Ziegelpresse 2010 - Keller AG Ziegeleien

kellerziegeleien

Ziegelpresse 2010 - Keller AG Ziegeleien

Ziegel Presse

EIN MAGAZIN DER KELLER AG ZIEGELEIEN Nr. 22, September 2010

Kunstwerk: David Renggli

[ AKTUELL ]

Backsteintour des

Architektur Forum Ostschweiz

[ INNOVATION ]

ROB Technologies AG

[ PRODUKTE-INFO ]

Neue kelesto-Klinker-Farben

[ BAUBERICHT ]

Betonelementfassade

in Illnau


[ AKTUELL ]

Editorial

Der Backstein ist ein Baustoff mit langer

Tradition und nimmt in der Bauindustrie

von heute eine wichtige Stellung

ein. Der Marktanteil des Mauerwerks im

Wohnungsbau liegt bei über 40%. Nur

der Baustoff Beton liegt mit einem Anteil

von 50% noch höher. Doch die Anforderungen

verändern sich und damit auch

die Tragkonstruktionen.

Die Ökologie rückt vermehrt ins Interesse

der Gesellschaft. Künftig werden

Baustoffe und Konstruktionen gefragt,

welche ein Minimum der grauen Energie

benötigen. Zur grauen Energie gemäss

«SIA Effizienzpfad Energie» zählen die

Energie für den Abbau der Rohstoffe,

deren Transport zur Produktion, die gesamte

Herstellungsenergie sowie die Anlieferung

in die Schweiz. Da wir unsere

Backsteine in der Schweiz herstellen und

die Rohstoffe aus eigenen, werksnahen

Gruben gewinnen, liegt das Potenzial bei

der Herstellungsenergie.

2

Seit rund zwei Jahren läuft aus diesem

Grund in unserem Werk Paradies ein

Projekt zur Verwendung von biogenen

Brennstoffen in der Backsteinherstellung.

Zusammen mit der Firma Axpo

haben wir schon diverse Grossversuche

durchgeführt. Unser erstes Ziel ist die

Substitution des Brennstoffs Schweröl

durch einen CO 2-neutralen Brennstoff.

Trotz verschiedenen Rückschlägen kom-

Das neue Sichtstein- und Klinkerangebot

auf unserer Website

Gedruckte Broschüren verlieren mit zunehmender

Nutzung des Internets an

Bedeutung. Unsere Kunden brauchen

aktuelle Informationen und verwertbare

Daten auf ihrem Bildschirm. Deshalb

haben wir in den letzten Monaten unsere

Internetseiten im Bereich der Sichtsteine

Übersicht kelesto-Klinker und Verblendklinker auf:

www.keller-ziegeleien.ch/de-ch/produkte/sichtsteine-und-klinker/klinker.html

Impressum

Redaktionsleitung: Christian Keller

Redaktion: Christian Keller,

André Baumgartner, Juliane Boelke,

Christian Ehmann, Jenö Varga,

Max Wassmer

Urs Gassmann und Lukas Wernli,

tabsilent gmbh, Winterthur

und Klinker überarbeitet. Neben dem eigenen

kelesto-Sortiment sind neu auch

die Fassadenklinker unseres langjährigen

Partners Hagemeister enthalten.

Die verschiedenen Produkte sind in die

Bereiche Sichtsteine, Klinker, Handform-

men wir dem Ziel immer näher und hoffen,

bis Ende Jahr die Umstellung durchzuführen.

Doch auch in anderen Bereichen treiben

wir Innovationen voran. In unserem KTI-

Projekt Flexbrick entwickeln wir zum

Beispiel ein neues Fassadensystem aus

Sichtmauerwerk (siehe Artikel Seite 6).

Es soll den heutigen ökologischen Kri-

Heinz Schweizer, Keller Swissbrick AG,

Pfungen

Inhalt&Form AG, Zürich

Konzept und Produktion:

Inhalt&Form AG, Zürich

Druck:

Druckerei Mattenbach AG,

Winterthur

steine und Langformate gegliedert. Mit

über 50 verschiedenen Klinkerfarben

stellen wir den Planern und Bauherren

eine grosse Auswahl zur Verfügung. Jede

Farbe lässt sich zur Weiterverarbeitung

als Textur herunterladen. Ausserdem

stehen sämtliche Broschüren wie Anwen-

Detailinformationen einzelner Farben mit Download-Möglichkeit

terien genügen und nur aus Flexbrickelementen

und Dämmung bestehen.

Dank unserer ROB-Unit haben wir die

Möglichkeit, neue Wege beim Sicht- und

Klinkermauerwerk zu gehen.

Ich wünsche Ihnen viel Spass beim Lesen!

Christian Keller

CEO Keller AG Ziegeleien

Auflage:

3900 Exemplare

Keller AG Ziegeleien

CH-8422 Pfungen ZH

Tel. 052 304 03 03

Fax 052 304 04 04

info@keller-ziegeleien.ch

www.keller-ziegeleien.ch

dungstechnik oder Vermauerungsempfehlung

als Download zur Verfügung. In

den kommenden Wochen sollen weitere

Spezialsteine hinzukommen. Damit bieten

wir unseren Kunden ein möglichst

umfassendes Angebot. Nehmen Sie sich

eine Minute Zeit und entdecken Sie alle

Neuerungen unter:

www.keller-ziegeleien.ch.

Auf Broschüren können und wollen wir

aber nicht ganz verzichten. Unsere neue

Übersichtsbroschüre kann bezogen werden

unter: info@keller-ziegeleien.ch.

Ziegelpresse Nr. 22, September 2010


[ AKTUELL ]

Der Brick Award 2010 – kelesto-Klinker

auf dem ersten Rang

Plenarsaal Landtag FL-Vaduz

Alle zwei Jahre vergibt die Wienerberger

AG den traditionellen Wienerberger

Brick Award. Aus rund 260 Einsendungen

wurden 40 Beiträge aus 27 Ländern

nominiert. Im Juni 2009 standen die

Preisträger des Brick Awards 2010 fest.

