Die bne-Pressemitteilung zum Download - Bundesverband Neuer ...

neueenergieanbieter

Die bne-Pressemitteilung zum Download - Bundesverband Neuer ...

Pressemitteilung

Für Rückfragen

bne-Konferenz zum Erzeugungsmarkt:

Kerstin Maria Rippel LL.M.

Pressesprecherin

Fon: +49 30 400548-18

kerstin.rippel@bne-online.de

„Wir brauchen einen

konzeptionellen Neustart“

Essen, 06.02.2013. Die Energiewende braucht ein durchdachtes neues Marktkonzept, das

auf dem Prinzip Wettbewerb beruht. Das ist ein wesentliches Fazit der Konferenz „EEG

und EnWG – Gesamtkonzept für ein stimmiges Marktsystem“, die der Bundesverband

Neuer Energieanbieter e.V. (bne) am 6. Februar auf der E-world in Essen veranstaltet

hat. Einzelne politische Schnellschüsse brächten vor allem Verunsicherung für

Marktteilnehmer mit sich. Stattdessen müsse jetzt endlich ein konzeptioneller Neustart

erfolgen, der aus der Spirale abwechselnder Nachbesserungen an

Energiewirtschaftsgesetz und Erneuerbare-Energien-Gesetz herausführe. Darin waren

sich die Teilnehmer der Tagung einig.

„Wir brauchen ein neues, leistungsfähiges Energiesystem“, betonte der Staatssekretär im

Wirtschaftsministerium Nordrhein-Westfalen, Dr. Günther Horzetzky. Der Ausbau der

Erneuerbaren müsse dringend synchronisiert werden mit dem Gesamtangebot an

Erzeugungskapazitäten, dem Netzausbau und den Speicherkapazitäten. „Nur wenn die

rechtlichen, wirtschaftlichen und politischen Voraussetzungen stimmen, werden die

dringend erforderlichen enormen Investitionen getätigt“, warnte er.

Ähnlich argumentierte Helmfried Meinel, Ministerialdirektor im baden-württembergischen

Umweltministerium: „Der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien wird nur gelingen,

wenn wir Investitionsanreize geben“, sagte er. Bleibe es beim heutigen Marktdesign, würden

die Strompreise in einem zunehmend von Erneuerbaren getragenen

Stromerzeugungssystem fallen. „Niemand investiert dann in neue Anlagen. Wir müssen

deshalb über ein neues Marktdesign nachdenken“, forderte Meinel.

Eine solche Neustrukturierung müsse in jedem Falle marktwirtschaftlich organisiert sein,

forderte Uli Huener, Geschäftsführer der Yello Strom GmbH. „Denn Wettbewerb steht für

die Entwicklung von innovativen Techniken und Produkten für den Kunden“, und der stehe

im Mittelpunkt des neuen Marktdesigns: „Der Kunde braucht die freie Wahl, damit er

motiviert wird, sich aktiv an der Energiewende zu beteiligen“, so Huener. Auch und gerade

im Erzeugungsmarkt seien marktwirtschaftliche Prinzipien von grundlegender Bedeutung,

erläuterte Jonas Katz, International Business Developer der dänischen Neas Energy A/S. „In

Deutschland geht es heutzutage nicht mehr nur darum, Erneuerbare auszubauen, sondern

vielmehr, sie effizient in den Markt zu integrieren”, so Katz. Eine aktive Marktteilnahme sei


ne | Pressemitteilung | Seite 2

Für Rückfragen

Kerstin Maria Rippel LL.M.

Pressesprecherin

Fon: +49 30 400548-18

kerstin.rippel@bne-online.de

hier der richtige Weg. Dafür sei ein durchdachtes wettbewerbliches Gesamtkonzept

unerlässlich.

Unterstützung erhielt er vom Vorstand Energiewirtschaft der LichtBlick SE, Gero Lücking,

der sich für klar definierte Marktrollen aussprach: „Die Trennung zwischen Netzbereich

(Smart Grid) und intelligentem Markt (Smart Market) muss auch im EEG konsequent

umgesetzt werden“, forderte er. Dazu müssten zum einen die Netze endlich effizient

betrieben werden: „Viele der derzeit 900 Stromverteilnetzbetreiber sind zu klein, um die

komplexen Herausforderungen zu meistern. Ein System aus 25 Netzbetreibern oder

Netzverbünden wäre deutlich effizienter“, so Lücking. Zum anderen sei die rein

wettbewerbliche und marktorientierte Direktvermarktung der Erneuerbaren wesentlich.

„Ich bin davon überzeugt, dass eine verpflichtende Direktvermarktung auch ohne Prämie

Wettbewerb und Marktintegration schafft“, sagte der LichtBlick-Vorstand.

In die gleiche Richtung gingen die Forderungen von Staatssekretär Dr. Horzetzky:

„Erneuerbare Energien müssen in der Tat einen Beitrag zur Systemsicherheit leisten. Das

wird nur funktionieren, wenn künftig auch bei der Einspeisung erneuerbarer Energien in

den Strommarkt Angebot und Nachfrage im Einklang stehen“.

Dr. Felix Chr. Matthes, Forschungskoordinator Energie- und Klimapolitik am Öko-Institut

e.V., warnte indes davor, die Errungenschaften des EEG auf‘s Spiel zu setzen: „Wir brauchen

eine klare Vision für die Strukturen des zukünftigen Strommarktes, der aus einer Mischung

von Strom- und Kapazitätsmärkten bestehen wird“, sagte er. Auf dem Weg dahin würden

sowohl für den konventionellen Strommarkt als auch für die Flankierung erneuerbarer

Energien Reformen mit Strukturen benötigt, die sich klar an dieser Vision ausrichteten.

„Aber auch mit Augenmaß, um Errungenschaften zu bewahren, die notwendigen

Lernprozesse zu initiieren und so eine robuste Transformation des Marktes zu sichern“,

forderte Matthes. Auch Ministerialdirektor Meinel warnte vor einem übereilten Herangehen

an das EEG: „Um das EEG wie von der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten

vereinbart, zum zentralen Steuerungsinstrument der Energiewende weiterzuentwickeln,

bedarf es zunächst einer gründlichen Analyse. Ein politischer Schnellschuss hilft nicht

weiter.“ Verständnis für „aktuelle politische Vorschläge zur vorläufigen Kostenbeschränkung

im Strommarkt“ äußerte bne-Geschäftsführer Robert Busch. Allerdings habe die heutige

Konferenz eines noch einmal sehr deutlich gezeigt: Die Hauptaufgabe liege jetzt darin, auf

der Fachebene ein marktwirtschaftliches Konzept zur Neustrukturierung des

Energiemarktes zu erarbeiten, „und das rundherum durchdacht und möglichst schnell.“

Der bne ist die schlagkräftige Interessenvertretung für alle netzunabhängigen

Energieversorger in Deutschland. Im Unterschied zu Anbietern mit verbundenem Netz sind

unsere Mitglieder frei von Monopolinteressen: Sie kämpfen für Vielfalt, Effizienz und

Fairness im Energiemarkt. 2012 haben bne-Mitgliedsunternehmen über sieben Millionen

Kunden zuverlässig mit Strom, Gas oder energienahen Dienstleistungen beliefert.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine