DGAH – Brief Nr. 88 April 2011 - Verband Deutscher Betriebs- und ...

vdbw.de

DGAH – Brief Nr. 88 April 2011 - Verband Deutscher Betriebs- und ...

DGAH Deutsche Gesellschaft für Arbeitshygiene e.V.

Mitglied der International Occupational Hygiene Association ( IOHA )

Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit e.V. ( BASI )

DGAHBrief Nr. 88 April 2011

Redaktion: Geschäftsstelle:

Hans Pfeil, Ford Werke GmbH DGAH Geschäftsstelle, c/o Michael Masuth

Abteilung Toxikologie NM/MED Kolberger Straße 43

50725 Köln 50997 Köln

Tel.: 0221-9013090 Tel.: 02233-2556

Fax.: 0221-9012281 Fax.: 02233-2506

E-Mail: hpfeil@ford.com E-Mail: mmasuth@ford.com

www.dgah.de

Inhalt:

1. Aus dem Verein – 22. Fachtagung der DGAH am 25.5.2011 – IHK Köln

2. Im Netz gefunden

3. Toolbox: Instrumente zur Erfassung psychischer Belastungen

4. Lithium – Jungbrunnen aus der Wasserleitung

5. Service: Mit Sicherheit drucken und kopieren

6. Einheitliche Standards ermöglichen harmonisierte Risikobewertung in Europa

7. Infektionsschutz - Sorgfalt für mehr Sicherheit

8. Beteiligung der Praxis im Rahmen der Qualitätssicherung der TRGS

9. Klein und gemein? Sicheres Arbeiten mit Nanomaterialien

10. Erste Hilfe nach neuen Regeln

11. Veranstaltungen

1. Aus dem Verein – 22. Fachtagung der DGAH am 25.5.2011 – IHK Köln

Das Programm für unsere 22. öffentliche Fachtagung der DGAH e.V. steht nun fest, wir haben für

den 25. Mai 2011, wieder in der IHK zu Köln ein interessantes Programm zusammengestellt. Wir

hoffen natürlich dass es auf Interesse in der Arbeitsschutzwelt stößt und wir viele Zuhörer

bekommen. Die Tagung steht für alle offen, die Veranstaltung ist auch kostenlos, nur nehmen wir

diesmal einen kleinen Beitrag ( 5 € ) für das Mittagsbüffet. Deshalb auch die Bitte, alle die kommen

anmelden und auf der Karte ankreuzen, ob Sie am Mittagstisch teilnehmen, wir würden uns freuen,

das fördert auch die Kommunikation.

Hier nun das Programm:

10:00 Begrüßung durch den Vorstand der DGAH (Dr. Hans Pfeil)

10:05 Grußwort der IHK Köln (Anke Schweda)

10:15 Brandschutz - Besondere Risiken im Betrieb (Dipl.Ing. Roger Machill)

10:55 Gefährdungsbeurteilung leicht gemacht - das Einfache Massnahmenkonzept in

der Praxis (Anette Wilmes)

12:00 Mittagspause

12:45 Arbeitsschutzvideos in Unterweisungen und die neue Mediathek für

Arbeitsschutzfilme (Christoph Benning)

13:20 Arbeitshygiene in den Niederlanden (MSc. Christian Schumacher)

13:55 Betriebshygiene - Nutzen und Risiken (Dr. Thomas Mangen)

14:30 Wie funktionieren krebserzeugende Stoffe? (Dr. Christoph Lutermann)

15:00 Diskussion /Schlusswort (Frau Ute Meinert-Kaiser M.A.)

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Die Referentinnen und Referenten:

Anke Schweda, Leiterin Energie und Umwelt, IHK Köln

Dipl. Ing. Roger Machill, Brandschutzingenieur, Ford Werke GmbH, Köln

Annette Wilmes, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund

Christoph Benning, Leiter Arbeitssicherheit, Berliner Stadtreinigung (BSR), Berlin

MSc. Christian Schumacher, Arbo Unie B.V., Nijmegen, Niederlande

Dr. Thomas Mangen, Leiter hautphysiologisches Labor STOKO Skin Care Evonik Stockhausen

GmbH, Krefeld

Dr. Christoph Lutermann, Toxikologe und Managing Director, EuDiCo GmbH, Köln

Moderation:

Frau Ute Meinert-Kaiser M.A. Fachredakteurin Universum Verlag, Wiesbaden

Wir sehen uns dann am 25.5.2011 um 10.00 Uhr in der IHK Köln, bringt interessierte

Arbeitsschützer mit und macht auch etwas Werbung für unsere Veranstaltung. Wir hoffen auf gutes

Gelingen.

Als neue Mitglieder können wir begrüßen: Herr Wolram Köhler, Krefeld

2. Im Netz gefunden

Aktuelle Änderungen auf der Homepage der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und

Arbeitsmedizin (BAuA)

Pressemitteilung: Broschüre: REACH-Info 8 "Nächste Schritte unter der EU-Verordnung REACH"

erschienen - Verpflichtungen für Hersteller und Importeure unter REACH

http://www.baua.de/de/Presse/Pressemitteilungen/2011/04/pm020-11.html

Gefahrstoffe: Geänderte und ergänzte Bekanntmachung zu Gefahrstoffen 220

"Sicherheitsdatenblatt"

http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/TRGS/Bekanntmachung-220.html

Gefahrstoffe: Berichtigte TRGS 401 "Gefährdung durch Hautkontakt - Ermittlung, Beurteilung,

Maßnahmen"

http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/TRGS/TRGS-401.html

Gefahrstoffe: Berichtigte TRGS 402 "Ermitteln und Beurteilen der Gefährdungen bei Tätigkeiten mit

Gefahrstoffen: Inhalative Exposition"

http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/TRGS/TRGS-402.html

Publikation: Faltblatt "Sicherer Einsatz von LED-Röhrenlampen" erschienen

http://www.baua.de/de/Publikationen/Faltblaetter/F79.html

Biologische Arbeitsstoffe: Neugefasster Beschluss 603 "Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit

