Impulsreferat Dr. Jörg Spicker

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Impulsreferat Dr. Jörg Spicker

Erzeugungsmarkt der Zukunft: Offenes

Marktdesign oder straffe Planwirtschaft?

Dr. Jörg Spicker

Berlin, 7.9.2011


Offenes Marktdesign oder straffe Planwirtschaft?

Drei Thesen, die zur Lösung führen.

1. Der Erzeugungsmarkt ist bereits auf dem Weg in die

Planwirtschaft.

2. Private Investitionen sollen die Funktionsfähigkeit des

Systems sicher stellen.

3. Klare Signale der Politik sind jetzt notwendig.

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1. Der

Erzeugungsmarkt

ist bereits auf

dem Weg in die

Planwirtschaft.

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Der Erzeugungsmarkt ist auf dem Weg in

die Planwirtschaft.

Planwirtschaft

• P. (besser: Zentralverwaltungswirtschaft) bezeichnet eine

Wirtschaftsordnung, in der die ökonomischen Prozesse

einer Volkswirtschaft, insbesondere die Produktion und

die Verteilung von Gütern und Dienstleistungen

planmäßig und zentral gesteuert werden.

• Eine P. ist hierarchisch aufgebaut, d.h. die Einzelpläne

der Wirtschaftssubjekte (Haushalte, Betriebe) müssen

sich dem (politisch beschlossenen und i.d.R. als Gesetz

verkündeten) Gesamtplan unterordnen.

• ...

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Kartellamt bangt

um liberalisierten Strommarkt

– starke Konzentration auf die

Erneuerbaren sei

„Planwirtschaft

Planwirtschaft“.

FDP-POLITIKER:

FDP POLITIKER: „Die Die

Energiewende ist

Planwirtschaft wie in der DDR“ DDR

FAZ: „Die Die ‚Energiewende

Energiewende‘ ist

der Abschied von der

Liberalisierung des

Strommarkts.“

Strommarkts.

Justus Haucap: „Markt Markt- statt

Planwirtschaft bei

erneuerbaren Energien!“

Energien!

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Die Energiewirtschaft ist Regelungen ausgesetzt,

die zunehmend massiver eingreifen.

ENERGY

STRATEGY

MARKET

LIBERALIZATION

RENEWABLES

EMISSIONS

ENERGY

EFFICIENCY

1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 … UP To 2020 … UP To 2030

ENWG 1998

EEG 2000

NUCLEAR PHASE-OUT

GERMAN ENERGY STRATEGY 2020

SHORTENED NUCLEAR PHASE-OUT

ENWG 2005 ENWG 2011

EEG 2004 EEG 2009

MARKET ACCESS ELECTRICITY MARKETS

MA GAS MARKET ACCESS GAS MARKETS

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TEHG

INCENTIVE REGULATION

BIMSCHG 1974 BIMSCHG 2002

1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 … UP To 2020 … UP To 2030

EDL-G

IEKEP

ENERGY EFFICIENCY ACT 2001 ENERGY EFFICIENCY ACT 2007

COMBINED HEAT AND POWER ACT 2002 COMBINED HEAT AND POWER ACT 2009

EDL-G

EEG 2012


Umverteilungen durch politische Ziele

haben ein enormes Ausmaß angenommen.

81,5 Mrd. €.

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Auch ohne Kapazitätsmärkte ist der Ausstieg aus

der marktwirtschaftlichen Erzeugung vorgezeichnet.

Anteil an der Bruttostromerzeugung

100%

75%

50%

25%

0%

Rein

marktwirtschaftliche

Erzeugung

Subventionierte

Erzeugung *

2011 2020 2030 2040 2050

*Erneuerbare und KWK. Quelle: EEG 2012, KWKG 2009, BET

Subventionierte

Erzeugung*

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EE

KWK


Staatliche Planwirtschaft

ist wie ein prachtvoller Baum

mit weit ausladender Krone …

… aber in seinem Schatten wächst w chst nichts.

