Messsysteme im Smart Market - Bundesverband Neuer ...

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Messsysteme im Smart Market - Bundesverband Neuer ...

Messsysteme im Smart Market

Infotag „Novellierung Messwesen 2012“

23. Oktober 2012. Berlin


Über den Bundesverband Neuer

Energieanbieter e.V. (bne)

• Gegründet 2002, ca. 40 Mitglieder

• Regulatorischer Hintergrund: Liberalisierung der Energiewirtschaft ab

1998

• Vertritt Unternehmen, die ausschließlich auf den wettbewerblichen

Wertschöpfungsstufen agieren

• Darunter diverse Unternehmen mit Engagement im Messwesen, z.B.

• Yello Strom GmbH (Stromsparzähler)

• LichtBlick AG (Auslesung und Steuerung BHKW)

• ENOMETRIK Gesellschaft für Messdienstleistungen mbH

• RWE Effizienz GmbH

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Aktuelles Engagement des bne im Messwesen

• Beteiligung an folgenden politischen Prozessen

• BSI-Normierungsinitiativen 2011/12 (Abschluss in diesem Jahr)

• Schutzprofile

• Technische Richtlinie

• Novellierung MessZV (Referentenentwurf Anfang Dezember?)

• BMWi-Netzplattform AG Intelligente Netze und Zähler: Erarbeitung

des Rechtsrahmens für Smart Grids / Smart Markets (realistisches

Zeitziel: nicht vor Q2/2013)

• Der bne tritt für die konsequente Liberalisierung des Messwesens und

eine wettbewerbliche Ausgestaltung der Smarten Energiewelt ein.

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Überblick

• Status Status Status Quo: Quo: Smart Smart Metering

Metering

• EnWG 2011 und MessZV

• Intelligente Zähler im Smart Market

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Status Quo: Der Nutzen intelligenter Zähler im

Haushaltsbereich wird grandios überschätzt (1)

• Verbrauchskontrolle: Messsysteme verhelfen dem Verbraucher endlich zu

seinem Recht auf Transparenz.

Problem: Die Kosten dafür sind zu hoch. Transparenz ist den

Verbrauchern so viel nicht wert.

• Energieeffizienz: Energie sparen mit intelligenten Zählern.

Problem: Die Einsparungen sind viel zu gering, um die Zähler zu

refinanzieren.

• DSM: Lastverlagerungspotentiale im Haushaltskundenbereich sind zu

gering und das Marktdesign ermöglicht gegenwärtig nicht das

Durchreichen von Knappheitssignalen an die Endkunden.

Es gibt keine echten Smart-Metering-Business-Cases im Massenmarkt.

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Status Quo: Der Nutzen intelligenter Zähler im

Haushaltsbereich wird grandios überschätzt (2)

Smart Grid: Die intelligenten Netze der Zukunft sind auf intelligente

Zähler angewiesen.

Dagegen: Netzbetreiber sind auf anschlussscharfe Daten nicht

angewiesen, operativ und in Hinblick auf die Investitionskosten ist es

günstiger, eine netzeigene Sensorik gezielt an den relevanten Punkten

zu installieren.

Es gibt keinen netzgetriebenen Roll-out von Smart-Metering.

• Also:

• Ist das Thema Smart Metering gestorben noch bevor es wirklich

lebendig geworden ist?

• Welchen Sinn macht es, sich für eine konsequente Liberalisierung

des Messwesens einzusetzen?

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Wofür Intelligente Zähler gebraucht werden:

als Ermöglicher von Flexibilisierung

• Intelligente Zähler sind schon jetzt Bestandteil von ersten Produkten

der Energiewendewelt, von Lösungsbeiträgen für die heraufziehenden

neuen Knappheitskonfigurationen in den Bereichen Erzeugung und

Netzkapazitäten. Beispiele:

• Intelligent gesteuerte BHKW

• EEG-Anlagen (Ist-Einspeisung, Abregeln)

• DSM ist im Haushaltsbereich erst mittel- oder langfristig ein Thema.

