Titelbild - Gießener Allgemeine

giessener.allgemeine.de

Titelbild - Gießener Allgemeine

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Zum Abschied:

Ein Heft über die Liebe –

in ihren unterschiedlichen

Facetten

Stadtgespräch

Die alte Kupferschmiede:

Ein neuer

Ort für die Kreativen

der Stadt. Seite 18

Kultur

Monkeys, Haarlem,

Ulenspiegel: Gießen

geht zum Feiern in

den Keller. Seite 40

5. Jahrgang · 7/2012


Butzbacher

• Einlass ab 19.00 Uhr

OPEN OPEN AIR-KINO

• Filmbeginn ca. 21.45 Uhr (nach Einbruch der Dunkelheit)

• Biergarten, 130 qm Leinwand, 2.000 Sitzplätze

• Digitale Projektion

• Veranstaltungen finden bei jedem Wetter statt

• Karten unter www.openairkino.info

• Telefon 06033/65577

18.Juli bis 2.August

im im Landgrafenschloss

Mi. 18.07. American Pie: Das Klassentreffen

Do. 19.07. Kochen ist Chefsache

Fr. 20.07. Men In Black 3

Sa. 21.07. Ziemlich beste Freunde

So. 22.07. Deutschland von oben

Mo. 23.07. What AMan

Di. 24.07. Lachsfischen im Jemen

Mi. 25.07. Best Exotic Marigold Hotel

Do. 26.07. Türkisch für Anfänger

Fr. 27.07. The Amazing Spider-Man

Sa. 28.07. Ice Age 4–Voll verschoben

So. 29.07. The Artist

Mo. 30.07. Ausgerechnet Sibirien

Di. 31.07. The Rum Diary (Vorpremiere)

Mi. 01.08. Ziemlich beste Freunde

Do. 02.08. The Rocky Horror Picture Show

MEDIENPARTNER


Editorial

Fünf Buchstaben und ein gutes Gefühl. Über viele Jahre ließ sich mein Weg in den Hörsaal, der mich regelmäßig am

Samen-Hahn-Haus vorbeiführte, auf diese einfache Formel herunterbrechen. Die »liebe« gehörte für mich zum Stadtbild

wie die defekten Rolltreppen am Elefantenklo und die hübsche Verkäuferin in meiner Lieblingsbäckerei. Ein einfacher

Schriftzug auf einem alten Haus war mein persönlicher Stimmungsaufheller am Morgen. Und nun soll mit dem Abriss alles

vorbei sein. Selten hat uns ein Kunstwerk in seiner Schlichtheit so beeindruckt, noch nie haben wir einem einfachen Wort

ein ganzes Heft gewidmet. Es wurde also Zeit. Wir wollten wissen, was es auf sich hat mit der Liebe. Was steckt dahinter?

Biochemiker meinen, die Antwort zu kennen. Ein Geheimnis bleibt sie dennoch. Und wo geht sie hin? Wo man sie in der

Innenstadt bekommt – zumindest die käufliche Version – haben wir herausgefunden. Aber wie hält man sie fest? An der

Diezstraße haben wir einen Versuch gewagt. Nachahmung ist unbedingt erwünscht. Nur die »liebe« beim Samen-Hahn-Haus gibt uns keiner

mehr zurück. Der Schriftzug wurde zehn Jahre alt. Die Geschichte hinter den fünf Buchstaben erzählen wir in einem Nachruf. Was mir nun

nach dem Abriss auf meinem morgendlichen Weg, inzwischen führt er in die Redaktion, bleibt, sind die defekten Rolltreppen am E-Klo und

die hübsche Verkäuferin in meiner Lieblingsbäckerei. Immerhin. Florian Dörr

Inhalt

BLICKPUNKT 4

Die Liebe in ihren unterschiedlichen Facetten: Was passiert, wenn die Liebe in Trümmern

liegt · Käufliche Liebe in der Innenstadt · Liebesschlösser für Gießen

BRAD SHAWS KOLUMNE 13

»Die Liebe ist nur ein Klischee« meint

unser Autor Brad Shaw

MEDIATHEK 17

App, CD und Buch im Test

STADTGESPRÄCH 18

Die alte Kupferschmiede: Ein neuer

Ort für die Kreativen der Stadt

BLICK IN DIE REGION 20

Geburtstag bei den Golden Oldies:

Die Glitter Twins

UNTERWEGS 22

Cocktail-Experten: Die Centralbar im

Herzen der Innenstadt

AUSLESE 25

VERANSTALTUNGSKALENDER 27

AM MAIN 33

Poliça und ihr Gastspiel im »Zoom« · Viel

Schein, viel Sein und komplexe Phänomene

– Das Explora-Museum

CAMPUS 36

Student aus Gießen reißt in Birmingham

dank der Plattform gogenie.org Barrieren

ein · Die Leihoma: Eine Frau für alle Fälle

KULTUR 40

Unter der Erde: Die Gießener gehen

zum Feiern in den Keller

SPORTWELT 42

Mein erstes Mal: Der streifzug geht am

Nordseestrand kiten

VINOTHEK 44

Wein des Monats

SPERRSITZ 45

Neu im Kino: »The Dark Night Rises«

Foto: Schepp

Foto: sag

RAMPENLICHT 14

»Lahn’s Edge«: Ex-US-Soldat Chuck Diskrell

schreibt Roman über Gießen

streifzug

IMPRESSUM

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Herausgeber: Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft

mbH

Druck: Dierichs Druck+Media GmbH & Co. KG, Kassel

Redaktion: Marc Schäfer (verantwortlich), Florian Dörr

E-Mail: streifzug@giessener-allgemeine.de

Verlag: Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft mbH

Marburger Straße 20, 35390 Gießen (zugleich auch ladungsfähige

Anschrift für alle im Impressum aufgeführten Verantwortlichen)

Erscheinungsweise: Der Streifzug erscheint monatlich in der

»Gießener Allgemeine Zeitung«, »Alsfelder Allgemeine Zeitung«

sowie in über 200 ausgewählten, stark frequentierten

Auslagenstellen. Auflage: 40000 Exemplare

Verantwortlich für Anzeigen:

Anzeigenleitung: Wilfried Kämpf

Anzeigenverkaufsleitung:

Ulrich Brandt, Tel. 0641/3003-224, Anschrift siehe oben

Gültig ist der Anzeigentarif Nr. 3 vom 1. Januar 2012

streifzug – Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Titelbild: Oliver Schepp

Mitteilung gemäß § 5, Absatz 2 des Hessischen Pressegesetzes:

An der Finanzierung des Verlages sind beteiligt:

D. Obermann-Weller, Dr. Ch. Rempel, Dr. J. E. Rempel, Dr. M.

Rempel, B. Sälzer.

Sofern Sie Artikel dieser Publikation in Ihren internen elektronischen

Pressespiegel übernehmen wollen, erhalten Sie die

erforderlichen Rechte unter www.presse-monitor.de oder

unter Telefon 030/284930, Presse-Monitor Deutschland

GmbH & Co. KG. © Streifzug, Gießen

7/2012 streifzug 3


BLICKPUNKT

Wenn die Liebe in

Trümmern liegt

Wir lachen. Wir weinen. Wir fiebern. Wir träumen. Es ist ein bisschen wie beim Fußball.

Nur ist die Liebe nicht ganz so leicht zu verstehen. Dass sie ganz plötzlich kommt, nehmen

wir noch gerne hin. Auch ohne nachzufragen. Doch oft geht sie auch wieder. Und das

möchten wir dann am liebsten gar nicht akzeptieren. Aber was passiert eigentlich, wenn

die Liebe in Trümmern liegt?

Es klingt schon ein bisschen wie ein Rezept

aus dem Kochbuch eines verrückten

Biochemikers: Man nehme ein wenig

Dopamin, zusätzlich eine Prise Noradrenalin

und mische auch ein bisschen Seroto-

4 streifzug 7/2012

nin darunter. Doch nicht der Wissenschaftler

von nebenan in seinem kleinen Kämmerlein

hat sich die Formel ausgedacht,

sondern natürlich war es die Natur.

Denn an der Liebe liegt ihr was: Schließlich

sollen sich die Menschen fortpflanzen

und gerne auch danach noch ein Weilchen

zusammenbleiben, zumindest so

lange bis der Nachwuchs aus dem Gröbsten

heraus ist.

Foto: Schepp

Foto: Schepp


Und das scheint gar nicht schlecht zu funktionieren:

Rund die Hälfte der Deutschen

glaubt nach einer repräsentativen Umfrage

des IdF Allensbach sogar an die Liebe auf

den ersten Blick. Bei manchen Menschen

scheint – Wortspielalarm! – die Chemie

sogar so schnell zu stimmen, dass sie dem

Gegenüber möglichst schnell davon berichten

möchten: Drei Prozent der Deutschen,

so hat es eine Studie von elitepartner.de

herausgefunden, sagen »Ich liebe

dich« bereits am ersten Abend. Aufgedröselt

nach Geschlechtern wird schnell klar,

bei wem sich die Liebe besonders schnell

einstellt: Nur ein Prozent der Frauen, aber

immerhin knapp sieben Prozent der Männer

rücken schon in den ersten 24 Stunden

damit heraus. Ein Schelm, wer Böses dabei

denkt. Die große Mehrheit, nämlich knapp

52 Prozent, wartet immerhin ein paar Wochen,

bis sie die großen Worte sagt.

Doch was passiert, wenn die Chemie ganz

plötzlich nicht mehr stimmt? Bei der Liebeskummer-

und Paarkrisenambulanz in

Berlin kennt man sich mit Herzschmerz

aus: »Wenn wir ohne Vorwarnung einen

großen emotionalen Schmerz erleben, fehlen

dem Gehirn schlagartig Glückshormone,

an die es bis dahin gewöhnt war. Dadurch

kann Liebeskummer Spuren im Hirn

hinterlassen, wie es sonst nur bei schweren

Depressionen geschieht«, heißt es dort.

Doch nicht nur im Kopf hinterlässt das

Ende der Liebe seine Folgen. Beim Herzschmerz

kann der Name im schlimmsten

Fall auch zum Programm werden. Vom

»Broken Heart Syndrom« ist dann die Rede.

Atemnot, Schmerzen in der Brust, Übelkeit:

Das Krankheitsbild ist beängstigend.

»Kardiologen stellten bei Liebeskranken

ähnliche Krankheitssymptome fest wie bei

Herzkranken. Die ausgeschütteten Stresshormone

können den Herzmuskel schädigen

und sogar lähmen«, erfährt man bei

der Liebeskummer- und Paarkrisenambulanz.

Meist sind Frauen jenseits der 60 betroffen.

Sie bekommen – wie bei Patienten,

die einen Herzinfarkt erlitten haben –

oft einen Katheter gelegt. Erst dann sehen

die Ärzte, dass der vermeintliche Herzinfarkt

doch keiner ist. Denn die Herzkranzgefäße

werden normal durchblutet, von

einer Verstopfung oder gar einem Verschluss

keine Spur. Allerdings bewegt sich

ein Teil des Herzens nicht mehr. Vermutlich

schüttet die Nebenniere bei den Betroffenen

zu viele Stresshormone aus, es kommt

zu einer wahren Hormonexplosion. So findet

sich etwa im Blut der Patienten eine

deutlich höhere Konzentration von Adrenalin

und Dopamin als bei gesunden Menschen.

So viele Hormone auf einmal ver-

kraftet das Herz nicht, ein Teil davon stellt

einfach die Arbeit ein. Dass vor allem ältere

Frauen betroffen sind, liegt eventuell an

dem immer weniger werdenden Östrogen

in ihrem Körper nach den Wechseljahren.

Östrogene – also die weiblichen Geschlechtshormone

– wirken normalerweise

herzschützend. »Liebeskummer erzeugt

Stress, dieser wiederum führt zu einer erhöhten

Ausschüttung von Noradrenalin

und Dopamin – Botenstoffe, die suchtartige

Reaktionen auslösen können. Und genau

aus diesem Grund meinen wir in der

ersten Phase des Liebeskummers, diesen

Menschen fast noch mehr zu lieben als

zuvor«, heißt es bei der Liebeskummerund

Paarkrisenambulanz. Die gute Nachricht:

Fast alle Patienten mit »Broken Heart

Syndrom« überleben. Die Mortalität liegt

nur bei etwa drei Prozent. Außerdem heilt

das Herz von selbst. Wer dennoch denkt,

dass Verlieben viel zu riskant sei, und dass

das mal lieber die ohnehin gefährdeten

Raucher und Trinker machen sollten, dem

sei gesagt: Das »Broken Heart Syndrom«

kann auch bei der Freude etwa über einen

Lottogewinn auftreten.

Schnell noch ein Foto, eh die Bagger zur Tat rollen.

BLICKPUNKT

Keine Liebe ist also auch keine Lösung.

Und weil die Natur – das muss man ihr

neidlos zugestehen – ganze Arbeit geleistet

hat, machen wir fröhlich weiter. Wie genau

das aussieht? Eine Studie von elitepartner.de

offenbart die harten Fakten rund um

ein weiches Thema. Die Favoriten fürs erste

Date: Kaffee trinken, Essen gehen, Spaziergang

machen. Immerhin 32,5 Prozent

der Deutschen wünschen sich »etwas Originelles«

für das erste Treffen. Mit welchen

Männern die deutschen Frauen gerne ein

Date hätten: Auf George Clooney folgen

erst einmal Günther Jauch, Bill Gates und

Harald Schmidt, bevor mit Jude Law wieder

einer kommt, den Mann auf dieser Liste

erwartet hätte. Dagegen wünschen sich die

meisten deutschen Männer ein Date mit

Barbara Schöneberger. Die ist hübsch und

humorvoll. Heidi Klum steht auf dem zweiten

Platz. Die ist auch hübsch. Es folgen

Sandra Maischberger und Anke Engelke.

Faszination, Lust, Hochgefühle, Treue,

Schmerz: Viele Aspekte rund um die Liebe

lassen sich mithilfe der Biochemie inzwischen

weitgehend erklären. Manches zum

Glück auch nicht. Florian Dörr

Foto: one

7/2012 streifzug 5


BLICKPUNKT

Orte der Liebe

Gießen und Romantik? Das schließe sich von vorneherein aus, meinte neulich eine Freun-

din. Wir sagen: Nein. Zwar drängen sich die lauschigen Plätzchen für Paare, die sich

paaren wollen oder nur schmusen, nicht gerade auf, doch es gibt sie. Wir haben gesucht

und gefunden. Zum Teil sind die Orte der Liebe ein wenig versteckt, aber dafür gibt es

heutzutage ja die Geo-Daten. Macht euch auf den Weg, suchen müsst ihr aber selber…

50.584783 / 8.663052

50.596260 / 8.648053

50.585866 / 8.678089


50.594271 / 8.602509

50.542427 / 8.646326

50.587555 / 8.677611


BLICKPUNKT

8 streifzug 7/2012

NACHRUF

Der streifzug trauert. Mit dem Abriss des Samen-Hahn-Hauses verschwindet die

»liebe« aus der Stadt. Sie wurde zehn Jahre alt. Roswitha Berger-Gentsch hatte

den Schriftzug zur Hessiale 2002 gemalt. Im Rahmen der Landeskunstausstellung

verzierte die Künstlerin aus Karlstadt unter dem Titel »Wunden sprechen« fünf

Orte in Gießen, die ihre besten Zeiten bereits damals hinter sich hatten. »Vergangene,

verwunschene, verlorene Orte, Wege und Plätze, die vom Leben nur

noch gestreift, kaum noch berührt werden, finden wieder eine Bejahung«,

schrieb sie im Katalog zur Hessiale 2002.

Neben »liebe« am Samen-Hahn-Haus gestaltete Roswitha Berger-Gentsch eine

Garage an der Wetzsteinstraße mit dem Wort »bitte«, malte »lass« auf eine Wand

an der Südanlage, »ja« schrieb sie auf eine Hausfassade in einem Hinterhof an

der Rittergasse, und das ebenfalls bekannte »wunderbar« fand seinen Platz an der

Bleichstraße. »Nicht renoviert, aufgewertet oder verschönt sollen diese Bereiche

werden, nicht ihrer Identität beraubt, sondern aus ihrer ganz individuellen Situation

heraus Sprachrohr werden«, so die Künstlerin damals.

Die »liebe« schaffte es in den vergangenen zehn Jahren nicht nur in unzählige

Facebook-Profile, sondern auch auf Hochzeitseinladungen, Kunstdrucke und

sogar auf ein Buchcover: »Aber die Liebe« heißt das Werk von Eckhard Nagel

und Katrin Göring-Eckardt. Auf Fotos von Carsten Hirth, die im Rahmen des

Kunstspectaculums »Fluss mit Flair« vor zwei Jahren zu sehen waren, wurde die

Fassade des Samen-Hahn-Hauses zudem mit kleinen Manipulationen gezeigt.

Anstelle der roten Lettern auf gelbem Grund, die zusammen »liebe« ergeben,

zierte dort die »gier« die Fassade.

Mit der »liebe« gehen »bella ciao« und »haut den spekulanten auf die fetten

pranken« von uns. Der streifzug trauert und erinnert an die Worte von Roswitha

Berger-Gentsch aus dem Katalog zur Hessiale 2002: »Können wir ein Leben mit

Wunden akzeptieren, sie annehmen, auch wenn sie unbequem sind und nicht

in unser Bild von Perfektion, gesellschaftlicher Maßstäbe und ungeliebter Verletzbarkeit

passen?« Florian Dörr


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7/2012 streifzug 9


Käufliche Liebe

Die Zeiten, in denen Gießen aufgrund der hohen Prostituiertendichte bundesweit als das

»Shanghai an der Lahn« bezeichnet wurde, sind lange vorbei. In der Bahnhofstraße reih-

ten sich damals Etablissements aneinander wie Perlen einer Kette. Bis in die 1980er

Jahre blühte das »horizontale Gewerbe« in diesem Teil der Innenstadt. Heute ist nur noch

die »Bar Parisiana« übrig geblieben. Auch sie hat die besten Zeiten längst hinter sich. Ein

Besuch in der letzten Sex-Bar im Zentrum der Stadt.

Die zweite Tür öffnet sich automatisch. Per

Knopfdruck von innen. Hinter dem schweren

dunklen Vorhang ist es düster. Zum

Glück. Der rote, ehemals flauschige Teppichboden

ist abgewetzt, die Zweisitzer,

notdürftig mit Decken behängt, sind durchgesessen.

An den Wänden erkennt man

Wasserflecken. Auf einem kleinen Fernseh-

10 streifzug 7/2012

gerät flimmert ein Actionthriller. Zwei Spielautomaten

summen nach Kundschaft. Vergebens.

Aber Sex? Mal sehen. Die Theke

erinnert an die eines lieblos gestalteten

Sportheims, die Sofas an einen alten Bummelzug.

Jeweils zwei stehen sich gegenüber.

Eine halbhohe Wand trennt die Zweisitzerreihe

in drei Abteile. Intimsphäre. Die

Tischdecken zeigen ein buntes Blumenmuster.

Sie sind aus Plastik. Und sie kleben.

Ein Fläschchen Nagellackentferner, eine Tube

Bodylotion von Balea und eine grüne

Frühstücksdose mit Wurst- und Käsebroten

darin stehen auf dem Tisch und machen

auf eigentümliche Weise deutlich, dass es

hier nicht um Romantik geht, sondern um


Arbeit. Die Frauen, die ihrem Job dort

nachgehen, fünf sind es an diesem Abend,

vier sitzen auf den Sofas, eine kellnert,

halten, was die Aufkleber an der äußeren

Glastür versprechen: Oben ohne! Aber

Sex?

»Es gab und gibt immer wieder Verdachtsmomente,

dass in der ›Bar Parisiana‹ der

Prostitution nachgegangen wird. Es gibt

auch immer wieder Kontrollen, aber es fanden

sich bisher keine ausreichenden Belege

für eine Gewerbeuntersagung«, sagt

Claudia Boje, Pressesprecherin der Stadt

Gießen, wohl wissend, dass Prostitution

gemäß einer viele Jahre alten Vorgabe des

Regierungspräsidiums in der Innenstadt

längst verboten, Etablissements so in Randbezirke

und die Huren in gewöhnliche

Wohnungen beispielsweise im Wiesecker

Weg oder der Hindemithstraße verdrängt

wurden.

»In den 1950er Jahren war das noch ganz

anders«, sagt Dr. Jutta Failing. »1950 gab es

in der Illustrierten ›Quick‹ einen reißerischen

Artikel mit dem Titel ›Das Shanghai

an der Lahn‹, in dem die Nachkriegssituation

in Gießen beschrieben wurde«, sagt

die Historikerin, die gemeinsam mit der

Gießen Marketing GmbH unter dem Titel

»Das (Un)heimliche Gießen« eine Stadtführung

u.a. zu diesem Thema anbietet. Laut

dieser Zeitschrift fand man in Gießen in

den Nachkriegsjahren gemessen an der

Einwohnerzahl die höchste Prostituiertendichte

in ganz Europa. Die Freier waren

Die Crednerstraße:

In den 1990er Jahren

Zentrum des Gießener

Straßenstrichs.

meist US-amerikanische Soldaten, die in

Gießen stationiert waren. Bei einer Razzia

vor einer Kaserne wurden damals in einer

Nacht 66 Frauen aufgegriffen. »Eine Zeitzeugin

hat mir berichtet, dass auf einem

ehemaligen Parkplatz, dort wo heute die

Galerie Kaufhof steht, nachts regelmäßig

Hochbetrieb herrschte«, sagt Failing. Die

Anwohner hätten damals häufig aus den

Fenstern heraus beobachtet, was sich dort

so alles abspielte. »Das muss wie im Kino

gewesen sein«, so die Historikerin. Das

Gebiet, auf dem später das Citycenter und

das Kaufhaus entstanden, war bis zum Abriss

in den späten 1960er Jahren der Gießener

Rotlichtbezirk. Enge verwinkelte Gassen,

alte zum Teil leer stehende Häuser,

unübersichtliche Trümmergrundstücke und

viele Kneipen luden Frauen und Freier

geradezu ein. In den 70er Jahren eröffneten

dann zahlreiche Etablissements

in der Bahnhofstraße, um die weiterhin

große Nachfrage nach käuflicher Liebe zu

decken. Sie hießen »Pik Dame«, »Fiaker«,

»Casanova«, »Moulin Rouge« oder »Oli’s

Bar«. Die letzten schlossen in den 1980er

Jahren. Nur die »Bar Parisiana« hat überlebt.

Noch gibt es sie.

Das Bier kostet 5 Euro. Aus der Flasche. Der

Aufpasser an der Theke fackelt nicht lange.

Nur gucken? Gibt’s nicht. Trinken? Mindestens.

Aber Sex? Mittlerweile ist klar, dass das

Angebot besteht. Es kommt diskret, aber es

kommt. Einige der Damen arbeiten nicht

nur hinter der Theke oben ohne.

BLICKPUNKT

Nicht ganz so diskret zeigte sich das Ȋlteste

Gewerbe der Welt« in der Stadt noch in

den 1990ern. Viele Jahre konnten Freier

entlang der Frankfurter Straße käufliche

Liebe finden. In den Blickpunkt geriet der

Gießener Straßenstrich im Südviertel zum

ersten Mal im Vorfeld der deutschen

Wiedervereinigung, als 1989/1990 das ehemalige

Notaufnahmelager aus allen Nähten

platzte und die geballte Männeransammlung

eine spezielle Nachfrage verursachte.

Danach flaute das Liebesangebot am Straßenrand

wieder ab, doch ab 1993 etablierte

sich in dem Viertel zwischen Mittelweg,

Credner-, Hofmann- und Frankfurter Straße

eine Straßenprostitution, die offenkundig in

ganz Mittelhessen bekannt war. »In den

Abendstunden herrscht ein stetes Autorollen

und Türenschlagen, ansässige Frauen

auf dem Gehweg werden von Freiern als

vermeintliche Prostituierte angesprochen,

das halbkriminelle Milieu mit der Anwesenheit

von Zuhältern verbreitet ein bedrückendes

Klima«, schrieb die »Gießener Allgemeine

Zeitung« am 12. Januar 1996.

