Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

booksnow2.scholarsportal.info

Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

ARIDOSIO. Wie lange wollen wir noch hier bleiben?

LUCIDO. Jetzt komme ich. Fürchtet Euch nicht, wenn ich bei

Euch bin.

ERMINIO. Wo wollt ihr hingehen?

LUCIDO (leise). Einen Priester zu suchen, der es dahin bringt,

daß wir ihm fünfundzwanzig Scudi abzwacken, um sie dem

Ruffo zu geben.

ERMINIO. Wie wirst du das machen?

LUCIDO. Das werdet Ihr hören.

ERMINIO. So gehe! Denn was du für Tiberio tust, ist mir so

lieb, als wenn du es für mich tätest. Vergiß darum aber nicht

meine Angelegenheit.

LUCIDO. Wie könnt Ihr nur denken!

ARIDOSIO. Laß uns gehen. Lucido!

LUCIDO. Ich komme. {Zu Erminio) Wünscht Ihr noch etwas

anderes ?

ERMINIO. Nein. Ich will bis zum Kloster gehn. — Addio, Ari-

dosio.

ARIDOSIO. Wer ist das?

LUCIDO. Es ist Erminio.

ARIDOSIO. Oh! Addio, Erminio. Ich hatte dich nicht erkannt.

ERMINIO. Ich empfehle mich Euch. {Zu Lucido) Er ist böse

auf mich, weil er glaubt, daß ich ihm Tiberio verführe, und hat

so getan, als erkennte er mich nicht.

LUCIDO. Was schaut Ihr so, warum kommt Ihr nicht?

ARIDOSIO. Nein, nichts. Geh nur! {Ab mit Lucido)

ERMINIO. Mir liegt nichts an ihm, denn er ist ein Mensch, den

man nicht zum Freunde haben möchte, geschweige zum Vater.

Aber warum zaudre ich, an das Schiebfenster zu klopfen?

Tok tok tok!

7. SZENE

Erminio. Die Nonne vom Schiebfenster. Schwester Marietta

DIE NONNE. Ave Maria!

ERMINIO. Ich möchte, daß Ihr mir die Fiammetta riefet.

118

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine