Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

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Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

pere, ihr mit der Bank, dem Bett und jedem Gerät so viel Lärm

als möglich macht. Und eins von euch gehe aufs Dach und

werfe Ziegel hinab, wenn er hört, es sammlen sich hier an der

Tür Leute. Von dieser Vorschrift weicht nicht um Haaresbreite

ab, wenn ihr nicht euch und mich zugleich ins Verderben

bringen wollt.

TIBERIO. Zweifle nicht, wir werden so verfahren.

ERMINIO. Was Teufel willst du tun. Lucido?

LUCIDO. Das werdet Ihr sehen. Inzwischen aber setzt Marcantonio

von allem in Kenntnis, damit wir, wenn seine Mitwirkung

nötig ist, sie bei der Hand haben. Und da kommt ja auch

eben Aridosio. Nehmt Euch in acht, daß er Euch nicht hier

vor seiner Türe sieht. Auch ich will mich hier hinten zurück-

ziehen.

ERMINIO. Also addio!

CESARE. Wahrhaftig, da kommt Aridosio. Was soll nun werden?

Ich will das Ende abwarten, aber so, daß er mich nicht

sieht.

4. SZENE

Cesare. Lucido. Aridosio

ARIDOSIO. Wo zum Teufel werde ich diesen Schurken finden!

Ich glaube, er ist, mit Respekt zu sagen, in ein Bordell ge-

gangen. O ich armer Aridosio! Da sieh, für wen du dich plagst,

wem du all dein Hab und Gut hinterlassen willst! Einem, der

dich täglich verrät und stündlich dir neue Sorge macht und

mehr deinen Tod wünscht, als das eigene Leben.

CESARE (beiseite). Und andere gibt's, die dasselbe wünschen.

ARIDOSIO. Doch eher will ich mein Geld mit ins Grab nehmen,

als es ihm hinterlassen. Ich Ärmster! Diesen Morgen hab' ich

wahrhaftig zu krepieren geglaubt zwischen der Beschwerde, zu

Fuß zu gehn, was mich halb umgebracht hat, und der Gemütsbewegung.

Ich fürchte, ich werde krank. Und das alles wegen

dieses . . . ich hätte bald was gesagt. Aber warum zaudere ich

in das Haus einzutreten und den Beutel, der mich drückt, ab-

log

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