Theaterzeitung Februar 2013 - Theater Hagen

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Theaterzeitung Februar 2013 - Theater Hagen

theater zeitung

MUSIKTHEATER BALLETT SCHAUSPIEL KABARETT PHILHARMONISCHES ORCHESTER LUTZ

Februar 2013

Operette in drei Akten von Jacques Offenbach

Interview

HG. Butzko

„Ich bin ein Don Quijote, der gegen Windmühlen

anrennt“: so beschreibt sich der

Kabarettist HG. Butzko im Gespräch

mit dem theaterhagen

> Seite 2

Premiere

Der Wildschütz

Der musikalische Tausendsassa Albert

Lortzing hat uns hier ein anzügliches

Verwechslungsspiel mit grotesken

Situationen beschert: sein pointenreichstes

und witzigstes Bühnenwerk!

> Seiten 4 / 5

theaterzeitung

Februar 2013

„Eine der besten

Operettenproduktionen

der letzten Zeit“

(Online Musik Magazin)

Jeffery Krueger, Dagmar Hesse, Ensemble

Bühnenball

Das Phantom rockt die Oper!

Hagen feiert! Bühnenball! Nach vier langen Jahren

endlich wieder da: Hagens größte Kostümparty

am Karnevalswochenende

> Seite 8


„Die meisten Regisseure sind Diktatoren“ – HG. Butzo im Gespräch

theaterhagen: Herr Butzko, zurzeit haben

Sie mehrere Auftritte in München. Würden

Sie sagen, dass sich der Humor der Bayern

von dem der Menschen aus dem Ruhrgebiet

unterscheidet? HG. Butzko: Ich würde sagen, dass

jede Region natürlich eine eigene Mentalität und

dafür auch ihre Spezialisten hat. Die Bayern haben

bayerische Komiker und Kabarettisten, die diese

Mentalität treffen, das gibt es im Ruhrgebiet aber

auch. Ich erinnere an Herbert Knebel oder früher

Jürgen von Manger… Die funktionieren in anderen

Regionen dann nicht so gut. In meinem Fall ist es

so, dass meine „Type“, mein regionales Idiom,

ein Transportmittel ist für deutschlandweit gültige

Themen. Die funktionieren überall gleich und werden

vom Publikum auch gleich aufgenommen.

Sie sind in Gelsenkirchen geboren, die Presse

beschreibt Ihre Programme als „Kumpelkabarett“

oder „Thekengespräch mit dem

Publikum“. Das klingt so, als würden Sie sich

zur Inspiration auch in den Eckkneipen des

Reviers umhören. Genau das meine ich mit der

„Type“: Dieses kumpelhafte, plaudernde, das ist das

Vehikel. Ich recherchiere zwar sehr viel und lese in

einem durch, was sich tut, aber trotzdem ist meine

Bühnenfigur jemand, der neben dir an der Theke

stehen könnte. Was ich dann aber zu sagen habe,

das ist eine Hirnwindung mehr als die dumpfen

Parolen vom Stammtisch. Ich bin eben der, der

sich ein bisschen mehr Gedanken macht, der auch

mal dialektisch beide Seiten betrachtet und dann

daraus heraus – genauso keine Ahnung hat wie der

Zuschauer! (lacht)

Am 4. März sind Sie mit Ihrem Programm

„Verjubelt“ zu Gast bei uns in Hagen... Ich glaube,

ich bin dann zum vierten Mal in Hagen. Ich freue mich

jedes Mal wieder tierisch darauf.

Erzählen Sie uns ein bisschen zum Inhalt

des Programms? „Verjubelt“ ist sozusagen die

kabarettistische Untersuchung des Ursprungs dessen,

was wir Finanzkrise nennen. Wir erleben momentan

eine sogenannte Schuldenkrise, wahlweise auch

Eurokrise, die für mich aber nichts anderes ist als

die Fortsetzung der Finanzkrise unter einem anderen

Begriff. Und die Frage danach, womit das ganze

Debakel angefangen hat, also quasi eine satirische

Grundlagenanalyse und Ursachenforschung, das ist

„Verjubelt“.

Auf Ihrer Homepage findet sich der schöne

Begriff „weltverbesserndes Kabarett“. Das

klingt so, als würden Sie ein Anliegen verfolgen.

Das ist natürlich ironisch gemeint. Selbstverständlich

ist sich der Kabarettist voll darüber bewusst, dass er

nichts verändert. Und schon gar nicht die Welt! Ich bin

eher ein Don Quijote, der gegen Windmühlen anrennt,

der aber genau das auf der Fahne hat: „Ich werde die

Windmühlen zum Einsturz bringen!“

Sie haben auch eine Stadttheater-Vergangenheit:

Bis 1997 waren Sie zehn Jahre lang als

Schauspieler und Regisseur tätig. Wie erinnern

Sie sich an diese Zeit zurück? Mit gemischten

Gefühlen. Anfangs war das natürlich tierisch aufregend

und spannend und super. Aber dann ist mir das Ganze

letztlich doch zu unkreativ gewesen. Als Schauspieler

ist man ja immer wieder auf Gedeih und Verderb den

Anweisungen eines Regisseurs ausgeliefert. Ich habe

in diesen zehn Jahren nur ganz selten Regisseure

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theaterzeitung

Interview · Gastspiel

getroffen, mit denen die Arbeit wirklich kreativ war,

im Sinne von: „Lass uns gemeinsam auf eine Reise

gehen und mal gucken, was dabei rauskommt.“

Die meisten Regisseure waren, um es mal ganz

überspitzt zu sagen, Diktatoren. Die sagen dir dann:

„Du kommst von links nach rechts, dann sagst du den

Satz so und dann machst du dies und dann machst

du das.“ Wenn eine solche Inszenierung aufgeht und

die Leute im Zuschauerraum Spaß daran haben, dann

ist man ja auch bereit, das in Kauf zu nehmen. Wenn

man dann aber, und auch das kommt häufig vor, nur

eine verkrampfte Sch… abliefert, und die Zuschauer

fragen sich: „Was soll denn der Mist?“, dann ist das

als Schauspieler sehr frustrierend.

Also sind Sie Regisseur geworden… Das habe

ich zuerst versucht. So unter dem Aspekt: Jetzt biete

ich den Schauspielern mal all die Freiräume, die

ich selber gerne gehabt hätte. Und wissen Sie, was

dann passiert ist? Da trifft man dann auf 50 Prozent

Schauspieler, die wollen aber Anweisungen haben!

Die wollen die Diktatur! Da habe ich angefangen,

ein eigenes Kabarettprogramm zu schreiben. Damit

wurde ich mit einem Mal mein eigener Regisseur,

Autor und Darsteller. Ich hatte mir tatsächlich

vorgenommen, das einmal auszuprobieren, und wenn

es schlecht gelaufen wäre, dann wäre ich wieder

zurück an die Bühne gegangen.

Brauchen Städte wie zum Beispiel Gelsenkirchen

oder Hagen ein eigenes Ensemble? Ist die Arbeit

der Stadttheater wichtig? Ja, natürlich! Die ist sehr

wichtig. Wenn tatsächlich die Kassen leer sind und

die Finanzlage schwierig, dann ist Kultur doch immer

noch der billigste Posten in einer Stadt. Kultur ist

immer ein Nischenprodukt, das allerdings dringend

erhalten werden muss.

Nochmal zurück zum Kabarett: Gibt es Politiker,

die Sie besonders gerne aufs Korn nehmen?

Nein. Die, die gerade dran sind, die kriegen es ab.

Und die haben es auch verdient. Obwohl: Zu Beginn

der Finanzkrise gibt es eine Entwicklung, die finde ich

ganz spannend. Es wird nämlich immer mehr offenbar,

dass Politiker eigentlich ohnmächtig sind. Dass die

Kabale und Liebe

Ein bürgerliches Trauerspiel von Friedrich Schiller

Landestheater Detmold

21. Februar 2013 · 19.30 Uhr

Großes Haus

Foto: Jü Walter

Strukturen und Mechanismen der Märkte inzwischen

viel mächtiger sind als die handelnden Politiker. Horst

Seehofer hat einmal gesagt: „Die, die gewählt wurden,

haben nicht zu entscheiden und die Entscheidenden

wurden nicht gewählt.“ Das sagt der Horst Seehofer!

Gerade beim Programm „Verjubelt“ greife ich das

auf. Insofern habe ich keine Lieblingspolitiker mehr,

als dass ich erkannt habe: Man kann sich entweder

mit den Mächtigen beschäftigen oder sich mit den

Politikern aufhalten.

Die Entscheidungsträger sitzen also eigentlich

in der Wirtschaft, nur haben sie gar keine demo-

kratische Legitimation. Ja! Die Entscheidungsträger

sitzen in der Wirtschaft und dort fallen die

Entscheidungen nach besagten Mechanismen.

Wir haben ein losgelöstes Ding vor uns, einen

Leviathan, wenn man so will, ein Monster, das sich

verselbstständigt hat. Ein Drache, den wir versuchen,

zu reizen.

Und was macht man da? Gibt es eine Lösung?