Die Jury, bestehend aus Andrea Deplazes

(Schweiz), Maurizio Masi (Italien), Radu

Mihailescu (Rumänien), Vladimir Plotkin

(Russland) und Thomas Rau (Niederlande)

war sich einig.

Der erste Preis ging an das Landesparlament

des Fürstentums Liechtenstein in

Vaduz von HansjörgGöritzArchitekturstudio.

Prof. Hansjörg Göritz verwendete

für den Neubau unseren kelesto-Klinker

«jura hell». Besondere Anerkennung fand

die vielseitige Verwendung der kelesto-

Klinkersteine, die sowohl für die Aussen-

und Innenfassaden wie auch für die

Pflasterung des Aussenraums sowie für

das Dach eingesetzt wurden.

Der zweite Rang ging an das Südasiatische

Dokumentationszentrum für Men-

schenrechte in Neu-Delhi. Das Projekt

des Architekturbüros Anagram Architects

zeichnet sich durch ein fantasievolles

Ziegelmuster an der Fassade aus.

Niklaus Bienefeld (Deutschland) erreichte

mit seinem Haus Morjan-Poeten in

Hüttlingen an der Kyll den dritten Rang.

Für den Brick Award 2010 organisierten

die ZZ Wancor AG und die Keller AG

Ziegeleien zusammen mit dem Institut

gta der ETH Zürich eine Ausstellung.

Vom 6. Mai bis 1. Juli konnten Besucher

an der ETH Hönggerberg die fünf prä-

mierten Projekte (1.– 3. Rang sowie zwei

Sonderpreise) bestaunen. In der Ausstellung

wurden zusätzlich zu den prämierten

Projekten zwei Bauten aus der

Schweiz präsentiert. Es handelte sich um

die Mehrzweckhalle Rüschlikon von

Ramser Schmid Architekten und die

Witikoner Wohnüberbauung von wild

bär heule architekten ag.

Eröffnung gta-Ausstellung 6. Mai 2010

Installation an der gta-Ausstellung

Präsentation der prämierten Objekte

Ausstellungsmodell Mehrzweckhalle Rüschlikon

Ziegelpresse Nr. 22, September 2010 3


[ AKTUELL ]

Architektur Forum Ostschweiz

2008 führte das Architektur Forum Ostschweiz

in Zusammenarbeit mit der Keller

AG Ziegeleien erstmals eine Backsteintour

durch. Damals standen die Objekte Landtag

in FL-Vaduz und der Neubau des Primarschulhauses

in FL-Eschen im Zentrum der

geführten Baubesichtigung.

Auf Grund des positiven Feedbacks entschloss

sich der Vorstand des Architektur

Forum Ostschweiz, am 23. August 2010

wieder eine Backsteintour zu organisieren.

Dieses Mal führte die Reise von St. Gallen

nach Fläsch zum Weingut Gantenbein

und zur gerade fertig erstellten psychiatrischen

Klinik in Pfäfers. Beide Objekte

erstrahlen mit dem leuchtend hellen

kelesto-Klinker in der Farbe «jura hell».

Die mit dem R-O-B gemauerte Fassade

in Fläsch hat schon manch Bauinteres-

Detailinformationen von Lukas Huggenberger während der Führung in Pfäfers

[ INNOVATION ]

ROB Technologies AG

1 Anwendung eines roboterbasierten Holzbauprozesses zur Produktion des West-Fest-Pavillons

4

sierten angelockt und staunen lassen.

Für die Fassade der Klinik in Pfäfers produzierte

das Werk Frick extra konische

kelesto-Klinker, damit das gewünschte

Erscheinungsbild erreicht werden konnte.

Die vorfabrizierten und vorgespannten

preton-Wandelemente wurden vor

Ort durch den Bauunternehmer versetzt.

Auch dieses Objekt war für alle Beteiligten,

in planerischer wie auch in technischer

Hinsicht, eine sehr spannende und

anspruchsvolle Aufgabe.

Für die interessanten und aufschlussreichen

Erläuterungen vor Ort sorgten Herr

Matthias Kohler, c/o Gramazio & Kohler

GmbH, und Herr Lukas Huggenberger,

c/o huggenbergerfries Architekten AG

ETH SIA. Dazwischen offerierte die Keller

AG Ziegeleien einen Apéro und bot

damit die Gelegenheit für spannende Gespräche.

Besichtigung Klinik Pfäfers

Besichtigung Weingut Gantenbein

Im Juni dieses Jahres wurde der ETH-Spin-

off ROB Technologies AG gegründet. Das

Projekt ist ein Partnerunternehmen der

Keller AG Ziegeleien. ROB Technologies

konzipiert, entwickelt und implementiert

innovative, roboterbasierte Herstellungsprozesse

an der Schnittstelle zwischen

Architektur und Bauindustrie. Ein

besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung

massgeschneiderter Steuerungssoftware,

welche die Gestaltungs- und

Entwurfsinformationen mit dem Fabrikationsprozess

verknüpft. Das Resultat

ist eine einfache und flexible Fertigung

nicht standardisierter Bauteile.

Hervorgegangen ist ROB Technologies

aus den Forschungsarbeiten der Professur

Gramazio & Kohler für Architektur

und Digitale Fabrikation an der ETH Zürich.

Seit 2005 wird dort mit speziellen Methoden

untersucht, welche gestalterischen

Möglichkeiten der Architekt mit

dem Einsatz eines Roboters in der Fabrikation

erhält. Die Praxistauglichkeit der

Ziegelpresse Nr. 22, September 2010


2 R-O-B-Unit im Einsatz

Forschungsergebnisse konnten in dieser

Zeit an unterschiedlichen realen

Bauprojekten nachgewiesen werden.

