Download (PDF; 2,5 MB) - Fairer Kaffee in die Kirchen

kirchen.trinken.fair.de

Download (PDF; 2,5 MB) - Fairer Kaffee in die Kirchen

Die Mehrheit der Verbraucher bleibt auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten einer Marke treu – wenn sie für eine gute

Sache steht, wie es Produkte mit dem Fairtrade-Siegel tun. Fotos: Fawzy Emrany

TroTz Krise: VerTrauen in die guTe sache

Überall ist derzeit von der tief greifenden

Finanz- und Wirtschaftskrise die Rede,

die natürlich an Grenzen nicht Halt macht.

Erstaunlicherweise verzeichnet der Faire Handel

aber auch in dieser Situation weltweit weiterhin

beachtliche Wachstumsraten. Alle 19

Fairhandels-Siegel-Initiativen, die im internationalen

Dachverband FLO (Fairtrade Labelling

Organizations International) mit Sitz in Bonn

zusammengeschlossen sind, vermelden für 2007

und 2008 gestiegene Umsätze. Es beweist,

dass die Konsumenten auch in schwierigen

Zeiten bereit sind, Geld für sozial und ökologisch

verträgliche Produkte auszugeben. Eine

Umfrage unter Verbrauchern hat ergeben, dass

68 Prozent von ihnen einer Marke auch während

der Rezession treu bleiben, wenn diese Marke

für eine gute Sache steht. Im Fairen Handel ist

das der Fall – und so schafft das Fairtrade-Siegel

nachhaltig Vertrauen, auch und gerade während

einer Krise.

Insgesamt stiegen die Umsätze im weltweiten

Fairen Handel in den vergangenen fünf Jahren

um durchschnittlich 40 Prozent pro Jahr, in 2007

sogar um 47 Prozent auf insgesamt 2,3 Milliarden

Euro. Für das Geschäftsjahr 2008 wird der

Gesamtumsatz auf 3,2 Milliarden geschätzt.

Auch für 2009 werden laut Rob Cameron,

Geschäftsführer von FLO, weitere Wachstumsraten

erwartet – allerdings in etwas geringerem

Tempo und Ausmaß, etwa zwischen zehn und 25

Prozent. Spitzenreiter unter den Fairtrade-Initiativen

sind derzeit die USA mit einem Umsatz in

2007 von 730 Millionen Euro und – auf europäischer

Ebene – die Fairtrade Foundation in

Großbritannien mit 704 Millionen Euro Umsatz.

Dahinter folgten in 2007 Frankreich mit 210

Millionen Euro Umsatz und die Max Havelaar

Initiative in der Schweiz mit 158 Millionen Euro.

Deutschland lag mit 141 Millionen Euro Umsatz

im Geschäftsjahr 2007 an vierter Stelle bei den

europäischen Fairhandels-Initiativen.

Dabei ist vor allem die Entwicklung in Frankreich

interessant. Denn noch 2002 betrug der Umsatz

hier nur 22 Millionen Euro – und stieg somit

innerhalb von fünf Jahren auf das Zehnfache.

Grund ist die Einführung von fair gehandelten

Produkten in Supermärkten – ein Durchbruch,

wie er etwa in Deutschland schon einige Jahre

Fortsetzung auf Seite 2

NEWSLETTER Nr. 7

FaiRER KaFFEE iN diE KiRchEN

Liebe Leserinnen,

liebe Leser,

das Weltwirtschaftssystem steckt in seiner

schlimmsten Krise seit 80

Jahren. Die Krise trifft

diejenigen besonders hart, die heute bereits in

Armut leben müssen. Diese Situation erfordert

mehr denn je eine Änderung unseres Konsumverhaltens

und eine glaubwürdige Umsetzung

unserer (diakonischen) Leitbilder. Hierbei spielen

faire Handelsbedingungen eine besonders wichtige

Rolle. Denn ein garantierter Mindestpreis,

langfristige Lieferbeziehungen, Vorfinanzierung

der Ernte und die Fairtrade-Prämie sichern auch

in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs das

Einkommen der Bauernfamilien und Plantagenarbeiter.

Erfreulicherweise bleiben trotz der Krise viele

Konsumenten dem Fairen Handel verbunden. So

ist der Umsatz auch in den letzten Monaten des

Jahres 2008 weiter gestiegen. Und während in

Deutschland der gesamte Absatz von Kaffee in

den vergangenen Jahren um nur zwei Prozent

gewachsen ist, steigerte sich der Absatz von

fair gehandeltem Kaffee um satte 30 Prozent.

Darüber hinaus will inzwischen jeder zweite Verbraucher

wissen, unter welchen ökologischen

und sozialen Bedingungen „seine“ Produkte

hergestellt werden.

Auch wir können – trotz Finanzkrise – zuversichtlich

auf einen erfolgreichen Verlauf der

Aktion „Fairer Kaffee in die Kirchen“ blicken:

Inzwischen haben über 80

diakonische Einrichtungen,

kirchliche Verwaltungen und evangelische

Tagungshäuser auf Fairtrade Kaffee umgestellt.

Das entspricht einem Plus von rund 40

Tonnen Kaffee pro Jahr. Darüber hinaus schenkt

nun mit der Friedenskirche Kaiserslautern die

1000. Kirchengemeinde

ausschließlich fair gehandelten

Kaffee aus.

