Schlanke Regulierung nur - Bundesverband Neuer Energieanbieter

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Schlanke Regulierung nur - Bundesverband Neuer Energieanbieter

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Jährliche kalkulatorischen Kapitalkosten (in NNE)

NSE: Summe Zins auf RW und Abschreibung (in Netzentgelt)

RKE: Summe Zins und Abschreibung (in Netzentgelt)

Üb A: Summe Zins auf RW und Abschreibung (in Netzentgelt)

Üb B: Summe Zins und Abschreibung (in Netzentgelt)

1 3 5 7 9 11 13 15 17 19 21 23 25 27 29 31 33 35 37 39 41 43 45 47 49

Abb. 3: Übergang von NSE zu RKE

Mit diesem Übergangsansatz sind sinkende Netznutzungsentgelte verbunden. Es käme hierbei

zu einer geringfügigen Lücke im Kapitalrückfluss gegenüber einer Situation, in der der NB immer

und von Beginn des Abschreibungszeitraumes nach dem Prinzip der NSE vorgegangen wäre.

Wie die Abbildung 3 aber zeigt, sind die auch mit einem Übergang zu erzielenden Netznutzungsentgelte

immer noch höher als wenn von Anfang an nach RKE kalkuliert worden wäre.

Grundsätzlich trifft allerdings die Annahme, dass die zurzeit existierenden Betriebsmittel seit

Beginn ihrer Lebensdauer nach dem System der Nettosubstanzerhaltung abgeschrieben wurden,

gar nicht zu: So wurde in der Erdgaswirtschaft bislang noch nie nach dem System der NSE,

sondern nach dem Prinzip der Anlegbarkeit kalkuliert. Auch im Stromnetzbereich galten meist

völlig andere Kalkulationsprinzipien (Anlegbarkeit, Konkurrenz durch Eigenerzeugung). Das

Prinzip der Nettosubstanzerhaltung wurde einheitlich erst mit der Verbändevereinbarung Strom

II eingeführt. Viele Beispiele zeigen, dass an unterschiedlichen Stellen Netzbetreiber von den

Regelungen der Verbändevereinbarungen abgewichen sind. Erst mit der Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes

im Mai 2003 gewann durch die Vermutungsregelung „guter fachlicher

Praxis“ für die Verbändevereinbarung II plus das System der Nettosubstanzerhaltung eine rechtliche

Relevanz.

Es ist also davon auszugehen, dass der weitaus größte Teil der langlebigen Anlagegüter (nur für

diese spielen die mit NSE bzw. RKE verbundenen unterschiedlichen Zinseffekte eine Rolle)

nicht nach dem System der Nettosubstanzerhaltung abgeschrieben bzw. verzinst wurde. Daher

steht einem flächendeckenden Übergang zur Realkapitalerhaltung nichts im Wege. Um in Einzelfällen

möglicherweise auftretende unbillige Härten zu vermeiden, könnte eine Ausnahmevorschrift

vorgesehen werden: Es wird den Netzbetreibern ausnahmsweise eine Erhöhung der Entgelte

im übergangsbedingten Ausmaß zugestanden, soweit sie gegenüber der Regulierungsbehörde

nachweisen, dass sie für diese Anlagegüter in der Vergangenheit immer nach NSE kalkuliert

haben.

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