Transmissibler Spongiformer Enzephalopathie (TSE) assoziierten Agenzien in TSE-Laboratorien"

http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Biologische-Arbeitsstoffe/TRBA/Beschluss-603.html

Gefahrstoffe: Zusammenstellung von Beratungsunternehmen für Ihr Gefahrstoffmanagement

http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/Arbeiten-mit-

Gefahrstoffen/Beratungsunternehmen.html

Geräte- und Produktsicherheit: aktualisierte Zusammenstellung von Normenverzeichnissen

http://www.baua.de/de/Geraete-und-

Produktsicherheit/Produktinformationen/Normenverzeichnisse.html

Informationen für die Praxis: Entscheidungshilfen für den Kauf sicherer und gesundheitsgerechter

Produkte - Produktspezifische Checklisten http://www.baua.de/de/Informationen-fuer-die-

Praxis/Handlungshilfen-und-Praxisbeispiele/Entscheidungshilfen.html

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Pressemitteilung: Forschung: Unternehmenskultur lernförderlich gestalten - Hohen Wert von

Sicherheit und Gesundheit anerkennen

http://www.baua.de/de/Presse/Pressemitteilungen/2011/03/pm019-11.html

Gefahrstoffe: Dokumentation der Veranstaltung "REACH: Nach der Registrierung ist vor der

Registrierung - Erfahrungen konstruktiv nutzen" (Follow up) am 28.03.2011

http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/Tagungen/REACH-2011/REACH-2011.html

Publikation: "baua: Aktuell - Ausgabe 1 / 2011" erschienen

http://www.baua.de/de/Publikationen/BAuA-AKTUELL/2011-1/1-2011.html

Arbeitsstätten: Aktuelle Informationen aus dem Ausschuss für Arbeitsstätten (ASTA)

http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Arbeitsstaetten/ASTA/Aktuelles.html

Veranstaltung: Klein und gemein? Sicheres Arbeiten mit Nanomaterialien - Themenabend im

Rahmen der DASA-Sonderausstellung "Nano!"

http://www.baua.de/de/Presse/Pressemitteilungen/2011/03/pm018-11.html

ACGIH® RELEASES 2011 EDITIONS OF TLVs® AND BEIs® BOOK AND

GUIDE TO OCCUPATIONAL EXPOSURE VALUES

The information in the user-friendly, pocket-sized TLVs® and BEIs® book is used worldwide as a

guide for evaluation and control of workplace exposures to chemical substances and physical

agents. Threshold Limit Value (TLV®) occupational exposure guidelines are recommended for

more than 700 chemical substances and physical agents. There are more than 50 Biological

Exposure Indices (BEIs®) that cover more than 80 chemical substances. Chemical Abstract Service

(CAS) registry numbers are listed for each chemical. Introductions to each section and appendices

provide philosophical bases and practical recommendations for using TLVs® and BEIs®.

http://www.acgih.org/store/ProductDetail.cfm?id=2147

Neuer VCI-Leitfaden "Notfallmanagement - Gefahrenabwehr" erschienen

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) hat jetzt einen Leitfaden zum "Notfallmanagement -

Gefahrenabwehr" herausgegeben. Er soll Unternehmen in der chemisch-pharmazeutischen

Industrie helfen, die bestehende Notfallorganisation noch effizienter zu gestalten. Der Leitfaden

richtet sich vor allem an kleine und mittlere Standorte in der Branche. Dr. Gerd Romanowski,

Geschäftsführer Wissenschaft, Technik und Umwelt im VCI, betont: "Dieser Leitfaden soll die

Unternehmen noch besser auf gefährliche Situationen vorbereiten. Er ist ein konkretes Beispiel

dafür, wie die Chemieindustrie verantwortlich handelt."

Der Leitfaden orientiert sich an der Systematik eines Alarm- und Gefahrenabwehrplanes und

beschreibt den Aufbau der Notfallorganisation mit ihren notwendigen Funktionen und Aufgaben. Die

Publikation enthält auch Fax-Vorlagen für Meldungen an Behörden. Ergänzt wird sie durch eine

Übersicht von Unterlagen, die in den Unternehmen verfügbar sein müssen. Außerdem ist eine

Matrix für interne Alarmierungen und Informationen sowie eine Matrix für externe Meldepflichten

beigelegt. Auch ein Beispiel eines Alarmierungsablaufes ist vorhanden. Außerdem behandelt der

Leitfaden juristische Aspekte, gesetzliche Vorschriften, korrekte Beauftragungen und

Haftungsausschlüsse sowie vertragliche Regelungen mit Dritten.

Der Leitfaden "Notfallmanagement - Gefahrenabwehr" ist ein weiteres Werkzeug des deutschen

Responsible-Care-Programms. Mit diesem Programm verfolgt die Branche das Ziel, ihre

Leistungen für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz kontinuierlich zu verbessern.

Leitfaden herunterladen:

http://www.vci.de/template_downloads/tmp_VCIInternet/128427Leitfaden%20Notfallmanagement.pdf?DokNr=

128427&p=101 Quelle: VCI

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Praxishandbuch „Die Gefahrstoffverordnung 2010“ erschienen

Am 1. Dezember 2010 ist die novellierte Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) in Kraft getreten. Der

Verband Deutscher Sicherheitsingenieure (VDSI) hat gemeinsam mit der Forum Verlag Herkert

GmbH unter Federführung von Dr. Klaus Fröhlich, Leiter des VDSI-Arbeitskreises Gefahrstoffe, das

Praxishandbuch „Die Gefahrstoffverordnung 2010“ herausgegeben. Das

Nachschlagewerk wendet sich an Sicherheitskräfte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit,

Führungskräfte und Arbeitgeber. Es wird ergänzt durch ein Online-Portal, in dem

praktische Arbeitshilfen, Musterdokumente und Leitfäden abrufbar sind.

