Protokoll_PG_Am Listholze.pdf - D&K drost consult

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Protokoll_PG_Am Listholze.pdf - D&K drost consult

PROTOKOLL ZUR

PREISGERICHTSSITZUNG

am 12. Dezember 2012 um 10.15 Uhr

in den Räumlichkeiten Vahrenwalder Straße 146 (1. OG), 30165 Hannover

Nicht offener, einphasiger städtebaulicher Wettbewerb

mit 11 eingeladenen Büros

Neubau einer Wohnbebauung

AM LISTHOLZE 82

in Hannover, List

ausgelobt durch die

Projekt Am Listholze GmbH & Co. KG

ein Joint Venture der

Gundlach GmbH & Co. KG

und der

Delta Bau AG

in Abstimmung mit der

Landeshauptstadt Hannover

letztere vertreten durch

das Baudezernat, Fachbereich Planen und Stadtentwicklung

D&K drost consult GmbH


1. EINFÜHRUNG

Städtebaulicher Wettbewerb

Am Listholze 82

in Hannover, List

Das Preisgericht tritt um 10.15 Uhr in den Räumlichkeiten Vahrenwalder Straße 146 (1. OG) in Hannover

zusammen.

Herr Dirk Streicher, Vorstand der Delta Bau AG, heißt die Anwesenden im Namen der Ausloberinnen

herzlich willkommen. Er freut sich auf eine spannende Preisgerichtssitzung und hofft auf interessante

und vielfältige Entwürfe.

Herr Lorenz Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Gundlach GmbH & Co. KG, begrüßt die

Anwesenden ebenfalls im Namen der Ausloberinnen. Er wünscht sich, dass für das besondere Grundstück

– mit der Lage am Mittellandkanal – eine gute und qualitätvolle Entscheidung getroffen wird.

Frau Irma Walkling-Stehmann, Bezirksbürgermeisterin Vahrenwald-List, SPD-Fraktion, schließt sich

Ihren Vorrednern an und hofft auf positive Impulse für das Projekt.

Im Anschluss fasst Herr Uwe Drost kurz die wesentlichen Ziele des Verfahrens zusammen und erläutert,

dass die heutige Entscheidung über den städtebaulichen Entwurf die Grundlage für den B-Plan

bilden wird. Bei der Bewertung der Entwürfe sollen daher folgende Aspekte im Vordergrund stehen:

- die Durchlässigkeit und Außenwirkung des Quartiers (Stichwort Adressbildung),

- die Durabilität des Städtebaus,

- der Übergang zum Wasser/der Umgang mit dem nördlich angrenzenden Grünbereich,

- die Schaffung unterschiedlicher Haustypen im mittleren Preissegment und die Möglichkeit der

Realteilbarkeit,

- die Schaffung einer ausreichenden Anzahl an Stellplatzflächen sowie Kinderspielflächen und

deren sinnvolle Anordnung im Quartier.

Herr Uwe Bodemann, Stadtbaurat der Landeshauptstadt Hannover, fügt hinzu, dass auch die Schaffung

einer geeigneten Atmosphäre im Vordergrund stehe. Die Entwürfe sollten die Potenziale des Ortes

herausarbeiten und damit den zukünftigen Bewohnern der anvisierten 150 Wohneinheiten ein attraktives

und lebenswertes Zuhause schaffen. Insbesondere soll ein städtebauliches Konzept ausgewählt

werden, das für die Bauherren eine geeignete Grundlage zur Weiterentwicklung des Projektes darstellt.

Herr Streicher erläutert daraufhin kurz den gegenwertige Stand zur Nutzung der südlich verlaufenden

Privatstraße im Hinblick auf die Nutzbarkeit für die Quartierserschließung. Eigentumsrechtlich dient die

Privatstraße als Erschließung für das östliche Nachbargrundstück (Druckerei). Nach Gesprächen mit

dem Nachbarn ist eine Übereignung an die Ausloberinnen ggf. möglich und wird derzeit geprüft. In

diesem Zusammenhang wird seitens des Gremiums noch einmal betont, dass die Entwurfsvorschläge

mit einer Erschließung über die südliche Privatstraße zulässig sind (da diese Option den Teilnehmern

im Rückfragenkolloquium eingeräumt wurde).