Das ist nicht mein Job (lacht). Nein, nein, da sollen

sich Leute wie Herr Steinbrück und Frau Merkel

Gedanken machen! Und ich klopfe dann ab, ob die mir

plausibel erscheinen oder Futter fürs Kabarett liefern.

Das Gespräch führte Adaora Geiger

Ferdinand und Luise lieben sich. Er ist der Sohn

des Präsidenten, sie ein einfaches Bürgermädchen.

Diese Verbindung über Standesgrenzen hinweg

beschwört vielfältige Widerstände herauf: Sowohl

Ferdinands Nebenbuhler, als auch die beiden Väter

der Liebenden verbünden sich gegen das Paar. Liebe und Zweifel, Intrige und Tod – Schiller schrieb mit nur

23 Jahren die Tragödie zweier junger Menschen, deren innige Liebesbindung durch die Ignoranz ihrer Umwelt

vereitelt wird, und er rechnet auf diese Weise mit seiner Vätergeneration und dem Absolutismus ab. Doch neben

den gesellschaftlichen Hindernissen, die Ferdinand und Luise in die Verzweiflung treiben, scheitert ihre Liebe

auch am eigenen Zweifel und verhindert so die Veränderung der Verhältnisse. „Kabale und Liebe“ ist ein radikaler

dichterischer Versuch über Gefühl und Gewalt, Dünkel und Glück, Misstrauen und Verhängnis: Kann es eine Liebe

geben, die so bedingungslos ist, dass sie Vernunftvorgaben und Normen, Eifersucht und Ränke überdauert, ein

emotionales Band, das auch die Widrigkeiten der realen Welt nicht zu trennen vermögen?

In der Inszenierung von Martin Pfaff wurde das im Kanon für das Zentralabitur stehende Stück mit großer Resonanz

aufgenommen: „Dass Schillers Sprache den richtigen Nerv trifft, bewies der kräftige Beifall der vielen jungen Leute

im Publikum.“ (Lippische Landeszeitung)

Februar 2013


Kritiken · Rückblick

„Bissige Satire über

Klüngelwirtschaft“

Die Großherzogin

von Gerolstein

Heiliges Kanonenrohr! Die Märsche in dieser Operette

wollen ständig aus der Reihe tanzen und zu Cancans

werden. Das Theater Hagen zeigt jetzt Offenbachs „Die

Großherzogin von Gerolstein“ als bissige Satire über Klüngelwirtschaft

und Kriegstreiberei. (…) Hovenbitzer interpretiert

die Offenbachsche Gesellschaftskritik geistreich

aktuell zwischen Seifenoper und Horrormärchen. Auch

listige Anspielungen auf die Aufmärsche unserer Zeit

fehlen nicht. (Westfalenpost/ Westfälische Rundschau)

Ständig gibt es etwas zu lachen, aber man amüsiert sich

auf intelligente Art und Weise. Ein gelungener Balance-Akt.

Hermann Feuchter (Bühne) und Anna Siegrot (Kostüme)

bieten Opulenz ohne Selbstzweck. Der einhellig bejubelte

Chor wie auch der Extrachor sowie das Ballett von Ricardo

Fernando sind voll im Einsatz und liefern etwa im Kampfgetümmel

des 3. Aktes eine wirklich begeisternde Choreografie.

Die Hagener Aufführung macht durchgehend und

ausnehmend Spaß. (Der Neue Merker)

50 Jahre.

Kammersänger

Horst Fiehl

feiert ein besonderes

Bühnenjubiläum.

Die Entscheidung, singen zu wollen, fiel sehr früh.

Als Dreijähriger, der die klassische Musik liebte,

die er im Radio hörte, wusste Horst Fiehl bereits,

dass er Sänger werden wollte. Er lernte zunächst

Geige spielen und hatte mit 15 Jahren die erste

Gesangsstunde. Seine Bühnenlaufbahn begann er

als 22-jähriger im Chor der Bayerischen Staatsoper.

Dort lauschte er von der Seitenbühne so großartigen

und berühmten Sängern wie Hermann Prey und

Fritz Wunderlich und beschloss, dass die Zeit für

eine eigene solistische Laufbahn gekommen war.

Die begann in Würzburg und führte über Koblenz

schließlich ans theaterhagen, dem er nun seit 40

Jahren die Treue hält.

Er hat hier ein Repertoire gesungen, das viel zu

umfangreich ist, als dass man es an dieser Stelle

aufzählen könnte. Seine besondere Liebe gilt

den italienischen Komponisten, daher seien hier

nur zwei Partien erwähnt, die sich besonders

tief ins Gedächtnis seiner Bewunderer gegraben

haben: Sein Germont, mit dem er in einer äußerst

umstrittenen Inszenierung von „La Traviata“ das

Publikum zu Tränen rührte, und sein Rigoletto, der

Musikalisch bleiben kaum Wünsche offen, was Dirigent

Steffen Müller-Gabriel ebenso zu verdanken

ist wie dem elanvollen Chor und Orchester. (Ruhr

Nachrichten)

Rainer Zaun als brutalstmöglicher General Bumm ist

in seiner maulheldenhaften Art einfach fantastisch;

Andreas Lettowsky als Möchtegern-Staatsmann Graf

Puck findet mit instinkthafter Sicherheit die richtigen

Gesten; Richard van Gemert als leicht debiler Prinz

Paul spielt sein komödiantisches Talent grandios aus

und fühlt sich, wie alle seine Kolleginnen und Kollegen

an diesem Premierenabend, pudelwohl in seiner

beinahe gar nicht herausgekommen wäre: Zwei

Tage vor der geplanten Premiere stellte man fest,

dass das Dach des Theaters akut einsturzgefährdet

war, es durften keine Zuschauer mehr das Gebäude

betreten. Doch dann wurde eine sehr ungewöhnliche

Lösung gefunden: „Rigoletto“ wurde nicht in Hagen,

sondern in Leverkusen zur Aufführung gebracht. Das

Ensemble spielte nun in diesem fremden Haus den

„Rigoletto“ vor Zuschauern, die eigens mit Bussen

von Hagen nach Leverkusen gebracht worden waren –

ein Erlebnis, dessen Erwähnung noch heute Beteiligten

wie Besuchern ein Leuchten in die Augen

zaubert. Im Zentrum der Aufführung Horst Fiehl,

der der Titelpartie alles verlieh, was Gesangskunst

zu transportieren vermag: Seele, Lebendigkeit,

Strahlkraft, Bösartigkeit und innigste Liebe. Die

Aufführungen waren Sternstunden des Theaters.

Zaun, van Gemert, Lettowsky, Hesse

Rolle als dummes Jungchen. Auch Dagmar Hesse ist

schauspielerisch ganz großartig. (theater:pur)

In Roman Hovenbitzers pointierter und scharfzüngiger

Inszenierung sieht die Gerolsteiner Armee in ihrer

Kaserne doch sehr nach einem Schützenverein in

heimischer Übungshalle aus, und eine kleine Militär-

kapelle, die täglich in einer strengen Zeremonie dem

Bild der Landesmutter huldigt, könnte ebenso auf irgendeinem

Schützenfest (oder Rosenmontagszug)

aufmarschieren. Die Regie nimmt die bis heute ungebrochene

Liebe zur Uniform und zu militärischen oder

zumindest militärähnlichen Formen aufs Korn.

(Online Musik Magazin)

Mit der gleichen Ernsthaftigkeit und Sorgfalt, mit

der er die großen Opernpartien sang, nahm er sich

der leichteren Muse an, sei es die Operette, wenn

er etwa als Danilo in der „Lustigen Witwe“ das

Publikum bezauberte, seien es Rollen im Musical,

wie zum Beispiel der Pilatus in „Jesus Christ

Superstar“.

Fragt man Sängerinnen und Sänger, die einen Teil

des Weges mit ihm gegangen sind, fallen schnell

Worte, die bezeichnend sind für die prägende

Kraft, die Horst Fiehl für dieses Theater immer

gewesen ist: Seine Professionalität, Gesangskultur

und Bühnenpräsenz waren ein Maßstab für das

Ensemble. Im Jahr 2000 wurde ihm der Titel

Kammersänger verliehen – als erstem Sänger dieser

Stadt überhaupt.

Zum Ensemblegeist dieses Theaters gehörte nicht

nur das Geschehen auf der Bühne oder in der Probe.

Dass Horst Fiehl zu einem runden Geburtstag vom

Ensemble seinen eigenen Kantinen-Stuhl geschenkt

bekam, ist ebenso bezeichnend wie die dankbaren

Erinnerungen von Kollegen, denen er kompetent

half, ihre Wohnungen zu renovieren. Handwerklich

tätig zu sein war ihm wichtig, als Ausgleich für die

künstlerische Arbeit im Theater.

