Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

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Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

LUCIDO. Mit Gebeten und Beschwörungen, die überall eindringen,

auch wenn Tür und Fenster verschlossen sind.

ARIDOSIO. Werden sie durch die Tür oder durch die Fenster

ausfahren ?

LUCIDO. Eine schöne Frage! Sie können ausfahren, wo sie

wollen, aber sie müssen ein Zeichen machen, wodurch Ihr erkennen

könnt, daß sie ausgefahren sind. Doch genug. Geht nach

San Frediano, wo der mir befreundete Priester wohnt, ich komme

nach. Und wir wollen ihn gleich hieher bringen und sie zwingen,

die Hände davon zu lassen. Indessen werde ich Erminio,

meinen Herrn, bitten, herzukommen, wenn er etwas will.

ARIDOSIO. Laßt uns zusammengehn, Lucido!

LUCIDO. Geht nur; ich komme nach.

ARIDOSIO. Nein, ich will auf dich warten.

LUCIDO (für sich). Was für ein verrückter Greis das ist! Vorhin

wollte er allein sein, jetzt, mir zum Tort, soll ich mit ihm

gehn. Ich will meinen Herrn doch fragen, ob er etwas wünscht.

6. SZENE

Vorige. Erminio {aus dem Hause)

LUCIDO. Wünscht Ihr etwas, Herr?

ERMINIO. O, Lucido! Ja, ich wünsche etwas. Höre!

LUCIDO. Geht dahin, wo ich Euch gesagt habe.

ARIDOSIO. Ich ruhe indessen. Ich habe keine Eile und fürchte

mich, allein zu gehn. (Beiseite) Ich fürchte für meinen Beutel.

LUCIDO. Tut nach Belieben. (Zu Erminio) Was befehlt Ihr ?

ERMINIO. Er sorgt für jeden andern und nicht für meine An-

gelegenheiten.

LUCIDO. Glaubt Ihr, ich bekümmerte mich um andrer Sachen

und nähme Eure auf die leichte Achsel ?

ARIDOSIO {für sich). Dies Tuscheln rings um meinen Beutel

gefällt mir nicht.

LUCIDO. Hab' ich Euch nicht gesagt, daß ich heute Nacht fast

ein Mittel gefunden hatte, Euch zum Ziele zu helfen?

ARIDOSIO {für sich). Was hat er gefunden?

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