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2. WAHL DES VORSITZENDEN / ANWESENDE DES PREISGERICHTS

Städtebaulicher Wettbewerb

Am Listholze 82

in Hannover, List

Aus dem Kreis der Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichter wird Prof. Dr. Franz Pesch für den

Vorsitz der Preisgerichtssitzung vorgeschlagen und einstimmig zum Vorsitzenden gewählt (bei eigener

Enthaltung). Er nimmt die Wahl an und bedankt sich für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Im

Folgenden prüft er die Vollzähligkeit der stimmberechtigten Preisrichter. Es sind erschienen:

Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichter

Uwe Bodemann Landeshauptstadt Hannover, Stadtbaurat

Prof. Dr. Franz Pesch Architekt und Stadtplaner,

pesch partner architekten stadtplaner BDA|SRL, Stuttgart

Henrike Wehberg-Krafft Landschaftsarchitektin, WES & Partner, Hamburg/Berlin

Stellvertretende Fachpreisrichter

Martin Schenk Architekt, Schenk + Waiblinger Architekten, Hamburg

Michael Heesch Landeshauptstadt Hannover,

Leiter Fachbereich Planen und Stadtentwicklung

Sachpreisrichterinnen und Sachpreisrichter

Dirk Streicher Delta Bau AG

Lorenz Hansen Gundlach GmbH & Co. KG, Vorsitzender der Geschäftsführung

Irma Walkling-Stehmann Bezirksbürgermeisterin Vahrenwald-List, SPD-Fraktion

Stellvertretende Sachpreisrichter

Ratsherr Engelke FDP-Fraktion

Peter Lischinski Delta Bau AG, Technische Leitung

Dr. Frank Eretge Gundlach GmbH & Co. KG, Geschäftsführer

entschuldigt fehlen:

Ratsherr Dette Grünen-Fraktion

Ratsherr Blaschzyk CDU-Fraktion

Sachverständige

Franz-Josef Gerbens Gundlach GmbH & Co. KG, Wohnungsunternehmen,

Technische Leitung

Helmut Kummer Gundlach GmbH & Co. KG, Bauträger, Technische Leitung

Andreas Zunft Landeshauptstadt Hannover,

Fachbereich Planen und Stadtentwicklung

Karl Schuchert Landeshauptstadt Hannover,

Fachbereich Planen und Stadtentwicklung

Norbert Kuczma Landeshauptstadt Hannover,

Fachbereich Umwelt und Stadtgrün

Wilhelm Arnold Delta Bau AG

Verkaufsleiter Häuser und Wohnungen

Michael Pilgrim Landeshauptstadt Hannover,

Fachbereich Umwelt und Stadtgrün

Lars Brakebusch Gundlach GmbH & Co. KG, Bauträger

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entschuldigt fehlen:

Christian Kaiser Gundlach GmbH & Co. KG, Bauträger,

Verkaufsleiter Häuser und Wohnungen

Sven Klingelhöfer Delta Bau AG

Wettbewerbskoordination/Organisation

Uwe Drost D&K drost consult GmbH, Hamburg

Imke Ißberner (Protokoll) D&K drost consult GmbH, Hamburg

Kai Degen (Vorprüfung) D&K drost consult GmbH, Hamburg

Der Vorsitzende bestätigt die Vollzähligkeit der stimmberechtigten Preisrichter.

Die Protokollführung übernimmt Frau Imke Ißberner von D&K drost consult GmbH.

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Am Listholze 82

in Hannover, List

Alle zu der Sitzung des Preisgerichts zugelassenen Personen geben die Versicherung zur vertraulichen

Behandlung der Beratungen. Sie erklären weiterhin, dass sie keinen Meinungsaustausch mit den

Wettbewerbsteilnehmerinnen und -teilnehmern über die Aufgabe hatten.