Ihre Ansprechpartnerin

für die Aktion,

Margarita Sigle

Mai 2009


Fortsetzung von Seite 1

Mit Fairem Handel trotz Krise fest im Sattel: Zuckeranbauer. Foto: Didier Gentilhomme Produzenten im Süden vertrauen auf die bewährte, faire Handelspartnerschaft:

Teebäuerin in Vietnam. Foto: Didier Gentilhomme

zuvor erfolgte. Schaut man auf die Produkte und

den internationalen Absatz, so gehören Bananen

mit 234.000 verkauften Tonnen zu den Rennern,

auch fair gehandelte Blumen sind weltweit

beliebt. Hier wurden in 2007 rund 240 Millionen

Stiele verkauft. Der Fairhandels-Klassiker Kaffee

brachte es auf 62.000 verkaufte Tonnen.

Während also auf der Marketing-Seite zahlreiche

Erfolge zu vermelden sind, macht sich auf

der Produzentenseite die Krise stärker bemerkbar.

Denn zahlreiche Kleinbauern im Süden sind

von steigenden Lebens- und Futtermittelpreisen

betroffen und in ihrer Existenz bedroht. Es wird

für sie außerdem immer schwieriger, Kredite zu

erhalten. In dieser Situation ist der Faire Handel

für die Produzenten umso wichtiger, weil er ein

stabiles und höheres Einkommen garantiert.

Entsprechend vermeldet auch der unabhängige

Zertifizierer FLO-CERT steigende Anfragen von

Produzentengruppen und Kooperativen, die sich

zertifizieren lassen wollen – und zwar über alle

Wer sind FLo und FLo-cerT?

Fairtrade Labelling Organizations International

(FLO) mit Sitz in Bonn ist der Dachverband

der internationalen Fairtrade-Siegelinitiativen.

Er entwickelt und setzt die Standards für Pro-

dukte, die mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet

werden. Diese Standards werden gemeinsam

mit Produzenten und Siegelorganisationen

erarbeitet. Dabei wird das Standard-Komitee

von einem Gremium aus Produzenten, Händlern

und Entwicklungsexperten beraten. Es

gibt allgemeine Standards, die vor allem Ökonomie,

Ökologie und Soziales umfassen, und

spezifische Standards und Mindestpreise für

einzelne Produkte. Diese werden durchschnittlich

alle zwei Jahre überprüft. Zusätzlich bie-

tet FLO e.V. Beratungsleistungen für die lokalen

Produzenten an. Seit 2004 gibt es außerdem

die FLO-Cert GmbH, die als unabhängiger

Produktgruppen und Regionen hinweg.

Wichtigste Entscheidung für die Kaffeeproduzenten

im Fairen Handel war 2008, den Fairtrade

Mindestpreis für Arabica-Kaffee von 1,21 US-

Dollar auf 1,25 US-Dollar pro englischem Pfund

(1 lb entspricht 453,6 gr) zu erhöhen. Diese Änderung

war notwendig geworden, weil auch der

Weltmarktpreis angestiegen ist. Bio-Kaffee wird

mit einer zusätzlichen Prämie von 0,20 US-Dollar

für ein englisches Pfund Röstkaffee entlohnt.

Wichtig ist auch, dass immer mehr große

Unternehmen ihre Bereitschaft zeigen, beim

Fairen Handel mitzumachen. So hat die US-Kette

Starbucks jüngst angekündigt, ihre Angebote

an fair gehandeltem Kaffee zu verdoppeln.

Ende 2009 sollen in Großbritannien und Irland

Espresso-Produkte komplett auf Fairen Handel

umgestellt sein. Außerdem will der Milch- und

Schokoladenhersteller Cadbury bis zum Sommer

2009 seinen Verkaufsschlager den Schokoriegel

„Cadbury Dairy Milk“ in Großbritannien und

Dienstleister zuständig

ist für die Zertifizierung

der Produ-

zenten, Händler und

Hersteller. Die Gesellschaft

kontrolliert die

Einhaltung der Stan-

dards über die ganze

Produktions- und

Handelskette hinweg.

Bei den Produzenten

werden mit Hilfe lo-

kaler Inspekteure Or-

ganisationsstruktur, Arbeits- und Umweltbedingungen

sowie die Verwendung der Fairtrade-Prämie

geprüft. Im weiteren Warenfluss kontrolliert

FLO-CERT, ob die Produkte wirklich von registrierten

Partnern gehandelt und weiter verar-

Irland als 100 Prozent fair gehandeltes und

mit dem Fairtrade-Siegel versehenes Produkt

anbieten. Das wird sich vor allem positiv für

zahlreiche Kakaobauern in Ghana auswirken.

Darüber hinaus engagieren sich immer mehr

Konsumenten in zahlreichen Ländern für den

Fairen Handel. Sie machen Videowettbewerbe

und tauschen sich in Internet- und Kontaktforen

über die Vorteile des Fairen Handels aus. Auch

öffentliche Einrichtungen, Verwaltungen,

Kirchen, Vereine und Verbände haben fair ge-

handelte Produkte für sich entdeckt und bieten

sie in ihren Einrichtungen und Kantinen an.

Spezielle Schulkampagnen für den Fairen Handel

machen derzeit die Fairtrade-Initiativen in den

USA, Kanada, Irland und Großbritannien. Länder-

übergreifend ist ebenfalls die „Fairtrade Towns

Campaign“ – eine Kampagne zur Auszeichnung

Fairer Städte und Gemeinden“, zu denen

inzwischen London, San Francisco, Rom, Brüssel

und seit 2. April auch Saarbrücken gehören.

beitet werden. Außerdem prüft FLO-CERT, ob die

Fairtrade-Mindestpreise und -Prämien korrekt

überwiesen wurden. FLO-Cert ist seit 2007 auch

nach der ISO-Norm 65 für Zertifizierer akkreditiert.


