Schwerpunkte: Die Position des bne zum Gasnetzzugang

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Schwerpunkte: Die Position des bne zum Gasnetzzugang

Schwerpunkte:

Die Position des bne zum Gasnetzzugang

Berlin, 30. Januar 2006

Elementar ist der diskriminierungsfreie Marktzugang für neue Anbieter, deshalb müssen

alle Kunden (Weiterverteiler und Endkunden) für alle Lieferanten grundsätzlich zu den gleichen

Bedingungen erreichbar sein!

Die Bundesnetzagentur hat die Entwicklung eines Netzzugangsmodells als Wegbereiter für

künftigen Wettbewerb auf dem deutschen Gasmarkt auf einen guten Weg gebracht. Auf den

letzen Metern versuchen die Netzbetreiber ihre Monopolverträge durch die Option einer Ausnahmeregelung

neben dem gesetzlich geforderten Wettbewerbsmodell bestehen zu lassen. Sie

wollen ihre alten Monopolverträge in das neue System hinüber retten. Hierdurch drohen die

bisher positiven Ergebnisse, wie die Festschreibung eines Zwei-Vertragsmodells, entwertet zu

werden. Es besteht die Gefahr, die Öffnung des Gasmarktes um weitere Jahre zu verzögern.

Machbarkeit –Erfordernis –Angemessenheit dies müssen die Kriterien für die Bestandteile

des Gasnetzzugangsmodells sein, um tatsächlich den gewünschten Wettbewerb

auf dem Gasmarkt anzustoßen.

Während des Konsultationsprozesses haben sich hier drei entscheidende Punkte herausgebildet,

an denen ein funktionierender Markt zu scheitern droht:

1. City-/Regio-Gate Altverträge

Die Beibehaltung der City-/Regio-Gate Altverträge ist nicht nur unnötig für ein leistungsfähiges

Zugangsmodell. Die Monopolverträge aus der alten Welt behindern den Anbieterwechsel; insbesondere

für Haushaltskunden wird sich kein Markt entwickeln. Damit stehen sie fairen und

diskriminierungsfreien Wettbewerb grundsätzlich entgegen. Die Verträge beinhalten die Option

eines wettbewerbsfreien Raumes und ermöglichen dadurch diskriminierende Netzentgelte,

künstliche Kapazitätsengpässe sowie eine Beschränkung der Liquidität an den Handelspunkten.

„Gate“ Verträgebergen eine große Verdunkelungsgefahr, da frei zuordenbare Kapazitäten an

Ein- und Ausspeisepunkten auf nahezu Null gebracht werden und gleichzeitig eine Überprüfbarkeit

(der Kapazitäts- und Kostenwälzung im Innenverhältnis, sowie Erbschaftsregeln) nicht

mehr möglich ist. Solche Verträge sind nur zwischen kommunalen Vertrieben und Vorlieferanten

bei unzureichendem Unbundling von Nutzen. Diese Lieferverträge sind Sache des Vertriebes

werden hier aber von den Netzbetreibern gewünscht. Das zeigt deutlich, dass Unbundling hier

nicht einmal in Ansätzen funktioniert und sich die Netze die Sache „ihrer“ Vertriebe zu Eigen

machen.

2. Ausweitung der Marktgebiete

Anders als in den Verhandlungen bereits festgestellt, droht eine deutliche Anzahl der Ausweitung

der Marktgebiete bis hin zu mehreren Marktgebieten innerhalb einzelner Netze. Je mehr

Marktgebiete, umso zerstückelter ist der Markt. Dies behindert massiv den Wettbewerb und

schafft Kosten.

.


3. Unzureichende Einbindung der Speicher

Die Einbindung der Speicher in die virtuellen Handelspunkte ist Grundvoraussetzung für diskriminierungsfreien

Handel. Erdgasspeicher entlasten das Netz und optimieren den Lastfluss. Daher

sind die hierdurch vermiedenen Netzkosten in den vorgelagerten Netzen mit in die Kostenwälzung

einzubeziehen. Anderenfalls droht die Gefahr der Wettbewerbsverzerrung und -

behinderung.

Es steht zu befürchten, das die geforderte Option der Ausnahme vom Wettbewerb zu einer

Zweiklassengesellschaft auf dem Markt führen wird und von der Ausnahme zur Regel wird. Die

Folgen sind:

Neue Lieferanten bekommen nur erschwert die Kapazitäten und wenn dann teurer. Der

virtuelle Handelspunkt kann keine ausreichende Liquidität erreichen.

Ein Wettbewerb um Haushaltskunden kann nicht entstehen, da die neuen Lieferanten ferngehalten

werden. In rund 18 Mio. Haushalten wird mit Gas geheizt

entspricht rund der Hälfte des gesamten dt. Gasverbrauchs ( ~ 500 Mrd. kWh/a)

Jahresumsatz von mehr als 25 Mrd. €/a

Beschaffungsalternativen für kommunale oder regionale Weiterverteiler werden verhindert.

Die mehrfachen Ankündigungen des BGW, die Grundlagen auch für den Wechsel

von Haushaltskunden schaffen zu wollen, laufen damit gänzlich ins Leere!

Machbarkeit –Erfordernis –Angemessenheit

Machbar sind wenige Marktgebiete/Regelzonen: Nicht mehr als eins bzw. zwei Gebiete für

verschiedene Qualitäten je überregionalen Ferngasnetzbetreiber.

Erforderlich sind Gate-Verträge in keinem Fall und angemessen noch viel weniger, da

sie diskriminieren.

Angemessen ist

die marktgerechte Einbindung der Speicher,

ein Handelsplatz pro Marktgebiet (statt mehrer Lieferorte durch Citygate).

Fazit:

Nur das von der Bundesnetzagentur in Zusammenarbeit mit den Verbänden entwickelte Netzzugangsmodell

ist für einen wettbewerblich organisierten Markt geeignet. Es steht zur Anwendung

bereit und wird künftig von einer nicht unerheblichen Anzahl von Netzbetreibern tatsächlich

verwendet werden. Seine Überlegenheit für Wettbewerb und Versorgungssicherheit wird

sich in der Praxis bestätigen.

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