Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

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Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

len aus, die scheinbar wahr sind und dann nicht Stich halten.

Doch was schadet mir's, ihn anzuhören? Es ist immer gut,

viele Meinungen zu vernehmen, wenn einem die Wahl freisteht.

Da ist er auch schon wieder und ganz außer sich, nach seiner

Miene zu schließen.

LUCIDO {für sich). Habe ich nicht gewußt, wie es gehn würde ?

O armer Tiberio! Du wirst an anderes denken müssen, als dich

mit Livia zu amüsieren.

CESARE. Du bist so geschwinde zurückgekommen ?

LUCIDO. Nicht so schnell, daß es nicht noch schneller hätte

sein müssen. Laß dir sagen, daß Aridosio in Lucca ist.

CESARE. Wolltest du mir noch etwas anderes sagen ?

LUCIDO. Ja. Doch jetzt habe ich mehr Eile, als vorher.

CESARE. Du hast ja sehr wichtige Geschäfte!

LUCIDO. Tiberio! He, Tiberio! Erminio! Kommt einmal heraus!

CESARE. Was soll diese Eile? Ich will mich an diese Ecke

zurückziehen und sehen, was vorgeht.

3. SZENE

Cesare. Lucido. Erminio. Tiberio

TIBERIO. Wer ruft mich ?

LUCIDO. Hab' ich dir nicht gesagt, daß dein Vater kommen

würde ?

TIBERIO. Mein Vater?

LUCIDO. Dein Vater kommt und wird im Augenblick hier sein.

TIBERIO. Mein Vater?

LUCIDO. Dein Vater.

TIBERIO. Wer hat ihn gesehen ?

LUCIDO. Ich, mit diesen meinen Augen.

TIBERIO. Und hat er dich gesehen?

LUCIDO. Nein, denn ich war versteckt.

TIBERIO. Es ist aus mit mir, Lucido.

ERMINIO. Was sollen wir tun?

TIBERIO. Ich sage dir, Lucido, es ist um mich geschehen,

wenn du mir nicht hilfst.

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