Der Vorsitzende versichert der Ausloberin, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie der Öffentlichkeit

die größtmögliche Sorgfalt und Objektivität des Preisgerichts in gemäß der „RPW 2008 – Richtlinien

für Planungswettbewerbe“

3. ERGEBNISSE DER VORPRÜFUNG

Die Ergebnisse der Vorprüfung sind in einem Vorprüfbericht zusammengefasst, der Aufschluss über die

formalen Kriterien gibt und einen vergleichbaren Überblick über alle Arbeiten gewährleistet. Für jede

Arbeit werden auf jeweils vier DIN-A4-Seiten die stichwortartigen Vorprüfungsergebnisse der Sachverständigen,

die faktischen Überprüfungen sowie Ausschnitte der Planzeichnungen dargestellt. Die

Vorprüfung erfolgte anhand der in der Auslobung formulierten Kriterien.

Ferner steht dem Preisgericht ergänzend zum Vorprüfbericht eine zweiseitige Projektübersicht zur

Verfügung, die sowohl die Lagepläne und beispielhafte Perspektiven aller abgegebenen Arbeiten

enthält als auch wichtige Kenngrößen wie BGF und die Anzahl der Wohneinheiten zusammenfasst.

Alle elf Architekturbüros haben ihre Arbeiten fristgerecht eingereicht. Zur Wahrung der Anonymität

wurden die Kennziffern der Arbeiten mit willkürlich gewählten Tarnzahlen von 1230 bis 1240 überklebt.

Eine Sammelliste mit Kennziffern, Tarnzahlen und Eingangsdaten wird zusammen mit den Verfassererklärungen

aufbewahrt.

Dargestellte Mehrleistungen auf den Präsentationsplänen wurden während der Vorprüfung sowie

während der Preisgerichtssitzung verdeckt.

- Die Arbeit 1230 zeigt auf Plan 4 statt der geforderten einen Visualisierung, vier Visualisierungen.

Die Visualisierungen 2, 3 und 4 wurden abgedeckt.

- Die Arbeit 1231 zeigt zwei Visualisierungen. Die Visualisierung „Perspektive Reihenhäuser“ auf

Plan 3 wurde abgedeckt.

- Die Arbeit 1239 zeigt auf Plan 1 einen Tiefgaragenentwurf im Maßstab 1:1000 der nicht gefordert

war, dieser wurde abgedeckt.

- Die Arbeit 1240 zeigt zwei Visualisierungen. Die Visualisierung „Perspektive Anger“ auf Plan 3

wurde abgedeckt.

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Am Listholze 82

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Bei der Arbeit 1238 wurde das Liberoblatt mit einem genordeten Lageplan mit der Bitte um Austausch

neu eingereicht. Die Vorprüfung sowie das Preisgericht hat ihre Prüfung bzw. Entscheidung anhand

des zum Abgabetermin eingereichten Plans durchgeführt.

Die geforderte Verfahrensleistung wurde im Wesentlichen bei allen Arbeiten erbracht. Aus formalen

Gesichtspunkten besteht kein Anlass für die Vorprüfung, den Ausschluss eines Verfahrensbeitrages

durch das Preisgericht zu empfehlen.

4. INFORMATIONSRUNDGANG/BEWERTUNG DER ARBEITEN

Um 10.45 Uhr beginnt der Informationsrundgang, in dem die Vorprüfung die städtebaulichen, architektonischen,

freiraumplanerischen und funktionalen Grundzüge der Arbeiten ausführlich und wertfrei

vorstellt. Insbesondere wird auf die von den jeweiligen Verfassern hervorgehobenen Aspekte der Arbeiten

eingegangen. Während dieser Vorstellung werden vom Gremium Rückfragen zum Verständnis der

Entwurfsidee und detaillierte Fragen in Bezug auf die Darstellung erörtert. Nach dem Informationsrundgang

beginnt das Preisgericht seine Beratung mit der Besprechung der Wettbewerbsaufgabe und des

Bewertungsverfahrens.

Um 12.00 Uhr beginnt der erste Wertungsrundgang mit einer kritischen Beurteilung der Arbeiten und

der Feststellung von grundsätzlichen und schwerwiegenden Mängeln. Dabei wird zunächst jeder der

Wettbewerbsbeiträge von einem Fachpreisrichter vorgestellt und dann im Kreise des Preisgerichts

unter Feststellung von Vorzügen, gelungenen Planungsansätzen und schwerwiegenden Mängeln kurz

diskutiert.