Gemeinsam mit dem Partner Keller AG

Ziegeleien entstand so unter anderem

die Fassade des Weinguts Gantenbein

in Fläsch. Unter dem Namen R-O-B wurde

zudem eine mobile, roboterbasierte

Fabrikationseinheit umgesetzt, welche

schon in Venedig und in New York zum

Einsatz gekommen war. Die Anlage erlaubt

es, Mauerwerkswände mit unter-

schiedlichsten Mustern zu erstellen, die

auf traditionellem Weg nicht umsetzbar

wären. Neben Ziegelsteinen wurden

auch schon Prozesse mit unterschiedlichsten

Baumaterialien umgesetzt.

Zum Beispiel mit Porenbeton oder Holz.

3 R-O-B-Unit beim Bau der ersten Testwände im Jahr 2008 4 Fertiggestellter West-Fest-Pavillon

Bild 1–3 © Gramazio & Kohler, ETH Zürich

[ INNOVATION ]

ROB Technologies macht die gesammelten

Erfahrungen und das Knowhow aus

den Forschungstätigkeiten an der ETH

ab sofort der Industrie zugänglich.

www.rob-technologies.com

Ziegelpresse Nr. 22, September 2010 5


[ INNOVATION ]

Flexbrick – wie ein Roboter ein Fassaden-

system aus Sichtmauerwerk produziert

Im September 2008 starteten wir zusammen

mit der Assistenzprofessur Architektur

und Digitale Fabrikation von

Gramazio & Kohler das KTI-Projekt Flexbrick.

Ziel der Entwicklung ist ein neues

Fassadensystem aus Klinker oder Sichtsteinen,

welches durch einen computertechnisch

angesteuerten Industrieroboter

völlig neue gestalterische Potenziale

eröffnet und selbst komplexe gestalterische

Prinzipien unmittelbar ermöglicht.

Dank unserer R-O-B-Unit sind wir in der

Lage, solche Bauteile in Pfungen herzustellen.

Der Aufbau der Fassade soll sich

von den bekannten zweischaligen Konstruktionen

abheben. Angestrebt wird

eine leichte Konstruktion, die lediglich

aus dem Flexbrick-Element mit innen applizierter

Dämmung besteht.

Die grösste Herausforderung des gesamten

Forschungsprojekts liegt in der Verar-

beitung des Materials Backstein mit

einem sehr genauen und deswegen

toleranzempfindlichen maschinellen

Verarbeitungsprozess. Die lokalen Ungenauigkeiten

und die durch Strangpressverfahren

und den Trocknungsprozess

leicht verzogene Geometrie des Backsteins

addieren sich in der Stapelung

der Lagen. Das führt zu gravierenden

Massabweichungen. Um dies zu vermeiden,

wurde eine vollautomatische Toleranzmessung

in den Prozess integriert

und mit mehreren eigens entwickelten

Systemen zur Toleranzkompensation

gekoppelt. Die konstante Messung der

Abweichungen erlaubt ein gezieltes Intervenieren

in den Prozess. Dazu stehen

verschiedene Kompensationsstrategien

bereit. Überraschend ist hierbei, dass mit

einer nur geringen Anzahl an Interventionen

ein Bauteil von hoher Präzision

hergestellt werden kann, wohingegen bei

einer Produktion ohne Kompensation

sich schon geringe lokale Abweichungen

dramatisch auf das Bauteil auswirken.

Produktion von Testwänden an der ETH Zürich

6

Die nun erreichbare, hohe Massgenauigkeit

der Elemente erlaubt ein präzises

und nahtloses Fügen einzelner Flexbrick

Fertigteile in vertikaler und horizontaler

Ebene.

Als Alternative zu den bekannten Klinkerformaten

wurde ein spezieller Flexbrick-Stein

hergestellt. Da im roboterbasierten

Herstellungsprozess durch die

Klebetechnik keine Mörtelfuge ausführbar

ist, bildet eine beidseitig im Flexbrick-Stein

eingearbeitete Nut die fehlende

Lagerfuge präzise nach. Mit dem

Vorteil zweier gleichwertiger Sichtseiten

ergibt sich eine bisher nicht erreichte optische

Qualität.

Wichtig für eine Anwendung in konkreten

Bauprojekten ist, dass der entwickelte

roboterbasierte Produktionsprozess

nicht nur mit dem eigens entwickelten

Flexbrick-Stein, sondern auch mit den

bekannten Klinkerformaten erfolgreich

getestet werden konnte.

Die weiteren Herausforderungen sind

der statische Nachweis und die Befestigung

der Flexbrick-Elemente. Im

Vergleich zu einer traditionellen Sichtstein-

oder Klinkerwand sind die neuen

Elemente leicht und schmal. Die Wände

müssen genügend Zug- und Biegezugwiderstand

haben, um die auftretenden

seitlichen Kräfte aufnehmen zu können.

Mit verschiedenen Tests wurden in den

letzten Monaten die Eigenschaften der

verklebten Klinkersteine ermittelt. Mit

diesen Daten erarbeiten wir ein Befestigungskonzept.

Im August wurde ein weiterer

Prototyp in unserem Werk in Pfungen

gebaut und anschliessend getestet.

Das KTI-Projekt Flexbrick dauert noch

bis im Herbst 2010.

Möglicher Wandaufbau und Detailstudien

Prototyp eines Flexbrick-Elements mit Steindrehung

Prototyp eines Flexbrick-Elements ohne Steindrehung, hängend zum Testen der Befestigung

Ziegelpresse Nr. 22, September 2010


[ PRODUKTE-INFO ]

Keller-Systemwände: Der Brandschutz

für die Zukunft

Landhaus Schaffhausen / hofer.kick architekten, Schaffhausen

Die Anforderungen an den Innenausbau

werden immer komplexer und anspruchsvoller.

