dena-Verteilnetzstudie - Bundesverband Neuer Energieanbieter

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ne | Stellungnahme | Seite 2

Die Studie zeigt: Erweiterungsfaktor ist verbesserungsfähig

Dass eine pauschale Renditeerhöhung keinesfalls die geeignete Lösung sein

kann, zeigt die Auswertung des Erweiterungsfaktors. Dieser Faktor ist ein Bestandteil

der Rechenformel in der Anreizregulierung, mit der die zulässigen

Erlöse der Netzbetreiber bestimmt werden. Er wurde gerade dazu eingeführt,

um die sich ändernden Versorgungsaufgaben der Netzbetreiber in den Erlösen

abzubilden. Wichtiger Bestandteil des Erweiterungsfaktors ist daher die

Zahl der Anlagen zur erneuerbaren Erzeugung im Netz. Vereinfacht bedeutet

dies, je mehr Erneuerbare Anlagen im Netz vorhanden sind, desto mehr Erlöse

darf ein Netzbetreiber in dem Netz generieren.

Die Studie zeigt, dass der Erweiterungsfaktor verbessert werden kann: Bei

Netzbetreibern, die einen hohen Ersatz- und Erweiterungsbedarf haben,

deckt der Erweiterungsfaktor nur 84 Prozent der notwendigen Investitionen

ab. Bei Netzbetreibern mit geringem Ersatzbedarf und geringem Erweiterungsbedarf

deckt der Erweiterungsfaktor allerdings 186 Prozent der notwendigen

Investitionen ab. In diesem Fall darf der Netzbetreiber also wesentlich

mehr Erlöse generieren, als es für die Erfüllung seiner Aufgabe notwendig ist.

Es darf daher gefolgert werden, dass insgesamt genügend Entgelte an die

Netzbetreiber gehen und lediglich die Verteilung ungleich gewichtet ist; mithin

einige Netzbetreiber überproportional viel bekommen und andere etwas

zu wenig. Zu diesem Umstand sagt die Studie allerdings nichts.

Nach Meinung des bne ist es angebracht, ganz gezielt den Erweiterungsfaktor

zu verbessern, statt die gesamte Erlössituation pauschal über alle Netze –

damit die Erlöse auch dort ankommen, wo sie benötigt werden.

Zentrales Manko: Kostensenkungspotentiale aus effizienteren Netzstrukturen

wurden nicht untersucht

Ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der Renditen der Netzbetreiber

wurde in der Studie gar nicht erst untersucht. Die naheliegende Frage, ob

strukturelle Verbesserungen der Netzbetreiber, also vor allem auch größere

Netzgebiete, zu insgesamt deutlich geringeren Kosten führen, wird in der

Studie nicht untersucht. Zahlen der BNetzA deuten darauf hin, dass über alle

Netzbetreiber gesehen mehr als ausreichend Mittel über die Anreizregulierung

zur Verfügung stehen, um die benötigten Investitionen zu stemmen.

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