Anwohner hatten sich bei Polizei und Ordnungsamt

der Stadt beschwert und die

Lokalpresse eingeschaltet. Heute ist der

Straßenstrich genau wie das alte Rotlichtviertel

Gießens Geschichte. Das Gewerbe hat

sich in Randgebiete oder Privatwohnungen

zurückgezogen. Ganz aus der Innenstadt

verschwunden ist es aber nicht – auch wenn

die letzte Sex-Bar der Stadt die besten Zeiten

längst hinter sich hat.

Fotos: Schepp

7/2012 streifzug 11


BLICKPUNKT

Liebesschlösser

für Gießen

Marmor, Stein und Eisen bricht bekanntlich.

Doch wie sieht es eigentlich mit Stahl aus?

Liebesschlösser hängen als Beweis ewiger

Verbundenheit in Massen an der Hohenzollernbrücke

in Köln, am Eisernen Steg in

Frankfurt oder an der Weidendammbrücke

in Berlin. Aber auch in Rom, Paris oder New

York City. Die Schlüssel haben die Liebenden

in Rhein, Main, Spree oder den anderen

Flüssen versenkt.

Die Wurzeln dieses Brauchs sind unklar. Waren

die ersten Liebesschlösser in Lettland

oder Ungarn angebracht? Sicher ist: Populär

wurde die Idee durch den Roman »Ich steh

auf dich« des italienischen Schriftstellers

Federico Moccia. An einer Laterne, welche

die Milvische Brücke über den Tiber beleuchtet,

schwören sich die Pärchen in seiner

Geschichte ewige Liebe. Im realen Leben

fand die Idee schnell Nachahmer, bis die

12 streifzug 7/2012

besagte Leuchte letztlich unter dem Gewicht

der Liebesschlösser zusammenbrach. Die

Stadt Rom reagierte und stellte vor jeder

der sechs Laternen zusätzliche Ketten auf,

an denen die Schlösser nun befestigt

werden.

Auch über Lahn und Wieseck führen schöne

Brücken, dachten wir vom streifzug. Seit fast

vier Jahren stehen wir Ausgabe für Ausgabe

offen zu unserer Liebe zu Gießen, und das

wollten wir nun auch mal dokumentieren –

siehe Foto oben. Natürlich in der Hoffnung,

dass sich in Gießen Nachahmer finden, die

ihrer ewigen Verbundenheit zueinander in

ihrer Stadt ein Denkmal setzen wollen.

Ein paar Abstriche muss man in Gießen zwar

machen, so gibt es unter der streifzug-Brücke

in dem kleinen Park am Ende der Diezstraße,

gegenüber vom Rathaus, zwar keinen reißenden

Fluss, in dem man die Schlüssel ver-

senken könnte, ein kunstvolles Denkmal der

Liebe kann dort aber trotzdem entstehen.

Wir werden es gespannt verfolgen.

Sogar im Internet können Verliebte über

www.liebes-schloesser.com inzwischen virtuelle

Schlösser befestigen. Nicht in Gießen,

aber etwa an der Glienicker Brücke in Berlin

oder am Gasometer in Oberhausen. Für 2,95

Euro ist man dabei. Die Liebesschlösser sind

dann für alle Welt auf einer Karte im Internet

zu sehen. In der realen Welt gibt es sie nicht.

Der Vorteil: Unter der Last von virtuellen

Schlössern brechen keine Laternen zusammen.

Der Nachteil: Romantisch ist das nur

bedingt. Insbesondere auch, weil sich der

Beweis ewiger Verbundenheit per Mausklick

bei Bedarf wieder löschen lässt, als wäre nie

etwas gewesen. Der streifzug verzichtet dankend

auf diese Möglichkeit. Unsere Liebe zu

Gießen ist und bleibt. Florian Dörr


Brad Shaw schreibt exklusiv Kolumnen

für den streifzug. Normalerweise veröffentlicht

der Journalist sie im Netz auf

www.bradsticks.com. Sein Blog befasst

sich mit Lifestyle, Fashion, Musik, Promis

und Kultur – und immer wieder

mit der Suche nach Mr. und Mrs. Right.

Um die Liebe wurde viel Lyrik, Liedgut und Leidenschaft

gemacht. Die Quintessenz: Liebe ist wie

eine Lotterie – leider ein seltsames Spiel. Und obwohl

die Regeln hart und die Gegenüber unberechenbar

sind, spielen alle mit. Nummer um

Nummer, Date um Date, bis sie im Pott den sprichwörtlichen

»Sechser im Lotto« finden. Oder im

Allgäu. Oder eben gar nicht.

Am Anfang dieses Textes stand ein klassisches

Brainstorming: Ich habe alle Wörter, die mir spontan

zum Thema »Liebe« in den Kopf kamen, auf

ein Blatt Papier geschrieben. Die ersten drei lauteten

wie folgt: Paris, Sex, Romantik. So lassen sich

vorerst zumindest zwei Aussagen über die Liebe

treffen.

Erstens: Die Katze wird nicht im Sack gekauft.

Zweitens: Die Liebe ist wie Paris – ein Klischee.

Klischees helfen uns, die Welt zu ordnen und besser

zu verstehen, aber sie vertuschen gleichzeitig

des Pudels Kern. Liebe ist zweifellos alles andere

als Ferien mit Blick auf den Eiffelturm. Bei genauerem

Hinsehen ist sie eher ein turmhoher Berg

schweißtreibender Arbeit. Wer gestern Liebe gemacht

hat und morgen Windeln wechseln könnte,

weiß, was ich meine. Und schwitzt mit. Die größere

Herausforderung ist allerdings, aus zwei Men-

Ein Klischee

Ein Klischee

schen, die völlig verschieden sind, ein großes

Ganzes zu formen, sie zu verschmelzen.

Was auf diesem Weg nur wenige zugeben: Romantik

ist ein Klischee des Liebesklischees, Sex

immerhin eine knallharte Tatsache. Denn wer in

der Hochzeitsnacht feststellen muss, dass zwar

die Liebe keine Ferien braucht, sich aber die Libido

dauerhaft in den Urlaub verabschiedet hat,

dem bleibt nach dem Junggesellen-Kater nur

noch der Katzenjammer sowie in Sack und Asche

zum Anwalt zu gehen. Außer er verlegt die Flitterwochen

spontan von den Malediven nach Paris

und hofft auf ein Wunder. Geht es in der Liebe

nicht um die kleinen Wunder?

Ich kam nicht umhin mich zu fragen: Wenn Paris

ein Klischee ist, Romantik ein Klischee ist und die

Liebe selbst das größte Klischee von allen, warum

setzten wir uns nicht gleich kritiklos die rosarote

Brille auf und lassen uns einfach verzaubern? Im

Gegensatz zur Lotterie gibt es in der Liebe eigentlich

nichts zu verlieren – außer Würde. Doch wer

hat schon Zeit für »Würde« wenn er längst bei

»Sollte« hätte ankommen müssen?

Könnte, hätte, müsste... Was Liebe betrifft, sollten

wir uns trauen. Im Idealfall landen wir dann sogar

vor dem Traualtar. Hinfort also mit allen Zweifeln

und tragischen Geschichten über die Ehen von

BRAD SHAWS KOLUMNE

Whitney und Britney, Mariah und Soraya. In der

Mitte dieses Textes steht deshalb ein klassisches

Bekenntnis: Ich glaube an Sneakers aus Amerika,

an Klamotten aus Paris und die Liebe aus dem

Bauch. So einfach ist das. Alle drei lassen sich

gerade im Sommer herrlich tragen und halten im

Winter herzhaft warm. Geht es in der Liebe nicht

um Wärme? All diese Lyrik, diese Lieder und Leidenschaften

kommen selten ohne Feuer, Fieber

und Hitzewallungen aus. So lassen sich zwei weitere

Aussagen über die Liebe treffen.

Erstens: Wer liebt, schwitzt (Elvis Presley, »Fever« /

Kylie Minogue, »Fever«).

Zweitens: Wer nicht liebt, friert und sucht Wärme

(Best of Adèle).

Das sind natürlich Klischees. Selbstverständlich

können selbst Schwerverliebte beim Annähern in

der Arktis erfrieren, wo sich Singles über ihr Schicksal

allabendlich echauffieren.

Glücklicherweise haben wir uns auf Klischees geeinigt.

Deshalb darf ich ruhigen Gewissens behaupten,

bei 36 Grad auf der Sonnenseite angekommen

zu sein. Und es wird noch heißer! Das

ist immerhin eine knallharte Tatsache. Denn wenn

zwei Seelenverwandte zu einem großen Ganzen

verschmelzen sollen, fangen sie idealerweise mit

den Körpern an. Denn wer kauft schon die Seele

im Sack?

Einen Text über die Liebe zu schreiben, ist mindestens

so schweißtreibende Arbeit wie die Liebe

selbst. Für beide gilt doch vor allem, dass sie unberechenbar

sind und fast keine Regeln kennen.

Außer zwei: guter Stil und große Leidenschaft.

Am Ende dieses Textes steht folglich eine klassische

Erkenntnis: Liebe ist nicht nur ein Wort. Sie ist

das letzte Wort in einem stilistisch einwandfreien

Satz, wenn Leidenschaft im Spiel ist. Darüber sollten

wir nachdenken. Schließlich haben Whitney,

Britney und andere Ausnahmesängerinnen dafür

gesorgt, dass Sätze wie »I will always love you«

zwar Hochkonjunktur haben, aber nicht unbedingt

Tiefgang. »Für immer« sind erst mal nur

Sneakers aus Amerika und Klamotten aus Paris.

Was die Liebe betrifft, stehen wir stets vor dem

Sissyphus-Akt harter Arbeit, denn sie wandert.

Und wir laufen hinterher – manche fürwahr für

immer. Andere nicht. Wichtige Regeln, um mitzuhalten,

folgen.

Erstens: Ein Klischee ist immer nur so kitschig wie

der Ausführende.

Zweitens: Kein Klischee ist kitschig genug, um

Liebe zu verhindern.

»Wie wär es mal wieder mit einem Strauß roter

Rosen«, denke ich. Und schreibe: »Herz drum.

Fertig.«

Brad Shaw

7/2012 streifzug 13


RAMPENLICHT

»Ich bin

den GIs aus

dem Weg

gegangen«

Von 1991 bis 1993 war er als Mitglied der US Army in Gießen stationiert. Seitdem hat die

Stadt ihn nicht mehr losgelassen. Chuck Driskell aus South Carolina weiß mehr über Gießen

als mancher Einheimische. Seit 2004 schreibt er Thriller. Mit »Lahn’s Edge« widmet er seiner

»zweiten Heimat« nun sogar ein eigenes Buch und lässt seinen Protagonisten an bekannten

Schauplätzen der Universitätsstadt agieren. »Lahn’s Edge« ist ganz frisch als E-Book auf dem

Markt, im Herbst soll es als Taschenbuch erscheinen. Ein Treffen im »Stadtcafé«…

Was gefällt Ihnen so gut an Gießen?

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.

Ich denke immer an Gießen. Es gibt eine

Webkamera im Internet, und jeden Tag,

bevor ich anfange zu arbeiten, schaue ich

nach wie das Wetter in Gießen ist. Ich fange

morgens um 5 Uhr an, dann ist es in

Gießen 11 Uhr, und ich bekomme einen

Eindruck wie der Tag werden wird. So weiß

14 streifzug 7/2012

ich zum Beispiel auch, dass der letzte Winter

nicht gerade hart war und es nur wenig

Schnee gab.

Sie interessieren sich wirklich sehr für die

Stadt… Ich mag die Menschen hier. Ich

habe sie kennengelernt, als ich hier stationiert

war. Es ist ein ganz besonderes Gefühl,

das ich habe, wenn ich hierher kom-

me – vielleicht, weil es sich anfühlt, als wäre

ich wieder 19. Es fühlt sich auch an wie

mein zweites Zuhause. Gießen hat unglaublich

viel zu bieten. Ich mag den Geruch,

wenn ich in die Stadtmitte komme,

ich mag das Gras im Schwimmbad, wenn

es meinen Rücken berührt, den Geruch

nach Currywurst mit Pommes und die

Gesprächsfetzen, die ich höre, wenn ich


durch die Stadt laufe. Ich kann nur wenig

Deutsch, aber einzelne Worte kann ich

verstehen. Ich mag die Clubs und die

Kneipen. Eigentlich mag ich einfach alles –

Gießen ist ein netter Ort, den ich in Gedanken

immer bei mir trage.

Wenn Sie Gießen mit amerikanischen

Städten vergleichen, wo liegt der Unterschied?

Amerikanische Städte sind in sich

sehr stark auseinandergezogen. Mit der

Erfindung des Autos ist das Land stark gewachsen

und die Städte wanderten immer

weiter nach draußen. In Gießen findest du

alles, was du brauchst. Es reicht, in die

Stadtmitte zu gehen. Es gibt Ärzte, Lebensmittelgeschäfte,

Apotheken. Da, wo ich

lebe, muss ich mich ins Auto setzen, egal

wohin ich will. Selbst wenn ich nur einen

Spaziergang machen möchte, muss ich erst

mal fahren. Ihr lebt alle sehr dicht zusammen,

und es ist alles sehr gut geplant.

Was waren Ihre Lieblingsorte, als Sie hier

in Gießen stationiert waren? Die Kneipen!

(lacht). Ich bin sehr gerne ins »Ausweg« gegangen,

in die »Zwibbel«, wo heute das

»Melchiors« ist, in die »Number One« nach

Lich, in einen Club nach Lauterbach, an

dessen Namen ich mich nicht mehr erinnere

– eine große Disco, mit einer weiteren

Disco darin, in den »Leierkasten« und

in den »Irish Pub«. Am liebsten mochte ich

aber das »Ausweg«, weil sie da alternative

Musik und Dark Wave gespielt haben.

Schade, dass es geschlossen ist. Auch im

»Scarabee« war ich oft. Außerdem gab es

noch das »Phönix« (heute »Chevy«, Anm. d.

Red.) Gegen Ende meines Aufenthaltes waren

wir ständig dort. Es war damals sehr

beliebt, umso überraschter war ich, dass es

nicht mehr existiert. Außerdem mag ich

den Gleiberg und den Gießener Bahnhof.

Das Gebäude ist wunderschön. Jedes Mal,

wenn ich hier bin, setze ich mich dorthin

und trinke einen Kaffee oder ein Bier. Der

Schwanenteich ist vielleicht mein allerliebster

Ort. Ich mag es, dort spazieren zu

gehen, und die Blumen, das Gras und die

Menschen zu sehen. Und ich mag das

Schwimmbad an der Ringallee.

Was war die wichtigste Erfahrung, die Sie

in Ihrer Zeit hier gemacht haben? Ich habe

hier ein deutsches Mädchen kennengelernt.

Ihre Eltern waren sehr nette Menschen,

und auch wenn das mit uns beiden

nicht sehr lange gehalten hat, habe ich bei

ihrer Familie gelernt wie sich Deutschland

wirklich anfühlt. Das war eine sehr wichtige

Erfahrung. Wir sind im Guten auseinandergegangen.

Anfangs mochten ihre Eltern es

nicht, dass sie mit einem Soldaten ausging.

Doch dann haben sie mich kennengelernt.

Auch wenn es kulturelle Unterschiede gibt:

Der Stellenwert der Familie ist hier derselbe

wie in Amerika.

Was hat Gießen Ihnen bedeutet, als Sie

hier stationiert waren, und was bedeutet

es Ihnen heute? Als ich hierher kam, wurde

mir gesagt, dass ich nach Gießen müsste

und ich fragte: »Was ist das – davon habe

ich noch nie gehört?« Ich habe also meinen

Onkel angerufen, der Colonel bei der

Air Force war. Er kannte Gießen. Um ehrlich

zu sein: Die ersten sechs Monate, die

ich hier war, habe ich Gießen nicht gemocht.

Es war bewölkt, kalt und nass. Da,

wo ich herkomme, ist es warm und sonnig.

Dann habe ich die Stadt kennengelernt,

und das war etwas ganz Besonderes. Ich

erinnere mich an das letzte Wochenende,

an dem ich hier war. 1993: Ich habe einen

traurigen Song im Radio gehört und wurde

so traurig, weil ich hier weg musste. Klar

wollte ich meine Mum und meine Familie

wiedersehen, aber zu diesem Zeitpunkt

dachte ich darüber nach, ob ich jemals

zurückkehren könnte. Das Leben ging

weiter, ich bekam meinen ersten Job, gründete

eine eigene Familie. 2004 begann ich

ernsthaft darüber nachzudenken, wie besonders

dieser Ort ist und ich wusste: Ich

muss zurückkommen! Als ich dann wieder

hier war, war alles noch besser geworden.

Das ist wie mit einem guten Dessert, dass

Licher Bier ist dem Autor im Gedächtnis geblieben.

RAMPENLICHT

du über viele Jahre nicht gegessen hast.

Seitdem komme ich jedes Jahr ein- oder

sogar zweimal. Es fühlt sich jedes Mal an

wie Nachhausekommen.

Was hat sich hier in Gießen verändert?

Gießen hat sich nicht so stark verändert

wie die USA. Wir bauen unsere Gebäude

nicht für die Ewigkeit, reißen Häuser ab

und stellen neue auf. Hier sind die Strukturen

immer noch dieselben. Dieses Gebäude

hier (das »Stadtcafé«, Anm. d. Red.)

war früher »Pizza Hut« – heute gefällt es

mir besser, denn ich möchte nicht nach

Deutschland kommen und »Pizza Hut« sehen

(lacht). Gießen ist schöner geworden

und moderner, schau dir allein Bars wie das

»Dachcafé« an. Und: Es gibt keine Amerikaner

mehr. Als ich hier war, wimmelte es

von Amerikanern. Ich habe immer versucht,

ihnen aus dem Weg zu gehen. Wir

haben Clubs besucht, in denen GIs eigentlich

nicht gern gesehen waren. Aber wir

durften rein, weil wir uns respektvoll verhalten

haben.

Haben Sie ihre Familie jemals mit hierher

gebracht? Ja, meine Frau, bevor wir Kinder

hatten. Aktuell sind unsere Kinder aber

noch zu klein. Aber ich kann es kaum erwarten,

ihnen die Stadt zu zeigen.

Sie mögen Licher Bier. Was ist für Sie das

Besondere daran? Ich liebe Licher Bier! Es

ist ein wundervolles Pils. Man kann es in

Foto:

7/2012 streifzug 15


RAMPENLICHT

den USA nicht kaufen – das ist eine Schande!

In Hessen waren viele Tausend Soldaten

stationiert, die heute im Internet diskutieren,

warum Licher nicht nach Amerika

importiert wird. Wenn sie es bei uns verkaufen

würden, würden sie einen Haufen

Geld damit machen.

Wie werden die Deutschen in der amerikanischen

Literatur und in Filmen dargestellt?

Die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs

sind maßgeblich verantwortlich für

die Art und Weise, wie Deutsche in amerikanischer

Fiktion dargestellt werden.

Deutsche in amerikanischen Filmen oder

Büchern sind oft Nazis. Es ist faszinierend,

wenn man mal den Horror beiseite lässt

und es aus soziologischer Sicht betrachtet.

Aber wenn man Menschen um die 20 in

den USA, in Kanada oder Japan nach Deutschen

fragt, glauben die, jeder hier sei ein

Nazi gewesen. Das ist auf der einen Seite

ignorant, aber man muss auch Hollywood

die Schuld daran geben. Die Nazis regierten

über Dominanz und Furcht. Was hätte

denn ein junger Vater, der seine Kinder ernähren

und durchbringen muss, damals

machen sollen, außer mitzumachen? Das

hätte überall auf der Welt passieren können.

Die Menschen haben eine völlig falsche

Vorstellung, und Hollywood greift

diese auf und zeigt die Deutschen oft stark

überzeichnet. Jede Nation hat gute und

böse Charaktere und dieselben Typen

Menschen: Du hast faule Menschen, hart

arbeitende, kriminelle und schüchterne.

Wenn ich Deutsche beschreibe, dann sind

das normale Typen – mit gutem Charakter

oder mit schlechtem.

Wann haben Sie mit dem Schreiben angefangen

und aus welchem Grund? Das war

2004. Ich hatte noch nie geschrieben und

hielt mich selbst nicht für einen guten

Schreiber, ich konnte gerade mal einen

Brief verfassen. Es kam, weil ich von Gießen

und Deutschland regelrecht besessen

war. Mein bester Freund war Autor. Er hat

mich ermutigt, es einfach zu versuchen

und aufzuschreiben, was mir in den Sinn

kam. Ich habe dann begonnen, samstags

zu schreiben, und schnell festgestellt, dass

es mir sehr viel Freude bereitet, und so

habe ich dann fast jeden Tag geschrieben.

Seit dem Zeitpunkt, an dem ich das tägliche

Schreiben begonnen habe, hat es

insgesamt nur drei, vier Tage gegeben, an

denen ich nichts geschrieben habe. Ich

trage das einfach in mir.

Wie lange haben Sie an »Lahn’s Edge« gearbeitet?

Erstmals habe ich das Buch 2007

geschrieben. Seitdem habe ich es mehrfach

überarbeitet. Insgesamt habe ich mittlerweile

etwa ein Jahr daran gearbeitet.

Jetzt ist es fertig.

Vom Soldaten in Gießen

zum Autor in den USA

Als jüngstes von fünf Geschwistern

wird Chuck Driskell

in seiner Kindheit regelmäßig

von seinen Eltern in

die Bibliothek geschleppt.

Noch heute erinnert sich

der US-Amerikaner an den

ersten Roman, den er in seinem

Leben gelesen hat: »The

Shining« von Stephen King.

Nach der Highschool geht

Chuck Driskell zur US Army.

Weder reizte ihn das College,

noch hatte seine Familie

das nötige Geld. Für zweieinhalb

Jahre ist er zwischenzeitlich

in Deutschland

stationiert.

Zum Autor wurde Chuck

Driskell durch einen Unfall:

16 streifzug 7/2012

Er verletzt sich beim

Basejumping, weshalb

er heute viele Sportarten

nicht ausführen kann.

Eine neue Passion wurde

das Schreiben. Gießen

spielt in jeder seiner

Geschichten eine Rolle.

Im Herbst sollen sie als

Taschenbücher erscheinen.

Bis dahin sind sie als

E-Book bei Amazon zu

haben. Mehr über Chuck

Driskell auf www.chuckdriskell.com.

Eine Leseprobe finden

Sie unter:

www.giessenerallgemeine.de/ar349250

Können Sie »Lahn’s Edge« in ein paar Sätzen

zusammenfassen? Es geht um einen

Soldaten, der böse Dinge tut. Deswegen

nimmt ihn eine Gruppe von Terroristen

ins Visier und erpresst ihn, etwas Schreckliches

zu tun. Sie wissen aber nicht, dass er

sehr clever ist und das nutzt, um zurückzuschlagen.

Was bedeutet Ihnen das Schreiben? Ich

liebe es, zu lesen, Fiktion und auch Sachbücher.

Für mich bedeutet Lesen eine

aktive Flucht. Ich mag es auch, Filme oder

Fernsehen zu schauen. Aber beim Lesen

muss man viel mehr den Kopf benutzen,

um sich Dinge vorzustellen. Der Autor erzählt

und beschreibt etwas, das Bild muss

man sich aber selbst erschaffen. Schreiben

ist für mich ein Weg, meine Gedanken zu

teilen. Man bündelt Gedanken und teilt sie

mit den Menschen. Das macht viel Spaß!

Ihre Lieblingsbücher? Ich mag »Der Schakal«

von Frederik Forsyth, »Die Nadel« von

Ken Follett, »Verdammt in alle Ewigkeit«

von James Jones und »Casino Royale« von

Ian Fleming. Die »James Bond«-Bücher

sind nicht so überzogen wie die Filme –

sie sind wirklich glaubwürdig. Fleming ist

ein wundervoller Autor. Wenn ich etwas

von ihm lese, traue ich mich fast gar nicht

mehr, selbst zu schreiben (lacht). Er ist

unglaublich.