Das Praxishandbuch „Die Gefahrstoffverordnung 2010“ (ISBN: 978-3-86586-236-5) ist

als praktisches Handbuch im DIN A5-Format zum Preis von 164 Euro zzgl. Versand

erhältlich. VDSI-Mitglieder können das Handbuch für 105,93 Euro zzgl. Versand

beziehen. Quelle: VDSI

Sicherheitsdatenblatt (SDB): Leitfaden für synthetische Nanomaterialien

Synthetische Nanomaterialien haben zunehmend Bedeutung in unserem Alltag. Die Informationen

über deren Eigenschaften innerhalb der Produktions- und Weiterverarbeitungsketten sind für die

Festlegung der jeweils notwendigen Schutzmassnahmen von grosser Wichtigkeit. Deshalb hat das

Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft SECO einen Leitfaden erarbeitet für das Erstellen von

Sicherheitsdatenblättern für Chemikalien, welche aus Nanomaterialien bestehen oder solche

enthalten. Es handelt sich dabei um den ersten Leitfaden dieser Art.

Autor/en:

Direktion für Arbeit - Arbeitsbedingungen; Verfügbar nur als PDF-Datei. Keine gedruckte

Ausgabe.Download: Sicherheitsdatenblatt (SDB): Leitfaden für synthetische Nanomaterialien

http://www.seco.admin.ch/dokumentation/publikation/00009/00027/04546/index.html?lang=de&dow

nload=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCFeoN_fGym162epYbg2c

_JjKbNoKSn6A--

Aktueller Bericht der Bundesregierung über den Stand von Sicherheit und Gesundheit bei

der Arbeit und über das Unfall- und Berufskrankheiten geschehen in der Bundesrepublik

Deutschland im Jahre 2009

http://osha.europa.eu/fop/germany/de/statistics/statistiken/suga/suga2009

Asbestsanierung: Vier neue emissionsarme Verfahren

Für Arbeiten an asbesthaltigen Einrichtungen gelten strenge Schutzmaßnahmen. Erleichterungen

sind möglich, wenn Arbeitsverfahren mit geringer Exposition zum Einsatz kommen. Das Institut für

Arbeitsschutz der DGUV (IFA) hat vier neue Verfahren veröffentlicht, und zwar:

zum Abschleifen von asbesthaltigen Klebern

zum Entfernen asbesthaltiger Estriche

zum Beseitigen asbest- bzw. PAK-haltiger (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe)

Oberflächenversiegelungen und Anstrichstoffe und

zum Bohren durch Außenwandkonstruktionen mit Asbestzementplatten.

http://www.dguv.de/ifa/de/pra/asbest/index.jsp

http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/bgi664.pdf

Musterbetriebsanweisungen für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen und biologischen

Arbeitsstoffen

Die Berufsgenossenschaft Chemie hat auf Ihrer Homepage zahlreiche Musterbetriebsanweisungen

für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen und biologischen Arbeitsstoffen veröffentlicht, die aber in jedem

Fall noch auf die betrieblichen Gegebenheiten angepasst werden müssen.

http://www.bgchemie.de/webcom/show_article.php/_c-128/_nr-2/i.html

3. Toolbox: Instrumente zur Erfassung psychischer Belastungen

In allen Bereichen der Wirtschaft haben in den vergangenen Jahren psychische Belastungen

ständig zugenommen. Die europäische Richtliniensetzung im Arbeitsschutz wurde dieser

Entwicklung gerecht und fordert die Vermeidung psychischer Belastungen, die zu psychischer

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Über- und Unterforderung führen, sowie eine menschengerechte Gestaltung der Arbeit. Grundlage

dafür ist eine Beurteilung der Gefährdungen bei der Arbeit, die im § 5 des Arbeitsschutzgesetzes

(ArbSchG) vom 7. August 1996 vorgeschrieben ist.

Welches Verfahren zur Erfassung psychischer Belastung bei der Arbeit eingesetzt wird, hängt von

verschiedenen Kriterien ab. Gemäß der neutralen Begriffsbestimmung psychischer Belastung und

Beanspruchung in ISO 10075 - Teil 1 sind in der Toolbox Instrumente enthalten, mit denen

einerseits ungünstige Merkmalsausprägungen der Arbeit, wie z. B. Zeitdruck oder

Informationsdefizite, und andererseits positive Arbeitsmerkmale, wie soziale Unterstützung,

Mitsprachemöglichkeiten, Vertrauen zu den Vorgesetzten und Kollegen, erfasst und bewertet

werden können. Psychische Belastungen können auch anhand möglicher positiver oder negativer

Auswirkungen auf die Gesundheit oder die Motivation der Beschäftigten erkannt werden. Deshalb

wurden auch Verfahren aus diesen Bereichen in die Toolbox aufgenommen und nach ihrem

Gestaltungsbezug bedingungs- und personenbezogenen Verfahren zugeordnet.

Mit der Toolbox wird für betriebliche Nutzer zur Orientierung eine Handlungshilfe bereitgestellt. Die

systematisierte Darstellung bietet einen Überblick über vorhandene Verfahren zur Erfassung

psychischer Belastung im deutschsprachigen Raum.

Die Verfahren werden in der Toolbox beschrieben. Die Rechte an der Publikation seitens der

Autoren bzw. Verlage werden selbstverständlich nicht berührt. Aus diesem Grund finden sich in

dieser Handlungshilfe auch keine Abdrücke von Verfahren oder Merkmalslisten der Verfahren.

Insgesamt sind in der neuen Version der Toolbox 97 Verfahren enthalten. Die überwiegend

quantitativen Zugänge sind durch qualitative Ansätze ergänzt worden. Je Verfahren werden die

Ansprechpartner und die Zugänglichkeit der Verfahren benannt. Deren Beschaffung ist über die

üblichen Wege (Autoren, die die Verfahren entwickelt haben, bzw. die Verlage, in denen die

Verfahren erschienen sind) möglich. Verfahren, die in der BAuA entwickelt worden sind, können

zum Teil bereits auf der Homepage der BAuA abgerufen werden.

Da die Toolbox in bestimmten Abständen überarbeitet wird, besteht die Möglichkeit, weitere

Verfahren sowie Anregungen und Kritik aufzunehmen. Für Hinweise sind die Autoren dankbar.