Folgende Entwürfe werden aufgrund von Defiziten auf konzeptioneller Ebene einstimmig ausgeschlossen:

Tarnzahl für den Ausschluss gegen den Ausschluss

1230 6 0

1235 6 0

1237 6 0

Folgende Arbeiten verbleiben somit im Verfahren: 1231, 1232, 1233, 1234, 1236, 1238, 1239 und

1240.

In einem zweiten Wertungsrundgang werden ab 12.45 Uhr die im Verfahren verbliebenden Arbeiten

im Kreise des Preisgerichts wiederum unter Feststellung von Vorzügen, gelungenen Planungsansätzen

und Defiziten auf konzeptioneller Ebene diskutiert. In die Beurteilung der Arbeiten fließen dabei unter

anderem das städtebauliche Konzept, die Höhenentwicklung, die verkehrliche Erschließung bzw.

Organisation des ruhenden Verkehrs und des Freiraums sowie die Bildung unterschiedlicher Haustypologien

ein.

Folgende Entwürfe werden aufgrund von Defiziten auf konzeptioneller Ebene in den vorgenannten

Kriterien ausgeschlossen:

Tarnzahl für den Ausschluss gegen den Ausschluss

1231 4* 3

1233 4 2

1234 5 1

1238 5 1

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Am Listholze 82

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*) Aufgrund der Pattsituation in diesem Entscheidungsfall hat die Ausloberin die Entscheidungskompetenz.

Somit verbleiben die Arbeiten 1232, 1236, 1239, 1240 in der engeren Wahl des Verfahrens.

Nach einer Mittagspause bis 14.25 Uhr werden die Entwürfe der engeren Wahl eingehend diskutiert

und gegeneinander abgewogen.

Beurteilung der verbliebenen Arbeiten der engeren Wahl

1232

Städtebaulich schlägt die Arbeit ein geschlossenes, introvertiertes Quartier vor, mit einer ausgeprägten

Hof- oder Angersituation. Die Hofsituation trägt zu einer eindeutigen und identifikationsbildenden städtebaulichen

Qualität bei.

Folgerichtig wird die Erschließung von der Straße Am Listholze von Süden kommend über den Hof

geführt, ohne die verbleibenden Freiräume, Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten wesentlich zu beeinträchtigen.

Durch die blockbezogene Tiefgaragenplanung, die jeweils ein halbes Geschoss über Hofniveau

liegt, ist der Bezug zum Ufer des Mittellandkanals ohne Niveauversprung möglich. Die an den

Reihen- und Stadthäusern vorgesehenen Parkplätze in den Vorgärten werden positiv bewertet.

Die den Block nach Ost und West abschließenden Riegel haben in der vorliegenden Grundrisslösung

den Nachteil Wohnungsgrundrisse vorzusehen, die ausschließlich nach West zur Straße Am Listholze

oder nach Ost zur Druckerei ausgerichtet sind. Blickbeziehungen aus dem Block zum Mittellandkanal

sind möglich.

Kontrovers diskutiert wird die Anordnung der kleinteiligen Bebauung im Nordwesten. Der städtebauliche

diagonale Bezug von der kleinteiligen Bebauung im Südosten und Nordwesten wird in Frage gestellt.

Kritisiert wird das Verhältnis von wenigen Stadthäusern (14) zu 146 Geschosswohnungen, wodurch

eine relativ hohe Dichte erreicht wird. Die angestrebte Mischung von Wohnungstypologien wird nicht

erreicht.

Positiv bewertet wird das architektonische und stadträumliche Erscheinungsbild, auch im Hinblick auf

die Bildung einer Stadtkante zum Kanal.

Parallel zum Ufer des Mittellandkanals werden Versickerungs- bzw. Retentionsflächen für anfallendes

Regenwasser vorgesehen, was positiv zur Kenntnis genommen wird. Der Grünzug am Ufer bleibt

unangetastet, was den Forderungen der Auslobung entspricht. Die Beziehung des öffentlichen Raums

zur Uferkante könnte stärker ausgebildet werden.

1236

Das städtebauliche Konzept sucht in seiner Strenge und Klarheit der aufgereihten Zeilenbebauung

nicht die Beziehung zur umgebenden Bebauung, sondern nimmt Bezug auf Vorbilder des Geschosswohnungsbaus

der 20er/30er Jahre (z.B. das Quartier Liststadt in Hannover). Diese Klarheit bewirkt in

Verbindung mit der einheitlichen Materialität (Klinker) aber durchaus eine Identifikation für das Quartier.