„Faire geLdanLage Kann ein

KrisenrezepT sein

Tina Gordon ist Fairhandels-Expertin und

war von 2003 bis 2007 als Fairtrade-

Beraterin beim Evangelischen Entwicklungsdienst

und „Brot für die Welt“

tätig. Sie beobachtet die internationale

Fairhandelsszene seit vielen Jahren. Seit

2007 arbeitet sie wieder bei der deutschen

Siegelinitiative Tr a n sFa i r mit Sitz in Köln

und ist dort für Policyfragen zuständig.

Muss sich angesichts der Finanzkrise

Fairtrade über seine Zukunft Sorgen

machen?

Gordon: Der Absatz von Fairtrade-Produkten

in Europa und den USA ist weiter

gestiegen. Allerdings bekommen die Auswirkungen

der Finanzkrise vor allem die

armen Bevölkerungsteile in den Ländern

des Südens, wie bspw. die Kleinproduzenten

zu spüren. Ihre Situation hatte

sich schon in den letzten Jahren erheblich

verschlechtert angesichts von Ernährungskrise,

Klimawandel und den Folgen von

HIV/AIDS. Im vergangenen Jahr gab es

enorme Preissteigerungen für Lebensmittel

Keine Frage, unsere Nachbarn von der Insel

haben’s drauf – das mit dem Fairen Handel.

Mit einem Jahresumsatz von über 700 Millionen

Euro ist die britische Fairtrade Foundation

der Spitzenreiter unter den Europäischen

Fairhandelsinitiativen. Jetzt brachen die Briten

noch einen weiteren Rekord: „Go Bananas for

Fairtrade“ – unter diesem Motto veranstalteten

sie im März dieses Jahres einen kulinarischen

Tag der besonderen Art. Landesweit waren die

Bürger aufgerufen, mit Hilfe pfiffiger Aktionen

möglichst viele fair gehandelte Bananen zu verteilen,

zu verkaufen und natürlich auch zu verzehren.

Und der Bananen-Tag wurde ein voller

Erfolg: Über 380.000 Briten machten mit, über

aufgrund von Produktionsrückgängen,

des hohen Ölpreises und der Nutzung von

Agrarflächen für den Anbau von Kulturpflanzen

für die Bio-Spritproduktion. Rund

zwei Milliarden Menschen – 450 Millionen

Kleinproduzenten und ihre Familienangehörigen

– sind von der Krise betroffen.

Sind Fairtrade-Produzenten von der

Krise ausgenommen?

Gordon: Die Finanzkrise geht natürlich

nicht ganz an den Fairtrade-Produzenten

vorbei. Denn ein großer Teil der Produzenten

bedient nicht nur Fairtrade,

sondern auch den konventionellen Markt.

Fairtrade-zertifizierte Kooperativen haben

aber dank des garantierten Fairtrade-

Mindestpreises die Sicherheit, dass ihre

Produktionskosten auch in Zeiten des

wirtschaftlichen Abschwungs gesichert

sind. Langfristige Handelsbeziehungen

und kooperative Strukturen kommen

Kleinproduzenten in Krisenzeiten zugute.

Einige Auswirkungen der Finanzkrise

spüren jedoch alle. Um gestiegene Kosten

beispielsweise bei Düngemitteln zu finanzieren,

werden Kredite gebraucht. Die

sind immer schwerer zu bekommen – oder

20 Aktionen wurden in Unternehmen, Schulen

und Geschäftsstellen durchgeführt. Auf dem

Trafalgar Square in London waren zahlreiche

wandelnde Bananen in Großformat zu sehen –

Fairtrade Anhänger, die sich in phantasievolle

Kostüme gekleidet hatten. Tatsächlich zählen

die Bananen in Großbritannien, wie auch in

vielen anderen Ländern, zu den meistbegehrten

Stars unter den fair gehandelten Lebensmitteln.

Auch sonst lieben es die Briten fair. Marktstudien

ergaben, dass rund 18 Millionen englische

Familien im vergangenen Jahr zu Fairhandels-

Produkten griffen – 70 Prozent der britischen

Haushalte. In 2007 waren es noch 66,7 Prozent

der Haushalte.

nur zu horrenden Zinsraten von bis zu 20

Prozent.

Was kann man dagegen tun?

Gordon: Zunächst leisten die Konsumenten

den wichtigsten Beitrag, in dem sie weiterhin

Fairtrade-Produkte kaufen. Zusätzlich

kommen Kampagnen, wie die von Oikocredit

zum Thema „Faire Geldanlage“ den

Kleinproduzenten zugute, die entweder

eine neue Existenz aufbauen möchten

oder Unterstützung brauchen, um für den

Fairtrade-Markt zu produzieren. Ähnlich

wie der Faire Handel bewährt sich diese

ethische Geldanlage in Krisenzeiten.

Das Interview führte Monika Hoegen

reKorde und WiTzige spoTs: unsere Fairen nachbarn

Stolz auf den neuen Titel: Garstang in Nordwest-England,

die erste „Fairtrade Town“ der Welt. Foto: FLO

Im Theater Odeon ließ Wiens Society am 11. Februar bei einer

„Fiesta“ den Fairen Handel hochleben. Höhepunkt des

Afrika-Abends war eine Fashion-Show mit SchülerInnen

der Modeschule Wien. Foto: Fairtrade Österreich

Auch anderswo wird der Faire Handel immer

bekannter. In Frankreich konnte der Umsatz

mit fair gehandelten Lebensmitteln, die nun

auch in Supermärkten erhältlich sind, innerhalb

von fünf Jahren verzehnfacht werden

– auf derzeit 210 Millionen Euro. Nun will Max

Havelaar France das Bewusstsein der Franzosen

um den „Commerce Equitable“, den Fairen

Handel noch stärker wecken – mit einer Reihe

witziger Fernsehspots und Poster unter dem

Motto:„Besser für die ganze Welt – besser

für mich“. Außerdem setzt man in Frankreich

verstärkt darauf, faire Produkte in der Gastronomie

und der Hotellerie einzuführen. Auch die

Max Havelaar-Stiftung in der Schweiz möchte

Mit bunten Aktionen öffentlich faires Bewusstsein schaffen:

Trommelaktion zum „Fairtrade-Frühstücks-Tisch“ im französischen

Nantes, am 10. Mai 2008. Foto: Max Havelaar France

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In diesem Jahr brachen die Briten den kulinarischen Rekord. Beim Banana Day 2008

machten sich auch schon deutsche Kinder für faire Bananen stark. Foto: FLO

neue Kunden aus diesem Bereich hinzugewinnen.