Sei es im Bereich Brandschutz,

Schall, Optik, Lieferfrist oder

aber auch bei der Gebäudetechnik, wie

z.B. Zutrittskontrolle und Lüftung. Dazu

kommen die Vorgaben der Architekten

und die Bedürfnisse der Mieter oder Eigentümer.

Das macht es nicht leicht, alle

Anforderungen zu erfüllen und eine

optimale Lösung für alle Beteiligten zu

finden.

Für den Innenausbau mit Systemwänden

hat die Keller AG Ziegeleien in den ver-

gangenen Jahren ihr Sortiment stetig

ausgebaut und bietet heute 16 verschie-

dene Wandtypen an. Damit kann sie die

meisten Anforderungen und Bedürfnisse

abdecken.

Im Brandschutz hat es in den letzten Jahren

eine Harmonisierung gegeben: Die

VKF hat neue Richtlinien herausgegeben

und diese der EU angepasst. Eine wesentliche

Anpassung wurde bei den Flächen

eines Brandabschnitts für Büro-, Gewerbe-

und Industriebauten vorgenommen.

Sie richtet sich nun nach den Brandgefahren.

Ohne rechnerischen Nachweis

darf die zusammenhängende Brandabschnittsfläche

nicht mehr als 2400 m 2

betragen. Bei mehrgeschossigen brennbaren

Bauten und Anlagen beträgt das

Höchstmass 1200 m 2 . Korridore, die als

Fluchtweg dienen, müssen als Brandabschnitte

mit dem für das Tragwerk erforderlichen

Feuerwiderstand, mindestens

aber EI 30 (nbb), erstellt werden. Zudem

müssen sie von den angrenzenden Räumen

durch Brandabschlüsse abgetrennt

werden.

Ende 2012 geht eine mehrjährige Übergangszeit

zu Ende. Ab 2013 dürfen keine

Elemente mehr eingesetzt werden, die

nach den alten Vorschriften geprüft worden

sind. Neu gelten die europäischen

Prüfnormen EN 1364-1 und 1634-1. Wir

haben bereits die ersten Prüfungen nach

den neusten Normen erfolgreich durchgeführt.

In den nächsten Jahren sind

weitere Prüfungen geplant, so dass wir

auch in Zukunft alle notwendigen Zertifikate

haben und unsere Kunden im Bereich

des Brandschutzes vollumfänglich

beliefern können. Die bereits vorhandenen

Prüfungen nach den neuen Normen

dürfen weiterhin verwendet werden. Das

verschafft uns eine gute Basis.

Es wird nicht nur in den Brandschutz

investiert. Auch der Schallschutz wird

immer wichtiger. Dank den hervorragen-

den Schallschutzwerten, die wir bei

diversen Trennwänden anbieten, können

wir immer wieder spezielle und anspruchsvolle

Projekte ausführen. In den

nächsten Monaten finden fünf Schall-

prüfungen statt, so dass auch für die

weiter entwickelten Trennwände wieder

aktuelle Zertifikate vorhanden sind.

Ob aus Glas, Holz oder Metall: Die Keller-Systemwände

haben konventionellen

Bauweisen einiges voraus. Sie bieten

uneingeschränkte Zukunftssicherheit,

denn wenn sich Strukturen ändern,

ändern sich die Räume mit. Das heisst

höchster Schall- und Brandschutz sowie

höchste Qualität bis ins Detail ohne Materialverlust

und ohne unnötigen Aufwand,

mit viel Freiraum für die Gestaltung

der Architektur.

Nicht ohne Grund sind Keller-Systemwände

die erste Wahl von Architekten

und Bauherren, von Innenausbauern

und Büroeinrichtern. Die Vorteile liegen

auf der Hand: Wand-, Glas- und Türelemente

in einem System. Dank hohem

Fertigungsgrad ist die Montagezeit sehr

kurz. Es entstehen keine zusätzliche

Feuchtigkeit und keine Verschmutzung.

Die Montage kann auch bei laufendem

Geschäftsbetrieb erfolgen. Ein hervorragendes

Preis-Leistungs-Verhältnis rundet

das Ganze ab.

Brandversuch Verglasung

Brandversuch Türen

Pida, St.Jakob-Turm, Basel / zimmermann architekten gmbh, Möhlin

Ziegelpresse Nr. 22, September 2010 7


[ PRODUKTE-INFO ]

Neue Farben im Sortiment

der kelesto-Klinker

Das einzig Beständige ist der Wandel.

Das gilt auch für Baustoffe, die für die

farbliche Gestaltung von Bauten eine architektonisch

wichtige Rolle spielen. Sie

verändern sich immer wieder.

Wurden früher meist helle Steine mit

glatten Oberflächen verwendet, kommen

heute auch leicht bis stark strukturierte

Oberflächen in Unifarben auf die

Baustelle. Auch bunte und dunkle Farben

werden verbaut. Aus diesen Grün-

kelesto-Klinker, Farbe «umbra», Format 24/11,5/5,2, Oberfläche glatt

8

den hat sich die Keller AG Ziegeleien

entschlossen, innerhalb der Eigenproduktion

das Sortiment der kelesto-Klinker

mit den Farben «umbra» und «lava

schwarz» in allen Oberflächenstrukturen

zu erweitern.

Partnerschaft mit KABE

Künftig werden wir im Vertrieb des

kelesto-Klinkerverbundsystems eng mit

der Karl Bubenhofer AG (KABE) zusammenarbeiten.

In den Bereichen Knowhow,

Ressourcen, Technologie, Marketing

und Absatzmärkte wollen beide

Partner Synergien für eine vielversprechende

Zusammenarbeit nutzen. Die

ähnlichen Philosophien und Kulturen

der beiden Familienunternehmungen

waren ein entscheidender Faktor für diese

Kooperation.