Autorin: Dr. Gabriele Richter, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

http://www.baua.de/de/Informationen-fuer-die-Praxis/Handlungshilfen-und-

Praxisbeispiele/Toolbox/Toolbox.html

4. Lithium – Jungbrunnen aus der Wasserleitung

Die regelmäßige Aufnahme des Spurenelements Lithium kann die Lebenserwartung deutlich

verlängern. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Ernährungswissenschaftlern der

Friedrich-Schiller-Universität Jena. Wie das Team um Prof. Dr. Michael Ristow gemeinsam mit

japanischen Kollegen in zwei unabhängigen Untersuchungen zeigen konnte, führt Lithium bereits in

geringer Konzentration sowohl beim Menschen als auch bei einem Modellorganismus, dem

Fadenwurm Caenorhabditis elegans, zu einem längeren Leben. Seine Ergebnisse stellt das

Forscherteam in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „European Journal of Nutrition“ vor, die

gerade online erschienen ist http://dx.doi.org/10.1007/s00394-011-0171-x.

Lithium ist ein lebensnotwendiger Bestandteil der Nahrung und wird vorwiegend aus pflanzlicher

Nahrung und über das Trinkwasser aufgenommen. „Über die physiologische Funktion von Lithium

wissen wir noch sehr wenig“, sagt Studienleiter Ristow. Wie aus einer früheren Untersuchung

hervorgehe, so der Inhaber des Jenaer Lehrstuhls für Humanernährung weiter, habe sich Lithium in

sehr hoher Konzentration bereits als lebensverlängernd bei C. elegans erwiesen. „Die damals

untersuchte Dosierung liegt aber deutlich über dem physiologisch relevanten Bereich und ist für

den Menschen giftig“, so Ristow. Um zu klären, ob Lithium auch in sehr viel geringerer

Konzentration eine lebensverlängernde Wirkung aufweise, haben die Forscher nun die Wirkung

von Lithium in einem Konzentrationsbereich untersucht, wie er in gewöhnlichem Leitungswasser

vorkommt.

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In Kooperation mit japanischen Forschern haben die Jenaer Ernährungswissenschaftler die

Sterberate in 18 japanischen Gemeinden untersucht und diese in Beziehung zum jeweiligen

Lithiumgehalt des Leitungswassers gesetzt. „Dabei hat sich gezeigt, dass die Sterberate in den

Gemeinden deutlich geringer ausfällt, in denen mehr Lithium im Leitungswasser vorkommt“,

erläutert Ristow das zentrale Ergebnis. In einem zweiten Experiment haben die Jenaer Forscher

genau diesen Konzentrationsbereich am Modellorganismus C. elegans untersucht. Das Ergebnis

bestätigte sich: „Auch die durchschnittliche Lebenserwartung der Würmer ist höher, wenn sie mit

Lithium in dieser Dosierung behandelt werden“, so Ristow.

Auch wenn die zugrunde liegenden Mechanismen noch ungeklärt sind, so gehen die

Wissenschaftler davon aus, dass die beobachtete längere Lebenserwartung sowohl bei den

Fadenwürmern C. elegans als auch beim Menschen durch das Spurenelement Lithium verursacht

sein kann. Darüber hinaus, so spekulieren die Wissenschaftler, kann Lithium in derart niedriger

Dosierung in Zukunft möglicherweise auch als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt werden. „Aus

früheren Studien weiß man bereits, dass eine höhere Lithiumaufnahme über das Trinkwasser mit

einer Verbesserung der psychischen Grundstimmung und mit einer verminderten Suizidhäufigkeit in

Verbindung gebracht werden kann“, erläutert Prof. Ristow. Zusammen mit den neuen Daten würde

man in mehrerlei Hinsicht von einer Steigerung der Lithiumaufnahme profitieren. Um dies sicher

befürworten zu können, sind jedoch weitere Studien notwendig, so die Wissenschaftler.

Original-Publikation:

Zarse K., Terao T., Tian J., Iwata N., Ishii N., Ristow M. Low-dose lithium uptake promotes

longevity in humans and metazoans. Eur J Nutr 2011, DOI: 10.1007/s00394-011-0171-x

Kontakt: Prof. Dr. Michael Ristow

Institut für Ernährungswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Dornburger Straße 29, 07743 Jena http://www.uni-jena.de

Tel.: 03641 / 949630 E-Mail: mristow@mristow.org

Weitere Informationen:

http://dx.doi.org/10.1007/s00394-011-0171-x

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news408654

Dr. Ute Schönfelder Stabsstelle Kommunikation/Pressestelle, Friedrich-Schiller-Universität Jena

5. Service: Mit Sicherheit drucken und kopieren

Die mögliche Gesundheitsgefährdung durch Emissionen aus Laserdruckern und Kopierern im Büro

sorgt immer wieder für Diskussionen. Viele Beschäftigte, die mit diesen Geräten täglich arbeiten,

sind verunsichert. Hintergrund sind Befürchtungen, dass die von Druckern und Kopierern

ausgestoßenen Partikel krank machen können. Aktuelle Informationen stellt die Bundesanstalt für

Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt auf einer Übersichtsseite unter

www.baua.de/tonerstaub zur Verfügung. Dort bietet die BAuA aktuelle Informationen über

Emissionen aus Laserdruckern und Kopierern sowie zu Tonerstäuben an. Dazu zählen auch zwei

Schutzleitfäden, die auf jeweils zwei Seiten kurz und übersichtlich Maßnahmen vorstellen, die die

Arbeit mit Druckern und Kopierern sicher machen.

So findet sich dort der Schutzleitfaden 130, der allgemeine Vorsichtsmaßnahmen und

Empfehlungen auflistet, die grundsätzlich immer einzuhalten sind. Dazu gehört zum Beispiel, nur

Geräte mit Prüf- und Umweltzeichen wie GS, DGUV-Test oder „Blauer Engel“ anzuschaffen oder

eine gerätekundige Person zu beauftragen. Außerdem beschreibt er Maßnahmen, die im

Zusammenhang mit Wartung und Instandhaltung stehen, und genaue Anforderungen an den

Aufstellort für Drucker und Kopierer.

