Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

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Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

Augen umwölken sich, der Kopf schwindelt mir. Wenn ich nur

Ligurio fände, mich gegen ihn auszuschütten! Aber sieh, da

kommt er eihg auf mich zu. Sein Bericht wird mir entweder

noch eine kleine Frist geben oder mich vollends töten.

2. SZENE

Callimaco. Ligurio

LIGURIO. Nie habe ich so sehr gewünscht, Callimaco zu finden,

und nie so viel Mühe gehabt, ihn zu erreichen. Wenn ich ihm

schlimme Nachrichten zu bringen hätte, wäre ich ihm sicher sofort

begegnet. Ich war in seinem Hause, auf der Piazza, auf dem

Markt, auf der Bank der Spini, in der Loggia der Tornaquinci,

nirgends eine Spur von ihm. Diese Verliebten haben Queck-

silber unter den Füßen und können sich nicht still verhalten.

CALLIMACO. Ich sehe Ligurio kommen und sich umschauen.

Sucht er vielleicht mich ? Ich muß ihn doch anrufen. Er scheint

vergnügt zu sein. He Ligurio, Ligurio!

LIGURIO. Ha, Callimaco! Wo bist du gewesen?

CALLIMACO. Was bringst du für Nachrichten ?

LIGURIO. Gute.

CALLIMACO. Wirklich gute ?

LIGURIO. Sehr gute.

CALLIMACO. Willigt Lucrezia ein?

LIGURIO. Ja.

CALLIMACO. Hat der Pater seine Schuldigkeit getan?

LIGURIO. Das hat er.

CALLIMACO. O benedeiter Pater! Ich werde immer zu Gott

für ihn beten.

LIGURIO. Vortrefflich! Als ob Gott das Böse belohnte wie das

Gute. Der Pater wird was andres wollen als Gebete.

CALLIMACO. Was?

LIGURIO. Geld.

CALLIMACO. Das wollen wir ihm geben. Wieviel hast du ihm

versprochen ?

LIGURIO. Dreihundert Dukaten.

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