Optimale Kombination

Mit den Kompetenzen beider Firmen

bieten wir künftig eine umfängliche

und ausführliche Beratung für Architekten,

Planer, GUs und Bauherren. Unsere

Aussendienstmitarbeitenden liefern ein

Gesamtpaket von der Kostenschätzung

über Detaillösungen bis zu Ausschreibungen

und Objektabnahmen. Diese lückenlosen

Dienstleistungen werden in

der ganze Schweiz verfügbar sein.

Systemlösung für höchste Ansprüche

Mit 140 mm Dämmung wird bereits

ein U-Wert von unter 0,2 erreicht. Das

entspricht einer gesamten Systemdicke

inklusive Riemchen von 170 mm (siehe

Tabelle).

kelesto-Klinkerverbundsystem

Die breite Farbpalette der kelesto-Klinkerriemchen

in den Formaten 24/1,4/7,1

oder 24/1,4/5,2 cm bietet eine Vielfalt an

Gestaltungsmöglichkeiten.

Angebots-Sortiment beider kelesto-Klinker:

Formate: Dünnformat (DF) 24 x 11,5 x 5,2 cm

Normalformat (NF) 24 x 11,5 x 7,1 cm

Doppel-Dünnformat (2DF) 24 x 11,5 x 11,3 cm

SIA-Format 25 x 12 x 14 cm

weitere Formate auf Anfrage

diverse Oberflächen: glatt (mit Presshaut mp)

geschält (ohne Presshaut op)

strukturiert (Fusssortierung fo)

kelesto-Klinker, Farbe «lava schwarz», Format 24/11,5/7,1, Oberfläche fusssortiert

kelesto-Klinkerverbundsystem

Bewegungsfugen

Zur Vermeidung von Spannungen als Folge von starken

Temperaturschwankungen muss die Fassade durch Anordnung

von Dehnfugen unterteilt werden. Man unterscheidet

zwischen Feldbegrenzungsfugen und Gebäudedehnfugen.

Gebäudedehnfugen sind durch das Wärmedämmsystem

bis auf die Klinkerriemchen auszubilden. Feldbegrenzungsfugen

sollen an allen Innen- und Aussenecken angeordnet

werden. Horizontale und vertikale Feldbegrenzungsfugen

(Bild 2) sollen unter Einhaltung des maximalen Abstandes

von 3 m bis 6 m sowie unter den gestalterischen Gesichtspunkten

angeordnet werden. Horizontale Feldbegrenzungsfugen

sind pro Geschosshöhe im Bereich der Deckenunterkante

anzuordnen. Anschlussfugen an angrenzende

Bauteile wie Türen, Holz, Metall und Betonflächen sollen

mindestens 10 mm breit und dauerelastisch ausgebildet

werden.

Ausbildung der Dehnfugen

Feldbegrenzungsfugen müssen bis auf die Netzeinbettung

ohne Mörtelbrücken ausgeführt sein. Sie werden mit

geschlossenzelligen Schaumkunststoffen hinterfüllt und

mit elastischen Fugendichtstoffen geschlossen.

Materialbedarf (per m 2 )

4–5 kg Klebemörtel zu EPS, je nach Untergrund

5 kg Klebemörtel zu Armierungsgewebe

6– 8 Stk. Spezialdübel zur mechanischen Befestigung

der EPS-Platte, je nach Tragwerk

ca. 6 kg Plattenkleber zum Kleben der Klinkerriemchen

ca. 5 kg Spezialfugenmaterial

0,2 l Steinreiniger

U-Werte mit Swissmodul 15 cm und Innenputz

Wärmeleitfähigkeit W/mK U-Werte W/m 2 K bei verschiedenen EPS-Dämmstärken:

verschiedener EPS-Platten Dämmdicke 14 cm Dämmdicke 16 cm Dämmdicke 18 cm Dämmdicke 20 cm

0,038 0,238 0,212 0,191 0,173

0,032 0,205 0,181 0,163 0,148

0,030 0,193 0,171 0,154 0,139

Wärmeleitfähigkeit (W/mK)

Innenputz 0,70

Tragschale Swissmodul 0,45

kelesto-Klinkerriemchen 14 mm 0,90

LAWA Plus Polymörtel light 0,30

kelit-Dünnbettmörtel 0,76

Keller AG Ziegeleien

CH-8422 Pfungen ZH

Tel. 052 304 03 03

Fax 052 304 04 04

www.keller-ziegeleien.ch

Wärmeleitfähigkeits- und U-Werte mit Swissmodul 15 cm und Innenputz

Wärmeleitfähigkeit W/mK U-Werte W/m 2 K bei verschiedenen EPS-Dämmstärken:

verschiedener EPS-Platten Dämmdicke 14 cm Dämmdicke 16 cm Dämmdicke 18 cm Dämmdicke 20 cm

0,038 0,238 0,212 0,191 0,173

0,032 0,205 0,181 0,163 0,148

0,030 0,193 0,171 0,154 0,139

Bild 2

Detail zu Bild 2

1 Hinterkonstruktion

2 Fassadendämmplatte EPS F15 / F18

mit Plattenstoss-Lösung

3 LAWASTAR Plus POLYmörtel light

4 KABE-Armierungsgittergewebe Typ 0159-R-A

5 Klebemörtel AJ 690 Flex

6 kelesto-Klinkerriemchen

7 kelit-Systemfugenmörtel

8 Schraubdübel STR-U,

versenkt mit EPS Rondelle

9 Schaumstoff / Füllmaterial

10 dauerelastische Dehnfuge

Wärmeübergangswiderstand (W/m 2 K)

R si = 0,125

R se = 0,04

Beratung und Verkauf:

KARL BUBENHOFER AG

Hirschenstrasse 26

CH-9201 Gossau SG

Tel. 0848 87 41 41

Fax 0848 87 41 51

www.kabe-farben.ch

Weitere Systemvorteile sind:

– Witterungsbeständigkeit

– mechanischer Schutz

– besserer Schallschutz

Mattenbach AG, 3500 Ex., 8 /10

1 2 3 4 5

1 Hinterkonstruktion

2 Fassadendämmplatte EPS F15 / F18

3 LAWASTAR Plus POLYmörtel light

4 KABE-Armierungsgittergewebe

Typ 0159-R-A

5 kelesto-Klinkerriemchen, d = 14 mm,

mit Dünnbettkleber 650 Flex S1

geklebt

Auftragen der kelesto-Klinkerriemchen

Ziegelpresse Nr. 22, September 2010


Schallabsorption, Wärmeleitfähigkeit

und Ästhetik auf höchstem Niveau

Urs Gassmann und Lukas Wernli,

tabsilent gmbh

Sie kennen das Problem

In der Architektur werden aus ästhetischen

Überlegungen vielfach Oberflächen

gewünscht, die flächig, fugenlos

und möglichst glatt sind. Damit sind

Probleme mit der Raumakustik vorprogrammiert.