Horst Fiehl hat diesem Haus die Treue gehalten

und ist weiterhin Teil des Ensembles. Dass er, der

auf seinen 73. Geburtstag zusteuert, weiter dabei

ist, wenn neue Produktionen erarbeitet werden,

ist ihm immens wichtig. Wenn er sagt, Theater sei

sein Leben gewesen, so ist das frei von jeglicher

Koketterie – es ist eine Tatsache. Zu Beginn dieses

Jahres feierte er ein Jubiläum, das nur wenige

Theaterkünstler erreichen: Vor genau fünfzig

Jahren stand er zum ersten Mal auf der Bühne. Das

theaterhagen gratuliert von Herzen!

theaterzeitung

Februar 2013 3


4

theaterzeitung

KOMISCHE OPER IN DREI AKTEN

MUSIK UND TEXT VON ALBERT LORTZING

NACH DEM LUSTSPIEL „DER REHBOCK ODER

DIE SCHULDLOS SCHULDBEWUSSTEN“

VON AUGUST FRIEDRICH FERDINAND

VON KOTZEBUE

PREMIERE AM 2. MÄRZ 2013

19.30 UHR · GROSSES HAUS

Musikalische Leitung Florian Ludwig

Inszenierung Annette Wolf

Ausstattung Lena Brexendorff

Dramaturgie Thilo Borowczak

Chor Wolfgang Müller-Salow

Mit: Raymond Ayers (Graf von Eberbach), Marilyn Bennett

(Gräfin von Eberbach), Jaclyn Bermudez (Baronin von

Freimann), Anja Frank-Engelhaupt / Britta Strege (Nanette),

Werner Hahn (Pankratius); Maria Klier / Tanja Schun

(Gretchen), Jeffery Krueger (Baron Kronthal), Rainer Zaun

(Baculus)

Opernchor und Extrachor des theaterhagen

Kinder- und Jugendchor des theaterhagen

philharmonisches orchesterhagen

Theater hautnah – Die offene Probe

16. Februar 2013 · 10.45 Uhr

Theatercafé

Werkstatt – Der Wildschütz

Produktionsgespräch mit den Beteiligten

23. Februar 2013 · 17.00 Uhr · Opus

Worum geht´s?

Das Verlobungsfest des Schulmeisters Baculus mit Gretchen

findet eine jähe Unterbrechung, als dem Lehrer ein Brief

überreicht wird, in dem der Herr des Dorfes, Graf Eberbach, ihn

wegen Wilderns seines Postens enthebt. Gretchen will nun selbst

beim Grafen um Milde bitten, aber der eifersüchtige Baculus

lässt das hübsche Mädchen nicht auf das Schloss, da ihm dieser

Schritt bei dem Grafen, der als Schürzenjäger bekannt ist, zu

gewagt erscheint. Da naht unerwartet Hilfe. Baronin Freimann,

die Schwester des Grafen, kommt als Student verkleidet, um

unerkannt das Schloss ihres Bruders zu erreichen; sie bietet

an, als Gretchen verkleidet für Baculus zu bitten. Natürlich ist

der Graf von dem „reizenden Landmädchen“ entzückt. Baron

Kronthal aber, der Bruder der Gräfin, der als Stallmeister

verkleidet im Schloss weilt und aus Langeweile und Scherz

einstweilen der eigenen Schwester den Hof macht, verliebt sich

ebenfalls in die verkleidete Baronin und beschließt, sie ihrem

Bräutigam abzukaufen. Neue Verwechslungen,

neue groteske Situationen entstehen. Als aber

Baculus mit dem richtigen Gretchen erscheint...

...Ob dieses Verwirrspiel noch zur Auf-

lösung kommt? Kommen Sie und schauen

Sie selbst!

Vom REHBOCK zum WILDSCHÜTZ

In der Regel widmete sich Lortzing rund ein Jahr

der Arbeit an einer Oper. Auf den Tag genau

zwölf Monate nach dem „Casanova“ kam am

Silvesterabend 1842 seine achte Oper „Der

Wildschütz oder Die Stimme der Natur“

zum ersten Mal auf die Leipziger

Bühne.

Das Sujet für seine neue

Komische Oper hatte Lortzing

in einer Komödie gefunden,

die in ihrer Frivolität und

Schlüpfrigkeit die Zeit-

genossen einst gleicher-

maßen anzog wie ab-

stieß: „Der Rehbock

oder die schuldlos Schuld-

bewussten“ von August von

Kotzebue.

Die „Stimme der Natur“ hatte

niemanden getäuscht. Wenn der

Graf verliebt um das Bauermädchen

wirbt und die Gräfin mit dem

Baronin von Freimann

und Nanette

Premiere

Gretchen

Stallmeister kokettiert,

dann lieben sie beide

keinen anderen als

die eigene Schwester

und den eigenen

Bruder. Die besonders

im Rokoko mannigfach vertretene

These, dass der Mensch unter ge-

wissen Umständen verführbar und

sündig ist, dass er daher zu Selbst-

gerechtigkeit keinen Anlass hat,

wenn er durch besondere Gnade unschuldig

bleibt, ist das Thema von Kotzebues Schauspiel

wie von Lortzings freier Adaption.

Ohne Frage ist der „Wildschütz“

das geschliffenste, pointenreichste

und witzigste Bühnenwerk

Lortzings. Mit dieser Komischen

Oper hatte er einen Gipfel

erklommen, der sich weit über

die Niederungen der meisten

damaligen Singspiele erhob.

Meisterhaft – um ein Beispiel

herauszugreifen – ist die als

Quintett gestaltete, an Mozart

geschulte Billard-Szene, wo

in das nächtliche erotische

Getändel der Choral des

schlaftrunkenen Schulmeisters

Baculus hineindröhnt: „Wach auf,

mein Herz, und singe“. Unübertrefflich

Kostümfigurinen von Lena Brexendorff

Februar 2013


Der Wildschütz oder die Stimme der Natur

aber gelang Lortzing daneben auch die Parodie

einer exzessiven Sophokles-Schwärmerei. Nur

wenige Monate nach der Potsdamer Aufführung von

Sophokles´ „Antigone“ mit der Musik Mendelssohns

war der Funke der Begeisterung auch nach Leipzig

übergesprungen. Lortzing verspottet die damalige

Gräkomanie in der närrischen Suada der Gräfin, die

sie der Dienerschaft zu Beginn des 2. Aktes vorträgt.

Unmissverständlich entlarvt in dieser Episode der

banale Allerwelts-Ton der letzten Zeile („Schade,

schade, dass wir´s nicht verstehn“) die natürlich

nur vorgegebene Begeisterung. Gerade bei dieser

Parodie der spleenigen Griechenschwärmerei macht

sich Lortzing, der auf Geschraubtheit und Bigotterie

allergisch reagierte, zum Anwalt des „gesunden

Menschenverstandes“.

Ein MeisterwerK

„Lortzing componirt nicht im Schweisse seines

Angesichts, sondern unter Lächeln“, schrieb

ein Rezensent nach der ersten Aufführung des

„Wildschütz“ in Frankfurt am Main. Auf jeden

Fall hatte sein Name einen so guten Klang

gewonnen, dass die neue Oper bald nach

der Leipziger Uraufführung von anderen Bühnen

nachgespielt wurde. In Berlin, wo das Publikum

„vom zweiten Akt an fortwährend im Lachen“ blieb,

waren „vorzüglich des pikanten und belustigenden

Sujets wegen“ die Eintrittskarten sofort vergriffen.

Februar 2013

Baculus

Der etwas andere, junge Blick hinter die Kulissen mit und von Jeannie Hannibal.

8440 km und ein alter Koffer. Ein junger Amerikaner

in Hagen. Ein Mann, der die Frau seines Vaters liebt.

Eine neugierige Kolumnistin auf der Suche nach einer

guten Story.

Was das Ganze soll? Nein, hierbei handelt es sich nicht

um ein Stück unseres theaterhagen, sondern vielmehr

um ein Comeback – und ein Date von alten Bekannten.

Darf ich euch ein Geheimnis anvertrauen? Aber ihr

müsst es natürlich für euch behalten! Ich habe mich

nämlich ein bisschen verliebt… Könnt ihr euch noch

daran erinnern, wie ich euch von dem Probenbesuch

bei „Don Carlo“ erzählt habe? Und erinnert ihr euch

auch noch an mein Treffen mit dem amerikanischen

Austauschschüler Wiley?* Nach dem Interview mit

Wiley hatte ich eine Idee, die mir nicht mehr aus dem

Kopf ging. Wie es wohl wäre, einmal gemeinsam

ins Theater zu gehen? Und warum nicht in ein so

romantisches Stück wie „Don Carlo“?

