Schlanke Regulierung nur - Bundesverband Neuer Energieanbieter

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2. Realkapitalerhaltung

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Hierbei erfolgt die Abschreibung (im Einklang mit Handels- und Steuerrecht) auf die tatsächlichen

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten (AHK). Der Inflationsausgleich erfolgt durch Verzinsung

des Restwertes auf Nominalzinssatz (der um die Inflationsrate über dem Realzins liegt).

3. Vergleichende Bewertung der beiden Konzepte

Unter einer ganz bestimmten Annahme führen beide Systeme zu dem gleichen Kapitalrückfluss

(vgl. Abbildungen 1 und 2): nämlich dann, wenn in beiden Fällen die über die Netzentgelte eingenommenen

Abschreibungen sowie – im Fall der Realkapitalerhaltung – die Differenz zwischen

Nominal- und Realzins (Inflationsausgleich) über die Laufzeit der Abschreibungsdauer vollständig

so angelegt werden, dass sie am Ende der Abschreibungsdauer für eine Reinvestition ins

Netz zur Verfügung stehen. Nur dann ist die Summe der über die Abschreibungsdauer kumulierten

und inflationsverzinsten Abschreibungen gleich dem TNW am Ende der angesetzten Nutzungsdauer:

200,0

150,0

100,0

50,0

Spezielle Kenngrößen bei Nettosubstanzerhalt (NSE)

(AHK = 100, EK-Quote = 100, Realzins = 6,5%, Inflation = 2%)

300,0

Tagesneuwert

NSE: Kumulierte Abschreibung (=Kapitalrückfluss) inkl. Inflationsausgleich

NSE: Kumulierte Abschreibung (=Kapitalrückfluss)

250,0

0,0

1 6 11 16 21 26 31 36 41 46

Jahre

Vom Netzbetreiber

"extern" aus den (in den

Netzentgelten erhaltenen

Abschreibungen zu

generierender Anteil am

Inflationsausgleich

Von Netznutzern in den

Entgelten bezahlter

Inflationsausgleich

300,0

250,0

200,0

150,0

100,0

50,0

Spezielle Kenngrößen bei Realkapitalerhaltung (RKE)

(AHK = 100, EK-Quote = 100, Realzins = 6,5%, Inflation = 2%)

Tagesneuwert

RKE: Kumulierte Abschreibung (=Kapitalrückfluss) inkl. Inflationsausgleich

RKE: Kumulierte Abschreibung (=Kapitalrückfluss)

0,0

1 6 11 16 21 26

Jahre

31 36 41 46

Abb. 1: Nettosubstanzerhalt Abb. 2: Realkapitalerhalt

Vom Netzbetreiber

"extern" aus den

Abschreibungen zu

generierender

Inflationsausgleich

In den kumulierten Abschreibungen ist bei der NSE aufgrund der TNW-Abschreibungen bereits

ein Inflationsausgleich enthalten (vgl. Abbildung 1). Allerdings reichen die über die Netzentgelte

eingenommenen kumulierten Abschreibungen am Ende der Abschreibungsdauer nicht aus, um

das tatsächliche Reinvestitionsvolumen abzudecken. Die verbleibende Lücke muss der Netzbetreiber

selbst decken. Dazu kann er z.B. die über die Netzentgelte eingenommenen Abschreibungen

in Form anderer Netzanlagen reinvestieren oder am Kapitalmarkt („extern“) anlegen und

sie „inflationsverzinsen“ lassen. Auch beim Nettosubstanzerhalt muss also ein großer Teil des

Substanzerhalts außerhalb der Abschreibungen erfolgen, d.h. genau wie beim Realkapitalerhalt.

Bei der reinen Realkapitalerhaltung entfällt aber diese Zweiteilung (Abbildung 2). Die in den

Netzentgelten enthaltenen Abschreibungen werden nur auf Basis der AHK verrechnet – dafür

erhält der Netzbetreiber statt des Realzinses einen Nominalzins und nimmt im Gegenzug die

Inflationsverzinsung „in eigener Regie“ vor.