Als Erfolg wird in der Alpenrepublik gewertet,

dass in der Kantine der Internationalen Arbeitsorganisation

ILO in Genf nun der fair gehandelte

„Café Libretto“ von der Firma Howeg ausgeschenkt

wird. Die Schweizer Jugendherbergen

bieten ihren Gästen mittlerweile ebenfalls fair

gehandelten Kaffee, Orangensaft, Reis, Zucker

und Tee an. Und wer einmal wissen möchte, wie

es auf der anderen, der Produzentenseite so

aussieht, der kann in der Schweiz Rundreisen zu

Kleinbauern in Ecuador und Marokko buchen.

Traditionell hoch sind die Marktanteile von fair

gehandelten Produkten in der Schweiz, wie

etwa Bananen (50 Prozent) und Rosen (über 40

Prozent). Der Grund: die beiden Supermarktketten

Migros und Coop beherrschen den Markt –

und die machen sich seit rund 15 Jahren für den

Fairen Handel stark.

Nicht nur in Europa und den USA, sondern

auch auf anderen Kontinenten findet die

Idee des fairen Konsums zunehmend Verbreitung.

So wirbt zum Beispiel Oxfam Hong Kong erfolgreich

unter Verbrauchern in Asien für den Fairen

Handel. Seit 2007 bieten zahlreiche Warenhäuser

in Hong Kong Produkte mit dem Fairtrade-Siegel

an. Auch in den Produzentenländern wird man

sich zunehmend bewusst darüber, dass fair gehandelte

Produkte nicht nur etwas für den Export

nach Übersee, sondern auch für den eigenen,

heimischen Markt sein könnten. Denn auch in

vielen Entwicklungs- und Schwellenländern entwickelt

sich eine Käuferschicht, die die gute Idee

gerne unterstützen würde. Seit 2007 fördert der

Dachverband Fairtrade Labelling Organizations

International, FLO, daher verstärkt diesen Fairen

Handel von Süd zu Süd. Entwickelt wurde ein

internationales Lizenzierungsverfahren, dass auch

Unternehmen in solchen Ländern, wo es noch

keine nationale Fairhandelsinitiative gibt, erlaubt,

Produkte mit dem Fairtrade-Siegel zu verkaufen.

Bei unserem Nachbarn Österreich greifen immer

mehr Betriebe, Institutionen und Einrichtungen

der öffentlichen Verwaltung zu fair gehandeltem

Kaffee. Insgesamt bietet Fairtrade Österreich

rund 400 verschiedene Produkte an – darunter

auch Bio-Weine, Bio-Öle, Jeans, Badematten

und Bettwäsche und seit neuestem auch frische

Bio-Früchte wie Ananas, Mangos, Avocados und

Bananen. Der geschätzte Umsatz für 2008 wird

65 Millionen Euro betragen – ein Plus von 20

Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Bei Max Havelaar in Holland ist man stolz darauf,

nun zwei „Fairtrade-Landkreise“ aufweisen

zu können: Goes und Groningen haben sich

diesen Titel mit verschiedenen Aktionen verdient.

In Goes kauft der Bürgermeister höchstpersönlich

faire Produkte im Supermarkt ein.

Es gab außerdem mehrere Fairtrade Seminare.

Groningen hielt seine eigene Fairtrade-Messe

ab und in den Amtsstuben des Landkreises wird

Beispiel Vietnam: Die vietnamesische Firma MDI

hat vor zwei Jahren den ersten fair gehandelten

Tee unter dem Namen „Betterday“ in den

Geschäften und Supermärkten des Landes am

Mekong verkauft. Er stammt von dem Hoang

Organic Tea Club, einer für den Fairen Handel

zertifizierten Teekooperative in der Thai Nguyen

Provinz. In anderen Produzentenländern ist man

noch einen Schritt weiter. So gibt es seit 1999

Comercio Justo México, die nationale mexikanische

Fairhandelsinitiative. Über sie werden vor

allem Kaffee, Sesam, Maracuja, Mango, Limonen,

Honig und Mais auf dem heimischen Markt

angeboten. Sehr erfolgreich ist auch FTSA, Fair

Trade South Africa, die südafrikanische Siegelorganisation.

Seit 2008 werden mit ihrem Label fair

gehandelte Produkte wie Wein, Rooibos-Tee und

Kaffee am Kap verkauft. „Es ist schön zu sehen,

wie südafrikanische Unternehmen sich von bloßen

Rohstoffproduzenten weiterentwickeln und ihre

eigenen Erzeugnisse auf dem heimischen Markt

verkaufen“, sagt Ian Bretman von der Fairtrade

Frische Früchte für Fairtrade Österreich: Ananasbäuerin Yorlenny Solana aus Costa Rica.

Foto: Stefan Lechner

nur fair gehandelter Kaffee getrunken. Fairtrade

Finnland wiederum geht seit 2007 über seine

Grenzen hinaus und bietet faire Produkte auch

in Estland an – mit Erfolg. Nun will man weitere

baltische Länder für die faire Idee begeistern.