Können Sie sich an das erste Buch erinnern,

das Sie gelesen haben? Ich bin mir

ziemlich sicher, dass es »Shining« von

Stephen King war. Es hat mich fast zu Tode

geängstigt. Ich war das jüngste von fünf

Geschwistern, und meine Eltern haben gar

nicht mitbekommen, was wir so alles treiben.

Sie waren einfach nur müde.

Fragen amerikanische Leser Sie nach

Gießen? Was wollen sie wissen? Sie wollen

alle wissen, woher ich so viel über

Deutschland weiß. Ich antworte dann

immer: »Weil ich dort gelebt habe.« Alle

sagen mir, dass sie sich beim Lesen gefühlt

hätten, als seien sie hier gewesen. Ich

strenge mich an, damit der Leser wirklich

glaubt, hier zu sein. Viele fragen mich auch

nach Gießen, ganz besonders nach den

Dingen, die ich auf meiner Webseite stehen

habe. Sie fragen mich: »Was ist das

Besondere an Gießen?« und ich antworte

dann: »Komm mit mir, ich zeige es dir!«

Sie könnten hier ja als Fremdenführer arbeiten.

(lacht) Eine Freundin hat zu mir gesagt,

ich wüsste mehr über Gießen als die

meisten Einheimischen. Sabine Glinke


»Kill ‘Em All«

Auch für die Besitzer der neuen Galaxy-S3-Boliden wird

die Welt nicht gerechter. Früher hatten die Computer

wenig Speicher und die Programme passten auf wenige

Megabyte große Disketten (ja, Disketten!). Heute fressen Betriebssysteme

und Spiele ganze Terabyte. So ist es auch beim Smartphone.

Das stärkste Handy nützt nichts, wenn die Anwendungen

immer mehr und immer speicherhungriger werden. Trotz Mehrkernsmartphone

schlagen Kalender, Spiele, Messanger und Facebook

dauerhaft geöffnet ganz schön auf die Leistung. Beim iPhone

gibt es den Home-Button, um sein System frisch zu halten. Auf

dem Android-Smartphone ist ein Task-Killer vonnöten. Ein schönes,

schlankes Tool ist der Advanced Task Killer. Der ist kostenlos, nistet

sich in der Notification-Bar ein und listet alle offenen Programme.

Die, die geschlossen werden sollen, können ausgewählt und terminiert

werden. Über eine Liste werden Apps

verwaltet, die von der Zwangsschließung

ausgeschlossen sind und mit etwas Gefummel

lassen sich wiederkehrende Apps sogar

vollautomatisch schließen. Aber grundsätzlich

tut die App was sie soll: Bremser

auf dem Smartphone kurzerhand »killen«.

http://goo.gl/zTYvP

»Romandebüt mit Swag«

»Karizma«

Sara Gmuer, Belletristik, Hardcover

› Der Inhalt: Victoria hat aufgehört zu modeln,

weil sie mit Mitte 20 nicht mehr als

16 durchgeht. Jetzt langweilt sie sich in Berlin.

Als sie zufällig Rapstar Said begegnet, wissen

beide, dass sie den Rest des Lebens miteinander

verbringen werden. Während einer

Tournee durch Südeuropa verschwindet Said

jedoch auf mysteriöse Weise in den Fluten des Mittelmeers. Für

Victoria bricht eine Welt zusammen. Auf die Trauer folgt die Einsamkeit,

in der sie Said wiederzufinden glaubt. Und sie findet ihn

– in seiner Sprache und seiner Musik. Als sie eine Schachtel mit

unveröffentlichten Texten ihres toten Freundes findet, entschließt

sie sich, seinen Traum weiterzuträumen. Schicht um Schicht,

Song um Song, kann sie sich von der qualvollen Vergangenheit

losreißen und neuen Lebensmut schöpfen – nicht als Victoria,

das traurige Mädchen, sondern als Karizma, die Rapperin, die

sagt: »Wenn einer gehen will, dann muss man ihn gehen lassen,

oder noch besser, man geht zuerst.« Eine HipHop-Lovestory mit

tragischem Ausgang.

› Die Autorin: Sara Gmuer wurde 1980 in Locarno geboren. Ihre

Kindheit verbrachte sie in der italienischen Schweiz, ihre Jugend

in Luzern. Als sie 1995 »La Haine« im Kino sah, verliebte sie sich

in Hauptdarsteller Vincent Cassel. Die Schwärmerei hielt einen

Sommer, das Lebensgefühl des Films blieb. Mit 17 brach sie die

Schule ab, reiste durch die Welt, verdiente ihr erstes Geld als

Model und gab es für Rap-Platten wieder aus. 2002 schloss sie in

Zürich die Schauspielschule ab und ist seitdem in etlichen Filmund

Fernsehproduktionen zu sehen, aktuell zum Beispiel im

neuen Musikvideo der Ärzte. Sara Gmuer lebt in Berlin.

› Der Spannungsbogen: Man fragt sich bis zum letzten Satz, ob

es unsere Heldin schaffen wird. Es geht um nicht weniger als Leben

und Tod.

MEDIATHEK

Fink – Perfect Darkness

Im Zentrum von Fink steht die unverkennbar kräftige

Stimmfarbe von Greenall. Man sollte sie unbedingt gehört

haben. Daneben fällt das markante Akustikgitarrenspiel

in Kombination mit minimalistischen Arrangements

auf. Der Sound ist puristisch. Eine Art Folk, jedoch etwas

dunkler und intensiver. Anspieltipp ist der breit orchestrierte

Titel »Fear Is Like

Fire«. Die zehn Titel des

Albums sind trotz ihres

dunklen Untertons eine echt

hörenswerte Sache, nicht nur für

verregnete Sommertage. »Perfect

Darkness« ist ein intensives und unglaublich

musikalisches Album. Der

Detailreichtum des Albums geht erst

nach mehrfachem Hören auf. Also:

Zeit nehmen und genießen!

Für den streifzug gehört von …

NEOH. Die junge Band aus Gießen macht ehrliche Rock-

Musik. Seit der Gründung 2009 blicken die fünf Anfang bis

Mitte Zwanzigjährigen auf Konzerte mit Wir sind Helden,

Juli, Culcha Candela, The Hives und vielen mehr zurück. Seit

2010 sind sie Fördermitglied der VW Soundfoundation. Im

Januar erschien ihr erster Tonträger. www.neohonline.de

› Das Niveau: Ein junges Romandebüt mit Swag.

› Der Gesprächsfaktor: »Hate it or love it, the

underdog's on top. And I‘m gonna shine,

homie, until my heart stop!« Wer den Satz versteht,

wird über »Karizma« reden – garantiert!

› Die Leseprobe: Ich rauchte und wartete. Rauchte auf

dem Fensterbrett, am Tisch und im Bett, ich rauchte da, wo andere

reden, essen und Sex haben. Essen sollte ich nicht, zum Reden

hatte ich niemanden und für Sex auch nicht. Den Kummer

hätte ich vielleicht wegsaufen können, die Kopfschmerzen nicht.

Was soll’s, da wo ich herkomme, kannte man eh keine Probleme,

und wenn es doch mal welche gab, dann wandte man sich

an Gott, und wenn der nicht half, ging man zu Bernardo Provenzano.

Mir half keiner von beiden. Bis dahin dachte ich immer,

die Hoffnung stirbt zuletzt, bullshit, die Hoffnung verlässt dich

wie eine Nutte, sobald es ernst wird, das, was wirklich bis zum

bitteren Ende bleibt, ist die Wut. Und von der blieb eine ganze

Menge. Ich wär vor Hass am liebsten gestorben. Eigentlich wollte

ich mehr als nur tot sein, denn tot sein hieße, gelebt zu haben.

› Must-have zum Buch: Eine gute Plattensammlung, denn man

will während des Lesens permanent laute Rapmusik hören:

Biggie, 2 Pac, Foxy Brown, Eazy E, T.I., Destiny‘s Child, Lil Wayne,

Jay-Z, Brandy, Drake.

› Das Buch ist genau richtig für … alle, die mindestens einen

der oben genannten Künstler auf ihrem iPod haben.

Für den streifzug gelesen von …

Lars Amend (33). Er ist Autor. Sein erstes Buch »Bushido«

landete 2008 auf Platz 1 der SPIEGEL Bestsellerliste und

wurde von Bernd Eichinger verfilmt. 2009 folgte »Rock

Your Life« mit Rudolf Schenker und einem Vorwort von

Paulo Coelho. Sein Buch »Mit einem Bein im Modelbusiness«

mit Mario Galla ist im Herbst 2011 erschienen. Lars

Amend, aufgewachsen in Langgöns, lebt in Berlin.

7/2012 streifzug 17


STADTGESPRÄCH

Hinter roten Backsteinmauern

Von außen verrät ein verwaschener, mit Klebeband notdürftig befestigter Zettel nur unzurei-

chend, was sich im Inneren tut. Von einer Ausstellung ist dort lapidar die Rede. Tatsächlich

hat hier, hinter den roten Backsteinmauern der ehemaligen Kupferschmiede am Tiefenweg,

die Subkultur einen neuen Unterschlupf gefunden. Auf vier Etagen betreiben das Künstlerkol-

lektiv »Soll & Haben« und das Atelier »Karawane« hier seit einigen Monaten einen Spielplatz

für die Kreativen der Stadt.

Vom »Focus« wurde er jüngst als »Juwel des

modernen Gitarrenfolks« gefeiert. Nun sitzt

Will Stratton mit seiner Gitarre im Keller der

ehemaligen Kupferschmiede. Lange standen

die Gemäuer leer. Die Steine an den Wänden

sind inzwischen weiß überpinselt. Über

den massiven Dielen auf dem Boden liegt

ein Perserteppich. Auf der Einladung stand

»Bring your own Drinks« und niemand beschwert

sich, dass keine Getränke ausgeschenkt

werden. Alles läuft ein wenig anders

hinter den roten Backsteinmauern. »Die

Stadt lechzt nach dieser Art von Kultur«, sagt

Frank Loth.

Vor einiger Zeit hat sich der Inhaber des

»Green Hill Skateshops« mit Gunnar Triebel

18 streifzug 7/2012

und Christian Roth von »Mob Skateboards«

zum Künstlerkollektiv »Soll & Haben« zusammengeschlossen.

Loth meint: »Die Stadt

hat viel mehr Potenzial als Angebot.« Wenn

jemand Kultur macht, kommen die Gießener

aus ihren Löchern. So brachten bei der

»Flaschensammler Bar« rund 60 Gäste ihre

eigenen Getränke in die ehemalige Kupferschmiede

und ließen am Ende des Abends

ihre Pfandflaschen in großen Tüten für jene

zurück, die sich ihren Lebensunterhalt dadurch

aufbessern, dass sie Leergut in die

Supermärkte der Stadt zurückbringen und

dort in bare Münze eintauschen. »Ich hatte

mit vielleicht zehn Gästen gerechnet. Am

Ende war der Laden voll.«

Der ganze Innenhof, gelegen zwischen Neustadt

und Bahnhofstraße, strahlt einen ganz

besonderen Charme aus. »Es ist das letzte

Stück altes Gießen, das es in dieser Ecke

noch gibt«, sagt Frank Loth. Kopfsteinpflaster,

rote Backsteinmauern an den Häusern, das

Holz an Türen und Fachwerk ist inzwischen

blau und rot und grün gestrichen. Im Inneren

erstreckt sich derzeit eine Ausstellung

über zwei Etagen, der Keller bietet mit seinen

rund 70 Quadratmetern genügend Platz

für Veranstaltungen. Vieles in der ehemaligen

Kupferschmiede hat Frank Loth in Handarbeit

renoviert und gestaltet. Das nötige

Know-how legte er sich schon in seiner Jugend

zu, als er Rampen zum Skaten baute.


»Das ist Beschäftigungstherapie für mich. Ich stecke viel Arbeit rein,

aber es ist ein gutes Gefühl, etwas zu schaffen«, erklärt er.

Gerade sei er dabei, Bäume zu sammeln. Seine Idee: Im Keller der

ehemaligen Kupferschmiede möchte er einen Wald erschaffen. Die

Bäume, ergänzt durch Rollrasen und künstlichen Nebel. »Ich könnte

jede Woche zwei bis drei unterschiedliche Aktionen machen, ohne

dass es langweilig würde«, sagt er. Auch jenseits der roten Backsteinmauern

soll es Veranstaltungen von »Soll & Haben« geben: So plant

Frank Loth etwa eine mobile Mischung aus Bar, Ausstellung und gemütlichem

Beisammensein mit Freunden: raus aus dem Transporter,

aufgebaut, einen schönen Abend verbracht, abgebaut, rein in den

Transporter. Etwa an der Lahn, im Schwanenteichpark, aber auch am

Elefantenklo könnte man Station machen. Auch bei dieser »Outdoor

Bar« würden die Flaschensammler wieder vom gesammelten Leergut

profitieren. Bereits in den nächsten Wochen soll es losgehen.

Für die ehemalige Kupferschmiede sind keine festen Veranstaltungsroutinen

angedacht. »Dafür gibt es zu viele Ideen«, sagt Frank Loth.

Einzig Konzerte würde er gerne häufiger veranstalten. Das nächste ist

für den 24. August geplant. Dann wird Emaline Delapaix, eine Singer-

Songwriterin aus Australien, kommen. Auch zehn Tage vorher, wenn

in Gießen der »WG-Flohmarkt« steigt, wird es nicht nur Stände

unterm Dach geben. Im Keller sollen auch Bands spielen. Hinweise

zu geplanten Veranstaltungen gibt es über Mundpropaganda.

Ermöglicht wurde der neue Unterschlupf für die Subkultur auch

durch die Eigentümer des Innenhofs. Im vergangenen Sommer hatten

sie bereits erlaubt, dass sich der polnische Künstler »Swanski« mit

seinem überdimensionalen Fantasiewesen auf der Rückseite der

ehemaligen Kupferschmiede verewigt. Das Grafitto ist heute von der

Mühlgasse zu sehen. Frank Loth könnte sich gut vorstellen, dass

irgendwann nicht nur die vier Etagen jenseits der roten Backsteinmauern,

sondern der gesamte Innenhof am Tiefenweg von den Kreativen

der Stadt genutzt würde. Die Hackeschen Höfe in Berlin

könnten ein Vorbild sein. Florian Dörr

Fotos: Schepp

www.DIVIICE.de

Quelle: Statista 2012

STADTGESPRÄCH

»Ich wohne modern.

Weil meine Wohnbau

sich kümmert!«

Energetische Sanierung ist für uns

ein Muss, denn sie schont Umwelt

und Geldbeutel.

Luxuriöse

und moderne

Neubauwohnung

Welche Wohnform wäre Ihnen

am liebsten?

Großzügige

Altbauwohnung

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Stadtzentrum

Ökologisches

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mit Solaranlage

und Erdwärme

Ein großer Teil aller Deutschen

würde gerne in ökologischen Vor-

zeigeprojekten mit alternativen

Energien wohnen. Die Wohnbau

ist mit der energetischen Sanie-

rung auf einem richtigen Weg.

In Gießen zuhause.

www.wohnbau-giessen.de

7/2012 streifzug 19


BLICK IN DIE REGION

Glitter Twins – Geburtstag

bei den Golden Oldies

Dokumentarfilm im September, Fotobuch im Juli. Die Rolling Stones werden in diesem Jahr

50! Anlässlich des Jubiläums starten sie aber keine Konzerttournee. Wer trotzdem nicht auf

ihre Musik verzichten will, kann auf die »beste Stones-Cover-Band, wo gibt« bauen, die Glit-

ter Twins vom Main. Auch die haben 2012 allen Grund, die Sektkorken knallen zu lassen:

Die im Dunstkreis von Rodgau Monotones, Flatsch und Crackers aufgewachsene Combo

feiert ihr 30-Jähriges – und am Freitag, 27. Juli, geben Peter »Fips« Schmidt und Co. bei den

Golden Oldies in Krofdorf-Gleiberg eines ihrer wenigen Geburtstagskonzerte.

20 streifzug 7/2012

Fotos: bf


Bei den Oldies-Machern haben die Glitter

Twins einen Stein im Brett, seit sie 1992

kurzfristig einsprangen und an einem Sonntagnachmittag

die restlos gefüllte Schieferstraße

aufmischten. Dem Publikum stand

der Mund offen: Sie spielten (fast) wie das

Original – ehrlicher, gut gemachter Rock’n’-

Roll, erdiger Blues. Der gertenschlanke Sänger

kam so schlaksig daher wie der richtige

Mick Jagger, trug mal hautenge bunte Leggings

und ein Leibchen mit »Angie«-Zunge

drauf, dann wieder einen ausladenden

Mantel mit Wildkatzenleder-Muster und

hatte eine ungemeine Bühnenpräsenz. Die

beiden Gitarristen in ihren zerfetzten Klamotten

– Achim Schnall und Rolf Bussalb,

weiland bekannt von den Crackers – griffen

wie Keith Richards und Ronny Wood in

die Saiten; alle Licks und Riffs der großen

Vorbilder saßen haargenau. Das hatte was,

war unverwechselbar.

Fragt man die im Rhein-Main-Gebiet verortete

Band nach ihrer Geschichte, bekommt

man ein Märchen zu hören. Es war einmal

Frau Helga Jagger, geb. Schmidt. Die gebar

zwei Söhne, die unglücklicherweise an den

Zungen zusammengewachsen waren: Mick

und Fips. Nach langem Hin und Her, was

nur die Zungen der Jungen verlängerte,

entschloss man sich zur OP. Die Jungen

wurden getrennt. Mick ging nach England

und Fips blieb in Bruchköbel, glaubte

man… Aber durch eine aberwitzige Verwechslung

war es nicht Mick, der 1962 in

England die Rolling Stones gründete – es

war Fips, der sich Mick nannte. Der Rest

läuft auf ein Happy End hinaus…

Die Glitter Twins waren vor 30 Jahren das,

was man heute eine Projektband nennen

würde: Die Initiatoren Achim Schnall sowie

die Schmidt-Brüder Peter und Kläus waren

in anderem Formationen zu Hause. Die

neue Combo sollte so etwas werden wie

Urlaub vom (Musiker-)Alltag. Das ist sie bis

heute. Alleinstellungsmerkmal: nur Stones-

Covers, keine nostalgische Melange. Quasi

der Gegenentwurf zur Beatles-Revival-

Band. »Wir spielen Stones aus ganzem Herzen«,

sagt Peter Schmidt.

Der Frontmann war vier, als der richtige

Herr Jagger mit Keith Richards auf dem

Bahnsteig in Dartford/Kent die Stones-

Gründung einfädelte. Die anderen Glitter

Twins von heute lagen in den Windeln

oder waren noch nicht auf der Welt. Ergo

sind die Lieblingsstücke der Band (im Gesamtrepertoire

von etwa 100 Liedern) nicht

unbedingt die ganz frühen Kompositionen,

sondern angesiedelt in den 1970ern, bei

»Get Yer Ya-Ya’s Out!« (1970), »Sticky Fingers«

(1971) und »Exile on Main St.« (1972).

»Midnight Rambler«, »Sympathy for the De-

vil«, »Dead Flowers« zählen dazu und

»Brown Sugar«. An dieser Stelle kommt

»ein ständiger Gastmusiker« ins virtuose

Spiel, der dem Stones-Klangbild ein ums

andere Mal das Sahnehäubchen aufsetzt:

Achim Farr von der Frankfurt City Blues

Band. Was der von sich hören lässt, ist der

absolute Hammer!

Musik-Profis sind aber auch die meisten

anderen. Musikwissenschaftler Rolf Bussalb

gilt als Hessen-Antwort auf Gitarristen-Legende

Tommy Tedesco. Der Beau aus Südhessen

lehrt an einer Musikschule modernes

Gitarrenspiel und ist ein gefragter

Rock- und Jazzgitarrist. Häufig begleitete er

Nigel Kennedy, den Star-Geiger; u.a. bei

einem Konzert in der Royal Albert Hall.

Rolfs jüngerer Bruder Klaus ist »Berufsbasser«,

Musiklehrer und in Musical-Produktionen

eingebunden.

Den Part von Keith Richards spielt Achim

Schnall, der sich mit Rolf blind versteht;

was daran liegen kann, dass beide Gitarristen

am selben Tag im März 1961 das Licht

der Welt erblickten. Achim verdient seine

Brötchen mit dem »City Music Studio« in

Offenbach, wo er auch Henni Nachtsheim

zu seinen Kunden zählt, und als Haus-und-

Achim Schnall, Rolf Bussalb und Peter Schmidt.

BLICK IN DIE REGION

Hof-Mischer von Wolfgang Niedecken und

dessen Kölsch-Rock-Band BAP. Besonderes

Kennzeichen: Hemd mit Totenkopf-Motiven,

eine abgerissene Jeans, die bald in alle

Einzelteile zerfällt – und eine glühende Filterlose,

während des Spiels zwischen die

Saiten am Ende des Gitarrenhalses geklemmt.

Musiklehrer ist auch Didi Müller,

der Keyboarder, dem hauptberuflich am

Wohlergehen der Kaisersaal-Lichtspiele im

12 000-Seelen-Ort Münster gelegen ist.

Keinen Musikerjob hat nur Trommler Kläus

Schmidt: Ihn weist die Band-Homepage als

»Unternehmer und Ex-Postler« aus. Nicht

zu vergessen »Fips«, der Derwisch: Peter

Schmidt aus Bruchköbel, bei dem die Glitter-Fäden

zusammenlaufen, arbeitet als Architekt

und Großfamilienoberhaupt.

Am 27. Juli wollen die Musiker wieder

Wettenberg rocken; wie vor etlichen Jahren

auf der großen Bühne an der Turnhalle.

Wer die echten Stones mag, hat an diesem

Cover bestimmt seine Freude und sollte

sich den Termin merken, denn so oft wie

früher mit 35 Gigs pro Jahr treten die Glitter

Twins nicht mehr auf. »Maybe the last

time… I don’t know!?« Hoffentlich nicht!

Norbert Schmidt

7/2012 streifzug 21


UNTERWEGS

»Centralbar«

Löbers Hof 10 · 35390 Gießen · Telefon 0641/9845337

Wer in Gießens Innenstadt eine gute Gelegenheit

sucht, um für weitere Feierlichkeiten

»vorzuglühen«, einen Abend gechillt ausklingen

zu lassen oder einfach nur als Hauptabendprogramm

einen Cocktail zu trinken,

wird in der Centralbar fündig. Mitten in Gießens

Zentrum gelegen, aber dennoch in

einer Nebengasse versteckt, bietet die Centralbar

in ihrer aktuellen Form bereits seit

2003 Cocktails auf hohem Niveau in loungigem

Ambiente, mit dem sie durchaus der

Wegbereiter für die später in ähnlichem Stil

umgestalteten Türmchen, Dachcafé und Co.

gewesen sein dürfte.

Der Erfolg der Centralbar ist untrennbar mit

dem Namen Kazim Eren verbunden, der das

Potenzial des Ladens sofort erkannte. Nachdem

das Café Löbers dichtgemacht hatte,

wurde in diesen Räumlichkeiten im Löbershof

von Frankfurter Geschäftsleuten die

erste Centralbar gegründet, die sich aber

nicht halten konnte und bereits nach wenigen

Monaten wieder geschlossen wurde.

Eren wusste gleich: »Das kann ich besser.

Schon als Kleinkind habe ich Gastronomie

im Blut gehabt, wollte unter Menschen sein,

22 streifzug 7/2012

Fotos: Schepp

für sie kochen, und dafür sorgen, dass sie

sich wohlfühlen. Eine Cocktailbar war schon

immer mein Traum.«

So übernahm er als Geschäftsführer gemeinsam

mit seinem Bruder Nec die Centralbar

und belebte sie, indem er das Konzept

überarbeitete. Von der Getränke- über die

Speisekarte bis hin zur loungigen Inneneinrichtung

mit Videoleinwand und schönem

Biergarten vor der Tür. So laufen auf der

Leinwand gechillte Clips von sonnigen Stränden,

aber durchaus auch Fußballübertragungen

wie jüngst bei der EM. Der Biergarten

hingegen lockt dank Sand und Liegestühlen

mit Urlaubsflair. Auch Events nahm Eren in

das Programm auf: So steht jeder erste und

dritte Mittwoch im Monat im Zeichen von

Salsa. Auch Partys bietet die Location gelegentlich

an, wie zuletzt die Medizinerparty

oder den Tanz in den Mai mit Ralf Richter.

