Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

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Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

dem Kuppler wegen eines seiner Frauenzimmer einen Streich

spielen, den schönsten und schlausten der Welt, und daß er

uns von allem, was geschehe, Nachricht geben wolle, damit

wir das, was noch fehle und er nicht fertigbringen könne, hinzutun

könnten. Caridoro und ich sind den ganzen Abend auf

der Lauer gestanden, haben aber noch nichts von ihm gehört.

Ich will nun sehen, ob er sich anders entschlossen hat, oder

ob ein Hindernis ihm dazwischengekommen ist.

VOLPINO. (Ich höre jemand kommen. Es scheint, er will

bei uns anklopfen.) Holla! Was suchst du? Zu wem willst

du?

FULCIO. O Volpino, ich will zu niemand anders, als zu dir.

VOLPINO. Fulcio! Ich hatte dich nicht erkannt. Was willst

du?

FULCIO. Was geht vor? Habt ihr euern Sinn geändert? Oder

erinnert ihr euch nicht mehr an das, was wir heute abgesprochen

haben?

VOLPINO. Fulcio, der Teufel hat seinen Kopf dazwischengesteckt,

mit allen Hörnern, nicht bloß, wie man sagt, den

Schwanz, um alles, was wir vorhatten, zu vereiteln.

FULCIO. Was ist Schlimmes geschehn? •

VOLPINO. Ich will dir's sagen. Aber stille, stille!

FULCIO. Was sind das für Leute, die mit solchem Lärm da

aus dem Hause des Kupplers herauskommen?

5. SZENE

Vorige. Lucrano. Crisobolo. Critone und sein Bruder

LUCRANO. Beträgt man sich so gegen Fremde, he, du Biedermann,

he?

CRISOBOLO. Beträgt man sich so gegen Bürger, du Dieb, he ?

LUCRANO. Das wird dir nicht so durchgehn, wie du denkst.

Bis an den Himmel werde ich mich beschweren.

CRISOBOLO. Ich werde mich nicht so hoch versteigen, um

Klage zu führen, aber wohl bis an einen Ort, wo du für deine

Schurkerei bestraft werden wirst.

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