Schlanke Regulierung nur - Bundesverband Neuer Energieanbieter

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Schlanke Regulierung nur - Bundesverband Neuer Energieanbieter

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sächlichen Wiederbeschaffungswert abgeschöpft werden; eine rückwirkende Verrechnung zuviel

berechneter Zinsen auf das Eigenkapital wäre praktisch kaum durchführbar. Der Vorschlag, statt

Einzelkomponenten künftig auf die TNW von Systembaugruppen abzuschreiben, schafft nur

zusätzlich Intransparenz und Manipulationsspielraum: Baugruppen (z.B. Umspannwerke) setzen

sich typischerweise aus Einzelinvestitionen unterschiedlichster Zeitpunkte zusammen und müssten

entsprechend dem technischen Fortschritt immer wieder neu gruppiert werden – ein für die

Regulierungsbehörde kaum kontrollierbares Verfahren.

Somit übt das Prinzip der Nettosubstanzerhaltung auf jeden Netzbetreiber einen Anreiz aus,

• Stranded Investments möglichst lange nicht als solche offen zu legen, sondern stattdessen

Eigenkapital auf der Basis einer fiktiven Wiederbeschaffung zu Tagesneuwerten aus den

Entgelten zu generieren;

• abgeschriebene und nicht mehr benötigte Anlagenkomponenten möglichst lange formal zu

betreiben, statt einen Rückbau vorzunehmen, um weiterhin eine Verzinsung für das (nie

mehr benötigte) Eigenkapital auf der Basis von TNW zu erhalten.

4. Übergang von NSE zu RKE ist auch während einer laufenden Abschreibung möglich

Gegen die Einführung der RKE wird von Netzbetreiberseite eingewendet, dass der Übergang

während einer laufenden Abschreibung zu einer gravierenden Anhebung der Netznutzungsentgelte

führen müsse. Dieser Effekt entsteht aber nur, wenn der Systemwechsel nach folgenden

- von Netzbetreiberseite diskutierten - Prinzipien erfolgt (in Abbildung 3 als Übergang A bezeichnet):

• die zum Zeitpunkt des Systemwechsels geführten TNW werden eingefroren und als fiktive

AHK über die Restlaufzeit linear abgeschrieben;

• die Verzinsung mit dem nunmehr höheren Nominalzinssatz erfolgt auf den Restwert, der

sich aus dem eingefrorenen TNW (unter Berücksichtigung der linearen Abschreibung) ergibt.

Bei diesem Ansatz entsteht in der Tat im Jahr des Übergangs ein höheres Netznutzungsentgelt,

da die Auswirkungen des Übergangs auf Abschreibungs- und Restwert (in Richtung sinkender

Werte) erst im Laufe der weiteren Abschreibungsdauer nach Übergang spürbar werden, andererseits

aber der höhere Nominalzinssatz sofort angewendet wird. Der Anstieg entspricht daher

genau der Differenz von Real- und Nominalzins auf den Restwert, der bei diesem Übergangsansatz

unverändert übernommen wird. Allerdings ist kaum nachvollziehbar, warum nach einem

Übergang auf RKE der höhere Nominalzinssatz auf Tagesneuwerte angewendet werden sollte,

da die ja de facto vom Netzbetreiber nie finanziert wurden.

Dieser Effekt einer Netzentgelterhöhung bleibt aus, wenn als Basis für die Verzinsung mit dem

Nominalzinssatz ab dem Zeitpunkt des Übergangs nicht der Restwert auf TNW-Basis gewählt

wird, sondern derjenige, der sich – wie bei der RKE – aus den ursprünglichen AHK (unter Berücksichtigung

der linearen Abschreibung) ergibt (Übergang B in Abbildung 3). Die Berücksichtigung

der Abschreibungen erfolgt wie bei Übergang A.

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