Weniger loungig, dafür aber ruhiger und

schlichter ist der Nebenraum der Centralbar

gestaltet, der unter anderem die Theatergänger

des TiL ansprechen soll und einen ungestörten

Rahmen für ruhige Gespräche, Kartenspiele

etc. bietet.

Und auch wer spät noch Hunger hat, bekommt

in der Centralbar an jedem Wochentag

bis 23.30 Uhr warme Küche – die Renner

sind Burritos und Tapas, aber auch

Salate, Schnitzel, Pasta, Baguettes, Grillteller

und Fingerfood stehen auf der Speisekarte.

»Ich esse lieber hier als zu Hause, weil es so

viel Auswahl gibt«, sagt Eren, der gleichzeitig

auch sehr erfolgreich das Schnitzelhaus in

der Frankfurter Straße leitet, und dessen 14jähriger

Sohn Kenan erst kürzlich bewies,

dass er von seinem Vater das Gastronomieblut

geerbt hat: Er hat bereits ein Kochbuch

veröffentlicht und plant schon das zweite.

Beachtlich ist in der Centralbar zudem die

Auswahl an Weinen, die keine Wünsche offen

lassen. Das eigentliche Herzstück sind

aber die Cocktails. Über 100 verschiedene

Mixgetränke stehen zur Auswahl, die Karte

ist zudem ebenso wie die Speisekarte Mitte

Juni überarbeitet worden. Und eine besondere

Neuheit bietet die Centralbar seitdem

auch, die nur wenig Konkurrenz haben dürfte:

Cocktail-to-Go in transparenten Plastikbechern.

Aber natürlich kann man seinen

White Russian, Caipirinha, Long Island Ice

Tea, Swimming Pool, Tom Collins und Co.

auch weiterhin in den bewährten Räumlichkeiten

genießen – und das zu sagenhaften

Preisen: »Wir haben eine unschlagbare Happy

Hour – solche Qualität für solche Preise

findest du woanders nicht«, sagt Eren. An

allen Wochentagen von 19 bis 21 Uhr sowie

sonntags bis donnerstags von 23 bis 0 Uhr

und freitags und samstags von 23.30 bis

1 Uhr kosten Cocktails nur 3,90 Euro,

Daiquiris 4,90 Euro.

Dank des angenehmen Ambientes mit Glasfassade,

Videoleinwand und Biergarten sowie

der großen Auswahl an Cocktails zu studentenfreundlichen

Preisen dürfte es nur

Formsache sein, dass die Centralbar im September

2013 ihr zehnjähriges Bestehen feiert

und auf erfolgreiche weitere Jahre anstoßen

kann. Jan Sommerlad

Im Überblick

Sitzplätze: 50 im Hauptraum, 20 im

Nebenraum, 30 im Biergarten

Küche: Von exotischen Tapas über

Pasta bis Schnitzel

Spezialitäten: Cocktails

Öffnungszeiten: täglich ab 18 Uhr,

warme Küche bis 23.30 Uhr.

Happy Hour So. bis Do. 19–21 und

23–0 Uhr, Fr. und Sa. 19–21 und

23.30–1 Uhr

Küche ★★✩✩

Ambiente ★★★✩

Service ★★★✩

Preise UU


…im größten Open-Air-Kino der Region

16 Filmabende unterm Sternenhimmel

Zum 14. Mal wird der Schlosshof des Butzbacher Landgrafenschlosses zum Kinosaal und lädt vom 18. Juli bis 2. August zu 16 Filmabenden

ein. Auf dem Plan stehen u.a. der Publikumsliebling »Ziemlich beste Freunde« und Blockbuster wie »Ice Age 4« oder der neue »Spider-Man«.

Zur deutschen Produktion »Ausgerechnet Sibirien« hat sich Regisseur Ralf Huettner angekündigt; außerdem läuft mit »The Rum

Diary« eine Vorpremiere vor dem eigentlichen Kinostart. Karten für das Open-Air-Kino gibt es im Vorverkauf ab 23. Juni u.a. online unter

www.openairkino.info. Los geht’s mit einer öffentlichen Generalprobe am 18. Juli mit »American Pie: Das Klassentreffen«. Offizieller Eröffnungsfilm

ist die französische Komödie »Kochen ist Chefsache« mit Jean Reno (19. Juli). Am ersten Wochenende stehen »Men in Black 3«

(20. Juli), »Ziemlich beste Freunde« (21. Juli) und der Dokumentarfilm »Deutschland von oben« (22. Juli) auf dem Plan. Matthias Schweighöfer

ist am 23. Juli in seinem in und um Frankfurt produzierten Film »What A Man« zu sehen, die Literaturverfilmung »Lachsfischen im Jemen«

folgt am 24. Juli. »Best Exotic Marigold Hotel« heißt der Programmkino-Hit, der am 25. Juli gezeigt wird. Die Kino-Variante der TV-

Serie »Türkisch für Anfänger« steht am 26. Juli auf dem Programm, »The Amazing Spider-Man« kommt am 27. Juli. Im Vorprogramm wird an

diesem Abend die US-Army-Dixieband Wings of Dixie spielen. »Ice Age« (28. Juli), »The Artist« (29. Juli), »Ausgerechnet Sibirien« (30. Juli),

»The Rum Diary« mit Johnny Depp (31. Juli), »Ziemlich beste Freunde« (1. August) und »The Rocky Horror Picture Show« (2. August) folgen.

…Theater und Kino

FreiLichtKino im Schlosspark Laubach

Es geht wieder los in Laubach! Am Donnerstag, 12. Juli, öffnet das FreiLichtKino im

Schlosspark seine Pforten. In Zusammenarbeit mit der Stadt und der Kultur und Bäder

GmbH präsentieren das Kino Traumstern und künstLich bis zum 15. Juli, jeweils ab

20 Uhr anspruchsvolle Filme und hörenswerte Konzerte sowie erstmals einen Theaterabend.

Den Auftakt macht das Theater Traumstern mit seiner Aufführung des »Eingebildeten

Kranken« von Molière. Bereits am 6. und 7. Juli sind im Schlosspark Pre-Vorführungen

geplant. Beginn ist wie bei allen anderen Veranstaltungen um 20 Uhr. Am

13. Juli gibt es dann die besten Songs aus »Hair« zu hören, bevor mit »Sommer in

Orange« der erste Film gezeigt wird. »The Artist« flimmert am 14. Juli über die Leinwand,

zuvor geben sich Gabriela Mendes und Conjunto Creolo die Ehre. Den Abschluss des

Wochenendes bilden am 15. Juli die Bakad Kapelye sowie »Ziemlich beste Freunde«

(Foto). Die Filme beginnen jeweils mit Einbruch der Dunkelheit gegen 22 Uhr.

…WG-Flohmarkt

Es wird wieder getrödelt – im WG-Stil

Nach dem fulminanten Auftakt im Februar startet nun am Samstag, 14. Juli die »Sommerausgabe« des

Gießener WG-Flohmarkt-Fests unter dem Motto: »Kramt! Findet! Feiert!«. Diesmal wird nicht nur in WGs,

sondern auch unter freiem Himmel gestöbert. Und zu guter Letzt wird TrödelTanzBar! »Habt ihr ein

Hirschgeweih gesehen?«, »Gibt’s hier Schallplatten?«, »Kuchen?« – es wurde gefragt, geredet, gelacht. Zwischen

ausgedienten Hemden, alten Super-Mario-Spielen und antikem Kaffeeservice wurde am 11. Februar

in Gießen zum ersten Mal kollektiv getrödelt, organisiert von der Plattform für Gießen »Was mach ich

eigentlich hier?« Rund 800 Trödler tingelten damals von WG zu WG. Die ganze Stadt wurde so zum Flohmarkt.

16 WGs – in der Innenstadt verteilt – hatten mitgewirkt und präsentierten mehr als altbekannten

Trödelkram. Kleine Kunstausstellungen, inszenierte Musik und vor allem eine Fülle an Gesprächen schafften

eine neue Flohmarktatmosphäre, ganz im Gießener WG-Stil. Am Ende des Tages wurde gemeinsam

gefeiert. So soll es nun auch am 14. Juli ab 17 Uhr werden. Wer als Aussteller dabei sein möchte, kann

sich bis 1. Juli unter info@wasmachicheigentlichhier.de anmelden. Der wegweisende Flohmarktstadtplan

wird in der Stadt ausgelegt und kann unter www.wasmachicheigentlichhier.de heruntergeladen werden.

Nicht verkaufte Sachen können über den Veranstalter an regionale Hilfseinrichtungen gespendet werden.

UNTERWEGS

7/2012 streifzug 23


IM TEST

Die

Milchdiät

Gaby Bindernagel, Melanie Nestor und Anja Henke vorher und nachher.

Geschafft. Gaby Bindernagel (46), Melanie Nestor (42) und Anja

Henke (41) haben drei Monate milch-diätet. Der streifzug hat sie

begleitet und ist von ihren Erfolgen überwältigt. Zum Abschlussgespräch

kommen nämlich drei Frauen – attraktiv, gut gelaunt

und voller Energie. Insgesamt haben sie in drei Monaten 30,5 kg

abgenommen, 8 bis 10 Prozent Körperfett verloren und den

Bauchumfang im Schnitt um 13 cm reduziert. »Ich bin stolz auf die

Mädels. Auch nach drei Monaten sind sie noch sehr motiviert und

haben richtig Spaß an ihrer Lebensumstellung«, sagt Ernährungsberaterin

Franca Mangiameli aus Gießen. Die Erfinderin der Milchdiät

hat die drei Frauen bei der Ernährungsumstellung beraten.

»Meine Lebensqualität hat sich erhöht, ich bin kaum noch zu

bremsen«, sagt Melanie Nestor, die statt Kleidergröße 46 nun 42

tragen kann. »Endlich muss ich nicht mehr in die Big-Läden und

kann wieder normale Klamotten kaufen«, sagt sie. »Ich bin sicher,

dass ich nicht mehr zunehmen werde. Die alten Kleider habe ich

weggeworfen. Ich will nie mehr fühlen, was ich vorher gefühlt habe.

Dafür haben wir zu viel investiert. Ich war immer müde und

unbeweglich, jetzt geht es mir gut«, erzählt die 42-Jährige. Ihre

Freundinnen nicken, denn sie fühlen ähnlich. »Seitdem ich die

Milchdiät mache, hat sich mein Leben verändert«, sagt Gaby Bindernagel.

Das Erfolgsrezept verrät Anja Henke: »Anfangen – jetzt«,

sagt sie und lacht. Disziplin, Ernährung, Sport, die Betreung durch

Franca Mangiameli und Abdul Mounouar, der den Mädels in seinem

Sportstudio »WoF« im Schiffenberger Tal ein Fitnessprogramm

auf den Leib schneiderte und sie motivierte, sowie der sanfte

öffentliche Druck durch die Veröffentlichungen im streifzug seien

24 streifzug 7/2012

die Säulen gewesen. »Ich will den

Tag nicht vor dem Abend loben,

aber ich hoffe, dass wir genau so

weitermachen«, sagt Anja Henke.

Rückenprobleme sind verschwunden,

die Frauen sind beweglicher

und haben mehr Lust auf Leben.

Natürlich gönnen sie sich auch

mal etwas, aber in Maßen. »Wir

sind sensibilisiert für das Essen«,

verrät Anja Henke. Für alle drei

gehört Sport nun zum Alltag. Der

Vertrag im Studio ist verlängert.

Nicht zuletzt, weil sich auch gesundheitliche

Verbesserungen

eingestellt haben. »Sport ist das

beste Medikament gegen Bluthochdruck«,

sagt Abdul Mounouar,

der bei Gaby Bindernagel eine erhebliche

Verbesserung gemessen

hat. »Die drei haben sich auf die

Milchdiät eingelassen und sind belohnt

worden. Durch den Kalzium-

Effekt haben sich auch viel Bauchumfang

verloren. Ich bin zufrieden

mit den Mädels«, so Mangiameli

über das erfolgreiche Projekt.

Franca Mangiameli

Abdul Mounouar

Fotos: mac/age


GLANZ-

LICHTER

DES MONATS

Petticoat und Pomade

Nostalgie pur! Eine

der schnellsten und

schönsten Zeitreisen

geht wieder los. An

drei Tagen verwandelt

sich das sonst

so unscheinbare

Dörfchen Krofdorf-

Gleiberg in das Oldie-Mekka

der 50er

und 60er Jahre. Und

das hat auch schnell ganz Deutschland gemerkt. Das beliebte

Festival ist unbedingt einen Besuch wert. Wundervolle

alte Schlitten auf Hochglanz poliert, Rock’n’Roll-Klänge aus

allen Ecken, ein Nostalgiemarkt und der passende Rockabilly-Style

wo man auch hinsieht. Unser Tipp: Passt euch

kleidungstechnisch dem Zeitalter an und die Zeitreise ist

perfekt! Vom 27. bis 29. Juli könnt ihr eintauchen in das

goldene Zeitalter und das 23. Goldene Oldies Festival samt

Oldtimer, Jeansjacken, Haarpomade und Petticoats wohin

das Auge reicht. Der Eintritt kostet Freitag und Samstag

10 Euro und gilt für alle drei Tage. Sonntag kostet er noch

8 Euro. Der streifzug beschäftigt sich in der nächsten Ausgabe

ausgiebig mit dem Festival.

Starke Stimme

AUSLESE

Hardcore-Abend im MuK

Drei US-amerikanische und eine deutsche Hardcore-Combo geben

sich am Sonntag, 15. Juli, im MuK die Ehre. Bereits im vergangenen

Jahr waren die vom Punk geprägten »Defeater« im lautesten Bunker

der Stadt. Nun kommen sie als Headliner wieder. Das Quintett aus

Boston wird als spannendste Band in der Landschaft des modernen

Hardcore bezeichnet. Musikalisch wechseln sich turbulente mit ruhigen

Parts ab, die Songtexte erzählen Geschichten über Nachkriegsszenarien

und sind damit eher ungewöhnlich für die Szene. »Former

Thieves« aus Cedar Falls bewegen sich dagegen im Post-Hardcore:

»The Language That We Speak« ist nach einer EP ihr erstes Album.

Wütend, verzweifelt, aber ehrlich kommt die Combo daher. Nach

ihrer dritten veröffentlichten EP feiern die vier jungen Musiker von

Code Orange Kids aus Pittsburgh dieses Jahr ihren Erfolg. Das Besondere:

Hier singen Gitarristin Reba und Schlagzeuger Jami an der

Front, während sich musikalisch

schneller Punk mit

schleppendem Doom

abwechselt. Den Abend

eröffnen werden »The Tidal

Sleep« aus Mannheim und

Karlsruhe. Los geht’s um

20.30 Uhr. Tickets kosten

im Vorverkauf 14 Euro

oder 18 Euro (AK).

Liz Longley kommt am 1. Juli in die Licher Bezalel-Synagoge. Die

25-jährige Singer-Songwriterin ist an der Ostküste der USA aufgewachsen

und hat am berühmten »Berkley College of Music« studiert.

Nach ihrem Abschluss tourte sie mit Nancy Griffith, Shown Colvin,

Jesse Colin Young, Jonathan Edwards,

Joan Osborne oder Livingston Taylor

durch die Clubs. Ihre außergewöhnlich

einfühlsame und technisch perfekte

Stimme zog die Zuhörer in ihren Bann.

Inzwischen füllt sie mit ihrer Gitarre in

den USA Hallen mit bis zu 600 Zuhörern.

Los geht’s in der Licher Bezalel-

Synagoge um 20 Uhr. Tickets: 12 Euro,

ermäßigt 9 Euro.

Traditionsveranstaltung

Als einer der Höhepunkte des Sommers lockt die 9. Auflage der Gail'schen Tafelrunde am

Samstag, 7. Juli, in das ganz besondere Ambiente des englischen Landschaftsgartens in Biebertal.

Inmitten der wunderschönen Parklandschaft gehen Kunst und Kultur eine Verbindung

mit kulinarischen Genüssen unter freiem Himmel ein. Rund um den Teich des Parks

ist eine festliche Tafel aufgebaut, an der die Gäste mit einem mehrgängigen mediterranen

Menü und italienischen Weinen verwöhnt werden. Musiker, Gaukler, Stelzenläufer und

viele andere Zeitgenossen gaukeln und musizieren sich mit Charme und südländischem

Temperament in die Herzen der Gäste. Neu ist in diesem Jahr das Lichtpicknick: Beleuchtete

Pilze und Muscheln illuminieren den Park zusätzlich. Zum feurigen Finale präsentieren

Feuerkünstler ein flammendes Varieté aus Feuerkunst und Tanztheater. Beginn 19 Uhr.

7/2012 streifzug 25


Stadtfest

17.–19. August 2012

Gießen-Innenstadt

Stadtführungen im Juli

Entdecke die vielen Gesichter der Stadt!

Sa 7.7.2012, 16.00 Uhr|Naturschutz auf der Hohen Warte

So 8.7.2012, 18.15 Uhr|Botanischer Garten Düfte und Gerüche

Mi 11.7.2012, 11.00 Uhr|DetektiveinGießen unterwegs

Mi 11.7.2012, 14.00 Uhr|Ferien im Museum

Fr 13.7.2012, 11.00 Uhr|Detektiveauf BurgGleiberg

Sa 14.7.2012, 15.00 Uhr|Gießen hören,gucken,tasten,...

Sa 14.7.2012, 21.00 Uhr|Akadem.Forstgarten Nachtder Sinne

So 15.7.2012, 14.00 Uhr|Die BurgGleiberg

So 15.7.2012, 15.00 Uhr|Der Gießener Kunstweg

Mi 18.7.2012, 14.00 Uhr|Ferien im Museum Feuer aus Steinen

Mi 18.7.2011, 18.00 Uhr|Das „Alt-Gießener“Bierseminar

Fr 20.7.2012, 11.00 Uhr|Detektiveauf dem Schiffenberg

www.giessen-tourismus.de

Tourist-Information Gießen

Berliner Platz 2(Kongresshalle)

35390 Gießen

Tel: 0641306 -1890

E-Mail: tourist@giessen.de

Montag –Freitag: 9.00 –18.00 Uhr

Samstag: 10.00 –14.00 Uhr

und mehr...

Lahnlust

1. –2.September2012

Lahnufer

noch bis 15. Juli

www.urzeit-entdecken.de

Gießen Marketing GmbH |www.giessen-tourismus.de


Veranstaltungen

1SO

AUSSTELLUNGEN

Grünberg

Von Menschen und

Mäusen

Mausefallen aus der

Sammlung von Reinhard

Ewert (bis 5. August,

Mi. 18 bis 20 Uhr,

Fr. bis So. 14 bis 18

Uhr)

Museum im Spital

FESTE/FESTIVAL

Ebsdorfergrund

Summer-Fun-Festival –

Drachenei

und Zauberei

Kinder- und Familienfestival

mit Fredrik

Vahle & Band,

Schwimmbad-Disco,

Zauberer Michael

10.30 GrundBad –

Gelände Heskem-

Mölln

Feldatal

Mühlenfest

Rahmenprogramm und

historischer Markt

11.00 Ortsmitte

Stumpertenrod

Grünberg

Diebsturmfest

Stadtfest mit

Livemusik

Altstadt/Diebsturm

FÜHRUNGEN

Gießen

Führung durch das

Mathematikum

11.00 Mathematikum

Urzeit in Gießen

entdecken

Führung von Urzeit bis

zur Eiszeit

12.00 und 15.00 Selterstor

(Elefantenklo)

Sonntagsführungen im

Botanischen Garten

Pflanzen erleben –

Vielfalt bei Blüten und

Bestäubern

18.15 Botanischer

Garten

KONZERTE

Gießen

Botanische Konzerte

Roots – Blues &

Balladen

11.00 Botanischer

Garten

Musikalischer Sommer

auf dem Schiffenberg

Oberkrainer-Express –

Volksmusik

15.00 Kloster

Schiffenberg

Basilika-Konzerte

Studio Konzertante mit

Werken von Vivaldi,

Bach, Rossini

19.30 Rathaus,

Konzertsaal

Musikalischer Sommer

auf dem Schiffenberg

Open Doors – Rock,

Oldies & Blues

20.00 Kloster

Schiffenberg

Laubach

Schlossparkkonzert

Mit dem neu gegründeten

Verein Lampenfieber

15.00 Schlosspark

Lich

Klangzauber

Saxophon & Orgel

20.00 Marienstiftskirche

Liz Longley

Singer-Songwriterin aus

Nashville und Lisa-Marie

Fischer (Marburg)

20.00 Kulturzentrum

Bezalel-Synagoge

Vorträge

Eine(r) liest

Pfeiffer trifft Horvath –

Der ewige Spießer –

Lesung und Büchermarkt

12.00 Marktlaubenstraße

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Antik & Trödelmarkt

8.00 Hessenhallen

Ebsdorfergrund

Flugzeugwrackmuseum

Gesonderte Führungen

außerhalb der

Öffnungszeiten jederzeit

möglich unter:

06424/9231 93

13.00 Ebsdorf,

Hauptstraße 31c

SONSTIGES

Gießen

Workshop:

Flamenco für Kinder

Infos: www.almagitana.de/workshops.

htm

10.00 MuK

2 MO

DISCO/PARTY

Gießen

Guinness Karaoke

Mit Andy Pfälzer

21.00 Irish Pub

LESUNG

1. Juli

Gießen

Eine(r) liest: Pfeiffer trifft Horvath

Episodenhaft beschreibt Ödon von Horvath in

seinem ersten Roman »Der ewige Spießer« das

moderne Menschenbild des Spießbürgers, einer

Spezies ohne Verfallsdatum. In Auszügen stellt

Schauspieler Harald Pfeiffer das Fräulein Anna

Pollinger vor, die vor dem Hintergrund finanzieller Not beginnt, praktisch

zu werden. Mit Büchermarkt. Eintritt frei 12.00 Marktlauben

Independent tanzbar

21.30 Ulenspiegel

VORTRÄGE

Gießen

Studierende berichten

für Studierende

DDR unter Palmen –

Berichte von der

Großen Exkursion

Kuba 2012

18.15 Zeughaus,

Großer Hörsaal

Die queere

Ringvorlesung

Das Bild als Queereur –

Queere ästhetische

Strategien im Kontext

multipler Machtverhältnisse

von Dr. Antke

Engel

19.15 Alte UB

SONSTIGES

Gießen

Seniorennachmittag

15.00 Mathematikum

Vogelsberg

Ferienspiele im Naturpark

Hoher Vogelsberg

Unter dem Motto:

Germany’s next Waldmodell.

Für Schulkinder

bis 12 Jahre, von Mo.

bis Fr. 9.00 bis 16.00,

Information und Anmeldung:www.ritz-naturattraktionen.de

oder Tel.

06644/7529

3DI

DISCO/PARTY

Gießen

Affenkammer –

Der Partydienstag

21.00 Monkeys

SONSTIGES

Gießen

Ferienspiele im

Mathematikum

für Kinder zwischen

8 und 12 Jahren

9.00 Mathematikum

Tuesday Night Skating

Auf Inlinern durch

die Stadt

20.00 Parkplatz Intersport

Begro, Schiffenberger

Weg 119

VERANSTALTUNGEN IM JULI

Ihre Veranstaltungen in der

Kongresshalle Gießen

02.–08.09. | So.–Sa. | 14–18 Uhr

Ausstellung – Frauen für den Frieden

07.09. | Freitag | 20 Uhr

Gerd Dudenhöffer – Sackgasse

14.09. | Freitag | 20 Uhr

»Don Giovanni à trois« –Kultour 2000 e.V.

