Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

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Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

CESARE {für sich). Noch verstehe ich die ganze Sache nicht.

LUCIDO. Ei, Ihr zittert. Habt keine Angst. Sie werden Euch

sonst nichts zuleide tun, außer daß Ihr von Eurem Hause keinen

Gebrauch machen könnt.

ARIDOSIO. Das scheint dir nichts? Und wenn sie nun auch in

mein Landhaus kämen ?

LUCIDO. Ihr müßt eben Geduld haben.

ARIDOSIO. Eine schöne Manier, zu nehmen, was einem andern

gehört! Wenn sie wenigstens Miete bezahlten! Aber beim Kreuz!

und wenn ich Feuer anlegen müßte, ich will sie daraus ver-

i.

treiben.

LUCIDO. Da würdet Ihr ihnen einen schönen Possen spielen.

Sie sind nicht zu ihrem Vergnügen drinnen.

ARIDOSIO. Du hast recht. Und das Haus würde verbrennen.

Aber ich möchte sie doch umbringen.

LUCIDO. Wenn sie Euch hören, werden sie Euch übel mitspielen.

Oft werfen sie Ziegel herab, Balken oder was sie sonst finden.

ARIDOSIO. Oh! wollen sie mir das ganze Haus ruinieren?

LUCIDO. Freilich werden sie's nicht ausbessern.

{Ziegel werden herabgeworfen)

LUCIDO. Da kommt ein Ziegel. Gehen wir weg, damit wir nicht

einen Steinwurf kriegen.

CESARE {für sich). Ich fange an, die List zu verstehen.

ARIDOSIO. O Lucido, ich habe eine schreckliche Angst! {Ziehi

sich eilig zurück)

LUCIDO. Ihr habt Grund dazu.

ARIDOSIO. Können sie bis hierher werfen?

LUCIDO. Nein, Herr.

ARIDOSIO. Wann hat diese verfluchte Geschichte angefangen?

Ich habe nie was davon gehört.

LUCIDO. Ich weiß es nicht. Aber vor zwei Nächten, als ich hier

vorbeiging, machten sie einen Lärm, als wollten sie das Haus

abreißen. Da hört' ich's.

ARIDOSIO. Hör auf! Du jagst mir einen Schrecken ein.

LUCIDO. Zuweilen, sagen die Nachbarn, spielen und singen sie,

doch meist bei Nacht. Bei Tage verhalten sie sich größtenteils

ruhig.

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