Angenehm gebrochen werden die Strenge und der Höhensprung zwischen Geschoßwohnungsbauten

und Reihenhausbebauung durch die Rhythmisierung der Geschossigkeit der Wohnbauten am Kanal

(Wechsel der Geschossigkeit von 5 auf 6) und der Profilierung der Reihenhauszeilen.

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Am Listholze 82

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Das Quartier ist mit der Basisstraße gut an die Straße Am Listholze angebunden. Die Bebauung hält

jedoch Abstand von der Straße Am Listholze und ist damit erst auf einen zweiten Blick als Adresse

wahrnehmbar.

Als Konsequenz der gereihten Anordnung sind auch die Freiräume linear und spannungslos. Sowohl

Quartiersplatz als auch der Quartiersboulevard bieten keine rechte Aufenthaltsqualität. Der angebotene

Quartiershain birgt das Risiko der weiteren Separierung des Quartiers von dem öffentlichen Raum.

Die Erschließung des Quartiers über die Straße Am Listholze mit der Basisstraße und der inneren

Ringstraße ermöglicht eine gute interne Anbindung der Gebäude. Die Tiefgaragenstellplätze sind

eindeutig den Geschosswohnungsbauten am Kanal zugeordnet, ebenso wie die Carportanlage im

Süden zu den Reihenhäusern. Die einfache städtebauliche Struktur ist vorteilhaft im Hinblick auf eine

Teilbarkeit und abschnittsweise Realisierung sowie für verschiedene Wohn- und Eigentumsformen.

Durch das erhöhte Tiefgaragengeschoss bei den Wohngebäuden am Kanal entsteht eine wohltuende

Distanz zwischen dem öffentlichen Weg am Kanal, den privaten Freiräumen zwischen den Häusern

und den halböffentlichen Verbindungen in das Quartier.

1239

Die Verfasser nehmen das Baugrundstück „Am Listholze 82“ als Insel wahr, die sie durch eine eindeutige

Orientierung der Baukörper und Freiräume zum Mittellandkanal hin in einen attraktiven Wohnstandort

verwandeln wollen. Diese Absicht prägt den Entwurf und führt zu einem überzeugenden Ergebnis:

Es werden gleichwertige Wege zum Wasser angeboten, die sich in richtiger Dosierung zu

Nachbarschaftshöfen aufweiten. Die Kante am Wasser wird über eingestellte Terrassen zu einem

besonderen Erlebnisraum. Im Ergebnis entsteht ein dezentral orientiertes Freiraumangebot mit Qualität

und Atmosphäre.

Der Dramaturgie der Freiräume spiegelt sich in den verwendeten Gebäudetypologien und im städtebaulichen

Maßstab: Die Straße Am Listholze wird von Geschossbauten gesäumt, der Kanal von einem

Ensemble plastisch gestalteter Punkthäuser, die über das gewählte Material (helle Putzfassaden) einen

einheitlichen Gesamteindruck erzeugen und über die variationsreiche Kubatur eine lebendige Vielfalt

garantieren. Die konsequent ost-west-orientierten Reihenhäuser im Inneren des Gebiets sind zu Straßenräumen

und Höfen orientiert. So entstehen für die Bewohner hochwertige öffentliche Räume, in die

sich die geforderten Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten optimal integrieren lassen. Anerkannt wird

zudem der Überlegung im Osten und Westen der Gebäude Gärten anzubieten – ein guter Ansatz, der

noch etwas konsequenter durchgehalten werden könnte. Das vorgeschlagene Baumpaket als Abschirmung

des Wohngebiets zur Privatstraße und zum Parkplatz im Süden, wird die Bewohner nicht vor

Lärmeintrag schützen – es erzeugt jedoch eine atmosphärische Qualität.

Der Vorschlag für die Erschließung des Gebiets fällt hinter der stadträumlichen Qualität etwas zurück:

Die Zufahrt über den Gertrud-Greising-Weg wird sich erst langsam zum angemessenen Entrée entwickeln.