Begünstigend werden wirken:

• Geeignete Anpassungen der Rahmenordnung (Regeln für Smart

Markets, Bilanzierungssystem, Netzentgeltstrukturen etc.)

• Weiterhin rapider EE-Ausbau, der die Mobilisierung zusätzlicher

Flexibilitäten wirtschaftlich macht.

• Generell steigendes Preisniveau (real, wettbewerblicher Anteil).

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Überblick

• Status Quo: Smart Metering

• EnWG EnWG 2011 2011 und und und MessZV MessZV

MessZV

• Intelligente Zähler im Smart Market

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Die EnWG-Novelle 2011 hat einen Markt für

Messsysteme und deren Betrieb geschaffen

• Der sich selbst tragende Markt für Messsysteme bestand aus einigen

kleinen Nischen: Prosumer, große Verbraucher (z.B. im Rahmen von

Energiedienstleistungen oder Einsparcontracting), Technikaffine

• Das EnWG 2011 hat aber durch die Einbauverpflichtungen eine

zusätzliche Nachfrage geschaffen, z.B.:

• Neubauten, Renovierungen

• Kunden mit Verbrauch > 6.000 kWh

• Initiales Volumen i.H. eines hohen einstelligen Millionenbetrags sowie

eine gewisse stetige Nachfrage (Neubauten, Renovierungen, Ersatz)

• Aus der vom BMWi ausgeschriebenen Kosten-Nutzen-Analyse können

ggf. weitere Verpflichtungsfälle abgeleitet werden.

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Der verordnete Messmarkt muss volkswirtschaftlich

effizient ausgestaltet werden

• Der staatlich verordnete Markt für Messsysteme ist aus

volkswirtschaftlicher Perspektive überdimensioniert

• Er hat aber den Vorteil, dass er dafür sorgt, dass eine substantielle

Zahl von Zählern in den Markt kommt:

• Lerneffekte bei Herstellern

• Lerneffekte bei Betreibern

• Kritische Masse

• Dieser Anschub des Marktes für Messsysteme muss dafür genutzt

werden, einen Ordnungsrahmen zu etablieren, der dauerhaft für

volkswirtschaftlich befriedigende Ergebnisse sorgt!

• Gelingt dies nicht, besteht die Gefahr strandender Investitionen und

einer Blockade mittelfristig entstehenden Smart-Market-Potentials.

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Die Liberalisierung des Messwesens war in der

alten Welt volkswirtschaftlich nicht zwingend

• Die Grenzziehung zwischen dem regulierten Monopolbereich Netz und

der Technik der Anschlussnutzer ist in gewissem Rahmen willkürlich.

• Effizienzerwägungen deuten in der alten Welt des Messwesens nicht

auf große Vorteile wettbewerblicher Allokation hin:

• Kaum Produktwettbewerb möglich;

• Kaum Preiswettbewerb möglich;

• Geringe Bedeutung für die Geschäftsmodelle der wettbewerblichen

Energiewirtschaft.

• Transaktionskosten zwischen Netz und MSB

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…in der neuen Welt hingegen ist ein konsequent

liberalisiertes Messwesen unerlässlich

• Mess- und Steuerungsdaten (Übermitteln, Prozessieren) von

Energiekunden sind zunehmend wesentlicher Bestandteil von Produkten,

die Energiewirtschaft rückt in das Informationszeitalter.

Messsysteme sind Ermöglicher (enabler) solcher Produkte, sowohl

technisch als auch in Hinblick auf die Prozesse und die Kosten.

• Nur wenn MSB im Wettbewerb stehen, bestehen ausreichende Anreize

für kundendienliche Innovationen und Kostensenkungen:

• Weiterentwicklung von Hard- und Software;

• Professioneller Umgang mit den Daten (weitgehend fehlerfreie,

vollautomatische, kostensparende, massengeschäftstaugliche

Prozesse);

• Diskriminierungsfreiheit.