Gedacht. Getan. Ganz ehrlich: Ein Date im theaterhagen

kann ich euch nur ans Herz legen. Vielleicht werdet ihr

im Publikum fast die Einzigen in eurem Alter sein. Aber

Kritik gab es dagegen wegen der vermeintlichen

Frivolität des Werkes. Wie bei Mozarts Oper „Così

fan tutte“, die manche Bearbeiter im 19. Jahrhundert

gewaltsam zu „moralisieren“ suchten, stand auch

beim „Wildschütz“ eine Zeitlang das Sujet einer

durchgreifenden Rezeption im Wege. In einer

moralinsauren Zeit wurde Jahrzehnte hindurch

dem „Wildschütz“ vom „Waffenschmied“ und

vor allem vom „Zar und Zimmermann“ der Rang

abgelaufen. Erst im 20. Jahrhundert setzte sich die

Erkenntnis durch, dass Lortzing gerade

mit dem „Wildschütz“ eine Oper

geschaffen hatte, die das Etikett

„Meisterwerk“ verdient.

dafür trefft ihr hier keine störenden Spione, die am

nächsten Tag im Freundeskreis oder wo auch immer

ihren neuesten Klatsch loswerden wollen („Ich habe

euch gestern gesehen, was läuft denn da?“). Außerdem

sind im Theater die Sitze ein kleines bisschen näher

zusammen als im Kino – perfekte Ausgangssituation,

um sich ganz zufällig näher zu kommen. Und wenn einer

von euch beiden dann den Kopf ein bisschen drehen

muss, um durch eine Lücke auf die Bühne zu schauen,

kommt das einer romantischen, idealtypischen Szene

wie aus dem Drehbuch zu einem Liebesfilm schon

verdammt nahe …

Unabhängig davon – sei es nun für ein erstes Date,

oder ein zweites, drittes… – ist „Don Carlo“ ein klasse

Stück und alles andere als spießig oder langweilig. Nur

am Rande erzählt: Es gab eine Szene, in der ein Kerl

seiner Angebeteten unter den Rock guckt, nachdem

sie ihn dazu aufgefordert hat. Und das Beste an dieser

Szene: Keiner im Publikum wird rot. Krass! Ich konnte

mich letztlich aber gar nicht entscheiden, was mich am

meisten umgehauen hat. Die mitreißende Performance

des Orchesters? Das aufwendige Bühnenbild, das

Kinderchor

sieben (!) verschiedene

„Bilder“ zeigte? Die

spannenden Momente, in

denen Don Carlo für seine

Liebe Elisabetta kämpft?

Oder der nette Amerikaner

neben mir? ;-)

Nach so einem Stück kann der schöne Theaterabend

natürlich nicht im Raum stehen bleiben. Geht doch

mit eurem Date noch etwas trinken, so wie Wiley

und ich. Selbstverständlich bleibt es eurer Fantasie

überlassen, was ihr aus dem angebrochenen Abend

macht! Schreibt mir doch mal, was aus eurem Date

geworden ist.

Nur Mut – ich habe mich schon im theaterhagen

verliebt. Habt ihr auch schon Schmetterlinge im

Bauch?

Bis bald

Weitere Termine: 8./ 22.3., 17./ 21.4. (18.00 Uhr),

24.4., 21./ 30.5. (18.00 Uhr), 16.6. (15.00 Uhr), 22./

30.6. (18.00 Uhr) und 7.7.2013 (15.00 Uhr) – jeweils

um 19.30 Uhr, wenn nicht anders angegeben

Lehrertisch zu DER WILDSCHÜTZ

am 28. Februar 2013 um 18.15 Uhr

im Theatercafé.

Zu Gast: Dramaturg Thilo Borowcak.

Anmeldung unter

www.theater.hagen.de oder

miriam.walter@stadt-hagen.de.

Materialmappen für den Schulunterricht

können kostenfrei bestellt werden bei

miriam.walter@stadt-hagen.de,

Tel. 02331/207-3282

* Dezember- und Januar-

ausgabe der Theaterzeitung, Anm. d. Redaktion

kultich.theaterhagen@gmail.com

theaterzeitung

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Februar 2013

Sa 02

Werkeinführung –

Dornröschen (reloaded)

19.00 Uhr · Theatercafé

Eintritt frei

WIEDERAUFNAHME

Dornröschen (reloaded)

Ballett von Ricardo Fernando

Musik von Peter Iljitsch Tschaikowski

19.30 – 21.15 Uhr · Großes Haus

Abo W und Freiverkauf PK 2

So 03 Die Großherzogin

von Gerolstein

Operette von Jacques Offenbach

15.00 – 17.45 Uhr · Großes Haus

Abo H Freiverkauf PK 3

Fr 08 Bühnenball 2013

„Das Phantom

rockt die Oper!“

Auf allen Bühnen des theaterhagen

19.30 Uhr · Großes Haus

Bühnenshow + Ball

Freiverkauf 47 – 57,50 Euro

21.30 Uhr · Großes Haus /

Opus/ lutz

Ball – Freiverkauf 32,50 /

erm. 24,50 Euro

Sa 09 Bühnenball 2013

„Das Phantom

rockt die Oper!“

Auf allen Bühnen des theaterhagen

19.30 Uhr · Großes Haus

Bühnenshow + Ball

Restkarten 51,50 – 62,50 Euro

21.30 Uhr · Großes Haus /

Opus / lutz

Ball – Freiverkauf 37,50 Euro

Mi 13

Do 14

Werkeinführung – Dornröschen (reloaded)

19.00 Uhr · Theatercafé

Eintritt frei

Dornröschen (reloaded)

Ballett von Ricardo Fernando

Musik von Peter I. Tschaikowski

19.30 – 21.15 Uhr · Großes Haus

Abo L / VB B und Freiverkauf PK 2

Fünf-Uhr-Tee mit Edeltraud Kwiatkowski

17.00 Uhr · Theatercafé

Eintritt 5,00 Euro inkl. ein Getränk

Die Comedian Harmonists

Schauspiel mit Musik

von Gottfried Greiffenhagen

und Franz Wittenbrink

19.30 – 22.30 Uhr · Großes Haus

Restkarten PK 3

Fr 15 Die Großherzogin

von Gerolstein

Operette von Jacques Offenbach

19.30 – 22.15 Uhr · Großes Haus

Abo Z Freiverkauf PK 3

Sa 16 Theater hautnah

Die offene Probe – Der Wildschütz

10.45 Uhr · Theatercafé

Eintritt frei

theaterzeitung

Spielplan

So 17

Werkeinführung – Dornröschen (reloaded)

19.00 Uhr – Theatercafé

Eintritt frei

Dornröschen (reloaded)

Ballett von Ricardo Fernando

Musik von Peter I. Tschaikowski

19.30 – 21.15 Uhr · Großes Haus

Abo VB A und Freiverkauf PK 2

Herzlich willkommen in der Kirche

Drei Religionen

und ihr gemeinsamer Boden

11.00 Uhr · lutz

Freiverkauf 6,- Euro

5. Kammerkonzert

Ostwind

11.00 Uhr Kurzführung

zu einem Exponat der Museen

Kombiticket (Führung und Konzert)

9,60 Euro

11.30 Uhr · Auditorium

im Kunstquartier Hagen

Freiverkauf 6,60 / 3,30 Euro

Werkeinführung – Don Carlo

17.30 Uhr · Theatercafé

Eintritt frei

Don Carlo

Oper von Giuseppe Verdi

In italienischer Sprache

mit deutschen Übertiteln

18.00 – 21.30 Uhr · Großes Haus

Abo ThR und Freiverkauf PK 1

Di 19 Uraufführung

Lucy und der

Hungerbauch

Umweltstück für Kinder im Vorschulalter

von Werner Hahn und Hans Steinmeier

10.00 Uhr · lutz

Ausverkauft

Mi 20 Uraufführung

Lucy und der

Hungerbauch

Umweltstück für Kinder im Vorschulalter

von Werner Hahn und Hans Steinmeier

10.00 Uhr · lutz

Schulvorstellung 6,- Euro

Richard O‘Brien‘s

The Rocky Horror Show

Musical von Richard O‘Brien

19.30 – 22.00 Uhr · Großes Haus

Restkarten PK 2

Do 21 Uraufführung

Lucy und der

Hungerbauch

Umweltstück für Kinder im Vorschulalter

von Werner Hahn und Hans Steinmeier

10.00 Uhr · lutz

Restkarten 6,- Euro

Kabale und Liebe

Ein bürgerliches Trauerspiel

von Friedrich Schiller

Landestheater Detmold

19.30 – 21.20 Uhr · Großes Haus

Abo G u. Restkarten PK 4

Fr 22

Werkeinführung – Don Carlo

18.30 Uhr · Theatercafé

Eintritt frei

Februar 2013


Februar

Die nächste Theaterzeitung

erscheint am 27.02.2013

Theatertreff des

Theaterfördervereins

Gast: Alexander Schwalb

Freitag, 22. Februar 2013 · 19.30 Uhr

Restaurant Kolpinghaus,

Bergischer Ring 18, 58095 Hagen

Eintritt frei

Eintrittspreise

PREISKATEGORIE

Februar 2013

Don Carlo

Oper von Giuseppe Verdi

In italienischer Sprache

mit deutschen Übertiteln

19.00 – 22.30 Uhr · Großes Haus

Abo F und Freiverkauf PK 1

Sa 23 WIEDERAUFNAHME

Lucy, die Killermücke

Theaterstück für Kinder im Vorschulalter

von Werner Hahn

15.00 – 16.00 Uhr · lutz

Freiverkauf 6,- Euro

Werkstatt – Der Wildschütz

Produktionsgespräch mit den Beteiligten

der Neuinszenierung

17.00 Uhr · Opus

Eintritt frei

Autorenlesung mit

Petra Ramsauer

„So wird Hunger gemacht“

19.00 Uhr · lutz

Eintritt frei

theaterhagen unterwegs

Dornröschen (reloaded)

