Chinakohl

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Chinakohl

Chinakohl

Herbsternte und Lagerung

Kulturansprüche:

Chinakohl reagiert empfindlich auf Bodenverdichtungen und Staunässe. Anbau wird nach

Wintergetreide (Voraussetzung: gute Strohdurchmischung für Bodenschluss) oder Frühkartoffeln

empfohlen.

Kohlhernie-Gefahr: Mindestens 4-jährigen Fruchtwechsel zu Kreuzblütlern

(Raps, Rübsen, Senf, alle Kohlarten) einhalten. ⇒ Kohlhernieresistente Sorten bevorzugen!

Bodenvorbereitung und Aussaat sollen am selben Tag erfolgen ⇒ Austrocknungsgefahr!

Düngung:

N: Nmin-Sollwert zu Kulturbeginn: 250 kg/ha (0 - 60 cm Bodentiefe)

Getreidevorfrucht: N-Gabe von 210 kg/ha zur Saat (bevorzugt stabilisierte N-Dünger). Bei

erforderlicher Kopfdüngergabe wird Blattdüngung mit Harnstoff (5 kg/100 l Wasser) empfohlen.

bei Versorgungsstufe C: P205: 70 kg/ha K20: 180 kg/ha

Innenblattbräune: Ursache: Wachstumsschub nach Trockenheit, dadurch Calciummangel

im Blattgewebe (Wachstumszone) ⇒ rechtzeitige Beregnung!

Unterschiedliche Sortenanfälligkeit

Anbautechnik:

Bestandesdichte: 80.000 – 90.000 Pflanzen/ha (anzustreben)

Saatgutbedarf: ca. 160.000 – 200.000 Korn/ha

(je nach Bestandesdichte und Aussaatverfahren)

Reihenentfernung: 35 - 45 cm, bei der engen Reihenentfernung Pflegegassen einplanen

in der Reihe: ca. 25 cm

Direktsaat: 25. Juli bis 10. August, eine ca. 10 Tage längere Kulturzeit berücksichtigen

ca. 3 cm tief, Ablage 12 - 15 cm in der Reihe,

Pflanzung: bis 15. August

Pflegemaßnahmen: Maschinenhacke, im 3 - 5 Blattstadium vereinzeln

Ernte und Lagerung:

Beste Absatzchancen für Kopfgewichte von 800 - 1200 g.

Nur gesunde und nicht überreife Ware einlagern. Strunk tief schneiden (Nachputzmöglichkeit). Durch

Frost (mehrmals -5 °C) geschädigte Bestände können nicht gelagert werden. Lagerung (stehend,

liegend) abhängig von Kopf- und Kistenhöhe. Für gute Luftumwälzung sorgen. Bei Lagerung (Normal)

über 60 Tage betragen die Abputzverluste ca. 30 – 50 %. Im Kühllager bis zu 2 Monate längere

Lagerdauer.

Sortenempfehlung 2012:

1) 2) Kopfform Bemerkung

Bilko Bj 75 Februar zylindrisch, lang kohlhernietolerant

Suprin SG 70 Februar zylindrisch, lang kohlhernieresistent

anfällig für Kohlfliegenspätbefall

Yuki H (SF) 65 Februar zylindrisch, kurz kohlhernietolerant, Schoßgefahr

Emiko Bj 70 Februar zylindrisch kohlhernietolerant

Orient Express EZ 60 Januar oval kohlhernietolerant, auch Frühanbau

Michico NIZ 70 Dezember oval, kurz sehr schoßfest

Storkin EZ 70 Dezember oval kohlhernietolerant

Tabaluga Sa 65 Dezember zylindrisch, kurz kohlhernietolerant

1) Entwicklungszeit in Tagen bei Pflanzung 2) Lagerdauer (für abgekühlte Ware i. d. R. ab Mitte Oktober)


Chinakohl – Pflanzenschutz: Stand 12.12.2011

Schaderreger Präparat Aufwand Anw. WZ Bemerkung

/ ha max Tage

Unkräuter G! Butisan max. 1,0 l 1 F VA (nach Regen!) oder 6-8 T. n Pfl

2 Folgejahre

keine Anwendung

Ungräser

G! Select 240 EC

Za (12/11) Af (6/13)**

+ Para Sommer

0,5 l

1,0 l

1 42

NA bzw. nach Pflanzung

Ungräser: 3-Blattstadium bis Bestockung (ausg. Quecke)

Erdfloh Gefahr

Virusübertragung!

G! Gaucho WS

Za (12/11) Af (6/13)**

G! Bulldock

2,34 g/

1000 Korn

300 ml

1

3

F

7

Saatgutinkrustierung, G! Mehlige Kohlblattlaus

G! beißende Insekten, Wirk.mind. bei Temp. über 25 °C

Raupen G! Steward 85 g 3 14 ab Befallsbeginn, Abstand 10 – 14 Tage

Kohleule, -motte, -weißling

G! Karate Zeon

Za (12/11) Af (6/13)**

75 ml 1 7

auch Kohlrübsenblattwespe

Wirkungsminderung bei Temperaturen über 25 °C

XenTari 0,6-1 kg 6 F

Larvenstadium 1-3

Wirkungsminderung bei Temperaturen unter 18 °C

Blattläuse G! Calypso

Rapsglanzkäfer G! Plenum 50 WG

200 ml

0,4 kg

2

2

7

7

ab Zuflug kontrollieren (besonders im Herbst!)

Befalls- ⇒ im Normallager Lausvermehrung!

beginn Pirimor, Karate Zeon zeigten Wirkungsschwächen

Kohlfliege

Anbau in landwirtschaftlicher Fruchtfolge (ohne Kreuzblütler), bzw. sichere Abwehr nur bei Netzauflage!

§ 18b* Perfekthion 0,5 l 2 28 ab Befallsbeginn (Zuflug), Minierfliegen-Wirkung!

Minierfliege G! Vertimec 0,5 l 3 7 ab Befallsbeginn, Abstand 7 – 10 Tage

Alternaria Askon

ab Befallsbeginn, Abst. 14 Tage Ortiva

Phoma: weiße, eckige Flecken

mit schwarzen Punkten

Falscher Mehltau

0,5 l

0,5 l

2

2

14

14

Mengenreduzierung (Verträglichkeit): Abstand 7 Tage

Mycosphaerella, Weißer Rost zugelassen

Nebenwirkung: Phoma-Blattflecken

G! Flint 0,4 kg 1 14 ab Befallsbeginn, Abstand 7 – 10 Tage

Rovral WG 0,7 kg 3 21

wirkt nicht gegen Phoma-Blattflecken + Mycosphaerella

Botrytiswirkung (wichtig für Einlagerung)!

G! Ridomil Gold MZ

Af (5/13)**

2,0 kg 2 21

ab Befallsbeginn, Nebenwirkung Phytophthora-Lagerfäule:

Anwendung (1.000 l H2O/ha) im 5 + 12-Blattstadium

Schnecken Metaldehyd-Mittel 6-8 kg 2 F

Kontrolle: Schneckenfolie Eisen-III-Phos. Sluxx 7 kg 4 F

* siehe Seite 14; ** Za = Zulassungsablauf, Af = Aufbrauchfrist; aktuelle Änderungen beachten!

zwischen Kulturpflanzen streuen, insb. im Feldrandbereich

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