Der Schutzleitfaden 260 richtet sich vor allem an Servicetechniker, die für die Wartung der Geräte

und für die Entsorgung der Tonerkartuschen zuständig sind, aber auch an Beschäftigte in

Recyclingbetrieben. Dieser Leitfaden befasst sich unter anderem mit persönlicher

Schutzausrüstung wie Handschuhen, der sicheren Entsorgung und den Inhalten einer

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Betriebsanweisung. Werden alle Maßnahmen getroffen, könne von einer sicheren

Arbeitsumgebung ausgegangen werden, betont die BAuA.

Weiterhin enthält das Internetangebot Merkblätter und wissenschaftlich geprägte Fachartikel, die

eine Übersicht über den aktuellen Kenntnisstand geben. Erläutert wird darin auch die aktuelle

Bewertung der BAuA, wonach es für Beschäftigte im Büro hinsichtlich der Staubbelastungen keinen

Anlass zur Besorgnis gibt. Hintergrund ist eine Abschätzung durch BAuA-Experten, dass die

Staubbelastungen im derzeit akzeptablen Bereich liegen. Dies gelte auch für Servicetechniker und

Beschäftigte in Recyclingbetrieben, die regelmäßig mit Toner arbeiten – vorausgesetzt, dass die

Staubbelastung durch geeignete Maßnahmen möglichst gering gehalten werde.

Alle Schutzleitfäden, Merkblätter und Fachartikel können als PDF unter:

www.baua.de/tonerstaub heruntergeladen werden.

Forschung für Arbeit und Gesundheit

Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt. Sie ermöglichen

Unternehmen wie auch der gesamten Volkswirtschaft einen Vorsprung im globalen Wettbewerb.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im

Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis,

berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit

und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Rund 660 Beschäftigte arbeiten

am Hauptsitz in Dortmund und den Standorten Berlin, Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

Weitere Informationen:

http://www.baua.de/tonerstaub Informationen und Handlungshilfen der Bundesanstalt für

Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zum Thema Emissionen aus Druckern und Kopieren

Jörg Feldmann Pressestelle, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

6. Einheitliche Standards ermöglichen harmonisierte Risikobewertung in Europa

BfR gibt Leitfaden für gesundheitliche Bewertungen heraus

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat einen Leitfaden für gesundheitliche Bewertungen

im Verbraucherschutz herausgegeben. Dieser enthält auch Hinweise zur korrekten Formulierung

zur Kommunikation von gesundheitlichen Risiken. Der BfR-Leitfaden ist Vorgabe für die Bewertung

möglicher gesundheitlicher Risiken von Lebensmitteln, chemischen Stoffen und

Verbraucherprodukten und Leitdokument für das BfR im Rahmen seines Qualitätsmanagement-

Systems. „Wenn wissenschaftliche Risikobewertungen auf nationaler, europäischer und

internationaler Ebene nach professionellen Grundsätzen aufgebaut und formuliert werden, sind sie

für Risikomanager besser verwendbar. Auf diese Weise können Risikobewertungen mittelfristig

international harmonisiert und Doppelarbeit in vielen Institutionen Europas und weltweit vermieden

werden“, sagt BfR - Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel.

Gesundheitliche Risiken durch Lebensmittel, Chemikalien und Verbraucherprodukte werden in

Bund und Ländern, auf europäischer Ebene und in internationalen Organisationen bewertet. Die

Bewertungen stehen insbesondere verantwortlichen Institutionen als unabhängige,

wissenschaftliche Sachverständigengutachten zur Verfügung und dienen als verlässliche

wissenschaftliche Basis für Entscheidungen von Gesetzgebern und Behörden.

Die Vorgaben für den wissenschaftlichen Inhalt und die zweckmäßige Gliederung von

gesundheitlichen Bewertungen, wie sie sich aus Wissenschaft und Gesetzen ergeben und in

jahrelanger Erfahrung bewährt haben, fasst der neue BfR - Leitfaden zusammen. Er setzt

gleichzeitig internationale Grundsätze der Risikobewertung in die Praxis um, zum Beispiel aus dem

Codex Alimentarius, einem Regelwerk mit weltweiten Lebensmittelstandards von

Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Welternährungsorganisation (FAO), und aus den

Programmen der OECD für die internationale Chemikalienbewertung. Den Leitfaden hat das Institut

unter Beteiligung der ca. 200 Mitglieder der wissenschaftlichen Kommissionen des BfR erarbeitet.

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Hinweise zu Bewertungskriterien und zu einer sachgerechten, einheitlichen Terminologie, die in

gesundheitlichen Bewertungen benutzt werden sollte, sind ebenso Teil der Broschüre wie

Erläuterungen typischer Begriffe der Risikobewertung, zum Beispiel das „Vorsorgeprinzip“ im

gesundheitlichen Verbraucherschutz, und eine Auswahl fachlicher Leitfäden, an denen sich

internationale Risikobewertungen orientieren.

Der neue BfR-Leitfaden ist als Broschüre in deutscher und englischer Sprache beim BfR erhältlich

(Fax 030-18412-4970, publikationen@bfr.bund.de ) und steht auf der Internetseite des BfR

www.bfr.bund.de kostenlos zum Herunterladen zur Verfügung. Quelle: BfR

Über das BfR: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung

im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und

Verbraucherschutz (BMELV). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der

Lebensmittel-, Chemikalien und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen,

die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

-Leitfaden für gesundheitliche Bewertungen (Informationsbroschüre des BfR vom 23.02.2011) PDF-

Datei, 515.4 KB http://www.bfr.bund.de/cm/238/leitfaden_fuer_gesundheitliche_bewertungen.pdf

7. Infektionsschutz - Sorgfalt für mehr Sicherheit

Tipps für Pflegerinnen und Pfleger

Rund 1,4 Millionen Menschen in Deutschland sind in Pflegeberufen tätig, mit steigender Tendenz.

