Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

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Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

6. SZENE

Fulcio. Volpino. Critone. Aristippo

FULCIO. Soll ich auf dich warten, Volpino ?

VOLPINO. Ja, denn ich habe ein bißchen mit dir zu reden.

FULCIO. Komm nur rasch wieder!

VOLPINO. leb bin gleich wieder da. Doch besser ist's, auch du

kommst.

FULCIO. Gehst du weit?

VOLPINO. Nur bis dort an die Ecke, bis ans erste Haus.

FULCIO. So will ich mitgehn.

VOLPINO. Komm, so können wir schwatzen auf dem Rückweg.

O Teufel!

FULCIO. Was hast du plötzlich ?

VOLPINO. Nimm dies Licht und begleite diese Herrschaften

nach Hause. Verflucht mein schlechtes Gedächtnis!

FULCIO. Nehmt ihr das Licht und leuchtet euch selbst, denn

ich will hören, was diesem Tollkopf Neues zustößt.

CRITONE. Ihr beide seid mir schöne Diener, und höfliche Zungen,

wahrhaftig!

ARISTIPPO. Wir müssen's machen, wie man von den Kava-

lieren in Neapel sagt, wo einer den andern begleitet.

{Gehen ab)

FULCIO. Was hast du Esel? Was ist dir so plötzlich zugestoßen

?

VOLPINO. Ich Unseliger! Ich habe ja den Trappola im Hause

gelassen, mit den Kleidern meines Alten und nicht dran gedacht,

eh' mein Herr zurückkommt, sie ihm wieder auszuziehn und

ihm seinen schlechten Mantel wiederzugeben, den ich in meinem

Zimmer verschlossen habe.

FULCIO. O du Leichtsinn! Geh geschwind und laß ihn sich ver-

stecken, daß ihn Crisobolo wenigstens nicht sieht.

VOLPINO. Ich komme zu spät, ja ich bin's schon, denn ich

höre großen Lärm und Spektakel. {Fulcio ab)

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