über das Eindecken von Pferden zum Beispiel.

Alles wird gut!

Eure PeeTy

WESTERNREITER – Dezember 2008

©

pleasuretussi 21

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