Bei ihrer täglichen Arbeit sind Pflegekräfte einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Wie

Beschäftigte Gefahren vorbeugen und ihre Gesundheit am Arbeitsplatz schützen können, darüber

informiert ein Faltblatt der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

Unterschiedliche Pflegesituationen verlangen entsprechend auf sie abgestimmte

Schutzmaßnahmen. Das Faltblatt stellt typische Arbeitsgänge vor wie die Körper- und

Toilettenhygiene, den Umgang mit medizinischen Instrumenten und Spritzen und die Versorgung

Grippekranker. Da die Erreger auf unterschiedlichen Wegen in den Körper gelangen können,

werden in allen drei Fällen spezifische Anforderungen an Schutzkleidung und Hygiene gestellt.

Ein Beispiel: Wenn es bei der Pflege zum Kontakt mit erregerhaltigen Körperausscheidungen, mit

Wund- oder Schleimhautsekreten kommen kann, sind folgende Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:

Verzichten Sie auf Uhren und Schmuck an Händen und Unterarmen.

Verwenden Sie geeignete Einmalhandschuhe.

Desinfizieren Sie unmittelbar nach der Tätigkeit Ihre Hände (Hygieneplan).

Möglicherweise ist ein zusätzlicher Schutz (Kittel, Augen- oder Gesichtsschutz) notwendig. Fragen

Sie nach.

Das Faltblatt weist auf die Ansprechpartner im Betrieb hin, die bei Fragen zum Infektionsschutz

weiter helfen können. Hilfreich sind auch betriebliche Unterweisungen und Informationen. Mit ihrer

Hilfe können sichere Arbeitsabläufe eingeübt und trainiert werden. Passiert trotzdem ein Unfall mit

infektiösen Substanzen, sollte umgehend der Vorgesetzte informiert und der Betriebsarzt

aufgesucht werden.

Das Faltblatt "Verhütung von Infektionskrankheiten in der Pflege und Betreuung" können Sie hier

herunterladen: http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/i-8536.pdf Quelle: Pressestelle DGUV

8. Beteiligung der Praxis im Rahmen der Qualitätssicherung der Technischen Regeln für

Gefahrstoffe

Möglichkeit der Stellungnahme zur Aktualisierung von Technischen Regeln des AGS bis

zum 15. Mai 2011

Mit dem Ziel der Qualitätssicherung werden durch den Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS)

Technische Regeln (TRGS) regelmäßig überprüft und bei Bedarf überarbeitet. Dabei sollen auch

Hinweise aus der Praxis berücksichtigt werden.

Haben Sie als Anwender Hinweise zu den nachfolgend genannten TRGS?

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•TRGS 517 "Tätigkeiten mit potenziell asbesthaltigen mineralischen Rohstoffen und daraus

hergestellten Zubereitungen und Erzeugnissen"

•TRGS 519 "Asbest: Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten"

•TRGS 551 "Teer und andere Pyrolyseprodukte aus organischem Material"

•TRGS 552 "N-Nitrosamine"

•TRGS 617 "Ersatzstoffe und Ersatzverfahren für stark lösemittelhaltige

Oberflächenbehandlungsmittel für Parkett und andere Holzfußböden"

•TRGS 619 "Substitution für Produkte aus Aluminiumsilikatwolle"

Dann senden Sie bitte Anmerkungen oder Stellungnahmen bis spätestens 15. Mai 2011 an:

Ansprechpartner Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS)

Geschäftsführung

Fax 0231 9071-2611

ags@baua.bund.de

Postanschrift: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Postfach 17 02 02

44061 Dortmund

http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/AGS/TRGS.html

9. Veranstaltung: Klein und gemein? Sicheres Arbeiten mit Nanomaterialien

Themenabend im Rahmen der DASA-Sonderausstellung "Nano!"

Welche Auswirkungen können Nanomaterialien für die Gesundheit von Menschen haben, die mit

ihnen arbeiten? Wie werden diese Risiken ermittelt und bewertet? Welche

Arbeitsschutzmaßnahmen sind erforderlich? Diesen Fragen gehen am Donnerstag, 5. Mai,

Experten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) bei einem Themenabend

"Nanomaterialien - Arbeit und Gesundheit" in der DASA Arbeitswelt Ausstellung in Dortmund nach.

In der Zeit von 19 bis 22 Uhr besteht vielgestaltige Diskussionsmöglichkeit zum Thema der Nano-

Sicherheit.

Seit 2005 leistet die BAuA mit Forschungs- und Entwicklungsprojekten vielfältige Beiträge zur

sicheren Arbeit mit Nanopartikeln. Dr. Rolf Packroff, Wissenschaftlicher Leiter im BAuA -

Fachbereich "Gefahrstoffe und biologische Arbeitsstoffe" gibt einen Überblick zu den aktuellen

Aktivitäten, die auf einer gemeinsamen Forschungsstrategie der für Arbeits-, Verbraucher- und

Umweltschutz zuständigen Ressortforschungseinrichtungen des Bundes basieren - BAuA,

Bundesinstitut für Risikobewertung, Umweltbundesamt.

Dr. Volker Bachmann, Mitarbeiter des Nano - Labors der BAuA, wird auf Fragen zur Messung der

Belastung von Beschäftigten eingehen, die an ihren Arbeitsplätzen mit Nanomaterialien umgehen.

Neben der Bewertung von Messergebnissen wird er auch ein von der BAuA entwickeltes

Messsystem vorstellen, mit dem das Verstaubungsverhalten neuer Nanomaterialien bereits im

Vorfeld einer industriellen Anwendung ermittelt werden kann.

Den aktuellen Stand der toxikologischen Einschätzung möglicher Gesundheitsgefährdungen stellt

Prof. Dr. Thomas Gebel aus der Fachgruppe Toxikologie der BAuA vor. Hierbei geht es vor allem

um mögliche Erkrankungen der Atemwege durch das Einatmen von Fein- und Ultrafeinstäuben am

Arbeitsplatz, die auch durch die neuen Nanomaterialien freigesetzt werden können. Gebel spricht

auch die Defizite an, die es bei den wissenschaftlichen Erkenntnissen zu den schädlichen

Auswirkungen von Chemikalien immer noch gibt.