Ballett von Ricardo Fernando

Musik von Peter I. Tschaikowski

20.00 Uhr · Theater Hameln

So 24 Uraufführung

Lucy und der Hungerbauch

Umweltstück für Kinder im Vorschulalter

von Werner Hahn und Hans Steinmeier

11.00 Uhr · lutz

Freiverkauf 6,- Euro

Die Großherzogin

von Gerolstein

Operette von Jacques Offenbach

15.00 – 17.45 Uhr · Großes Haus

Abo N Freiverkauf PK 3

Mi 27 Hagener Erstaufführung

Nur ein Tag

Kinderstück von Martin Baltscheit

10.00 – 11.15 Uhr · lutz

Schulvorstellung 6,- Euro

Do 28 Hagener Erstaufführung

Nur ein Tag

Kinderstück von Martin Baltscheit

10.00 – 11.15 Uhr · lutz

Schulvorstellung 6,- Euro

Konzert- und Theaterkasse

Elberfelder Straße 65 · 58095 Hagen

Telefon: 0 23 31 / 207 - 32 18

Telefax: 0 23 31 / 207 - 24 46

theaterkasse@stadt-hagen.de

www.theater.hagen.de

Öffnungszeiten :

Montag: geschlossen

Dienstag – Freitag: 14.00 – 19.00 Uhr

Samstag: 10.00 – 15.00 Uhr

sowie jeweils eine Stunde

vor Beginn der Vorstellung

Neben der Theaterkasse können Theater-

und Konzertkarten auch an EVENTIM-

Vorverkaufsstellen, an allen Hagener

Bürgerämtern sowie online unter www.

theater.hagen.de erworben werden.

Bürgerämter der Stadt Hagen:

Zentrales Bürgeramt – Tel: 02331/207-5777

Bürgeramt Boele – Tel: 02331/207-4400

Bürgeramt Vorhalle – Tel: 02331/207-4411

Bürgeramt Hohenlimburg

Tel: 02331/207-4402

Bürgeramt Haspe – Tel: 02331/207-4401

Bürgeramt Eilpe – Tel: 02331/207-4403

EVENTIM-Vorverkaufstellen: *

Buchhandlung DAUB

Unnaer Straße 7, 58706 Menden, Tel: 02373/3065

Graphische Betriebe F.W.Rubens KG /

Hellweger Anzeiger / GS Fröndenberg

Markt 1, 58730 Fröndenberg, Tel: 02373/97730

HAGENinfo

Körner Straße 27, 58095 Hagen,

Tel: 02331/8099980

KundenCenter Hagener Straßenbahn AG

Körner Straße 25, 58095 Hagen, Tel: 02331/2080

IKZ – Anzeigen- und

Vertriebsgesellschaft GmbH

Theodor-Heuss-Ring 4-6, 58636 Iserlohn,

Tel: 02371/8220

Märkischer Zeitungsverlag

Schillerstr. 20, 58511 Lüdenscheid,

Tel: 02351/158333

Stadthalle Hagen - Stadthallenbetriebs GmbH

Wasserloses Tal 2, 58093 Hagen, Tel: 02331/3450

Stadtmarketing Witten GmbH

Marktstr. 7, 58452 Witten, Tel: 02302/12233

wap Schwelm / Gevelsberg / Ennepetal

Hattingerstr. 43, 58332 Schwelm,

Tel: 02336/93770

Wochenkurier Verlags GmbH

Frankfurter Str. 90, 58095 Hagen,

Tel: 02331/14026

WP / WR Hagen

Schürmannstr. 4, 58097 Hagen,

Tel: 02331/3762712 /-13

Ticket Shop Corsopassage

Hansastr. 44, 44137 Dortmund, Tel.: 0231/2229290

* Bei den EVENTIM-Vorverkaufsstellen

fallen Vorverkaufs- und Systemgebühren an.

I II III IV V VI

1 43,70 39,40 35,00 28,50 24,00 17,50

2 37,50 33,70 30,00 24,50 20,50 15,00

3 33,70 30,60 27,00 22,00 18,50 13,50

4 26,30 23,80 21,00 17,00 14,80 10,80

M 10,00 10,00 7,50 7,50 5,00 5,00

K 28,00 26,00 24,00 22,20 17,80 14,40

7

theater

zu Besetzen

Platz nehmen!

Abo-Preis ab EUR 36,85


8

HAGEN FEIERT!

BÜHNENBALL!

DAS PHANTOM ROCKT DIE OPER

Die Galashow

Spätabends. Längst hat das Publikum das Theater

verlassen. Die Reinigungskräfte wischen die letzten

Reste vergänglicher Theateraugenblicke von den

Bühnenbrettern. Aber pünktlich um 23.58 Uhr werden

auch sie die Lichter ausdrehen. Ab Mitternacht

nämlich gehört das Opernhaus dem Phantom. Keiner

hat es je gesehen. Aus Erzählungen allerdings

weiß jeder von seiner Existenz…

Clara, der jungen Reinigungskraft, ist eine saubere

Bühne wichtiger als Tratsch – und wichtiger als

pünktlicher Dienstschluss. Leider! Denn um 0.00

Uhr geschieht’s: In wilder Sucht nach Erlösung stürzt

sich das Phantom auf sie. Nur der Kuss einer Jungfrau

kann sein hundertjähriges Irren durch dunkle

Theatergewölbe beenden....

...Jungfrau? Und Kuss? Große Anforderungen an die

junge Reinigungskraft. Das verlangt nach starken

Lösungen…

Seit dem ersten Bühnenball im Jahr 1974

eröffnet das Theaterensemble die lange Nacht

der Vergnügungen mit einer verrückt-

durchgeknallten Show. Mit schräger Handlung,

guter Musik aus den obersten Rängen der U-

und E-Charts und mit überbordender Laune

begleiten die 285 Mitarbeiter ihr Publikum

in eine rauschende Ballnacht.

Wieder stehen Theatermenschen aller

Abteilungen (!!) auf der Bühne und rocken die

ausgelassenen Gäste.

theaterzeitung

Die Mitternachtsshow

In der schon legendären Mitternachtsshow werden

dieses Mal Ensemblemitglieder der nicht minder legendären

Hagener „Rocky Horror Show“ die Bühne

erobern. Mit Hits wie „Sweet Transvestite“, „Time

Warp“ oder „Hot Patootie“ bringen sie das Publikum

zum Kochen.

Mittanzen ist hier ausdrücklich angeordnet! Also:

“It’s just a jump to the left,

and then a step to the right,

put your hands on your hips,

and bring your knees in tight!”

Kostümprämierung

Viel Verkleidungsphantasie ist von Nöten, um dem

drängenden Werben eines echten Phantoms zu entgehen.

Ob als Papageno, Rigoletto,

Nussknacker oder aber im

Rocky-Outfit zur mitternächtlichen

„Rocky Horror Show“

– alles ist möglich bei diesem

Bühnenball!

Die besten Outfits

werden im Laufe

der Ballnacht mit

attraktiven Preisen

prämiert.

Freitag:

Show und Ball

Platzgruppen I und II 57,50 Euro

Platzgruppen III und IV 51,50 Euro

Platzgruppen V und VI 47,00 Euro

Ballkarte (ohne Show) 32,50 Euro

Ballkarte (Schüler/Studenten) 24,50 Euro

Der Ball! Die Party!

Ab 20.30 Uhr öffnen sich für die Besucher alle Türen

des Hauses zur größten Kostümparty am Karnevalswochenende

in Hagen. Und um 21.30 Uhr geht es

dann los: Nach sechs Jahren wird endlich wieder die

Peter Thiebes Band auf der Bühne im Großen Haus

mit Party-Oldies, aktuellen Top-Hits, Standard- und

Latein-Tanzmusik, Rock- und Pop-Klassikern für

eine rauschende Ballnacht sorgen.

Das Opus verwandelt sich in einen Club und

DJ Big M, der bereits in der Jubiläumswoche des

theaterhagen das Publikum im Festzelt zum

Brodeln brachte, bringt die richtige Stimmung mit.

Auch der Ballettsaal wird zur Tanzfläche für Alle.

Eine Party. Drei Tanzräume.

Da kommt jeder Musikgeschmack

auf seine Kosten!

Bühnenball 2009

Samstag:

Show und Ball

Platzgruppen I und II 62,50 Euro

Platzgruppen III und IV 57,00 Euro

Platzgruppen V und VI 51,50 Euro

Ballkarte (ohne Show) 37,50 Euro

keine ermäßigte Ballkarte

Karten an der Theaterkasse: 02331 207-3218 oder www.theater.hagen.de, in allen Hagener Bürgerämtern

sowie an den EVENTIM-Vorverkaufsstellen

Februar 2013


Ballett · EckStück

BALLETT VON RICARDO FERNANDO

MUSIK VON PETER ILJITSCH TSCHAIKOWSKI

WIEDERAUFNAHME AM 2. FEBRUAR 2013

19.30 UHR · GROSSES HAUS

Dornröschen zählt nicht zu den Lieblingsstoffen der Choreografen.