Und natürlich schreitet die Entwicklung auch bei

der Siegelinitiative Tr a n sFair in Deutschland voran.

Im vergangenen Jahr kletterte der faire Kaffeeabsatz

auf knapp 5.000 Tonnen, ein Plus von 14 Prozent

gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz allein mit

fair gehandeltem Kaffee wird für 2008 auf rund 70

Millionen Euro geschätzt. Seit Januar dieses Jahres

können überdies auch deutsche Städte an der

internationalen Kampagne „Fairtrade Towns“ teilnehmen

und sich um den Titel „Fairhandelsstadt“

bewerben. Und auch für die Großverbraucher gibt

es erfreuliche Neuigkeiten: Der GV-Service der

Firma Rewe hat für sie das Angebot erweitert: um

Fairtrade-zertifizierten Hochlandkaffee, Rohrzucker-Sticks,,

geschrotetem schwarzen Pfeffer sowie

Assam- und Darjeeling-Tee.

Faires im süden: VerKauF Vor der eigenen hausTür

Foundation in Großbritannien und Direktor für

Policy und Strategie von FLO, der erst kürzlich den

südafrikanischen Partnern einen Besuch abstattete.

Laut einer Umfrage kennen derzeit 18,5 Prozent

der Südafrikaner den Fairen Handel – ein Prozentsatz,

der auf jeden Fall noch ausgeweitet werden

soll. Für das laufende Jahr 2009 ist die Einrichtung

von Fairhandelsgeschäften in Südafrika

geplant. Zum Fairhandelssystem gehört auch

FTTSA, Fair Trade in Tourism South Africa. Diese

Initiative macht sich für gerechte Löhne, soziale

Arbeitsbedingungen und ethisch- verantwortungs-

volle sowie ökologisch-nachhaltige

Geschäftspraktiken

in der südafrikanischenTourismusbranche

stark.

Logo von Fair Trade South Africa – der Siegelorganisation,

die die Fairhandelsbewegung am Kap promotet.


KooperaTion sTaTT KonKurrenz

Faire Schokolade-Spezialiäten aus Deutschland schmecken auch unseren Nachbarn. Foto: GEPA - The Fair Trade Company

dass Fairness oberstes Geschäftsprinzip ist,

beweisen auch die Fairhandelshäuser in

Europa. Anstatt sich auf einem eng umkämpften

Markt gegenseitig Konkurrenz zu machen,

setzen die Firmen im Fairen Handel auf Kooperation.

Das sagt auch Michael Klaiber, Vertriebsleiter

Internationales bei der GEPA, dem größten

Fairhandelshaus Europas mit Sitz in Wuppertal.

„Zunächst einmal haben bei uns und auch bei

den anderen Fairhandelshäusern die jeweiligen

nationalen Märkte Vorrang“, so Klaiber. „In

unsere Nachbarländer exportieren wir nur nach

vorheriger Absprache mit den dortigen, befreundeten

Firmen aus dem Fairen Handel.“

So liefern die Wuppertaler zum Beispiel Schokolade

nach Frankreich, Österreich, England

und Italien, weil die GEPA hier nun einmal das

größte Sortiment anbieten kann. Die Fairhandelshäuser

in den Nachbarländern – wie etwa

EZA in Österreich und Altromercato in Italien

– verkaufen derlei Produkte dann unter ihrem

Namen und mit ihrem Siegel weiter. Ähnliches

gilt für Rohkaffee. Der Anteil der Exporte an

nachbarliche Fairhandelshäuser macht bei

der GEPA rund 13 Prozent des Gesamthandels

aus. Hinzu kommen noch einmal fünf Prozent

Exportvolumen in Länder, in denen keine Fairhandelshäuser

bestehen, wie etwa Luxemburg,

Dänemark, Finnland oder Osteuropa. Selbst

nach Südkorea wird GEPA-Schokolade geliefert

– ein Großhändler hatte jüngst auf einer Messe

Geschmack an den leckeren Bio-Tafeln aus

Deutschland gefunden.

Umgekehrt – wenn auch in kleinerem Maße –

bezieht die GEPA gelegentlich von den Nachbarn

im Fairen Handel Produkte, die sie selbst so

nicht anbietet – zum Beispiel fair gehandeltes

Kunsthandwerk über Österreich, fair gehandelten

Rum über Spanien und fairen Espressokaffee

über Italien. „Untereinander haben wir

Absprachen, dass der Endverkäufer dann aber

nicht mehr viel daran verdient und nur kleine

Aufschläge macht“, erläutert Klaiber. „Die Verbraucher

können sicher sein, dass die Prinzipien

Mit Fairness erfolgreich: Das Handelshaus Traidcraft in Großbritannien. Fotos: Richard Else, Gardiner Richardson.

des Fairen Handels immer eingehalten werden,

egal von welchem Handelshaus das Produkt

ursprünglich geliefert wurde.“ Hierzu gibt es ein

spezielles Monitoring- und Prüfverfahren für alle

Fairhandelshäuser, die – wie die GEPA selbst –

im Verband EFTA, der European Fairtrade Association

zusammengeschlossen sind.

Dabei ist die GEPA mit einem Jahresumsatz von

52 Millionen Euro Spitzenreiter beim Handel mit

fairen Waren in Europa, gefolgt von Altromercato

in Italien mit 33 Millionen Euro und Traidcraft

in Großbritannien mit 30 Millionen Euro Umsatz.