06.10. | Samstag | 20 Uhr

Der Familie Popolski

»Get the Polka started!«

13.10. | Samstag | 20 Uhr

Konzert: Wolf Mahn

14.10. | Sonntag | 10–16 Uhr

2nd-Hand-Modemarkt

19.10. | Freitag | 20 Uhr

Bodo Bach

26.10. | Freitag | 20 Uhr

Dr. MARK BENECKE –

Aus der Dunkelkammer des Bösen

27.10. | Samstag | 20 Uhr

Konzert: Saga

09.11. | Freitag | 20 Uhr

EURE MÜTTER – »Schieb du Sau!« Extra

22.11. | Donnerstag | 20 Uhr

»Bäst of Begge Peder«

(hessische Mundart Comedy)

23.11. | Freitag | 17 Uhr

»Michel in der Suppenschüssel«

nach Astrid Lindgren

24.11. | Samstag | 20 Uhr

Meltem Kaptan

29.11. | Donnerstag | 20 Uhr

Mundstuhl – »Ausnahmezustand«

06.12. | Donnerstag | 20 Uhr

VINCE EBERT

09.12. | Sonntag | 15 Uhr

Kindermusical »Aschenputtel –das Musical«

16.12. | Sonntag | 10–16 Uhr

Modellbahn-Auto-Tauschbörse

23.12. | Sonntag | 19.30 Uhr

Weihnachtskonzert

»Hilf deinem Nachbarn«

26.12. | Mittwoch | 15.30 Uhr

Die kleine Hexe feiert Weihnachten

27.12. | Donnerstag | 20 Uhr

Angelo Kelly Offroad – Christmas-Tour

28.12. | Freitag | 19 Uhr

Novyje Russkije Babki

(Neue Russische Omis)

30.12. | Sonntag | 20 Uhr

Die Nacht der 5 Tenöre

31.12. | Montag | 19.30 Uhr

Großer Silvesterball

7/2012 streifzug 27


VERANSTALTUNGEN IM JULI

4 MI

DISCO/PARTY

Gießen

Spätschicht

Metal, Rockabilly, Punk

mit DJ Dead Jes7er

22.00 Scarabée

FÜHRUNGEN

Gießen

Hier im Garten –

Karoline von Günderrode

und die Romantik

Poetisch-Botanische

Führung mit Dr. Marlies

Obier und Holger

Laake

18.00 Botanischer

Garten

5 DO

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Rubbel de’ Aff –

die verrückte

Gender Party

21.00 Monkeys

Land unter

Electronische Tanzmusik

mit DJ Jimmy

22.00 Scarabée

VORTRÄGE

Gießen

Frauen, Frieden und

Sicherheit – von

Frauenfragen zur

Genderperspektive

Öffentlicher Vortrag

von Prof. Dr. Beate Rudolf

19.00 Uni-Hauptgebäude,

Aula

Republik der Frauen

Gioconda Belli aus

Nicaragua liest bei ihrer

einzigen Station in

6. Juli

Wettenberg

Italienische Nacht

Ein Sommerabend mit kulinarischen Köstlichkeiten,

bezaubernden Melodien und glanzvollen

Stimmen. Geboten werden Höhepunkte aus

italienischen Opern der »Belcanto«-Epoche. Im

Mittelpunkt des Solistenaufgebots steht der Bariton-Sänger Tae-Joong Yang

von der Wiener Staatsoper. Zudem treten weitere hochklassige Sänger auf,

die von der Großpolnischen Philharmonie begleitet werden.

20.30 Burg Gleiberg

28 streifzug 7/2012

Deutschland ihre eigenen

Texte

19.30 Petruskirche

SONSTIGES

Gießen

Flimmerkiste –

Das Unikino

Ein Tick anders (Komödie,

D, 2011)

20.00 Flimmerkiste

6 FR

BÜHNE

Hungen

Open-Air

Der eingebildete

Kranke – gespielt vom

Theater Traumstern

20.00 Schloss,

Innenhof

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Salsa Club –

Ritmo Latino

Salsa-Rhythmen, Top

DJ’s, Schnupperkurse

u.v. m. aus der Karibik

und Lateinamerika

bestimmen den Abend

21.00 White

Elephant

Party tanzbar

21.30 Ulenspiegel

Bio(R)hytmus –

Biologie UniParty

22.00 Monkeys

Mixtape

22.00 Admiral Music

Lounge

Die 80er sind los!

Mit DJ Dead Jes7er

22.00 Scarabée

FESTE/FESTIVAL

Gießen

Eritrea-Festival

Musik, Kinder- und

Jugendprogramm,

Sport, Vorträge, Fotoausstellungen

20.00 Hessenhalle

Grünberg

Grimm & ich

1. Grünberger Märchenfestival

(täglich bis

13. Juli) – Eröffnung

Infos: http://grimmund-ich.de

11.00 Märchenzelt

an der Stadtkirche

1. Grünberger

Märchenfestival

Ein Abend wie 1001

Nacht für Erwachsene,

Bauchtanz, Livemusik

mit 4 von Acht Ohren.

Infos: http://grimmund-ich.de

19.00 Märchenzelt

an der Stadtkirche

KONZERTE

Gießen

Brutality Will Prevail,

Desolated, In Circles,

Countdown, Grey

Years, Harm/Shelter

19.00 MuK

Musikalischer Sommer

auf dem Schiffenberg

Alexandre Zindel –

Autoharpspieler &

Sänger

20.00 Kloster Schiffenberg

Wettenberg

Italienische Nacht

Highlights aus Opern

von Rossini, Bellini &

Donizetti, VVK: www.

adticket.de, www.zagovec-artists.de,

01 80/5040300

20.30 Burg Gleiberg

VORTRÄGE

Gießen

Freitag.Vier: Das Hausbuch

der Märchen

Lesung und Gespräch

mit Museumsdirektor

Dr. Friedhelm Häring.

Für Kinder ab vier J.

16.00 Stadtbibliothek

KONZERT

7 SA

BÜHNE

Hungen

Open-Air

Der eingebildete

Kranke – gespielt vom

Theater Traumstern

20.00 Schloss,

Innenhof

DISCO/PARTY

Gießen

Nachttanzdemo

mit Undertheground

Innenstadt

Schwule Mädchen Party

20.00 AK44

Tanzparty

20.00 Astaire’s

Phono Pop Club

Indie.Electro.Pop.Party

22.00 Monkeys

Rock of Ages

Rock, Metal, classics

mit DJ Cel’ardor

22.00 Scarabée

House at Admiral

22.00 Admiral Music

Lounge

FESTE/FESTIVAL

Gießen

Eritrea-Festival

Musik, Kinder- und

Jugendprogramm,

Sport, Vorträge,

Fotoausstellungen

10.00 Hessenhalle

FLOHMÄRKTE

Buseck

Flohmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

FÜHRUNGEN

Gießen

Urzeit in Gießen

entdecken

Von der Urzeit bis zur

Eiszeit

12.00 und 15.00 Selterstor

(Elefantenklo)

Naturschutzwanderung

Naturschutz auf der

Hohen Warte mit Ralph

Bauer und Wolfgang

Wagner

16.00 Netanyastraße

(Wendehammer, Europaviertel)

KONZERTE

Gießen

Musikalischer Sommer

auf dem Schiffenberg

Der singende Postbote

– Volksmusik

15.00 Kloster

Schiffenberg

Musikalischer Sommer

auf dem Schiffenberg

Peep Durple – Rock

20.00 Schiffenberg

Shadowpainter

CD Pelease Party

Mit Am Leben vorbei –

Alternative, Grunge

Rock der 90er

21.00 MuK

Hungen

Amigos & Freunde

Schlagerfeuerwerk

20.00 Sportplatz

Villingen

SONSTIGES

Biebertal

9. Gailsche Tafelrunde

Rund um den Teich

werden Gäste kulinarisch

und kulturell verwöhnt,

Infos: www.

wieselevents.com oder

Tel. 06405/5057 11

19.00 Gailscher Park

8 SO

FESTE/FESTIVAL

Gießen

Eritrea-Festival

Musik, Kinder- und

Jugendprogramm,

Sport, Vorträge,

Fotoausstellungen

11.00 Hessenhalle

FLOHMÄRKTE

Buseck

Antik- und

Sammlermarkt

9.00 Sammler- und

Hobbywelt

FÜHRUNGEN

Gießen

Urzeit in Gießen

entdecken

Von der Urzeit bis zur

Eiszeit

12.00 und 15.00 Selterstor

(Elefantenklo)

Gießen von unten

Archäologie einer

Stadt – Eine Reise in

die Vorgeschichte

14.00 Liebigmuseum

Sonntagsführungen im

Botanischen Garten

Pflanzen erleben, Luftige

Nachrichten: Düfte

und Gerüche

18.15 Botanischer

Garten

KONZERTE

Gießen

Musikalischer Sommer

auf dem Schiffenberg

Musikverein Allendorf –

Böhmische Blasmusik

15.00 Schiffenberg

Musikalischer Sommer

auf dem Schiffenberg

Frankie Boys – von

Swing bis Pop

20.00 Schiffenberg

Laubach

Schlossparkkonzert

Mit Nora Schmidt

(Schlagersängerin)

15.00 Schlosspark

9 MO

DISCO/PARTY

Gießen

Independent tanzbar

21.00 Ulenspiegel

10 DI

DISCO/PARTY

Gießen

Affenkammer –

Der Partydienstag

21.00 Monkeys

SONSTIGES

Gießen

Ferienspiele im

Mathematikum

Für Kinder zwischen

8 und 12 Jahren

9.00 Mathematikum

Tuesday Night Skating

Auf Inlinern durch

die Stadt

20.00 Parkplatz von

Intersport Begro

Grünberg

Grimm & ich –

1. Grünberger

Märchenfestival

Die Fabel von der

Stadtmaus und der

Feldmaus – Mäusemärchen

und mehr

10.00 Museum

im Spital

11 MI

FÜHRUNGEN

Gießen

Stadtführungen

Detektive in Gießen

unterwegs – Ein Detektivspiel

zur Gießener

Geschichte

11.00 Stadtkirchenturm

Stadtführungen

Ferien im Museum –

Geheimnisvolle Nachrichten

im Burgmannenhaus

mit Kay-

Hermann Hörster

14.00 Leib’sches

Haus

Führung durch das

Mathematikum

16.00 Mathematikum


KONZERT

7. Juli

Hungen

Amigos & Freunde

Im Stadtteil Villingen laden die berühmtesten

Einwohner des Ortes zu einem Mega-Spektakel

ein: Die Amigos Bernd und Karl-Heinz Ulrich

überraschen mit einem Schlager-Festival und bieten

unter anderem Stefan Mross, Michael Hirte

sowie die Gewinnerinnen des Volksmusik Grand Prix, Sigrid und Marina.

Im Vorprogramm treten Daniela Alfinito und Country-Sängerin C.C. Tennissen

auf. 18.00 Festzelt Villingen

KONZERTE

Gießen

Chicago Five & One

19.00 Lahnterrasse

Spätschicht

Pagan-Metal, NDH,

Industrial, Mittelalter

mit DJ Lecur

22.00 Scarabée

SONSTIGES

Gießen

The Young Americans

Große Abschlussshow

der 45-köpfigen Show-

Gruppe, Elemente aus

Hip-Hop, Soul, Jazz,

Musical, Dance,

Comedy, Slapstick,

Chorgesang

19.00 Sporthalle Ost

12 DO

BÜHNE

Laubach

Open-Air

Der eingebildete

Kranke – gespielt vom

Theater Traumstern

20.00 Schlosspark

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Campus Beatz

Studenten Semesterfete

21.00 Monkeys

Land unter

Indiepassion mit

DJ Jimmy

22.00 Scarabée

FÜHRUNGEN

Gießen

Heimspiel

Seniorenführung zur

Ausstellung mit Werken

von Jan und Saskia

Schüler

15.00 Kunsthalle

Konzerte

Gießen

City Rats – Punkrock

aus Israel

20.00 AK44

MÄRKTE/MESSEN

Lich

Briefmarken-

Tauschmarkt

19.00 Bürgerhaus

SONSTIGES

Gießen

Flimmerkiste –

Das Unikino

500 Days of Summer

(Komödie/Drama, USA,

2009)

20.00 Flimmerkiste

13 FR

BÜHNE

Hungen

Absurda Comica

oder Herr Peter Squenz

mit der Theatergruppe

des Instituts für Germanistik

an der der JLU

Gießen

20.00 Schlosshof

Marburg

Kultursommer

Mittelhessen

Schlossfestspiele 3 Tage

Maribor: Das Schlossgespenst

hat Ohrwürmer

– Musiktheaterstück

für Kinder mit

dem Musiker Janko

Jezovsek-Jizou. VVK:

www.adticket.de, Tel.

06421/9912 15

15.00 und 16.30 im

und um das Schloss

herum

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Party tanzbar

21.30 Ulenspiegel

Mixtape

22.00 Admiral Music

Lounge

World Vibes –

Mfkw Uniparty

22.00 Monkeys

90er Eurodance +

MashUp-Floor

22.00 MuK

Seek and Destroy

Metalparty mit

DJ Cel’ardor

22.00 Scarabée

Connect Party

Campus

rocks Schiffenberg

22.00 Kloster

Schiffenberg

FÜHRUNGEN

Gießen

Stadtführungen

Detektive auf Burg

Gleiberg – Wanderung

und Detektivspiel für

Kinder von 8 bis 10 Jahren.

Infos: www.schlagetter-p.de

11.00 Krofdorfer

Straße/Ecke

Gleiberger Weg

KONZERTE

Gießen

Mühlleitners

Liedermacher

Gießener Liedermacher-Allstars

Nacht II –

im Anschluss offene

Jam Session mit Daniel

Mühlleitner

21.00 Café Amélie

Laubach

Kino und

Bühnenprogramm

Die besten Songs aus

HAIR mit dem Theater

Traumstern, anschließend

der Film: Sommer

in Orange

20.00 Schlosspark

Marburg

Kultursommer

Mittelhessen

Schlossfestspiele 3 Tage

Maribor, Operngala –

mit Solisten aus

Maribor und dem

Schlossorchester

musica europa. VVK:

www.adticket.de, Tel.

06421/9912 15

20.00 Schloss,

Fürstensaal

SONSTIGES

Homberg/Ohm

1. Hessencup

Oldtimertraktor-Langstreckenrennen

Traktoren aus alten

Zeiten in zwei Etappen

auf Feld- und Wiesenwegen.

Infos: www.

oldtimer-freunde-ohmtal.de

Veranstaltungsgelände

Dannenrod

14 SA

BÜHNE

Marburg

Kultursommer

Mittelhessen

Schlossfestspiele 3 Tage

Maribor: Das Schlossgespenst

hat Ohrwürmer

– Musiktheaterstück

für Kinder mit

dem Musiker Janko

Jezovsek-Jizou. VVK:

www.adticket.de, Tel.

06421/9912 15

10.00, 11.30, 15.00

und 16.30 im und

um das Schloss

herum

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.00 Astaire’s

Rock’n’Roll Queens

22.00 Monkeys

Rhythm and House

22.00 Admiral Music

Lounge

Electrified!

Deep, Tech, Electro,

Minimal, Dubstep auf

zwei Floors

22.00 MuK

Achterbahn

statt Bällchenbad

OldSchool, New Metal,

Rock’n’Roll, Grunge mit

DJ Nightnoize

22.00 Scarabée

FESTE/FESTIVAL

Gießen

Kramt! Findet! Feiert!

Das Gießener WG-

Flohmarkt-Fest mit abschließender

Trödel-

TanzBar, Infos unter

www.wasmachicheigentlichhier.de

17.00 in teilnehmenden

WGs in Gießen

VERANSTALTUNGEN IM JULI

Wünschen Sie Ihre

Veranstaltung im

27. Juli 2012

Allendorf/Lumda

Festzelt

streifzug

Schreiben Sie bis zum 13. Juli per E-Mail an:

streifzug@giessener-allgemeine.de

Die Auswahl obliegt der Redaktion. Für die Richtigkeit

der Angaben übernehmen wir keine Gewähr.

7/2012 streifzug 29


VERANSTALTUNGEN IM JULI

30 streifzug 7/2012

Das regionale Stellenportal

mit über 35.000 Stellenportal

www.JOBS-in-Mittelhessen.de

Grünberg

1. Hessenfest

mit Hessisch-Kulinarischem

und Musik aus

der Region

11.00 Altstadt

FLOHMÄRKTE

Buseck

Flohmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

FÜHRUNGEN

Gießen

Urzeit in Gießen

entdecken

Vonder Urzeit bis zur

Eiszeit

12.00 und 15.00 Selterstor

(Elefantenklo)

Stadtführungen

Äktschen uff de Gass!

(für Erwachsene) –Gießen

hören, gucken, tasten,

riechen, schmecken…

15.00 Stadtkirchenturm,

Kirchenplatz

Sonntags am

Schiffenberg

Die Nacht der Sinne –

Den Wald einmal anders

erleben: Dunkel,

geheimnisvoll. Eintauchen

in die zauberhafte

Welt der Dämmerungsund

Nachttiere…

21.00 Parkplatz am

Schiffenberger Tal

KONZERTE

Gießen

Musikalischer Sommer

auf dem Schiffenberg

Antje und die Dominos

–Schlager &Oldies

15.00 Kloster

Schiffenberg

Patrick de Santos

Kapverdische und

brasilianische Musik

19.00 ZiBB

Musikalischer Sommer

auf dem Schiffenberg

Bluesrange –Blues &

Bluesrock

20.00 Kloster

Schiffenberg

LAUBACH

Kultursommer

Mittelhessen

Open-Air: Gabriela

Mendes &Conjunto

Creolo –das ganze

Spektrum der Kapverdischen

Musik, anschließend:

The Artist

20.00 Schlossparkbühne

MÄRKTE/MESSEN

Alsfeld

Antikmarkt

9.00 Hessenhalle

SONSTIGES

Alsfeld

Kultursommer

Mittelhessen

Eröffnung: Lachendes

Rathaus –Lach-Klanginstallation

der Frankfurter

Künstler CaBri,

Carolyn Krüger und

Brigitte Kottwitz

11.00 Marktplatz

Homberg/Ohm

1. Hessencup

Oldtimertraktor-Langstreckenrennen

Veranstaltungsgelände

Dannenrod

15 SO

BÜHNE

Marburg

Kultursommer

Mittelhessen

Schlossfestspiele Das

Schlossgespenst hat

Ohrwürmer.

10.00, 11.30, 15.00

und 16.30 im und

um das Schloss

herum

FESTE/FESTIVAL

Grünberg

1. Hessenfest

Mit Hessisch-Kulinarischem

und Musik aus

der Region

11.00 Altstadt

FÜHRUNGEN

Gießen

Urzeit in Gießen

entdecken

Vonder Urzeit bis zur

Eiszeit

12.00 und 15.00 Selterstor

(Elefantenklo)

Tagder Offenen Pforte

Gießener öffnen ihre

Gärten für Besucher

14.00 Fam. Paetow,

Gleisanlagenpark,

Frankfurter Straße

Stadtführungen

Der Gießener

Kunstweg

15.00 Mensa

KONZERTE

Gießen

Botanische Konzerte

Jean Faure &Orchester

–Klassiker des

französischen Chanson

11.00 Botanischer

Garten

Musikalischer Sommer

auf dem Schiffenberg

Fernwaldmusikanten –

Blasmusik

15.00 Kloster

Schiffenberg

Musikalischer Sommer

auf dem Schiffenberg

TSG Big Band –

Big Sound Band

20.00 Kloster

Schiffenberg

streifzug

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

AUGUST-AUSGABE

› Erscheinungstermin: 26. 7. 2012

› Anzeigenschluss: 13.7.2012

Sichern Sie sich schon heute

Ihren Anzeigenplatz

in einem informativen und

ansprechenden Umfeld!

Wir beraten Sie gerne!

Telefon 0641/3003-223, -224

Fax 0641/3003-300

anzeigenverkauf@giessener-allgemeine.de


Defeater, Former

Thieves, Code Orange

Kids, The Tidal Sleep

Hardcore-Combo

20.30 MuK

Laubach

Kultursommer

Mittelhessen

Open-Air: Bakad Kapelye,

anschließend

der Film: Ziemlich

beste Freunde

20.00 Schlossparkbühne

Marburg

Kultursommer

Mittelhessen

Schlossfestspiele 3 Tage

Maribor: Operngala –

mit Solisten aus

Maribor und dem

Schlossorchester

musica europa

20.00 Schloss,

Fürstensaal

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Reptilienbörse

10.00 Hessenhallen

Alsfeld

Antikmarkt

9.00 Hessenhalle

SONSTIGES

Gießen

Pub Quiz

21.00 Irish Pub

Homberg/Ohm

1. Hessencup

Oldtimertraktor-Langstreckenrennen

Veranstaltungsgelände

Dannenrod

16 MO

BÜHNE

Grünberg

Kultursommer

Mittelhessen

Clapp & Buchfink: Die

Ideenfänger – Ein

Geschichten-Erfinden-

Improvisations-Theater-

Programm für Kinder

ab 6 Jahren

11.00 Theo-Koch-

Schule

DISCO/PARTY

Gießen

Independent tanzbar

21.00 Ulenspiegel

VORTRÄGE

Gießen

Die queere

Ringvorlesung

Die Bedeutung des

Geschlechts für Medizin.

Evelyn Kleinert

19.15 Alte UB

17 DI

DISCO/PARTY

Gießen

Affenkammer –

Der Partydienstag

21.00 Monkeys

SONSTIGES

Gießen

Tuesday Night Skating

20.00 Parkplatz von

Intersport Begro

18 MI

DISCO/PARTY

Gießen

Spätschicht

PaganMetal, NGH,

Industrial, Mittelalter

mit DJ Lecur

22.00 Scarabée

FÜHRUNGEN

Gießen

Stadtführungen

Ferien im Museum –

Das Feuer aus den Steinen:

eine Reise in die

Steinzeit – für Kinder

von 6 bis 10 Jahren

14.00 Wallenfels’sches

Haus

Was hat ein

Gärtner zu reisen

Was Goethe in seinem

Garten fand – Poetisch-

Botanische Führung mit

Dr. Marlies Obier und

Holger Laake

18.00 Botanischer

Garten

SONSTIGES

Gießen

Ferienspiele im

Mathematikum

9.00 Mathematikum

Butzbach

Open-Air-Kino

American Pie:

Das Klassentreffen

19.00 Open-Air-Kino

19 DO

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Queer and still

Monkeys feat. Erasmus

internat. Studentsparty

21.00 Monkeys

Land unter

electronische Tanzmusik

mit DJ Jimmy

22.00 Scarabée

SONSTIGES

Butzbach

Open-Air-Kino

Kochen ist Chefsache

19.00 Open-Air-Kino

20 FR

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Party tanzbar

21.30 Ulenspiegel

Just Dance – strictly

electric music

22.00 Monkeys

Gitarren in den

Vordergrund

Handgemachte Musik

von DJ Nightnoize &

Special Guest Mume

22.00 Scarabée

Admiral Black Beatz

22.00 Admiral Music

Lounge

FÜHRUNGEN

Gießen

Stadtführungen

Detektive auf dem

Schiffenberg – Wanderung

und Detektivspiel

für Kinder von

8 bis 10 Jahren. Infos:

www.schlagetter-p.de

11.00 Parkplatz,

Bahnübergang Schiffenberger

Weg

Führung durch das

Mathematikum

16.00 Mathematikum

KONZERTE

Gießen

Musikalischer Sommer

auf dem Schiffenberg

Generation GAP –

Rock’n’Soul

20.00 Kloster

Schiffenberg

SONSTIGES

Butzbach

Open-Air-Kino

Men in Black 3

19.00 Open-Air-Kino

Wölfersheim

Kultursommer

Mittelhessen

Die große Reise –

Begegnungen im Lichterlabyrinth

20.00 Hochseilgarten

21 SA

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.00 Astaire’s

Die große 90er Party

22.00 Monkeys

Hed Kandi

22.00 Admiral Music

Lounge

Rock of Ages

Mit DJ Cel’ardor

22.00 Scarabée

Reggae Night

23.00 Domizil

FLOHMÄRKTE

Buseck

Flohmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

KONZERTE

Gießen

Vestiges – Frozen Man

Syndrome

20.00 AK44

SONSTIGES

Butzbach

Open-Air-Kino

Ziemlich beste Freunde

19.00 Open-Air-Kino

22 SO

FÜHRUNGEN

Gießen

Stadtführungen

Familienführung: Der

Alte Friedhof – Bis wir

uns wiedersehen

15.00 Kapelle, Eingang

Licher Straße

KONZERTE

Gießen

Musikalischer Sommer

auf dem Schiffenberg

Short Line –

Blues & Rock

15.00 Schiffenberg

Musikalischer Sommer

auf dem Schiffenberg

Blue Project – Jazz mit

Latin, Blues & Funk

20.00 Schiffenberg

Titan, Light Bearer,

Tempest

20.00 AK44

Laubach

Schlossparkkonzert

Mit dem Solms-

Laubacher Gesangverein

15.00 Schlosspark

Kammerkonzert

Klassik mit dem Ensemble

SINUS

18.00 Hessenbrückenmühle,

Münster

SONSTIGES

Butzbach

Open-Air-Kino

Deutschland von oben

19.00 Open-Air-Kino

VERANSTALTUNGEN IM JULI

Restaurant

Schlosskeller

Peter und Frank Haas GbR

Brandplatz 2 · 35390 Gießen

Telefon 0641/38306

www.schlosskeller-giessen.de

Gießener

Wochenmarkt

Immer mittwochs und

samstags herrscht in

Gießen auf dem Brandplatz,

dem Lindenplatz und

in der Marktlaubenstraße

von 7 bis 14 Uhr beim

größten traditionellen

Wochenmarkt der Region

mit frischen Produkten ein

buntes Treiben.