Anders als der Schwanensee oder die Giselle, wo die große Liebe

immerhin von Gewalt, Mord und Wahnsinn bedroht wird, kämpft

man hier schließlich nur gegen den Schlaf an. Ricardo Fernando

versucht nun gar nicht erst, das Märchen mit intellektuellem

Überbau zu beschweren. Von Spinnweben und Rosenranken hat

er es trotzdem befreit. Er erzählt im klug abstrakten Bühnenbild

von Dorin Gal alles mit den Mitteln des Tanzes, verzichtet nahezu

ganz auf Pantomime und alberne Nummernrevuen. Dornröschen

wachgeküsst als Parodie mit Herz. (WDR 3 Mosaik)

Nach dem großen Erfolg in der vergangenen Spielzeit steht

Peter Tschaikowskis Ballettklassiker „Dornröschen“ in der

bearbeiteten („reloaded“) Fassung wieder auf dem Spielplan des

theaterhagen.

Péter Matkaiscek, Débora Buhatem, Lara Lioi,

Emanuele Pipi, Carolinne de Oliveira

Aurora und ihre Eltern, das helle Königspaar, warten auf die

Festgäste zur großen Geburtstagsfeier. Die der Königsfamilie

freundschaftlich verbundene Patin erscheint noch vor Auroras

Freundinnen und den prinzlichen Anwärtern auf die Hand der

jungen Prinzessin. Doch in die heitere Stimmung platzen die

böse Ex-Königin Carabosse, ihr Mann und ein hell-strahlender,

junger Mann, der alle Blicke auf sich zieht und vor allem auf

Aurora ungeheuren Eindruck macht; nur der Patin schwant

Böses. Man tanzt, feiert, flirtet – doch die anderen Prinzen haben

keine Chance bei Aurora, denn sie hat nur Augen für den schönen

Prinzen Desiré, und er nur für sie. Auf dem Höhepunkt des Festes

aber verschwindet Carabosse mit den beiden jungen Menschen

ins Dunkel.

Gelingt es Desiré und seinen Helfern, Aurora aus den Fängen von

Carabosse, aus dem „Nichts“ zurückzuholen?

Im Anschluss an die Nachmittagsvorstellungen im März

wird es wieder Autogrammstunden mit den Solisten geben.

Weitere Termine: 13./16.2.2013 um 19.30 Uhr

sowie 3./10.3.2013 um 15.00 Uhr

Materialmappen für den Schulunterricht können

kostenfrei bestellt werden bei miriam.walter@stadt-hagen.de,

Tel. 02331/207-3282

Dorn

röschen

(reloaded)

Aurora fliegt ihrem Traumprinzen geradezu in die Arme, nicht einmal, nein, immer wieder. Das Theater

Hagen zeigt Tschaikowskis berühmtes Ballett „Dornröschen“ jetzt als betörend virtuos getanztes Märchen,

bei dem das Ensemble die Grenzen der Schwerkraft regelrecht überwindet.

(Westfalenpost/Westfälische Rundschau)

Yoko Furihata, Hayley Macri, Leszek Januszewski, Ensemble

EckStück – Die Ecke zum Stück

Am 4. Februar 2013 um 16.30 Uhr findet in

Kooperation mit der Stadtbücherei Hagen in

der Kinder- und Jugendbuchabteilung der

Stadtbücherei auf der Springe die nächste

Veranstaltung der Reihe „EckStück – Die Ecke

zum Stück statt“.

Diesmal dreht sich alles um das Tanzen und

Tschaikowskis Ballettklassiker „Dornröschen“.

Die Ballettdramaturgin Maria Hilchenbach gibt

eine Einführung in das beliebte Handlungsballett,

Theaterpädagogin Miriam Walter

bringt den jungen Besuchern auf spielerische

Weise die Welt des Tanzes näher. Der Eintritt

ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Geeignet für Kinder ab dem Vorschulalter.

Februar 2013 theaterzeitung

9


Nur ein Tag

27. und 28. Februar 2013

jeweils um 10.00 Uhr · lutzhagen

Das lutzhagen feierte mit der Inszenierung „Nur

ein Tag“ einen erfolgreichen Auftakt in die Spielzeit

2012/13. Jetzt kommt die Aufführung mit Jenna

Schulz, Sebastian Kolb und Firat Baris Ar für zwei

weitere Termine zurück auf die Bühne des lutz.

Auf fröhliche, quicklebendige Weise erzählt

das Stück von Freundschaft und Lebensfreude:

Obwohl sie wissen, dass ihre neue Freundin, die

Eintagsfliege, heute noch sterben wird, geben die

beiden Kumpel Wildschein und Fuchs alles, damit

sie es nicht erfährt. Schließlich begreifen sie aber:

Das Lucy-Spezial-

Wochenende

Samstag, 23. Februar 2013

15.00 Uhr · lutzhagen

„Lucy, die Killermücke“: Einmalige Sonderaufführung

des ersten Teils der Trilogie zu

den großen Zukunftsfragen unserer Weltgemeinschaft.

Samstag, 23. Februar 2013

19.00 Uhr · lutzhagen

Lesung mit Petra Ramsauer aus ihrem Buch „So

wird Hunger gemacht“

Die Rückkehr des Hungers: Im Krisenjahr 2009

verschärft sich die Not von Afrika bis Asien, aber

auch in Europa. Bereits jetzt hungern eine Milliarde

Menschen, gleichzeitig machen multinationale

Konzerne skrupellose Geschäfte mit dem Elend.

Petra Ramsauer stellt in diesem Buch die Frage

nach den Gründen für die globale Ungleichheit im

21. Jahrhundert. Schonungslos zeigt sie auf, wer am

Elend verdient, warum die schwelenden Brotkriege

auch die reichen Gesellschaften treffen und dass es

eigentlich möglich wäre, dass alle satt werden.

10

theaterzeitung

Über den Tod zu schweigen, ist keine Lösung.

Sterben und Abschiednehmen gehören zu unserem

Leben wie Tag und Nacht, Freude und Trauer. „Nur

ein Tag“ bringt die Zuschauer zum Lachen und zum

Weinen. Ein Stück für die ganze Familie. Ein Stück,

das keine Angst macht vor dem Tod, sondern die

Freude am Leben feiert.

Firat Bas Ar, Jenna Schulz

Petra Ramsauer ist

freie Journalistin und

Autorin. Im Schwerpunkt

Krisenberichtserstattung

arbeitete sie seit 1999

u.a. für den ORF, Die

Zeit, NZZ am Sonntag

und Welt am Sonntag.

Ihre Arbeiten umfassen Reportagen aus dem

arabischen Frühling, Afghanistan, Pakistan, Iran,

den Palästinensischen Gebieten und Israel sowie

Berichterstattung über die humanitäre Krise in Sub-

Sahara Afrika. Dabei interviewte sie Persönlichkeiten

wie Jassir Arafat, Shimon Peres, Benazir Bhutto u.v.m.

Bis dato sind drei Bücher von ihr erschienen.

LUCY UND DER HUNGERBAUCH –

Weitere Termine: 19./20./21.2., 24.2. (11.00 Uhr),

7./ 8./ 23./ 24.5.2013 – jeweils um 10.00 Uhr, wenn

nicht anders angegeben.

Willkommen in der Kirche

Sonntag, 17. Februar 2013

11.00 Uhr · lutz

Ab 4 Jahren

3

„Dona nobis pacem – Schenke uns Frieden“. In

dieser Matinée laden Werner Hahn und Thomas

Haensel Gäste ein, um gemeinsam mit ihnen

christliche Musik und Gesänge vorzustellen und

die positive Kraft der Musik erlebbar zu machen.

lutz

5. Jugendwettbewerb

Im Rampenlicht

Initiiert und

gefördert durch den

Lions Club Hagen-Mark

Im Sommer ist es wieder soweit: Bereits zum

fünften Mal führt das lutzhagen in enger Zusammenarbeit

mit dem Lionsclub Hagen-Mark den

Jugendwettbewerb „Im Rampenlicht“ durch.

Und wieder stehen die Sparten Schauspiel, Tanz

und Zirkus im Mittelpunkt der künstlerischen

Begegnungen.

Angesprochen sind alle theater-, tanz- und zirkusbegeisterten

Jugendlichen aus Hagen und

Umgebung, die nach dem 1. Januar 1992 geboren

sind. Erwartet wird die möglichst selbstständig

entwickelte Konzeption und Präsentation

eines maximal 20-minütigen Programms in der

jeweiligen Sparte. Themen, Dramaturgie und

künstlerische Mittel sind frei wählbar.

Der Ablauf ist gleich geblieben: Die Teilnehmer

jeder Sparte treten in zwei Altersgruppen (10-13

& 14-21 Jahre) gegeneinander an. Bis zum 22.

März muss den Mitarbeitern des lutz ein schriftliches

Konzept vorgelegt werden. Die Ausscheidung

in jeder Sparte erstreckt sich – unter Beobachtung

durch eine fachkundige Jury – jeweils

über zwei Tage und wird am dritten Tag mit der

Präsentation aller Teilnehmer auf der Bühne des

lutz abgeschlossen. Im Rahmen dieser Spartenpräsentation

werden die Siegerinnen und Sieger

gekürt.

