Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

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Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

und der Doktor wird die Güte -haben, hier zu warten. Wir sind

gleich wieder da.

NICIA. Wie die Kröte zur Egge sagte.

FRA TIMOTEO. Gehen wir! {Beide ab)

7. SZENE

Messer Nicia {allein)

Ist's Tag oder Nacht ? Wache ich oder schlafe ich ? Bin ich be-

trunken? Und habe doch heute noch keinen Tropfen geschluckt,

um diesen Redereien nachzulaufen. Wir kommen überein, dem

Mönch etwas zu sagen, und er sagt ihm etwas anderes. Dann

verlangt er, daß ich den Tauben spielen solle. Ich hätte mir, wie

einst Holger der Däne 1, die Ohren mit Pech zustopfen müssen,

wenn er wollte, daß ich alle Narrheiten, die er gesagt hat, und

Gott weiß, zu welchem Zweck, nicht höre. Ich bin um fünfundzwanzig

Dukaten leichter, und von meiner Sache ist noch gar

nicht gesprochen worden, und jetzt haben sie mich hier hinge-

pflanzt, wie einen Zaunpfahl. Aber da sind sie wieder, und der

Teufel soll sie holen, wenn sie nicht von meinem Fall gesprochen

haben.

8. SZENE

Nicia. Fra Timoteo. Liguria

FRA TIMOTEO. Laßt die Frauen kommen. Ich weiß, was ich

zu tun habe, und wenn meine Autorität etwas gilt, werden wir

diese Verschwägerung heut abend zustande bringen.

LIGURIO. Messer Nicia, Fra Timoteo ist zu allem bereit. Man

muß nun dafür sorgen, daß die Frauen kommen.

NICIA. Du machst mich ganz glücklich. Wird es ein Knabe sein?

^ Holger der Däne, Ogier, Uggeri il Danese, einer der Paladine Karl

des Großen, der in der Roman- und Epenwelt der Italiener eine bedeutende

Rolle spielt. Uggeri verstopft sich, auf den Rat einer Fee, die

Ohren mit Pech, um das Geschrei Bavieras nicht zu hören. Vgl. Pio

Rajna, „Uggeri il Danese nella letteratura romanzesca degli Italiani",

Romania II, 133, III, 12. [Die Herausgeb.]

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