Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

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Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

CALLIMACO. Wie das?

LIGURIO. Daß du sie in dieser Nacht gewinnst und, eh* du gehst,

dich zu erkennen gibst. Entdecke ihr die List, zeige ihr deine

Liebe, sage ihr, wie teuer sie dir ist und wie sie ohne Schande

deine Freundin und nur mit größtem Schimpf deine Feindin

sein kann. Es ist undenkbar, daß du sie nicht überredest und

daß sie wünschen könnte, diese Nacht solle die einzige bleiben.

CALLIMACO. Glaubst du das wirklich ?

LIGURIO. Ich bin davon überzeugt. Aber laß uns keine Zeit

verlieren! Es ist schon zwei Uhr. Rufe Siro, schicke den Trank

dem Messer Nicia und erwarte mich im Hause. Ich gehe zum

Pater, wir wollen ihn verkleiden und hierher bringen, dann den

Doktor holen und tun, was noch zu tun bleibt.

CALLIMACO. Gut. Gehe nun! {Ligurio ab)

3. SZENE

Callimaco. Siro

CALLIMACO. He, Siro!

SIRO. Herr!

CALLIMACO. Komm heraus!

SIRO. Da bin ich.

CALLIMACO. Nimm den silbernen Becher, der im Schrank im

Zimmer steht, deck* ihn mit einem Stück Seidenzeug zu und

bring* ihn mir, aber nimm dich in acht, ihn im Gehen nicht zu

verschütten.

SIRO. Schön. {Geht ins Haus)

CALLIMACO. Der ist nun zehn Jahre bei mir gewesen und hat

mir immer treu gedient. Ich glaube, ich kann mich auch diesmal

auf ihn verlassen, und obwohl ich ihm diesen Betrug nicht

mitgeteilt habe, ahnt er etwas davon, denn er ist schlau, und

ich seh's ihm an, er ist gern dabei.

SIRO {kommt zurück) . Da ist er.

CALLIMACO. Es ist gut. Geh nun in Messer Nicias Haus und

sag' ihm, dies sei die Medizin, die seine Frau gleich nach dem

Abendessen einnehmen soll, und je eher sie zu Nacht ißt, desto

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