Als Alternative wird im Preisgericht eine Zufahrt von der Straße Am Listholze diskutiert. Die

dezentral angebotenen Tiefgaragen stellen einen sinnvollen Beitrag dar; nicht aber die in den öffentlichen

Raum gelegte Rampe. Die voll versenkten Tiefgaragen ohne natürliche Belüftung werden seitens

der Ausloberinnen kritisch bewerten. Die kompakt angebotenen Stellplätze für das Reihenhausgebiet

sind in der vorgeschlagenen Konsequenz nicht vorstellbar. Hier wäre einer wohnungsnahen Verteilung

der Vorzug zu geben.

Das modular aufgebaute städtebauliche Konzept verspricht eine schrittweise Realisierung. Dabei wäre

allerdings der Eingriff in das Leitungsrecht für die Gasleitung im Nordwesten zu vermeiden.

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Städtebaulicher Wettbewerb

Am Listholze 82

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Insgesamt bietet das Konzept einen überzeugenden Beitrag für eine ambitionierte Bauaufgabe in einem

heterogen vorgeprägten Umfeld. Die erreichte städtebauliche Dichte präsentiert sich als Ergebnis einer

richtigen Abwägung zwischen Geschossfläche und Wohnatmosphäre.

1240

Der Entwurf bildet eine gleichwertig anmutende 3- bis 4-geschossige Höhenstafflung aus. Das gesamte

Wohnquartier wird durch Gebäuderiegel und verbindende Einfriedungen und Mauern gefasst. Zufahrten

werden punktuell (Toreinfahrt Anger, Zufahrten Wohnwege) minimiert. Die Öffnung zum „Lister Kai“

hingegen wird großzügig ausgebildet.

Im Zentrum der Wohnanlage liegt ein großzügiger, linsenartiger Gemeinschaftsanger, der nördliche

Geschosswohnbauten mit den südlichen Reihenhäusern verbinden soll. Dieser starke Freiraum, wie

auch das Motiv des „Lister Kai“, werden positiv bewertet.

Die Umgebungsemissionen des südlichen Gewerbes werden durch die Quartiersmauern minimiert.

Durch die starke Abgrenzung wird die Adressbildung der einzelnen Wohnbauten erschwert. Der Anger

sowie der Geschosswohnungsbau werden an der Westseite durch einen torartigen, eher abweisenden

Eingang im Westen, markiert. Die Erschließung der Wohnwege zu den Reihenhäusern wird ebenfalls

durch die Grundstückseinfriedung erschwert. Insgesamt entsteht der Eindruck einer „Gated Community“.

Das Quartier entwickelt eine eher zurückhaltende Silhouette und entfaltet am ehesten an der nördlichen

Kante zum „Lister Kai“ ein prägendes Bild. Die Geschossigkeit und Gestaltung der Giebelwände am Kai

erzeugen einen hochwertigen Eindruck.

Durch die konsequente Ost-West-Ausrichtung der Gebäuderiegel ist die Besonnung im gesamten

Quartier trotz der hohen Dichte recht gut. Der dargestellte Wohnungsmix ist relativ variantenarm. Der

dargestellte Haustyp Reihenhaus ist im Besonderen durch die teilweise Viergeschossigkeit und der

Splitlevel-Grundrisse der Aufgabe nicht gerecht geworden.

Die durchgängige Tiefgarage für den Geschosswohnungsbau erschwert die Realisierung in Bauabschnitten,

wie auch die Realteilbarkeit. Die Unterbringung der Stellplätze in den Reihenhäusern ist

wirtschaftlich sehr aufwendig.

Der Freiraum im Quartiersanger sieht eine große Form vor, bleibt aber einer freiräumlichen Ausformung,

wie z.B. Kinderspielflächen etc. schuldig. Die großzügige städtische Gestaltung der Freiflächen

am Lister Kai wird insgesamt positiv bewertet.

5. BESCHLUSS DES PREISGERICHTS

Nach erneuter Analyse und Diskussion der Arbeiten fasst das Preisgericht folgenden Beschluss:

1. Preis Arbeit 1239 mit 6:0 Stimmen

2. Preis Arbeit 1232 mit 6:0 Stimmen

3. Preis Arbeit 1236 mit 6:0 Stimmen

Die Arbeit 1240 verbleibt in der engeren Wahl und wird nicht ausgezeichnet.

