Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

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Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

RUFFO. Wie soll ich sie mir wiedergeben lassen, wenn ich sie

ihm freiwillig verkauft habe ?

ARIDOSIO. Ich weiß das alles nicht, ich verstehe mich nicht

auf euer Geschwätz. Du hast zweitausend Dukaten gefunden,

die mir gehörten, und mußt sie mir wiedergeben, wenn nicht

gutwillig, dann gezwungen.

RUFFO. Ich verstehe nicht, was Ihr sagt.

ARIDOSIO. Jawohl. Ich verstehe es ganz gut. Ihr da, Ihr Ehrenmann,

bezeugt mir, daß er mir zweitausend Dukaten zu geben

hat.

MESSER ALFONSO. Ich kann es Euch nicht bezeugen, wenn

ich nichts weiter sehe oder höre.

RUFFO. Ich fürchte, der ist nicht recht bei Verstand.

ARIDOSIO. du Unverschämter! Er sagt mir eben, er habe

zweitausend Dukaten gefunden, von denen er weiß, daß ich sie

verloren habe und daß sie mir gehören, und dann sagt er, er

habe sie Tiberio gegeben, um sie mir nicht zurückgeben zu

müssen. Aber das soll dir nicht durchgehen. Tiberio ist mündig,

und mit ihm habe ich nichts zu tun.

RUFFO. Ach, Aridosio, wir bewegen uns in einem Mißverständnis.

Von den zweitausend Dukaten, die Ihr verloren habt, was

mir leid tut, höre ich das erste Wort. Und ich sage nicht, daß

ich Euer Geld gefunden habe, sondern Livias Vater, hier diesen

Ehrenmann.

MESSER ALFONSO. Das glaube auch ich.

ARIDOSIO. Was weiß ich von Livia oder nicht Livia! Der Henker

hole euch beide! Warum macht Ihr mir den Kopf wirr mit

Euren ,, guten Neuigkeiten", wenn Ihr mein Geld nicht gefunden

habt?

RUFFO. Wir dachten, es würde Euch angenehm sein, zu hören,

daß Euer Sohn sich mit vornehmen und rechtschaffenen Personen

eingelassen hat.

ARIDOSIO. Geht zum Henker, ihr alle, und laßt mich in Frieden!

{Ab ins Haus)

RUFFO. So hört doch, Aridosio, hört! — Er hat die Türe zu-

geschlossen.

MESSER ALFONSO. Ich fürchte, Ruffo, du hast mich zum

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