@

7/2012 streifzug 31


VERANSTALTUNGEN IM JULI

23 MO

DISCO/PARTY

Gießen

Independent tanzbar

21.00 Ulenspiegel

SONSTIGES

Butzbach

Open-Air-Kino

What a Man

19.00 Open-Air-Kino

24 DI

DISCO/PARTY

Gießen

Affenkammer –

21.00 Monkeys

streifzug

streifzug

streifzug

32 streifzug 7/2012

SONSTIGES

Gießen

Tuesday Night Skating

20.00 Parkplatz von

Intersport Begro

Butzbach

Open-Air-Kino

Lachsfischen im Jemen

19.00 Open-Air-Kino

25 MI

DISCO/PARTY

Gießen

Spätschicht

Alternative, Grunge,

StonerRock, Ska mit

DJ Nightnoize

22.00 Scarabée

Sommer-Gewinnspiel

Wir verlosen 3x 2 Freikarten

für den HolidayPark

Wie können Sie gewinnen?

Ganz einfach!

Senden Sie bitte eine E-Mail mit dem Stichwort

»HolidayPark« an anzeigenverkauf@

giessener-allgemeine.de.

Die Verlosung der Freikarten findet unter Ausschluss

des Rechtsweges statt.

Einsendeschluss: Fr.,13. Juli 2012

Bitte vermerken Sie in der E-Mail ihre vollständige

Adresse, damit wir die Freikarten

nach erfolgter Verlosung zusenden können.

Viel Erfolg, wünscht das

streifzug -Team

FÜHRUNGEN

Gießen

Stadtführungen

Ferien im Museum –

Menschenskinder!

Kunst im Alten Schloss

für Kinder von 6 bis

10 Jahren

14.00 Altes Schloss,

Foyer

SONSTIGES

Gießen

Ferienspiele im

Mathematikum

9.00 Mathematikum

Butzbach

Open-Air-Kino

Best Exotic Marigold

Hotel

19.00 Open-Air-Kino

26 DO

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Land unter

Indiepassion

mit DJ Jimmy

22.00 Scarabée

KONZERTE

Lich

Kultursommer

Mittelhessen

Gabriela Mendes &

Conjunto Creolo – das

ganze Spektrum der

Kapverdischen Musik

20.00 Kino Traumstern

SONSTIGES

Butzbach

Open-Air-Kino

Türkisch für Anfänger

19.00 Open-Air-Kino

27 FR

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Party tanzbar

21.30 Ulenspiegel

Mixtape

22.00 Admiral Music

Lounge

Beatklinik

Medizinerparty

Bang Bang Semesterabsch(l)uss

22.00 Monkeys

Electronic

Porn Party No. 61

EBM, Futurepop,

Industrial

22.00 MuK

Scarabass Vol. I

Dubstep, UK-Funky,

House mit Special

Guests zum

50. Geburtstag

22.00 Scarabée

FESTE/FESTIVAL

Wettenberg

Eröffnung: 23. Golden

Oldies Festival

Die Bundesliga der

Oldiemusik, 3 Tage –

9 Bühnen – 52 Livebands

17.00 Ortsmitte

Krofdorf

FÜHRUNGEN

Gießen

Führung durch das

Mathematikum

16.00 Mathematikum

KONZERTE

Gießen

Musikalischer Sommer

auf dem Schiffenberg

Secret Tip – Blues mit

Jazzeinflüssen

20.00 Schiffenberg

SONSTIGES

Butzbach

Open-Air-Kino

The Amazing Spider-

Man, Vorprogramm:

Live-Musik der US-

Dixieband Wings of

Dixie

19.00 Open-Air-Kino

28 SA

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.00 Astaire’s

Indie Fresse Party

Indie, Alternative &

Electroclash

22.00 Monkeys

Admiral House Special

22.00 Admiral Music

Lounge

Dancing Devils

in Angels Way

Alles vom himmlischen

Rock bis zum teuflisch

guten Metal mit DJ

Dead Jes7er

22.00 Scarabée

FESTE/FESTIVAL

Wettenberg

Nostalgiemarkt –

23. Golden Oldies

Festival

Die Bundesliga der

Oldiemusik: 3 Tage –

9 Bühnen – 52 Livebands

11.00 Ortsmitte

Krofdorf

FLOHMÄRKTE

Buseck

Flohmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

KONZERTE

Gießen

Musikalischer Sommer

auf dem Schiffenberg

Blacktop Cherry – Rock

15.00 Schiffenberg

Musikalischer Sommer

auf dem Schiffenberg

Diego’s Bluesband –

Chicago-Blues

20.00 Kloster

Schiffenberg

SONSTIGES

Butzbach

Open-Air-Kino

Ice Age 4

19.00 Open-Air-Kino

29 SO

FESTE/FESTIVAL

Wettenberg

Nostalgiemarkt –

23. Golden Oldies

Festival

3 Tage – 9 Bühnen –

52 Livebands – Die

Bundesliga der Oldiemusik

10.00 Ortsmitte

Krofdorf

FÜHRUNGEN

Gießen

Mathematische

Stadtführung

15.00 Mathematikum

Wettenberg

Führung im Holz- und

Technikmuseum

Anmeldung: Tourist-Information

Gießen

0641/97511-60 oder

direkt im Museum

06406/8307-400

11.00 Holz- und

Technikmuseum

KONZERTE

Gießen

Basilika-Konzerte

Gentlemen Singers –

Matineekonzert

11.15 Rathaus,

Konzertsaal

Musikalischer Sommer

auf dem Schiffenberg

Musikzug Muschenheim

– Blasmusik

15.00 Kloster

Schiffenberg

Musikalischer Sommer

auf dem Schiffenberg

No-Eight – Rock & Pop

20.00 Kloster

Schiffenberg

Laubach

Schlossparkkonzert

mit dem Musikverein

Allendorf/Lahn

15.00 Schlosspark

SONSTIGES

Butzbach

Open-Air-Kino

The Artist

19.00 Open-Air-Kino

30 MO

DISCO/PARTY

Gießen

Independent tanzbar

21.00 Ulenspiegel

Guinness Karaoke

mit Andy Pfälzer

21.00 Irish Pub

SONSTIGES

Lich

Meer und Wasser –

Ferienworkshop

zweitägiger Malkurs für

Kinder von 8 bis 13 Jahre

mit Miriam Rieger

10.30 Theaterwerkstatt

Butzbach

Open-Air-Kino

Ausgerechnet Sibirien,

Regisseur Ralf Huettner

und die Produzentinnen

Minu Barati und

Skady Lis kommen

persönlich

19.00 Open-Air-Kino

31 DI

DISCO/PARTY

Gießen

Affenkammer – Der

Partydienstag

21.00 Monkeys

SONSTIGES

Gießen

Ferienspiele im Mathematikum

für Kinder zwischen

8 und 12 Jahren

9.00 Mathematikum

Tuesday Night Skating

20.00 Parkplatz von

Intersport Begro

Butzbach

Open-Air-Kino

The Rum Diary, Vorpemiere

vor dem offiziellen

Kinostart

19.00 Open-Air-Kino

Lich

Meer und Wasser –

Ferienworkshop

10.30 Theaterwerkstatt


Poliça kommen ins »Zoom«

Eine Band aus Minneapolis um eine ehemalige Folksängerin ist derzeit das Spannendste,

was der Popzirkus zu bieten hat. Poliça versöhnen Hiphop, Elektro und Indiepop. Wären sie

15 Jahre früher gekommen, hätte man der Popmusik nie den Rücken kehren müssen. Am

2. Juli gibt sich die Band im »Zoom« die Ehre.

»Sie sind die beste Band, die ich jemals gehört

habe.« Wer ein solches Kompliment

von Justin Vernon, dem Kopf hinter Bon

Iver, vorweisen kann, der packt am besten

seine Koffer. Denn mit an Sicherheit grenzender

Wahrscheinlichkeit geht es bald auf

große Tournee rund um den Globus.

Wenn dann auch noch Jay-Z daherkommt,

und das eigene Musikvideo auf seinem

Blog mit der Öffentlichkeit teilt, dann hat

man am besten schon die Nachbarn gebeten,

sich um die Blumen zu kümmern,

denn so schnell wird man wohl nicht zurück

sein: Der Hype dürfte ein großer werden.

Channy Leanagh, die eiskalte Stimme

hinter Poliça, hat genau das hinter sich.

Seit knapp 15 Jahren sichert Auto-Tune, ein

Programm zur nachträglichen Tonhöhenkorrektur

von digitalen Musikaufnahmen,

auch eher mittelmäßig begabten Sängern

in gewisser Regelmäßigkeit hohe Chartplatzierungen.

Ihre Stimmen klingen dann oft

metallisch, schiefe Töne sucht man nach

der Bearbeitung durch Auto-Tune vergebens.

Cher stetzte mit »Believe« den Anfang

der Mode, von Madonna bis Kanye

West folgte der halbe Popzirkus – mit teils

unsäglichen Ergebnissen. Auch Channy

Leanagh klingt nach Auto-Tune. Doch bei

Poliça wird ihre Stimme nicht verändert,

um ihr einen besseren Klang zu geben

oder etwas darzustellen, was in Wahrheit

gar nicht da ist. Vielmehr geht es um

Atmosphäre.

Dass die Musik der Band gleichermaßen

von Justin Vernon und Jay-Z – der eine seines

Zeichens sensibler Songwriter mit

Waldschratbart, der andere ehemals Drogendealer

und inzwischen Medienmogul –

Die Band um Sängerin Channy Leanagh räumt im Popzirkus auf.

angepriesen wird, ist deutlichstes Zeichen

dafür, dass sich Poliça nicht so gerne an

Genregrenzen halten. Sie zeigen vielmehr:

Hiphop, Elektro und Indiepop können miteinander.

Verwurzelt in Minneapolis gründete

sich die Band erst im vergangenen

Jahr. Doch schon heute kann man sich eine

gut aufgeräumte Plattensammlung ohne ihr

Debütalbum »Give You The Ghost« nur

Foto: bf

schwer vorstellen. Möchte man vielleicht

auch gar nicht: Wenn Auto-Tune bereits

vor 15 Jahren so geklungen hätte, wäre es

wohl gar nicht nötig gewesen, der Popmusik

den Rücken zu kehren. Poliça kommen

spät, doch immer noch sind sie ein Segen

– nicht nur für Justin Vernon und Jay-Z.

Tickets für ihr Konzert am 2. Juli im »Zoom«

kosten 14 Euro. Florian Dörr

7/2012 streifzug 33

Fotos: Sven Stinn


AM MAIN

Schein und Sein

»Pssssst, bitte leise sein!« oder »Nichts anfassen!« bekommen Besucher in diesem Museum

nicht zu hören. Nicht nur deshalb ist das Explora, das im Frankfurter Nordend in einem

Bunker zu finden ist, ein besonderes Haus. Im Mitmachmuseum gibt es viel Schein, viel Sein,

und wer genauer hinguckt und selbst aktiv wird, bekommt komplexe Phänomene aus

Wissenschaft und Technik einfach erklärt.

Schon alleine die Location ist einen Blick

wert: Der Bunker, in dem sich das Museum

breit gemacht hat, ist zwischen

1940 bis 1943 gebaut worden. Bombensicher,

2,15 Meter dicke Außenwände,

zwei Meter dicke Decke aus Stahlbeton

sowie Quarz und Basalt als Füllstoff. Hier

sollte die Zivilbevölkerung vor den Bomben

der alliierten Flugzeuge geschützt

werden, die der Nazi-Diktatur den Kampf

angesagt hatten. Von außen sieht der Bunker

aus wie eine mittelalterliche Burg. So

Veranstaltungen in Frankfurt

Sonntag, 1. Juli

The Ballett Revolutión

Die klassischen Tänzer widmen sich lateinamerikanischer

Musik, Hip-Hop und R&B.

➛ 14.30 Alte Oper

Götterdämmerung

Die Wagner-Oper dauert mit Pausen fast

sechs Stunden.

➛ 17.00 Opernhaus

Dienstag, 3. Juli

Trixie Whitley

Die Sängerin mit der feinen Stimme hat ihr

neues Projekt »Black Dub« im Gepäck.

➛ 20.00 Gibson

Mittwoch, 4. Juli

Neoh

Zur Mittagspause geben sich die Gießener

am FH-Campus im Nordend die Ehre.

➛ 13.30 Fachhochschule, Nibelungenplatz

34 streifzug 7/2012

einfach erklärt

sollte die feindliche Luftaufklärung getäuscht

werden. Gegen Ende des Zweiten

Weltkriegs diente er nach Aussagen von

Augenzeugen als Hauptquartier der Verteidigung

Frankfurts, später waren »Ausgebombte«,

die Frankfurter Kreditanstalt und

ein Karnevalsverein dort zu finden. 1995

erwarb der Designer und Sammler Gerhard

O. Stief den Bunker, nachdem dieser

nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion

von der Bundesrepublik verkauft

worden war.

Freitag, 6. Juli

Theaterspecial: Böse Märchen

Studenten aus Frankfurt und Offenbach fragen:

Wer hat Angst vor den Gebrüdern

Grimm?

➛ 19.30 Hochschule für Musik und

Darstellende Kunst

Samstag, 7. Juli

Zombie Walk

Hunderte von Leuten laufen, verkleidet und

geschminkt als Zombies, durch die Stadt.

➛ 19.00 Hauptbahnhof

BB King

Der »Blues Boy« gibt sich die Ehre in der

Mainmetropole.

➛ 20.00 Festhalle

Sonntag, 8. Juli

Die drei ??? – Record Release Party

Ganz großes Hörspektakel! Die drei ???

präsentieren neue Folgen.

➛ 20.00 Batschkapp

Dieser Bunker ist sicher ein Alleinstellungsmerkmal

des Museums, bereitete

zu Beginn den Museumsmachern aber

auch Kopfzerbrechen. Räumlich erweitert

werden konnte der Bunker nämlich nur

rudimentär. Eine Herausforderung. »Wir

haben einen Turm angebaut und das

Dach aufgerissen«, sagt Stief. Probleme

hätten vor allem die Räume im Inneren

bereitet. »Wir mussten erst herausfinden,

welche Wände tragend sind.« Am Ende

der Tüftelei aber stehen bis heute zwei

Ironman

3,8 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer

Radeln, 42,2 Kilometer Laufen. Wer ist dabei?

➛ 7.00 Langener Waldsee

Inside Eintracht Frankfurt

Wer den Aufsteiger in die Fußball-Bundesliga

wider Erwarten noch nicht kennen sollte, hat

bei dieser Führung die Gelegenheit dazu, ihn

kennenzulernen.

➛ 14.00 Commerzbank Arena

Montag, 9. Juli

Hazmat Modine

Blues, Country, Klezmer und Jazz mischt eine

der angesagten Bands New Yorks in ihrem

Sound.

➛ 20.00 Das Bett

Sonntag, 15. Juli

The Walkabouts

Die Institution des Indie-Rocks

kommt auf Tour.

➛ 20.30 Das Bett


Etagen und ein Keller mit großen Räumen

und kleinen Ecken, die ein bisschen

Abenteuerlust und Forschergeist wecken.

Gerade das brauchen die Besucher. Denn

von ihnen erwartet Stief vor allem Neugierde

und Spaß am Lernen. Am Anfang

gibt’s einen gedruckten Guide und eine

Spezialbrille. In dem Heft sind alle der

150 Exponate aufgeführt; drei Kreuze zeigen,

dass der Besucher selbst aktiv werden

muss – beispielsweise kommt die

Brille zum Einsatz, Räder müssen gedreht

oder Perspektiven geändert werden. Unter

den Ausstellungsstücken finden sich

beispielsweise sogenannte Anaglyphen.

Das sind Bilder, die aus zwei stereoskopischen

Halbbildern in Rot und Grün über-

Leidenschaft für verzerrte Wirklichkeiten.

Montag, 16. Juli

Tito & Tarantula

Spätestens seit ihrem Auftritt in Tarantinos

Film »From Dusk Till Dawn« sind die Bluesrocker

Kult.

➛ 20.00 Batschkapp

Kimya Dawson

Zusammen mit Adam Green hat die

exzentrische Musikerin den Anti-Folk

salonfähig gemacht.

➛ 20.00 Brotfabrik

Hugh Laurie

Dr. House kann auch singen. Begleitet wird

der Schauspieler von der Copper Bottom

Band.

➛ 20.00 Jahrhunderthalle

Mittwoch, 18. Juli

Schatzkammer des Nordens

Greenpeace stellt in dieser Multivisions-

Show die Arktis vor.

➛ 20.30 Zoo

einander gedruckt worden sind. Klingt

kompliziert, ist es aber nicht. Denn wer

die Spezialbrille aufsetzt, erlebt statt

einem verschwommen Motiv ein Gefühl

für Tiefe. Im Fundus gibt es außerdem

Anamorphosen. Das sind verzerrte Zeichnungen,

die beispielsweise erst mithilfe

eines zylinderförmigen Spiegels entschlüsselt

werden können. So kann aus einem

Farbklumpen ein verzierter Stuhl werden.

Oder Hologramme, die je nach Perspektive

ein anderes Bild zeigen: Dracula schlafend,

Dracula wacht auf, Dracula zeigt

Zähne, Dracula beißt zu. Oder, oder,

oder... Das Besondere an den Exponaten:

Es handelt sich nicht um Leihgaben oder

Geschenke. »Das nehmen wir nicht«, sagt

Foto: Explora-Museum

Donnerstag, 19. Juli

Der Watzmann

Die schrille Alpenshow verzichtet auf

Bierzelt-Niveau.

➛ 20.00 Jahrhunderthalle

Freitag, 20. Juli

Die Ärzte vs. Die Toten Hosen Party

Ein DJ legt im Duell der beiden deutschen

Punkbands auf, außerdem spielt die Gruppe

Alex im Westerland.

➛ 23.30 Das Bett

Nächtliche Expedition

Den Zoo können junge Naturforscher (8 bis

12 Jahre) bei dieser Tour erkunden.

➛ 19.30 Zoo

Samstag, 21. Juli

Christopher Street Day

Die Parade steht unter dem Motto:

»Eckstein, Eckstein, musst du noch

versteckt sein?«

➛ ab 12.00 Römer

Klonen mit Hilfe eines Spiegels.

Sonntag, 22. Juli

AM MAIN

Stief. Er habe alle Sammlerstücke weltweit

gekauft, ersteigert oder anfertigen lassen.

Naturwissenschaft und Technik zum Anfassen.

Das ist das Motto des Explora-

Museums. »Die Besucher sollen etwas

kennenlernen, was sie vorher nicht kannten

oder bereits Bekanntes vertiefen«, erklärt

Stief das Konzept. »Und lernen kann

man leichter, wenn man es anfassen, erleben

und erfühlen kann.« Diese Erfahrung

nähmen die Besucher dann mit nach Hause.

»Das ist interaktiv, und das ist anders

als in anderen Museen.«

Das Explora-Museum ist täglich von 11 bis

18 Uhr geöffnet. Weitere Infos gibt es im

Internet auf der Seite www.exploramuseum.de.

Kays Al-Khanak

Foto: Explora-Museum

Young Rebel Set

Legendär sind die Eine-Kiste-Bier-Pro-Person-

Konzerte der englischen Indie-Folkrocker.

➛ 20.30 Das Bett

Dienstag, 24. Juli

Daniel Kahn & The Painted Bird

Vielfach ausgezeichnete Mixtur aus Klezmer,

Punk, Folk und Singer-Songwriter.

➛19.30 Palmengarten, Musikpavillon

Freitag, 27. Juli

Acht Jahre Cocoonclub

Ein ganzes Wochenende feiert sich der Cocoonclub

selbst. Wir wünschen alles Gute!

➛ 22.00 Cocoonclub

Samstag, 28. Juli

Mauricio Guillén – Avenida Progreso

Ausstellung rund um einen Film über soziale

Unterschiede in einer Gesellschaft.

➛ 10.00 Museum für Moderne Kunst

7/2012 streifzug 35


Ein Gießener reißt

Barrierefreiheit ist ein großes Thema. Doch nicht alles, was groß ist,

überlässt man am besten erst einmal den anderen. Irgendjemand

wird sich schon kümmern? Wohl eher nicht. Jan Kampmann aus Gießen

studiert derzeit in Birmingham – und reißt nebenbei Barrieren ein.

»Birmingham grüßt eigentlich recht behindertenfreundlich

von der Insel. Eine Stadt, wie man sie sich

als Rollstuhlfahrer nur wünschen kann«, erklärt der

24-jährige Gießener. Und das, obwohl im Stadtkern

mehr Kanäle fließen als in Venedig. Nicht nur stünden

überall Rampen und Lifte. Auch werde einem Rollstuhlfahrer

stets freundlich geholfen, selbst dann,

wenn man erst zwei Minuten vor Abfahrt seines

Zugs am Bahnhof eintreffe. Und an der gewünschten

Station warte dann bereits der nächste Assistent mit

einer Rampe. »In Deutschland wäre das ohne 48stündige

Vorlaufzeit und amtliche Formalitäten undenkbar«,

sagt Jan Kampmann.

Trotzdem gebe es in Sachen Barrierefreiheit auch in

Barrieren ein

Für www.gogenie.org leistet er wichtige Arbeit.

Birmingham noch einiges zu tun. »Sogar hier gibt es

Schikanen.« Daher sei auch in »B’ham« ein Service wie

www.gogenie.org sinnvoll. Die Datenbank bietet

einen Überblick über die Barrierefreiheit verschiedener

Lokalitäten. Benutzer können eingeben, wo sie

beispielsweise am Abend gerne ausgehen möchten,

und bekommen Informationen etwa zu Treppen

geliefert, die nicht mit Rampe oder Lift zu Umgehen

sind: »Anders als beispielsweise www.wheelmap.org,

ein Partnerprojekt aus Deutschland, ist das nicht nur

für Rollstuhlfahrer interessant. Auch auf die Bedürfnisse

von seh- und höreingeschränkten Menschen

wird hingewiesen«, sagt der Gießener. Dazu gibt es

auch Hinweise etwa für Mütter mit Kinderwagen oder


Leute, die ein Café mit WiFi suchen. »Über

unsere App kann zudem jeder in Sekundenschnelle

Informationen zum gewünschten

Kino, Restaurant oder Theater aufs Handy

bekommen«, ergänzt er. Die Daten kommen

von den Benutzern selbst: Ȇber die

Jahre haben Rollstuhlfahrer und Menschen

mit anderen Einschränkungen oder ihre Angehörigen

einen Berg an Wissen angehäuft.

