Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

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Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

CESARE {für sich). Das ist das Schönste, was ich je gesehen habe.

ARIDOSIO. Was soll ich tun? Wär's nicht das beste, Leute

hinzuschicken, die sie alle umbrächten?

LUCIDO. Sprecht nicht so laut von solchen Sachen.

ARIDOSIO. Du hast recht.

LUCIDO. Und wer sollte sie umbringen? Lieber sollte man

Priester, Mönche, Reliquien hinführen und den Teufeln be-

fehlen, sich zu entfernen.

ARIDOSIO. Und werden sie's tun?

LUCIDO. Sicherlich.

ARIDOSIO. Aber wenn sie ein andermal wiederkommen?

LUCIDO. Das freilich.

ARIDOSIO. Nein, darauf werde ich es nicht ankommen lassen.

Ich verspreche dir, sobald sie fort sind, werde ich das Haus ver-

kaufen, und wenn ich's um zwei Gulden billiger geben sollte,

als es mich gekostet hat.

LUCIDO. Sie werden für mehr als fünfundzwanzig daran verdorben

haben, die bösen Geister.

ARIDOSIO. Erinnere mich nicht daran, denn mein Blut wird zu

Eis. O mein Gott! Ich habe doch nie etwas getan, daß ich ein

solches Unglück verdiente ; aber das kommt über mich wegen

der Sünden des Tiberio. Wo ist er denn, dieser Taugenichts?

LUCIDO. Ihr haltet ihn auf dem Lande zurück und fragt mich,

der ich in Lucca bin.

ARIDOSIO. Du sollst es wohl wissen, denn du und Erminio, ihr

verführt mir ihn.

LUCIDO. Was dieser sich einbildet! Als hätte er das Haus voller

Engel, nicht voller Teufel.

ARIDOSIO. Bedenk', daß die schlechte Aufführung Tiberios

mir das Herz im Leibe umbringt.

{Lucido räuspert sich. Neuer Lärm)

Weh mir, Lucido! Laß mich nicht allein!

LUCIDO. O Ihr solltet mich nicht bei Euch halten wollen, da

ich Euren Sohn verführe.

ARIDOSIO. Das ist nur so gesagt. Ich weiß wohl, daß die Schuld

an ihm liegt und daß, wenn er nicht wollte, kein Mensch ihn

verführen könnte. Aber eins nach dem andern. Erst will ich mir

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