Alle Preisträger sind abschließend nochmals

bei der Abschlusspräsentation auf der großen

Bühne des theaterhagen zu erleben. Den Gewinnern

winken hochwertige Preise und die lutz-

Trophäe.

Spartenpräsentationen im lutzhagen:

Schauspiel – 15. Juni 2013

Zirkus – 22. Juni 2013

Tanz – 29. Juni 2013

Abschlusspräsentation:

6. Juli 2013 · Großes Haus

Anmeldeschluss:

22. März 2013 mit vollständigem Konzept

Kontakt:

miriam.michel@stadthagen.de

Februar 2013


Orchester · Musiktheater

René Kollo · Mein Berlin!

Eine Hommage an Walter und Willi Kollo

7. März 2013 · 19.30 Uhr

Großes Haus

„Berlin bleibt doch Berlin“, aber was wäre Berlin ohne die

Schlager und Chansons von Walter und Willi Kollo? Ohne

sie ist die Berliner Operette nicht zu denken. Der Enkel und

Sohn der beiden Komponisten, René Kollo, trat in ihre Fußstapfen

und widmete sich zunächst als Schlagersänger der

so genannten „leichten Muse“, bis er die Opernbühne für

sich entdeckte. Als Opernsänger war er auf allen großen

Bühnen der Welt zu Gast, darunter die Metropolitan Opera

in New York und die Bayreuther Festspiele. Dennoch blieb

der Tenor seiner musikalischen Herkunft treu und bietet

nun mit dem Konzertprogramm „Mein Berlin!“ einen Abend

rund um die Schlager seiner Väter. Hier darf gelacht, geweint

und geschunkelt werden zu den Evergreens aus der

Hauptstadt!

Winnie Böwe, Sopran · René Kollo, Tenor

Mit dem philharmonischen orchesterhagen unter der Leitung von GMD Florian Ludwig

„Don Carlos” oder „Don Carlo“?

Warum die Verdi-Oper unter

zwei verschiedenen Namen

bekannt ist

Als die Pariser Oper 1865 Giuseppe Verdi vorschlug,

ein Auftragswerk auf der Grundlage von Schillers Drama

„Don Carlos“ zu komponieren, endete der Name der

Titelfigur noch mit dem „s“: der Infant hieß, wie sein

historisches Vorbild, Carlos. Die Uraufführung der Oper

„Don Carlos“ fand, in französischer Sprache und mit unverändert

spanischen Namen, 1867 statt.

Der Stoff hatte es Verdi aus vielerlei Gründen angetan:

Durch den historischen Hintergrund bot er Anlässe für

die spektakulären Szenen, die das Pariser Publikum erwartete.

Er erkannte aber auch das ungeheure Potenzial

in dem Entwurf der Einzelfiguren. Der Konflikt zwischen

König und Großinquisitor, das riskante Gespräch

zwischen dem absolutistischen Herrscher und dem

von revolutionären Ideen infizierten Marquis von Posa,

Auseinandersetzungen zwischen dem König und seiner

Gattin Elisabeth oder zwischen Carlos und der in ihn

verliebten Prinzessin Eboli – das alles waren wunderbare

Anlässe für eine spannungsgeladene, tief in die

Emotionen und psychologischen Strukturen der Figuren

hineinreichende Musik.

Als er alles, was die Vorlage ihm bot, vertont hatte, gab

es nur ein Problem: Die Oper war deutlich zu lang. So

begann eine lange Geschichte vieler Fassungen, die

Verdi im Laufe der folgenden Jahre und Jahrzehnte

anfertigen sollte. Er suchte nach Möglichkeiten, das

Werk zu straffen und auf eine Spieldauer zu konzentrieren,

die ihm die Popularität eintragen sollte, die die Oper

ihrer dramatischen und musikalischen Qualität nach

Xavier Moreno, Tamara Haskin

zweifellos verdiente, die sich aber wegen der doch etwas

anstrengenden Länge der Aufführungen nicht recht

einstellte.

Einen radikalen Schritt in diesen Überarbeitungen vollzog

Verdi, als er den kompletten ersten Akt strich, der die

Vorgeschichte der eigentlichen Handlung thematisiert

und für das Verständnis des Werks nicht unabdingbar

ist. Die so konzipierte vieraktige Fassung kam 1884 an

der Mailänder Scala heraus. Die Aufführungen fanden

in italienischer Sprache statt und dafür wurden auch die

Namen durch ihre italienischen Äquivalente ersetzt. Aus

Carlos wurde Carlo, aus Philipp Filippo, aus Elisabeth

Elisabetta etc. Diese Aufführung setzte sich anschließend

für lange Zeit auf den Bühnen durch und wurde zu

einem der meistgespielten Werke des Komponisten. Dies

ist die Fassung, die das theaterhagen auf dem Spielplan

hat. Daher heißt das Werk auch bei uns: „Don Carlo“.

Weitere Termine: 17.2. (18.00 Uhr), 22.2., 5.3., 7.4.

(15.00 Uhr) – jeweils um 19.00 Uhr, wenn nicht anders

angegeben.

5. Kammerkonzert

Ostwind

17. Februar 2013 · 11.30 Uhr

Auditorium im

Kunstquartier Hagen

Werke von Vivaldi, Martin , Eckert,

Kodály, Biber

Evgeny Selitsky, Katharina Eckert, Violine

Ursina Staub, Viola

Rüdiger Brandt, Violoncello

Malte Kühn, Cembalo

Ein besonderer Höhepunkt des 5. Kammer-

konzerts wird die Uraufführung der

Komposition „Ostwind“ der Hagener

Violinistin Katharina Eckert sein. Hier werden

zwei verschiedene Sichtweisen auf den

Wind von Osten in Töne gesetzt: Man kennt

ihn im Winter als kaltes, unangenehmes

Wetterphänomen, wenn man ihm jedoch

sein Gesicht zuwendet, ihm ausgesetzt ist,

blickt man geradewegs in die Sonne. Diese

Zweideutigkeit habe sie in Musik setzen

wollen, so die Komponistin.

Mit Martin , Biber und Kodály gelangen

weitere östliche Winde in das Programm:

Der Komponist und Geiger Heinrich Ignaz

Franz Biber (1644-1704) wurde in Böhmen

geboren und wirkte als Kapellmeister in

Salzburg. Von ihm wird aus der Sammlung

„Mensa sonora“ die 6. Suite zu hören sein,

sogenannte Tafelmusik, die ursprünglich

als Hintergrundmusik zur Begleitung

von Feierlichkeiten gedacht war. Diese

Tradition ließen der tschechische Komponist

Bohuslav Martin (1890-1959) und der

Ungar Zoltán Kodály (1882-1967) weit

hinter sich. Dennoch waren Martin die

einfachen Freuden nicht fremd, so dass er

mit seiner Kammermusik „ein wenig von

der Bejahung des ruhigen und glücklichen

Lebens wiedergeben“ wollte. Tschechische

Volksmusik beeinflusste sein Werk ebenso

wie ungarische Folklore seinen Zeitgenossen

Zoltán Kodály, welche dieser zusammen

mit Béla Bartók erforschte und in seine

Kompositionen einfließen ließ. Ein kleiner

Umweg über Italien zu Antonio Vivaldi

(1678-1741) als einen der berühmtesten

Barockkomponisten ergänzt das Programm

mit dessen „Concerto madrigalesco“ um ein

warmes Lüftchen von Süden.

Vor Beginn der Kammerkonzerte findet

um 11.00 Uhr eine Kurzführung zu einem

Exponat der Museen statt.

Februar 2013 theaterzeitung

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On tour

Rainer Zaun, Bassbariton am theaterhagen,

gastierte am Silvestertag am Theater Ulm

als Baculus in der Oper „Der Wildschütz“

von Albert Lortzing. Zudem trat er Anfang

Dezember im Bonner Opernhaus im

Rahmen der Revue „Was Wagner nicht zu

wähnen wagte“ auf, u.a. mit Christoph Scheeben, der zurzeit als

Robert Biberti in „Die Comedian Harmonists“ am theaterhagen

Furore macht. Der Bonner Generalanzeiger schrieb dazu: „Ins

Herz geschlossen hatte man […] Rainer Zaun, der sängerisch

und spielerisch jedem Spaß noch ein spektakuläres Glanzlicht

aufsteckte.“

Impressum theaterzeitung Februar 2013:

Herausgeber: theaterhagen · Elberfelder Straße 65 · 58095 Hagen · Tel. 0 23 31 - 207 - 3210

Intendant: Norbert Hilchenbach · Redaktion: Adaora Geiger

Gestaltung: IDEENpool GmbH, Norma Nierstenhöfer & Thomas Gebehenne

Texte: Thilo Borowczak, Adaora Geiger, Werner Hahn, Dr. Maria Hilchenbach,

Miriam Michel, Jürgen Pottebaum, Manuel Schneider, Tillmann Schnieders,

Lisa Valdivia, Miriam Walter, Imme Winckelmann

Fotos: Stefan Kühle, Privat

Verlag und Druck: WAZ- Druckzentrum Bathey; Auflage: 96.000

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Förderliches am Rande

Liebe Freunde des theaterhagen!