Da wären wir heilfroh, wenn ein paar etwas

beisteuern würden.«

Noch wird Tag für Tag an der Webseite gebastelt,

dennoch kann und soll bereits fleißig

eingetragen werden. Das ist inzwischen

auch schon passiert: Lokalitäten aus der

ganzen Welt sind zu finden. Während der

Gießener gerade hilft, den Service in Birmingham

bekannt zu machen, sind auch aus

Mittelhessen schon einige Lokalitäten in der

Datenbank zu finden. Darunter etwa öffentliche

Cafés, Toilettenhäuschen, Kneipen,

Sportstätten oder Geschäfte. Mit Nokia und

der gemeinnützigen Organisation

Nesta konnten bereits namhafte Sponsoren

gewonnen werden, nun geht es vor allem

um internationale Aufmerksamkeit.

Weil in der Datenbank bereits Lokalitäten in

Orten rund um den Globus gespeichert sind

und nur die entsprechenden Informationen

fehlen, ist www.gogenie.org auf die Mitarbeit

von Helfern auf der ganzen Welt angewiesen.

Und hier kommt Jan Kampmann ins

Spiel. Bei www.gogenie.org hat er das

»Community Management« übernommen.

Bedeutet: »Ich zeige den Leuten, dass das

Projekt bahnbrechend sein könnte, wenn sie

nur alle mitmachen – mit zwei Klicks ist man

angemeldet, mit weiteren zwei hat man

schon Daten hochgeladen«, meint Kampmann.

Über eine Kampagne sollen an allen

möglichen Orten der Welt noch mehr Botschafter

gewonnen werden, die als Pioniere

ein Teil des Teams von www.gogenie.org

werden. Sie sollen mithelfen, an ihren Orten

die Menschen zu mobilisieren. Bewerben

kann sich jeder einfach über Facebook oder

per E-Mail.

Für die Benutzer gibt es nicht nur wichtige

Informationen in Sachen Barrierefreiheit

abzugreifen. »Eine wachsende Zahl an Geschäften

und Lokalitäten beteiligt sich,

welche die Plattform als ideale Möglichkeit

sehen, Menschen mit speziellen Bedürfnissen

und ihr soziales Umfeld als Gäste oder

Kunden zu gewinnen. Für die User winken

damit reduzierte Tickets, Freigetränke,

Gutscheine und Ähnliches«, erläutert Jan

Kampmann.

Während seines Studiums in Birmingham

hat der 24-jährige Gießener übrigens gelernt:

Auch wenn seine neue Wahlheimat

eine Stadt sei, wie man sie sich als Rollstuhlfahrer

nur wünschen könne, bleibe Gießen

etwas ganz Besonderes. Er vermisst die Kellerkneipen

und das Dönerdreieck. Ob die

feine Clubbing-Kundschaft in Birmingham

riskiert, sich zwischen Pomade und Pomp,

zwischen Haargel und High Heels zur frühen

Morgenstunde an einem der vielen Imbissständen

in bester Mittelhessen-Manier mit

Knoblauchsoße zu bekleckern? »Ich wage es

zu bezweifeln.« In diesen Momenten werde

man beherzt von der Realität gekniffen, als

wolle sie sagen: Es gibt auch in Birmingham

noch einiges an Entwicklungsarbeit zu leisten.

Florian Dörr

Jan Kampmann verwaltet auf www.gogenie.org ein großes Netzwerk.

Fotos: bf

DREI PFLICHTVER-

ANSTALTUNGEN

von der »Gießen-Seite«

www.wasmachicheigentlichhier.de

»Naturbar«: Umsonst und draußen

Zweifellos ist der Platz vor dem Uni-Hauptgebäude

einer der schönsten in ganz Gießen –

trotz Querelen. Doch es gibt Alternativen. Die

schönsten nennen wir hier: »Kate Wiese« (Ecke

Bismarckstraße/Stephanstraße), »Lahnspitz«

(Lahnstück gegenüber Bahnhofsgebäude),

Schwanenteich (solange noch keine Bauarbeiten),

Zeughaus (gegenüber Schloss und Botanischem

Garten), Wiesen der Philosophiken,

Schiffenberg (nach einer Radtour/Wanderung).

Das Bier holen wir trotzdem beim Marbobo am

Hauptgebäude, übergeben das Leergut anschließend

den Flaschensammler. Ein ganz natürlicher

Kreislauf einer »Naturbar« eben.

Liedermacherabend

Lied ist gut. Vor allem

handgemachtes Liedgut.

Und die, die solche Lieder machen, nennen

sich Liedermacher. Mal mit Witz, mal melancholisch,

mal kritisch – die Texte sind das Takt gebende

Instrument. Die Gitarre folgt meist. Die,

die in und um Gießen solches Liedgut basteln,

versammeln sich am 13. Juli zum zweiten Mal

zum Happening. Mit der Gießener Liedermacher

Allstars Nacht II zeigt die Reihe »Mühlleitner’s

Liedermacher« das beste Liedgut im Café

Amélie. Eintritt frei. Atmosphäre entspannt. Konzert

und anschließende Jam Session hautnah!

Beginn 21 Uhr.

Das Kloster

leuchtet

Alte Mauern ragen

empor. Altertümlicher

Charme

schwebt in der Luft.

Eine traumhafte Atmosphäre, um bei gutem

Wetter die Nacht durchzufeiern. Auf dem riesigen

Feierspielplatz sammeln sich Bierzelte, Barhäuschen,

Tanzfläche und eine riesige Spielwiese

zum Toben, Trinken und Tanzen. Obgleich der

Andrang immer größer wird und die Uniparty

längst kommerzialisiert und in »Connect Party«

umbennant ist, ist dieser außergewöhnliche Ort

am 13. Juli (Beginn 22 Uhr) den Bergaufstieg

wert! Früh da sein – Schlange und so!

7/2012 streifzug 37


Eine Oma für alle Fälle

Wie gerne haben wir in ihren Gärten gespielt, mit ihnen gebacken oder

uns gleich die ganze Welt erklären lassen? Nichts geht über Oma und

Opa. Doch an Kindern von Studenten, die aufgrund der Wahl des

Studienorts weit von ihrer Familie entfernt leben, gehen diese Erfahrungen

teils gänzlich vorbei. Leihomas sind auch in Gießen ein Ersatz.

Die Mobilitätsrate von Studenten ist in den vergangenen

Jahren stetig gestiegen. Mal ist es der Ruf der

Ferne oder der Großstadt. Dann sind Numerus

Clausus oder Studiengänge, die nur an ausgewählten

Hochschulen angeboten werden, die Gründe dafür.

Eine damit einhergehende Loslösung von der Familie

ist besonders hart für die rund 94500 Studenten mit

Kind, die zurzeit in Deutschland die Hochschulbank

drücken. Doch was macht der Nachwuchs, wenn die

Eltern im Hörsaal sitzen? An der Justus-Liebig-Universität

wird einiges geboten: So gibt es den kostenlosen

Kinderteller in Mensen und Cafeterien des Studentenwerks

oder eine eigene Tagesstätte für Kinder

von Studierenden. Außerdem wurden in den Räumlichkeiten

der Hochschule drei Eltern-Kind-Zimmer

eingerichtet, in denen Studierende sich mit ihrem

Nachwuchs zurückziehen können, um ihn zu wickeln,

zu stillen oder mit ihm zu spielen. Doch was

passiert in Ausnahmesituationen, wenn wirklich einmal

Not am Mann ist?

Angelika Thier wohnt in Gießen, ein Vierteljahrhundert

war sie Pflegemutter. »Insgesamt hatten wir

25 Pflegekinder, noch dazu vier eigene«, sagt die

69-Jährige. »Wir waren immer acht bis neun Personen

im Haus.« Mit viel Tamtam und großer Verabschiedung

durch die Stadt ging sie vor neun Jahren in den

Ruhestand. Doch schnell wurde klar: Die ungewohnte

Stille im Haus war die Sache von Angelika Thier

nicht. Vor zwei Jahren entschied sie sich daher, als

Leihoma zu arbeiten. »Hast du nicht genug?«, fragte

ihr Mann. Die 69-Jährige antwortete: »Ich bin gesund,

ich bin gerne mit Kindern zusammen, was spricht

Foto: dpa


dagegen?« Also meldete sie sich bei Eltern

helfen Eltern e.V. an. Der Verein aus Gießen

organisiert Flohmärkte mit Kinderwaren,

vermittelt Tagesmütter oder eben auch

Leihomas. Heute sagt Angelika Thier: »Andere

in meinem Alter gehen zur Gymnastik

oder zum Kaffeeklatsch. Ich gehe lieber zu

den Kindern.«

»Gerade in den letzten Berufsjahren ist man

sehr durch die Arbeit gefordert«, erklärt

Ursula Lenz, Sprecherin der Bundesvereinigung

der Seniorenorganisationen. In dieser

Lebensphase mag das Fehlen von Enkeln

noch im Hintergrund stehen – schließlich

füllt der Job den Alltag aus. Das jedoch

ändert sich mit dem Ausscheiden aus dem

Berufsleben radikal. »Der eigene Wert wird

mit einem Fragezeichen versehen«, erklärt

Psychologin Andrea Schaal. Hinzu kommt,

dass manche soziale Kontakte wegbrechen.

Der Alltag muss neu organisiert werden.

All diese Veränderungen schärfen den Blick

für das, was fehlt. »Wenn Senioren in dieser

Lebensphase zum Beispiel bei gleichaltrigen

Freunden beobachten, wie diese

mit ihren Enkelkindern umgehen, wird

ihnen sehr drastisch vor Augen geführt,

dass es in ihrem Leben eine Lücke gibt«,

so Lenz. Bei einigen wächst dann die Idee,

sich als Leihoma ein paar Euro dazuzuverdienen.

Susanne Schreiber von der Familienservicestelle

des Studentenwerks Gießen sieht den

generellen Ersatz einer Tagesmutter durch

eine Leihoma jedoch kritisch. »Problematisch

sind vor allem die rechtlichen Fragen«,

sagt sie. »Muss eine Leihoma einen Erste-

Hilfe-Kurs haben? Verschiedene Qualifikationen

vorweisen? Das ist alles ungeregelt,

deshalb unterschiedlich ausgeprägt und

vorhanden«, erläutert Schreiber die Problematik.

Für sie sind Leihomas eher als Ergänzung

zu einer Tagesmutter denkbar. So

könnten sie flexibel eingesetzt werden, falls

sich die Eltern plötzlich mit außerplanmäßigen

Ereignissen konfrontiert sehen würden:

Etwa heiße Lernphasen vor einer Klausur

oder dringende Treffen mit der Referatsgruppe

könnten mit einer flexiblen Form

der Betreuung möglich gemacht werden –

ein Rendezvous-System also.

Als solches feiert das Konzept seit einiger

Zeit im ganzen Land Erfolge: Von München

über Karlsruhe, von Halle nach Osnabrück,

von Bremen nach Berlin organisieren Vereine

das Leben im Rentenalter. Omas und

Opas lesen in Kindergärten vor oder bieten

Treffs an, zu denen gestresste Eltern ihre

Kinder bringen können. Bei Jung und Alt

e.V. aus Hamburg, dem nach eigenen Angaben

ersten Leihservice für Großeltern in

Deutschland, sind inzwischen über 180

Omas und auch einige Opas in der Kartei.

Beate Schmidt hat bereits Ende der 1970er

Jahre die Lücke erkannt, die eine mobile

und globale Welt reißen würde, und den

Dienst gegründet. »Das Leben in der Großfamilie

ist heute ganz und gar nicht mehr

normal. Viele haben keine Enkel oder keine

Großeltern mehr in der Nähe.« Die Leihomas

springen ein, wenn der Babysitter nicht

kann, die Mutter krank wird oder die Eltern

mal übers Wochenende allein verreisen

wollen.

Angelika Thier konnte alle gefragten Qualifikationen

vorweisen, da sie bereits lange

Zeit als Pflegemutter tätig war. Ein polizeiliches

Führungs-, sowie ein Gesundheitszeugnis

und ein Lebenslauf benötigte sie,

um von Eltern helfen Eltern e.V. in Gießen

vermittelt zu werden. Inzwischen hilft sie

bei zwei Familien aus. Mütter und Leihoma

verstanden sich auf Anhieb und pflegen

heute ein inniges Verhältnis. »Ich spreche

mich auch immer sehr genau mit den Müttern

ab, was ich darf und was sie lieber

selbst regeln möchten.« Jeweils zwei halbe

Tage pro Woche verbringt die 69-Jährige bei

den beiden Familien, kümmert sich um die

Kinder, macht mit ihnen Hausaufgaben und

geht mit ihnen auf den Spielplatz. Doch

auch wenn Angelika Thier wieder nach

Hause kommt, ist sie stets für »ihre« Kinder

erreichbar. »Sie können mich immer anrufen,

falls etwas ist. Ich bin immer für sie da,

wenn sie mich brauchen«, sagt die Gießenerin.

So also, wie man es sich von einer

Oma oder einem Opa wünscht.

Natalie Harapat

Plattform für alle Arten der Künste

Egal ob Musik, Theater, Literatur, Performances oder Film – das Sturm

& Klang versteht sich als Plattform für alle Arten der Künste. Am 29.

und 30. Juni ist es am Philosophikum II wieder so weit. Der AStA

plant drei Bühnen unter freiem Himmel sowie eine weitere im Audimax.

Als hochkarätiger Gast haben sich neben anderen auch Stereo

Total angekündigt. Die Band um Françoise Cactus und Brezel Göring

touren mit ihrem punkigen Synthie-Pop seit über zehn Jahren durch

Europa, Japan, Lateinamerika und die USA. Musikliebhaber und

Feuilletonisten sind regelmäßig verzückt. Ebenfalls auftreten werden

Die Türen und Niels Frevert. Wie immer dabei beim Sturm & Klang

sind auch die Jungs von Under The Ground. Die Freunde elektronischer

Tanzmusik legen auf und laden ein, ihren 15. Geburtstag gemeinsam

und mit schwingender Hüfte zu feiern. Damals startete die

inzwischen legendäre Partyreihe in einem WG-Keller unter dem Seltersweg.

Inzwischen ist Under The Ground aus den Clubs und

unter den Autobahnbrücken der Stadt nicht mehr wegzudenken.

Los geht’s am Freitag, dem 29. Juni, um 18 Uhr. Außer dem Programm

im Audimax sind alle Veranstaltungen des Sturm & Klang am

Philosophikum II kostenlos. Draußen spielen lokale Bands wie Am

Leben Forbei. Unter www.asta-giessen.de ist das komplette

Programm zu finden.

CAMPUS

7/2012 streifzug 39


Unter

Tage

In Gießen geht man zum Feiern

in den Keller. Ulenspiegel,

Haarlem, Scarabée, Monkeys

und Domizil sind nur einige

Beispiele. Doch woher kommt

die »Faszination Keller« und

was macht sie aus? Eine

Spurensuche.

»Ein Keller verfügt über ein bestimmtes

Flair. Hier ist ein anderer Geruch und es

gibt nur künstliches Licht. Es gab schon

Gäste, die danach fragten, ob sie ein Fenster

öffnen dürften«, sagt Bettina Tydeman

und lacht. Sie ist Besitzerin, Bedienung und

gute Seele im Domizil. Der Kicker ist gratis,

die Luftfeuchtigkeit ist beeindruckend. Neben

Musik gibt es an der Braugasse kultu-

40 streifzug 7/2012

relle Veranstaltungen. Einige Beispiele zum

Angeben bei einem Dosenbier an der Theke:

Unter anderem waren schon Tierfallen-,

Handtaschen- und eine Kondomausstellung

zu sehen. Zurzeit kann man eine

Fotosammlung zu Dixie-Klos bestaunen.

»1957 gab es das Domizil schon, da machte

es als Jazzkeller auf«, erklärt Tydeman.

Der Trend, Kellergewölbe zu bespielen, hat

genau hier eine seiner Wurzeln: So gedieh

der Jazz in den 1950er Jahren vielerorts in

Katakomben und alten Gewölben. Eine

Schankerlaubnis war nicht erforderlich und

die Atmosphäre stimmte auch. Das Domizil

in seiner jetzigen Form öffnete 1994 die

Tore. »Ziel war es, einen Treffpunkt für

Musiker und Künstler zu schaffen, eine Art

kulturelles Projekt sollte es werden. Wir

Fotos: Schepp


Foto: fotolia

hatten hier schon Band aus allen Stilrichtungen

und aus aller Welt: Russland, Spanien,

Australien, Kanada«, sagt Tydeman.

Vor allem Musiker aus der Region seien

aber stets willkommen.

Ähnlich tief unter der Oberfläche wie das

Domizil liegt das Monkeys. »Ich war damals

bei einer externen Medizinerparty

und fand den Laden cool. Da dachte ich

mir: Da kann man doch was draus machen«,

erklärt Marian Radovcic, der den

Kellerclub an der Liebigstraße zusammen

mit Mirko Sonneborn seit drei Jahren leitet.

Im Et Cetera und dem Baba Jaga wurde

bereits Jahrzehnte zuvor in der Katakombe

gefeiert.

Eine weitere Wurzel der »Faszination Keller«

zeigt sich am Beispiel des Scarabée:

die Getränkewirtschaft. Während andernorts,

insbesondere in Süddeutschland, ehemalige

Wein- und Braukeller zu Kneipen

aus- und umgebaut wurden, fand sich im

Riegelpfad bis vor 50 Jahren eine Abfüllerei

für Sinalco. Inzwischen ist dort mit dem

Scarabée seit einem halben Jahrhundert

die älteste Diskothek der Stadt beheimatet.

»Im öffentlichen Meinungsbild galt es, bezeichnend

für eine abseits gelegene Musikkneipe

in einer gepflasterten Nebenstraße,

eher als verrufen, als gastronomisches und

soziologisches Wildkraut«, so Inge Menges,

die den Kellerklub zusammen mit Christel

Brömer-Weber betreibt. Udo Lindenberg,

Otto Waalkes, Daniel Cohn-Bendit, Marius

Müller-Westernhagen oder Oliver Korittke

kamen trotzdem und tranken ihr Bierchen

an der Theke. Legendär ist auch der 31.

August 1973: Bei einer Drogenrazzia sprangen

Polizisten aus Güterwaggons und überführten

17 Rauschgifthändler und 28

Rauschmittelkonsumenten. Die Palette der

sichergestellten Drogen reichte von Haschisch

über Heroin, opiumhaltige

Medikamente und LSD-Trips bis hin zu

Spritzen und sogar Pistolen.

Während am Riegelpfad Limonade abgefüllt

wurde, war das spätere Haarlem lange

Zeit ein Kohlenkeller. Für jeweils kurze Zeit

hieß er Parrot’s, Soma und Gonzo’s, doch

große Veränderungen hat der Kellerclub an

der Schanzenstraße seit seiner Eröffnung

1964 nicht durchgemacht. Die Inneneinrichtung

soll an den Marktplatz des nieder-

KULTUR

ländischen Städtchens Haarlem erinnern.

Betreiber, Besitzer und Geschäftsführer Lutz

Geipert hat hier schon Heiratsanträge und

Hochzeitsentführungen erlebt. Auch er

selbst lernte seine spätere Gattin im Ex-

Kohlenkeller kennen.

Der Ulenspiegel hat eine andere Geschichte.

Bereits während des 30-jährigen Kriegs

wurde das Gewölbe für Militärzwecke genutzt.

Auch in anderen Städten haben

ehemalige Munitionskeller, die zu Clubs

umfunktioniert wurden, inzwischen dafür

gesorgt, dass die »Faszination Keller« anhält.

Noch im 19. Jahrhunderts war der Straßenzug

rund um den heutigen Ulenspiegel als

»Kriminalgasse« bekannt. Nach 1968 wollte

die Stadt Gießen das gelbe Haus am Seltersweg

abreißen, aber aufgrund seines historischen

Wertes sah man davon ab und

renovierte es. Die Tanzbar, der hintere Bereich,

wurde erst 1993 unter anderem von

Geschäftsführer Tobias Bach eröffnet. Seitdem

haben etwa Til Schweiger und Eva

Briegel, Frontfrau von Juli, hinter der Theke

gearbeitet. Kleiner Fakt, um beim nächsten

Besuch die sprachwissenschaftlich interessierte

Blondine am Tresen zu beeindrucken:

Das mittelniederdeutsche Wort

»ulen« bedeutet unter anderem »wischen«,

das Wort »spegel« kann mit »Gesäß« übersetzt

werden. Noch heute wird in der Jägersprache

das helle Fell am Hinterteil von

Reh und Hirsch »Spiegel« genannt. Der

Ausruf »Ul’n spegel« bedeutete also

»Wisch mir’n Hintern«.

Die »Faszination Keller« erklärt Jakup Aljija –

der mit dem Kunstkeller an der Marburger

Straße einen House-Club betreibt, bei dem

das Programm bereits im Namen steht –

zusammenfassend: »Dadurch, dass es keine

Großraumdisko ist, herrscht hier immer

eine sehr entspannte und familiäre Atmosphäre.«

Charlotte Annika Wagner

7/2012 streifzug 41


In Einklang

mit Wind und Wasser

Es ist windig, kalt und ungemütlich. Der Frühsommer fühlt sich an diesem Tag an wie Februar.

Die Hände frieren, der Neoprenanzug hilft, dass der Körper nicht komplett auskühlt. Den-

noch ist die Nordsee voller Menschen, die glücklich sind. Denn der Wind steht perfekt. Die

Kite-Surfer drängeln sich in St. Peter-Ording am Strand und bauen ihre Schirme auf. Unter

ihnen ist unser Mitarbeiter Jan Martin Strasheim. Es ist sein erstes Mal.

Nur wenn der Wind von Westen kommt –

die Experten sprechen von »ablandig«,

wenn er aufs Meer hinaus weht – kann

man von perfekten Bedingungen sprechen.

»Locker bleiben und nicht verkrampfen«,

sagt Chris, ein professioneller Kite-Surf-

Lehrer. Der 34-Jährige aus Bingen muss es

ja wissen. Immerhin war er mit seinem

Schirm schon in Brasilien, Holland und

Spanien unterwegs. Nun hat er eine Surfschule

an der Nordsee gegründet.

42 streifzug 7/2012

Doch locker bleiben ist gar nicht so einfach.

Ich mache meine ersten Schritte in

dieser neuen Sportart und kann mit

Chicken-Loops oder Chicken-Sticks, welche

die Befestigung des »Lenkers« an meinem

Körper sichern, nichts anfangen. Chris

fackelt nicht lange und geht in die Vollen.

Auf dem Plan steht: Den Schirm in die Luft

befördern und geschickt lenken. Was dem

Außenstehenden als Lappalie vorkommen

dürfte, ist tatsächlich alles andere als ein

Zuckerschlecken. Meinen Kumpel Marcel,

der ebenfalls zum ersten Mal ein solch voluminösen

Stofffetzen durch die Luft fliegen

lässt, hätte es um ein Haar erwischt:

Wenn man die Bar, also den »Lenker«, kurz

falsch hält, bläst der Wind falsch in den

Schirm – die Folgen können verheerend

sein. Marcel wäre fast abgehoben und im

schlimmsten Fall einige Meter geflogen.

Mit einem beherzten Hechtsprung und

einem strammen Griff an sein Trapez, eine

Fotos: dpa


Art Gürtel, an dem der Schirm befestigt

wird, konnte ich meinen Kumpel vor

einem nicht ganz ungefährlichen Flug über

die wolkenbehangene Nordseeküste

schützen.

