Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

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Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

ERSTER AKT

I. SZENE

Erofilo und Diener

EROFILO. Also geht, wie ich euch gesagt habe, und sucht Filo-

strato und tut alles, was er euch heißen wird, so daß ich keine

Klagen über euch höre. Wo aber steckt mein Pädagoge, mein

Meister, mein weiser Hüter ? Möchte er, daß ihr an seiner Stelle

hier bis zum Abend herumlungert? Kommt er noch immer

nicht? Beim Himmel, wenn ich zurückkehre — ! Geht alle

und schleppt ihn mir an den Haaren herbei. Bei diesem Esel

helfen keine Worte, er hört nur auf Schläge. — Da sieh, hab'

Ich dich hergelockt?

NEBBIA (kornfni). Teufel auch, konnte das Fest nicht ohne mich

zu Ende kommen? Ich weiß wohl, wie wichtig der Gang ist,

aber ich kann nicht mehr!

EROFILO. Geht nun, und unterstehe sich keiner, eh' er's euch

erlaubt, mir wieder vor die Augen zu kommen. Habt ihr mich

verstanden ? {Geht ab)

2. SZENE

Gianda. Nebbia. {Die andern Diener haben sich entfernt)

GIANDA. Es ist doch eine große Torheit, Nebbia, daß du allein

von uns Dienern allen dem Erofilo immer widersprichst. Du

solltest doch merken, wieviel es dir bis jetzt genützt hat. Gehorche

ihm, zum Henker, ob er dir gut oder übel befiehlt. Am Ende ist

er doch der Sohn unsers Herrn und wird uns länger befehlen

als der Alte. Warum willst du im Hause bleiben, wenn er will,

daß du hinausgehst?

NEBBIA. Wenn du an meiner Stelle wärst, würdest du's auch

so machen und vielleicht schlimmer.

GIANDA. Es könnte sein, doch glaub' ich's nicht, denn ich sehe

nicht, daß es dir viel einbringt.

NEBBIA. Ich darf nicht anders handeln.

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