Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

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Drei italienische Lustspiele aus der Zeit der Renaissance

Das

EINLEITUNG

Schicksal des Lorenzino de' Medici ist mehrfach dichterisch

behandelt worden.

In seinem Trauerspiel Lorenzaccio hat Alfred de Musset ihn

zum Helden sehr lebendiger und geistvoller dramatischer Szenen

gemacht, ohne es auf ein regelrechtes, zur Aufführung geeignetes

Bühnenstück abzusehen. Dies tat Wilhelm Weigand

in seiner vor zehn Jahren erschienenen Tragödie ,, Lorenzino"

(aus dem Dramenzyklus ,,Die Renaissance"), freilich mit einigen

Abweichungen von der historischen Überlieferung. Auch

er läßt seinen Helden zwar auf der Bühne sterben, doch

nicht längere Zeit nach dem Morde in Venedig, sondern am

Tage nachher auf einem freien Platz in Florenz von einem

Offizier der Leibwache des Kardinals Cibo erstechen, und Lorenzinos

Mutter macht mit ihrer Totenklage den wirksamen

Schluß. Auch andere Freiheiten, die er sich aus Rücksicht auf

eine straffere Technik erlaubte, erscheinen zweckmäßig, so die

Vertauschung von Lorenzinos Tante (oder, nach der Königin

von Navarra, seiner Schwester) mit der Luisa Strozzi, der schon

im ersten Akt der Herzog nachstellt, während sie von Loren-

zino leidenschaftlich geliebt wird. Auch das Versagen der Hoffnung

des Mörders, seine Tat werde das schlummernde republikanische

Blut der Florentiner aufwecken, kommt hier ergrei-

fend zur Anschauung, nicht bloß durch einen Bericht aus der

Ferne vermittelt, so daß es eine echte tragische Stimmung ist,

mit der das Stück den Zuschauer entläßt. Eines Lustspiels, das

Lorenzino gedichtet, ist auch in diesem Stück nicht Erwähnung

geschehen.

Nun hat Isolde Kurz in ihrem anziehenden Buche ,,Die Stadt

des Lebens, Schilderungen aus der florentinischen Renaissance"

Lorenzino das Kapitel ,,Ein Brutus der Mediceer" gewidmet,

das die vollständige Biographie des Dichters der Aridosia ent-

hält. Von der Komödie selbst wird nur der Titel flüchtig er-

wähnt, ohne näher auf ihren Inhalt oder das Verhältnis des

Tyrannenmörders zum Lustspieldichter einzugehen. In Mussets

und Weigands Stücken war überhaupt kein Raum dafür.

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