Aller Anfang ist schwer. Schon beim Aufbau

des Schirms, der mit vier Seilen verknotet

wird, habe ich mich nicht gerade

mit Ruhm bekleckert. Die aufgrund der

Kälte blau angelaufenen Hände erweisen

sich beim Knoten nicht gerade als geeignetes

Mittel. Mithilfe des geduldigen

Lehrers schaffe ich es dann doch zumindest,

den Schirm ordnungsgemäß aufzubauen.

Im zehn Grad kalten Wasser gebe

ich zunächst aber auch keine bessere Figur

ab. Immer wieder klatscht der Schirm mit

brachialer Gewalt zurück auf den Boden.

Wie machen das bloß die ganzen Kite-

Surfer um mich herum, die auf dem Bord

stehen und den Schirm mit einer unfassbaren

Leichtigkeit lenken? Doch für genauere

Blicke auf mein Umfeld habe ich eigentlich

keine Zeit.

Jetzt, nach einer halben Stunde, steht der

Schirm am Himmel wie eine eins. Chris ist

begeistert: »Sehr gut. Jetzt auf zwölf Uhr

halten und immer das Fenster beachten.«

Fenster? Der professionelle Kite-Surf-Lehrer

meint mein Sichtfeld. Ich soll den Schirm

von links nach rechts führen. Etwa 20

Meter steht er in der Luft. Die wirkenden

Kräfte sind so stark, dass Chris mich zunächst

festhalten muss. Die Gefahr einer

unliebsamen Flugeinlage ist zu groß. Doch

irgendwann schaffe ich es alleine, den

Schirm zu halten – und sogar ein bisschen

damit zu spielen. Der Spaßfaktor steigt

von der einen auf die andere Minute ins

Unermessliche.

Doch auch die Herausforderungen werden

größer. Alleine mit meinem Schirm stehe

ich in der bitterkalten Nordsee und spüre

am eigenen Leib, was es heißt, für sein

eigenes Tun auch Verantwortung zu übernehmen.

Die Bar muss beim Starten und

Lenken genau richtig justiert und mit dem

Wind in Einklang gebracht sein. Sonst sind

Schwierigkeiten so sicher wie die Steuer.

Wenn man den Dreh raushat, geht es jedoch

ganz einfach. »Jetzt leg dich auf den

Bauch ins Wasser«, sagt Chris und fügt hinzu:

»Und jetzt fahr Achten mit dem Schirm.

So schnell es geht.« Gesagt, getan. Und

schon rase ich auf dem Bauch mit einer

unfassbaren Geschwindigkeit durch die

kalte Nordsee.

Auf dem Bord stehe ich nur kurz. »Beim

ersten Mal ist das nicht so einfach. Starten

steht aber beim nächsten Mal auf dem

Programm«, sagt Chris. Marcel und mir hat

der Exkurs in eine uns vorher völlig unbekannte

Welt dennoch großen Spaß

gemacht. Weitere Übungsstunden sind

bereits in Planung. Denn auch wenn Kite-

Surfen eine der wohl umständlichsten und

aufwendigsten Sportarten der Welt ist –

Spaß macht es allemal, im Einklang mit

Wind und Wasser zu gleiten.

Jan Martin Strasheim

Ganz so elegant sah es bei unserem Mitarbeiter noch nicht aus.

SPORTWELT

Kite-Surfen

In den 1820er Jahren

experimentierte ein

englischer Lehrer mit

großen Lenkdrachen,

um damit Kutschen

und kleine Boote

anzutreiben. Seine

Intention war es,

so bequem wie

möglich zu seinem Ziel zu kommen

und gleichzeitig die damals übliche

»Pferdesteuer« zu umgehen. Das

Kite-Surfen in seiner heutigen Form

entwickelte sich in den vergangenen

Jahrzehnten aus der Idee des englischen

Lehrers. Wer heutzutage am

Nordseestrand entlangwandert, sieht

sie überall am Himmel. Die Schirme

der Kite-Surfer.

Die Industrie schätzt die Zahl der

Sportler derzeit auf 500000 weltweit.

Beim Kite-Surfen hat der Surfer die

Bar zum Lenken des Schirms in den

Händen und das Board zum Gleiten

über das Wasser an den Füßen. Zur

perfekten Anpassung an die vorherrschenden

Windverhältnisse – in

Bezug auf Angriffsfläche und Winkel

des Windes – gibt es verschiedene

Schirmgrößen. Zudem wird zwischen

drei Arten von Boards unterschieden:

Twin-Tips, Directional-Boards, Mutant-

Boards. Bei der Bar – dem »Lenker«,

an dem der Schirm verknotet wird –

unterscheidet man zwischen einem

Zwei-, Vier- oder Fünfleiner. Die Bar

ist mit einem Trapez am Körper verbunden.

Sonst kann der Schirm

kaum gehalten werden. Sinn und

Zweck beim Kite-Surfen ist es, mit

hoher Geschwindigkeit über das

Wasser zu gleiten – und im Idealfall

noch verschiedene Sprünge einzubauen.

***

Günstig ist anders: Für das Kiten

benötigt man ein Board (ab 120 Euro),

eine Bar (ab 100 Euro) und natürlich

den Schirm (ab 300 Euro). In kühlen

Regionen wie der Nord- und Ostsee

sind zudem ein Neoprenanzug (ab

100 Euro) und Neoprenschuhe (ab

30 Euro) nicht nur von Vorteil, sondern

unabdingbar. Ein Einsteigerkurs in

der Surfschule H2O in Sankt Peter-

Ording kostet 259 Euro. Die weitere

Privatstunde kann man ab 69 Euro

buchen. jms

7/2012 streifzug 43


WEIN DES MONATS

Als ich wieder einmal an

einer Weindegustation teilnahm,

fragte mich eine junge

Dame, die zum ersten Mal

einer solchen Veranstaltung

beiwohnte, ob ich für das

Verkosten von Rebsäften

einen Schein besitze.

Ich antwortete, mir genüge

der Anschein. Die Dame wendete

sich von mir ab.

Heute soll mir das nicht noch

einmal passieren, auch wenn

der »Grand Circle« aus der neuen

Welt, was Duft und

Geschmack betrifft, als Chardonnay

der alten Schule firmiert.

Jener alten Schule, die

auch Altherrenwitze kennt.

Im Glas beinahe sonnengelb. In

der Nase ein Bukett aus Vanille, Banane,

Mirabelle und Pfirsich; am Gaumen wunderbar

weich, üppig und etwas ölig, mit

reifer Frucht, zarten Nussnuancen, gut eingebundener

dezenter Säure und eleganter

Würze, die für zusätzliche Struktur sorgt;

das Finish hat eine brauchbare Länge.

Der »Grand Circle« der Hess Family Estate,

zu der unter anderem auch das australische

Weingut von Peter Lehmann gehört,

44 streifzug 7/2012

Sunnyboy

Hess Family Estate, Chardonnay

»Grand Circle«, Jahrgang 2007, Kalifornien,

13,5 Prozent Alkohol, 6,95 Euro;

Bezug via Internet.

stammt aus Kalifornien und ist fünf Jahre

alt. Ein Teil der Trauben reifte im Holzfass,

der Rest im Stahltank. Der Sunnyboy ist

jetzt auf dem Punkt. Er bietet den perfekten

Kontrast zu Riesling und Sauvignon

blanc, sollte aber nicht so kalt getrunken

werden wie seine säurereichen Mitstreiter.

Genießen Sie

den »Grand

Circle« solo

oder zu Geflügelgerichten

mit heller Soße,

auch Ausflüge

in die asiatische

Küche

pariert er gut.

Und reißen Sie

keine Altherrenwitze

auf

die Frage, ob Sie einen Schein besitzen.

Laden Sie die junge Dame lieber zu einem

Glas »Grand Circle« ein – schon schließt

sich der Kreis.

Weinautor Manfred Merz

Schreiben Sie an Manfred Merz:

vinothek@mdv-online.de

DIE MUSIK

ZUM WEIN

Der »Grand Circle« steht für die schönen Momente im Leben. Er mag keine

Hektik. Er setzt auf zeitlose Eleganz. Obwohl am Gaumen üppig, sind

die leisen Töne sein Metier.

Gönnen Sie sich dazu einen Ausflug in romantische Gefilde. Lauschen Sie

dem alten Hit von Terence Trent D’Arby: »Sign your name«. Und zeichnen

Sie mit dem »Grand Circle« gegen. mm


Einer der größten Superhelden aller Zeiten

kommt zurück auf die Leinwand. Das

inzwischen dritte Mal ist es Christopher

Nolan, der dafür sorgt, dass Batman sein

Fledermauskostüm überstreift.

Mit »The Dark Knight Rises« wagt der Regisseur

einen Zeitsprung: Das Geschehen

setzt acht Jahre nach der Handlung des

Vorgängers ein. Die Vorgeschichte: In »The

Dark Knight« nimmt Batman nach dem

Tod des Harvey Dent die Schuld an dessen

Verbrechen auf sich, um den Ruf des

Staatsanwalts zu schützen. Daher wird er

von der Polizei gejagt und verlässt letztlich

die Stadt. Hier setzt »The Dark Knight

Rises« ein. Batman ist älter geworden, sein

körperlicher und mentaler Zustand ist nicht

mehr der beste. Doch dann sieht sich

Gotham City wieder mit einer großen Ge-

Anne Hathaway alias Catwoman testet ihr neues Motorrad.

SPERRSITZ

Kinostart: 26. Juli

fahr konfrontiert: Dieses Mal in Form von

Bane, der droht, die Stadt zu zerstören.

Die Rollen sind hochkarätig besetzt: Christian

Bale hat bereits einen Oscar gewonnen.

Weitere Hauptrollen spielen Anne

Hathaway als Selina Kyle alias Catwoman,

Tom Hardy als Bane, Oscar-Preisträgerin

Marion Cotillard als Miranda Tate und

Joseph Gordon-Levitt als John Blake. Mit

dabei ist mit Michael Caine als Alfred ein

weiterer Gewinner des Oscars, Gary

Oldman als Commissioner Gordon sowie

ein weiterer Oscar-Preisträger als Lucius

Fox: Morgan Freeman. Mit Hans Zimmer

kümmerte sich ein weiterer Gewinner des

Oscars um die Musik.

Gedreht wurde auf gleich drei Kontinenten:

In den Städten Pittsburgh, New York

und Los Angeles sowie in Indien und

Großbritannien. »The Dark Knight Rises«

ist als letzter Teil einer Triologie von Christopher

Nolan angekündigt. Dennoch gibt

es wilde Spekulationen über den Ausgang:

Wird Batman sterben, oder lässt sich der

Regisseur ein Hintertürchen offen?

GEWINNSPIEL

Der streifzug verlost mit den Gießener

Kinos 3x 2Tickets für die erste Vorstellung

des Films »The Dark Knight Rises«

am 26. Juli. Wer den Film sehen möchte,

sollte bis zum 16. Juli eine Karte mit

dem Kennwort »Kino« an streifzug, Marburger

Straße 20, 35390 Gießen oder

eine Mail an streifzug@giessener-allgemeine.de

senden. Viel Glück!

7/2012 streifzug 45


SPERRSITZ

Neu

im Kino

Gießen

Kinocenter Gießen

Bahnhofstraße 34, Telefon 0641/72108

Heli

Frankfurter Straße 34, Telefon 0641/74511

Roxy

Ludwigsplatz 4, Telefon 0641/32547

www.die-giessener-kinos.de

Kommunales Kino JOKUS

Ostanlage 25 a, Telefon 0641/306-2495

Grünberg

Bismarckstraße 10, Telefon 06401/6869

Lich

Kino »Traumstern«

Gießener Straße 15, Telefon 06404/3810

Weitere Kino-Tipps

finden Sie täglich in der Gießener Allgemeine

Zeitung oder auf unserer Internetseite unter

www.giessener-allgemeine.de/kino.

präsentieren

Fast Verheiratet

Mittwoch, 11.07.2012

um 20:30 Uhr

Eintritt inklusive einem Glas Prosecco!

Männer sind herzlich willkommen!

Kinocenter •Bahnhofstraße 34 •35390 Gießen

Roxy •Ludwigsplatz 4•35390 Gießen

Heli •Frankfurterstraße 34 •35390 Gießen

Mehr Infos im Kino und unter www.die-giessener-kinos.de

46 streifzug 7/2012

Ice Age 4 –

Voll verschoben

Abenteuer, Humor und

Emotion

Das Mammut Manny, der

Säbelzahntiger Diego und

das Riesenfaultier Sid begeben

sich auf ihr größtes

Abenteuer. Durch eine Katastrophe wird die

Kontinentalverschiebung in Gang gebracht.

Sid und die Freunde landen getrennt von

ihrer Herde auf einem einsam dahintreibenden

Eisberg. Diesen funktionieren sie zu

einem Schiff um und begeben sich damit

auf Hochsee-Abenteuer. Als sie auf ihrer

Reise Wassermonstern und sogar blutrünstigen

Piraten begegnen, bleibt nur eine Hoffnung:

Eine neue Welt zu entdecken.

Start: 2. Juli

★★★✩

Sleep Tight

Stilsicherer Psychothriller

César arbeitet als Portier in

einem Apartmenthaus.Von

den Mietern wird er kaum

wahrgenommen, er weiß

alles über sie. Besonders

Claras Freundlichkeit und

unbeschwerte Lebenslust verursachen bei

ihm die reinste Übelkeit. Wenn er ihre Ausgelassenheit

zerstört hat, hofft er Ruhe zu

finden. So schleicht er sich tagtäglich in ihre

Wohnung, betäubt sie mit Chloroform und

legt sich zu ihr ins Bett. Später setzt er in ihrer

Wohnung Kakerlaken aus, nur um dann

als hilfsbereiter Kammerjäger einzuspringen.

Darsteller: Luis Tosar, Marta Etura, Alberto

San Juan, Pep Tosar

Start: 5. Juli

★★★✩

Töte mich

Psychogramm

Nach dem Unfalltod ihres

Bruders ist die 13-jährige

Adele vollkommen alleine

der Lieb- und Leblosigkeit

ihrer Eltern auf einem abgeschiedenen

Hof ausgesetzt.

Als sie dem flüchtigen Häftling und

Totschläger Timo begegnet, bietet sie ihm

einen Deal an: Sie wird ihm bei der Flucht

zu seinem Bruder helfen, wenn er sie dafür

vom Leid befreit und tötet. Langsam kommen

sich die beiden so unterschiedlichen

Außenseiter näher, und Adele ist sich nicht

mehr sicher, ob sie wirklich sterben will

Darsteller: Maria-Victoria Dragus, Roeland

Wiesnekker, Wolfram Koch

Start: 5. Juli

★★✩✩

2 Tage New York

Culture-Clash-Komödie

Fotografin Marion wohnt

mit ihrem Sohn, neuem

Partner und dessen Töchterchen

in Manhattan. Als

nach dem Tod ihrer Mutter

aus Paris Vater, Schwester

und ein Ex-Lover in die Wohnung einfallen,

bricht Chaos aus, prallen französische Arroganz

und amerikanischer Pragmatismus hart

aufeinander. Während die Mischpoke eine

Spur emotionaler Verwüstung nach sich

zieht und in alle Fettnäpfchen tritt, gerät

auch das Paar heftig aneinander, steht die

Beziehung auf der Kippe.

Darsteller: Julie Delpy, Chris Rock, Albert

Delpy, Aleksia Landeau

Start: 5. Juli

★★✩✩

Sons of Norway

Herzerwärmende Komödie

Ende der Siebzigerjahre

lebt der 14-jährige Nikolaj

das typische Leben eines

Jungen, dessen Eltern die

Hippie-Bewegung ausleben.

Doch als Nikolajs

Mutter bei einem Verkehrsunfall ums Leben

kommt, fällt sein Vater Magnus in eine tiefe

Depression. In dieser Zeit wird Nikolaj auf

die Musik der Sex Pistols aufmerksam und

ist so begeistert, dass er sich selbst eine

Gitarre kauft. Als sein Vater aus der Depression

herausfindet, unterstützt er seinen

Sohn bei dessen Wandel zum Punkrocker.

Darsteller: Sven Nordin, Åsmund Høeg,

Sonja Richter, John Lydon

Start: 5. Juli

★★✩✩

Bis zum Horizont,

dann links!

Sympathischer Seniorenspaß

Die meisten Bewohner

des Seniorenruhesitzes

»Abendstern« haben sich

mit dem drögen Alltag

längst abgefunden. Doch

der mürrische Tiedgen will noch was erleben.

Die Gelegenheit dazu ergibt sich, als

die Senioren eine Rundreise mit einer alten

Propellermaschine antreten. Kurzerhand

entführt Tiedgen das Flugzeug und zwingt

den Piloten mit vorgehaltener Pistole zu

einer Änderung der Route. Eine abenteuerliche

Reise in ferne Gefilde nimmt ihren Lauf.

Darsteller: Otto Sander, Angelica Domröse,

Ralf Wolter, Tilo Prückner

Start: 12. Juli

★★✩✩


Fast verheiratet

Beziehungskomödie

Gourmetkoch Tom und

Studentin Violet treffen

sich auf einer Silvester-

Party in San Francisco und

ein Jahr später macht Tom

ihr einen nervösen Heiratsantrag.

Ihr zuliebe gibt er seine Stellung in

einem In-Restaurant auf und zieht mit ihr

ins langweilig-frostige Michigan. Dies führt

zu konstanten Verzögerungen und fünf

Jahre später sind sie immer noch nicht verheiratet.

Die Beziehung und Toms Ego gelangen

an einen Tiefpunkt, doch ihre Liebe

überwindet alle Hindernisse.

Darsteller: Jason Segel, Emily Blunt, Chris

Pratt, Alison Brie, Rhys Ifans

Start: 12. Juli

★★★✩

Pommes Essen

Coming-of-Age-Komödie

Frieda führt mit ihren drei

Töchtern die Pommesbude

ihres verstorbenen Vaters,

allerdings erfolglos – obwohl

sie das leckere Geheimrezept

seiner Soße

hat. Ihr hinterlistiger Bruder Walther hat indes

mit einer Fast-Food-Kette Karriere gemacht

und lässt keinen Trick aus, um an Vaters

Soßenformel zu kommen. Dafür ködert

er Friedas Tochter Patty, die von einer Karriere

als Sterne-Köchin träumt. Den Wettbewerb

um das Stadion-Catering des MSV

Duisburg will er durch Verrat entscheiden.

Darsteller: Thekla Carola Wied, Luise Risch,

Marlene Risch, Tabea Willemsen

Start: 12. Juli

★★✩✩

Lady Vegas

Turbulente Komödie

Die junge Stripperin Beth

Raymer träumt davon, in

einem hippen Lokal als

Cocktailkellnerin zu arbeiten.

Um ihrem Ziel näher

zu kommen, reist sie ins

Zockerparadies Las Vegas und wird prompt

zur Glücksfee des Wettkönigs Dink. Das

missfällt allerdings Dinks eifersüchtiger Frau

Tulip, die dafür sorgt, dass Beth bald ohne

Job dasteht. Als Beth bei Dinks Konkurrent,

dem zwielichtigen »Rosie« anheuert, droht

sie in kriminelle Machenschaften verwickelt

zu werden. Dink muss ihr zur Hilfe eilen.

Darsteller: Rebecca Hall, Bruce Willis, Vince

Vaughn, Catherine Zeta-Jones

Start: 19. Juli 2012

★★✩✩

Hasta la Vista!

Ausgezeichnete Komödie

Drei belgische Jungs wollen

nur das eine: Sex. Obgleich

schon über 20,

haben sie noch mit keiner

Frau geschlafen. Denn der

eine ist an den Rollstuhl

gefesselt, der zweite vom Hals abwärts gelähmt

und der dritte fast total blind. Gegen

den Willen der Eltern brechen sie heimlich

mit einer Pflegerin nach Spanien auf, in ein

speziell für ihre Bedürfnisse ausgerichtetes

Bordell. Beim abenteuerlichen Trip zum Ziel

ihrer Träume kämpfen sie um Unabhängigkeit,

Liebe und wahre Freundschaft.

Darsteller: Robrecht Vanden Thoren, Gilles

De Schrijver, Tom Audenaert

Start: 12. Juli

★★✩✩

Der Lorax

Bonbonbunte Animation

Es ist eine Welt, in der keine

Bäume existieren, in

der alles nur noch aus

Plastik besteht, weil der

habgierige Once-ler aus

Profitgier alle Bäume hat

fällen lassen. Die 16-jährige Ashley wünscht

sich nichts sehnlicher, als einmal einen echten

Baum zu Gesicht zu bekommen. Der

junge Ted, der unsterblich in Ashley verliebt

ist, wittert hier seine Chance. Er macht sich

auf, um den Once-ler um seinen allerletzten

Baumsamen zu bringen. Doch dabei

braucht er die Unterstützung des flauschigen

Lorax, der Meister der Wälder und Beschützer

der Natur.

Start: 19. Juli

★★★✩

Familientreffen

mit Hindernissen

Liebevolle Komödie

1979 will Albertine mit ihren

Eltern den 67. Geburtstag

der Großmutter feiern.

Ein Wochenende lang hausen

alle Verwandten unter

einem Dach in malerischer Umgebung an

der Atlantikküste. Die Meldung, dass an

diesem Wochenende die US-Raumstation

Skylab über der Bretagne abstürzen soll,

versetzt die Erwachsenen in helle Aufruhr.

Albertine beschäftigen andere Dinge: Die

erste Liebe, nachfolgender Liebeskummer

und schließlich das Erwachsenwerden.

Darsteller: Lou Alvarez, Julie Delpy, Eric

Elmosnino, Bernadette Lafont

Start: 26. Juli

★★✩✩

SPERRSITZ

Periferic

Kraftvolles Drama

Zwei Jahre sitzt Matilda unschuldig

in einem rumänischen

Gefängnis. Als sie

erstmals 24 Stunden Freigang

hat, ist sie entschlossen,

das Land zu verlassen.

Zunächst will sie ihrer Familie gegenübertreten:

Bruder Andrei und dessen Frau, die

Matilda ihre Ablehnung spüren lassen, ihrem

Ex-Freund, der ihr noch Geld schuldet,

und schließlich ihrem Sohn Toma, der in

einem Waisenhaus untergebracht ist. All ihre

Besuche enden desaströs, doch nichts

bringt Matilda von ihrem Fluchtplan ab.

Darsteller: Ana Ularu, Mimi Branescu,

Andi Vasluianu, Ioana Flora

Start: 12. Juli

★★✩✩

Das verflixte 3. Jahr

Zyniker wird Romantiker

Marc lässt sich nach drei

Jahren Ehe von seiner Frau

Anne scheiden. Tagsüber

ein gelangweilter Literaturkritiker,

abends ein feierwütigerGesellschaftskolumnist,

schlägt der sympathische Loser sich

durchs Leben. Er ist davon überzeugt, dass

die »wahre Liebe« nicht das »verflixte dritte

Jahr« überstehen kann. Um diese These zu

belegen, veröffentlicht er sogar unter einem

Pseudonym ein Pamphlet darüber. Als er jedoch

die schöne Alice kennenlernt, geraten

seine Überzeugungen schwer ins Wanken.

Darsteller: Gaspard Proust, Louise Bourgoin,

Joey Starr, Jonathan Lambert

Start: 19. Juli

★★✩✩

Miss Kicki

Beziehungsdrama

Kicki ist schon fast fünfzig,

doch anstatt im Leben angekommen

zu sein, wirkt

sie noch immer verträumtnaiv,

stets auf der Suche

nach ihrem Traumprinzen.

Gerade nach Schweden zurückgekehrt, um

sich ihrem Sohn Viktor anzunähern, der bei

seiner Großmutter aufgewachsen ist, lernt

sie übers Internet den attraktiven Mr. Chang

aus Taipeh kennen. Sie beschließt, Viktor zu

einer Reise nach Taiwan einzuladen. Dieser

lernt in Taipeh den gleichaltrigen Didi kennen,

zu dem er bald eine Verbindung spürt.

Darsteller: Pernilla August, Ludwig Palmell,

He River Huang, Tsang Chi-wai

Start: 26. Juli

★★✩✩

7/2012 streifzug 47

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