Wie aus der Vorsorgestrategie der Europäischen Union konkrete Empfehlungen zum sicheren

Arbeiten mit Nanomaterialien abgeleitet werden können, ist Thema des Beitrages von Dr. Miriam

Baron aus der Fachgruppe "Gefahrstoffmanagement". Die BAuA gibt seit 2007 gemeinsam mit dem

Verband der Chemischen Industrie (VCI) einen Leitfaden für Tätigkeiten mit Nanomaterialien am

Arbeitsplatz heraus, der eine einfache Hilfestellung für die Praxis bietet. Er wird aufgrund einer

Vielzahl neuer Erkenntnisse derzeit überarbeitet und aktualisiert.

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Der Themenabend ist Teil des Rahmenprogramms zur aktuellen Sonderausstellung "Nano! Nutzen

und Visionen einer neuen Technologie". Im Mittelpunkt stehen die verschiedenen Ausrichtungen

der Nanotechnologie, die Sicherheit von Nanomaterialien und die Auswirkung der neuen Techniken

auf unsere Gesellschaft. Das Angebot richtet sich an alle Interessierten, besonders angesprochen

sind diejenigen, die in Forschungseinrichtungen und Unternehmen der Region mit Nanomaterialien

arbeiten. Nach dem fachlichen Diskurs besteht die Möglichkeit, in einer Kurzführung einen Eindruck

von der 800 Quadratmeter großen Ausstellung in der DASA mit 150 technischen Exponaten,

Mitmach-Stationen und Experimenten zu gewinnen.

Die Ausstellung "Nano!" wurde vom TECHNOSEUM Landesmuseum für Technik und Arbeit

Mannheim entwickelt. Der Eintritt zum Themenabend ist frei. Quelle: BAuA

Mehr unter: www.dasa-dortmund.de/dasa/nano

Weitere Infos zum Thema: www.baua.de/nanotechnologie

10. Erste Hilfe nach neuen Regeln

Die neue ASR A4.3 »Erste-Hilfe-Räume, Mittel und Einrichtungen zur Ersten Hilfe« gilt für

Anforderungen an Mittel und Einrichtungen zur Ersten Hilfe sowie Erste-Hilfe-Räume oder

vergleichbare Einrichtungen und deren Bereitstellung. Achtung: Baustellen werden später einen

eigenen Abschnitt erhalten und sind derzeit noch nicht berücksichtigt.

Nach einem Definitionsabschnitt beginnt die ASR mit der Bestimmung der nötigen Mittel zur Ersten

Hilfe. Zunächst geht es um die Mindestanzahl bereitzuhaltender Verbandkästen. Dies war zuvor

auch schon geregelt, lediglich die Differenzierung zwischen Verwaltungs- und Produktionsbetrieben

ist eindeutiger in der tabellarischen Übersicht. Auch die Möglichkeit, einen so genannten großen

durch zwei kleine Verbandkästen zu ersetzen, war bisher schon gegeben.

Aufbewahrung von Verbandkästen: Allerdings finden Sie jetzt unter Punkt 4 Absatz 3 die Aussage,

dass die Kästen überall dort aufzubewahren sind, wo es nötig scheint. Damit sollen Sie als

Sicherheitsfachkraft auch zusätzliche Standorte bzw. je nach Bedarf von der Normaufstellung her

abweichende Plätze mit Erste-Hilfe-Kästen bestücken.

Gefährdungsbeurteilung berücksichtigen: Außerdem ist in der Arbeitsstättenregel festgehalten,

dass über den normalen Inhalt hinausgehende Erste-Hilfe-Materialien erlaubt sind, wenn dies aus

der Gefährdungsbeurteilung hervorgeht. Das bedeutet, dass Sie alle Gefährdungsbeurteilungen

daraufhin durchgehen müssen, ob besondere Gefährdungen nicht auszuschließen sind, für die

zusätzliches Erste-Hilfe-Material vorzuhalten ist. Der Betriebsarzt kann Sie gegebenenfalls dabei

beraten und Empfehlungen geben, was Sie zusätzlich anschaffen sollten. Wenn Sie unsicher sind,

sollten Sie diesen unbedingt hinzuziehen!

Inhalte der Verbandkästen: Die technische Regel listet nun tabellarisch die Inhalte der

Verbandkästen auf; diese Übersicht sollte auch in den jeweiligen Kästen beiliegen. So haben alle

Mitarbeiter im Fall des Bedarfs gleich einen Überblick, ob sie die benötigten Mittel darin finden

können! Außerdem sollte das Verbandbuch – ein einfaches Notizinstrument zum Eintragen von

Entnahmen von Verbandmitteln – nicht fehlen. Diese Dokumentation wird von Ihnen als Nachweis

gefordert. Auch die Namen der ausgebildeten Ersthelfer müssen im Verbandkasten ersichtlich sein.

Mein Tipp: Zur besseren Übersicht können Sie die Liste jeweils neben den Verbandkästen

aufhängen. Ergänzen Sie die Übersicht durch Zimmer-/Hallennummern und Telefonanschlüsse der

Ersthelfer, wenn diese nicht direkt in der Nähe arbeiten. Nach der Erstversorgung finden sich

Beschreibungen für die Notruf- bzw. Meldeeinrichtung sowie eventuell vorzuhaltende

Rettungstransportmittel in der ASR. Auch hier ist wieder der Hinweis auf die

Gefährdungsbeurteilung maßgeblich – wenn es darum geht, was vorhanden sein muss.

Entsprechend sieht es mit Rettungsgeräten aus, die beispielhaft für hoch gelegene Arbeitsplätze

aufgeführt sind.

