Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

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Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

O, Ihr treibt es schlimm mit mir. Immer sagt Ihr mir hundert

Grobheiten.

ERMINIO. Wo ist der Brief?

MONA PASQUA. Da nehmt ihn!

ERMINIO. Bring ihn sofort an die Priorin zu eigenen Händen.

Dann geh zu der Novizenmeisterin der Fiammetta und sag' ihr,

wenn die Priorin einverstanden ist, soll sie dich sogleich wieder

zu mir schicken, und ich werde Leute senden, sie fortzutragen.

MONA PASQUA. Wen fortzutragen ?

ERMINIO. Sag' es nur so. Sie wird es verstehen.

MONA PASQUA. Wo soll sie hingetragen werden ?

ERMINIO. Du langweilst mich! Sage Schwester Marietta, sie

soll dir sagen, ob die Priorin einwilligt, und nichts anderes. Der

Teufel hole dich, wenn du es nicht behältst!

MONA PASQUA. Ich behalt' es gewiß.

ERMINIO. Genug. Aber geh jetzt, eile!

MONA PASQUA. O Herr, ich gehe ja.

ERMINIO. Nein, warte! Du sollst noch etwas anderes bringen.

MONA PASQUA. Ich warte.

ERMINIO. Paulino! He, Paulino! Hörst du nicht, Schurke?

Holla!

MONA PASQUA. Er wird beim Spiel sein.

ERMINIO. Ich hab' ihm doch zu warten befohlen. He, Paulino!

5. SZENE

Vorige. Paulino

PAULINO. Herr!

ERMINIO. Immer muß ich dich hundertmal rufen. Das ist doch

sehr sonderbar.

PAULINO. Ich reinigte Euren Mantel.

ERMINIO. Welchen ? Den ich anhabe ?

PAULINO. Ja, Herr.

ERMINIO. Ha, du unverschämter Lügner! Ob er sich schämt,

der Zungenfertige!

PAULINO. Mit Eurer gütigen Erlaubnis.

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