Die Preissumme wird, wie in der Auslobung vorgesehen, wie folgt vergeben:

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1. Preis Arbeit 1239 17.000,- Euro

2. Preis Arbeit 1232 10.000,- Euro

3. Preis Arbeit 1236 7.000,- Euro

6. EMPFEHLUNG DES PREISGERICHTS

Städtebaulicher Wettbewerb

Am Listholze 82

in Hannover, List

Das Preisgericht empfiehlt der Ausloberin einstimmig die Verfasser der mit dem 1. Preis ausgezeichneten

Arbeit 1239 mit der Weiterbearbeitung zur Erstellung eines Funktionsplans als Grundlage für das

anschließende Bebauungsplan-Verfahren zu beauftragen.

7. PREISTRÄGER

Nach Öffnung der Umschläge mit den Verfassererklärungen durch die Vorprüfung werden um

16.00 Uhr die Namen der teilnehmenden Büros festgestellt. Im Ergebnis wird durch das Preisgericht

folgende Preisvergabe festgehalten:

1. Preis Arbeit 1239 – blauraum architekten, Hamburg

2. Preis Arbeit 1232 – gruppeomp architektengesellschaft mbH, Bremen

3. Preis Arbeit 1236 – Agsta Architekten und Ingenieure, Hannover

Folgende Architekturbüros werden nicht ausgezeichnet:

8. ABSCHLUSS

Arbeit 1230 – NAT Architecten BV, Amsterdam (NL)

Arbeit 1231 – Stefan Forster Architekten, Frankfurt

Arbeit 1233 – BE Berlin, Berlin

Arbeit 1234 – BKSP, Hannover

Arbeit 1235 – Jo Coenen & Co Architekten, Amsterdam (NL)

Arbeit 1237 – Dorte Mandrup Arkitekter, Kopenhagen (DK)

Arbeit 1238 – zillerplus Architekten und Stadtplaner, München

Arbeit 1240 – Kellner Schleich Wunderling Architekten + Stadtplaner GmbH,

Hannover

Abschließend gibt das Preisgericht die Anregung, einige ausgewählte Teilnehmer dieses Verfahrens

zum geplanten hochbaulichen Workshopverfahren einzuladen.

Der Vorsitzende zeigt sich erfreut über das gute Ergebnis des Verfahrens und dankt dem Preisgericht

und den Sachverständigen für die konstruktive und kompetente Diskussion und mit der Zustimmung

aller Preisrichterinnen und Preisrichter erteilt er der Vorprüfung Entlastung. Der Vorsitzende bedankt

sich auch besonders für die sorgfältige Vorbereitung und Durchführung des Verfahrens und gibt den

Vorsitz an die Ausloberin zurück.

Herr Bodemann zeigt sich ebenfalls erfreut über das gute und einstimmige Ergebnis. Er weist darauf

hin, dass der Mut einen Wettbewerb mit prominenten Büros auszuloben, eine geeignete Möglichkeit

sei, für ein interessantes Grundstück gute Lösungen zu erzielen. Er freut sich auf die weitere Umsetzung

und Konkretisierung des Ergebnisses.

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Städtebaulicher Wettbewerb

Am Listholze 82

in Hannover, List

Herr Streicher dankt den Anwesenden ebenfalls für die gute Zusammenarbeit und zeigt sich erfreut

über das Ergebnis.

Zum Abschluss weist Herr Hansen darauf hin, dass eine Ausstellung der Arbeiten geplant sei; der Ort

sowie der Zeitraum jedoch noch nicht feststehe.

Das Protokoll ist mit dem Vorsitzenden des Preisgerichtes abgestimmt.

Die Preisgerichtssitzung ist um 16.20 Uhr beendet.