An dritter Stelle steht Oxfam Fairtrade Belgien

(20 Millionen Euro), und dahinter folgt Fairtrade

Original in Holland (17 Millionen). Den fünften

Platz belegt die Claro Fairtrade AG in der Schweiz

(16 Millionen) gefolgt von dem Handelshaus EZA

Fairer Handel in Österreich (12 Millionen). Alle

Firmen bieten ihren Kunden eine breite Palette

an fair gehandelten Produkten an – von Lebens-

mitteln wie Kaffee, Tee, Süßigkeiten und Früchten

bis hin zu Kunsthandwerk. Dabei haben natürlich

auch alle ihre besonderen Spezialitäten. So ist

zum Beispiel seit neuestem bei der Schweizer

Claro Fairtrade AG auch violetter Reis aus

Thailand und Laos erhältlich. EZA in Österreich

legte 2007 und 2008 seinen Schwerpunkt auf

Baumwolle, Speiseöle und Kaffee aus Äthiopien.

Hier gibt es auch Kosmetik aus Naturölen. Bei

Altromercato wiederum spielt das Geschäft mit

fair gehandelten Bananen eine große Rolle.

Überlegungen, ein zentrales, europäisches Fairhandelshaus

zu schaffen, hat es nach Auskunft

Klaibers zwar schon häufiger gegeben. Doch

ließ sich das bislang nicht realisieren, weil die

Bedingungen auf den nationalen Märkten sehr

unterschiedlich sind. Klaiber: „Bei Lebensmitteln

haben die Menschen einen besonderen Geschmack

– und der ist nun mal in Italien anders

als in Frankreich, in Deutschland anders als in

Großbritannien.“

Setzen auf Vernetzung: Die Fairhandelshäuser in Europa –

Emblem der italienischen Firma Altromercato.


KaFFee direKT Vom eigenen parTner in aFriKa

Stolz auf die hochwertige Bio-Qualität und die Partnerschaft mit Deutschland: Kaffeemanager

Jacob Maimo von der Kooperative BAFCOOP in Kamerun.

Fair gehandelten Kaffee zu trinken, das ist in

zahlreichen Kirchengemeinden bundesweit

inzwischen eine Selbstverständlichkeit. Im Kirchenbezirk

Breisgau-Hochschwarzwald, idyllisch

zwischen Freiburg und Basel gelegen, geht man

noch einen Schritt weiter: Dort trinkt man den

eigenen Partnerschaftskaffee KumboJa – ein

hochwertiges Bioprodukt direkt aus dem Hochland

Kameruns. Er ist Ergebnis der seit 17 Jahren

bestehenden Partnerschaft zwischen dem süddeutschen

Kirchenbezirk und dem Distrikt Bui in

dem westafrikanischen Land.

Die Idee zu dem etwas anderen Kaffee entstand

bei einem Partnerbesuch 2003 in Kamerun. Da

nämlich überlegten Besucher und Gastgeber

gemeinsam, wie man die Partnerschaft und Hilfe

noch stärker auf Augenhöhe bringen könne.

Der Faire Handel erschien dabei als das richtige

Mittel. Schließlich bauen die Kleinbauern in

Bui schon seit langem Kaffee an – allerdings

bislang zumeist nur nebenher, in Ergänzung zu

anderen landwirtschaftlichen Produkten. Hier

gibt es noch Ausbau-Potenzial, befanden die

Partner und wurden aktiv. 100 Familien haben

sich inzwischen im Nordwesten Kameruns in der

Kooperative „BAFCOOP“ zusammengeschlossen

und exportieren ihren Kaffee selbst. Der

Kirchenbezirk zahlt ihnen für jede Tonne Kaffee

einen Bonus von 15 Prozent – 13 Tonnen Rohkaffee

wurden bereits importiert, nun will man die

Menge auf 19 Tonnen steigern.

Nach der Verarbeitung gelangen die Kaffeebohnen

direkt nach Deutschland und werden in

der kleinen Rösterei Coffee & more in Staufen

in einem Langzeitverfahren schonend geröstet.

Rund 2,5 Tonnen Kaffee wird von den Kirchenkreisen

des Bezirks Breisgau-Hochschwarzwald

selbst verbraucht, der Rest wird an andere Röster

weiterverkauft. Der Vorteil für die Kleinbauern:

Das Geld aus Deutschland wird ihnen schon

im Voraus überwiesen – sobald die Schätzungen

für die nächste Erntemenge vorliegen. Offiziell

ist der Partnerschaftskaffee KumboJa noch nicht

als Fairhandelsprodukt zertifiziert. Doch das

dazu erforderliche Prüfverfahren, durchgeführt

vom unabhängigen Zertifizierer FLO-Cert, läuft

derzeit in Kamerun. „Das wird nur noch eine

Formsache sein“, sagt Dekan Hans-Joachim

Zobel, der für das Projekt mitverantwortlich ist.

„Ich denke, dass wir die Fairhandels-Kriterien

erfüllen.“ Bei der Aktion „Gerecht genießen –

1.000 Gemeinden trinken fair“ habe man jedenfalls

in Süddeutschland bereits für das Projekt

geworben und einige Gemeinden hätten sich

angeschlossen, so Zobel weiter. Nun hoffe man,

dass man noch mehr Käufer für KumboJa Kaffee

finden könne. Denn je mehr der Kirchenbezirk

Breisgau-Hochschwarzwald direkt verkauft,

umso mehr Geld fließt von diesem Ertrag wieder

in das Partnerschaftsprojekt mit Kamerun zurück

Ein besseres Leben für alle: Der Verkauf von KumboJa Kaffee an den Kirchenbezirk

Breisgau-Hochschwarzwald bringt den Menschen in Bui ein stabileres Einkommen.

– für weitere hilfreiche Kleinprojekte vor Ort,

wie etwa ein Jugendzentrum oder berufsbildende

Maßnahmen.