Die lange Nachhallzeit wird

in der Regel mit dem Einsatz von schallabsorbierenden

Materialien reduziert.

Da diese aber mehrheitlich wärmedämmend

wirken, entsteht – vor allem bei

thermoaktiven Bauteilen – ein weiteres,

zentrales Problem: die Behinderung des

Wärmeflusses von der und in die Decke.

Um alle diese Probleme zu bewältigen,

müssen meist teure und gestalterisch

unbefriedigende Kompromisse eingegangen

werden.

Die Firma tabsilent gmbh hat sich dieser

Problematik angenommen und mit

einem Team von führenden Fachleuten

aus den Bereichen Akustik, Heizung

und Beschichtung ein revolutionäres Deckenelement

entwickelt: tabsilent®.

Wir kennen die Lösung

Der neuartige akustische Absorber tabsilent®

ist – mit einem mikroporosierten

Putz versehen – unsichtbar und erlaubt

flächige, neutral daherkommende

Decken. Indirektes Licht, in der Decke

versteckte Installationen und auch der

Minergie-Standard sind sehr leicht erreichbar.

Neben den ästhetischen Anforderungen

erfüllt tabsilent® aber auch

diejenigen der Raumakustik. Zudem

tabsilent ® beschichtet

tabsilent ® abgespachtelt

verbessert tabsilent® den Wärmefluss

im Vergleich zu bisherigen Mineralfaser-

Absorbern um das 25- bis 30-Fache. Damit

unterstützt tabsilent® aktive Heiz-

und Kühlsysteme optimal. Und das bei

vergleichbarer Qualität in der Schallabsorption.

Somit ist es der einzige wärmeleitende

Akustikabsorber, bei dem die Ästhetik

und die energetischen Vorteile von thermoaktiven

Bauteilen optimal ausgenützt

werden können. tabsilent® kann vor Ort

auf einfache Art in jede erdenkliche geometrische

Form eingebaut werden. Nach

dem Betonieren werden mit mikroporösen

Beschichtungen die gewünschten

Oberflächen erreicht.

Informationen zum Einbau

tabsilent® wird vor Ort auf der Deckenschalung

in der Stärke von 5 cm eingebaut.

Anschliessend wird die Betondecke

wie gewohnt erstellt. Nach dem Ausschalen

der Betondecke wird tabsilent® sichtbar

und wirkt bereits als akustischer

Absorber. Die Decke wird im Innenausbau

vom Gipser mit einem mikroporösen

Putz beschichtet und erreicht damit

eine homogene und ästhetisch einwandfreie

Oberfläche.

tabsilent ® neu als Fertigelement

Zusammen mit der Firma Keller AG Ziegeleien

hat tabsilent gmbh zusätzlich

zum herkömmlichen tabsilent® ein Fertigelement

entwickelt: das tabsilent®element.

tabsilent ® eingebaut tabsilent ® -element verlegt

[ PRODUKTE-INFO ]

Dank dieser Fertigelemente kann die

Einbauzeit von tabsilent® auf der Baustelle

deutlich verkürzt und die Qualität

dank der reduzierten Witterungsabhängigkeit

ohne zusätzliche Schutzmassnahmen

gewährleistet werden.

Die tabsilent®-elemente sind fertig abgespachtelt

und werden auf Paletten

verpackt. Vor Ort müssen die Elemente

nur noch auf der Deckenschalung verlegt,

fixiert und bei den Übergängen

zur Schalung abgedichtet werden. Im Innenausbau

wird die Decke wie gewohnt

mit einem mikroporosierten Verputz beschichtet.

tabsilent gmbh

Trottenstrasse 13

8400 Winterthur

Tel. 052 223 07 70

www.tabsilent.ch

Ziegelpresse Nr. 22, September 2010 9


[ BAUBERICHT ]

Produktion und Montage der Beton-

elementfassade in Illnau

Montage eines L-förmigen preton-Betonelements

Mit dem Bauobjekt Wohnüberbauung

Station Illnau lösten das Vorfabrikationswerk

der Keller AG Ziegeleien eine

nicht alltägliche Aufgabe. Es begann

bei der Planungsphase, führte über

die Produktion, die Lagerung und die

Logistik bis zur Montage. Die Wohnüberbauung

beinhaltet drei unterschiedlich

grosse Mehrfamilienhäuser.

Haus A: 123 x 17 m / 4-geschossig; Haus B:

46 x 17 m / 3-geschossig; Haus C: 26 x 17 m /

5-geschossig.

Ausschreibungsumfang

Der Auftrag umfasst die Produktion und

Lieferung der Betonelementfassade, das

Erstellen und Liefern der gesamten Fassadenbefestigung

und schliesslich die

Montage.

Für alle drei Häuser ergibt sich eine

Fassadenfläche (exkl. Fenster) von total

5720 m 2 . Diese sind in rund 550 einzelne

Elemente unterteilt. Die Betonfarbe

und die Oberfläche waren zum Zeitpunkt

der Ausschreibung noch nicht

bekannt, so dass wir mehrere Varianten

berechneten.