Auf den ersten Blick verlief der Neujahrsempfang des

Theaterfördervereins 2013 wie gewohnt: Sektempfang, mehrere

Redebeiträge, Darbietungen der verschiedenen Ensembles des

theaterhagen sowie des philharmonischen orchesterhagen. Dann

aber entwickelte sich dieser Empfang zu einem kulturpolitischen

Forum von hohem Rang. Die rund 300 Gäste im Großen Haus erlebten

eine ebenso intensive wie offene Aussprache zwischen Kultur und

Politik.

Die Richtung gab Klaus Hacker in seiner Begrüßungsrede vor,

als er Oberbürgermeister Jörg Dehm beim Wort nahm und an sein

Versprechen erinnerte, für den Erhalt des Theaters einzutreten.

Der OB sah sich daraufhin veranlasst, die Haushaltslage der Stadt

noch einmal grundsätzlich zu erläutern. Aus seiner Sicht müssen

die Aufwendungen für das Theater im Kontext vor allem sozial- und

bildungspolitischer Herausforderungen gesehen werden. Was den

Empfang so eindrücklich machte, war die große Entschlossenheit,

mit der die Theaterfreunde aus Förderverein, Bürgerstiftung und

Ballettfreunden den Vertretern der Politik demonstrierten: Dieses

Theater ist für die Identität der Stadt unverzichtbar, das Geld für

dieses Theater ist keinesfalls verschwendet. Ein starkes Zeichen der

Solidarität mit dem Theater.

Mit Jan Philipp Gloger begrüßte Klaus Hacker schließlich einen

der profiliertesten Theaterregisseure der jüngeren Generation. Der

gebürtige Hagener reflektierte im Gespräch seine künstlerische Arbeit

und bezog auch in der kulturpolitischen Debatte Position. An OB Jörg

Dehm wandte er sich mit den Worten: „Das Hagener Theater strahlt

weit ins Land hinaus und stiftet Identität. Es wäre schade, wenn das

Zentrum der Stadt künftig nicht mehr das Theater, sondern die Volme-

Galerie wäre.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Im Theatertreff am 22. Februar 2013 ist Alexander Schwalb zu

Gast, Klarinettist im philharmonischen orchesterhagen. Die

Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Restaurant „Kolpinghaus”,

Bergischer Ring 18.

Ihr Theaterförderverein www.theaterfoerderverein-hagen.de

theaterzeitung

David Marlow, 1. Kapellmeister am

theaterhagen, dirigierte im Januar in der

Kölner Philharmonie ein Konzert unter dem

Titel „Balladen“ mit dem WDR Rundfunkchor

und dem WDR Sinfonieorchester Köln. Das

Konzert wurde von 1LIVE übertragen.

Henrik Wager, der in dieser Spielzeit als

Conférencier in dem Musical „Cabaret“ und

als Frank‘n‘Furter in „Richard O‘Brien‘s The

Rocky Horror Show“ am theaterhagen zu

erleben war bzw. ist, steht seit Ende Januar in

einer Neuproduktion von Andrew Lloyd Webbers Musical „Evita“ als

Ché auf der Bühne des Staatstheaters Kassel.

Künstlersteckbrief

Name: Brendon Feeney

Der 1991 geborene Tänzer wuchs in

Kalifornien auf. Seit der Spielzeit 2012/13 ist

er Ensemblemitglied des balletthagen.

Vorheriges Engagement: 2009-2012 am

Theater Regensburg.

Mit diesem Choreographen der Gegenwart

bzw. Vergangenheit würde ich

gerne arbeiten: Für mich ist es nicht

wichtig, mit wem ich arbeite, sondern ob ich

im Tanz die Schöpfung des Choreographen

fühle. Nachdem ich über die Jahre mit

mehreren Choreographen gearbeitet habe,

liebe ich die Arbeit mit jungen, aufstrebenden

Choreographen; ich habe das Gefühl, dass

sie frisch und voll von neuen Ideen sind.

Das Größte für einen Tänzer ist es, mit

vielen unterschiedlichen Choreographen zu

arbeiten.

Meine spannendste Begegnung als

Tänzer war: Eine meiner aufregendsten

Begegnungen war die AIDS-Gala in

Regensburg mit all den unterschiedlichen

Tänzern aus den verschiedensten Ländern:

so viele Tänzer aus so vielen Ländern rund

um den Globus, die die gleiche Kunst teilen!

Das mir liebste / ideale Publikum ist:

Ich liebe es, wenn das Publikum bei der

Premiere klatscht und Bravo schreit! Das ist

die Belohnung für mich und meine Kollegen

für die harte Arbeit an dieser Vorstellung.

Dieses Ballett möchte ich in Zukunft

gerne mal tanzen: Meine Lieblingsstücke

sind Uraufführungen, weil so jeder etwas

Kulturgemeinde Volksbühne

Hagen und Umgebung e. V.

Wasserloses Tal 27 · 58093 Hagen

Die gute alte Volksbühne ist im Wandel. Schon

Helmut Graul stellte in seiner Amtszeit als Vorsitzender

die Weichen in diese Richtung. Inzwischen

wurde viel geplant und einiges verändert.

Mit dem stark verjüngten Vorstand wurde bisher

vor allem am Programm, an der Struktur und an

der Kommunikation gearbeitet.

Seit Januar dieses Jahres gibt es neben der

gedruckten Informationsschrift auch die monatlich

erscheinenden Kulturempfehlungen für

Mitglieder mit Veranstaltungshinweisen und

unschlagbaren Sonderangeboten per Mail.

Wer davon profitieren möchte, sollte unter

volksbuehnehagen@freenet.de weitere Informationen

anfordern.

Unterhaltung und Kultur bleibt so auch 2013 mit

vbh erschwinglich.

Der Vorstand freut sich darauf, viel zu bieten

und nimmt weitere Anregungen stets gerne

entgegen.

In diesem Sinne – bis bald vor Hagens Bühnen!

Volker Schwiddessen

vbh

volksbühne hagen

Viel Kultur im Angebot.

Ballettfreunde Hagen

Liebe Ballettfreunde,

Neues erfahren und erleben kann. Und es ist

für mich sehr erfüllend, eine Rolle zu tanzen,

die zuvor noch nie zu sehen war.

Musik, zu der ich gerne tanze: Ich tanze

gerne zu allen Arten von Musik, von klassisch

über Elektro bis Jazz.

Diesen Satz über Tanz / Theater möchte

ich nicht mehr hören: Ich kann es nicht

hören, wenn jemand sagt „Hol den Notarzt“,

denn normalerweise ist dann in der Tanzwelt

jemand verletzt. Unsere Körper sind unsere

Kunst und wenn wir verletzt sind, können wir

unsere Kunst nicht ausüben.

Neben dem Tanzen ist eine weitere

Leidenschaft von mir: Reisen. Ich liebe

es, neue Orte in der Welt und verschiedene

Kulturen zu erkunden.

Dieses Gericht käme mir nie auf den

Tisch: Ich werde nie irgendeine Art von

Insekten essen, tot oder lebendig!

das theaterhagen ist sparsam, erfolgreich,

vielfältig, kreativ und innovativ, aber dennoch

durch Sparmaßnahmen bedroht. Dies könnte ein

kurzes Fazit des Neujahrsempfangs des Theaterfördervereins sein,

aber die zahlreichen Redebeiträge der o.g. Veranstaltung haben

noch weitere Erkenntnisse erbracht:

Wenn 70% der deutschen Bevölkerung in Städten ähnlicher Größe

(oder kleiner) wie Hagen wohnen und nur 10% in den Metropolen,

so ist nicht nach zu vollziehen, dass der weitaus größte Teil der

Kulturausgaben nur auf die wenigen Metropolen beschränkt

werden soll!

Künstlerischer Nachwuchs wächst in der Provinz und bereichert

die Metropolen! Kulturelle Bildung ist ein Grundrecht und Gebot

demokratischer Gesellschaften, das unabhängig vom Wohnort des

Bürgers besteht!

Kunst und Wissenschaft, Dichten und Denken sind die zwei Seiten

der Medaille, die den Grundstock unseres Wohlstandes darstellt!

Die klammen Kommunen im Ruhrgebiet dürfen durch die

Regionalbehörden, das Land und den Bund nicht allein gelassen

werden in ihrer Sisyphusarbeit der Haushaltssanierung!

Die Haushaltssanierung darf nicht zur Zerstörung von Zukunftsperspektiven

führen!

Hagen braucht sein eigenbespieltes Theater und wir als

Bürger dieser Stadt sind aufgefordert, uns in vielfältiger Weise

einzusetzen (siehe Flugblatt: Bürgerinitiative für unser Theater).

Dass sich dieser Einsatz lohnt, zeigen die herausragenden

Leistungen unseres Ensembles, so z.B. des balletthagen ab 2.

Februar in der Wiederaufnahme von „Dornröschen (reloaded)“

mit Neubesetzungen in zahlreichen Rollen. Lassen Sie sich diesen

Kunstgenuss nicht entgehen!

Bis bald in unserem theaterhagen

Ihre Ballettfreunde Hagen

Februar 2013

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