Hamburg, 13. Dezember 2012

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Anhang zum

PROTOKOLL

DER PREISGERICHTSSITZUNG


Anhang zum Protokoll der Preisgerichtssitzung Städtebaulicher Wettbewerb

AM LISTHOLZE 82 in Hannover, List

235_01

1. Rundgang Tarnzahl: 1230

Kennzahl: 362412

NAT Architecten bv, Amsterdam (NL)

F.A. van Manen

Mitwirkende:

Joep Manschot, A. Joosting-Schulze, J. Steenkamp,

T. Avella Ballester, U. A. Retolaza

Fachberatung:

J. Baas (Immobilienfinanzierer), S. Thorissen (Stadtplaner)

2. Rundgang Tarnzahl: 1231

Kennzahl: 100312

STEFAN FORSTER Architekten GmbH, Frankfurt a. M.

Stefan Forster

Mitwirkende:

Julia Martin, Theresa Hertlein, Annika Vedder, Nemanja Tomasevic,

Jelena Duchrow

2. Preis Tarnzahl: 1232

Kennzahl: 013370

Gruppe OMP Architektengesellschaft mbH, Bremen

Oliver Ohlenbusch, Sven Martens, Oliver Platz

Mitwirkende:

Christian Seeger, Erik Dobewall, Fabian Seeberger

Fachberatung:

Johannes Böttger Landschaftsarchitekten: Johannes Böttger,

Caroline Hertel, Thomas Noldus

D&K drost consult GmbH


Anhang zum Protokoll der Preisgerichtssitzung Städtebaulicher Wettbewerb

AM LISTHOLZE 82 in Hannover, List

235_01

2. Rundgang Tarnzahl: 1233

Kennzahl: 012505

BE Berlin GmbH, Berlin

Gerd Jäger

Mitwirkende:

Leander Moons, Miguel de Assas, Piotr Janiak

2. Rundgang Tarnzahl: 1234

Kennzahl: 122708

Architekten BKSP, Hannover

Thomas Obermann

Mitwirkende:

Arne Kesten, Bettina Kirstein, Javier Gallego

Fachberatung:

NSP Nagel, Schonhoff + Partner: Anne Rohde

1. Rundgang Tarnzahl: 1235

Kennzahl: 201512

Jo Coenen Architects & Urbanists bv, Amsterdam (NL)

Prof. Dr. Jo Coenen

Mitwirkende:

Christof Goldschmid, Thomas Offermanns,

Roderik zu Castell-Rudenhausen, Willem Lucassen

D&K drost consult GmbH


Anhang zum Protokoll der Preisgerichtssitzung Städtebaulicher Wettbewerb

AM LISTHOLZE 82 in Hannover, List

235_01

3. Preis Tarnzahl: 1236

Kennzahl: 975318

Agsta - Architekten und Ingenieure, Hannover

Dr. Harald Schulte

Mitwirkende:

Karen Sander, Hr. Luft, Anne Hinze

Fachberatung:

LAD + Landschaftsarchitektur Diekmann

1. Rundgang Tarnzahl: 1237

Kennzahl: 682415

Dorte Mandrup Arkitekter ApS, Kopenhagen

Dorte Mandrup-Poulsen

Mitwirkende:

Kristoffer Nejsum, Clara Sjödin, Constance de Zuttere,

Gunnar Kurusk, Junhau Zhou, Laura Freiling, Delphine Passaquay,

Malin Rönnerfalk

2. Rundgang Tarnzahl: 1238

Kennzahl: 231117

zillerplus Architekten und Stadtplaner, München

Michael Ziller

Mitwirkende:

Isabella Schmidt, Sandra Schuster

Fachberatung:

BHF Landschaftsarchitekten: Jens Bendfeldt;

Visualisierung: Bloomimages; Matthes Modelbau

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Anhang zum Protokoll der Preisgerichtssitzung Städtebaulicher Wettbewerb

AM LISTHOLZE 82 in Hannover, List

235_01

1. Preis Tarnzahl: 1239

Kennzahl: 835169

blauraum architekten Planungsgesellschaft mbH, Hamburg

Rüdiger Ebel, Volker Halbach, Carsten Venus

Mitwirkende:

Carla Gertz, Ciró Pont-Chafer, Jan Busemeyer

Fachberatung:

Breimann & Bruun Garten- und Landschaftsarchitekten

Engere Wahl Tarnzahl: 1240

Kennzahl: 290416

kellner schleich wunderling architekten + stadtplaner bda dwb

srl, Hannover

Karin Kellner

Mitwirkende:

Jörn Schinkel, Lutz Schleich, Eckhard Wunderling

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