Im März 2009 konnte der Werkvertrag

für die Herstellung und Lieferung der

Betonelementfassade mit der Generalunternehmung

unterschrieben werden.

Die Montage der Elemente wurde aber

noch offengehalten. Favorit für die Montageausführung

war zu diesem Zeitpunkt

der Bauunternehmer.

In den Monaten September / Oktober

2009 wurden diverse Musterplatten (bis

die gewünschte Betonfarbe und Oberfläche

gefunden waren) fabriziert. Anfänglich

waren diese Platten 50 x 50 cm gross

und 25 kg schwer. Für die Handlichkeit

produzierten wir die zweite Serie bereits

im Format 25 x 50 cm mit Handgriff.

Total wurden an die 20 Musterplatten

mit unterschiedlichen Oberflächenbearbeitungen,

Vorsatzmaterialien und

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Gelbtönungen erstellt. Anschliessend

wurde mit der vom Architekten bestimmten

Elementoberfläche und Farbe

ein 1:1-Musterelement produziert und

montiert. Ende November 2009 segnete

die Baukommission die Oberfläche und

die Farbe ab. Das alles geschah unter

dem Druck des immer näher rückenden

Produktionsbeginns.

Planung

Die Planung der Elementfassade war

eine Fleissarbeit. Es musste für jeden der

380 Elementtypen ein Produktionsplan

erstellt werden. Die gesamte Planung

musste aus Gründen des Liefertermins

auf die Produktionsreihenfolge abgestimmt

werden. Ziel der Produktion war

es, mit wenigen Schalungsumstellungen

möglichst grosse Elementserien zu produzieren.

Nach der Elementpositionierung

in der Fassade wurde zusammen

mit den Architekten und dem Bauwerksingenieur

die Befestigung geplant. Dabei

musste berücksichtigt werden, dass

zum Zeitpunkt der Elementmontage die

Fassade bereits luft- und wasserdicht ist

(Fenster montiert, inkl. Feuchtigkeitsabdichtung).

Weiter musste in die Befestigungs-

und Montageplanung mit einbezogen

werden, dass die Fassade vor dem

Montieren der Elemente isoliert wird

und dass ein Fassadengerüst vorhanden

ist. Alle Rückhalterungen und Aufhängungen

mussten so geplant werden, dass

sie vor dem Isolieren der Fassade versetzt

werden können.

Mit Bauleitung, Gerüstbaufirma und

Montage-Equipe wurde oft diskutiert,

wie viel Platz zwischen Rohfassade und

Fassadengerüst notwendig ist, damit

unter Berücksichtigung aller Faktoren

die Fassadenelemente über vier Stockwerke

zwischen Fassadenisolation und

Fassadengerüst eingefahren werden

können, ohne dass dabei bereits vor-

handene Fenster beschädigt oder vormontierte

Verankerungskonsolen weg-

gedrückt werden.

Schalungsbau

Die Betonelemente werden zum grössten

Teil auf Kipptischen fabriziert (d.h.

auf Stahlproduktionstischen, die 80°

zur Horizontalen aufgekippt werden

können). Damit wird erreicht, dass die

Frühbelastung beim Ausschalen auf ein

Minimum reduziert werden kann.

Die vielen unterschiedlichen Abmessungen

der Elemente gaben den Ausschlag

für den Bau von Holzschalungen, die

mittels Magneten auf die Kipptische gespannt

wurden.

Die spezielle Formgebung der Fassadenelemente

war die spezielle Herausforderung

an den Schalungsbau. Rund 90%

der Elemente sind L-förmig, links und

rechts orientiert und teilweise bis 3 x 6 m

gross. Damit der vorhandene Platz op-

timal ausgenutzt und die Produktionszeit

minimalisiert werden konnte, war

eine strikte Planung der Produktionsreihenfolge

notwendig. Im Durchschnitt

hatte der Schalungsbau täglich drei der

sechs vorhandenen Schalungen umzubauen.

Herstellung/Produktion

Die gesamte Produktionsdauer betrug

ein halbes Jahr. Durch die gewählte Betonoberfläche

(Juraschotter 0 – 11 mm,

sandgestrahlt) musste der Betoniervorgang

dreistufig erfolgen. Nach dem

Einrichten der Schalung und dem Anbringen

aller notwendigen Schalungseinlagen

und Befestigungsteile wurde in

einem ersten Schritt eine 4 – 5 cm dicke

Vorsatzmaterialschicht aus Juraschotter

eingebracht und mittels Tischvibratoren

verdichtet.

Anschliessend wurde die vorkonfektionierte,

zweilagige Bewehrung einge-

legt und als dritter Schritt wurde

der rückwärtige Beton als SCC-Beton

(selbst verdichtender Beton) eingebracht.

Dank der geheizten Produktionshallen

konnte auch in den Wintermonaten

im 24-Stunden-Takt betoniert werden.

Im Durchschnitt wurden jeden Tag

5 Elemente produziert. Damit wäh-

rend der ganzen Produktionsphase von

Herbst 2009 bis Sommer 2010 die Betonfarbe

möglichst konstant war, musste bei

kalter Witterung die Periode zwischen

dem Ausschalen und dem Sandstrahlen

aufmerksam beobachtet werden. Alle

Fassadenelemente wurden erst nach einer

dreitägigen Zwischenlagerung in geschützter

Umgebung sandgestrahlt.

Lagerung

Die Lagerung der Betonelemente war

eine der Hauptherausforderungen dieses

Auftrags. Bis zum geplanten Montagebeginn

im April 2010 musste das ganze

Haus A fertig produziert und gelagert

werden. Das Lagerkonzept musste durch

die Produktionsleitung gut koordiniert

werden. Neben allen anderen noch laufenden

Aufträgen mussten ca. 380 Elemente

so gelagert werden, dass sowohl

bei der Einlagerung wie auch beim späteren

Verlad nur kurze Logistikwege

entstanden. Grösstes Handicap war die

L-Form der Elemente, was ein nicht alltägliches

Lagerkonzept erforderte.

