Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

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Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

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LUCRANO. Allerdings hatte ich über den Preis bereits mit einem

sehr reichen Herrn hierorts verhandelt, der mir morgen das

Geld bringen sollte. Indessen trotzdem . .

TRAPPOLA. Indessen, wenn ich dir mehr zahle, willst du

sagen . .

LUCRANO. Du verstehst mich. Es ist ja meine Pflicht, immer

auf den zu warten, der mir mehr zahlt.

TRAPPOLA. Nun, so gehn wir ins Haus, denn ich werde nicht

verfehlen, mit dir nach Billigkeit zu verfahren.

LUCRANO. Du sprichst sehr gut. Gehn wir hinein! {Ab ins

Haus)

4. SZENE

Cofhacchio. Negro. Gianda. Nebbia. Morione {aus dem Hintergrund

der Straße kommend)

CORBACCHIO. Dieser Filostrato ist wirklich ein netter und

spendabler junger Herr.

NEGRO. Solche Leute bedient man gern, die wenig Arbeit geben

und viel zu trinken.

CORBACCHIO. Und was für ein Vesperbrod hat er uns auf-

getischt!

MORIONE. Nur vom Wein zu reden, der hat mir wahrhaft das

Herz gerührt.

CORBACCHIO. Ich glaube nicht, daß man hierzulande einen

besseren finden kann.

MORIONE. Hast du je einen gesehn, der klarer und feuriger

war?

CORBACCHIO. Oder einen süßeren gekostet, der mehr Blume

hatte ?

GIANDA. Und wie stark er war! Für den ist kein Preis zu

hoch.

CORBACCHIO. Hätt' ich von dem heute nacht nur einen Krug

voll an meinem Bette!

GIANDA. Und ich lieber in meinem Besitz das ganze Faß!

MORIONE. Käme unserm Herrn nur jeden Tag der Einfall,

dem Filostrato unsern Dienst zu leihen, wie heute!

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