Derzeit müssen Interessenten für ein Kilo

KumboJa Partnerschaftskaffee der Sorte Arabica

14,50 Euro bezahlen – doch bei einer Bestellung

über 10 Kilo gewähren die Initiatoren auch einen

Rabatt von zehn Prozent. Auch eine Espresso-

Mischung wird angeboten.

Wer es mit dem KumboJa Kaffee mal probieren

möchte, kann sich wenden an:

Galeriecafé Blauer Elefant,

Am Lindle 13, 79379 Müllheim,

Telefon 07631-798186,

e-mail: ursula.kaltenbrunn@dwnetzwerk.de.

Information gibt es auch auf der Homepage:

www.kumboja.de

Erfolgreiche Partnerschaft: Ehrenamtliche Mitarbeiter und Koordinatoren des Projektes mit Kaffeebäuerin Maryline Fai

(2.v.l.), Kaffeeröster Thomas Schüle (5.v.l.) und Doris Nsasoh (r.) stellvertretende Jugendvorsitzende in Kamerun.


gepa-heissgeTränKe

in hoFgeismar

Die im Herzen von Deutschland, nahe der

Documentastadt Kassel gelegene Evangelische

Tagungsstätte Hofgeismar hat im

Februar 2009 ihr gesamtes Kaffee- und Teesortiment

auf GEPA-Produkte umgestellt.

Damit will die Geschäftsleitung ein klares

Zeichen für mehr Gerechtigkeit setzen.

Thomas Pape von der Geschäftsleitung ist

sich sicher, dass die fairen Heißgetränke

bei seinen Tagungsgästen gut ankommen.

„Wir haben im Moment einen Verbrauch

von rund 500 kg Kaffee pro Jahr – Tendenz

steigend. Denn die Auslastung unserer

Tagungsstätte wird kontinuierlich gesteigert“.

Um auf die gelungene Umstellung

aufmerksam zu machen, schmückt derzeit

die „gläserne Kaffeekirche“ das Foyer des

Tagungshauses.

Evangelische Akademie Hofgeismar

Gesundbrunnen 10

34369 Hofgeismar

www.akademie-hofgeismar.de

Fairer Handel und Ernährungssicherheit –

dieses Thema stand im Mittelpunkt beim

gemeinsamen Auftritt von „Brot für die Welt“

und dem Ökoverband Naturland auf der Grünen

Woche 2009, die vom 16. bis 25. Januar in

Berlin stattfand. Unterstrichen wurde dabei die

Rolle von „Brot für die Welt“ als „Anwalt der

Armen“ und als breit aufgestellter zivilgesellschaftlicher

Akteur für Ernährungssicherung.

Zahlreiche Prominente aus Politik und Gesellschaft

statteten dem Gemeinschaftsstand, den

es übrigens in dieser Form schon zum zweiten

Wo seLbsT der messWein Fair schmecKT

Nicht nur in Deutschland, unterstützt von der

Aktion „Fairer Kaffee in die Kirchen“, sondern

auch anderswo erkennen immer mehr Kirchenbezirke,

Gemeinden und kirchliche Einrichtungen

die Vorteile fair gehandelter Produkte

und bieten sie in ihren eigenen Reihen an. Der

Faire Handel wird erkannt als wirksames Mittel

zur Bekämpfung der Armut – einem Kampf, dem

sich die Kirche weltweit verschrieben hat.

In Großbritannien gibt es dazu die Aktion „Fairtrade

Churches“, getragen von der britischen

Fairtrade Foundation. 4500 Kirchen machen

bereits mit und sind als „Fairhandels-Kirchen

zertifiziert. Sie organisieren Aktionen, Informationsveranstaltungen

und Gebete rund um den

Fairen Handel, sie verkaufen fair gehandelten

Kaffee, Tee oder auch Süßigkeiten und T-Shirts

in ihren Häusern, sie klären mit Workshops und

Videos über den Fairen Handel auf. Zentraler

Punkt ist die „Fairtrade Fortnight“, eine alljährliche,

zweiwöchige Veranstaltung, die ganz im

Dienst der guten Sache steht und zu der auch

die Kirchen mit zahlreichen Events beitragen.

„Inmitten einer turbulenten Wirtschaftskrise

werden leicht die vergessen, die so hart für

Mal gab, einen Besuch ab und informierten

sich über Aktionen und Projekte von „Brot für

die Welt“.

Insbesondere die Besuche von Renate Künast,

Bärbel Höhn, Jürgen Trittin und Cem Özdemir

von den Grünen sowie von der parlamentarischen

Staatssekretärin des Bundesministeriums

für wirtschaftliche Entwicklung und

Zusammenarbeit (BMZ), Karin Kortmann und

dem SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering

zeigten, auf welch hohes politische Interesse

das Thema Fairer Handel stößt.

die Rohstoffe arbeiten, welche wir hierzulande

benötigen“, sagt dazu der katholische Weihbischof

von Westminister, John Arnold. „Dabei

werden diese Menschen von einer Krise oft am

härtesten getroffen. In Zeiten, wo weltweit Not

und Hunger ansteigen, sollte man besonders

darauf achten, welche Produkte man Tag für

Tag konsumiert.“ Und der Bischof von London,

Richard Chartres ergänzt: „Ich hoffe, dass jede

Kirche und jede Gemeinde den Fairen Handel zu

ihrer ersten Wahl macht.“

Neben den Fairtrade Churches gibt es in England

auch 40 ausgezeichnete Fairtrade Synagogen.

Fairer Handel ist die richtige Kampagne zur

richtigen Zeit“, findet denn auch Sir Jonathan

Sacks, Ober-Rabbiner der Vereinten Hebräischen

Kongregation des Commonwealth. Darüber

hinaus ist inzwischen eine Moschee mit im

Fairtrade-Boot.

