Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

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Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

haben werdet, zu Gott für mich zu beten, und im nächsten Jahr

werdet Ihr noch froher sein, als jetzt.

SOSTRATA. Sie wird tun, was Ihr verlangt. Ich will sie selbst

heut abend ins Bett legen. Wovor fürchtest du dich denn, du

Einfältige ? Es gibt fünfzig Frauen in dieser Stadt, die mit erhobenen

Händen dem Himmel dafür danken würden.

LUCREZIA. Ich ergebe mich. Aber ich glaube nicht, daß ich

den Morgen erleben werde.

FRA TIMOTEO. Sei ohne Sorge, meine Tochter! Ich werde zu

Gott für dich beten ; ich werde das Gebet des Erzengels Raf fael

sprechen, der dich schützen möge. Geht mit Gott und bereitet

Euch vor zu dem Mysterium, das geschehen wird.

SOSTRATA. Bleibt in Frieden, Pater.

LUCREZIA. Gott möge mir beistehen und Unsre liebe Frau, daß

es mir nicht schlimm ergehe! {Beide ab)

12. SZENE

Fra Timoteo. Ligurio. Messer Nicia {aus dem Hause)

FRA TIMOTEO. He, Ligurio, kommt her!

LIGURIO. Wie steht's?

FRA TIMOTEO. Gut. Sie sind nach Hause gegangen, zu allem

bereit, und es wird keine Schwierigkeit haben, da die Mutter

bei ihr bleiben will und sie ins Bett legen.

NICIA. Ist das wahr?

FRA TIMOTEO. Gewiß! Und Ihr seid von der Taubheit geheilt?

LIGURIO. Der hl. Clemens hat ihn so begnadet.

FRA TIMOTEO. Man muß ihm ein Bild aufhängen, damit es

Gelegenheit gibt zu einem lustigen Fest und ich auch etwas da-

bei profitiere.

NICIA. Kein weiteres Gerede! Wird die Frau Schwierigkeiten

machen, zu tun, was ich will ?

FRA TIMOTEO. Nein, sag' ich Euch.

NICIA. Ich bin der glücklichste Mensch auf der Welt.

FRA TIMOTEO. Das glaub' ich. Ihr werdet Euch einen Buben

erringen, und wer's selbst nicht hat, der hat es halt nicht.

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