Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

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Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

EUGEN DIEDERICHS VERLAG IN JENA

Signoria sitzt oder als Gesandter nach Frankreich geht; der seine

Abenteuer aufzeichnet und seinen weitverzweigten Stammbaum, ohne

Ruhmredigkeit beides, als der große Herr, der er ist und cils der im

Grunde ernste Geist. Es ist unleugbar eine heroische Ader in ihm«

Leon Battista Alberti (IV) , mit seinem Gespräche über die Familie, Alessandra

Strozzi (V) mit ihren so wundervoll charakteristischen Briefen

an ihre verbannten Söhne : diese beiden Werke führen uns in die strenge

Welt, durch die solcher Heroismus gezüchtet wurde, der entsagende

Heroismus in der Frau, der erobernde Heroismus im Mann, bis schließlich

die Verhältnisse den Heroismus überflüssig, ja, gefährlich zu

machen scheinen. Nur eine Familie hat alle Macht und alles Recht.

Die Albizzi, die Pitti, die Pazzi, das alles ist unschädlich gemacht.

Die Medici herrschen, es herrscht Lorenzo, Florenz ist im Zenit

seiner Größe, die Tage sind angebrochen, deren göttlicher Heiterkeit

und trunkenem Lebensgefühl niemand widersteht. Sie spiegeln sich

in den Dichtungen desPouziANO (VI) und desMAGNinco (VII), sie spiegeln

sich sogar in den platonischen Unterhaltungen bei Landini, die Lorenzo

und Giuliano de'Medici, Leon Battista Alberti, Giovanni Pico della

Mirandola mit gleichgesinnten Freunden im Garten des Camaldulenserklosters

führen ; sie spiegeln sich im ,,Morgante Maggiore",

den Luigi Pulci auf Wunsch der Lucrezia Tomabuoni verfaßt; jeden

fertigen Gesang liest er bei Tisch Lorenzo und den Seinen vor.

Aber das glanzvolle Idyll dieser Tage hat einen tragischen Untergrund,

und Lorenzo selber singt ,,Unsicher ist das Morgen". Hinter

Lorenzo steht eine dunkle Gestalt, der große Mönch und Mahner,

Savonarola (X). Die Freude am flüchtigen Augenblick, an der Erde

und ihren guten Dingen überschattet die Frage nach ihrem Wert,

der Ewigkeitsgedanke. Einkehr in sich , Abkehr von der Welt.

Aber auch Savonarola unterliegt der Verführung durch die Kunst ;

seine Büß- und Bittgänge sind in Schönheit getaucht, und wie auf

den Bildern des Fra Angelico schließen die Mönche von San Marco

eine Prozession, indem sie zu Ehren Gottes einen Reigen tanzen.

Über die Erziehung des florentinischen Volkes zur Kunst wird in

jenem XI. Band die Rede sein, der uns Aufzüge und Kirchenfeste, geistliche

Spiele und weltliches Theater in Zusammenhang imd Entwicklung

an ausgewählten Beispielen zeigen soll. Niccolò Machiavelu (XII),

der größte Prosaschriftsteller von Florenz, einer der größten politischen

Denker der Welt, schließt unsere Reihe. Zum besseren Verständnis

des Ganzen wird aber stets das Tagebuch des Landucci dienen

müssen, mit seinen Noten und Notizen zur Verfassungs- und Wirtschaftsgeschichte,

mit seinen Aufklärungen über Feste, Sitten und

Bräuche.

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