Für die katholischen und evangelischen Geistlichen

hat die britische „Fairtrade Churches“ Initiative

überdies zwei ganz besondere Produkte

im Angebot: Stilgerechte Priesterhemden aus

fair gehandelter Baumwolle und – fair gehandelten

Messwein.

VieL prominenz beim gemeinschaFTssTand

Viel Prominenz beim Gemeinschaftsstand von „Brot für

die Welt“ und dem Ökoverband Naturland auf der Grünen

Woche in Berlin: BMZ-Staatssekretätin Karin Kortmann

(3.v.l.) mit Carsten Veller von Naturland (1.v.l.), Dr. Margarita

Sigle (Koordinatorin der Aktion „Fairer Kaffee in

die Kirchen“ (2.v.l.) und Dr. Elke Ahrens von „Brot für die

Welt“ (4.v.l.)


LieFeranTen Für den grossVerbrauch

Wenn sich Kantinenleitungen für Kaffee

aus dem Fairen Handel entscheiden, gibt

es spezielle Ansprechpersonen. Als kirchliches

Unternehmen mit eigenem Großverbraucherservice

beliefert die GEPA The Fair Trade Company

gezielt kirchliche Einrichtungen mit fair gehandelten

Kaffeesorten. Ein Rahmenvertrag zwischen

GEPA und der Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen

Deutschland (WGKD) bietet kirchlichen Großab-

Rainer Sakic

Großverbraucher Service

rainer.sakic@gepa-gv.de

nehmern günstigere Konditionen für Kaffee und

Tee (www.wgkd.de). GEPA ist zugleich der größte

Lizenznehmer der Siegelinitiative Tr a n sFa i r. Neben

der GEPA gibt es weitere Händler, deren Kaffee

nach den Fairtrade-Kriterien gehandelt wird und

das Tr a n sFa i r-Siegel trägt.

Weitere Informationen erhalten Sie über die Abteilung

Marketing Großverbrauch bei Tr a n sFa i r,

Karin Wolter.

Karin Wolter

Marketing Großverbrauch

k.wolter@transfair.org

impressum

herausgeber:

Brot für die Welt /

Evangelischer Entwicklungsdienst

Redaktion:

Margarita Sigle (verantwortl.), Monika Hoegen

Satz, Layout:

Dreimalig Werbeagentur, Köln

druck:

in puncto, Bonn

Fotos:

Tr a n sFa i r, GEPA, Brot für die Welt, EED, KumboJa

Links

www.kirchen-trinken-fair.de

www.brot-fuer-die-welt.de/fairer-kaffee

www.eed.de/fairtrade

www.gepa.de

www.transfair.org

www.fairewoche.de

KirchenTag zum ersTen maL an der Weser

Der 32. Deutsche Evangelische Kirchentag findet zum ersten Mal in der Hansestadt Bremen statt, und zwar

vom 20. bis 24. Mai 2009. Dort werden „Brot für die Welt“ und der EED mit verschiedenen Ständen und

Veranstaltungen vertreten sein. Wer sich auf dem Kirchentag bei einer leckeren Tasse Kaffee entspannen und

sich dabei über den Fairen Handel informieren möchte, für den steht auf der Plaza Überseestadt / Zelt Ü3

– wie auch schon auf vorangegangen Kirchentagen – das faire Kirchentagscafé „CaféPlus“ bereit. Mitarbeitende

von „Brot für die Welt“, des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED), des Fairhandelshauses GEPA

sowie des Verbandes Christlicher Hoteliers (VCH), servieren den Besucherinnen und Besuchern täglich frisch

zubereitete Kaffeespezialitäten, Tee, Säfte sowie kleine Snacks – natürlich alles aus Fairem Handel. Das Café

ist vom 21.-23. Mai täglich zwischen 9.30 Uhr und 19.30 Uhr geöffnet. Darüber hinaus veranstalten „Brot

für die Welt“ und der Evangelische Entwicklungsdienst eine öko-faire Baumwoll-Talkrunde mit Modenschau

unter dem Titel: „Voll in und fair-kleidet“. Diese Veranstaltung findet am Donnerstag, 21.05. von 11-13 Uhr im

Zentrum Welthandel auf dem Schiff Cap San Diego, Luke 3 (Europahafen) statt.

Informationen zum Fairen Handel und der Aktion „Gerecht genießen – 1.000 Gemeinden trinken fair“ bekommen

die Kirchentagsbesucher auch am Hauptstand von „Brot für die Welt“, der sich zwischen Messegelände

und Hauptbahnhof (Bürgerweide 16) befindet.

Mehr Infos unter: www.kirchentag.de

Materialien Alle Materialien sind kostenlos erhältlich bei: vertrieb@diakonie.de

Plakat DIN A 1 (113 216 110) / DIN A 2 (123 112 040)

Newsletter, 8 Seiten, DIN A 4

Faltblatt, 4 Seiten, 15 x 15 cm {114 101 030)

Erfreute sich schon auf dem Kirchentag in Köln 2007 größter

Beliebtheit: das faire Kirchentagscafé „CaféPlus“.

ihRE aNSpREchpaRTNERiN FÜR diE aKTioN „FaiRER KaFFEE iN diE KiRchEN“: MaRGaRiTa SiGLE · M.SiGLE@bRoT-FuER-diE-WELT.dE · TEL. 0711-2159149

2. Newsletter 09/2006 (123 112 026)

3. Newsletter 05/2007 (123 112 017)

5. Newsletter 05/2008 (123 112 018)

6. Newsletter 10/2008 (123 112 028)

7. Newsletter 05/2009 (123 112 019)

Großverbraucherinformation,

8 Seiten, DIN lang (123 112 016)

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