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Spezielle Räume im Erdgeschoss: Zu den Erste-Hilfe-Räumen gibt es im Abschnitt 6 der

technischen Regel einen einleitenden Absatz, der die Lage genau festlegt: Sie „sollen im

Erdgeschoss liegen und müssen mit einer Krankentrage leicht zu erreichen sein. Erste-Hilfe-

Container sind ebenerdig aufzustellen.“

Mehr zum Thema und Checkliste: „Regelgerechte Erste-Hilfe-Einrichtungen“ finden Abonnenten in

unserem Ausgaben-Archiv „Der Arbeitsschutz-Profi aktuell“. Dieser Artikel aus “Der Arbeitsschutz-

Profi aktuell“ stammt von Susanne Steiger. http://www.arbeitsschutz-aktuell.com/

11. Veranstaltungen und Termine

Die 22. Öffentliche Fachtagung Arbeitshygiene der DGAH findet 2011 am 25. Mai in der IHK

zu Köln statt. Siehe Leitartikel und auch www.dgah.de

19. Thüringer Arbeitsschutztag

13.04.2010 von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr in der Fachhochschule Erfurt

Der Arbeitsschutztag gibt Auskunft zu Entwicklungen und Tendenzen im Arbeitsschutz.

Verleihung des Thüringer Arbeitsschutzpreises 2011

Die Tagung wird durch eine Ausstellung ergänzt.

Interessenten wenden sich bitte an das:

Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit

Referat Arbeitsschutz

Postfach 900 354

99106 Erfurt

(0361) 3 79 82 52

FAX (0361) 3 79 88 50

E-Mail: uta.scharf@tmsfg.thueringen.de

A+A 2011 Kongress

Der 32. Internationale Kongress für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin findet vom 18. – 21. Oktober

2011 in Düsseldorf statt. http://www.basi.de/webcom/show_article.php/_c-431/_lkm-416/i.html

Fachveranstaltung „Arbeitsstätten“ am 9. Mai 2011 in der BAuA Dortmund

Arbeitsstätten - Was gilt zukünftig für Arbeitsstätten?

Die Fachveranstaltung informiert über Neuerungen im Arbeitsstättenrecht. Aktuelle Themen und

Fragestellungen werden diesbezüglich dargestellt.

Die Veranstaltung zeigt außerdem praxisbezogene Maßnahmen zum Schutz von Gesundheit und

Sicherheit der Beschäftigten in Arbeitsstätten und geht auf besondere Probleme und Gefährdungen

in Arbeitsstätten ein. Fachkundige Vertreter aller betroffenen Kreise und Interessengruppen

kommen mit Vorträgen zu Wort und stellen sich der Diskussion.

Mehr Info unter:

http://www.baua.de/cln_137/de/Aktuelles-und-Termine/Veranstaltungen/2011/05.09-

Arbeitsstaetten.html

Termin: 9. Mai 2011, 10:30 Uhr bis 17:00 Uhr

Teilnahmegebühr: Ein Teilnahmebeitrag wird nicht erhoben.

Veranstalter: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Zusammenarbeit mit

dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)

Zielgruppen: Sicherheitsfachkräfte, Architekten, Bauingenieure, Arbeitsschutzakteure der

Sozialpartner, der Wissenschaft, der Unfallversicherungsträger und der Arbeitsschutzbehörden

Kontakt: Hildegard Simon, Tel. 0231 9071-2255, Fax 0231 9071-2299

E-Mail: veranstaltungen@baua.bund.de Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

(BAuA) Friedrich-Henkel-Weg 1-25, 44149 Dortmund, Anmeldefrist: 15.04.2011

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Röntgenkurse 1.Halbjahr 2011 in der St. Elisabeth Klinik 66740 Saarlouis

19.05.2011 – 21.05.2011 Grundkurs Ärzte

17.06.2011 – 18.06.2011 Spezialkurs Ärzte

04.06.2011 Aktualisierungskurs / Refresher Ärzte / Personal

Siehe auch: http://www.arge-strahlenschutz.de/cms/front_content.php

Veranstaltungstipp: Karrieren der Zukunft – Zwischen Flow und Burnout

Unter dem Thema "Karrieren der Zukunft – zwischen Flow und Burnout" diskutieren in Dresden die

Teilnehmer dieser Fachkonferenz, wie Führungskräfte die gestiegenen Anforderungen der

Arbeitswelt bewältigen können.

Am 28. und 29. April 2011 beschäftigen sich Experten und Teilnehmer unter anderem damit, worin

das Geheimnis des persönlichen Glücks liegt, warum Stress und Burnout Kostenfaktoren sind und

zu nachlassender Produktivität im Unternehmen führen und welche Möglichkeiten Führungskräfte

haben, den Burnout ihrer Mitarbeiter zu verhindern.

Anhand von Beispielen und Erfahrungen aus der Praxis wird aufgezeigt, wie die psychische

Beanspruchung im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung verringert werden kann und

was jeder Einzelne tun kann, um einem Burnout vorzubeugen.

Nähere Informationen zur Fachkonferenz sowie das ausführliche Programm finden Sie auf der

Website des Instituts für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung

(IAG). http://www.dguv.de/iag/de/veranstaltungen/zukunft/2011/index.jsp

Quelle: IAG

URL dieser Seite: http://www.dguv-aug.de/webcom/show_article.php?wc_c=661&wc_id=208

Kongress „Gesunde Umwelt - Gesunde Bevölkerung“.

Risikomanagement im öffentlichen Raum

4. LGL Kongress für den Öffentlichen Gesundheitsdienst

5. Jahrestagung der GHUP

3. GHUP Workshop „Schimmelpilze“ Schwerpunkt: Toxische Reaktionen

vom 9. bis 11. November 2011 in München, Veranstaltungsort Bayerisches Landesamt für

Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Pfarrstraße 3, 80538 München

Call for Papers

http://www.lgl.bayern.de/aktuell/veranstaltungen/grossveranstaltungen/doc/kongress_oegd_2011/o

egd_kongress_2011_call_for_papers.pdf

Generelle Informationen - Wichtige Termine:

◦Deadline für Abstracteinreichung: 30.05.2011

•Fortbildungspunkte: Die Veranstaltung wird zur Zertifizierung durch die Bayerische

Landesärztekammer beantragt.

http://www.lgl.bayern.de/aktuell/veranstaltungen/grossveranstaltungen/kongress_oegd_2011.htm

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