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Eckpunkte für die Novellierung der MessZV (1)

• Deshalb muss der Dritte beim Betrieb von Messsystemen zum

Normalfall werden.

• Bei Vorliegen einer Einbauverpflichtung informiert der MSB den

Anschlussnutzer, dass er sich ein Messsystem am wettbewerblichen

MSB-Markt beschaffen muss.

• Nur wenn der Kunde nicht reagiert, bleibt er beim default-MSB, der

ihm zu einem regulierten Entgelt ein Messsystem einbaut.

• Auf dem wettbewerblichen Messmarkt konkurrieren Dritte (inkl. ggf.

entflochtener Mess-Schwester des default-MSB) um die besten

Lösungen (heben Wirtschaftlichkeitspotentiale).

• Außerdem wird ein level-playing-field geschaffen, das nicht über

schwer zurechenbare Mittel im Rahmen des regulierten

Netzbetriebs verzerrt werden kann.

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Eckpunkte für die Novellierung der MessZV (2)

• An die allermeisten Gateways wird lediglich ein einziger Stromzähler

angeschlossen sein. Man kann sich sehr einfache und sichere

Messsysteme für diesen Anwendungsfall vorstellen.

• Der Minimalausstattung, die das BSI vorsieht, liegt aber ein

hochkomplexer Anwendungsfall zu Grunde

• Multisparten- und Multimandantenfall

• Dezentral-sternförmige Kommunikation vom Gateway aus

• Tarifierung im Gateway

• Daraus folgen

• Unnötige Kosten (z.B. Eichpflicht für das Gateway)

• Seltsame Ideen (z.B. Separierung der Rollen MSB und Gateway-

Admin).

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Eckpunkte für die Novellierung der MessZV (3)

• Fallen die Rollen des MSB und des Gateway-Admin auseinander und

wird letztere im regulierten Bereich angesiedelt, wird die MSB-Rolle

unattraktiv:

• Reiner Zählerbetrieb ist kein interessantes Geschäftsmodell

• Hohe Transaktionskosten bei Störfällen

• Koordinationsaufwand zwischen Zählern und Gateway

Dritte würden die MSB-Rolle gar nicht mehr übernehmen, das

liberalisierte Messwesen wäre am Ende.

Das würde den Raum für Innovationen im Bereich Smart Markets

beschneiden.

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Überblick

• Status Quo: Smart Metering

• EnWG 2011 und MessZV

• Intelligente Intelligente Zähler Zähler Zähler im im Smart Smart Market

Market

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Architektur Messsystem nach § 21b EnWG mit

Peripherie (lokal, nach aktuellen Vorgaben)

Seite 17 | Novellierung Messwesen 2012 | 23. Oktober 2012


Architektur Messsystem nach § 21b EnWG mit

Marktrollen & weiteren Diensteanbietern

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Architektur Messsystem nach § 21b EnWG

Kommunikation bei grüner „Kapazitätsampel“

Seite 19 | Novellierung Messwesen 2012 | 23. Oktober 2012


Architektur Messsystem nach § 21b EnWG

Kommunikation bei gelber „Kapazitätsampel“

Seite 20 | Novellierung Messwesen 2012 | 23. Oktober 2012


Architektur Messsystem nach § 21b EnWG

Kommunikation bei roter „Kapazitätsampel“

Seite 21 | Novellierung Messwesen 2012 | 23. Oktober 2012


Vielen Dank für Ihre

Aufmerksamkeit!

Dr. Thies Clausen

Bundesverband Neuer

Energieanbieter e. V.

Hackescher Markt 4

D-10178 Berlin

Telefon +49 30 400548-20

Telefax +49 30 400548-10

thies.clausen@bne-online.de

www.bne-online.de

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