Erschwerend kam hinzu, dass der Baufortschritt

auf der Baustelle nicht ganz

planmässig erfolgte und dadurch der

Montagebeginn um einen Monat verzögert

wurde. Eine Folge daraus war, dass

die Produktion aus Lagerplatzmangel

nach dem Produktionsende von Haus A

für eine Weile eingestellt werden musste.

Dank des im Lagerplatz vorhandenen

Turmdrehkrans war es möglich, auf sehr

engem Raum ca. 3800 m 2 Fassadenfläche

zu lagern.

Transport/Logistik

Der Verlad der Fassadenelemente erfolgte

wiederum mittels Turmdrehkran.

Die Elemente wurden entsprechend der

Montagereihenfolge auf so genannte

L-Böcke verladen und mittels Spezialfahrzeug

(Innenlader) auf die Baustelle

transportiert. Verladereihenfolge und

Anlieferungszeitpunkt mussten mit den

teilweise zwei Montage-Equipen laufend

koordiniert und angepasst werden.

Bauherrschaft

Arigon

Generalunternehmung AG

Leutschenbachstrasse 55

8050 Zürich

Verantwortlicher Bauleiter:

Marco Fattorini

Architekten

Guignard & Saner

Architekten AG

Uetlibergstrasse 23

8045 Zürich

Verantwortlicher Planer:

Othmar Villiger

Ziegelpresse Nr. 22, September 2010


Wohnen in der Huobweid,

Hünenberg See ZG

In Hünenberg See, oberhalb vom Huobhof,

entsteht eine Wohnüberbauung mit

sechs Mehrfamilienhäusern. Es werden

insgesamt 42 Wohneinheiten mit Miet-

und Eigentumswohnungen erstellt. Baubeginn

war im November 2009. Die Fertigstellung

ist für Juni 2011 geplant.

Alle sechs Häuser werden fast zeitgleich

von zwei Bauunternehmen ausgeführt.

Um die vorgegebenen Termine einhalten

zu können, bedeutet dies für die Keller

AG Ziegeleien eine gute organisatorische

Einteilung im Bereich Planung, Produktion,

Lagerung und Auslieferung der

Elemente. Insgesamt produzieren wir

481 verblendete Sturz- und Brüstungselemente.

Diese werden mit Anschlusseisen

in die jeweilige Geschossdecke

einbetoniert oder mit Kragankern in der

Betondecke verankert. Dadurch können

die Elemente auch während des Baufortschritts

versetzt werden.

Gesamtstückzahl Steine: 292 500 kelesto-

Klinker, Farbe «sahara», Format 24 /11,5 /

5,2 cm, im Läuferverband vermauert. Die

teilweise schrägen Gebäudeecken werden

mit Spezial-Winkelsteinen ausgebildet.

Südfassade

Versetzte Brüstungselemente Fabrikation

Lagerplatz

[ BAUBERICHT ]

Generalunternehmung

Jego Bau AG

Rothusstrasse 5b

6331 Hünenberg ZG

Bauunternehmungen

Rust & Co. AG

Wihelstrasse 20

6318 Walchwil ZG

Christen AG

Alte Zugerstrasse 14A

Fänn Ost

6403 Küssnacht am Rigi SZ

Ziegelpresse Nr. 22, September 2010 11


[ FOTOS ]

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Objekt: Um- und Neubau Schloss-Nebengebäude, 5040 Schöftland AG

Architekten: Architektengemeinschaft Fierz Architektur AG, 5042 Hirschthal AG /

Strebel Kiener Architekten und Planer FH/HTL, 5040 Schöftland AG /

Walther Architektur AG, 8113 Boppelsen ZH

Bauherr: Ortsbürgergemeinde, 5040 Schöftland AG

Steinart: kelesto-Klinker «lavabraun»

Format: NF 24 / 11,5 / 7,1

Sichtmauermörtel: kelit 210 «anthrazit»

vorfabrizierte preton-Bauteile: Sturzelemente

Objekt: Werkhof mit Bürogebäude, 9542 Münchwilen TG

Architekt: Buvag Bau und Verwaltungs AG, 8370 Sirnach TG

Bauherr: W. Strausak AG, Bauunternehmung, 9542 Münchwilen TG

Steinart: kelesto-Klinker «ziegelrot kohlebrand»

Format: DF 24 / 11,5 / 5,2

Sichtmauermörtel: kelit 210 «anthrazit»

vorfabrizierte preton-Bauteile: Sturzelemente

Objekt: Überbauung Haldenhof, 6300 Zug ZG

Architekt: Wiederkehr Krummenacher Architekten AG, 6300 Zug ZG

Generalunternehmung: Implenia Generalunternehmung AG, 6002 Luzern LU

Bauherr: Mz-Immobilien AG, 6304 Zug ZG

Steinart: kelesto-Klinker «rotblau bunt»

Format: NF 24 / 11,5 / 7,1

Sichtmauermörtel: kelit 210 «anthrazit»

vorfabrizierte preton-Bauteile: Sturzelemente

Fotograf: Philippe Hubler Fotografie, Bösch 41, 6331 Hünenberg,

Tel. 041 780 34 43, Natel 079 870 81 33

Objekt: Wohnüberbauung Blumental, 8707 Uetikon am See ZH

Architekt: Martin Spühler Architekten AG, 8001 Zürich ZH

Bauherr: UBV Uetikon Betriebs- und Verwaltungs AG, 8707 Uetikon am See ZH

Steinart: kelesto-Sichtstein «weiss»

Format: 29 / 14 / 9

Sichtmauermörtel: kelit 110 «beige weiss»

vorfabrizierte preton-Betonelemente: Fensterbänke

Ziegelpresse Nr. 22, September 2010

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