Harold MacMillan

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Peter Trader also needs grid access – at

fair non-discriminatory conditions.

2. Private

Investitionen

sollen die

Funktionsfähigkeit

higkeit des

Systems

sicherstellen.

Source: RWE

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Ein erheblicher Grundstock an disponibler

Leistung muß das Gesamtsystem absichern.

Ohne wärmegeführte Erzeugung

Notwendige Absicherung

gegen Windstille,

fehlende Sonnenstrahlung

sowie hohe Erzeugungsvolatitlität

und

Prognosefehler

Mindest-Absicherungsgrundstock

im Modell

(ohne Extremsituationen)

Quelle: BET für bne 2011

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Aus konventionellen „Energy-only Markets“ ergeben

sich derzeit keine Anreize für Neuinvestitionen.

Entwicklung Clean Spark Spread (CSS) und

Clean Dark Spread (CDS) bis 05.09.2011

35

[€/MWh]

30

25

20

15

10

5

0

CSS gegen Peak Cal. 12 bewertet (Wirkungsgrad: 47%)

CDS gegen Base Cal. 12 bewertet (Wirkungsgrad: 38%)

Clean Spark Spread

Clean Dark Spread

Jan. 10 Apr. 10 Jul. 10 Okt. 10 Jan. 11 Apr. 11 Jul. 11

• Der niedrige CO 2 -Preis erhöht

die Attraktivität der

Kohleverstromung

• CSS und CDS reichen auch in

absehbarer Zukunft nicht aus,

um Neuinvestitionen zu

ermöglichen

Dramatisch sinkende

Vollbenutzungsstunden für

konventionelle Kraftwerke

verschärfen die Situation.

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Das Problem für Investoren:

money money money - „missing money“ …

Quelle: BET

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Und nun?

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Erforderliche Investitionen amortisieren sich

derzeit nicht.

• Hoffnung auf zusätzliche Wertpotentiale?

• Preisspitzen als Folge von Instabilitäten im Markt

• Regelenergiemärkte

• Intradaymarkt

• Kapazitätsprämien

• (vermiedene Netznutzung, KWK, Anlagenverbünde)

• ((Preiszonenbildung, Cross Border Integration)).

Unsicherheiten für Investoren sind derzeit zu groß.

Die Gefahr eines „Schweinezyklus“ mit drastischen

Folgen für die Versorgungssicherheit und

Preisstabilität steigt.

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Jetzt

sind

klare

Signale

der Politik

notwendig.

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Ist das ein klares Signal?

• „Sie [BNetzA] beabsichtigt daher, die Betreiber von

Erzeugungsanlagen nach Maßgabe der folgenden Eckpunkte

zur Mitwirkung zu verpflichten. Angedacht ist die

Festlegung obligatorischer vertraglicher Regelungen im

Rahmen des Netznutzungsvertrages…

• Reduzierung der Wirkleistungseinspeisung bis hin zur vollständigen

Abschaltung

• Erhöhung der Wirkleistungseinspeisung, inklusive des Aktivierens

und Hochfahrens … auch aus dem abgeschalteten Zustand

• Verschiebung von geplanten Kraftwerksrevisionen auf Anforderung

des ÜNB.

• Für die Inanspruchnahme … ist eine angemessene Vergütung

zu zahlen.

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Investitionen in Kraftwerke erfordern Vertrauen

in Märkte, für die dringend die Basis zu legen ist.

• Können sich Investoren auf hohe Knappheitspreise am

Kurzfristmarkt oder bei den Grid Services verlassen?

• Oder ist die Politik bereit, den gewünschten Ausbau der

Erneuerbaren durch gezielte und sinnvolle Förderung des

notwendigen Backup-Systems zu ergänzen?

• Nutzt die Politik diese Richtungsentscheidung für weitere

Ziele (Intensivierung des Wettbewerbs, Stärkung des

Handels)?

Die Antworten muss die Politik geben:

Zeitnah, deutlich, verlässlich.

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Volle

Leistung

voraus?

Hoffentlich.

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